| Alfred Bodenheimer: Der Böse Trieb, Kampa, Zürich, 2021 |
6. August 2026
Der böse Trieb
14. Januar 2026
Geschafft!
Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».
10. Dezember 2025
Retro 2025 – 3
Frühling: Da sind der Gefühle und Eindrücke viele! Für mich unter anderem der unverwechselbare Ruf des Buchfinks, die verlockenden Temperaturen, das Gesumme von Bienen und eben ... und vor allem ... der unwiderstehliche Duft des Bärlauchs. Hinzu gesellt sich die schon fast subversive Frechheit, den Waldboden über und über mit wohltuendem Grün zu überziehen. Und wenn dieser Bärlauch einmal blüht! Forstlich-paradiesische Zustände sind das. Zumindest für mich.
So war es denn auch wieder einmal im März an und auf der Lägeren im Rahmen einer zweitägigen Wanderung von Baden auf den Hönggerberg im aargauisch-zürcherischen Grenzgürtel soweit. Bärlauch, Bärlauch, Bärlauch! Gibt es etwas Schöneres im Lenz, als sich zu Fuss durch die betörenden Felder zu bewegen? Ich meine nein. In diesem Sinne schlummert in mir, nebst der Vorfreude auf den nahenden Winter, bereits jene auf die übernächste Jahreszeit.
24. Oktober 2025
Die blaue Linie
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| Daniel de Roulet: Die blaue Linie, Limmat, Zürich, 1996 |
Max, der im Widerspruch zwischen erfolgreichem Architekten heute und politischem Aktivisten damals lebt, hat sich eine Zeit unter vier Stunden vorgenommen. Während des Rennens wird Vergangenes wieder gegenwärtig – sein Lauf durch die Nacht von K. nach Olten, nachdem der Pavillon auf dem AKW-Gelände gesprengt worden war, eine Frau, die sich ihm während des Laufes unvermittelt in Erinnerung ruft, die Flucht Gustave Courbets in die Schweiz, weil er in der Pariser Commune die Vendôme-Säule umgestürzt haben soll.
In diesem Roman zwischen Fiktion und literarischer Aneignung schildert Daniel de Roulet die Biographie einer Generation. (Klappentext)
AG: Kaiseraugst, Aargauer Jura BL: Baselbieter Jura SO: Solothurner Jura, Olten USA: New York City
Georgio Bellini, der gewalttätige Politaktivist, als logische Inspiration für den Schriftsteller de Roulet20. April 2025
Leichtes Kribbeln
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| Simon Libsig: Leichtes Kribbeln, Knapp, Olten, 2014 |
Der Alltag ist vorbei. Für ihn, den elfjährigen Bettnässerpiratenritter, für seine entfremdeten Eltern, für das ganze gespaltene Dorf.
Eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und darüber, dass die kleinen Dinge immer wichtiger sind, al es uns scheint. (Klappentext)
AG: Baden und Umgebung
27. März 2025
Wir kennen uns doch kaum
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| Max Küng: Wir kennen uns doch kaum, Rowohlt, Reinbek b. Hamburg, 2015 |
6. März 2025
Nick Tappoli
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| Jakob Christoph Heer: Nick Tappoli, Cotta'sche Buchhandlung, Stuttgart/ Berlin, 1922 |
19. April 2024
Gift im Aargau
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| Ina Haller: Gift im Aargau, Emons, Köln, 2014 |
AG: Aarau, Erlinsbach, Oberentfelden, Auenstein ZH: Winterthur
24. März 2024
3000
| Ein kurzer Abschnitt meiner 3000. Wanderung führte entlang des Skulpturenwegs von Dietwil. |
Gestern vollbrachte ich meine 3000. Wandertat seit Beginn der Aufzeichnungen am 28. März 1982. Ich ging vom luzernischen Rothenburg Station ins aargauische Sins. Das waren knapp 23 Kilometer in meist vorzüglichem Wanderterrain, inklusive mehrstündiger Wetterbesserung. 3000 Mal habe ich bislang die Wanderschuhe geschnürt, etliche Male davon zusätzlich die Schneeschuhe angezogen. Ziemlich genau 42 Jahre bin ich nun also per Pedes unterwegs. Eine lange Zeit und noch bin ich des Gehens nicht müde. Nach wie vor finde ich das Schritteln die mit Abstand beste, sinnvollste, schönste, umweltschonendste und beglückendste Art der Fortbewegung.
Wieder zu Hause nahm es mich wunder, wie lange ich jeweils für 1000 Wanderungen benötigte und wie viele Kilometer dabei pro 1000 Wanderungen zusammengekommen waren. Hier das Ergebnis:
|
Wanderungen |
1–1000 |
1001–2000 |
2001–3000 |
|
Datum |
18.1.1997 |
14.7.2013 |
22.3.2024 |
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Zeitspanne |
5410 Tage |
6021 Tage |
3904 Tage |
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Distanz |
14'312.3 km |
13'353,9 km |
14'454,2 km |
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Ø Distanz/Tour |
14,31 km |
13,35 km |
14,45
km |
Und weil ich mich ja auch als Netzwerkwanderer verstehe, habe ich, der unverbesserliche Liebhaber von Listen, in stundenlanger Arbeit ein Verzeichnis sämtlicher Netzwerkpunkte in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein erstellt. Ein Netzwerkpunkt ist entweder ein Start- oder ein Zielort einer Wanderung, der wiederum als Start- oder Zielort einer anderen Wanderung dient. Aktuell umfasst mein Wanderwerk insgesamt 1839 Netzwerkpunkte, wovon 71 nur einseitig ins Netz eingebunden sind, d.h. entweder nur einen Start- oder nur einen Zielpunkt darstellen. Die besagte Liste wird laufend aktualisiert und kann hier eingesehen werden. Derzeit bin ich daran, sämtliche Netzwerkpunkte noch genauer zu verorten und dort, wo relevant, die Bezeichnung der Haltestelle des öffentlichen Verkehrs anzubringen. In der Liste ist übrigens auch ersichtlich, ob ich bei Mehrtagestouren im Zelt oder in einer festen Unterkunft übernachtet habe.
Auf vielen dieser 3000 Wanderungen habe ich jeweils meine Kamera dabei gehabt. So auch gestern, denn einmal mehr hat es sich gelohnt, die Augen offen zu halten und von der Rolle des Wanderers in jene des Fotografen zu schlüpfen.
16. März 2024
Im Wald von Brunegg nach Baden
| Zwischen Birmenstorf (AG) und der Baldegg |
Hoch über der Aare setzte ich meinen Waldgang an einer Geländekarte fort. Und einmal mehr ärgerte ich mich über jene rücksichtslosen Biker, die den mit einem Befahrungsverbot belegten Pfad arg malträtiert haben. Da wurden nicht nur Treppenstufen zu Kleinholz gemacht, sondern auch ausweichende Abschnitte gefahren, die zu Erosionen führen, wovon wir eh schon genug haben. Zum Glück begegnete mir an diesem Morgen kein Mensch der strampelnden Zunft, ich glaube, er oder sie wäre nicht ohne wohltemperierte Schimpftirade meiner Wenigkeit ins restliche Leben geschickt worden.
Umso schöner war es dann auf der Habsburg, wo sich ein Haufen Unterstüfeler in die mittelalterliche Zeit der Habsburger einweisen liessen. Als mich nach mehreren Stunden der Wald für kurze Zeit in bewohntes und industrialisiertes Gebiet ausspuckte, erlebte ich das in solchen Situationen immer aufs Neue wiederkehrende Phänomen, mich hier völlig deplatziert zu fühlen, und möglichst schnell wieder Wald zu gewinnen. Dieser folgte denn auch schon bald, schliesslich hatte ich die Route so geplant, dass möglichst wenig «offenes» Land zu durchmessen war.
Ein wenig entspannter ging ich dann die nächste waldfreie Zone an, denn es erwartete mich mit der Überquerung der Reuss ein weiterer Fluss von nationaler Bedeutung. Und weil ich mich auch ein wenig nach der wärmenden Sonne sehnte, hielt ich am Ufer Mittagsrast. Ehe es in den letzten langen Waldabschnitt ging, gelangte ich an der Kirche von Birmenstorf vorbei, wo eine kleine Tafel mit der Aufschrift «Freskenkapelle» meine Neugier weckte. Bei der Kapelle handelt es sich um den ehemaligen Chorteil der paritätischen Kirche. Das genaue Entstehungsjahr ist nicht bekannt, doch dürfte das Gebäude ungefähr im 13./14. Jahrhundert erbaut worden sein. Bis 1936 diente die Kirche sowohl den Reformierten als auch den Katholiken von Birmenstorf als Gotteshaus. In den Jahren 1935/36 erhielten die beiden Konfessionsgemeinden je eine eigene Pfarrkirche; die katholische wurde unmittelbar neben der heutigen Freskenkapelle und die reformierte auf dem Bollrain errichtet. Damit verlor die paritätische Kirche ihre Funktion, weshalb man das nicht mehr genutzte Gebäude abzureissen gedachte. Als das Kirchenschiff bereits in Schutt lag, wurden im Chor unter einer dicken Verputzschicht wertvolle Wandmalereien entdeckt. Die auf den Platz gerufenen Spezialisten bestätigten bald die Echtheit der Fresken und schätzten das Entstehungsjahr auf 1440. Aufgrund dieser unerwarteten Entdeckung blieb der Chor bestehen, wurde zu einer Kapelle umgebaut und die Fresken 1937 renoviert. Diesen kulturhistorischen Leckerbissen wollte ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen.
Die letzten zwei Stunden dieser gut 22 Kilometer langen Wanderung führten mich erneut durch vorfrühlingshaften Wald. Kurz vor Baden erblickte ich vom Waldrand aus zum ersten Mal die Lägern, die ich dann, als ich auf der hoch über Baden gelegenen Burgruine Stein stand, direkt vor der Nase hatte. Vorfreude auf den nächsten Abschnitt meiner Waldroute keimte auf. Allerdings muss dann die Bodenbeschaffenheit deutlich trockener sein, denn was mir heute die Pfade boten, war an gewissen Stellen grenzwertig. Dementsprechend gezeichnet zeigten sich auf der Heimfahrt im Zug Schuhe und Hosenbeine.
14. Februar 2024
Lieber Leo
Dieser lange Brief an den toten Freund handelt vom Abschiednehmen: von der geliebten Frau, die ihn verlassen hat, vom Freund, der knapp 40-jährig, an einem Herzinfarkt gestorben ist, von der Mutter, deren lange zurückliegenden Selbstmord er nie überwunden hatte. Er handelt vom Schmerz des Abschieds und vom Annehmen von Trennung und Verlust.
Hansjörg Schneider: Lieber Leo,
Benziger, Zürich/Köln, 1980
Doch ist dieser Roman auch eine Standortbestimmung, stellvertretend vollzogen für eine Generation, die in der restaurativen Enge der 50er-Jahre aufgewachsen, sich den Zugang zu Jazz, Existenzialismus und Beat erkämpfte, die die 68er-Unruhen zwar bewusst, aber als 30-Jährige schon nicht mehr ganz dazugehörig erlebte und die, nun 40 geworden, Berufsroutine und Karriere plötzlich als schal empfindet.
Zugleich spricht hier ein Mann, der, in patriarchalischen Vorstellungen aufgewachsen, versucht, mit dem neuen Selbstverständnis der Frau zurechtzukommen, der sich in seiner Männlichkeit verletzt fühlt und doch um Verständnis bemüht.
Dieser scheinbar spontan erzählte, tatsächlich sehr durchdacht komponiere Roman ist gefühlvoll und spröde zugleich. Die Stimmungen und Schauplätze wechseln rasch – vom Tessin über Basel, Paris im Mai 68, nach Kalifornien, Mexiko und schliesslich nach Berlin. Und so entwickelt dieses Buch bei aller bewusst eingesetzten schweizerischen Färbung ein mitreissende Erzähltempo, das einem stärker aus der angelsächsischen denn aus der deutschsprachigen Literatur vertraut ist. (Klappentext)
AG: Zofingen BE: Emmental (Region Affoltern) BS: Stadt Basel TI: Carona, Lugano Morcote, Melide UR: Maderanertal D: Frankfurt, Berlin F: Paris USA: San Franzisco, Carmel MEX: San Felipe
28. Januar 2024
26 Kantone 26 Wanderungen – 6
| Route | km | Datum | |
| AG | Seon – Lütisbuech – Brunegg | 15,5 | 27.01.2024 |
| AI | |||
| AR | Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch | 14,3 | 19.01.2024 |
| BE | Riedtwil – Rütschelen – Langenthal | 17,0 | 03.01.2024 |
| BL | |||
| BS | |||
| FR | |||
| GE | |||
| GL | |||
| GR | |||
| JU | |||
| LU | |||
| NE | Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières | 14,0 | 12.01.2024 |
| NW | |||
| OW | |||
| SG | |||
| SH | |||
| SO | Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf | 10,4 | 16.01.2024 |
| SZ | |||
| TG | |||
| TI | |||
| UR | |||
| VD | |||
| VS | |||
| ZG | Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri | 13,9 | 01.01.2024 |
| ZH |
2. Dezember 2023
30. November 2023
24. November 2023
13. Januar 2021
Hunkeler macht Sachen
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| Hansjörg Schneider: Hunkeler macht Sachen, Ammann, Zürich, 2004 |
Es ist Ende Oktober, die Stadt Basel ist grau und nass wie im Dezember. Weil seine Freundin Hedwig für drei Monate nach Paris verreist ist, sitzt Kommissär Peter Hunkeler wieder einmal im verrauchten Milchhüsli und trinkt ein paar Feierabendbiere. Es ist schon früher Morgen, als er auf dem Heimweg dem alten Hardy begegnet. Hunkeler setzt sich zu ihm und raucht eine Zigarette. Aber der sonst so gesprächige Hardy bleibt unerwartet stumm. Seine Kehle ist eine klaffende Wunde.
Medien und Stadtpolizei sind sich schnell einig: hinter dem Mord steckt eine mafiöse Schmugglerbande aus Albanien. Aber das ist Hunkeler zu einfach – mit seinen eigenen Methoden folgt er einer heißen Spur und wird prompt vom Dienst suspendiert. Er räumt sein Büro und setzt allein auf sein untrügliches psychologisches Gespür. Es führt ihn ins Basler Rotlichtmilieu und in dunkle, unbekannte Abgründe der Schweizer Vergangenheit.
Kommissär Hunkeler ist längst eine Kultfigur. Und im Herbst 2004 kommt der rauhbeinige Individualist mit dem Charme eines Flaneurs auf die Leinwand: mit Mathias Gnädinger als kongenialem Spürhund in den Verfilmungen von «Das Paar im Kahn» und «Tod einer Ärztin.» (Klappentext)
AG: Gislifluh, Herznach, Staffelegg, Schenkenbergertal, Schinznach Dorf BS: Stadt Basel
14. Oktober 2020
Himmelskönigin
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| Susy Schmid: Himmelskönigin, Cosmos, Muri b. Bern, 2003 |
AG: Baden, Eigenamt, Gebenstorf, Geissberg bei Villigen
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Kriminalromane»).
8. August 2020
Zellers Geflecht
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| Werner Schmidli: Zellers Geflecht, Benziger, 1979 |
Zugleich ist «Zellers Geflecht» der Roman einer Ehe. Er erzählt von der Sehnsucht, die Spontaneität einer Beziehung zu bewahren, «nichts anderes zu empfinden als damals», und von der Trauer über die Vergeblichkeit solcher Wünsche. «Jedesmal haben wir etwas zurückgelassen! hätte er sagen können; aber er liess es … Er war betroffen, wenn er sagte: Früher! Er verstummte, wenn er das Wort selber gebrauchte!»
Zellers Geflecht ist ein von persönlicher Erfahrung geprägtes Buch. Doch ist die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbsterfahrung auch in einer Zeit, da Psychologie als Wissenschaft lernbar geworden ist, eine Kunst. Und dem risikoreichen und unbequemen Unterfangen, sich seinem eigenen Ich und dieses der Öffentlichkeit auszusetzen, verdanken wir nicht wenig von unserem Wissen über den Menschen, über uns selber. (Klappentext)
AG: Birrfeld BL: Allschwil GR: Trun, Zignau
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).
26. Juli 2020
Mäandertal
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| Markus Ramseier: Mäandertal, Cosmos, Muri b. Bern, 1994 |
Hitz schlägt sie tot, indem er an einem Vortrag arbeitet. Immer wieder entfernt er sich zu diesem Zweck von der Truppe. Dabei bleibt ihm nicht erspart, all die Schlaufen auszuschreiten, die ihm die Sprache durch die Fluren vorgibt. In diesen leiernd-umschweifigen Bogen sammeln sich heitere und todtraurige Geschichten an, die einfliessen in den Fluss der Geschichte – das aerr oek oek eines Gen-Unikums im Weiher, die blutüberströmte Fremde auf der Krete, der Sack im Wrack.
Das Ergänzen und Patrouillieren nimmt unerwartete Formen an. Hitz gerät in die Fremde. Altarme tun sich auf. Schlingen. Umlaufberge. Langsam gleicht sich der Forscher der Landschaft seines Forschens an, und immer stärker geraten Anfang und Ende, Erinnerung und Wiederholung, Leben und die Idee vom Leben aneinander, bis dieses Leben im Mäanderhals zwischen Prall- und Gleithang verflacht und – scheinbar? – steckenbleibt.
Der Autor folgt seinem «Helden» mit einem feinen Sinn für Humor. Er erzählt ohne abzuschnüren und zu begradigen, weist auf Beziehungen, die weit auseinander liegen, häufig auch zwischen den Zeilen – und ausserhalb der Sprache. Und nebenbei bringt er viel Originelles ein über das literarisch unverbrauchte Thema «Flurnamen». (Klappentext)
AG: Möhlin, Mumpf, Önsberg, Zunzgen, Buus BL: Maisprach, Oberdorf, Wintenberg
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).
13. Juli 2020
Gaunerblut
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| Kurt Hutterli: Gaunerblut, Limmat, Zürich, 1990 |
Dieses Buch ist nicht zuletzt deshalb von Belang, da es schonungslos aufzeigt, wie sich das Rechtsempfingen in den vergangenen knapp 170 Jahren gewandelt hat. Für heutige Begriffe haben die Vergehen Bernhart Matters beinahe etwas Sympathisches, und es käme niemandem mehr in den Sinn, einen derart gerissenen Gauner mit dem Tode zu bestrafen.
1821 Bernhart Matter wird am 21.Februar in Muhen, Kanton Aargau, geboren.
1831–35 Schulschwänzerei und kleinere Diebstähle im Dorf.
1836 Konfirmation. Ladendiebstahl in der Bijouterie Cellier in Aarau. Untersuchungshaft und vier Wochen Gefängnis.
1836–38 Maurerlehre.
1839–41 Arbeit als Maurer.
1841 Mehrere Diebstähle. Verhaftung und Verurteilung zu vier Wochen Gefängnis. Heirat mit Barbara Fischer.
1841 Wegen «beschwerten Diebstahls» Verurteilung zu drei Jahren Kettenstrafe in der Strafanstalt Baden.
1847 Arbeit als Maurer beim Kasernenbau in Aarau.
1848–49 Mehrere Einbruchdiebstähle.
1849 Erneute Verhaftung und erster Ausbruch. Weitere Verhaftungen und Ausbrüche.
1850 Festnahme und Verurteilung zu sechzehn Jahren Kettenstrafe. Ehescheidung wegen «peinlicher Bestrafung ». Ausbruch aus der Strafanstalt Baden. Reise über Paris nach Le Havre. Auswanderung nach Amerika scheitert an der medizinischen Untersuchung.
1851 Verhaftung in Erlinsbach. Ausbruch aus dem Gefängnis in Lenzburg. Erneute Verhaftung und Überführung in die Festung Aarburg.
1852 Begnadigungsgesuch mit Vorschlag zur Versetzung in eine französische oder englische Strafkolonie.
1853 Ausbruch aus der Festung Aarburg. Einbrüche und Schmuggel.
1854 Verhaftung in Teufenthal am 2.Januar. Öffentliche Hinrichtung durch das Schwert am 24. Mai in Lenzburg.









