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14. Januar 2026

Geschafft!

Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».

6. März 2025

Nick Tappoli

Jakob Christoph Heer: Nick Tappoli,
Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart/
Berlin, 1922
«Nick Tappoli» spielt im malerischen Eglisau (Kanton Zürich) und dreht sich um das Leben der Einwohner, insbesondere um das Leben der Familie Tappoli und ihre Beziehungen zu anderen Bewohnern der Gemeinde. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Figuren Ulrich Junghans, ein Junge mit Sehnsüchten und Träumen, und Nick Tappoli, die hilfsbereite und lebhafte Tochter des örtlichen Pfarrers.

Der Anfang von «Nick Tappoli» spielt in einer Zeit des sozialen Wandels, in der sich die Gemeinde mit den Veränderungen im Handel und im täglichen Leben auseinandersetzt, die durch das Aufkommen der Eisenbahn verursacht werden. Der Autor stellt die Hauptfiguren und ihre Hintergründe vor, schildert Ulrichs ehrgeizigen, aber fehlgeleiteten Fluchtversuch, der zu einer Verletzung führt, und reflektiert seine Beziehungen zu seiner Familie, insbesondere seine aufkeimenden Gefühle für Nick. Während Ulrich die Herausforderungen des Erwachsenwerdens meistert, vermischen sich Gefühle der Frustration und der Zuneigung, wodurch die Themen des Erwachsenwerdens festgelegt werden, die sich im Laufe des Romans entwickeln. Die Erzählung fängt den Geist und den Aufruhr von Kindheitsträumen, familiären Pflichten und den Realitäten des Lebens in einer eng verbundenen Gemeinschaft ein.

AG: Kaiserstuhl SH: Rheinfall, Schloss Wörth SZ: Gross Mythen TG: Kreuzlingen, Seerücken, Schloss Arenenberg ZH: Eglisau (Hauptschauplatz), Rafzerfeld, Wil, Fussreise Eglisau - Zürich - Eglisau, Glattfelden, Weidlingsfahrt auf dem Rhein vom Rheinfall (Schloss Wörth) nach Kaiserstuhl, Stadt Zürich (Hauptschauplatz), Uetliberg, Zürichsee, Kilchberg, Zürichberg, Adlisberg D: Hohentengen, Weisswasserstelz, Nürnberg, Knoblauchsland b. Nürnberg, Mainz, Frankfurg, Schifffahrt von Mainz nach Koblenz, Wanderung von Assmanshausen via Niederwald nach Rüdesheim, Schifffahrt Rüdesheim Mainz, Köln, Berlin, Lübeck

6. Mai 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 14


Die vierzehnte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes absolvierte ich im Kanton Thurgau. Von Diessenhofen ging ich über den Rodebärg nach Eschenz. Ein Maibummel par Excellence mit etwas Regen, Wind und Sonne. Besonders beeindruckend war der denkmalgeschützte und – historisch bedingt – sehr grosse Bahnhof von Etzwilen, wo ich eine hübsche Begegnung mit einem nicht alltäglichen Zug hatte. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.2024
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.2024 
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.2024
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.2024 
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.2024 
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.2024
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4 16.1.2024
SZ      
TG  Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz 16,1  5.5.2024
TI   Rodi – Dalpe – Faido 12,3  16.4.2024
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.2024 
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9 1.1.2024
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.2024 

8. März 2021

Der Ehemalige

Arthur Honegger: Der Ehemalige, Huber,
Frauenfeld, 1979
Honegger nimmt in diesem sozialkritischen Roman das Thema der «Ehemaligen» auf: Er beschreibt das Schicksal eines jungen Menschen, der aus einer Erziehungsanstalt in die Gesellschaft mit all ihren Vorurteilen entlassen wird.

«Jede harte Arbeit ist ein Pflasterstein auf dem Weg zurück in die Freiheit.» Das war der Lieblingsspruch des Anstaltsdirektors, den er seinen Zöglingen mit auf den Weg gab. Aber trotz harter Arbeit ist für den jungen Berni Oberholzer dieser «Weg zurück» nicht leicht. In seiner Heimatgemeinde ist er ungern gesehen, und so beginnt er seine Wanderfahrt als Knecht bei gerechten und ungerechten Meistern. Überall holt ihn seine Vergangenheit ein. Er wechselt seine Arbeitsstellen schneller als viele das Hemd. Schliesslich flüchtet er sich in eine seltsame Wohn- und Arbeitsgemeinschaft, die ihm kurze Zeit ein Gefühl der Geborgenheit gibt. Doch dieser Traum einer freien und glücklichen Gemeinschaft löst sich in nichts auf. Jetzt kehrt Berni dem «Knechten» verbittert den Rücken, arbeitet als Küchenbursche und Kellner in der Stadt; das führt ihn unverschuldet fast ins Gefängnis. Nun nimmt er sich vor, nicht mehr in der Fremde, sondern in der engeren Heimat Toleranz und Anschluss an die Gesellschaft zu erzwingen; dies gelingt ihm endlich mit der Hilfe eines Mädchens. Dieser autobiographisch gefärbte Roman ist kein Buch der Rechtfertigung oder der Anklage. Honegger schildert den «Weg nach oben» eines jungen Mannes kritisch und in selbstironischer Beobachtung.
(Klappentext)

BE: Thun, Seftigen, Blumenstein, Schallenberg, Bettenhausen, Huttwil LU: Willisau TG:  Märstetten, Schloss Altenklingen, Lippoldswilen, Kreuzlingen ZH: Bachtel, Tägernau, Gossau Kindlismannsmühle, Hettlingen, Zürich, Grüningen, Wallisellen, Tann, Albis, Hausen, Sihlbrugg, Schweikhof, Wändhüslen, Herschmettlen, Dürnten, Uitikon Mönchaltdorf, Uster, Lieberg D: Konstanz

Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).

29. Dezember 2019

Tod nach Redaktionsschluss

Käthi Mühlemann: Tod nach Redaktions-
schluss, orte, Zürich, 1989
Käthi Mühlemanns erster Kriminalroman bringt dem Leser die Welt einer Lokalzeitung mit Witz und Ironie nahe. Oder besser: Die Autorin holt den Mief, die biedere und doch beklemmende Atmosphäre, die abgestandene Langeweile mühleos in ihre Sprache hinein. Es gelingt ihr, hinter der Fassade der täglich ausgetauschten Banalitäten das ständige Lauern von Ressentiments, Hass und Intrigen spürbar zu machen, die fast unmerklich, aber folgerichtig zum Verbrechen führen. Da braucht es keinen Fahnder, keinen Superdetektiv. Die Sprache allein entlarvt, dass ungelebtes Leben sich immer rächt und Opfer fordert. (Klappentext)

TG: Region Arbon – Romanshorn

17. September 2019

Rund um Zürich – die Zweite

Gestern ist bei mir die 2. Auflage meines Wanderbuches «Rund um Zürich» eingetroffen. Ich hätte nicht gedacht, dass es die 53 Touren zwischen Schaffhausen und Gotthard in die zweite Runde schaffen. Henusodehaut, ich freue mich und bin obendrein grad ein bisschen stolz.

Zu kaufen gibt es den Führer in jeder Buchhandlung oder direkt bei der Edition Wanderwerk. Auf geht's!

28. Juni 2019

Doppelpass

Charles Lewinsky: Doppelpass, dtv,
München, 2012
Tom Keita hat es fast geschafft: Der schwarze Fussballstar steht kurz vor seiner Einbürgerung und hat zudem das Herz der bildschönen Beinahe-Miss-Swiss Claudia erobert. Doch dann taucht sein Cousin Mike auf. Auch er möchte sein Glück in Europa machen. Allerdings ist er illegal eingereist und droht zum unschönen Fleck auf Toms blütenweissem Trikot zu werden. Tom setzt alles daran, Mikes Existenz zu verbergen. Aber dieser ist nicht gekommen, um sich verstecken zu lassen ... Eine scharfzüngige Satire über die Doppelmoral in der Asylpolitik. (Inhaltsangabe zum Buch)

Moors Fazit: Charles Lewinsky hält der Schweizer Öffentlichkeit einen Spiegel vor, in den wir alle einmal schauen sollten. Egal aus welchem politischen Lager wir stammen.

CH: Fiktive Deutsschweiz TG: Kreuzlingen ZH: Stadt Zürich

21. Juli 2016

Wie ich zum Buch und das Buch zu mir kam

Anderthalb Jahre wandern und schreiben:
Nun ist es endlich käuflich zu haben, so
auch über meine Edition Wanderwerk.
Im Frühling 2014 erhielt ich vom deutschen Bergbuchverlag Rother die Anfrage, ob ich einen Wanderführer für das Gebiet zwischen Schaffhausen und Gotthard verfassen möchte. Es war kein geringerer als der helvetische Wanderpapst, Thomas Widmer, der mich als in Frage kommenden Autor dem Verlag empfahl. Ohne lange zu zögern sagte ich zu. Welch eine Ehre für mich, welch eine anstrengende Arbeit aber auch. Mindestens 50 Touren sollten es sein, ausgewogen verteilt und unter anderem mit anspruchsvolleren Routen im Gebirge.

Alleine die Planung der Touren kostete mich mehr als eine Woche Arbeit. Gefordert waren einerseits Wanderungen, die in keinem der bereits erschienenen Rother-Führer beschrieben waren, andererseits sollten es wenn möglich Rundwanderungen sein. Bereits kurz nach der Unterzeichnung des Autorenvertrags ging ich ins Gelände. Die ersten Touren führte ich bei grosser Hitze durch. Dann kam der Katastrophen-Sommer 2014 und warf viele meiner Rekognoszierungspläne über den Haufen. Es war zum Verzweifeln schlimm. Zum Glück blieb mir noch reichlich Zeit bis zum Abgabetermin Ende 2015.

Nun, ich schaffte es, das Vorhaben termingerecht umzusetzen. Es folgten die Vorarbeiten für den Neuheitenkatalog, die Festlegung des Umschlagfotos, des Buchtitels und des Vorschautextes. Hernach war die Reihe am Verlag, aus den über 500 abgelieferten Fotos, dem Text, den Bildlegenden, den Routenkarten und den GPS-Dateien etwas Gescheites zu kreieren. Ein freischaffender Lektor aus München nahm sich mit viel Einfühlungsvermögen dem Material an. Im vergangenen Frühling erhielt ich den ersten Wurf des Werks als PDF. Ich war positiv überrascht. Sowohl Lektor und Buchgestalter haben sich grosse Mühe gegeben, so dass ich am Layout nichts zu mäkeln hatte (und das will etwas heissen!). Zu guter Letzt wurden noch die Routenkarten eingebaut, so dass nach zwei Korrekturlesungen meinerseits, das Buch via Verlagskorrektorat in den Druck gehen konnte.

Das Buch erschien am 6. Juli 2016, verbunden mit einem für mich bedauernswerten Wermutstropfen: Die vom Verlag unmittelbar nach Erscheinen verschickten Belegexemplare fanden bis heute den Weg nicht zu mir. Da gehst du fast zwei Jahre schwanger mit dem Teil, es wird geboren, uns du bekommst es tagelang nicht zu Gesicht. Ich befürchtete zudem, dass selbst die Medien auf ihre Rezensionsexemplare warten müssten, allen voran Thomas Widmer, der mit mir für den Tages-Anzeiger ein längeres Interview zur Publikation von «Rund um Zürich», so der Name des Kindes, machen wollte.

Das Glück wollte es aber, dass wenige Stunden vor dem Gesprächstermin, Thomas sein Besprechungsexemplar erhalten hatte. So kam es, dass ausgerechnet jener Mann, dem ich die Möglichkeit verdanke, diesen Führer verfassen zu können, dass ausgerechnet er mir nun jenes Buch in die Hände geben konnte, auf das ich so sehnlichst gewartet hatte. So schliessen sich Kreise.

13. Juni 2016

Das Pelztier vom Wasserschloss


Als wäre es der 13. Juni 1816: Zufrieden und vom Fotografen wenig beeindruckt döst sie auf dem Sitz einer Kutsche gegenüber dem Wasserschloss von Hagenwil (TG).

15. März 2016

Zwei Katzen, zwei Charakteren

Ich muss noch einmal auf die Wanderung vom Samstag zurückkommen. Getreu meinem Motto, dass eine Wanderung nur dann eine Wanderung ist, wenn Mann oder Frau mindestens einer Katze begegnet ist, schulde ich meiner Leserschaft noch den Beweis, dass dem im thurgauisch-st.-gallerischen Grenzgebiet tatsächlich so war. Anzumerken gilt zudem Folgendes: Eine jede Wanderung bietet derart viel Erzählstoff, der diesen Blog problemlos täglich bis zur folgenden Wanderung mit Eindrücken, Gedanken und Bildern füllen könnte, wäre da nicht das selbst gewählte Schicksal des täglich geregelten Broterwerbs. Nun, wenn ich einmal pensioniert bin, dann …

Zurück zum Thema. Bereits kurz nach Wanderstart machte sich am Strassenrand eine rothaarige Katze, vielmehr ein Kätzchen bemerkbar. Ich zückte automatisch die Kamera und machte mich schussbereit. Das Büsi, zutraulich, zutraulich, zelebrierte das übliche Spiel: Noch bevor der Fotograf sein Objektiv scharf stellen kann, starrt es neugierig in die Linse und wartet auf Streicheleien. Derweil entdeckte ich im Hintergrund eine zweite, komplett anders gezeichnete Katze, die sich zögernd dem Fotografen näherte. Dieses Verhalten ist aus kameratechnischer Sicht bedeutend praktischer. Bleibt das Tier auf Fluchtdistanz, genügt ein leichtes Tele-Objektiv, etwas Geduld und Klick, der Stubentiger ist im Kasten.

Bleibt die Frage, weshalb ist das eine Büsi derart neugierig und zutraulich und weshalb übt sich das andere in sicherer Distanz? Katzen haben eben Charakter, haben ihre Lebensgeschichte und ihre Erfahrung, wie jedes andere Tier in der Regel auch. Das macht uns Menschen tierisch und die Tiere menschlich.

War optisch nicht scharf zu kriegen, dieses Schätzchen eines Kätzchens, …

... wohingegen die zweite Katze im Bunde sich vornehm zurückhielt und mit skeptischem Blick posierte.

14. März 2016

Das passt nicht nur auf dem Ballenberg

Das gefällt mir beim Gang übers Land: alte Häuser, die seit 200 und mehr Jahren am Wegesrand stehen und von der Baukunst vergangener Zeiten zeugen. Meistens sind es Bauernhäuser im landschaftstypischen Baustil, nicht selten kunstvoll verziert und mit viel Liebe zum Detail renoviert. Am vergangenen Samstag überraschten mich gleich mehrere Bauten in der ansonsten eher unspektakulären Gegend an der Südwestecke des Bodensees. Unter den blass wirkenden Gebäuden des 20. Jahrhunderts hoben sich die historischen Fachwerkhäuser als wohltuende Farbtupfer und wahre Augenweiden wohltuend ab.

Im Weiler Balge (TG). Dieses wunderschöne Haus trägt die Jahreszahl 1779.

Dasselbe Haus im Weiler Balge aus anderer Perspektive.

In Winden (TG).

Roggwil (TG).

Imposant: Der Gasthof Traube im Dorfzentrum von Roggwil (TG), Baujahr 1751.

Der Gasthof Traube in Roggwil (TG), gesehen von der Hauptstrasse.

In Roggwil (TG). Links das Schloss (seit 1978 in Besitz einer Stiftung) und rechts der Gasthof Traube.

Das Schloss Mammertshofen (TG) verfügt über den gewaltigsten Bergfried der Schweiz. Dieser wurde im 13. Jahrhundert mit bis zu drei Tonnen schweren Findlingssteinen errichtet.

Im Hof des Schloss Mammertshofen. Links die mächtige Mauer des Bergfrieds.

In Tübach (SG). Das Haus trägt die Jahreszahl 1629.

Detail des oben abgebildeten Hauses in Tübach. 1629 bezeugt das Bau-, 1802 das Renovationsjahr oder das Jahr, in dem das Gebäude eine Erweiterung erfuhr.

6. März 2016

Thurgauer Goa

Im sonderbar gestalteten Städtchen Amriswil (TG), mitten im Mikrokontinent Mostindiens, haben sich die Bänklimacher etwas Besonderes einfallen lassen. Es handelt sich um eine Art insulare Volkspritsche, gelegen an stark befahrener Strasse, damit sich der verstörte Tourist und der vom Wandern müde Wanderer darauf nieder lege und den Autolärm an sich heranbranden lasse, als höre er das Rauschen des Meeres in Goa, im schönen Indien, dem Partnerkontinent der innovativen Thurgauer. Man reiche mir die Räucherstäbchen!

26. Oktober 2015

Geschafft!

Mein neustes Werk erscheint im
Frühjahr 2016
Mit einer abwechslungsreichen Wanderung über den Bözberg beendete ich vergangenen Samstag die Wanderung Nummer 53 meines im kommenden Frühjahr erscheinenden Wanderführers Rund um Zürich. Über 1000 Wanderkilometer war ich in den vergangenen anderthalb Jahren unterwegs und habe hierbei Tausende von Fotos geschossen. Das Buch wird im Bergverlag Rother publiziert und trägt den Untertitel 53 Touren zwischen Schaffhausen und Gotthard.

Die Erarbeitung des Führers war ein hartes Stück Arbeit, nicht zuletzt des miserablen Sommers 2014 wegen, der mir gar manchen Strich durch die Planung machte. Und auch der aktuelle Herbst erlaubte mir die Durchführung der zwei letzten, ursprünglich vorgesehenen Touren nicht mehr, weil er zu früh mit Schnee um sich warf. 

26. Juni 2015

Hans Grünauer

Jakob Senn: Hans Grünauer, Limmat
Verlag, Zürich, 2006
In seinem autobiografischen Roman schildert Jakob Senn mit umwerfendem Charme das Heranwachsen des Hans Grünauer, Bauernsohn und früh an den Webstuhl gesetzt fürs Auskommen der Familie. Seine Leidenschaft aber gilt den Textgeweben: Süchtig liest er jedes gedruckte Wort, das er auftreiben kann, und bald beginnt er selber zu schreiben, mangels Papier auf jede erdenkliche Unterlage von der Hemdmanschette bis zum Webstuhlrahmen. Der Roman endet mit dem Entschluss zum Leben als freier Schriftsteller. (Klappentext)

ZH: Tösstal, Stadt Zürich, Zürichsee TG: Kloster Fischingen

Das Buch erschien erstmals 1888, postum herausgegeben von Otto Sutermeister, der es allerdings umtaufte in «Ein Kind des Volkes – Schweizerisches Lebensbild». Entgangen ist ihm die Gestaltung des Lebensberichtes als Bildungsroman nach dem Vorbild des «Grünen Heinrich» von Gottfried Keller – auf den der Originaltitel anspielt – und der freie Umgang mit den Fakten zu Gunsten der motivischen Geschlossenheit.

Jakob Senn (1824–1879), geboren in Fischenthal, Kanton Zürich. Nach dem Besuch der Primarschule Arbeit auf dem väterlichen Hof. Erste literarische Versuche mit zwanzig Jahren, Bekanntschaft mit dem Volksschriftsteller Jakob Stutz. 1856 angestellt in einem Zürcher Antiquariat, ab 1862 freier Schriftsteller, 1864 Heirat und Übersiedlung nach St.Gallen. 1867 Ausreise nach Südamerika, Rückkehr 1878, 1879 Freitod im Zürichsee.

23. April 2015

Horaa windschief


Es war am 19. Dezember 2014. Ich drehte eine lange Runde, ausgehend von Frauenfeld. Ich bestieg den Turm des Stäälibuck und machte mich hernach auf Richtung Thundorf. Hierbei gelangte ich auf dem Horaa an diesem Bänkli vorbei. Obschon das Möbel als häufig benutzt einzustufen war, getraute ich mich angesichts der windschiefen Erscheinung nicht, daselbst ein Päuschen einzulegen. Horaa ist übrigens Thurgauer Dialekt und steht für den das Deutsche Hohrain. Horaa!

22. März 2015

Jauchealarm im Apfelkanton

Die gestrige Wanderung führte vom st. gallischen Wil über die niederen Hügelrücken des Thurgaus. Mei, war dies eine stinkende Angelegenheit. Es war, als hätte der Bauernverband seine Gefolgsleute zu einer konzertierten Jaucheausbringaktion aufgerufen. Kaum eine Wiese, die nicht mit den Amoniakduft verbreitenden Exkrementen von Kuh, Schwein oder Huhn besprüht war. Was blieb einem da anderes übrig, als dem angekündigten Regen mit einer gewissen Freude entgegen zu blicken, allerdings mit der Hoffnung, er möge doch bitte warten, bis wir unser Ziel Bürglen erreicht hätten, was dann auch ziemlich gut klappte.

Architektonisches Glanzlicht in Schönholzerswilen (TG)


Eingekehrt waren wir übrigens nach gut zwei Wanderstunden auf dem Nollen, im Dörfchen mit dem ulkigen Namen Hosenruck. «Top of Thurgau» nennt sich das 734,7 Meter hohe Hügelchen, von dem man in der Tat eine fulminante Aussicht ins Ostschweizer Voralpenland hat, sofern man sie hat. Ansonsten gab sich der Landstrich in der weiten Thurschlaufe als ziemliches Nowhere-Land mit erfreulicherweise wenig Asphalt und einem brütenden Storchenpaar auf einem ausgedienten Industriekamin in Bürglen.

Der Frühling kann kommen. Ehemaliges Fabrikareal von Sun in Bürglen (TG)

28. Februar 2015

Beim Wirt zum Scharfen Eck

Otto Frei, Beim Wirt zum Scharfen
Eck, Arche Verlag, Zürich, 1976,
vergriffen
Wie in seinen früheren Erzählungen und in seinem Roman «Dorf am Rebhang» gelingt es Otto Frei auch in diesem neuen Roman, eine kleine, scheinbar intakte ländliche Welt darzustellen und dabei dank präzisen Beobachtungen das Hintergründige im Bild der Idylle aufzudecken. Es sind Geschichten von Käuzen und Originalen, von gewöhnlichen Bürgern, von kleinen Geschäftsleuten und vom Spekulanten grossen Stils, den kaum einer je gesehen hat, doch von dem alle reden. Diese Geschichten, schaurige und gefällige, erzählen die Männer am Stammtisch beim Wirt im «Scharfen Eck» ihrem Freund, der nach langer Zeit heimgekehrt ist. Dabei sprechen sie reichlich dem hiesigen Wein zu; darum gewinnen ihre Erzählungen an Witz, Originalität, Phantastik und Skurrilität, aber auch an Offenheit. Erfahrungen im Alltagsleben, wie wir sie alle machen, und die merkwürdigsten Begebenheiten wechseln einander ab und geben Einblick in die herrliche Vielfalt von Charakteren, wie man sie in einer Kleinstadt unserer Tage erleben kann. (Klappentext)

Otto Frei wurde am 5. März 1924 in Steckborn (TG) geboren. Er studierte Geschichte und Germanistik in Zürich, Basel und Paris, war Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Berlin und Rom und lebte als Berichterstatter für dieselbe Zeitung am Genfersee. Frei starb am 15. Juli 1995 in Bursinel (VD).

TG: Steckborn, Seerücken, Berlingen, Frauenfeld, Kreuzlingen, Klinik Münsterlingen ZH: Stadt Zürich BE: Mont Tramelan VD: Montreux SG: Rheineck F: Paris

26. Januar 2015

Design über der Lauche


Diese ungewöhnliche Bank steht auf der Geländekante des Sonnenbergs über dem thurgauischen Lauchetal. Lauche heisst der Bach, der durch eben dieses Tal fliesst. In meinen Ohren klingt ein grausiges, stinkendes Gewässer an. Von der massiv gezimmerten, an rustikales Outdoor-Wohn-Design erinnernde Bank geniesst der temporär Sesshafte eine nette Aussicht hinüber zu den Ostschweizer Voralpen.