Posts mit dem Label GB werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label GB werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

7. Februar 2026

Der Neue

Anne Fine: Der Neue, Diogenes,
Zürich, 1992
Es ist Abneigung auf den ersten Blick. Kitty sieht ihn, hasst ihn und nennt ihn fortan nur noch «Glubschauge». Was immer er auch tut, um mit ihr in Kontakt zu kommen, Kitty bleibt ihrer Abneigung treu. Sie lässt welke Efeublätter in sein Glas rieseln, versteckt seine Bücher und beschreibt ihn in ihrem Schulaufsatz unter dem Thema «Was ich am meisten hasse». Kitty nervt, so gut sie kann. Aber «Glubschauge» quittiert alles mit unendlicher Geduld und riesigen Schachteln mit Pfefferminztalern. Nur die andauernde Erwähnung von Simon, seinem Vorgänger, macht ihn allmählich nervös – denn schliesslich ist er der neue Liebhaber von Kittys Mutter. (Klappentext)

23. Januar 2026

Heisses Geld

Gwendoline Butler: Heisses Geld,
Diogenes, Zürich, 1999
Brütende Hitze über London II, dem Stadtteil auf dem Gebiet der alten Docklands. Doch mehr noch als die Hitze bringt der plötzliche Tod zweier Kollegen Polizeichef John Coffin ins Schwitzen. Daneben gibt es schon länger Mutmassungen über gross angelegte Geldwäscherei in seinem Distrikt, und nun soll und will Coffin der üblen Angelegenheit auf den Grund gehen. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den toten Polizisten und den illegalen Finanztransaktionen? Es folgen weitere blutige Verbrechen, bis es Coffin auf ungewöhnliche Art gelingt, den Fall zu lösen.

Mit John Coffin betritt ein neuer Reihenheld die Bühne des literarischen Thrillers, ein ebenso fabelhafter Polizist wie Ehemann. Gwendoline Butlers Meisterschaft besteht darin, einen spannungsreichen Plot mit der einfühlsamen Beschreibung ihrer Charaktere und einer atmosphärisch dichten Schilderung des Schauplatzes zu verbinden - ein glänzend komponiertes und rundum fesselndes Buch.
(Klappentext)

GB: London

3. Dezember 2025

Alljährlich im Frühjahr …

Simone Müller: «Alljährlich im Frühjahr
schwärmen unsere jungen Mädchen
nach England», Limmat, Zürich, 2017
In der Zwischenkriegszeit gingen sie zu Hunderten, in den späten Vierziger- und Fünfzigerjahren zu Tausenden. Sie hiessen Emma, Bertha oder Marie und kamen aus Wilderswil, Urnäsch oder Bellinzona. Sie arbeiteten als Hausangestellte, Kindermädchen oder Gesellschafterinnen in Liverpool oder London und auf Landgütern von Adligen.

Sie gingen, obwohl die Medien warnten: vor dem britischen Wetter, vor dem englischen Klassendünkel, vor unerwünschten Schwangerschaften. Ein Massenexodus von Frauen, wie er in der Schweizergeschichte wohl kein zweites Mal vorkam. Und wenn sie in England geblieben sind, dann fast immer deshalb, weil genau das passierte, wovor sie so eindringlich gewarnt worden sind: Sie verliebten sich, wurden schwanger, haben geheiratet.

Simone Müller erzählt elf beispielhafte Lebensgeschichten dieser Frauen, die heute fast ganz aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden sind. Und sie erzählt auch von einer der grössten Repatriierungsaktionen der Schweiz, als fast tausend Frauen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zurückgeholt wurden.
(Klappentext)

4. Mai 2025

Das Gespenst von Canterville

Oscar Wilde: Das Gespenst von Canterville,
Reclam Junior, Stuttgart 1970
Das Gespenst von Canterville nimmt seine Pflichten sehr ernst: Schlossbewohnern und Gästen muss zuweilen der Schlaf geraubt werden. Wozu trägt man sonst die schweren Ketten? Die Opfer müssen ja nicht gleich, wie einst Lady Stutfield, den Verstand verlieren. Als der amerikanische Gesandte Mr Otis das englische Anwesen kauft und mit Frau und Töchtern einzieht, ist der Schlossgeist not amused. Und es kommt noch schlimmer: Der unerschütterliche Materialismus und die Respektlosigkeit der Yankees stürzen ihn in eine veritable Sinnkrise. Was tun, wenn man mit ganzer Kraft und in bewährter Qualität spukt, aber nur Gelächter erntet? Oder, noch schlimmer, von zwei vorlauten Mädchen mit Kissen beworfen wird? Noch nie, kein einziges Mal in seiner dreihundert Jahre langen Karriere, hat man das Gespenst derart beleidigt …

1. Mai 2025

Die neununddreissig Stufen

John Buchan: Die neununddreissig 
Stufen, Diogenes, Zürich, 1975
Seit drei Monaten weilt Richard Hannay in London. Die Grossstadt kommt ihm fade und beengend vor, und er sehnt sich nach der unermesslichen Weite und wilden Schönheit seiner afrikanischen Heimat. Da läuft ihm Franklin P. Scudder über den Weg, ein amerikanischer Agent, der ihn um Hilfe bittet und ihm eine völlig verrückte Geschichte erzählt. Als Hannay noch abwägt, wieviel er davon für bare Münze nehmen kann, findet er seinen Gast tot, mit einem Messer auf den Fussboden genagelt. (Klappentext)

8. April 2025

Schwarze Hunde

Ian McEwan: Schwarze Hunde
Diogenes, Zürich, 1994
Ein englisches Paar auf der Hochzeitsreise: Inmitten der Naturschönheiten Südfrankreichs begegnen June zwei grässliche Hunde, die sie nie mehr vergessen wird. Bernard kann ihre aufgewühlten Gefühle nicht verstehen. Die Wege der Jungvermählten beginnen sich zu trennen …

McEwan, der Erkunder der dunklen Seite des Menschen, umkreist in «Schwarze Hunde» das Abgründige mit einer an Conrad erinnernden Meisterschaft. (Klappentext)

20. Januar 2024

Pawlowa

Brian Sewell: Pawlowa, Insel Verlag,
Berlin, 2019
Die bezaubernde Geschichte eines Mannes, der alles stehen und liegen lässt, um eine junge Eselin zu retten.

Auf einer Reise in Pakistan sieht Mr B, ein britischer Gentleman, eine kleine Eselin: Ihr Rücken ist vollbepackt, ihre dünnen Beine zittern unter der schweren Last. Kurzerhand springt Mr B aus dem Wagen, fest entschlossen, sich um das Tier zu kümmern und es mit nach Hause zu nehmen. Das einzige Problem: Sein Zuhause liegt in London und eine Eselin kann nicht im Flugzeug reisen. Also begeben sich Mr Bund Pawlowa, wie er die Eselin von nun an nennt, auf eine lange Reise durch den Nahen Osten bis nach Europa – zu Fuss …

Ein wunderbares Geschenkbuch über Freundschaft und die farbenprächtige Vielfalt der Welt – für alle Reisenden und Fernwehleidenden, für alle Liebhaber von Eseln, von englischen Gentlemen und Geschichten, die man sein Leben lang mit sich trägt – so elegant, augenzwinkernd und charmant geschrieben, wie es nur die Briten können.
(Inhaltsangabe im Buch)

30. Juni 2023

Eine Frage der Zeit

Alex Capus: Eine Frage der Zeit, btb,
München, 2009
Drei norddeutsche Werftarbeiter werden 1913 von Kaiser Wilhelm II. beauftragt, ein Dampfschiff in seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche unterstreichen. Die drei Männer fahren nach Deutsch-Ostafrika mit der Aussicht auf guten Verdienst, lassen sich bezaubern von der exotischen Kulisse und der schönen Gouverneurin, geraten aber rasch in das gewalttätige Räderwerk des Kolonialismus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Zur gleichen Zeit beauftragt Winston Churchill den exzentrischen, aber liebenswerten Oberleutnant Spicer Simson, zwei Kanonenboote über Land durch halb Afrika an den Tanganikasee zu schleppen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, liegen sich Deutsche und Briten an seinen Ufern gegenüber. Keiner will, aber jeder muss Krieg führen vor der pittoresken Kulisse des tropischen Sees. Alle sind sie Gefangene der Zeit, in der sie leben, und jeder hat seine eigene Art, damit fertig zu werden. (Inhaltsangabe im Buch)

8. August 2022

Die Studentin

Christian Schünemann: Die Studentin,
Diogenes, Zürich, 2009
Der Alptraum eines jeden Starfrisörs: Kurz bevor die Show der weltweit besten Frisöre in London beginnt, fällt das Supermodel aus. Tomas Prinz weiss sich zu helfen. Kurzerhand engagiert er Rosemarie, das englische Au-pair-Mädchen, das bereitsteht, um ihn nach München zu begleiten. Dort wird sie in der Familie seiner Schwester Regula erwartet. Zuvor aber muss sie Prinz mit einer ganz besonderen Qualität aushelfen: ihren wunderschönen roten Haaren.

Rosemarie ihrerseits führt ihn ins Münchner Uni-Milieu ein, in dem Prinz herumstreunt wie ein neugieriger Tourist. Von den akademischen Debatten versteht er wenig, aber die menschlichen Abgründe – Intrigen und Karrierepläne – erfasst er auf den ersten Blick. Und prompt hat er einen neuen Fall am Hals. Wo die Polizei mühsam Fakten zusammenträgt, braucht sein visuell geschultes Auge Sekunden, um kriminelle Zusammenhänge zu erkennen.
(Klappentext)

D: München (Hauptschauplatz) GB: London

6. November 2021

Mit Volldampf nach Festiniog

Hansrudolf Schwabe: Mit Volldampf nach
Festiniog, Pharos, Basel, 1978
Die Festiniog-Bahn (Festiniog Railway, Rheilfford Ffestiniog) in Nord-Wales, eine der ältesten Schmalspurbahnen der Welt, führt vom Meerhafen Porthmadog 20 km weit nach Tan-y-Grisiau ins Waliser Schieferminengebiet hinauf. Der Ausbau der ursprünglichen Strecke nach Blaneau Ffestiniog ist in Arbeit. Die Bahn mit der Spurweite von 1 Fuss 11½ Zoll (rund 60 cm) wurde 1832 gegründet, 1836 eröffnet und seit 1863 mit Dampflokomotiven befahren. Seit 1954 ist der Wiederaufbau durch jugendliche Freiwillige im Gang. Unser Buch beschreibt ihn in der Geschichte des Heizers und Lokführers Tom und seiner Kollegen. Ist es ein Jugendbuch oder ein Eisenbahnbuch? Wir möchten sagen: beides! Es ist allen jungen und junggebliebenen Eisenbahnfreunden gewidmet.

Hansrudolf Schwabe, der Verfasser dieses Buches, ist von Beruf Verleger, Buchhändler und Druckereibesitzer in Basel. Daneben ist er begeisterter Eisenbahnfreund und hat schon mehrere Bücher über seine Vorliebe geschrieben. 1942: Die Sissach–Gelterkinden-Bahn. 1948: Der Staatsbetrieb der Schweizer Eisenbahnen. 1954: Die Entwicklung der schweizerischen Rheinschifffahrt. 1954: Die Basler Rheinhäfen. 1974: Schweizer Bahnen damals – neue Folge. 1978: Lokomotivmodelle unter Dampf. Die Festiniog-Bahn hat ihn vor allem wegen des grossen Aufbauwerkes durch junge Volontäre fasziniert. (Klappentext)

Moors Fazit: Ich habe das Buch zu Beginn der 1980er-Jahre gelesen und war von dieser Bahn so begeistert, dass ich 1987, anlässlich einer viermonatigen Fahrradtour von der Schweiz nach Irland und zurück, in Porthmadoc Halt machte und die Strecke nach Blaneau Ffestiniog mit dem romantischen Züglein befuhr.

26. März 2021

Im Land der Schotten

Christian E. Hannig: Im Land der Schotten,
Frederking & Thaler, München, 1999
Schottland – Land der Moore, Lochs und Glens, der verwunschenen Schlösser und Burgen, der Stürme und aufgewühlten Meere, des Dudelsacks und der Clans, aber auch der blutigen Kriege zwischen englischer Krone und schottischem Freiheitsdrang. 4000 Kilometer radelt Hannig über Gretna Green, Edinburgh, die Highlands, die Orkney-Inseln und Hebriden bis nach Glasgow und erlebt eine Fülle von Begegnungen und Abenteuern. Sein Bericht lässt Liebe zu diesem an Naturschönheiten reichen Land und seinen gastfreundlichen Bewohnern entstehen. (Klappentext)

20. November 2020

Die Kristallkrähe

Joan Aiken: Die Kristallkrähe, Diogenes,
Zürich, 1974 (Sonderausgabe von 2009)
Kleine alltägliche Schrecknisse steigern sich in der «Kristallkrähe» über grosse Verwirrungen zu einem finsteren Ende. Da ist die junge Schriftstellerin, die mit ihrer entsetzlich eifersüchtigen Freundin zusammenlebt, die Ärztin und ihr Bruder, dem sie eine tödliche Krankheit bescheinigt, dazu kommen diverse Schizophrene und Depressive und – ein entlaufener Leopard. (Klappentext)

Moors Fazit: Was nach einer temporeichen Geschichte klingt, ist in Tat und Wahrheit ein langfädiger Plot, in dem eine Belanglosigkeit auf die andere folgt. Das Beste sind freilich die Beschreibungen des Schauplatzes im schönen Cornwall.

GB: London, Cornwall

1. November 2020

Schottlandreise

Henry Vollam Morton: Schottlandreise, Societäts-
Verlag, Frankfurt/Main, 1979
Ein Engländer bricht zur Reise nach Schottland auf. Ein paar hundert Kilometer sind es von London nach Edinburgh, aber schon an der Grenze weiss er: Schottland ist Ausland. Ob in der geschichtsschweren Stadt Edinburgh, ob im industrialisierten Glasgow, in den Bergen der Highlands, in den Küstenstädten mit dem silbernen Sand oder auf den nördlichen Inseln, dem Endpunkt unserer Welt, Schottland ist eine Daseinsform. Die Fusion der beiden Schwesternationen, von den Geschichtswissenschaftlern auf das Jahr 1603 festgelegt, hat in Wirklichkeit nie stattgefunden. Schottlands Geister und Gespenster und auch die Menschen des 20. Jahrhunderts haben das nicht zugelassen.

Morton gehört einer Generation an, dessen Reiseschriftsteller die Welt nicht nach «erledigten» Kilometern gemessen haben. Wenn er im Auto sitzt, lässt er sich in Wirklichkeit auf den Flügeln des Pegasus davontragen. Er nimmt sich Zeit, zu sehen, und er lässt die Eindrücke zu einem seltsamen Panorama der Empfindungen werden. Dieser erstaunliche Mann mit einem sehr einmaligen Gedächtnis lebt auf vertrautem Fuss mit der Vergangenheit. Er bittet den Leser zum Diner mit Maria Stuart, holt ihn ins Schattenreich der unglückseligen Stuart-Könige, führt ihn auf den romantischen Pfaden des schottischen Nationaldichters Sir Walter Scott und lässt ihn regungslos verharren, wenn die Gespenster der Vergangenheit die Hand nach ihm ausstrecken. Morton auf seiner Schottland-Reise zu folgen, heisst, untertauchen in eine fremde Welt, die sich in ihrer wilden Art dem Strom der Zeit widersetzt.
(Klappentext)

Dieses Buch kann im Antiquariat der Edition Wanderwerk käuflich erworben werden (Rubrik «Diverse»).

20. September 2020

Schottland

Diverse Autoren: Merian – Schottland,
Hoffmann & Campe, Hamburg, Heft 4/XXXII
Das alte Wappen des Königreichs Schottland mit den bedeutungsvollen Initialen J R S, Jacobus Rex Scotiae, wurde zur «Antiquität», seit im Jahre 1707 Schottlands Eigenstaatlichkeit im Vereinigten Königreich Grossbritannien unterging. Doch der Traum von Unabhängigkeit bewegt noch immer viele Schotten – und nicht allein in den Fussball- und Rugby-Stadien.

Nüchtern und romantisch, ein Land mit zwei Seelen, so sieht Allan Massie seine Heimat, die unter einem ständigwechselnden Himmel spektakuläre Landschaften, aber auch mächtige Industrien und Supertechnik aufzuweisen hat. Seine Gesamtschau reflektiert zugleich schottische Wesensart.

Ein Croft ist ein Stück Ackerland, bis zu 30 Hektar gross. Und der darauf wirtschaftet, ist ein Crofter. Ein Kleinbauer also, der ein mühsames Leben führt, meilenweit entfernt von aller Schottenrockromantik: Und doch, die Crofter sind die echten Hochländer.

«Der schwarze Regen wird alles verzehren» prophezeite Brahan der Seher im 1. Jahrhundert. Ob er die Ölfunde in der Nordsee gemeint hat, die dem Land zwar Arbeitsplätze, aber auch etliche Probleme beschert haben?

Great Houses nennt man die Schlösser und feudalen Landsitze, in denen sich das künstlerische Ingenium des Landes am sichtbarsten manifestierte: eine Architektur von hohem, europäischem Rang. Heute erfordern sie hohe Aufwendungen. Fast alle sind deshalb – gegen gutes Geld – zu besichtigen.

The Queen's Highland Servant namens John Brown ist aus dem Leben von Queen Victoria nicht wegzudenken. «Beloved friend» nannte sie ihn auf seinem Grabstein. Aber gerade weil dieser schlichte Hochländer «der einzige war, der der Königin widersprechen konnte», wurde über ihn getuschelt. Wie sah die Wahrheit aus?

Der Laird vom Hügel des heiligen Zweigs – so müsste man den Namen eines schottischen Lairds (Lords) aus der Gegend von Perth übersetzen. Unter den Exzentrikern und Individualisten seines Standes nimmt er zweifellos einen ersten Rang ein. Roland HilI besuchte ihn auf seinem Familiensitz.

Scapa Flow ist für Briten wie Deutsche ein geschichtsträchtiger Name: Als am 21. Juni 1919 die einstige kaiserliche deutsche Flotte sich hier selbst versenkte, glitten innerhalb weniger Stunden 67 Kriegschiffe mit über einer halben Million Tonnen Wasserverdrängung auf den Grund der Bucht. Zwanzig Jahre später folgte ihnen die «Royal Oak».
(Kommentiertes Inhaltsverzeichnis anstelle eines Vorworts)

2. September 2020

Allmen und der rosa Diamant

Martin Suter: Allmen und der rosa
Diamant, Diogenes, Zürich, 2011
Ein äusserst wertvoller rosa Diamant ist verschwunden und ebenso ein mysteriöser Russe mit Wohnsitz in der Schweiz, der verdächtigt wird, ihn entwendet zu haben. Das Duo Allmen/Carlos soll ihn ausfindig machen. Die Spur führt von London über diverse schäbige Zürcher Aussenquartiere zu einem Grandhotel im deutschen Ostseebad Heiligendamm und zurück zum Gärtnerhaus der Villa Schwarzacker. Wo es bald sehr ungemütlich wird … (Klappentext)

«Johann Friedrich von Allmen ist eine wohltuende Abwechslung zu den vielen heruntergekommenen, einsamen und ein wenig schmierigen Ermittlern der meisten Krimis. Allmen ist elegant, kultiviert, bedächtig, aber nie langweilig und immer ein bisschen ironisch. Eine gute Mischung, die diesen leisen, entspannten Krimis ihre besondere Note verleiht.» Cathrin Brackmann, Westdeutscher Rundfunk, Köln

ZH: Stadt Zürich und Umgebung GB: London

Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Kriminalromane»).

23. August 2020

Turn right at Land's End

John Merrill: Turn Right at Land's End: Penguin
Books, Harmondsworth, 1981
In ten months and 7000 miles John Merrill walked from St Paul's Cathedral around the entire British coastline. He was the first person to complete this unique walk. On the way he fractured a foot, raised £40,000 for the blind, averaged 26 miles a day humping 60 pounds of equipment on his back, ate 1511 bars of chocolate, wore out 33 pairs of socks and found a wife!

His account of his travels, his delight in historical bu ildings and country life and his notes on all manner of flora and fauna – from bluebell and poppy to dolphin and golden eagle – make this book a journey of excitement and discovery: an unusual glimpse into the many remote and unspoilt corners of this sceptred isle.
(Klappentext)

John Merrill, from London, England, is a marathon walker, a profession which he can be said to have created,[citation needed] and of which he remains a leading, if not the only, member. He attended Westbourne School in Sheffield, Grosvenor House School in Harrogate, Wennington School in Wetherby Yorkshire between 1955-61. He is active in two areas: firstly undertaking extremely long walks, and secondly publishing books about walking, dealing with both his experiences and describing routes for readers to follow. In January 2003, he was made an Honorary Master of Derby University, for his walking and writing. He also lectures extensively about walking. By 2016 he has walked more than 217,000 miles (349,000 kilometres), worn out 129 pairs of boots, over 1,500 pairs of socks and 47 rucksacks. A keen skier both downhill and cross country; a cyclist and Qigong teacher. In all Merrill has calculated that he walked over 217,000 miles (349,000 km) between 1969 and 2010, raising over £756,000 in charity sponsorship.

Some of his main walks
  • Hebridean Journey - 1,003 miles (1,614 km).
  • Northern Isles Journey - 913 miles (1,469 km).
  • Irish Island Journey - 1,578 miles (2,540 km).
  • Parkland Journey - 2,043 miles (3,288 km).
  • Land's End to John o' Groats - 1,608 miles (2,588 km).
  • First walk around entire British coastline - 7,000 miles (11,000 km)
  • Across America - coast to coast 4,260 miles (6,860 km)
  • Appalachian trail 2,500 miles (4,000 km)
  • Pacific crest trail 2,800 miles (4,500 km)
  • Continental divide 4,500 miles (7,200 km)
  • Buckeye trail, first thru hike, 1,300 miles (2,100 km)
  • Across Europe - Holland, Belgium, France, Switzerland - the Alps end to end to Nice - then round the Mediterrean to Spain and across the Pyrenees to Hendaye - 107 days, 3,000 miles with 600,000 feet of ascent.
  • Le Puy to Santiago 1,100 miles (1,800 km)
  • Seville to Santiago 750 miles (1,210 km)
  • Laos, Algarve via Fatima to Santiago 650 miles (1,050 km)
  • East of England Heritage Route - 450 miles (720 km)
  • Entire coastline of Great Britain - 6,824 miles (10,982 km) - first ever undertaking.
  • St. Olav's Way - Norway 420 miles, from Oslo to Trondheim.
  • First crossing of the Jotunheimen mountains and glaciers over a month. Crossed 28 glaciers and climbed all the highest peaks.
  • Hong Kong - 400 miles - walked all the trails on the islands.
  • Himalayas - Alpine style route to Everest Base Camp & Cho Oyu; Around Annapurna and to Annapurna base camp; the Lantang Valley; Kashmir & Ladakh.
  • All the trails and mountains in New Mexico - 2,000 miles.
  • Chesapeake and Ohio Canal 0– 230 miles.
  • The Cathars Way - 200 miles
  • The Bon Hommmes Way - 220 miles
  • Pilgrimage to St.Gillies du Gard - 180 miles
Merrill is author of more than 430 walking guides which he prints and publishes himself, and his book sales are in excess of 4 million. His best known work is possibly ‘Turn Right at Land’s End’ about his walk around Britain’s coastline. He has created many long distance walks including The Limey Way, The Peakland Way, and Jennifer's Challenge Walk and more than 50 Day Challenge walks which have been used to raise more than £1 million for different charities. He has also written about non-walking matters such as Sir Joseph Paxton and other famous Derbyshire figures.

Merrill has an idiosyncratic methodology which involves never taking breaks during a day’s walk, carrying no water, travelling unaccompanied and walking thirty miles a day and more at a constant rate of three miles per hour. He has suggested that the limit of endurance is approximately 200 miles per week. He claims on his website that "you need to walk 500 miles (800 km) before you are settled into the task and have comfy feet. After 1,000 miles (1,600 km) you are really adjusted and by 1,500 miles (2,400 km) you can push yourself relentlessly. By 2,000 miles (3,200 km) of continuous walking you are at your peak performance, but after 2,500 miles (4,000 km) you are physically declining".

27. Februar 2020

Die besten Pater-Brown-Geschichten

Gilbert Keith Chesterton: Die besten Pater-
Brown-Geschichten, Reclam, Stuttgart,
1993
Pater Brown, ein unscheinbarer und nach aussen naiv wirkender Priester, kann durch seine geniale Kombinationsgabe in all den erzählten Geschichten zur Lösung von Verbrechensfällen führen. Er betrachtet dabei die Motive aller Beteiligten und kommt so zu einem Ergebnis. Ihm ist weniger die kriminalistische Seite wichtig, sondern viel mehr das Seelenheil der Menschen.

Die Pater-Brown-Geschichten folgen direkt auf den Pfaden der Sherlock Holmes-Geschichten von Doyle. Hier jedoch kommt die Hauptfigur nicht durch Spurenanalyse, sondern vielmehr durch psychologisches Einfühlungsvermögen auf den/die Täter. Das Prinzip ist bei allen Geschichten sehr ähnlich: Pater Brown kommt zufällig an den Verbrechensort – alle Beteiligten erzählen die Situation aus ihrer Sicht – der Pater hat nach kurzem Nachdenken sofort die Lösung parat. Der Leser wird nicht an diesen Gedanken beteiligt, sondern am Ende wird eine überraschende Lösung präsentiert.

19. Dezember 2019

Am Schattenberg

Otto Zumoberhaus: Am Schattenberg,
Rotpunktverlag, Zürich, 2009
«Im blauen Dunst der Toscanistumpen und Tabakpfeifen hockten die Männer an den Tischen, mampften Käse und Roggenbrot oder sogen an ihren Stumpen. Die jüngeren standen mit Glas und Schpys in der Hand zusammen, liessen sich vom Kirchenvogt aus der Zinnkanne Wein nachgiessen und redeten, kauend und sürpfelnd, immer lauter durcheinander. Als aber Christen den Saal betrat, ebbte das Gerede ab und ging in unverständliches Gemurmel über. Schliesslich machte sich betretenes Schweigen breit.»

Familienepos, Sittenroman, erzählte Zeitgeschichte: All dies vereint das Romandebüt des Walliser Autors Otto Zumoberhaus. Am Anfang dieser Geschichte eines Bergdorfs steht eine Sünde, die den jungen Christian Zenthelen und seine Frau auf eine harte Probe stellt und die Menschen am Schattenberg nachhaltig aufwühlt. Aber Christian, von den Leuten «der Rotbart-Chrischti» genannt, wehrt sich gegen die Schicksalsschläge, die falsche Frömmigkeit der Dorfgemeinschaft und die mächtige Patrizierfamilie. Beharrlich geht er seinen Weg und sorgt für den Weiterbestand seines Namens. Doch nicht nur das Archaische, sondern auch die Moderne setzt der Familie zu. Und so ist dieser Generationenroman ebenfalls eine Geschichte über Industrialisierung, Migration, Krieg, Eisenbahnbau und das Bröckeln alter Mächte. Während der Autor den Bogen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart spannt, spürt er den Verschränkungen von grosser und kleiner Geschichte nach. Denn im Mikrokosmos des Schattenbergs und seiner theaterverrückten Leute widerspiegelt sich immer auch das Weltgeschehen.
(Klappentext)

VS: Gegend um Raron, Turtig, Bürchen, Eischoll, Unterbäch (Hauptschauplatz); Visp, Sion, Martigny, Gletsch, Brig, Salgesch F: Paris, Cannes GB: London I: Rom

3. Dezember 2019

Der Salzpfad

Raynor Winn: Der Salzpfad, Dumont,
Ostfildern, 2019
Raynor und Moth, seit 32 Jahren ein Paar, verlieren durch zwei Schicksalsschläge in kürzester Zeit beinahe alle. Sie geben ihre Farm in Wales auf und machen sich, nur mit dem Allernötigsten ausgerüstet, auf den Weg zu einer rund 1000 Kilometer langen Wanderung auf dem längsten und wildesten Küstenweg Englands, dem South West Coast Path. Von Sommerset über Devon und vornwall nach Dorset, mit einem Budget von nur 50 Euro pro Woche. Bei ihrem Abenteuer, das als spontane – in den Augen ihrer Kinder komplett verrückte – Idee begann, finden sie ungeahnten Reichtum an den überraschendsten Orten; in der morgendlichen Tasse Tee vor dem Zelt, in der Stille der kleinsten Kirche Englands in Culbone, im wilden Heidekraut am Wegesrand, im Flug eines Wanderfalken, beim Schwimmen im Mondlicht und im Salz der Küstenluft, das ihnen zum vertrauten Begleiter wird. Und schliesslich finden sie sogar ein neues Zuhause, dort, wo sie es am wenigsten erwartet hätten. (Klappentext)

Moors Fazit: Die unzertrennlichen Raynor und Moth beweisen nach ihrem doppelten Schicksalsschlag, wie eine Weitwanderung zwei Menschen moralisch, materiell und gesundheitlich über Wasser halten kann. Und wie sich ihre Situation, obdachlos zu sein, buchstäblich im letzten Moment und innert kürzerster Zeit änderte, passt ins Ensemble dieser spannend erzählten Geschichte. 

7. September 2019

Die Eiswand

Christopher Burns, Die Eiswand,
Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin, 1992
Seit ihrer Kindheit sind der Schweizer Hansi Kirchner und der Engländer Ernest Tinnion die besten Freunde. 1936 wollen sie gemeinsam als erste eine als unbezwingbar geltende Nordwand in den Alpen durchsteigen. Ernest ist mit seiner Geliebten Jean in eine kleine Pension am Fusse des Berges gekommen. Jean versucht, ihn von der Klettertour abzuhalten, aber die Zeit drängt: Ein italienisches Team bereitet sich ebenfalls auf die Durchsteigung der Wand vor. Die beiden Männer brechen unverzüglich auf: Schlechtes Wetter lässt ihr Unternehmen zu einem Kamnpf auf Leben und Tod werden, den der englische Autor mit atemberaubender Spannung und geradezu grausigem Realismus beschreibt. (Klappentext)

CH: Fiktive Nordwand in einem katholischen Hochalpengebiet (Hauptschauplatz) BE: Eigernordwand D: München, Isar GB: Lake District

Moors Fazit: Spannend erzählte Story im Sinne der klassischen Bergsteigerliteratur, gekoppelt mit einer nicht ganz einfachen Beziehungsgeschichte. Etwas sonderbar ist die Nachbearbeitung des Todes des abgestürzten Hansi Kirchner: Null kriminalpolizeiliche Untersuchungen, obschon der Absturz willentlich herbeigeführt worden ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man damals so skrupellos mit diesem Thema umging. Und auch die Angehörigen Kirchners werden mit keinem Wort erwähnt ...