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18. August 2026

Golden Pass und Greyerzerland

Michel Gremaud, Peter Pfeiffer: Golden Pass und
Greyerzerland / Golden Pass et Pays de Gruyère,
AS-Verlag, Zürich, 2001
Das Schmalspur-Fieber erfasste gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch die Westschweiz. Unter den zahlreichen Nebenlinien, die damals als Verbindung zwischen dem Ufer des Genfersees und dem Hinterland erbaut wurden, nahm die Montreux–Oberland Bernois (MOB) allerdings eine Sonderstellung ein, denn sie war für den Tourismusverkehr zwischen dem Berner Oberland mit dem mondänen Kurort Gstaad und dem Genfer See von überregionaler Bedeutung. Schon 1906, nur ein Jahr nach ihrer durchgehenden Eröffnung, führte die Bahn drei Speisewagen. Weitere Speise-, Salon- und Panoramawagen folgten in kurzer Zeit. Der luxuriöse Golden Mountain Pullmann Express bestimmte das Erscheinungsbild der MOB, bis die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre dem Tourismusverkehr ein jähes Ende setzte.

Im Band der AS-Reihe Bahnromantik sind die schönsten und spektakulärsten Fotos aus den frühen Jahren der MOB und CEG (TPF) vereint. Deutlich kommt in den Aufnahmen die Vielseitigkeit der Voralpenbahnen zum Ausdruck: Hier der elegante und luxuriöse Golden Mountain Pullmann-Express, der begüterte Touristen aus Europa und Übersee von Gstaad nach Montreux führt. Dort die einfache Triebwagenkomposition mit Zweit- und Drittklasswagen, die Bauern und Arbeiter der Region in den Hauptort Bulle oder zum Volksfest ins Nachbardorf befördert. Beide verkehren sie auf demselben Gleis, fahren sie durch dieselbe Landschaft und scheinen doch aus zwei ganz verschiedenen Welten zu stammen. Ein Einleitungstext, verfasst vom Journalisten und Regionalhistoriker Michel Gremaud aus Bulle, ordnet die im Buch vereinten Aufnahmen im verkehrs-, wirtschafts- und kulturgeschichtlichen Rahmen ein. Detailangaben, auch bahntechnischer Art, sind in den Bildlegenden und Kapiteleinleitungen zu finden, die vom Herausgeber Peter Pfeiffer stammen.

4. Juli 2026

Schienenbummel Schweiz

Jean-Michel Hartmann, Will-H. Wenger: Schienenbummel Schweiz, Ott, Thun, 1978

In der grossartigen Landschaft der Schweiz haben die Eisenbahnbauer dem Fotografen Motive bereitgestellt, die Jean-Michel Hartmann mit Meisterschaft einfängt. Er vereint seinen angeborenen Kunstsinn mit der Präzision des guten Schützen, dessen Auge genau ins Schwarze zielt. Nach «Magie du rail», der ihm 1960 den «Prix Chatrian» einbrachte, nach «Zauber der Schiene» (1961), «Adieu Dampflok» (1966) und «Dampflokomotiven in Deutschland» (1974) schenkt er uns nun mit «Schienenbummel» eine neue Probe seines Talents. Die Idee dazu stammt von Will-H. Wenger, dem ehemaligen Pressechef der Schweizerischen Bundesbahnen und gewesenen Direktor der Zentralstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Internationalen Eisenbahn-Verbandes, 1970 selber mit dem «Prix Chatrian» für sein Werk «Die Eisenbahnen der Welt» ausgezeichnet. 

211 Fotos, davon 28 farbige, verschaffen den Freunden der Eisenbahn und der Berge, den Freunden alter Gemäuer und besonnter Rebberge das Vergnügen, Bekanntschaft zu schliessen mit der unvergleichlichen Stimmung erhabener Augenblicke, mit Bildern, von welchen man sich nur schwer lösen kann. Das Mittelland und die Voralpen sind ebenso reich an eindrucksvollen Motiven, denen in absehbarer Zeit ein zweiter Band gewidmet werden soll. (Klappentext)

1. Juli 2026

Eisenbahnstadt Olten

Johannes von Arx: Eisenbahnstadt Olten, Weltbild Verlag, Verlag Oltner Tagblatt, Olten, 1997

Das SBB-Jubiläumsjahr 1997 «150 Jahre Schweizer Bahnen rückt auch die Eisenbahnstadt Olten ins Blickfeld, ist doch ihre Geschichte eng mit dem schweizerischen Bahnwesen verknüpft.

1956 ist aus der Feder des unvergesslichen Dr. Urs Wiesli ein Werk mit dem Titel «100 Jahre Eisenbahnstadt Olten erschienen. Die vorliegende Publikation bringt eine gekürzte Zusammenfassung des damaligen Textes, skizziert sodann die facettenreiche Entwicklung der Stadt und ihres Bahnhofs in den vergangenen 40 Jahren und schliesst mit einem faszinierenden Ausblick auf künftige Gestaltungsmöglichkeiten. Das Buch ist mit z.T. historischem Bildmaterial und farbigen Abbildungen reich illustriert.

Wie der Oltner Bahnhof samt der Zentralwerkstätte, oder wie sie heute heisst, der Hauptwerkstätte «HW Olten, zum Koordinatenkreuz des schweizerischen Bahnsystems geworden ist, bildet ein spannungsreiches Kapitel der neueren Schweizer Geschichte. Es legt Zeugnis ab von der Tatkraft sowohl der Eisenbahnpioniere des letzten Jahrhunderts als auch der politischen Behörde von Stadt und Region Olten. Als Zeitgenossen erinnern wir uns an das Drum und Dran der Projektierung einer neuen Bahnlinie durch das Ruttigertäli – wo ein Landschaftsplan den Durchbruch zu einer allseits befriedigenden Lösung gebracht hatte – oder an die Pläne für einen grossen Rangierbahnhof im Niederamt – auf die wegen der politischen Widerstände verzichtet wurde, mit Recht, wie sich später zeigte. Jetzt sind wir Zeugen einer beeindruckenden Neugestaltung des Bahnhofes selbst, die mit dem Stellwerk in den 80er Jahren begonnen hatte und ihre Fortsetzung mit der überaus gefälligen Erneuerung der Personenunterführungen und den zukunftsweisenden Gleisanlagen an der stadtwärts liegenden Westseite gefunden hat.

Solche Abläufe haben ihre Peripetien. Die Bahn 2000 und alles, was sich um die Alpentransversalen abspielt, die verpendelten Fernzüge und die Integration der Schweizer Bahnen in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz eröffnen Perspektiven, zeigen aber auch das Risiko auf, dass der Bahnhof Olten an Stellenwert verlieren könnte. Wenn davon die Rede ist, dass 1997 ein Technologiesprung des Eisenbahnmaterials stattfindet, dann ist auch die HW Olten mit ihrem Arbeitsplatzpotential angesprochen. (Aus dem Vorwort von Leo Schürmann [1917–2002], ehemaliger Präsident der Regionalplanungsgruppe Olten-Gösgen-Gäu)

4. Juni 2026

Deutschlands Nebenbahnen

Gerhard Bank: Deutschlands Nebenbahnen, Kosmos, Stuttgart, 1997
Das Gesicht der Eisenbahn wird sich durch die fortschreitende Modernisierung und Umstrukturierung sowie die Beschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration im beginnenden 21. Jahrhundert entscheidend wandeln. Vor allem der Personen- und Güterverkehr auf den Nebenbahnen in strukturschwachen Regionen ist hiervon betroffen. Regioliner, Regioshuttle und andere moderne Konstruktionen lassen die letzten vertrauten Weggesellen wie Schienenbusse und V-100-Baureihen – sofern sie nicht bereits aus dem Betriebsdienst verabschiedet sind - nach und nach auf das Abstellgleis rollen.

Noch einmal führt eine beschauliche Reise «abseits der Magistralen» über die oftmals stillgelegten oder privatisierten Regelspurgleise der deutschen Staatsbahnen und durch die letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.

Eine beeindruckende Auswahl von 145 Farbfotos aus den Archiven bekannter Eisenbahnfotografen präsentiert sich dem Leser: Mehr als 25 verschiedene Triebfahrzeuggattungen, darunter die Akkutriebwagen der Baureihen 515 und 51 7, die «Eierköpfe» 612/13, Klein - und Rangierlokomotiven, die Diesellokbaureihen 118, 119, 120 und 132 der DR, die Altbau- Elloks E 18, E 44, E 44.5, E 69 und E 94 spiegeln eine vergangene Vielfalt wider. Der Einsatz der rekonstruierten Reichsbahndampflokomotiven der Baureihen 50 und 52 wird mit besonders ausgesuchten Bildern dokumentiert. Darüber hinaus zeigt sich eine intakte Infrastruktur in der Fülle ihrer Erscheinungsformen: Signalbrücken und Flügelsignale, Schrankenposten und Bahnhöfe in klassischer Eisenbahnarchitektur.

Übergaben, Nahgüter- und Umleiterzüge bis hin zum letzten GmP der DB AG, Reko-, Umbau- und Altbaureisezugwagen erinnern an einen abwechslungsreichen Eisenbahnalltag, wobei auch der Übergang zur neuen Eisenbahn aufgezeigt wird.

Der Betrachter erlebt die Eisenbahnlandschaft der Küstenregionen von Nord- und Ostsee, der norddeutschen Tiefebene, der Mittelgebirge bis zu den Alpen und dem Oberlauf der Donau im Wandel der vier Jahreszeiten.

Viele der Aufnahmen sind mittlerweile historisch und somit ein Zeugnis einer ausklingenden Epoche. Ausführliche Bildtexte geben detaillierte Informationen über Triebfahrzeuge, Eisenbahnstrecken, das Umfeld der Eisenbahn und die kleinen Erlebnisse am Schienenstrang.
(Klappentext)

3. Oktober 2025

Die erste und die letzte Meile

Seit nunmehr 44½ Jahren pendle ich ausschliesslich mit dem öV zur Arbeit. Die erste und letzte Meile, d.h. von zu Hause an den Bahnhof und wieder zurück, habe ich meist mit dem Fahrrad, eher selten zu Fuss, zurückgelegt. Das war bis vor sechs Jahren, ehe ich in einen anderen Modus überging. Seither gehe ich ausschliesslich zu Fuss zur nächsten öV-Haltestelle – drei bis vier Fahrradfahrten pro Jahr ausgenommen.
 
Weshalb ich den kurzen Fussgang einer anderen Option vorziehe? Es sind deren Gründe vieler:
  1.  Bin ich pro Wegstrecke 10 Minuten länger an der frischen Luft.
  2. Habe ich jeweils genügend Zeit, am Morgen dem Vogelgezwitscher zuzuhören, das eine oder andere Reh zu beobachten, beim Gang über den Bach den Wasserstand zu begutachten, den Duft der Felder in mich aufzunehmen und, je nach Jahreszeit, dem Sonnenaufgang über den Alpen beizuwohnen.
  3. Nehme ich noch so kleine Veränderungen an der Natur wahr: Mal ist es kühl, mal frisch, mal mild, mal schwül, mal heiss. Mal windet es von dieser, ein anderes Mal von der anderen Seite. Einmal regnet es, ein anderes Mal fällt Schnee. Mal ist das Gras grüner und länger, mal spriesst der Weizen, mal wiegt er sich goldgelb im Wind. Im Frühling blühen die Kirschbäume, als läge dahinter das Paradies, und wenige Wochen später locken Sie mit süssen Kirschen zum Mundraub. Mal aber ist es bereits stockdunkle Nacht, nicht zu sprechen vom Nebel und seiner Feuchte.
  4. Begegne ich ab und zu anderen Menschen. Meist sind es solche, die mit ihrem Hund Gassi gehen. Habe ich fünf Minuten übrig, ergibt sich oft sogar ein kurzer Schwatz – und Streicheleinheiten für den Hund.
  5. Gibt es indes immer wieder kleinere oder grössere Überraschungen, so wie neulich an jenem Abend, als sich die mir bestens bekannte und äusserst eigenwillige Katze wohlig auf dem Bahnschotter direkt neben einem Bahnübergang räkelte.


27. September 2025

Der Bahnwärter

Andrea Camilleri, Der Bahnwärter,
Rowohlt, Reinbek, 2012
An der abgelegenen Eisenbahnstrecke zwischen Vigàta und Castellovitrano liegt das Häuschen von Nino, dem Bahnwärter, und seiner Frau Minica. Nur zwei Mal am Tag kommt ein Zug vorbei. Sonntags gibt Nino mit seinem Freund Totò ein kleines Konzert beim Friseur des Ortes, einer auf der Mandoline, einer auf der Gitarre, um sich fünf Lire zu verdienen; oder er klemmt sich zwei Stühle unter den Arm und setzt sich mit seiner Frau ans Meeresufer. Als Minica nach vielen vergeblichen Versuchen endlich ein Kind erwartet, ist das Glück perfekt. Doch mit dem Krieg kommt die Gewalt und zerstört das Idyll. Nun muss Nino um Minicas Leben und um ihre Liebe kämpfen. (Klappentext)

Moors Fazit
Eine wunderbare, wenn auch nicht immer gewaltfreie Geschichte während der Zeit des Faschismus in Italien und insbesondere in Sizilien, an dessen Südwestküste sie spielt. Die Schmalspurbahn, bei der Nino als Bahnwärter angestellt ist, gehört leider längst der Vergangenheit an. Doch wer Bahnromantik und das Flair der Sizilianerinnen und Sizilianer liebt, wird diesen Roman buchstäblich in einem Zug verschlingen. Hier ein etwas bescheidener Wikipedia-Eintrag über diese letzte Schmalspurbahnstrecke der Ferrovie dello Stato FS.

19. März 2025

Schynige Platte-Bahn

Hansruedi Brawand: Schynige Platte-Bahn,
Prellbock-Verlag, Leissigen, 2003
Am 14. Juni 1893 dampften die ersten Züge von Wilderswil-Gsteig auf die Schynige Platte. Die 7,3 km lange Strecke wies bei einer maximalen Steigung von 25% zwei Eisenbrücken, vier Steinviadukte sowie vier Tunnel auf. Bereits 1894 drohten finanzielle Probleme, so dass die alte Gesellschaft liquidiert werden musste. Schliesslich erwarben die Berner Oberland-Bahnen (BOB) die SPB für 200.000 Franken. 1914 nahm die Bahn mit vier Lokomotiven den elektrischen Betrieb auf. Ab 1936 kam es zu einem regen Fahrzeugaustausch mit der Wengernalpbahn (WAB), welche die gleiche Spurweite von 800 mm aufweist. Später erwarb die SPB verschiedene Lokomotiven und Personenwagen von der WAB. 1992–2003 konnten 12 Personenwagen mit neuen Kästen ausgerüstet werden. Für Nostalgiefahrten ist aber noch eine Dampflokomotive von 1894 vorhanden. (Website des Verlags)

24. August 2024

Engadin

Peter Donatsch: Engadin, AS-Verlag,
Zürich, 1999
Das Engadin. Hohe Berg, eine Ebene und Seen. Das besondere Licht, Segantinis, die mystischen Visionen Nietzsches, die·Hotelpaläste der Badrutt. Champagnerklima um Naturreservat. Verehrt, verklärt, verbaut. Aber es gibt auch ein anderes Engadin, abseit von St. Moritz, den Oberengadiner Seen, dem Morteratsch-Gletscher und dem Nationalpark, wo weder Segantini noch Giacometti malten. Dort liegen das Val S-charl mit den uralten Arvenwald Tanmngur und das Schloss Tarasp mit seiner kuriositätenreichen Geschichte, dort leben noch die alten Bräuche wie Schlitteda und Hom Strom. Kontraste, wohin man blickt. Sie prägen das AS-Regionenporträt, im Bild wie im Text.

Der Journalist Werner Catrina schreibt über das Spannungsfeld zwischen High-Society-Treffpunkt und Naturpark, über das verstädterte St. Moritz und die abgelegenen Täler im Unterengadin. Über Geschichte und Geschichten rund um den Tourismus in diesem berühmtesten aller berühmten Hochtäler.

Ein neues «Bild der Alpen» zeichnet der rätoromanische Schriftsteller CIo Duri Bezzola. Als überraschender, witziger, nachdenklich stimmender und äusserst lesenswerter Essay. Der Text ist ein sprechender Beweis dafür, dass das Engadin erst recht einen Besuch wert ist, wenn man darauf verzichten kann, überall «Typisches» zu sehen. Das heisst aber nicht, dass die Besonderheiten und Eigentümlichkeiten des Tales nicht von Bedeutung wären: Tiefgründiges, wie etwa das Thema «Heimat», erhält auch seinen Raum. Die Fernsehjournalistin Susanna Fanzun und die Bergbäuerin und Lyrikerin Rut Plouda erzählen von den Menschen und ihrer Beziehung zur Landschaft, von Weggezogenen und Daheimgebliebenen, von Weggebliebenen und Heimbekehrten

Und immer wieder taucht der rote Faden auf: die Rhätische Bahn als AlItagsbahn, als Sonntagsbahn, als Attraktion und als allgegenwärtiges Transportmittel. Der Verkehrsspezialist Peter Krebs versteht die Rhätische Bahn nicht nur als technisches Werk, sondern vor allem auch als kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Faktor im Bergland Graubünden.

Das AS-Regionenporträt gibt ein aktuelles Bild des Engadins wieder, welches sieh vor Widersprüchlichem nicht scheut. Es zeigt die Sonnenseiten der Region, blendet aber die Schattenseiten nicht aus. Dazu tragen auch die feinfühligen Porträts von Persönlichkeiten aus dem Tal bei, die im Buch eingestreut sind – und natürlich die Fotografien von Peter Donatsch, welche die Bündner Bilderbuchlandschaft aus überraschenden, unbekannten Blickwinkeln präsentieren. (
Klappentext)

Hinweis: Dieses Buch gibt es auch in meinem Buchantiquariat zu kaufen.

7. Juli 2024

Centovalli und Valle Vigezzo

Carlo Weder, Peter Pfeiffer: Centovalli und Valle Vigezzo,
AS Verlag, Zürich, 1997
Wer möglichst schnell in den Süden, ans Meer fahren will, wird mit den Centovalli und deren italienischer Fortsetzung, der Valle Vigezzo, nie Bekanntschaft machen. Denn die Täler liegen abseits der grossen Verkehrsströme, sie verbinden das Tessin mit der Toce-Ebene oder, anders gesagt, die Gotthard-mit der Simplon-Transitachse. Durch ihre Abgeschiedenheit und die ausgeprägte Topographie – der Name Centovalli (hundert Täler) weist auf die stark zerklüfteten Flanken dieses Tals hin – konnten sie ihre traditionelle, alpin geprägte Kultur bis in die Gegenwart bewahren.

Nirgendwo sonst findet man 50 viele malerische, in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Dörfer wie in den Centovalli und der Valle Vigezzo. Einmalig ist auch die Schmalspurbahn, welche die beiden Täler erschliesst und die Städte Locarno und Domodossola verbindet. Sie konnte nach einem Vierteljahrhundert Planungs- und Bauzeit 1923 eröffnet werden und erfüllt seither wichtige Funktionen sowohl für den Regionalverkehr als auch für Transitreisende, die vom Tessin in die Westschweiz oder nach Bern und ins Berner Oberland gelangen wollen. Und als eigentliche Gebirgsbahn – sie überwindet mehr als 1100 Meter Höhendifferenz – durch eine wilde, zuweilen unbezähmbare, aber immer pittoreske Landschaft wird sie auch von Touristen rege benützt.

Das vorliegende Buch stellt die Centovalli und die Valle Vigezzo in Wort und Bild als eine die politischen Grenzen übergreifende Natur- und Kulturlandschaft dar. Auf einer Reise von Locarno nach Domodossola werden die Dörfer auf der Strecke besucht, in denen man noch viel traditionelle Lebensart pflegt und die oftmals Kunstschätze und Kulturgüter bergen, die den Vergleich mit weit berühmteren Objekten nicht zu scheuen brauchen. Abstecher in die Seitentäler und auf die Berge beidseits der Haupttäler führen die Vielseitigkeit der Natur der Centovalli und der Valle Vigezzo eindrücklich vor Augen. Und ein Kapitel ist der Eisenbahn in den Tälern gewidmet, deren wechselhafte Projektierungs-, Bau- und Betriebsgeschichte ausführlich nacherzählt und mit vielen – teils bislang unveröffentlichten – Bildern belegt wird.
(Klappentext)

12. Juni 2024

Abenteuer Dampflok

Heinz Sigg: Abenteuer Dampflok, Orell Füssli,
Zürich, 1977
Heinz Sigg, der Fotograf und Autor dieses Buchs von der «menschlichen Dampflok», ist einer der wenigen Dampfenthusiasten, die das Heizerpatent besitzen. Aus diesem Grunde wohl sucht er das persönliche Erlebnis, die einmalige Erfahrung der lebendigen Maschine, ihres Anspruchs an Lokführer und Heizer, ihrer Stimmungen, ihrer dramatischen Aspekte – vom triumphal donnernden einer Schnellzuglok in der Tschechoslowakei und Polen bis zur letzten, verzweifelten Gegenwehr bei der Abwrackung.

Von Portugal bis Ungarn, von Polen bis Jugoslawien, von Frankreich bis zum österreichischen Erzberg hat seine Leidenschaft den Autor geführt. Seltsamste Erlebnisse sind ihm zugestossen, und es sind ihm Bilder von einer unvergesslichen Stimmungsdichte gelungen. Die zahlreichen Fotos aus den «verbotenen» Oststaaten sind für jeden Dampflokfan Gold wert – und sie sind mit Verhaftungen, Verhören, Beschlagnahmungen bezahlt worden. Man lese die Geschichten.
(Klappentext)

21. Mai 2024

Modelleisenbahn – für jung und alt

Bernd Schmidt: Modelleisenbahn – für
jung und alt, Humboldt-Taschenbuchverlag,
München, 1975

Stolz wird eine besonders gut ausgetüftelte Modelleisenbahn-Anlage gezeigt, Fachgespräche werden geführt. Wie gut, wenn man ein Buch zur Hand hat, das einen auf neue Ideen bringt. Hier finden Sie alles, angefangen bei der Beratung und Planung für eine Anlage über die Elektrik bis hin zum Bau und Ausbau der Grossanlage sowie deren Pflege.

Kein Platz? Lesen Sie nach, wie man auch auf kleinstem Raum eine tolle Anlage unterbringt. Kein Geld? Sie werden erstaunt sein, wieviel Zubehör selbst gebastelt werden kann. (Klappentext)

17. Juli 2023

Souvenirs aus dem Waldviertel

Liebhart Paul Gregor, Schendl Johannes:
Die Waldviertelbahn, Sutton Verlag, Erfurt,
2023
Mein letzter Auslandurlaub liegt Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurück. Grund genug also, sich wieder einmal in ein ferner gelegenes Gefilde zu begeben. Ende Juni war es soweit: Mit dem Nachtzug ging es nach Wien und von dort ins Waldviertel, genauer nach Gmünd an der österreichisch-tschechischen Grenze. Weshalb das Waldviertel und weshalb ausgerechnet Gmünd? Nun, die Region Waldviertel ist einerseits ein wunderbares Wandergebiet in landschaftlich schönem Ambiente. Andererseits ist Gmünd Ausgangspunkt zweier Schmalspurbahnlinien der Spurweite 760 mm*: jene nach Gross Gerungs (Südast) und jene nach Litschau (Nordast), wobei in Alt Nagelberg eine dritte Linie nach Heidenreichstein abzweigt.

Die Kombination Schmalspurbahn und Wandern ist für mich per se eine unwiderstehliche. Und die Urlaubswoche in der Nordostecke Österreichs liess den kaum zu wünschen übrig: Acht Wanderungen und insgesamt sieben Schmalspurbahnfahrten an vier Tagen wurden absolviert. An den restlichen Tagen dienten die ÖBB  (Normalspurbahn) und der Postbus als Reisevehikel. Leider nahm die Linie von Alt Nagelberg nach Heidenreichstein erst nach meinem Aufenthalt ihren Betrieb auf weshalb es lediglich zu einer Bahnhofbesichtigung in Heidenreichstein reichte. Selbstverständlich war die Fotokamera stets mit dabei, so dass von der Waldviertelbahn zahlreiche Bilder in Bits und Bites festgehalten werden konnten.

Weil ich zudem etwas mehr über die wechselvolle Geschichte der mittlerweile 123 Jahre alten Bahn wissen wollte, kaufte ich mir ein in diesem Jahr erschienenes Buch, das mit zahlreichen Aufnahmen aus all den Jahren glänzt. Der Klappentext sagt über das Werk: 

Am 3. Juli 1900 wurde die erste Teilstrecke der Waldviertler Schmalspurbahn eröffnet. Seitdem verbindet die Lokalbahn die Orte Gross Gerungs, Langschlag, Weitra, Gmünd, Litschau und Heidenreichstein. Nach über 115 bewegten Jahren hat sich die einst so bedeutende Güter- und Personenverkehrslinie zu einer viel besuchten Freizeitattraktion entwickelt.

Die erfolgreichen Autoren Paul Gregor Liebhart und Johannes Schendl sind profunde Kenner der Waldviertler Eisenbahngeschichte. Mit über 150 bisher unveröffentlichten und überwiegend farbigen Fotografien dokumentieren sie die Geschichte der Bahn, die Strecke und die Vielfalt der eingesetzten Fahrzeuge von ihren Anfängen bis heute. 

Dieser stimmungsvolle Bildband setzt der traditionsreichen Waldviertelbahn ein liebevolles Denkmal und lädt Bahnbegeisterte und Liebhaber des Waldviertels gleichermassen zu einer vergnüglichen Bahnfahrt, zum nostalgischen Schwelgen und Neuentdecken ein.

* Für Nicht-Ferrophile: Der Schienenabstand bei Normalspur (z.B. SBB) beträgt 1435 mm. Die in der Schweiz betriebenen Schmalspurbahnen (z.B. Rhätische Bahn) weisen eine Spurweite von 1000 mm auf.

19. November 2021

Die Broschüren

Sie liegen in Kirchen, in Museen oder in Tourismusinformationen auf: Broschüren zu lokalen Themen, zur Geschichte, zu Gebäuden, zu Ortschaften, Talschaften, Eisenbahnstrecken usw. usf. Ich liebe sie, diese handlichen und leicht in den Rucksack zu packenden Imprimate mit Inhalten, die oft nirgendwo im Internet zu finden sind. Hier eine Auswahl von Gelesenem.

Markus F. Rubli: Schloss Löwenberg, Edition
SBB, Bern, 1983
Diverse Autoren: Eriz – zwischen Emmental und
Oberland, Fischer, Münsingen, 1981

Diverse Autoren: Burgistein, Gemeinde
Burgistein, Burgistein, 1991

Diverse Autoren: Die Öle in Münsingen,
Verein Freunde der Öle, Münsingen, 1995
Fridtjof Nansen: Mein Glaube, Hans Pfeiffer,
Hannover, 1970


 

 

Caroline Calame, Orlando Orlandini: Die unterirdischen
Mühlen des Col-des-Rochers, Fondation des Moulins
souterrains du Col-des-Rochers, undatiert


Tobias + Hans Tomamichel: Bosco/Gurin, das
Walserdorf im Tessin, Gesellschaft Walserhaus, Gurin

 

Werner Neuhaus: Aus der Geschichte der Gürbetalbahn, Selbstverlag, Belp, 1990

 

Heinz Baumann, Stefan Fryberg: Der
Sustenpass, Raststättegesellschaft N2 Uri AG
1996
Karl Ludwig Schmalz: Der berühmte Block
auf dem Luegiboden, 1986

Walter Zeitler: Die Bayerische Waldbahn,
Neue Presse, Passau, 1991