16. April 2021

Fräulein Matter verliebt sich

Nadine Hostettler: Fräulein Matter verliebt
sich, Piper, München, 2002

Fräulein Odette Matter, langjährige Haushälterin bei Borels, verfällt der flüchtigen Wahrheit einer Sommerliebe und stirbt Jahre später in einem grauen Winter mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Der Maler Leo, Liebhaber der Farben und der Frauen, malt im Auftrag der Stadt ein Bild für das Rathaus und sieht sich der völligen Ablehnung ausgesetzt. Der Uhrmacher Jean träumt vom Besuch des grossen Astronauten, der sich aber nicht als der erwartete Armstrong herausstellt. Die Menschen in Nadine Hostettlers Geschichten leben alle in einer Kleinstadt irgendwo auf dieser Welt, und jeder von ihnen ist im Begriff, sein Leben neu einzurichten und unbeirrbar eine fixe Idee zu verfolgen. «Es sind Glückgeschichten, die von nichts als vom Zerbrechen des Glücks, vom Verfehlen des Lebens erzählen und doch den Traum vom richtigen Leben bewahren.» (Neue Luzerner Zeitung)

Nadine Hostettler, 1959 in Bem geboren, lebt in Paris und Zürich. Sie studierte Ethnologie und Spanisch und war von 1987 bis 1991 Korrespondentin für die »Weltwoche« in Mexiko und Zentralamerika. Sie arbeitet als Joumalistin unter anderem für das Schweizer Fernsehen.
(Inhaltsangaben im Buch)

BE: Biel und Umgebung

13. April 2021

Gold in der Schweiz

Peter Pfander, Victor Jans: Gold in der Schweiz,
Ott, Thun, 1996
Gold hat schon immer eine überaus faszinierende Wirkung auf die Menschheit gehabt. Auch in der Schweiz hat die Goldsuche eine lange Tradition. In diesem Buch wird sie umfassend dargelegt. Im allgemeinen Teil lernen die Leser die verschiedenen Arten von Goldvorkommen kennen. Es wird erläutert, wie, wo und mit welchen einfachen Mitteln man aus Schweizer Flüssen Gold waschen kann. Im zweiten Teil wird mit dreizehn Regionalbeiträgen ausführlich auf die örtlichen Goldvorkommen eingegangen.

Ausgewiesene Goldexperten berichten aus ihrer reichen praktischen Erfahrung und erklären die geschichtlichen sowie geologischen Einzelheiten zu den jeweiligen Goldvorkommen. Das Buch ist ein Gemeinschaftswerk und enthält Abbildungen und Beschreibungen vieler noch nie publizierter Goldfunde. Es richtet sich an alle an Gold under Goldsuche interessierten Personen und vermittelt eine breite Übersicht über die Goldvorkommen in der Schweiz. (Klappentext)

12. April 2021

Mit dem Kanu quer durch Alaska

Elisabeth Weigand: Mit dem Kanu quer
durch Alaska, Trèves, Trier, 1995
«Der Yukon-River. 3200 km wollte ich mit dem Kanu auf dem Fluss zurücklegen – ihn von seinem Ursprung bis zur Mündung abpaddeln. Ich würde im Frühjahr im Nordwesten Kanadas starten und bis Herbst Alaska durchquert haben.» Elisabeth Weigand genoss das Abenteuer in der faszinierenden Wildnis. Sie freundete sich an mit Eskimos und Indianern, die sie auf ihrem Weg kennenlernte und erlebte eine unvorstellbar weite Natur. Exkurse über die Geschichte des Landes und seiner Menschen tragen zum tieferen Verständnis bei. (Klappentext)

11. April 2021

Nördlich der Sonne

Fred Hatfield: Nördlich der Sonne,
Weltbild, Augsburg, 2009
Die Geschichte dieses Buches ist die Geschichte von Fred Hatfield – dem wohl letzten Trapper Alaskas. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreicht der mutige junge Mann «die Welt nördlich der Sonne» – und beginnt ein Leben in der Einsamkeit und im Einklang mit der Natur. Keine Geländewagen oder Motorschlitten stehen für ihn bereit, dafür Skier und Packschlitten, Schneeschuhe und Mokassins. Auf der Suche nach Arbeit hört er von grossen Goldfunden, die ihn schliesslich weit in die tiefen Wälder Alaskas führen. Mit grossem Geschick und Naturvertrauen gelingt ihm dort der harte Alltag, der aus dem Goldsuchen, der Jagd, dem Nachtlager Bauen und natürlich der Einsamkeit besteht. Nicht für immer bleibt er an diesem Ort ... aber die Faszination dieses Stückchens Erde lässt ihn nicht mehr los.

10. April 2021

Peace Pilgrim

Peace Pilgrim: Die Friedenspilgerin, Yoga,
Vidya Verlag, Horn-Bad Meinberg, 2014
«Eine Pilgerreise ist eine andächtige Reise des Gebets und des guten Beispiels. Meine Reise ist in erster Linie ein Gebet um Frieden. Wenn man sein Leben dem Gebet widmet, intensiviert man das Gebet in höchstem Masse.»
Peace Pilgrim über ihre Pilgerreise 1953–1981

Mildred Norman Ryder (1908–1981), genannt Peace Pilgrim, die Friedenspilgerin, wanderte weit über 40.000 km quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie gab so ihre Botschaft vom Frieden weiter: Das ist der Weg des Friedens: Überwinde Böses mit Gutem, Falschheit mit Wahrheit und Hass mit Liebe.

Die Friedenspilgerin besass nur die Kleidung, die sie trug. In ihren Taschen nur eine Zahnbürste und ein Kamm. Sie nahm kein Geld an und versprach: Ich will ein Wanderer bleiben bis die Menschheit den Weg des Friedens gelernt hat. Ich will wandern bis mir Obdach gewährt wird und fasten bis mir zu essen gegeben wird.

Peace Pilgrim sprach mit Leuten auf staubigen Landstraßen und in den Straßen der Städte. Sie sprach in Kirchen, in Schulen und in Bürgervereinen, im Fernsehen und im Radio über den inneren und äusseren Frieden. Ihre Pilgerreise umfasste das gesamte Friedensspektrum: Frieden zwischen den Nationen, einzelnen Gruppen und Individuen, und den äusserst wichtigen inneren Frieden, da dort nämlich der Frieden beginnt. Die Friedenspilgerin glaubte, dass der Weltfriede dann kommen kann, wenn genügend Menschen inneren Frieden erreicht haben. Ihr Leben und ihre Arbeit zeigen, dass eine Person, die inneren Frieden hat, einen bedeutenden Beitrag zum Weltfrieden leisten kann.
(Klappentext)

9. April 2021

Mit Vater sind es sechs!

Hans Schürch: Mit Vater sind es sechs!
Castel Verlag, Thalwil, 1961

Kleiner Steckbrief der an diesem Buch Beteiligten:

Hannes: Jüngster Knabe, der seine Eltern immer häufiger in Verlegenheit bringt. Letzte Missetat: Sie sind bei einem Geschäftsfreund, der ziemlich korpulent ist. Der kleine Sohn umkreist ihn aufmerksam und will zu guter Letzt wissen: «Papi, wo kann man bei bei diesem Mann die Luft herauslassen?»

Peter: Initiativer Blondschopf mit strubbligem Haar, der den Zunamen «Der Ideenreiche» erhalten hat, macht diesem Namen gerade in letzter Zeit wieder alle Ehre. Hier eine kleine Kostprobe aus seinem Repertoire: Da sitzt die Familie an einem netten Maiabend bei trautem Lampenschein und löffelt friedlich Suppe. Plötzlich summt etwas gegen das Licht, und dann noch etwas und noch was. Nun sumselt und brumseIt es. Peter aber rutscht verzweifelt auf der Eckbank herum und hält ganz krampfhaft seine Hosentasche zu. Kein Wunder, denn dort befinde t sich ja die Maikäfer-Abflugpiste! – In den TessinerFerien avancierte er vorübergehend zum Zirkus-Direktor und wurde für ein verschwundenes schwarzes Huhn verantwortlich gemacht. Im Bubenkrieg verfolgte ihn unheimliches Pech, und er lag festgeklemmt im Hühnerhof.

Jürg: Ältester Spross der Familie. Ruhiger und besonnener als seine beiden Brüder. Und gerade er ist im Luganersee beinah ertrunken!

Susi: Vergöttert von ihren Brüdern. Hält sodann im Brüllen den absoluten Dauer-Rekord. Versteht sich aber auch meisterhaft aufs Kratzen und Beissen!

Mutti: Vielgeplagt und doch meistens frohen Mutes. Verliert auch beim Tessiner-Brand den Kopf nicht und tut meist das Richtige.

Paps: Anlässlich der Taten seiner Jungmannschaft im romantischen Süden durch seine Nachkommenschaft ständig in Atem gehaltenes Wesen. Wenn er mit dem einen Auge weint. vergisst er jedoch nicht. mit dem andern zu lächeln. Ist für diese Lebens-Philosophie dem lieben Gott r echt dankbar.

Werner Büchi: Bekannt durch seine witzigen Zeichnungen landauf und landab. Zum ersten Mal hat er nun auch in einem Buch seine Visitenkarte als Illustrator abgegeben. Freuen wir uns doch alle darüber, dass dieser Zeichner es versteht. Die frohe Seite des Lebens aufzuzeigen.

Und nun: Es geschah im sonnigen Süden unter einem tiefblauen Himmelszelt. Dieses Buch kann jung und alt lesen. Was diese herrlichen Ferientage an goldigen und andern Überraschungen alles bringen, darüber wird Kind, Mutter und Grossmutter, Vater und Grossvater schmunzeln und lächeln! Sie lesen dieses frohe Buch ganz bestimmt mit Vergnügen!
(Klappentext)

TI: Airolo, Rodi-Fiesso, Lurengo (Hauptschauplatz), Ritombahn, Ritomsee, Passo Forca, Lugano, Luganersee ZH: Stadt Zürich

8. April 2021

Typotuning 4 – Bildgestaltung

Ralf Turtschi: Typotuning 4 – Bildgestaltung,
Edition Publisher, Winterthur, 2008
Der Band «Bildgestaltung» aus der Reihe «TypoTuning» gibt auf einfach verständliche Weise Tipps aus der Praxis rund um die Bildgestaltung. «Bildgestaltung» erklärt keine Programme, sondern erzählt von den kreativen Gestaltungsmöglichkeiten. Gestaltung beginnt bei der Aufnahme und endet beim gestalteten Produkt, sei es ein Flyer oder ein Fotobuch. Der Autor zeigt die wichigsten Regeln, die bei der Bildgestaltung angewendet werden sollten, um gute und wirkungsvolle Resultate zu erzielen. Bilder sehen, Bilder lesen, Bilder interpretieren, all diese Themen schaffen einen besseren Zugang zu der medialen Bilderflut, der wir oft ratlos gegenüber stehen.

Der Typograf, Grafikdesigner, Publizist und Buchautor Ralf Turtschi führt die Agenturtschi, visuelle Kommuniation, in Adliswil bei Zürich. Er hat sich mit den Fachbüchern «Praktische Typografie», Mediendesign» und «Making of» einen Namen geschaffen.
(Klappentext)

7. April 2021

Hunkeler und der Fall Livius

Hansjörg Schneider: Hunkeler und der Fall
Livius, Ammann, Zürich, 2007
In seinem sechsten Fall wird der Basler Kriminalkommissär Peter Hunkeler mit einem Mord konfrontiert, der länderübergreifend zu einer sensiblen Sache nicht nur für die Ermittlungsbehörden, sondern auch für Historiker wird. In einer Schrebergartenanlage am Stadtrand von Basel, deren Boden auf französischem Hoheitsgebiet liegt, wird am Neujahrsmorgen eine männliche Leiche gefunden. Der Tote wurde erschossen, man fand ihn jedoch aufgehängt an einem Fleischerhaken am First seines Gartenhäuschens, so, wie Schlachter die Kadaver ihrer toten Tiere aufhängen. Die Basler Polizei kann vor Ort nicht ermitteln, dafür ist die französische Kriminalpolizei vom elsässischen Colmar zuständig. Bald stellt sich heraus, wer der Tote ist. Er ist Schweizer, wohnhaft in Basel, doch handelt es sich auch tatsächlich um den ermittelten Anton Flückiger? Spuren führen ins Elsass, aber auch in die behäbige Landschaft des bernischen Emmentals, und unvermittelt tauchen Ereignisse aus den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs auf, dessen Wunden im Elsas nicht verheilt sind … (Klappentext)

BE: Lueg, Kaltacker, Rüegsau, Rüegsbach, Affoltern i.E. BS: Stadt Basel F: Elsass

6. April 2021

Himmel, Hölle, Rock 'n' Roll

Chris von Rohr: Himmel, Hölle, Rock 'n' Roll
Wörtersee, Lachen, 2019
In seiner Autobiografie «Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» nimmt uns Chris von Rohr auf eine grosse Reise mit. Auf eine Reise mit vielen Glanzlichtern, aber auch Rückschlägen. Er schildert Erfahrungen, die klarmachen: Scheitern ist kein Problem, wenn man sich sein inneres Feuer bewahrt, wieder aufsteht und unerschrocken weitergeht. Chris von Rohr schreibt nicht nur über die Kunst des Songschreibens, des Liebens und des Lebens, sondern zeigt auch, was man bewegen kann, wenn man an seinem Traum arbeitet und wenn Leidenschaft, Wille und Hingabe auf die Spitze getrieben werden. Das Buch wird keine Leserin, keinen Leser kaltlassen, weil es das Sein hinter dem Schein offenlegt und uns Vertrauen und Kraft gibt, den eigenen Weg zu finden. Es macht Mut auf das Leben. Mut, etwas zu riskieren und freudvoll dem nachzugehen, was man im Herzen trägt. There’s no limit!

«Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» ist eine ebenso eindrückliche wie swingende Liebeserklärung an das Leben, an die Musik, an die Liebe, die Frauen, die Freundschaft, an das Streunertum und das Kindbleiben. Bei Chris von Rohr geht es immer ums Ganze. So witzig, unterhaltsam und so gnadenlos ehrlich und bestechend kompromisslos wurde die eigene Geschichte noch selten festgehalten. Würde es nicht nur für Musikalben, sondern auch für Bücher Edelmetallauszeichnungen geben, «Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» bekäme Platin. (Klappentext)

Moors Fazit: Von Rohrs Autobiografie zeigt schonungslos die Zwiespältigkeit dieses Mannes aus Solothurn auf. Da ist über weite Strecken viel Arroganz und Überheblichkeit und wenig Demut. Doch von Rohr will es so, ist stolz darauf, frei nach dem Motto: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Immerhin, dies sei ihm zu Gute gehalten, kommt mit zunehmenden Lebensjahren (der Hardrocker wird heuer 70!) eine gewisse Altersmilde auf, die mich gegen Ende der Lektüre doch noch ein wenig versöhnlich gestimmt hat. Und auch seine politischen Ansichten lassen sich durchaus als vernünftig betiteln. Wer aus der Distanz wissen möchte, wie der Mann mit dem Kopftuch durchs Leben tickt, dem sei dieser 600-Seiten-Wälzer durchaus empfohlen.

5. April 2021

Mein Stein des Anstosses

Es geschah am Karfreitag kurz vor Mittag in Möriken (AG), Ecke Erlenweg/Baumgartenweg. Ich war zu Fuss von Wildegg nach Wohlen unterwegs und hatte gerade ein paar Fotos von zwei blühenden Bäumen im Garten eines Einfamilienhauses gemacht. Als ich mich danach umdrehte und weitergehen wollte, stiess ich beim ersten Schritt gegen einen Granitquader, der auf dem Gehsteig aus mir unerfindlichen Gründen platziert war und den ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. 

Der Stein des Anstosses in Möriken (AG), der mich ohne Vorwarnung zu Fall brachte.

Der Sturz mit vollbepacktem Trekkingrucksack war heftig. Die Folgen: Leichte Schürfungen am linken Fussgelenk, am rechten Knie und am rechten Ellenbogen. Hinzu kam der Aufprall auf meinen rechten Brustkorb, der ziemlich stark zu schmerzen begann. Die Kamera, die ich vor dem Sturz noch in der Hand hielt, flog in weitem Bogen durch die Luft und landete unsanft auf dem Asphalt.

Währenddem mir vor allem der Brustkorb zu schaffen machte, waren die Schürfwunden vernachlässigbar. Die Kamera fiel zum Glück auf ihre Rückseite und kam mit Kratzspuren an allen vier Ecken glimpflich davon. Was mich indes beschäftigte, war die Frage, weshalb um alles in der Welt werden derartige Granitblöcke an einer Stelle aufgestellt, die der gemeine Fussgänger für sein Revier hält? Und weshalb werden diese, wenn es denn schon sein muss, nicht mit Farbe gekennzeichnet, damit sie Tag und Nacht gut sichtbar bleiben? – Ich wünsche mir gute Besserung und den Baubehörden in Möriken etwas mehr Verstand.

So schön die blühenden Bäume, so schmerzhaft mein Fall über den Granitquader im Vordergrund.

4. April 2021

Der Weinbau in Spiez am Thunersee

Alfred Stettler: Der Weinbau in Spiez am Thunersee,
Fischer, Münsingen, undatiert
Im vorliegenden Buch wird der heutige Weinbau in Spiez, der im Jahr 1928 mit Hans Barben den Anfang nahm, in Wort und Bild vorgestellt. Es versucht aber auch, auf die Anfänge einzugehen und beleuchtet in ausgedehnten Kapiteln den Weinbau zur Zeit der gnädigen Herren von Bern mit den Feudalabgaben, Weinzehnten und mit dem Weinzins. Es wird auch von Persönlichkeiten wie Hans Barben und Franz Ludwig von Erlach berichtet, die sich mit dem Spiezer Wein befassten. Dies und verschiedenes mehr ist im neuen Weinbüchlein über Spiez zu finden; eine Fundgrube für Weinfreunde und Freunde von Spiez. (Klappentext)

3. April 2021

Gold

Blaise Cendrars: Gold, Ex Libris, Zürich,
1977
Blaise Cendrars, «der transsibirische Homer», wie ihn Jürg Fedrspiel in der «Weltwoche» nannte, hat mit dem Roman des Schweizer Generals Suter, «der wider Willen zum Besitzer der riesenhaftesten Goldlager in Kalifornien geworden war und dennoch als Bettler gestorben ist, ein Meisterwerk von unverkennbarer dichterischer Relevanz geschaffen: es begründete seinen weiteren literarischen Ruhm und wurde später in Hollywood verfilmt.

In Frankreich zählt man Cendrars zu den Grössten, und es steht ausser Zweifel, dass einige seiner Werke auch in hundert Jahren wie Granitblöcke aus der von ständigen Modeströmungen überschwemmten Tiefebene moderner Literatur herausragen werden.
(Klappentext)

Dieser Roman ist in doppelter Art literarisch bedeutungsvoll: stofflich als eines der abenteuerlichsten Schicksale unserer Zeit, formal als eine grossartige gestalterische Leistung des dem Helden der Erzählung schicksalsverwandten Dichters.
  (Neue Zürcher Zeitung»)

2. April 2021

Hesch e Kiosk a der Eigernordwand?

Dorothea Gruner: Hesch e Kiosk a der
Eigernordwand? Viktoria Verlag,
Ostermundigen, 1977
Das vorliegende Büchlein erhebt weder Anspruch auf irgendwelche Wissenschaftlichkeit noch auf Vollständigkeit noch auf absolute Richtigkeit. Es ist entstanden aus reiner Freude an den wortschöpferischen und wortbewahrenden Kräften in unserer bernischen Schuljugend.

Vor einiger Zeit hat sich ein Gymnasiallehrer dahin geäussert, Schülersprache sei armselig und grobschlächtig. Solcher Beurteilung möchte ich entgegentreten und anhand meiner Wortschatzsammlung aufzeigen, wie vielfältig und einfallsreich sie sein kann; ja, da und dort ist sie auch noch der Tradition verpflichtet und bewahrt so altes Sprachgut vor dem Untergang. Dass die Schuljugend auch sehr grob sprechen kann, soll nicht bestritten werden. In meiner Sammlung fehlen allerdings mit wenigen Ausnahmen Ausdrücke aus der Fäkal- und Sexualsprache. Diese Bereiche werden gewiss von den Schülern auch einbezogen, doch spielen sie nicht eine solche Rolle, wie etwa behauptet wird. Der Leser wird feststellen können, dass auch ohne sie eine reichhaltige Sprachsammlung entstanden ist. Kräftig und voll von Übertreibungen, scharf, ironisch, ja grotesk, absurd, so will der Schüler sprechen, als Gegenmittel gegen die langweilige Schule, gegen die mühsame Ordnung der Erwachsenenwelt. Er will damit seine Eigenständigkeit, sein Anderssein bekunden und tut dies mit sichtlichem sprachbildendem Können.

Wer dies Büchlein zur Hand nimmt, um sich rein nur an den Sprachformen und den Wortschöpfungen zu ergötzen, der beschränke sich jeweilen auf den ersten Teil des Kapitels und überschlage ruhig den zweiten. Wen aber dieses oder jenes sprachliche Problem interessiert, der möge die «Bemerkungen» zu jedem Kapitel in seine Lektüre mit einbeziehen. Sie sind in keiner Weise vollständig, sondern greifen einige Aspekte heraus, deren Darstellung ein gewisses Interesse bietet. Wer dieses oder jenes nicht kennt, vermisst oder anders sagt, der möge bedenken, dass die Schülersprache gerade so vielfältig und wandelbar ist wie ihre jungen Träger! Gerne nehme ich aber Anregungen und Ergänzungen entgegen; vielleicht lassen sie sich später einmal wieder verwerten.

Wenn meine kleine Arbeit Anregung zu weiteren Sprachschöpfungen bietet, wenn sie Freude an der sprachlichen Ausdrucksform weckt, dann hat sie ihren bescheidenen Zweck erfüllt.
(Vorwort)

1. April 2021

Die Schweiz für die Hosentasche

Martin Walker, Anicia Jonas: Die Schweiz
für die Hosentasche, Fischer Taschenbuch-
verlag, Frankfurt, 2014
Wie tief ist der Röstigraben und wo liegt er? Was versteckt sich hinter Schwingen, Hornussen und Jassen? Was ist ein Brocki? Warum heisst «Mensch ärgere dich nicht» in der Schweiz «Eile mit Weile»? Haben die Schweizer Humor und wenn ja, welchen? (Klappentext)

31. März 2021

Beresina

Adolf Haller: Beresina, Sauerländer, Aarau, 1956
David Zimmerli, von dem dieses Buch erzählt, starb 1875 als hochangesehener Offizier. Die eigenen Aufzeichnungen über sein Leben dienten Adolf Haller als Grundlage für diese Erzählung. Zwischen David und seinem Vater kommt es wegen der Berufswahl zu Auseinandersetzungen. Der Achtzehnjährige, der den Einbruch der Franzosen in die Schweiz miterlebt hatte, lässt sich heimlich für den französischen Kriegsdienst anwerben. Als Offizier macht er 1812 den Marsch der grossen Armee nach Russland mit, er kämpft in den beiden Schlachten bei Polozk, dann erlebt er den denkwürdigen Übergang über die Beresina, und schliesslich findet er als einer der wenigen den Weg zurück in die Heimat. Er findet aber auch wieder den Weg zurück zu seinem Vater.

Die Erzählung hat zweierlei Schauplätze: die Schlachtfelder der Napoleonischen Kriege und die verborgenen Gründe des menschlichen Herzens. Darum ist dieses neueste Buch des bekannten Jugendschriftstellers trotz seiner Geschichtlichkeit von packender Gegenwartsnähe.
(Klappentext)

Moors Fazit: Was für eine packende Geschichte eines mir bis dato unbekannten Jugendbuchautors. Der aus dem aargauischen Muhen stammende Adolf Haller (1897–1970) bringt uns jenes Stück Historie näher, als sich nicht wenige Schweizer in fremden Kriegsdiensten verdingten; dies in einer Erzählkunst und Sprachform, von der sich so manche «Erwachsenen-Belletristik» ein Stück abschneiden könnte. Illustriert wird der Text mit 53 Zeichnungen des Aargauer Grafikers Felix Hoffmann (1911–1975), der unter anderem Kirchenfenster in der Stadtkirche Aarau und im Berner Münster schuf. Zudem kreierte er die einzige von Thomas Mann autorisierte Illustration des «Zauberbergs».

30. März 2021

Die Spirale – Etappe 6

Zollikofen – Boll: In 4½ Stunden über das Grauholz und den Bantiger.

Die Strecke von Zollikofen nach Boll war die erste veritable Bergetappe seit Beginn des Projektes am 1.1.2021. Sie führte zu Beginn durch den märchenhaft anmutenden Wiliwald, unterquerte die Autobahn A1 und widmete sich dann dem Grauholz. Den bewaldeten Hügel im Nordosten Berns überschritt ich auf knapp 750 Meter über Meer, ehe es hinunter nach Lutzeren, einem sanften Übergang vom Worblen- ins Krauchthal, ging. Der Gegenanstieg auf den Bantiger (947 m) wartete zuerst mit der überraschend grossen Burganlage von Geristein auf – eine auf Sandstein gebaute Ruine, mit Betonverstärkungen vor dem Zerfall bewahrt.

Kurz unterhalb des Gipfelplateaus des Bantiger letzte Schneehäufchen. Eine schwedisch-schweizerische Wanderfamilie kam mir auf dem obersten Treppenabschnitt kurz unterhalb des Triangulationspunktes mit Kuschelhund Mango entgegen. Und wenn schon auf dem Bantiger, dann auch noch die 33,7 m über Grund gelegene Aussichtsplattform des Swisscom-Sendeturms bestiegen! Die mehr windige als luftige Angelegenheit lohnte indes die zusätzlichen Mühen. Dem 360°-Rundumblick stand buchstäblich nichts im Wege.

Die aus Stockholm stammende Lustighündin hört auf den schicken Namen Mango.

Der sanft geneigte Abstieg endete schliesslich an der komplett neu konzipierten und erfreulicherweise mitunter auch in Holz gebauten S-Bahnhaltestelle des Regionalverkehrs Bern-Solothurn. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle das Schlössli in Sinneringen kurz vor Boll. Dieses wurde 1729 für Hans Rudolf von Diesbach (1688–1750), Oberst in sardinischen Diensten und Landvogt zu Romainmôtier, erbaut. Von Diesbach verkaufte die Campagne 1748 an seinen Neffen Niklaus von Diesbach (1722–1782); dieser wiederum verkaufte Sinneringen 1775 an seinen Sohn Niklaus von Diesbach (1747–1831). Bei seinem Konkurs 1800 ging die Besitzung an Johann Karl von Bonstetten (1761–1838). Der Offizier und Maler August von Bonstetten vererbte seinen Anteil an Sinneringen an seinen Neffen und seine Nichte, die das Gut 1889 verkauften. Der Diplomat Ulrich Walther Maximilian von Bonstetten erwarb Sinneringen 1922 und veräusserte es 1925 an eine Familie Lüthi.

Der Sendeturm auf dem Bantiger hat eine Höhe von gut 181 m und ist daher von weit her gut zu erkennen.


29. März 2021

Bärentritt

Silvia Götschi: Bärentritt, Emons, Köln, 2016
Kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos geht bei der Polizei eine Bombendrohung ein. Fast zur gleichen Zeit verschwindet der Sohn eines Konsuls aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, wenig später wird er tot aufgefunden. Allegra Cadisch ist eien der Letzten, die ihn lebend gesehen hat - jetzt muss sie alle Kräfte aufbringe, um ihre Unschuld zu beweisen. (Klappentext)

GR: Landquart, Prättigau, Davos (Hauptschauplatz), Flüelapass, Bärentritt (Zügenschlucht), Duchli Säge (Davos), Klosters UAE: Dubai

28. März 2021

Wie man bei Windstärke 10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt

Mick Conefrey: Wie man bei Windstärke
10 stilvoll eine Tasse Tee trinkt, Piper,
München, 2008
Wussten Sie, warum Peary auch nach Jahren bei den Eskimos immer noch nicht heim nach England wollte und in welchem Outfit Freya Stark in die Wüste zog? Dass Bergsteiger früher überzeugt davon waren, dass Rauchen zur Anpassung an die dünne Höhenluft beitrage? Dass viktorianische Entdecker gegen den Durst Patronenkugeln lutschten und John Franklin vor lauter Hunger seine Lederstiefel aufzuessen begann? Den wenigsten ist klar: Auch die klassischen Abenteurer und Entdecker haben mal klein angefangen. Sie probierten aus, was gegen Einsamkeitsattacken oder gegen Meuterei hilft. Sie übten, einen Braun- von einem Schwarzbären zu unterscheiden – und rechtzeitig zu erkennen, wo die Gastfreundschaft der Beduinen ihre Grenzen hat.

Mick Conefrey, passionierter Bergsteiger und Reisender, versammelt Wissenswertes und Triviales, Befremdliches und hinreissend Komisches – 2007 von der Zeitschrift Bild der Bild der Wissenschaft als «Wissenschaftsbuch des Jahres» ausgezeichnet. (Klappentext)

27. März 2021

Kreuz und quer durchs Toggenburg

Bettina Dyttrich: Kreuz und quer durchs
Toggenburg, Rotpunkt, Zürich, 2005
Das Toggenburg liegt im Kanton St. Gallen und erstreckt sich von den bewaldeten Hügeln bei Wil bis zu den Gipfeln von Alpstein und Churfirsten auf über 2000 Metern. Es bietet eine Vielfalt an Landschaften: riesige Wälder, weite Moore und Alpweiden, Gipfel und Schluchten. Von Zürich und Konstanz aus ist es in einer guten Stunde erreichbar.

Vorgestellt werden ein- und zweitägige Routen. Jene in voralpiner Höhenlage sind auch in den kalten Monaten begehbar, die alpinen Wanderungen bleiben im Hochsommer angenehm. Die meisten Touren sind für Familien mit Kindern ab ca. 10 Jahren geeignet. Dieses Buch enthält alle nötigen Angaben für Anreise, Unterkunft, Sicherheit und Besichtigungen unterwegs. Daneben Wissenswertes über die bewegte Geschichte des Toggenburgs, über Sticker, Streikende und die erste Bauernmalerin der Schweiz, aber auch über Käser und Kulturschaffende von heute. Die Heimat von Ulrich Bräker, dem «Armen Mann im Tockenburg», entpuppt sich als abwechslungsreiche Wandergegend. (Klappentext)

26. März 2021

Im Land der Schotten

Christian E. Hannig: Im Land der Schotten,
Frederking & Thaler, München, 1999
Schottland – Land der Moore, Lochs und Glens, der verwunschenen Schlösser und Burgen, der Stürme und aufgewühlten Meere, des Dudelsacks und der Clans, aber auch der blutigen Kriege zwischen englischer Krone und schottischem Freiheitsdrang. 4000 Kilometer radelt Hannig über Gretna Green, Edinburgh, die Highlands, die Orkney-Inseln und Hebriden bis nach Glasgow und erlebt eine Fülle von Begegnungen und Abenteuern. Sein Bericht lässt Liebe zu diesem an Naturschönheiten reichen Land und seinen gastfreundlichen Bewohnern entstehen. (Klappentext)