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5. November 2025

Grosses Kino im Grossen Moos

Schon bald nach Beginn meiner Wanderkarriere vor über 40 Jahren stellte ich fest, dass hierzulande das Wandern meist unzertrennlich mit den Alpen in Verbindung gebracht wird. Oder anders ausgedrückt: Wer wandert tut dies in den Bergen. Doch weshalb besteht diese schon fast in Stein gemeisselte Verknüpfung? Ich kann sie mir nur so erklären, dass die Alpen als landschaftlich schön empfunden werden, was durchaus nachvollziehbar ist, und man seine wertvolle Freizeit, sofern man denn wandert, auch dort verbringen möchte und nicht in langweiligen Gegenden wie etwa dem Mittelland mit seinen Autobahnen, Städten und öden Wäldern. Ich kann diese Haltung bis heute nicht nachvollziehen, handelt es sich doch um ein ungerechtfertigtes Vorurteil gegenüber einem Landstrich, den man meint zu kennen, was in den meisten Fällen jedoch nicht der Fall ist.

Wie dem auch sei: Für mich als freischaffender Fussgänger bestehen in dieser Hinsicht keine vorgefertigten Meinungen. Es gibt überall schöne Ecken, die es fussgängerisch zu erkunden lohnt. Genau so wie man überall auch Hässliches vorfindet, und da schliesse ich die Alpen nicht aus. Der langen Rede kurzer Sinn: Vor knapp einer Woche beging ich im bernisch-freiburgischen Grossen Moos ein paar neue Abschnitte der Berner Wanderwege und war begeistert. Begeistert von den noch vorhandenen Herbstfarben, von der Weite, aber auch vom Wetterwechsel, der sich in diesen vier Stunden vollzog. Vom anfänglich bedeckten Himmel bis hin zu eitel Sonnenschein. Alles in allem: Grosses Kino im Grossen Moos!

Gemüsekammer Grosses Moos: Die Salaternte ist kurz vor Müntschemier (BE) in vollem Gang.



12. Oktober 2025

Analog vs. digital



So sehr ich digitale Karten liebe: Wenn ich zu Fuss unterwegs bin, ziehe ich jeweils die analoge topografische Karte vor. Einerseits bietet sie mir die bessere Übersicht, andererseits zwingt sie mich, ehrliche Kartenlesearbeit zu verrichten und ermöglicht es mir zudem, mich besser mit der Landschaft zu verschmelzen. Zudem ist die Papierkarte weder auf Internet- noch auf GPS-Empfang angewiesen. Kurz: In Sachen Orientierung bin ich voll und ganz auf mich und die Karte gestellt. Dies ist mit ein Grund, weshalb ich mich draussen bewege: die temporäre Flucht vor der technologisierten Welt, hin zum Einfachen, Wesentlichen.

Daher war ich neulich freudig überrascht, als sich mir beim Besuch der Ausstellung zur sehenswerten reformierten Kirche St. Martin von Zillis ein spezielles Bild darbot. Der Boden eines Teils der Ausstellung ist mit einer stark vergrösserten Landkarte im Massstab 1:25.000 belegt, auf der sich im Schams buchstäblich herumwandern und so die kur zuvor zurückgelegte Strecke im Zeitraffer noch einmal Revue passieren lässt.

16. Mai 2025

Krass!

Der heftige Wintereinbruch im April hat im Wallis Hunderte von Wanderwegabschnitten unpassierbar gemacht. Wie gross das Ausmass der Schäden infolge umgeknickter/umgestürzter Bäume ist, zeigt die Karte vom 15.05.2025 mit den gesperrten Wegen. Forstfachleute warnen explizit vor dem Begehen der gesperrten Routen, da oft versteckte Gefahren lauern, die selbst Experten nicht erkennen können. Der Kanton Wallis geht davon aus, dass die Aufräumarbeiten bis in den kommenden Herbst dauern werden. Wer also eine Wanderung im Wallis, insbesondere südlich der Rhone, plant, ist gut beraten, sich zuvor genau über die Begehbarkeit der Route(n) ins Bild zu setzen.

10. Oktober 2024

Der freischaffende Fussgänger bei der Arbeit – Teil 1


Als freischaffender Fussgänger werde ich immer mal wieder zu meinem Beruf beglückwünscht. Das freut mich jeweils, selbst wenn dieser «Beruf» eher einer Berufung und somit brotloser Kunst gleichkommt. Dennoch bleibt die Frage: Was macht eigentlich ein Freischaffender Fussgänger? Weshalb nennt er sich so? Und: Steckt nicht vielleicht doch ein «Geschäftsmodell» dahinter?
Fragen über Fragen, dich ich mir manchmal auch selber stelle, obschon ich nunmehr seit weit über 40 Jahren freischaffend und fussgängerisch unterwegs bin. Zeit also, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen: Der freischaffende Fussgänger bei der Arbeit – Teil 1.

Wer sich sein Leben aus tiefster Überzeugung dem Fussgängertum und insbesondere dem Wandern verschrieben hat, kommt unweigerlich auf Gedanken, Ideen, Visionen, Verrücktheiten und dergleichen mehr. Mein Wanderleben ist geprägt von Projekten. Von unzähligen Projekten. Seitdem ich seit 2009 meine fussängerischen Unternehmungen öffentlich verschriftliche und zu diesem Zweck einen eigenen Verlag gegründet habe, die Edition Wanderwerk, befruchten sich der Fussgänger und der Verleger gegenseitig. Doch nicht jede Wanderung, nicht jeder Schritt wird publizistisch ausgeschlachtet. Das wäre auf Dauer langweilig.

Als Freischaffender steht es mir – nomen est omen – frei, zu tun und zu lassen, was und wie ich beliebe. So ist es unter anderem auch mit zwei meiner langjährigen Wander-/Outdoor-Projekten: 1. habe ich mir zur Aufgabe gemacht, in jedem der 26 Kantone einmal im Zelt zu übernachten, verbunden mit einer mindestens zwei Tage dauernden Wanderung. 2. möchte ich den geografischen Mittelpunkt eines jeden Kantons im Rahmen einer Wanderung besucht haben. Am vergangenen Wochenende habe ich diese zwei Vorhaben kombiniert und bin vom Appenzell innerrhodischen Sammelplatz via Haslen AI, in dessen Nähe sich interessanterweise der geografische Mittelpunkt von Appenzell Ausserrhoden befindet (!), der mir in meiner Sammlung noch fehlte, nach St. Gallen gewandert. Weil der Kanton Appenzell Innerrhoden hinsichtlich Biwaknacht als letzter noch ausstehend war, habe ich am Abend des ersten Wandertags mein Zelt an einem versteckten Ort in einem der unzähligen Tobel aufgeschlagen und daselbst eine geruhsame, wenn auch kühle Nacht verbracht.

Der langen Schreibe kurzer Sinn: Ein weiteres Projekt im Rahmen meiner «freiberuflichen» Tätigkeit konnte somit abgeschlossen werden, einmal mehr in erholsamem Tempo und atemberaubender Umgebung, die mir als leidenschaftlicher Fotograf ein Landschaftskino sondergleichen bot.

Freischaffender Fussgänger: Vom BBT nicht anerkannt und dennoch die Arbeit wert! – Fortsetzung folgt.

16. Oktober 2023

Auswendig Wandern

Was tun, wenn du auf der Anreise zum Ausgangspunkt deiner Wanderung feststellst, dass du die Karte mit der eingezeichneten Route zu Hause vergessen und ausnahmsweise dein Handy bewusst nicht mitgenommen hast? – Du wanderst auswendig!

So geschehen am vergangenen Sonntag, als es auf einer vor gut drei Monaten geplanten Route von Schüpfen nach Jegenstorf gehen sollte. Also aktivierte ich meine Gehirnzellen und massierte die Synapsen. Sowohl meine Festplatte als auch das für ein solches Unterfangen benötigte Quäntchen Glück hielten mir die Stange. Zu Hause stellte sich in der Tat heraus, dass die absolvierte Strecke genau jener entsprach, die ich einst ausgeknobelt hatte.

Es führen fürwahr viele Wege von Schüpfen (links) nach Jegenstorf (rechts).


29. August 2020

Stock und Stein

Jarle Sänger: Stock & Stein, Bastei Lübbe, Köln, 2018
Warum ist der froststarke Januar ein idealer Monat zum Wandern? Was hält das heimische Naturkino im März, Mai oder im Oktober an Attraktionen bereit? Welche Touren machen auch mit kleinen und großen Kindern Spass? «Stock & Stein» ist ein Wanderbuch für das ganze Jahr. Es erstellt Attraktivitätsprofile für Regionen und klimatische Besonderheiten, empfiehlt Wanderrouten und die passende Ausrüstung, stellt kulinarische Köstlichkeiten am Wegrand vor, wirft einen Blick auf Flora und Fauna, gibt Gesundheitstipps und erzählt abenteuerliche Geschichten aus unserer Natur. (Klappentext)

Der Autor, Jarle Sänger, 1984 in Bonn geboren, ist schon seit seiner frühesten Kindheit Wanderer aus Leidenschaft. Bereits als Knirps eroberte er zusammen mit seiner wanderverrückten Familie die Berge Europas. Später machte er sich als freiberuflicher Journalist selbstständig und gelangte so, neben aufweckenden, ermutigenden und witzigen Erlebnissen auf seinen Wanderungen, auch zu spannenden Einblicken hinter die Kulissen der deutschen Wanderbranche.

Moors Fazit: Schön und erstaunlich zugleich, dass trotz den Tausenden von Wanderwebsites, -blogs, -tests und -filmchen auf Youtube immer noch Bücher geschrieben werden, die sich mit den Wanderbasics befassen. Der ansprechend gestaltete Band richtet sich hauptsächlich an die Leserschaft in Deutschland. Für in der Schweiz beheimatete Interessenten lohnt sich der Blick ins Buch dennoch, alleine deshalb, um einmal mehr festzustellen, dass wir hierzulande vermutlich über das weltweit am besten organisierte Wanderwesen verfügen. Diese Tatsache soll freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Wandern überall und zu jeder Zeit möglich ist, sofern der Wanderlustige sich selber zu helfen weiss. Ein Kapitelchen zum Thema «Wandern und die Gesundheit» hat mir besonders gut gefallen, weshalb es hier ungekürzt wiedergegeben sei:

Dass Wandern gesund ist, weiss doch jedes Kind. Schliesslich macht gesundes Zeug nie Spass und lecker ist es auch nicht. Doch was genau macht Wandern eigentlich mit uns? Und was sind die positiven Einflüsse des Wanderns auf unsere Gesundheit? Zeit, das mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, und wenn es nur zur Bestätigung der eigenen Wanderleidenschaft dient. Andere Ehen und Gelübde werden schliesslich auch immer mal wieder aufgefrischt.

Arbeitgeber kann es freuen: Wandern stärkt vor allem das Immunsystem. Wer sich regelmässig im Freien bewegt und sich verschiedenen Wärme- und Kälteeinflüssen aussetzt, der wird seltener krank. Auch die positiven Effekte auf unser Herz- und Kreislaufsystem, unsere Blutfett- und Blutzuckerwerte, unsere Muskeln, Knochen, Sehnen und Bänder vermeiden den regelmässigen Besuch beim Arzt, den wir nach dem Lesen der zwei Jahre alten Brigitte im Wartezimmer in noch schlechterer Verfassung wieder verlassen. Wandern macht uns fitter, leistungsfähiger und stärker. Ausserdem fordert sportliche Betätigung den Schlaf, und guter Schlaf fordert die Gesundheit massgeblich.


Doch nicht nur der Arzt steht auf der Streichliste: Auch Kohlsuppendiät, FDH («Friss die Hälfte»), Diät-Lippenstift (gibt's wirklich) oder Abnehmpillen aus Fernost brauchen Wanderer nicht mehr. 350 Kalorien pro Stunde, die beim leichten Wandern verschleudert werden, sollten der Haxe am Abend entgegenwirken. Geschweige denn Bergtouren, die mit ca. 550 Kalorien in der Stunde auch zwei Haxen plus Schokopudding mit Leichtigkeit egalisieren und Übergewicht effektiv vorbeugen.


Ganzheitliche Gesundheit ist ein Zusammenspiel von Körper und Seele. Und Wandern kümmert sich um beides wie ein echtes Multitasking-Talent. Sanfte Bewegung im Freien entspannt. Wunderschöne Aussichten und Anblicke entspannen. Die Stille der Natur entspannt. Es ist, als sei die Natur ein einziger Wellnesstempel. Allein die Farbe Grün, die Farbe der Natur, wirkt auf uns Menschen entspannend, löst Stress und hellt unsere Stimmung auf, auch wenn wir im Winter eher Grau und Weiss zu Gesicht bekommen. Und bevor jetzt alle Wintermuffel aufschreien: Sogar leichte bis mittlere Depression kann mit regelmässiger Bewegung präventiv und therapiebegleitend aufs Korn genommen werden. Winterdepression ist keine Ausrede mehr! Das Wundermittel Wandern, es kann den kognitiven Leistungsabbau im Alter sowie den altersbedingten Abbau von Nervengewebe verlangsamen und das geistige Leistungsvermögen steigern. Es kann die Therapie bei psychosomatischen Krankheiten, bei ADHS, ja sogar bei Krebserkrankungen und vielen anderen Krankheitsbildern effektiv unterstützen.


Wandern ist kostenlos und rezeptfrei zu haben. Risiken und Nebenwirkungen? Kaum vorhanden. Nicht mal Arzt oder Apotheker können da weiterhelfen. Unbedingt zu empfehlen.

24. August 2020

Zeltwandern heute

Adolf Mokrejs: Zeltwandern heute,
Bruckmann München, 1981
Text, zahlreiche Abbildungen und Strichzeichnungen vermitteln alles Wissenswerte über das Zeltwandern, das Wandern mit einem «transportablen Dach über dem Kopf»:

Ausrüstung – von Zelt-, Rucksack- und Schlafsackformen über Bekleidung und Geschirr bis zur Fotoausrüstung und Reiseapotheke

Physische und psychische Voraussetzungen – vom vorbereitenden Konditionstraining über Ernährungsweise und klimatische Belastungen bis zur Zusammensetzung der Wandergruppe
Leben in freier Natur – von der Routenplanung, dem Packsystem über Zeiteinteilung, Orientierung und Sicherung im unbekannten Gebiet bis zur Wahl und Behandlung des Zeltplatzes. (Klappentext)

2. Mai 2020

Nachwuchs am Rücken

Sachen gibt's! Da publiziere ich seit Monaten ausschliesslich Covers von gelesenen Büchern mitsamt ihren Klappentexten und ringe mich für einmal durch, über ein anderes Thema zu bloggen, meinen neusten Rucksack nämlich (siehe Post von gestern), da erwartet mich tags darauf ein Paket vom Münchner Rother Verlag, für den ich den Wanderführer «Rund um Zürich» verfasst habe, und der 2019 erfreulicherweise in zweiter Auflage erschienen ist. Und waseliwas zeigt sich mir nach dem Öffnen der Schachtel? – Ein Rucksack! Weshalb verschickt nun ein Wanderbuchverlag ausgerechnet in diesen wirtschaftlich eher düsteren Zeiten jedem seiner Autoren einen Rucksack? Und dies notabene, nachdem der Verlagsleiter kürzlich per E-Mail mitteilen musste, dass der Pandemie wegen, der Druck von Büchern vorübergehend eingestellt worden sei. Der Grund ist so simpel wie einleuchtend: Der Rother Verlag feiert heuer sein 100-Jahr-Jubiläum!

Der erste Deuter-Rucksack in meiner Sammlung von mehr als 25 Exemplaren ist nicht irgendeiner!


Im vergangenen Jahr wurde ich zudem zur geplanten Jubelfeier auf der Zugspitze von Mitte Mai in diesem Jahr eingeladen. Im März kam dann wegen der Corona-Krise die Absage des Verlages. Man werde die Feier indes im kommenden Herbst nachholen, schrieb der Verlagsleiter Klaus Wolfsperger. Ob es in diesem Jahr noch zu diesem Anlass kommen wird, wissen die Götter. Zu hoffen ist es allemal, denn über eine Zeitspanne von 100 Jahren erfolgreich einen Buchverlag zu betreiben, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr habe ich mich über diese Überraschung und den Nachwuchs für meinen Rücken aus Oberhaching bei München gefreut! Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zu 100 Jahre Rother Verlag!

Ein äusserst funktionelles Bijou, dieser TRAIL 26 von Deuter mit dem schön gestalteten Jubiläumslogo des Rother Verlags.

1. Mai 2020

Mein Arbeitstier am Rücken

Jede und jeder, der regelmässig draussen unterwegs ist, hat seine Lieblingsausrüstungsgegenstände. Einer davon ist für mich ein Rucksack der schwedischen Marke Fjällräven. «Abisko Friluft» nennt er sich. Und weil es ihn – löblich, löblich – in zwei verschiedenen Inhaltsgrössen, jedoch mit der jeweils gleichen Rückenlänge gibt, habe ich mir gleich beide Modelle angeschafft. Einmal in der 45-Liter-Version und zusätzlich in der 35-Liter-Ausgabe. Nebst dem für meinen Rücken optimalen Tragekomfort, besticht die Serie «Abisko Friluft» durch eine sehr gute Verarbeitungsqualität, einer wirklich genialen Fachaufteilung und -zugänglichkeit, sowie dem unwiderstehlichen Material «G 1000», bestehend aus einem Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester, das sich seit Jahrzehnten prima bewährt hat. Hinzu kommt, dass Fjällräven ebenfalls seit Jahren auf dieselben dezenten Farben setzt, was die Produkte zu zeitlosen Klassikern macht, die man einfach gernhaben muss. Als Beispiele seien hier auch jene zwei Fjällräven-Jacken erwähnt, die ich mittlerweile seit beinahe 30(!) Jahren regelmässig trage, tadellos zu gebrauchen und betreffend Schnitt und Farbgebung nach wie vor en vogue sind. Das nenne ich im wahrsten Sinn des Wortes eine nachhaltige Produktion, von der sich so manches andere Outdoor-Label ein schönes Stück abschneiden kann. «Tack så mycket, Fjällräven!»

Kein Schnickschnack, kein Bändel zuviel: Das Modell «Abisko Friluft» von Fjällräven ist so etwas von durchdacht und qualitativ hochstehend, dass einer wie der Schrittler einfach mal eine Lanze für diese Marke und insbesondere für dieses Produkt brechen muss. Heja!

13. April 2020

Neue Lawinenkunde

Werner Munter: Neue Lawinenkunde, SAC-
Verlag, Bern, 1992
Solange die Wissenschaft die lokale Schneebrettgefahr nicht mit der nötigen Genauigkeit vorhersagen kann, müssen wir Skifahrer die örtlich und zeitlich oft überraschend auftretende Gefahr selbständig und eigenverantwortlich beurteilen. Dabei sind wir auf unsere eigenen geistigen Fähigkeiten angewiesen … In der Praxis stellt sich somit die Frage, wie wir Bergsteiger unter Zeitdruck und mit primitiven Hilfsmitteln die Tragfähigkeit eines Hangs abschätzen können, die die Wissenschaft (noch) nicht messen und berechnen kann.

Wir müssen mit Hilfe von Faustregeln die grosse Zahl von Variablen und ihre schier unüberblickbaren Kombinationsmöglichkeiten auf einfache Alternativen reduzieren, die in den meisten Fällen richtige Ja/Nein-Entscheidungen erlauben … Ein Bergführer muss die Bildung und Umwandlung der Schneekristalle nicht bis in den Molekularbereich hinein kennen, um in kritischen Situationen richtig zu entscheiden …

Grundsätzlich darf die Lawinengefahr nie bloss auf Grund eines einzigen Kriteriums beurteilt werden, sondern alle vier Hauptfaktoren sind die ganzheitliche Risikoanalyse stets einzubeziehen: Mensch – Schneedecke – Wetter – Gelände … Trotz Beachtung aller massgebenden Faktoren hat jede Einschätzung der Lawinengefahr bloss den Rang einer Prognose mit der entsprechenden Irrtumswahrscheinlichkeit … (Klappentext)


26. März 2020

DAS Handbuch zu den Landeskarten der Schweiz

Martin Gurtner: Karten lesen, Verlag
Schweizer Alpenclub, Bern, 1995
Ein Lehr- und Lernbuch für Alpinisten und Wanderer, für Pfadfinder und Velofahrer, für Techniker und Militärs – kurz: Für alle, die in der Schweiz unterwegs sind und ihren Weg mit Hilfe der Landeskarten sicher ans Ziel finden wollen. Ein praktisches Handbuch mit Hintergrundinformationen über Geschichte und Herstellung der offiziellen Schweizer Karten, mit Hinweisen zum Selbsstudium und Detailinformationen für Lehrer und Kursleiter. (Klappentext)

1. Mai 2019

25% Survial, 75% Komfort

Schwedisch-honduranisches Joint-Venture:
Das Feuerstarterset der Firma «Light my Fire»
Die Bushcrafter dieses Planeten benutzen zum Feuermachen in aller Regel kein Feuerzeug. Statt dessen kommmt ein Gadget zum Einsatz, das aus zwei Teilen besteht: einem Feuerstab aus Magnesium und einem Metallteil. Mit letzterem wird kräftig über den Stab gestrichen, auf dass dieser Funken schlagen möge, die schliesslich das brennbare Material entfachen sollen. Der Couch-Bushcrafter, also ich, sieht sich diese Technik so lange auf Youtube an, bis er findet: Will ich auch. Flugs wallfahrtet er zum Outdoorshop seines Herzens und kauft sich nach kurzer Beratung ein Feuerstarterset, beinhaltend ein kleines, wachsdurchtränktes Bündel Holz aus Honduras(!?!) und besagte zwei Komponenten, made in Sweden.

Im Metallteil befindet sich sogar eine Signalpfeife, mit der ich, sollte das Feuermachen nicht gelingen, Alarm schlagen kann, in der Hoffnung, irgendein Wildnis-Pizzakurrier erhöre meinen Hilferuf und karre mir eine Calzone mitsamt Bier heran. So oder so, ich bin stolz auf meine heutige Erwerbung, denn, will ich dem Papier Glauben schenken, das das (Tropen?)holz umwickelt, so kann, Fehlmanipulation meinerseits vorbehalten, nun nichts mehr schief gehen:

«Swedish FireSteel 2.0 Scout – Zündet bei jedem Wetter, in jeder Höhe, dein Feuer. Verlässlich in grossen Höhen, bei kaltem Wetter – 2980°C (5400°F) heisse Zündfunken • Ausdauernd 3000 Zündungen • vielseitig einsetzbar – zündet alle Hölzer, Gasöfen und Grills • Funktioniert auch sicher im Nassen • Griff mit Not-/Signalpfeife • Sicher – deklariert als ungefährlich – zündet nicht selbständig.»

Dennoch und trotzdem: Ein oder zwei Feuerzeuge werde ich gleichwohl mitführen. Ich traue mir selber nicht so ganz. Der passende Song dazu: Light my Fire von den Doors.

31. März 2019

31.3.2019

Sommerzeit! Müde von den gestrigen 20 Kilometern, nutze ich den milden Frühlingstag für einen weiteren Materialtest. Nachdem ich endlich das hoffentlich richtige Zelt für die grosse Wanderung durch Deutschland gefunden und dieses vor einer Woche erfolgreich getestet habe, will ich heute herausfinden, ob und wie sich ein Vordach montieren lässt. Natürlich mag man jetzt einwenden, das richtige Zelt benötige doch nicht auch noch ein Vordach. Grundsätzlich stimmt ein solcher Einwand, doch die Sache ist nicht so einfach, wie sie auf Anhieb scheint.


Das Problem ist einmal mehr die Eier legende Wollmilchsau, die, wie hinlänglich bekannt sein dürfte, nicht existiert. Beginnen wir mit meinen Anforderungen an ein Zelt, das monatelang gebuckelt werden und jede Nacht als zuverlässige Unterkunft dienen soll: Leicht, geräumig und gut zu belüften muss es sein. Mit dem Carbon Reflex 2 von MSR habe ich nach meinem Dafürhalten gefunden, was den genannten Kriterien am nächsten kommt. Knapp 1 kg schwer, knapp Platz für 2 Personen oder bequem für mich 190-Mann, gute Ventilationsmöglichkeiten dank zwei Eingängen. Als Nachteile aufzuführen sind die relativ kleinen Absiden und die für meine Körpergrösse etwas zu niedrige Innenzelthöhe. Mit letzterem Nachteil werde ich leben können. Die kleinen Absiden jedoch werden bei Regenwetter, wenn es gilt im Trockenen zu kochen, nicht ausreichen.



Die Lösung des Problems: Mit einem ultraleichten Tarp-Poncho (220g), vier Abspannschnüren und vier Zeltnägeln (150g) baue ich ein Vorzelt. Dazu benötige ich die zwei Wanderstöcke, die ich so oder so mit dabei habe. Der Poncho wird mir natürlich auch als Poncho dienen. Unter diesem lässt sich auch der Rucksack unterbringen. Je nach Wettersituation und Gelände werde ich mit Regenhosen und Regenjacke wandern. Dann wird mir der Poncho ausschliesslich als Rucksackregenhülle dienen. – Mit dem Aufbauversuch von heute bin ich sehr zufrieden, wenn auch der Poncho nicht ganz im rechten Winkel zum Zelt zu liegen kam. Mit etwas Übung wird sich das bessern.


27. Januar 2019

Zu Fuss

Johann-Günther König: Zu Fuss, Reclam,
Stuttgart, 2013
Millionen Jahre nur zu Fuss und 1900 Jahre beinahe nur zu Fuss, ist der Mensch mittlerweile fas gar nicht mehr zu Fuss unterwegs. Das Zufussgehen, so scheint es, ist in unserem von der Allgegenwart mechanischer Transportmittel geprägten Alltag eine anachronistische Art der Fortbewegung, die nur noch dann gewählt wird, wenn das Geld knapp oder die zu überbrückende Distanz kurz ist, der Arzt es empfohlen hat oder eine Naturkatastrophe dazu zwingt.

Johann-Günther König widmet sich nach der «Geschichte des Automobils» in seinem neuen Buch dem Gehen und geht dafür weit in die Geschichte zurück. Er macht dabei den homo sapiens als Fussgänger kenntlich, dessen grosse Zeit womöglich kurz vor dem Wiedereintritt steht, denn: das Öl geht zur Neige. (Klappentext)

15. Januar 2019

Die Zeltfrage – eine endlose Geschichte

Beschäftige mich seit Monaten mit der optimalen Behausung für längere Solo-Wanderungen wie zum Beispiel mein aktuelles Projekt Nordetter. Nach langem Hin und Her und etlichen Tests, ob ein Ein- oder Zweipersonenzelt sinnvoller ist, habe ich mich für die Mitnahme eines leichten, stabilen und geräumigen Zeltes entschieden, das Platz für zwei Personen bietet. In meteorologisch gemässigten Zonen werde ich das 1500 Gramm leichte Copper Spur HV UL2 der amerikanischen Marke Big Agnes einsetzen. In klimatisch rauheren Gegenden kommt das Fjellheimen SL 2 des norwegischen Anbieters Helsport zum Zug. Diese Unterkunft in Tunnelbauform wiegt mit 1600 Gramm nur wenig mehr als das freistehende Copper Spur.


Das Copper Spur HV UL 2 von Big Agnes wiegt nur rund 1500 g


Weshalb nun ein Zweierzelt für eine Solowanderung? Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Einpersonenzelte für ein bis zwei Nächte durchaus in Ordnung sind, sich dann aber zunehmend die Nachteile dieser kleinen Behausungen bemerkbar machen. Zum einen ist da das Problem mit der Kondensation, insbesondere im Fussbereich. Leider sind die allermeisten Solozelte nicht gemacht für grössere Menschen. Ebenso berücksichtigen die Zeltdesigner in der Regel die heute zum Einsatz gelangenden Liegematten nicht. Diese sind bei weitem nicht mehr so dünn, wie dies vor 20 Jahren noch der Fall war. Das heisst, die Innenzelte sind grundsätzlich zu wenig hoch, vor allem im Fussbereich. Dies führt dazu, dass die Fussbox des Schlafsackes in den meisten Fällen die Zeltwände touchiert. Je nach Konstruktion nur die Stirnseite oder aber dann die eine und/oder die andere Seitenwand. Die Folge davon ist Kondensation und somit ein feuchter Schlafsack, was bei Daune spätestens nach zwei Nächten zum echten Problem werden kann. Selbst das Umwickeln des Fussteils mit einer atmungsaktiven Jacke funktioniert nicht immer einwandfrei.


Das Fjellheimen SL 2 von Helsport wiegt 1600 Gramm und ist allwettertauglich




Weitere Nachteile von Einmannzelten sind zudem die kleinen Absiden, so sie denn überhaupt als das bezeichnet werden können; der geringe Platz im Innenzelt, was das An- und Ausziehen zu Houdin'schen Verrenkungsübungen verkommen lässt. Je nach Anordnung des Eingangs kann der Ein- bzw. der Ausstieg zur mühsamen Prozedur werden, der in erster Linie durchtrainierte Schlangenmenschen gewachsen sind.


Den negativen Faktoren steht freilich ein grosses Plus von Solozelten gegenüber: Sie sind ungemein leicht. Die drei von mir getesteten Modelle wiegen 700 (Nordisk: Lofoten ULW 2), 830 (3F UL Gear: Lanshan 1) bzw. 1180 Gramm (Big Agnes: Fly Creek UL 1) – alle Modelle inkl. Heringen, Abspannschnüren und Zeltunterlagen. Wer sich indes auf eine mehrtägige, -wöchige, -monatige Wanderung begibt, will sich nicht mit all den negativen Aspekten von Einpersonenzelten abmühen, zumal er davon ausgehen muss, dass das Wetter auch mal für längere Zeit garstig sein kann.



Das Nordisk Lofoten ULW 2 wiegt nur 700 Gramm und ist mehr Biwaksack denn Zelt.




Die oben aufgeführten Zweierzelte habe ich also sehr bewusst gewählt, im fundierten Wissen darum, dass es mitunter Zelte dieser Kategorie gibt, die knapp mehr wiegen als ein Kilo. Geringes Gewicht bei genügend grossem Raumangebot schlägt sich jedoch unweigerlich negativ auf andere wichtige Kriterien nieder, die ein Zelt auf kurz oder lang erfüllten sollte: Reissfestigkeit des Materials, Wasserdichtigkeit und ganz wichtig: Windstabilität. Denn, was nützt mir ein super-ultraleichtes Zelt, wenn das Gestänge bereits im ersten Gewittersturm in die Brüche geht?


Nur 830 Gramm leicht aber mit viel Innenraum. Einziger Nachteil: Das Zelt verfügt lediglich über eine Aussenhaut.




Obschon ich natürlich lieber nur mit maximal einem Kilogramm Zeltmasse unterwegs wäre, muss ich mich mit den 400 bis 500 Gramm an Mehrgewicht abfinden. Daher ist nun etwas Fantasie und Redimensionierungswille angesagt, was die restliche Ausrüstung anbelangt. Was kann ich gänzlich zu Hause lassen, wo lässt sich allenfalls noch das eine oder andere Gramm einsparen, damit unter dem Strich, die Gesamtlast am Rücken möglichst tief gehalten und das Weitwanderprojekt zum Erfolg wird? Mehr davon in den nächsten Beiträgen.



Das Big Agnes Fly Creek UL 1 wiegt 1180 Gramm und ist für längere Unternehmungen ebenfalls zu klein.

2. Dezember 2018

Wo Mann sich bettet ...

Kleine Sonntagmorgenbeschäftigung derweil es draussen kübelartig schüttet: die Visualisierung meiner Biwakstandorte von 1982–2018 in der Schweiz und dem benachbarten Ausland. Es ergibt sich nicht nur ein interessantes Bild sondern auch die Idee, in den biwakmässig noch nie besuchten Kantonen einmal eine Nacht in freier Wildbahn zu verbringen.

Auf die Karte klicken um diese zu vergrössern.

7. November 2018

Wigald Bonings Bildungsauftrag

Wigald Boning: Im Zelt, Rowohlt,
Reinbek, 2016
Zelten – da denkt man an Sommerurlaub, romantische Abende am See, an Lagerfeuer, Luftmatratzen und Grillwürstchen. Vielleicht noch an Mücken. Was aber, wenn das Zelt zum Schlafplatz im Alltag wird? Und zwar über Herbst und Winter hinweg, bei Wind und Wetter, über 200 Nächte am Stück? Wigald Boning probiert es aus. Er sagt Matratze und Federbett ade und schläft draußen: auf Campingplätzen und in Flussbetten, auf Häuserdächern und Balkonen, am Strand und auf Parkbänken. Was er dabei erlebt und welcher Traum dabei in Erfüllung geht, erzählt er in diesem Buch. (Klappentext)

Wigald Boning bin ich zum ersten Mal in der Rate-Show «Genial daneben» begegnet. Was der Mann in seiner englisch angehauchten Aufmachung jeweils zum Besten gab, fand ich so glaubhaft und witzig zugleich, dass er problemlos in der Lage sein dürfte, einen Geophysiker davon zu überzeugen, die Erde sei eine Scheibe. Was nun der ex Oldenburger in seinem Buch «Im Zelt» vom Stapel lässt, ist topseriöse Outdoor-Comedy vom Feinsten. Sprachlich mit allen Wassern gewaschen, rhetorisch sowieso, mit Witz, Charme und stets einer Prise mitschwingender Nostalgie, die, kommt Boning auf die Ausrüstung zu sprechen, in brachiales Hightech-Geschwurble überschwappen kann, dass selbst einem Nerd wie mir, die Bauchfalten zu schwabbeln beginnen. Kurz: Selten hat mich ein Buch zum Outdoor-Thema derart amüsiert, wie jenes von Wigald Boning. Darüber hinaus erfüllt das Werk freilich auch einen Bildungsauftrag, denn die vom Autor gemachten und detailliert wiedergegebenen Erfahrungen, dürften den einen oder anderen Leser davor bewahren, gewisse Fehler gar nicht erst zu begehen. Unbedingt lesen!

31. Oktober 2018

Made in China – Folge 1

Mit der grassierenden Globalisierung ist es auch mir möglich, zum Direktimportör von Ware aus Fernost zu mutieren. Auf der Suche nach einem wintertauglichen Unterschlupf, habe ich mir gestern für schlappe 69 US-Dollar ein Vierjahres-Einmannzelt der mir bislang unbekannten Marke AricXi bestellt. Versandkosten inbegriffen, wohlverstanden.

Die Behausung erfüllt gemäss Website etliche meiner Anforderungen an ein Vierjahreszelt: Genügend grosse Liegelänge; ausreichende Höhe, damit ich im Innenzelt aufrecht sitzen kann; eine Apside, die genügend Raum für die Ausrüstung bietet; windtaugliche Aspannmöglichkeiten und zu guter Letzt: Ein Gewicht, dass den tragbaren Rahmen nicht sprengt.

Screenshot der Website von Aliexpress vom 29.10.2018

Das Zelt wiegt laut Herstellerangaben knapp 1500 Gramm. Errichtet wird es mit einem einzigen Trekkingstock und ein paar Heringen. Der Clou: Die doppelwandige Stoffhütte lässt sich auch als Schönwetterzelt im Sommer nutzen. Der Biwakör stellt zu diesem Zweck lediglich das Innenzelt auf und hat, dank dem Rundum-Moskitonetz, den Blick frei zu den Sternen.

Nun warte ich einmal ab, was mir die Post in den nächsten Tagen zustellt. Daher: Bitte dran bleiben, denn «Made in China» geht bereits am kommenden Wochenende in die zweite Runde. Geplant ist eine Zweitageswanderung mit Übernachtung in einem Zelt, das ich mir diesen Sommer ebenfalls in China bestellt habe. Mal schauen, ob ich in der 830 Gramm leichten Behausung eine Novembernacht überstehe. Mit von der Partie wird dann auch mein Outdoor-Handy der Marke «Blackview» sein. Ein über 350 Gramm schweres Teil, das in puncto Ausdauer sämtliche Rekorde zu schlagen scheint. Bis dann – nicht in China, so doch im Unterwallis!

18. Juni 2018

Anschwitzen, Backen, Dünsten

Wer sich mit der Beschaffung einer Ultraleichtausrüstung befasst, wird sich früher oder später Gedanken darüber machen, mit welchem Kochsystem er oder sie unterwegs sein möchte. Klein und sehr leicht sind heutzutage sowohl Benzin-, Gas- als auch Spirituskocher. Einer der Nachteile ist indes, dass das Brennmaterial jeweils mitgetragen werden muss, was der Ultraleichtigkeit eher zuwider läuft. Als Alternative dazu bieten sich sogenannte Hobokocher an. Hierbei handelt es sich um zusammenfalt- bzw. steckbare Titan- oder Edelstahlteile, die eine kleine, gut belüftete Feuerkammer aufweisen. Verpackt beanspruchen diese 70 bis 800 Gramm leichten Öfen kaum Platz im Rucksack. Je grösser der Kocher, desto leistungsfähiger ist er.

70 Gramm leicht ist dieser Hobokocher. Das kostenlose Brennmaterial liegt in Hülle und Fülle herum.


Gekocht wird in erster Linie mit mehr oder weniger dicken Ästchen, die sich in bewaldetem Gebiet zuhauf finden lassen. Bei einigen Modellen besteht zudem die Möglichkeit, den Spiritusbrenner von Trangia einzusetzen, was den Hobo auch in baumlosen Gegenden einsatzfähig macht.

Die deutsche Firma Bushcraft Essentials stellt seit einigen Jahren qualitativ hochwertige Hobokocher für die Outdoor-Gemeinde her. Ich habe mir neulich eines der Modelle gekauft. Auf einem Beipackzettel wurde ich auf ein Kochbuch aufmerksam gemacht, das voll und ganz auf das Zubereiten von Mahlzeiten mit dem Hobo zugeschnitten ist. Geschrieben hat es Johannes «Joe» Vogel, einer der renommiertesten Survivalexperten Deutschlands.

Johannes Vogel: Einfach draussen kochen mit
dem Hobo
, Pietsch Verlag, Stuttgart, 2017
Das «Einfach draussen kochen mit dem Hobo» ist in Zusammenarbeit mit Bushcraft Essentials entstanden und ist weit mehr als ein handelsübliches Kochbuch. Es vermittelt einerseits die Grundlagen im Umgang mit dem Hobo und andererseits die verschiedenen Zubereitungsarten: Kochen, Blanchieren, Dämpfen, Anschwitzen, Frittieren, Braten, Rösten, Backen, Grillen, Dünsten und Schmoren. Die Aufzählung verdeutlicht, wozu ein Holzkocher in der Lage ist, sofern man die Technik beherrscht. Wie der Hobo zu befeuern ist, fehlt in diesem Buch daher ebenso wenig, wie eine kleine Material- und Lebensmittelkunde.

Das schön gestaltete, mit zahlreichen Fotos versehene und in verständlicher Sprache verfasste Buch beinhaltet 69 Rezepte, die eine breite Palette abdecken. Von der Rösti über Gnocchi, Schupfnudeln, Pizza und Bierteig über Wildspinat, Distelherzen, frittierte Fische, gekochte Flusskrebse bis hin zu Saltimbocca, Gulasch, Dal Bhat, Jambalaya, Brownies, Griessbrei, Sauce Hollandaise, Auberginendip und Schokoladensauce, lässt das Werk kaum Wünsche offen. Ergänzt werden die Rezepte durch eine bebilderte Liste der wichtigsten essbaren Pflanzen, Zutatentabellen und Rezeptkombinationen. Selbstverständlich ist Joe Vogels Kochbuch auch mit andern Kochern und sogar am heimischen Herd zu gebrauchen.


29. August 2017

Korrigendum

Das neue Setup: das Duffle liegt nun perfekt auf dem Wagen.

Im Beitrag vom 25. August habe ich meinen Wanderwagen mitsamt Beladung vorgestellt. In der Zwischenzeit hat es eine erste Optimierung gegeben. Ich habe die Streben des Wagens nun so eingestellt, dass 1. die Achslast nicht mehr so weit hinten ist und 2. die seitlichen Kompressionsriemen des Packsacks auf der Innenseite der Querstreben zu liegen kommen. Somit kann das Duffle mit lediglich 4 Zurrgurten sowohl gegen seitliches als auch gegen stirnseitiges Wegrutschen gesichert werden. Gleichzeitig ist der volle Zugang zum Hauptfach und zum Nebenfach zu 100 % gewährleistet. Genial!

Im Gegensatz zur ersten Befestigungslösung sind nun stirnseitig keine Riemen mer notwendig, die das Gepäck vor dem Verrutschen sichern.

Auf der Suche nach einer geeigneten Diebstahlsicherung bin ich nicht etwa im Outdoorladen sondern im Baumarkt fündig geworden. Ein mit transparentem Kunstoff ummanteltes Stahlkabel von 2 Metern länge und ein 4-stelliges Zahlenschloss lassen das Gefährt mitsamt Duffle und den zwei Rädern soweit sichern, dass es z.B. an einer Stange befestigt werden kann. Freudig nahm ich zudem das Gewicht der Lösung zur Kenntnis: 220 Gramm!

Jetzt könnte es eigentlich losgehen!