Posts mit dem Label SO werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label SO werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

1. Juli 2026

Eisenbahnstadt Olten

Johannes von Arx: Eisenbahnstadt Olten, Weltbild Verlag, Verlag Oltner Tagblatt, Olten, 1997

Das SBB-Jubiläumsjahr 1997 «150 Jahre Schweizer Bahnen rückt auch die Eisenbahnstadt Olten ins Blickfeld, ist doch ihre Geschichte eng mit dem schweizerischen Bahnwesen verknüpft.

1956 ist aus der Feder des unvergesslichen Dr. Urs Wiesli ein Werk mit dem Titel «100 Jahre Eisenbahnstadt Olten erschienen. Die vorliegende Publikation bringt eine gekürzte Zusammenfassung des damaligen Textes, skizziert sodann die facettenreiche Entwicklung der Stadt und ihres Bahnhofs in den vergangenen 40 Jahren und schliesst mit einem faszinierenden Ausblick auf künftige Gestaltungsmöglichkeiten. Das Buch ist mit z.T. historischem Bildmaterial und farbigen Abbildungen reich illustriert.

Wie der Oltner Bahnhof samt der Zentralwerkstätte, oder wie sie heute heisst, der Hauptwerkstätte «HW Olten, zum Koordinatenkreuz des schweizerischen Bahnsystems geworden ist, bildet ein spannungsreiches Kapitel der neueren Schweizer Geschichte. Es legt Zeugnis ab von der Tatkraft sowohl der Eisenbahnpioniere des letzten Jahrhunderts als auch der politischen Behörde von Stadt und Region Olten. Als Zeitgenossen erinnern wir uns an das Drum und Dran der Projektierung einer neuen Bahnlinie durch das Ruttigertäli – wo ein Landschaftsplan den Durchbruch zu einer allseits befriedigenden Lösung gebracht hatte – oder an die Pläne für einen grossen Rangierbahnhof im Niederamt – auf die wegen der politischen Widerstände verzichtet wurde, mit Recht, wie sich später zeigte. Jetzt sind wir Zeugen einer beeindruckenden Neugestaltung des Bahnhofes selbst, die mit dem Stellwerk in den 80er Jahren begonnen hatte und ihre Fortsetzung mit der überaus gefälligen Erneuerung der Personenunterführungen und den zukunftsweisenden Gleisanlagen an der stadtwärts liegenden Westseite gefunden hat.

Solche Abläufe haben ihre Peripetien. Die Bahn 2000 und alles, was sich um die Alpentransversalen abspielt, die verpendelten Fernzüge und die Integration der Schweizer Bahnen in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz eröffnen Perspektiven, zeigen aber auch das Risiko auf, dass der Bahnhof Olten an Stellenwert verlieren könnte. Wenn davon die Rede ist, dass 1997 ein Technologiesprung des Eisenbahnmaterials stattfindet, dann ist auch die HW Olten mit ihrem Arbeitsplatzpotential angesprochen. (Aus dem Vorwort von Leo Schürmann [1917–2002], ehemaliger Präsident der Regionalplanungsgruppe Olten-Gösgen-Gäu)

14. Januar 2026

Geschafft!

Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».

24. Oktober 2025

Die blaue Linie

Daniel de Roulet: Die blaue Linie,
Limmat, Zürich, 1996
Die blaue Linie auf den Strassen New Yorks markiert den Weg durch die fünf Stadtteile, die die 25.000 Marathonläufer durchqueren, bevor sie nach 26 Meilen beim Central Park das Ziel erreichen.

Max, der im Widerspruch zwischen erfolgreichem Architekten heute und politischem Aktivisten damals lebt, hat sich eine Zeit unter vier Stunden vorgenommen. Während des Rennens wird Vergangenes wieder gegenwärtig – sein Lauf durch die Nacht von K. nach Olten, nachdem der Pavillon auf dem AKW-Gelände gesprengt worden war, eine Frau, die sich ihm während des Laufes unvermittelt in Erinnerung ruft, die Flucht Gustave Courbets in die Schweiz, weil er in der Pariser Commune die Vendôme-Säule umgestürzt haben soll.

In diesem Roman zwischen Fiktion und literarischer Aneignung schildert Daniel de Roulet die Biographie einer Generation. (Klappentext)

AG: Kaiseraugst, Aargauer Jura BL: Baselbieter Jura SO: Solothurner Jura, Olten USA: New York City

Georgio Bellini, der gewalttätige Politaktivist, als logische Inspiration für den Schriftsteller de Roulet
Am 18. Februar 1979, kurz nach der Ablehnung der Atomschutzinitiative, zerstörte der aus Bellinzona stammende Giorgio Bellini (1945–2024) eigenen Angaben zufolge zusammen mit anderen Aktivisten mit einem Sprengstoffanschlag den Informationspavillon des geplanten Kernkraftwerks Kaiseraugst. Zwischen 1974 und 1984 beging er ebenfalls eigenen Angaben zufolge mit Komplizen der Gruppierung «Do it yourself» über 40 weitere Anschläge u.a. auf die Kernkraftwerke Leibstadt und Gösgen, bei denen Sachschaden im Umfang von mehreren Millionen Franken entstand, sowie einen Raubüberfall. Bellini sagte vor seinem Tod, der Anschlag in Kaiseraugst sei weniger wegen der ökologischen Fragestellungen erfolgt, sondern er habe als Marxist gegen Machtkonzentration gekämpft. Die Taten blieben unaufgeklärt. 2021, lange nach der Verjährung der Taten, bekannte Bellini sich gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» zu ihnen.

So wie Bellini machte auch der Autor Daniel de Roulet, selber Architekt und zweifacher Teilnehmer am New York Marathon, eine politisch motivierte Tat nach Ablauf der Verjährungsfrist publik. Im März 2006 erschien sein literarischer Bericht Ein Sonntag in den Bergen*, in dem er sich zum bis zu diesem Zeitpunkt unaufgeklärten Brandanschlag auf das auf dem Gipfelplateau der Rodomonts (1878 m) gelegene Chalet von Axel Springer, oberhalb von Rougemont bei Gstaad, am 5. Januar 1975 bekennt. De Roulet begründet seine Tat damit, dass er damals geglaubt habe, Springer sei ein Nazi gewesen, was damals viele geglaubt haben, z.B. auch der spätere Springer-Biograf Michael Jürgs) Der Tenor der Buchbesprechungen war in der Schweiz mehrheitlich negativ, in Frankreich ausgesprochen positiv, ebenso mehrheitlich in Deutschland. Bemängelt wurde insbesondere die Naivität des jungen de Roulet, der aus «Liebe» ein Chalet anzündete, und dass er sich zuerst über die Verjährung der Tat versicherte, bevor er seinen Bericht veröffentlichte. Allerdings war die Tat schon lange vorher verjährt.

*Das Buch ist aktuell in meinem Antiquariat unter der Rubrik Lebensgeschichten erhältlich.

26. November 2024

Das Leben ist gut

Alex Capus: Das Leben ist gut, Hanser,
München, 2016
Max ist seit fünfundzwanzig Jahren mit Tina verheiratet, sie ist die Liebe seines Lebens. Er betreibt eine kleine Bar, tagsüber bringt er das Altglas weg, repariert das Mobiliar – oder begibt sich auf die Suche nach einem ausgestopften Stierkopf, der unbedingt über dem Tresen hängen soll. Max liebt sein Leben, so wie es ist, seine Familie, seine Freunde. Das wird ihm einmal mehr bewusst, als Tina zum ersten Mal in ihrer gemeinsamen Ehe beruflich ohne ihn unterwegs ist. «Das Leben ist gut» verteidigt mit scharfem und versöhnlichen Blick, das, was im Alltag schnell übersehen wird. Es ist ein Roman über das Menschsein – vor allem aber eine Hymne an die Liebe. (Klappentext)

CH: Olten (Hauptschauplatz) F: Paris D: Mannheim

23. Januar 2024

Land der Winde

Gerhard Meier: Land der Winde, 
Suhrkamp, Frankfurt a.M., 1997
«Land der Winde», Abschluss der Amrainer Tetralogie, schreibt, mit Worten musizierend, Gerhard Meiers dichterische Gegenwelt fort. Amrain taucht wieder auf – ein Dorf am Schweizer Jurasüdfuss – und in Amrain der Erzähler, Rudolf Bindschädler, mit seinem in der Zwischenzeit verstorbenen Freund Kaspar Baur.

Bei Meier zählt nicht der Plot, sondern jeder einzelne Satz, ja jedes Wort, und nie wird bei ihm die Sprache zum blossen Transportmittel für «Handlungen» oder «Ereignisse» degradiert. Allerdings sieht Gerhard Meier das pure Dasein ganz alltäglicher und gewöhnlicher Dinge als ereignishaft und erkennt in der immerwährenden Wiederholung unserer einfachsten und selbstverständlichsten Handlungen das innerste Geheimnis des Lebens, dem seine Kunst entsprechen möchte.
(Klappentext)

BE: Niederbipp (Amrain), SO: Stadt Solothurn

18. Januar 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 4

Die vierte Wanderung im Rahmen meines Projektes führte mich von Olten via Rumpelhöchi nach Hägendorf. Eine wohltuende Jurawanderung mit viel Wald und einem Schäumchen Schnee. Zum Verständnis: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km  Datum 
AG      
AI       
AR       
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 03.01.2024 
BL       
BS       
FR       
GE       
GL       
GR       
JU       
LU       
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières  14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH      
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4   16.01.2024
SZ      
TG      
TI       
UR       
VD       
VS       
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9   01.01.2024
ZH       

11. November 2023

Reise nach Amerika

Markus Michel: Reise nach Amerika,
Zytglogge, Bern, 1991
Brienz, Bern, Amerika. Die meisten kommen nie bis Amerika. Der Berner Oberländer Joli kam als Seifen- und Heiligenbildchenhändler bis in den Jura und ins Wallis, bevor er sich in Bern niederliess. Dort verdiente er den Lebensunterhalt für sich und seine Familie mit Büroarbeit. Geld war nie viel vorhanden. Jolis Familie war gross und der Beamtenlohn gering. Manchmal schrieb Joli Zugsverbindungen aus dem Fahrplan ab, nach Wien vielleicht, oder nach Milano. Von Amerika träumte Joli. Dort lag das Geld auf der Strasse, man brauchte sich nur danach zu bücken. Jolis Land der unbegrenzten Möglichkeiten war das Berner Stadttheater. Hier verbrachte er seine ganze Freizeit, als Obmann der Statisterie.

Auch Frau Joli träumte von Amerika. Abends, wenn sie mit den Kindern allein zuhause sass, erzählte sie von ihrer Schulfreundin Hilde, die als einziges Mädchen die Reise nach Amerika gewagt hatte. Frau Joli malte sich und ihren Kindern aus, was Hilde auf ihrer Reise erlebt haben könnte. Nach einigen Jahren kehrte Hilde mit zwei Kindern ohne Vater zurück. Ein Traum mehr, der ausgeträumt war.

Markus Michel zieht in seinem Roman immer weitere Kreise um Joli, baut dessen Familie, Geschichten von Brienzerinnen und Brienzern und Hildes Reise nach Amerika ein. Er holt die Lebensverhältnisse der nicht privilegierten Leute ans Licht, deren Leben aus Billig-Angeboten, Dienen bei fremden Leuten, der Schande unehelicher Kinder und der Schadenfreude der Nachbarn bestand. In der kleinbürgerlichen Enge hatte Amerika Platz im Kopf, aber keinen im Alltag.
(Klappentext)

BE: Stadt Bern (Hauptschauplatz), Brienz (Hauptschauplatz), Köniz, Meiringen, Gümigen, Iseltwald, Interlaken, Unterseen, Hofstetten b. Brienz, Brienzersee GE: Stadt Genf NE: Stadt Neuenburg SO: Grenchen VD: Montreux VS: Sion, Rhonetal F: Paris D: Dresden

5. Februar 2023

Das Wanderrad nimmt Gestalt an

Neulich ging ich im Rahmen meines Wanderrad-Projektes von Niederbipp nach Oberbuchsiten, ging vom Kanton Bern in den Kanton Solothurn, kam dabei an einem Privatgehege mit drei Steinböcken vorbei, überraschte auf der Walderalp fünf Gämsen beim Äsen, stiess beim Abstieg in die Klus von Balsthal auf die ersten wild wachsenden Schneeglöckchen, kämpfte mich in der Klus durch elenden Samstagmorgenverkehr, bestaunte die wuchtige Schönheit des Schlosses Neu Bechburg, wunderte mich, dass ich auf dieser Wanderung nur gerade einem Menschen begegnete, nahm im Volg zu Oberbuchsiten zur Kenntnis, dass der halbe Liter dessen Eigenbiermarke auf einen Schlag um 15 Rappen teurer geworden ist und freute mich anschliessend darüber, dass ich per Bahn mit nur einmal umsteigen von diesem Oberbuchsiten gemütlich zurück ins obere Gürbetal reisen konnte.

Beim Betrachten der bereits zurückgelegten Etappen meines Wanderrades stellte ich zu Hause befriedigt fest, dass dieses langsam Gestalt annimmt.



7. Dezember 2020

Dort oben die Freiheit

Wolfgang Hafner: Dort oben
die Freiheit, Rotpunkt, Zürich,
2005
Der Berg, wie der Jura in Solothurn genannt wird, ist mit seinem runden, weiten Rücken geduldig. Seine weichen Schultern setzen Berggänger nur selten einem Bewährungsdruck aus. Der Jura ist nicht fordernd wie die Alpen. Er ist aber auch karg und ein ideales Projektionsfeld für alle möglichen Sehnsüchte.

Der Kanton Solothurn hat «seinen» Jura bereits 1942 unter Schutz gestellt. Es war eine der ersten umfassenden natur- und landschaftsschützerischen Massnahmen der Regional- und Landesplanung in der Schweiz. Dank dieser Pioniertat ist der Solothurner Jura bis heute weitgehend unüberbaut und kaum zersiedelt.

Der Jura ist Lebensraum, Freiraum, Spielwiese von Zwergen und Hexen, Sagenland, Heiligenland. Aber auch Bombenleger hat er hervorgebracht, führenden italienischen Kommunisten als Schulungsort gedient, und die Bauern und Sennen vom Berg gehörten meist nicht zu den Duckmäusern. Der Jura bietet Heilung, etwa in der Form der unzähligen Heilkräuter, die sich in den mageren Bergmatten finden, und etliche Winkel gelten gar als Orte der Kraft. Von alledem handelt dieses Buch.

Nicht zuletzt führt es Leserinnen und Leser mit auf kürzere und ausgedehnte Wanderungen durch diese besondere Jura-Landschaft. (Klappentext)

21. November 2020

Fleisch und Blut

Susanna Schwager: Fleisch und Blut,
Chronos, Zürich, 2004
Büne Huber, Patent Ochsner: «Ein wunderschönes Buch. Jedesmal, wenn mich ein Buch mit Haut und Haar packt, entwickle ich einen missionarischen Eifer und erachte es als meine Bürgerpflicht, der Bevölkerung die frohe Botschaft zu überbringen ...


‹Fleisch und Blut› erzählt die Lebensgeschichte von Hans Meister, der 1913 geboren wurde und seine Kindheit mit sieben Geschwistern auf einem Bergbauernhof im Emmental verlebte. es erzählt vom frühen Tod der Mutter, wie die Familie nach diesem Verlust verarmte, wie die Kinder um ein Haar verdingt wurden, vom Überlebenskampf unter schwierigsten Umständen. es erzählt von einem aufgeweckten, wissensdurstigen Jungen, der die Tiere mehr liebt als alles andere, der jedoch seinen Traumberuf Tierarzt begraben musste.


Hans Meister wird Metzger. Einer bis ins Blut. Ein währschafter, stolzer Metzger mit grösster Berufsehre und ebenso grosser Sorgfalt. Um es in seinen eigenen Worten zu sagen: ‹Ein Metzger kennt die Sachen von innen, gäll. Er kennt auch den Tod. Man kann sagen, ein Metzger muss ein guter Mann sein. Muss. Weil er tötet. Ein schlechter Mensch ist auch ein schlechter Metzger, das gehört zusammen.›


Es erzählt auch von einem jungen Mann, der mit Humor, Schlauheit und einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit seinen Weg geht, mitunter vor Hürden stolpert und fällt, aber wieder aufsteht, um einen neuen Anlauf zu nehmen und dabei immer wieder Nischen der Freiheit findet. Nicht zuletzt erzählt es aber die Geschichte eines würdevoll gealterten Mannes, der 92-jährig nicht ohne Selbstkritik und voller Gelassenheit auf das letzte Jahrhundert zurückblickt, das von unzähligen Krisen, Kämpfen und tiefgehenden Umbrüchen geprägt war.» (Klappentext)

21. Juli 2020

Der Stumme

Otto F. Walter: Der Stumme, Rowohlt,
Reinbek bei Hamburg, 1983
Auf einer Strassenbaustelle in den abgelegenen Wäldern des Schweizer Jura spielt sich der erregende Konflikt zwischen dem mit Stummheit geschlagenen Sohn des alten Sprengtruppführers Ferro und seinem schuldigen Vater ab. Dieser gleichermassen empfindsam erzählte wie dramatische ERstlingsroman machte seinen Autor mit einem Schlag berühmt. (Klappentext)

SO: Olten, Oensingen, Passwang, Solothurner Jura

5. Juli 2020

Der Schullehrer von Essert

Alfred Siegfried: Der Schullehrer von Essert,
Schweizer Volks-Buchgemeinde, Luzern, 1953
Wo innere Erfahrung wichtiger ist als äusseres Geschehen, da tut der Ort der Handlung recht wenig zur Sache. Ob Essert ausser im Herzen des Verfassers auch auf der Landkarte zu finden ist oder nicht: es ist der Schauplatz eines kulturpolitischen und eines menschlichen Konfliktes und ihrer Lösung.

Markus Emmenegger, der sich vom Bauernbuben zum Gymnasiallehrer emporgearbeitet hat, fühlt sich nach dem Tode seiner Gattin innerlich gezwungen, seinem Lebenskreis zu entfliehen. An der deutschen Schule von Essert, mitten im welschen Sprachgebiet des Berner Juras, nimmt er die Stelle als Gesamtschullehrer an, einen wahrhaftig nicht leichten und daher auch nicht begehrten Posten. Doch führen ihn die Schwierigkeiten zu sich selbst zurück und damit auch zu seinen Mitmenschen.

Eng verbunden mit dieser Krise der Persönlichkeit Emmeneggers harrt eine nationale Frage ihrer gerechten und sinnvollen Antwort. Eine mehrsprachige Volksgemeinschaft trägt naturgemäss Spannungen in sich, die fruchtbar, aber auch verhängnisvoll werden können. Das zeigt sich immer wieder an der welsch-alemannischen Sprachgrenze, die mitten durch die Schweiz verläuft, in ausgeprägter Form im Berner Jura, wo sich in den letzten Jahren die Konflikte mehrten. Hier findet Emmenegger an einem kleinen Abschnitt der Front seine Aufgabe. Was Missverständnis und Eigensinn anrichten können, hat er während seiner unglücklichen Ehe an sich selbst erfahren. Ruhig, sachlich und bestimmt tritt er nun für das ein, was er als recht erkannt hat. Später wird er einsehen müssen, dass sich die kulturelle Entwicklung nicht um Rechte kümmert. Sein selbstloses Wirken aber hat ihn von seinen persönlichen Schwierigkeiten erlöst.

Das Anliegen des Verfassers in dieser stillen, versöhnlichen Erzählung ist echt schweizerisch, verwandt mit der Geisteshaltung eines Pestalozzi und eines Gotthelf und überstrahlt von der einmaligen patriotischen Tat eines Bruder Klaus. (Klappentext) 


BE/SO: Le Chaluet (Tal zwischen Court und Gänsbrunnen)

3. Juli 2020

Das Staunen der Schlafwandler am Ende der Nacht

Otto F. Walter: Das Staunen der
Schlafwandler am Ende der Nacht,
Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1983
Thomas Wander, Schriftsteller und Kolumnist einer grossen Zeitung, hat vor wenigen Tagen seinen jüngsten Roman veröffentlicht: «Ein Wort von Flaubert» – ein engagiertes Buch, zugleich die Liebesgeschichte zwischen dem Journalisten Winter und der jüngeren Frau Ann aus Frankfurt.

Jetzt erlebt Wander, wie seine Umwelt reagiert. Seine Freunde in der Redaktion verlangen von ihm Solidarität in ihrem Kampf gegen die Zensur. Umweltbewusste Rüstungsgegner fordern seine Mitarbeit an. Seine Tochter zeigt ihm empört, wie er in seinem Roman mehr von seinem Wesen preisgegeben hat, als ihm lieb sein kann. Seine geschiedene Frau Lisbeth macht ihm lächelnd die Differenz deutlich zwischen dem, was er schreibend vertritt, und dem, was er lebt. Wie verbindlich ist Schreiben für den, der schreibt?

Wie sein Romanheld Winter verliebt er sich. Und verreist mit der Freundin Ruth Moll in Richtung Süden. Zusammen werden Wander und Ruth in ein Hochtal der Innerschweiz verschlagen, und sie geraten in die rätselhaften Zonen des Alptraums, des Ursprungs, des Mythischen. Was sie da staunend erleben, führt auf einen neuen Ansatz von Befreiung, von Hoffnung, von solidarischem Handeln hin. Und Wander beginnt auch zu begreifen, dass ein Mann schwerlich von menschengemässer Liebe schreiben kann, ohne dass es Folgen hätte für seine eigenen Männermuster.

Wander wollte sich zurückziehen. Er wollte sich endlich seinen eigenen Ängsten, seinen Wünschen und der Erforschung seiner eigenen Kindheitstraumata widmen. Doch allmählich, einer Furie gleich, verfolgt ihn seine eigene Fiktion. Holt sie ihn ein? In ihr wird er mit sich selbst konfrontiert. Gewiss, noch wehrt er sich. Er erzählt Lügengeschichten. Er beteuert, seine Wahrheit sehe anders aus. In diesen Widersprüchen zwischen seiner erfundenen Romanfigur und seiner gelebten Wirklichkeit, zwischen Resignation auch und Widerstand, wird Wander beim Wort genommen. Beim Wort seines Romans.

Ob in Zürich oder Jammers, ob in Frankfurt, auf der Italienreise oder im phantastischen Kurhotel im Lande Uri: immer wieder verbindet sich – in diesem persönlichen Buch des Autors – intim Privates mit den brennenden öffentlichen Dingen. Und Wander und Ruth werden in bewegender Liebesgeschichte zu Sinnbildfiguren der Zeit.
(Klappentext)

BE: Stadt Bern FR: Cudrefin SO: Olten UR: Altdorf, Amsteg, Bristen, Maderanertal, Kurhaus Hotel SAC auf der Balmenegg

10. März 2019

Das Schattenhaus

Werner Schmidli: Das Schattenhaus,
Benziger, Einsiedeln, 1969
Werner Schmidli, der junge Basler Autor, erzählt in diesem Buch die Geschichte eines jungen Mannes, der den dunklen Erinnerungen an sein Elternhaus zu entrinnen und seine eigene Zukunft zu gestalten versucht.

Schmidli schreibt, um sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen: Da ist die Stadt Basel, das Industrieviertel, das Räderwerk einer grossen Chemiefabrik, Geschwätz, Gerede, öder Alltag, erdachte und gescheiterte Auswege, um aus dieser phantasielosen Umwelt zu entfliehen, wo die Konsumsteigerung Gradmesser der Persönlichkeit wird.

«Schattenhaus» hat Schmidli seinen neuen Roman genannt und meint damit die dumpfe, hoffnungslose Welt seines Vaters. Schmidli erzählt eindrücklich, beklemmend und dicht ein «finsteres Märchen» der Alltäglichkeit. (Klappentext)


AG: Staffelegg, Oberfrick BE: Kandersteg, Strandbad Biel BL: Birsfelden, Allschwil, Grellingen, Restaurant Paradies Allschwil, Birsmündung, Auhafen BS: Bushaltestelle Basel Riehenring, Basel Badischer Bahnhof, Gartenbad Eglisee, Friedhof am Hörnli, Claraplatz, Restaurant Rheinblick, Riehen, Klybeckstrasse, Bahnhof Basel SBB, Feldbergstrasse, Matthäuskirche, Wettsteinbrücke, Ciba, Solitüdenplatz, Mittlere Rheinbrücke, Clarastrasse, Kleinhüningen, Café Romano (heute Pizzeria Roma) an der Hammerstrasse, Birsmündung, St. Albanbrücke, St. Albanfähre, Solitüdenpark GR: Truns, Zignau, Puntegliashütte SAC JU: Vermes SO: Glitzerstein- bzw. Ramstelhöhle am Gempen SZ: Arth-Goldau VS: Grächen D: Tüllinger Hügel F: Marseille

Werner Schmidli wurde am 30. September 1939 in Basel in einer  Arbeiterfamilie geboren. Er besuchte die Realschule und absolvierte eine Lehre zum Chemielaboranten in Basel. Von 1960 bis 1962 reiste er mit einem Frachtschiff über Nordafrika, den Panamakanal und Polynesien nach Australien, wo er sich 1½ Jahre in Melbourne aufhielt und als Industriearbeiter tätig war. Nachdem er über Indonesien und Indien in die Schweiz zurückgekehrt war, lebte Schmidli anfangs im Kanton Aargau und arbeitete im Verlagswesen. Daneben setzte er, der bereits in den Fünfzigerjahren mit dem Schreiben begonnen hatte, seine literarischen Aktivitäten fort. 1966 erschien im Benziger Verlag sein erster Band mit Erzählungen. Von 1968 bis 1978 war Schmidli Mitherausgeber der Literaturzeitschrift «Drehpunkt» und ab 1979 freier Schriftsteller in Basel. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Fernsehdrehbücher. Während seine frühen Werke der Arbeiterliteratur zugerechnet werden können, hatten die späteren allgemeinere, existenzielle Probleme zum Thema. Seine letzten Werke zählen vorwiegend zur Kriminalliteratur. Werner Schmidli starb am 14. November 2005 in Basel.

6. Februar 2019

Flattermann

Hansjörg Schneider: Flattermann,
Ammann, Zürich, 1995. 2011 neu
aufgelegt bei Diogenes, Zürich
Basel, die Stadt am Rheinknie, die Chemie-Metropole, ist wiederum Schauplatz eines Romans um den aus «Silberkiesel» bekanntgewordenen Kriminalkommissär Peter Hunkeler.

Es ist Sommer, Ferienzeit, Peter Hunkeler verbringt seinen Urlaub zu Hause. Täglich begibt er sich ins Rheinbad St. Johann, geniesst es, dass die Basler sich an den Stränden der Welt wie Hering an Hering bräunen und die Stadt den Einzelgängern überlassen haben. In dieser sommerlichen Stimmung gibt sie den Zurückgebliebenen ihre Poesie preis und offenbart einen friedlichen Charme, der in der üblichen Hektik des Alltags verlorengeht.

Da, Hunkeler nimmt aus den Augenwinkeln wahr, dass von der nahen Johanniterbrücke ein Mann in den Rhein springt. Flatternd stürzt er ins Wasser, einer, der den Tod sucht und doch am Leben bleiben will. Hunkeler, wie gebannt, unfähig, sich zu bewegen, verfolgt mit dem Blick das treibende, auf- und abtauchende Bündel. Weiter stromab wird es vom Matrosen eines Frachtkahns aus dem Wasser gezogen. Hunkeler sieht die Leiche, offensichtlich ein Selbstmord. Doch war es tatsächlich einer? Hunkeler zweifelt, ihn interessiert das Schicksal dieses Menschen, und so geht er den Spuren des Flattermanns nach.

Hansjörg Schneider evoziert mit seinem stimmungsvollen Erzählen die sommerliche Atmosphäre seiner Stadt, er entführt den Leser in das Leben seines Flattermanns und öffnet ein Panoptikum des Gewöhnlichen, das uns nicht mehr loslässt. (Klappentext)

BS: Stadt Basel SO: Bärschwil F: Elsass (Sundgau)

28. Mai 2018

Der schönste Eintritt in die Schweiz

Ernst Schüler: Der schönste Eintritt in die Schweiz,
Edition Wanderwerk, Burgistein, 2018


Die Birs ist ein Jurafluss, dem über Jahrtausende Kreti und Pleti gefolgt sind. Jungsteinzeitler, Römer, Ritter, Goethe, Napoleon, Bridel, Moor und schliesslich auch ein gewisser Ernst Schüler, der sich 1833 als Flüchtling aus Deutschland in die Seeländermetropole Biel begab und dort als Unternehmer, Politiker und Schriftsteller sein Wirken entfaltete. Die Fluchtroute von Basel via Delémont nach Moutier, über die Pierre Pertuis hinab ins St. Immertal und durch die Taubenlochschlucht nach Biel, beeindruckte Schüler in einer ausserordentlichen Art und Weise, dass er 1842 ein Büchlein mit dem Titel «Der schönste Eintritt in die Schweiz» veröffentlichte. Dieses Werk ist nun in komplett neuer Aufmachung und ergänzt mit 54 Abbildungen in der Edition Wanderwerk erschienen. Ernst Schüler, der massgebliche Förderer der Bieler Uhrenindustrie im 19. Jahrhundert, bezeugte mit seinem «Schönsten Eintritt in die Schweiz» nicht nur die Liebe zu seiner Wahlheimat und deren Umgebung, er schuf auch ein wertvolles Dokument über die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Region. Der Text wird begleitet von 95 Anmerkungen der Herausgeberschaft.

7. Januar 2018

Munzinger Pascha

Alex Capus: Munzinger Pascha,
Diogenes, Zürich, 1997
Die kunstvoll gewobene Geschichte zweier Reisen - die eine führt nach Kairo, die andere in das Innere eines gescheiterten Menschen. Dies ist die wahre Geschichte von Werner Munzinger, der 1852 auszieht, um die Sklaverei in Afrika abzuschaffen, während sein Vater im heimatlichen Olten vom bürgerlichen Revolutionär zum Finanzminister avanciert. Als Händler und Forschungsreisender zieht Werner Munzinger nach Kairo und ans Rote Meer, macht sich auf in die unwegsamen Gebirge Abessiniens, den sagenumwobenen Nilquellen entgegen. Er heiratet und wird Bauer, verwickelt sich in Kriege und Intrigen, und gegen seinen Willen steigt er auf zu Reichtum, Macht und Ehre. Dies ist aber auch die Geschichte des Reporters Max Mohn aus Olten, der, unzufrieden mit seinem Leben in der Provinz, 150 Jahre später aufbricht, um die Spuren des Werner Munzinger Pascha im Wüstensand aufzuspüren. (Klappentext)

Ein wahrlich süffig zu lesender Roman, den ich jedem/jeder wärmstens zur Lektüre empfehlen kann. Capus ist ein grosser Geschichtenerzähler und Restaurateur!

SO: Olten ZH: Flughafen Kloten Afrika: Kairo, Rotes Meer Massua, Keren, Berg Zad'Amba, Magdala, Khartum (Ägypten, Eritrea, Sudan)

29. November 2017

Es lebe das Läufelfingerli!

Mit einem Finger hat das Läuferfingerli so wenig zu tun, wie ein Affe mit einer Giraffe. «Läufelfingerli»: So nennen die Bewohner zwischen Sissach und Olten ihre Bahn durch das Homburgertal. Die einst doppel- und heute einspurige Linie führt durch den Hauenstein-Scheiteltunnel, an dessen Nordseite die Ortschaft Läufelfingen liegt. Sowohl die Baselbieter Regierung als auch das Kantonsparlament wollten die historisch wertvolle Bahnstrecke stillegen und durch einen Busbetrieb ersetzen. Doch die Politiker haben die Rechnung ohne ihr Volk gemacht. Am vergangenen Sonntag kam es zu einer kantonalen Referendumsabstimmung. Hierbei waren 65% der abgegebenen Stimmen für den Erhalt des Läufelfingerlis. In insgesamt 82 von 86 Baselbieter Gemeinden war der Souverän gegen die Umstellung auf Busbetrieb. Die Stimmbeteiligung lag übrigens bei schlappen 28,83 Prozent.

Über das kunstvolle Viadukt von Rümlingen (BL) werden auch in Zukunft S-Bahn-Züge rollen.



Abraham E. Fröhlich:
Die Verschüttung im Hauenstein,
Edition Wanderwerk, 2017
Ich bin über den Entscheid zugunsten der Bahn aus mehreren Gründen sehr erfreut: 1. ist die 1858 eröffnete ehemalige Hauptverbindung von Basel nach Olten von grossem historischen Wert und zählt mit der Gotthard-Bergstrecke zu den bedeutendsten bahntechnischen Kulturgütern der Schweiz. 2. ist das Reisen mit der Bahn 100 Mal angenehmer als mit dem Bus. 3. wird die Strasse nun nicht zusätzlich durch Busse belastet. 4. behält meine 2017 herausgebrachte Erzählung von Abraham Emanuel Fröhlich, «Die Verschüttung im Hauenstein», mit ihren ergänzenden Informationen die volle Gültigkeit. Einzig zu erwähnen, wäre genau jener Volksentscheid, von dem hier die Rede ist. Im besagten Büchlein befindet sich nebst der Erzählung Fröhlichs auch ein geschichtlicher Abriss über Entstehung, Bau und Betrieb der Bahnstrecke, ein Zeitungsbericht aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Wandervorschlag von Olten über den Unteren Hauenstein via Läufelfingen nach Sommerau. Es lebe das Läufelfingerli!


9. Juni 2017

Ming Tangs Moxibustion

Das Autobahndreieck in Härkingen lässt Lärmenthusiasten frohlocken.

Insgesamt vier Gemeinden gilt es im Kanton Solothurn noch zu begehen. Zwei davon, Egerkingen und Härkingen, stehen heute auf dem Wandermenü. Ich gehe von Oensingen nach Murgenthal, 17 Kilometer und 300 Meter. Auf drei Vierteln der Wegstrecke begleitet mich das Grundrauschen der Autobahn A1. Eine akustische Umweltverpestung, an die du dich als Anwohner dies- und jenseits der Strasse gewöhnen musst, ansonsten bist du hier völlig fehl am Platz.

Obschon die Gegend wegen der Autobahn durchtränkt ist mit Logistik-Zentren und Industriebetrieben, warten die alten Dorfkerne von Oberbuchsiten, Egerkingen und Härkingen mit kleinen Schmuckstücken auf. Die Ortschaften wirken gepflegt und alles andere als dem omnipräsenten Grundrauschen erlegen. Wie der Fuchs, so ist auch der Mensch ein Kulturflüchter, weiss sich also mit der Umwelt und ihren Widerwärtigkeiten zu arrangieren. Und sollte dies einmal nicht der Fall sein, dann sind ja da noch die Heilungs- und Therapieangebote unterschiedlicher Ausprägung vorhanden. In Oensingen zum Beispiel wirbt Ming Tang von einem Balkon herab mit Akupunktur, Schröpfen, Massage, Kräutertherapie und Moxibustion. Moxibustion? Nie gehört. Zu Hause angelangt, google ich den Begriff. Ich hoffe, nie in den «Genuss» dieser Heilmethode kommen zu müssen.

Sodele. Was mir in kommunaler Hinsicht im Solothurnischen noch bleibt sind Obergösgen und Däniken. AKW, ich komme!

Der schön gestaltete Dorfplatz in Oberbuchsiten (SO) mit dem Restaurant Chutz und der Pfarrkirche.

Pfarrkirche von Egerkingen (SO).

Hübsch reatauriertes Fachwerkgebäude in Härkingen.

2. März 2017

Die Tragik der Steinhauer vom Hauenstein

Abraham E. Fröhlich: Die Verschüttung
im Hauenstein,
Edition Wanderwerk,
2017
Soeben ist aus meiner Druckerei das neuste Werk der Edition Wanderwerk erschienen: Abraham Emanuel Fröhlichs Erzählung Die Verschüttung im Hauenstein. Am 28. Mai 1857 ereignete sich beim Bau des Hauenstein-Scheiteltunnels ein tragisches Unglück, bei dem insgesamt 63 Tunnelarbeiter ihr Leben verloren. Abraham Emanuel Fröhlich nahm diese Tragödie zum Anlass, die Liebesgeschichte von Andreas und Margarita, einem Bauernknecht und einer Magd aus dem Schwarzwald, in eine ergreifende Erzählung zu packen. Währenddem Andreas die schlecht bezahlte Stelle als Knecht aufgibt und sich als Tunnelarbeiter am Hauenstein anstellen lässt, bleibt Margarita in Deutschland zurück. Beide hoffen sie, nach dem Tunnelbau eine gemeinsame Existenz aufbauen zu können. Doch das Schicksal macht diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Die Erzählung wird ergänzt mit einer zeitgenössischen Berichterstattung über das Unglück, einem geschichtlichen Abriss über die Entstehung und den Betrieb der beiden Hauenstein-Bahnlinien sowie einem Vorschlag, den Unteren Hauenstein von Olten bis Sommerau zu Fuss zu erkunden.

Es ist dies nach Der Brand in Glarus die zweite Erzählung von A.E. Fröhlich, die in meinem Verlag erscheint.