20. Mai 2026

Im grossen Stil

Claus-Ulrich Bielefeld, Petra Hartlieb:
Im grossen Stil, Diogenes, 2015
Im Kunsthandel trifft man auf interessante Figuren: besessene Sammler und geldgierige Agenten, grossspurige Mäzene und eitle Kuratoren, dreiste Fälscher und einfache Diebe. Als ein Wiener Kunstgutachter und ein Berliner Sammler fast zeitgleich ermordet werden, müssen Inspektor Anna Habel und Kommissar Thomas Bernhardt dieses schillernde Ambiente gemeinsam durchleuchten. Hier weiss keiner mehr, was echt und was falsch ist. Ob es sich um Bilder oder um Gefühle handelt: Niemandem ist zu trauen. Und dabei ist Frühling – die Sonne strahlt, und die Welt zeigt sich so verführerisch, dass es Anna Habel und Thomas Bernhardt schwerfällt, ihre sieben Sinne beisammenzuhalten. (Klappentext)

D: Berlin und Umgebung A: Wien und Umgebung

17. Mai 2026

Tessin

Hermann Hesse: Tessin, Insel,
Frankfurt/Main, 1993
Die Poesie des Tessin, der üppigen Berg- und Seelandschaft südlich des St. Gotthard, findet sich in den Betrachtungen und Gedichten von Hermann Hesse wie auch in den 33 farbig reproduzierten Aquarellen des Dichters. Hesse erweist hier den Bergen und Wäldern, den Rebhängen und Dörfern, den Seetälern und Menschen des Tessin seine Referenz. Stärker, glühender und bildhafter hat keiner das Tessin beschrieben als Hermann Hesse. (Klappentext)

11. Mai 2026

Zu klein für den lieben Gott

Monique Laederach: Zu klein für den lieben
Gott, Bänziger/Ex Libris, Zürich, 1988
Anfang 1940, in einem kleinen Schweizer Dorf an der französischen Grenze. Während drüben die Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen voranschreitet geschieht im Dorf fast nichts. Die Männer sind auf den Hügelkämmen, bewachen die Grenze. Im Dorf sind beinahe nur Frauen, die den Lauf der Ereignisse abwarten. Im Mittelpunkt des Romans stehen drei dieser Frauen: Judith, ihre Schwester Carole, ihre Mutter.

Der Krieg wirft seine Schatten auch auf die alltäglichen Handlungen der Menschen im Dorf. Die Isolation und Enge bringt Gefühle zum Ausbruch, die jeder in sich trägt: Angst, Schwäche, Resignation, Rassismus. Die Frauen erleben den Krieg in Schweigen und Beklemmung. Judith, die 24-jährige Übersetzerin, versucht dennoch die wahren menschlichen Gefühle zu bewahren. Sie sieht sich dabei der Zerbrechlichkeit ihrer Schwester und der Abhängigkeit von ihrer Mutter, aber auch ihrer eigenen Verbitterung und Intoleranz gegenüber. Der Tod der Mutter führt zu Versöhnung und Beruhigung. (Klappentext)

NE: Les Brenets, Doubs, Saut-du-Doubs, Lac des Brenets, Les Frêtes, Caroline, Le Locle, La Chaux-de-Fonds, Neuenburg, Bahnlinie Le Locle–Les Brenets

5. Mai 2026

Andorra

Max Frisch: Andorra, Suhrkamp, Frankfurt
a.M., 1999
Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozess einer Bewusstseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heisst in Max Frischs Stück «Judsein». Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961.

Diese Ausgabe der «Suhrkamp BasisBibliothek Arbeitstexte für Schule und Studium» bietet nicht nur Max Frischs Stück Andorra , seine «Anmerkungen zu Andorra», die «Notizen von den Proben» sowie seine Prosaskizze «Der andorranische Jude», sondern auch einen Kommentar, der alle für das Verständnis des Werks erforderlichen Informationen enthält: eine Zeittafel, die Entstehungs- und Textgeschichte, einen Überblick über die Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte, eine Analyse der unterschiedlichen Deutungsansätze, Literaturhinweise sowie Wort- und Sacherläuterungen.

Das Stück jagt dem Leser kalte Schauer über den Rücken: Die Unausweichlichkeit der Ausbreitung der Rassenvorurteile, die Unmöglichkeit ihrer Rücknahme, die Vergeblichkeit aller Gegenwehr ist heute noch so beängstigend wie vor einem halben Jahrhundert.
(Inhaltsangabe zum Buch)