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15. August 2026

Alles für zwanzig Rappen

Kurt Held: Alles für zwanzig Rappen,
Sauerländer, Aarau, 1951
Fredi, ein Hüterbub, findet auf dem Dorfplatz zwanzig Rappen. Für den Zehnjährigen ein grosser Fund. Da der einzige Dorfladen geschlossen, geht er zu dem nahen Bahnhof, um sein Zwanzigrappenstück in einen Automaten zu werfen. Er gewinnt dabei nicht nur zwei Schachteln, er gerät ausserdem in die seltsamsten Abenteuer; aber während er eine Woche mit Fischern, Zöllnern, Töpfern, Bauern, Schmugglern, Kesselflickern und Viehtreibern verbringt, ist man in seinem Dorf in grösster Sorge um ihn. Vater, Mutter, der Lehrer, die Nachbarn, der Bürgermeister, der Polizist sind in Aufregung und sehen Fredi schon verunglückt. In eine Schlucht gestürzt, oder im Wasser des nahen Sees.

Als er auch am achten Tag nicht wieder auftaucht, beschliesst man, den Verschwundenen mit Hilfe des Radios zu suchen. Am erstauntesten ist Fredi, als er seinen Namen im Lautsprecher hört. Im gleichen Augenblick hört ihn auch der Polizist, der ihm gegenübersitzt, erkennt ihn und bringt ihn seinen Eltern zurück. Die Erlebnisse des Buben, die Aufregung im Dorf, der Empfang des Gefundenen in der Schule, die Rückkehr ins Elternhaus lesen sich wie ein lustiger, grotesker kleiner Roman und zuletzt sagt der Leser wahrscheinlich, genauso wie Fredi am Schluss seiner Abenteuer: «Und das alles für zwanzig Rappen»
(Klappentext)

TI: Carona (Hauptschauplatz), Melide, Melano, Morcote, Luganersee, Figino, Grancia, Noranco, Montagnola, Caslano, Ponte Tresa, Magliaso, Cassina, Agno, Cadempino Massagno, Besso, Lugano, Brè

12. August 2026

Dort, wo der Berg brennt

Hans Jörg Leu: Dort, wo der Berg brennt,
Edizione Tiramisù, Novaggio, 1997 
Das Leben schreibt die besten Geschichten. Hans Jörg Leu hat in der Umgebung, die ihm seit Jahren vertraut ist, hingehört und hingesehen. Mit wachem Blick und sicherem Gespür für das, was sich hinter den Fassaden abspielt. Manchmal aus kritischer Distanz, mit feiner Ironie, doch nie verletzend. Dann wieder als stiller Beobachter, Anteil nehmend, Partei ergreifend. Als «narratore», als Geschichtenerzähler, berichtet er von alltäglichen, unglaublichen, skurrilen Begebenheiten. Von damals und von heute, in einer Weise, die stets geprägt ist von seiner Liebe zur kleinen Welt des Malcantone. (Klappentext)

TI: Novaggio, Malcantone, Lugano I: Luino

Hans Jörg Leu
Geboren am 22. August 1926 und aufgewachsen in Baden, studierte Hans Jörg Leu Medizin und promovierte 1951 an der Universität Zürich. Als junger Assistenzarzt am damaligen Militärspital in Novaggio kam er erstmals ins «Dorf», dem er seitdem verbunden blieb. Aus Ferien- und Wochenendaufenthalten im Haus am wilden, grünen Hang am Dorfrand wurde 1991 ein Daueraufenthalt in einem Rustico mitten im alten Dorfkern.

Er wohnte in Baden und war während Jahren in Zürich als Professor für Gefäss-Pathologie am Universitätsspital, mit Lehrauftrag für allgemeine und spezielle Pathologie an der Universität, tätig. Er publizierte wissenschaftliche Bücher und Fachbeiträge in verschiedenen Ländern und redigierte zwei internationale Fachzeitschriften. Daneben schrieb er Glossen, Satiren und Kurzgeschichten, die in Zeitschriften und auch als Buch («Nun hab’ ich es doch geschrieben», 1991, Verlag Hans Huber, Bern) erschienen sind.

Seit seiner Jugend beschäftigt sich Hans Jörg Leu mit Malerei in Oel und Acryl, mit Linol- und Holzschnitten, seine Werke waren regelmässig an Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Aus seinem umfangreichen Werk stammen auch die Illustrationen in diesem Buch. Hans Jörg Leu verstarb am 3. Mai 2023 im Alter von 96 Jahren.

(Quellen: Kurzbiografie aus dem vorliegenden Buch, Lebensdaten aus der Todesanzeige, erschienen in der Aargauer Zeitung.)

6. August 2026

Der böse Trieb

Alfred Bodenheimer: Der Böse Trieb,
Kampa, Zürich, 2021
Eigentlich hat Rabbi Klein in seiner Zürcher Gemeinde genug zu tun, doch als in Inzlingen kurz hinter der deutschen Grenze der Zahnarzt Viktor Ehrenreich erschossen wird, fühlt sich Klein zu einem Kondolenzbesuch bei dessen Ehefrau Sonja verpflichtet. Schliesslich kannte er den Toten gut: Jedes Jahr zu Beginn des Monats Elul hat er eine «Sichat Nefesch», ein Seelengespräch, mit ihm geführt. Steht der Mord mit den Eheproblemen der Ehrenreichs in Verbindung? Oder hat er mit der Mussar-Bewegung und Viktors regelmäßigen Reisen in den Kongo zu tun? Und welche Rolle spielt Sonjas Freundin Anouk Kriesi, die mit ihrem Mann einen dubiosen Youtube-Kanal unterhält? Klein beginnt auf eigene Faust zu ermitteln – nicht nur, weil er den zuständigen Kommissar Unmüssig nicht ausstehen kann, sondern auch, um sich nicht mit seinen eigenen Problemen beschäftigen zu müssen: Er hat sich so mächtige Feinde gemacht, dass ihm ein Berufsverbot droht. Das Schlimmste aber ist, dass Rivka wütend auf ihn ist: Denkt Klein zwischen seinen ganzen Verpflichtungen vielleicht auch mal an seine Frau und seine Töchter? (Klappentext)

AG: Rheinfelden, Möhlin, Würenlos BS: Eiserne Hand, Stadt Basel, Riehen GR: Arosa ZH: Stadt Zürich D: Inzlingen, Lörrach, Rheinfelden, Bad Bellingen, Freiburg i.Br., Frankfurt a.M. CD: Lubambashi IL: Tel Aviv

25. Juli 2026

Die Kinderfrau

Petros Markaris: Die Kinderfrau,
Diogenes, Zürich, 2009
Was macht ein Athener Kommissar in Istanbul? Das fragt sich Kostas Charitos auch. Ferien waren noch nie seine Sache, und diesmal sind sie sogar erzwungen: Die Reise nach Istanbul ist der verzweifelte Versuch, Abstand zu gewinnen. Denn Tochter Katerina hat ‹nur› standesamtlich geheiratet; dabei hätten sich Kostas und seine Frau Adriani so sehr eine traditionelle Hochzeit gewünscht. Doch bald ereilt die Polizeiarbeit den Kommissar und erlöst ihn von Familiendiskussionen, Gruppenführungen und ähnlichem Klimbim.

Als Verbindungsbeamter zur türkischen Kriminalpolizei soll Kostas Charitos den Fall einer neunzigjährigen Griechin übernehmen, die allem Anschein nach ihren Bruder getötet hat und nach Istanbul geflüchtet ist – in die Stadt, in der sie, wie sich herausstellt, noch ein paar alte Rechnungen zu begleichen hat. Auf türkischer Seite kümmert sich Kommissar Murat Saglam um den Fall – ein junger Kollege, der in Deutschland aufgewachsen ist und mit dem Charitos schnell ein wechselseitiges Misstrauen verbindet. Petros Markaris präsentiert mit ‹Die Kinderfrau› einen Kriminalroman voller Witz und Nostalgie – sein bisher persönlichstes Buch. (Inhaltsangabe zum Buch)

TR: Istanbul (Hauptschauplatz), Trabzon, Giresun

22. Juli 2026

Dieses endlose Schweigen

Sandrine Fabbri: Dieses endlose Schweigen,
Lenos, Basel, 2011
Eines Tages endet plötzlich die Kindheit. Vor einem Körper, der aus dem vierten Stock gefallen ist. Direkt auf den Asphalt. Nach dem Unaussprechlichen wird die Mutter, die gestorben ist, totgeschwiegen. Die Hinterbliebenen, Vater und Tochter, sind fortan auf sich selbst zurückgeworfen. Doch wie leben mit der Lücke, die die Mutter hinterlassen hat? Wie überleben inmitten der Stille, der Lügen, die um die Fortgegangene gesponnen werden

Jahre später, als auch der Vater nicht mehr lebt, sucht die inzwischen erwachsene Tochter nach der Wahrheit über den Selbstmord, der als Unfall ausgegeben wurde. Wer war ihre Mutter, sie, die Genferin aus der Bohème, die einen jugoslawischen Einwanderer geheiratet hatte? Die Tochter beginnt nachzuforschen, taucht in die Tristesse einer Genfer Satellitenstadt ein, streift die Welt der Psychiatrie und stösst dabei auf weitere Tragödien in ihrer Familie.

Sandrine Fabbris Debütroman über ein Kind, das auf brutalste Weise von seiner Mutter verlassen wurde, ist schrecklich und prächtig zugleich. Ob Autofiktion oder Autobiographie, die Autorin überzeugt durch die Kraft ihres atemlosen und poetischen Stils.
(Klappentext)

GE: Stadt Genf, Meyrin (Cité Ciel Bleu) ZH: Stadt Zürich I: Rimini, Alassio, Abano, Venedig SLO: Lokavec

13. Juli 2026

Adieu Paris, Adieu Catherine

Eveline Hasler: Adieu Paris, Adieu Catherine,
Benziger, Einsiedeln/Zürich/Köln, 1966
In diesem Jugendroman geht es um das Erwachsenwerden, soziale Klassen und die erste Liebe vor der Kulisse der Weltmetropole Paris. Im Mittelpunkt steht Catherine, ein junges Mädchen aus der Schweiz, das für eine gewisse Zeit nach Paris geht, um dort in einer französischen Familie als Au-pair zu arbeiten. Die Autorin, die selbst in Paris Psychologie und Geschichte studiert hat, nutzt ihre Erfahrungen, um die Kontraste zwischen der glitzernden Pariser Oberschicht und dem harten Alltag der einfachen Leute realistisch zu schildern. Die junge Schweizerin muss sich in der fremden Grossstadt behaupten und lernt die Welt der Pariser Jugend kennen. Während ihres Aufenthalts durchlebt sie tiefe persönliche Entwicklungen, erste grosse Verliebtheiten, aber auch Enttäuschungen.

Der Titel «Adieu Paris, adieu Catherine» deutet bereits an, dass es sich um eine prägende Lebensphase handelt. Am Ende der Erzählung lässt die Protagonistin diese turbulente Zeit und die gewonnenen Freunde hinter sich, um in ihre Heimat zurückzukehren – ein Abschied, der sowohl schmerzhaft ist als auch einen Reifeprozess markiert. Das Buch zeichnet sich durch seinen feinfühligen, realistischen Schreibstil aus und fängt den Zeitgeist der 1960er-Jahre in Frankreichs Hauptstadt gekonnt ein.

F: Paris

10. Juli 2026

Kirchweihmord

Friederike Schmöe: Kirchweihmord,
Gmeiner, Messkirch, 2005
Mordsstimmung und Aufregung in Bamberg. Kurz vor der Sandkirchweih, dem berühmten Volksfest der Stadt, treibt eine Tote im Fluss. Beunruhigend ist, dass die junge Frau an einer Ricin-Vergiftung gestorben ist.

Privatdetektivin Katinka Palfy, gerade mit der Suche nach einer verschwundenen Ehefrau beauftragt, vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und ermittelt fieberhaft in alle Richtungen. Da ereignet sich ein weiterer Todesfall. Am Kirchweihfreitag stirbt ein Mann im Gedränge der Altstadt. Wieder war Ricin im Spiel. Und an der Tür ihrer Detektei klebt ein Erpresserbrief: Wenn sie ihre Ermittlungen nicht einstellt, wird Bambergs grösste Sause ein giftiges Desaster erleben. Katinka steht unter Druck: Vor dem beliebten Fischerstechen am Kirchweihsonntag muss sie die Karten der Verdächtigen neu gemischt haben …
(Inhaltsangabe im Buch)

D: Bamberg (Hauptschauplatz), Schesslitz

7. Juli 2026

Das zitronengelbe Haus

Monica Bentiveni: Das zitronengelbe
Haus, Eugen Salzer Verlag, Heilbronn,
1986
In Deutschland aufgewachsen, mit einem Schweizer verheiratet, hat Monica Bentiveni im ererbten Haus in der Nähe von Mendrisio eine dritte Heimat gefunden. Sie hat Italienisch gelernt und kann nun im Dorfleben mitmachen oder sich die Ereignisse berichten lassen. Für ihren neuen Band Tessiner Erzählungen – betitelt «Das zitronengelbe Haus» – schöpft sie also aus dem vollen. Im Dorf wohnen Leute verschiedener Stände, aber sie halten zusammen, und an Gesprächsstoff fehlt es nirgends. Ausser ihrem offenkundigen Interesse für Menschen und alles Menschliche besitzt Monica Bentiveni ein spontanes und frisch-fröhliches Erzähltalent, das auch ohne psychologische Bohrungen den Ursachen und Wirkungen gerecht wird. Dazu schreibt sie ein natürliches und gutes Deutsch, so fliessend und bildhaft, dass das Lesen eine Freude ist. Rini Widmers Umschlagbild und die neun schwarz-weiss Zeichnungen sind vortrefflich auf den Inhalt des unprätentiösen Werkleins abgestimmt. (Klappentext)

TI: Mendrisiotto, Mendrisio, Lugano, Cademario

28. Juni 2026

Caspar

Beate Rothmaier: Caspar, Nagel & Kimche
München/Wien, 2005
Widerwillig nimmt die Schwanenwirtin Kreszenz Borst den Jungen bei sich auf, der in ihrer Schankstube von seiner Mutter und dem Stiefvater zurückgelassen wurde. Er heisst Caspar und trägt einen Zettel um den Hals: ‹Vom Bortzlanmacher Schwartz, Wellische Schweiz›. Aber auf Dauer will die Wirtin Caspar nicht umsonst beherbergen. Sie spricht beim Amtmann Bräm in Exenheim vor, zumal bald schon gemunkelt wird, der Schwartz habe dort Geld hinterlegt.

Aber der Amtmann hat andere Pläne. Caspar kommt zum Bauer Melcher auf den Hof, der kriegt Kostgeld für den Jungen, lässt seine Wut aber trotzdem an ihm aus. Mit Hilfe seiner Freundin Karolin gelingt Caspar Jahre später die Flucht. Porzellanmaler will er werden, wie sein Vater, und er schafft es, in der Porzellanfabrik als Ausputzer angestellt zu werden. Eines Tages steht er seinem Vater leibhaftig gegenüber.

Mit furiosem Tempo und Wortgewalt gestaltet Beate Rothmaier das vergessene, historisch verbürgte Schicksal eines Findelkinds aus dem 18. Jahrhundert zu einem grossartigen Roman.
(Klappentext)

D: Schrezheim und Umgebung (Hauptschauplatz), Ludwigsburg, Jagst (Fluss)

25. Juni 2026

Pietr der Lette

Georges Simenon: Pietr der Lette,
Diogenes, Zürich, 2008
«Kriminalkommissar Maigret von der Ersten Mobilen Einsatztruppe hob den Kopf.» Mit diesem Satz betritt der unvergessliche Kommissar Maigret die Bühne der Weltliteratur.

Pietr der Lette ist der erste namentlich gezeichnete Maigret-Roman von Georges Simenon. Er entstand 1929 im Hafen von Delfzijl, Holland, an Bord seiner kleinen Yacht ‹Ostrogoth›.

In diesem Roman, der in Fécamp, Paris und Bremen spielt, soll Maigret eigentlich nur einen Mann am Bahnhof abholen, der ihm aber schon bei der Ankunft entwischt. Minuten später wird im selben Zug die Leiche eines anderen Reisenden gefunden …, und der sieht dem ersten Reisenden zum Verwechseln ähnlich.
(Klappentext)

F: Paris, Fécamp D: Bremen

20. Mai 2026

Im grossen Stil

Claus-Ulrich Bielefeld, Petra Hartlieb:
Im grossen Stil, Diogenes, 2015
Im Kunsthandel trifft man auf interessante Figuren: besessene Sammler und geldgierige Agenten, grossspurige Mäzene und eitle Kuratoren, dreiste Fälscher und einfache Diebe. Als ein Wiener Kunstgutachter und ein Berliner Sammler fast zeitgleich ermordet werden, müssen Inspektor Anna Habel und Kommissar Thomas Bernhardt dieses schillernde Ambiente gemeinsam durchleuchten. Hier weiss keiner mehr, was echt und was falsch ist. Ob es sich um Bilder oder um Gefühle handelt: Niemandem ist zu trauen. Und dabei ist Frühling – die Sonne strahlt, und die Welt zeigt sich so verführerisch, dass es Anna Habel und Thomas Bernhardt schwerfällt, ihre sieben Sinne beisammenzuhalten. (Klappentext)

D: Berlin und Umgebung A: Wien und Umgebung

11. Mai 2026

Zu klein für den lieben Gott

Monique Laederach: Zu klein für den lieben
Gott, Bänziger/Ex Libris, Zürich, 1988
Anfang 1940, in einem kleinen Schweizer Dorf an der französischen Grenze. Während drüben die Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen voranschreitet geschieht im Dorf fast nichts. Die Männer sind auf den Hügelkämmen, bewachen die Grenze. Im Dorf sind beinahe nur Frauen, die den Lauf der Ereignisse abwarten. Im Mittelpunkt des Romans stehen drei dieser Frauen: Judith, ihre Schwester Carole, ihre Mutter.

Der Krieg wirft seine Schatten auch auf die alltäglichen Handlungen der Menschen im Dorf. Die Isolation und Enge bringt Gefühle zum Ausbruch, die jeder in sich trägt: Angst, Schwäche, Resignation, Rassismus. Die Frauen erleben den Krieg in Schweigen und Beklemmung. Judith, die 24-jährige Übersetzerin, versucht dennoch die wahren menschlichen Gefühle zu bewahren. Sie sieht sich dabei der Zerbrechlichkeit ihrer Schwester und der Abhängigkeit von ihrer Mutter, aber auch ihrer eigenen Verbitterung und Intoleranz gegenüber. Der Tod der Mutter führt zu Versöhnung und Beruhigung. (Klappentext)

NE: Les Brenets, Doubs, Saut-du-Doubs, Lac des Brenets, Les Frêtes, Caroline, Le Locle, La Chaux-de-Fonds, Neuenburg, Bahnlinie Le Locle–Les Brenets

20. April 2026

Ich bleibe hier

Marco Balzano: Ich bleibe hier,
Diogenes, Zürich, 2020
Trina ist eine junge Lehrerin und lebt in Graun, einem hübschen Bergdorf im Vinschgau. Doch die Zeiten sind düster. Die von Hitler und Mussolini ausgehandelte «Grosse Option» zwingt sie, wie alle deutschsprachigen Südtiroler, zu einer Entscheidung: entweder ins Deutsche Reich auszuwandern oder weiter in Italien Bürger zweiter Klasse zu sein. Trina bleibt – obwohl sie in ihrem Dorf nicht als Lehrerin tätig sein darf. Und sie bleibt auch, als nach dem Krieg ihr Dorf einem Stausee weichen soll, einem Energieprojekt, das keine Rücksicht auf Mensch und Natur nimmt.

Marco Balzano erzählt eine Geschichte von Leid, Widerstand und Mut – eine universelle Parabel darüber, was uns Menschen ausmacht und wofür wir einstehen müssen. (Klappentext)

I: Altgraun, Graun, Reschen, Reschensee, St. Valentin, Mals, Glurs, Schluderns, Meran, Bozen, Sondrio TI: Lugano

Mehr über den Reschensee weiss einmal mehr Wikipedia.

Die Gegend von Reschen und Graun vor der Flutung des Stausees 1949/50.

Die Gegend von Reschen und Graun heute.


5. April 2026

Fatal Woman

Patrick Quentin: Fatal Woman, Diogenes,
Zürich, 1996
Peter Duluth, erfolgreicher New Yorker Theaterproduzent und glücklicher Ehemann, folgt einer mitleidigen Laune, als er sich auf einer Party eines unscheinbaren jungen Mädchens annimmt. Schliesslich ist seine Frau, eine bekannte Schauspielerin, gerade für einige Zeit verreist und er fühlt sich einsam. Nanny Ordway scheint jung, unerfahren und hilfsbedürftig. Sie appelliert an seinen männlichen Beschützerinstinkt. Das junge Mädchen lässt Peter Duluth nicht los – und als sie tot in seiner Wohnung gefunden wird, wird die Affäre für ihn zum Alptraum. Seine Frau verlässt ihn, die Freunde verdächtigen ihn des Ehebruchs, und die Polizei des Mordes. Plötzlich sieht er sich in einem Netz von Intrigen gefangen … (Klappentext)

USA: New York City

2. April 2026

Hohgant

Gabriel Anwander: Hohgant, Emons, Köln
2016
Auf den Strassen des Berner Mittellandes taucht auffallend reines Kokain auf – Gerüchten zufolge stammt es aus dem Emmental. Dabei trinkt man in der grünen Hügellandschaft höchstens Schnaps; Kokain kennen die Menschen nur vom Hörensagen. Als die Drogen ein erstes Opfer fordern, macht sich Privatdetektiv Alexander Bergmann auf die Suche nach den Hintermännern. Er ahnt nicht, dass er sich mit Gegnern anlegt, die ihn zwingen, die Grenze des Legalen zu überschreiten … (Klappentext)

BE: Langnau i.E, Stadt Bern, Trubschachen, Camping Mettlen (Gohlgraben) LU: Flühli 

15. März 2026

Schwarzwald-Himmel

Bernd Leix: Schwarzwald-Himmel, Gmeiner,
Messkirch, 2018
Beim Wandern im nördlichen Schwarzwald möchte Oskar Lindt, der oberste Karlsruher Mordermittler, herrliche Natur und kulinarische Köstlichkeiten geniessen, doch selbst im Urlaub stolpert er über Leichen. Ein lebloser Körper im kalten Wasser der Murg. Unfall oder Gewalttat? Ist der Bauer alkoholisiert von der Brücke gestürzt oder hat ihm bereits zuvor jemand den Schädel eingeschlagen? (Klappentext)

D: Baiersbronn, Wanderhütte oberhalb von Schwarzenberg, Oberes Murgtal, Bahnstation Schönmünzach, Heselbach, Heselbacher Hof, Freudenstadt, Kniebis, Stöckerkopf, Sankenbachtal, Murg, Ruhestein, Hinterlangenbach, Euting-Grab über dem Wildsee, Wildsee, Nationalpark Schwarzwald, Forsthaus Auerhahn, Zwickgabel, Schönmünzach, Kienberg bei Freudenstadt, Berghütte Lanterbad, Huzenbachsee, Ellenbachsee, Mitteltal, Reichenbachtal, Weisenbach, Klosterreichenbach, Café Erle in Klosterreichenbach, Röt, Zimmerplatzhütte bei Klosterreichenbach, Heselbacher Hütte

6. März 2026

Seeluft

Friedrich Dönhoff: Seeluft, Diogenes,
Zürich, 2013
Zwischen den Aktivisten von Ökopolis und der Hamburger Reederei Köhn herrscht Streit. Den einen geht es um die Umwelt, den anderen um ihre Konkurrenzfähigkeit. Als am Fischmarkt die Leiche eines Reeders gefunden wird, nimmt Kommissar Sebastian Fink die Ermittlungen auf. Der Fall führt ihn zu einem verbitterten Manager in einem modernen Glaspalast hoch über dem Hafen, zu einer sportbesessenen Witwe auf dem Land und zu einem frischverliebten Studentenpaar in St. Pauli. Sebastian hat alle Hände voll zu tun, als eines Morgens unverhofft seine Großmutter vor der Tür steht – und ihn mit einem gut gehüteten Familiengeheimnis konfrontiert. (Klappentext)

D: Hamburg, Bönningstedt, Brunsbüttel

3. März 2026

Mai in Morcote

Evelyn Peters: Mai in Morcote, Knaur,
München/Zürich, 1979
Urlaub im Tessin – für zwei grundverschiedene Schwestern, Anke und Elsy, ist es weit mehr als eine willkommene Abwechslung vom Alltagseinerlei. Anke – jung und schon verwitwet – ist ausgeglichen, besonnen, überlegen! Elsy dagegen ist ein lebenslustiges, erfolgsverwöhntes Mannequin mit der Angst vor dem Tag, an dem sie nicht mehr gefragt sein wird.

Zum dramatischen Wendepunkt ihres Lebens wird eine nächtliche Gartenparty mit der Schickeria Morcotes. Alles, was Rang und Namen hat, trifft sich hoch über dem Luganersee. Elsy setzt alles auf eine Karte, spielt all ihre verführerischen Reize aus, um den eingebildeten und verheirateten, aber reichen und weltgewandten Gastgeber für sich zu gewinnen.

Anke kann diese Umgebung nicht mehr ertragen und entflieht dem blasierten Geschwätz, dem arroganten Gehabe und der peinlichen Ausgelassenheit der Partygäste. In einer kleinen abgelegenen Trattoria begegnet sie einem Mann, der, durch einen schweren Unfall gezeichnet, sich verbittert in sich selbst zurückgezogen hat.

Während dieser gemeinsamen Ferien in Morcote erleben die beiden Schwestern die Liebe so verschieden, so andersartig, wie sie selbst es sind. Der Autorin ist es gelungen, mit Anke und Elsy zwei beispielhafte Charaktere absolut glaubwürdig und lebendig, differenziert und ergreifend darzustellen Ein bewegender Roman aus unseren Tagen, voller Engagement und Lebensklugheit.
(Klappentext)

TI: Melide, Morcote, Vico Morcote, Bissone, Luganersee, Collina d'Oro, Lugano Gandria, Monte Lema, Malcantone, Pura, Neggio, Magliaso I: Cernobbio, Como, Campione

25. Februar 2026

Domenica und die Brüder vom Septimer

Hermann Ferdinand Schell: Domenica und
die Brüder vom Septimer, Kongress Verlag,
Zürich, 1945
Die im Volk fortlebende Überlieferung von den Brüdern vom Septimer erfährt in dieser Erzählung aus den rätischen Bergen ihre dichterische Gestaltung. Der Dichter hat es verstanden, Überliefertes mit feiner Einfühlungsgabe in eine packende Form zu kleiden und zu einer fesselnden und ergreifenden Erzählung zu gestalten.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Herbergshaus auf dem Septimer, wo die sieben Brüder ein Doppelleben führen. Nach aussen scheinbar biedere und ehrbare Männer, die ihre Alpen bewirtschaften und die Herberge führen, sind sie in Wirklichkeit gefährliche Gesellen, die schon manchen Kaufmann, der über den Septimer zog, beraubten und in irgendeiner Fels- oder Gletscherspalte für immer verschwinden liessen. Dem Grafen von Salis, der im Begriff ist, von Chur aus über den Septimer eine Reise nach seinem Bergeller Stammschloss in Soglio zu unternehmen, droht das gleiche Schicksal. Aber er wird gewarnt, noch bevor er die Schwelle der Herberge überschreitet, und ist auf der Hut. Mit dramatischer Spannung entwickeln sich die Ereignisse im Herbergshaus, die schliesslich zur Flucht und glücklichen Rettung des Grafen führen. Äusserst sympathisch wirkt im ganzen Geschehen die Gestalt der Domenica, die bei den Brüdern auf dem Septimer als guter Hausgeist wirkt. Sie ist es auch, die den Grafen warnt, nachdem ihr ein Zufall das Geheimnis vom Doppelleben der Brüder enthüllt hat. Mit tiefer Ergriffenheit verfolgt der Leser das weitere Schicksal Domenicas und das freiwillige Sühneopfer der Brüder.

Man bewundert in dieser Erzählung nicht zuletzt auch die kraftvolle Charakteristik, ob es sich nun um das dämonische Oberhaupt der Brüder, Faustus, um die anmutige Domenica oder den edlen Grafen von Salis handelt. Den Hintergrund der Erzählung bildet die machtvolle rätische Gebirgswelt, die der Dichter in wundervoller Farbenpracht vor dem geistigen Auge des Lesers aufleuchten lässt. Der gleiche dichterische Zauber, wie er von Hermann Ferdinand Schells «Sang vom Bergell» ausgeht, liegt auch über dieser in bezwingender Form geschriebenen Novelle.
(Klappentext)

GR: Septimerpass, Chur, Bivio, Soglio

19. Februar 2026

Morgarten

Peter Beutler: Morgarten, Emons, Köln
2014
An der Morgartenstrasse in Luzern wird ein Mann tot aufgefunden. Was anfänglich wie ein Selbstmord aussieht, wird zum brisanten Fall, denn der Tote hatte eine CD mit Bankdaten an deutsche Steuerfahnder weitergeleitet. Kripo-Leutnant Lauber und Detektiv-Wachtmeister Minder nehmen die Ermittlungen auf und geraten in einen tödlichen Strudel aus Macht und Politik. (Klappentext)

LU: Stadt Luzern (Hauptschauplatz), Gisikon, Fuchsberg ob Gisikon BE: Stadt Bern GR: Ofenpass, Val Müstair A: Eisenerz, Leoben, Wien I: Taufers USA: Lucerne