31. August 2022

Life Hacks

Keith Bradford: Life Hacks – 1000 Tricks,
die das Leben leichter machen, Rowohlt,
Reinbek b. Hamburg, 2015
Mundgeruch loswerden, sich vor Gewittern retten, Drinks umsonst bekommen und T-Shirts richtig zusammenlegen: alles kein Problem mit den «Life Hacks». Keith Bradford sammelt die 1000 lustigsten und cleversten Tricks, die das Leben erleichtern – und erstaunlich einfach sind. Sie bekommen Antworten auf Fragen, die Sie sich schon immer gestellt haben, und Hilfe für jede Lebenslage. Die verblüffendsten Ideen und originellsten Tipps für den Alltag. (Klappentext)

26. August 2022

Wie ich beinahe seekrank wurde

Werter Bundesrat, hier hätte die Schweiz in Sachen Stromverbrauch ein gewisses Reduktionspotenzial.

Unaufhaltsam pocht der Wind ans Gebälk. Es ist kurz vor zwei, als ich in 40 Metern über Boden aufwache. Mein Magen rebelliert sanft in finsterer Nacht. Mir ist schlecht. Der Blick über die Balustrade in Richtung Norden. Ein Lichtermeer zu nachtschlafender Zeit. Politik und Wirtschaft orakeln derzeit über zu erwartende Strommangellagen und wie damit umzugehen sei. Ja mei, dann hört doch endlich auf, die nachmitternächtlichen Strassen derart opulent zu illuminieren, wirbelt es mir durch den Kopf, ehe sich der latente Brechreiz wieder meldet.

Ich trinke einen Schluck Wasser, verdrücke einen Getreideriegel und lege mich wieder hin. Der Magen beruhigt sich überraschend schnell, derweil das windige Gerüttle am Aussichtsturm bis in die Morgenstunden weitergeht. Ein Gerüttle, das an schnell wogende Wellen oder an ein lang andauerndes Erdbeben erinnert. Kein Wunder, werde ich beinahe seekrank.

25. August 2022

Stein bedeutet Liebe

Eveline Hasler: Stein bedeutet Liebe,
dtv, München, 2012
Im Schwabinger «Café Stefanie» trifft sich Münchens Boheme. Der libertine Psychiater Otto Gross und seine Behandlungsmethoden sind hier Tagesgespräch, bei Roda Roda, Gustav Meyrinck, Erich Mühsam, der Gräfin Reventlow und der Fabrikantenwitwe Ullmann mit ihrer 22-jährigen Tochter Regina. Diese beginnt nicht nur eine Analyse bei Gross, der sie in ihrem literarischen Schreiben bestärkt, sondern lässt sich auch auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm ein. Als sie, zeitgleich mit zwei anderen Frauen, ein Kind von ihm erwartet, verweigert er seine Hilfe. Kurz darauf wird Gross, zur Heilung seiner Kokainsucht, bei Carl Gustav Jung ins Zürcher Burghölzli eingewiesen. Regina bekommt heimlich auf dem Land eine Tochter. Hin- und hergerissen zwischen ihren starken Gefühlen für Gross und ihrer dominanten Mutter, findet sie ihren eigenen Weg und ihre Kraft im Schreiben. Kenntnisreich und bewegend erzählt Eveline Hasler die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau und einer tragischen Liebe.
(Inhaltsangabe zum Buch)

22. August 2022

Vom Wandern

Ulrich Grober: Vom Wandern, Rowohlt,
Reinbek b. Hamburg, 2011
Immer mehr Menschen, junge wie ältere, wandern – wieder. Eine alte Leidenschaft wird neu entdeckt, die Beine bewegen sich, «der Kopf wird frei und mit ihm der ganze Mensch». Die alte Kunst des Wanderns ist heute der Einspruch gegen das Diktat der Beschleunigung. Der Autofahrer steht im Stau, der Wanderer geht neue Wege. Er sucht die Exotik der Nähe – und findet sich selbst.

Ulrich Grober erzählt von seinen eigenen Wanderungen. Allein. Mit Kindern. Mit Freunden. Auf dem Kolonnenweg an der ehemaligen Grenze der DDR oder den Rhein entlang. Über die Alpen. Auf Heideggers und Hesses Spuren u.a.m. Er berichtet über das innere Echo eines nächtlichen Zikadengesangs, über den süßen Geruch von Heu, über die Anstrengungen einer winterlichen Schneeschuhpartie.

Und Grober schlägt den Bogen von Ötzi bis zu den Neonomaden mit Laptop und Isomatte. Sein Buch ist ein philosophisches Brevier: Wie gewinnen wir unsere Zeitsouveränität zurück? Werden die «nomadischen Fähigkeiten» zu einer Schlüsselkompetenz des neuen Jahrtausends? Und auch praktisch: Aus welchen Bächen lässt sich noch trinken? Was braucht man an Ausrüstung und Proviant, wie orientiert man sich?

Ein kluges Buch, ebenso meditativ wie nützlich. Das Motto: «Ohne Schritte kein Fortschritt. Ohne Bewegung: Stillstand.» Wer gern wandert, wird dieses Buch lieben. Wandern als Lebenskunst und Selbsterfahrung.
(Inhaltsangabe zum Buch)

20. August 2022

Die Blaumeise

Werner Niederer: Die Blaumeise,
Grünkreuzverlag, Freiburg i.Br.
Alfred, ein 48-jähriger Programmierer, Hacker und seit kurzem Grossvater, erlebt zahlreiche Herausforderungen. Seine Reaktionen haben überraschende Folgen für die Zürcher Softwarefirma, in der er arbeitet, für seine Familie und sogar für die Weltpolitik. (Klappentext)

BE: Mürren, Silberhorn ZH: Stadt Zürich, Meilen, Rüschlikon, Greifensee, Uster, Dübendorf

18. August 2022

Das Gruselwasser vom Schimbrig

Unermüdlich summt der Geschirrspüler sein Arbeitslied. Mit von der Partie ist auch eine meiner Trinkflaschen, die vor ein paar Tagen auf einer Bergwanderung im Entlebuch zum Einsatz kam. Das Besondere daran: In der Nähe des ehemaligen Schimbrigbades plätschert eine Schwefelquelle ein paar Meter unterhalb des Wanderweges. Und weil man solchen Quellen nicht jeden Tag begegnet, stieg ich hinab, nahm ein paar Schlucke vom Gesundbrunnen und füllte die bereits halbleere Flasche mit dem seltenen Nass auf. Zwei Aktionen, die ich schon wenig später bereuen sollte. Schwefelhaltiges Wasser trinken ist das Eine, mit dem nach faulen Eiern stinkenden Geschmack im Gaumen umzugehen, das Andere.

Beim ehemaligen Bad angekommen – fünf Minuten nach der Schwefelquelle – entdeckte ich einen weiteren Brunnen, der normales Trinkwasser hergab. Ich leerte umgehend meine soeben nachgefüllte Trinkflasche aus und befüllte sie mit «neutral» schmeckender Trinksame. Wie sich im Verlaufe der Wanderung zeigen sollte, war der ekelerregende Schwefelgeruch immer noch in der Flasche. Und selbst eine zweite Füllung am Bahnhofbrunnen von Entlebuch, kurz vor der Heimfahrt, vermochte dem Gruselgeruch nicht den Garaus zu machen. Ich setze daher meine ganze Hoffnung auf die Wirkungskraft der Abwaschmaschine und tröste mich derweilen damit, dass dieses schaurige Medizinalgesöff meiner Gesundheit ein Upgrade – wenn auch ein kurzfristiges – verpasst hatte.

Der unscheinbare Schwefelwasserbrunnen am Fusse des Schimbrig.



Und wem dieses Schimbrigbad nichts sagt, dem sei noch folgender Text nachgeschoben,  den ich von der Informationstafel bei der Schwefelquelle abgekupfert habe:

Geschichtlich erstmals erwähnt sind die Eisen- und Schwefelquellen am Schimbrig von Joseph Xaver Schnider von Wartensee, Pfarrer in Schüpfheim in «Geschichte der Entlebucher» 1781. Dr. med. Walter Birrer, Entlebuch, schrieb damals in einem geschichtlichen Beitrag: «Von den drei Mineralquellen, die am nordwestlichen Abhang des Schimbrig entspringen, hat die Natrium-Schwefelquelle, die als solche die stärkste in der Schweiz ist, entschieden das Interesse behauptet und die Entwicklung des Kurbetriebes auf Schimbrigbad begründet.» Das erste Kurhaus von 1860 verfügte nach einer Erweiterung über 93 Zimmer mit 160 Betten und einem Badehaus mit zwölf Badezimmern und zehn Gästezimmern. Mit Zweispännern fuhren die Gäste nach Finsterwald, von dort zu Fuss, zu Pferd, aber auch mit Sänften getragen. Am 6. Juni 1885 wurde das ganze Gebäude ein Raub der Flammen. 1888/89 erfolgte ein Neubau mit 87 Zimmern für 110 Gäste. Leider wurde am 16. November 1933 auch das zweite Kurhotel durch ein Feuer zerstört und nicht wieder aufgebaut. So wurden die Glanzzeiten des Kurortes jäh beendet.

Diese Etikette zierte einst die Trinkflaschen.



Heute erinnert am Ort selber praktisch kaum noch etwas an den Kurhotel-Betrieb. Was aber blieb, ist die Schwefelquelle, welche international mehrmals entsprechend ausgezeichnet worden ist. Die Anreicherung an Calcium, Magnesium, Nitraten etc. zeichnet das Wasser aus.

Von der früheren Bedeutung der Schwefelquelle können wir heute also nur noch träumen. Eine bestimmte zielgerichtete Nutzung ist auch künftig sicher wertvoll und nun wieder sichergestellt. Für Wanderer und Ausflügler im Gebiet Schimbrig lohnt es sich, wenn das Quellwasser direkt an der Trinkstelle genossen wird oder wenn man eine Flasche mit dem heilsamen Wasser abfüllt und zu Hause trinkt. Das Schwefelwasser regt den Stoffwechsel im menschlichen Organismus kräftig an.

Schimbrig Bad zu seiner Blütezeit im im 19. Jahrhundert. Hinter dem Kurhaus baut sich der Schimbrig auf.
Die Quellfassung wurde durch das starke Unwetter im Sommer 2005 verschüttet und ist nun wieder fachmännisch erneuert worden. Und das Wichtigste: Die Wasserqualität ist attestiert und garantiert. Die Ergebnisse der durchgeführten Analysen entsprechen hinsichtlich der Fremd- und Inhaltstoff-Verordnung den lebensmittelrechtlichen Anforderungen. Visionäre Gedanken, dass das Wasser in absehbarer Zukunft in einem beschränkten Rahmen als Heilwasser vermarktet werden kann, sind nicht unrealistisch.

15. August 2022

Zu Fuss über die Alpen

Ludwig Grassler: Zu Fuss über die Alpen, Süddeutscher
Verlag, München, 1977
Dieses Buch ist für alle Freunde des Bergwanderns eine Sensation. Rechtzeitig zum 75. Jubiläumsjahr des Isartalvereins stellt Ludwig Grassler seinen «Traumpfad» über die Alpen von der Isar bis an den Piave in Wort und Bild vor. Der Wanderweg vom Münchner Marienplatz bis zum Markusplatz in Venedig ist etwa 515 Kilometer lang, kann in 28 Wandertagen in einzelnen Etappen bewältigt werden und führt im Bereich der Alpen über insgesamt 33 Jöcher, Scharten und Pässe. Die Stationen dieser Etappen sind: München, Wolfratshausen, Bad Tölz, Leger, Vorderriss, Wattens, Lizum, Tuxerjoch, Pfunders, Lüsen, Grödnerjoch, Marmolada, Masare, Pramperet, Belluno, Priula, Bocca Callalta, Jesolo, Venedig .

Für jeden bergerfahrenen Wanderer ist der hier vorgestellte Weg von München nach Venedig ein «Erlebnis fürs Leben»! Wer für dieses Erlebnis vier Wochen Abschied nimmt von den Bequemlichkeiten der modernen Zivilisation, der wird durch die zahllosen stillen oder gewaltigen Naturschönheiten und die einmaligen Begegnungen abseits von lärmenden Autostrassen reichlich entschädigt. 

Die vielen Bilder in diesem Buch, während der Wanderung vom Autor selbst aufgenommen, bestätigen solche Eindrücke. Die ausführliche Beschreibung des Weges und seiner Besonderheiten sowie die Vermittlung der kulturhistorisch en Daten über die zahlreichen erwanderten Stationen unterwegs durch das Isartal entlang den weissen Kalkwänden des Karwendel, den firnglänzenden Höhen der Zillertaler Berge, über die lieblichen Matten zwischen den roten Felsburgen in den Dolomiten und durch die Wildflusslandschaft am Piave bis zum Meer bei Jesolo  lassen uns darauf besinnen, wie weit die Zersiedelung unserer Landschaften und der hektische Ausbau eines immer dichteren Strassennetzes die Fussgängerfreiheiten in unserer modernen Welt beschränkt haben: Durchgehende Fusswege über weite Strecken sind heute immer weniger auszumachen. Nur noch entlang den Flüssen und im Gebirge finden wir sie, und der «Traumpfad» von Münchens «Guter Stube» über die Alpen bis zum «schönsten Salon der Welt», wie Napoleon den Markusplatz in Venedig nannte, ist wohl der verlockendste unter ihnen, weil er den aktiven Wanderer herausfordert, aber auch reichlich belohnt.

Doch selbst den Nur-Leser, der diesen Pfad lediglich mit Hilfe des Buches nachvollzieht, bereichert die Lektüre mit einem anregenden und aussergewöhnlichen Erlebnis, mit der Teilhabe an einem Abenteuer, wie es in unserer technisierten Welt nicht mehr möglich schien. (Klappentext)

13. August 2022

Über die nasse Grenze

In Rot die Rot.

Neulich widmete ich mich dem siebten Abschnitt meines Wanderrad-Projektes von Langenthal. Also zog ich von der Ammann-Metropole genau nach Osten und landete nach viereinhalb Stunden im Örtchen Richenthal. Bereits bei der Planung der Route gab es einen kleinen Knackpunkt zu lösen: das Flüsschen Rot, das im zu begehenden Korridor partout keine Brücke aufweisen wollte. Aufgrund der Landkarte stufte ich das Gewässer so ein, dass dessen Überquerung ohne Packraft zu bewerkstelligen sein sollte. Ich packte daher bloss ein Paar Strandschuhe sowie ein Frottiertuch in den Rucksack und schritt in gespannter Vorfreude dem natürlichen Hindernis entgegen.

Der Feld-, Wald- und Wiesenbach präsentierte sich mir als seichtes und wenig breites Gewässer. Der Durchwatung stand also nichts im Wege, einzig das gegenüberliegende Steilufer bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Wie sollte ich da hochkommen? Und würde ich die oben an der Klippe wachsenden Brennnesseln schmerzfrei hinter mich lassen können? – Der langen Rede kurze Antwort: Das Steilufer überwand ich dank einem halb abgerutschten Wurzelbereich einer Esche, an deren Ästen ich mich schliesslich auf den abbröckelnden Klippenrand hievte. Und von den befürchteten Nesseln waren just an meinem Ankunftsort keine zugegen.

Der Flusslauf der Rot ist eher ein grüner. Die rote Signatur zeigt die Stelle meiner Bachdurchquerung.




Mit dieser kurzen Abenteuereinlage wechselte ich nicht nur von einem Ufer ans andere, ich wechselte auch vom Kanton Bern in den Kanton Luzern. Nur dass ich statt über die grüne über die nasse Grenze ging. Und diese Rot ist fürwahr ein veritabler Grenzfluss. Ihren Ursprung hat sie lustigerweise im Kanton Bern. Hier fliesst sie 50 Meter rein bernisch, ehe sie auf die Grenze Luzern/Bern stösst und dieser bis St. Urban folgt. Hierbei verläuft sie – aus welchen Gründen auch immer – im obersten Bereich auf einem Abschnitt von 800 Metern gänzlich auf Berner Boden. Von St. Urban bis zur Aaremündung bei Murgenthal mimt sie dann die Grenze zum Kanton Aargau, allerdings nennt sie sich auf den letzten anderthalb Kilometern nicht mehr Rot sondern Murg. Die Namensänderung tritt dort ein, wo die Langete mit der Rot zusammentrifft. Die Rot selber weist von ihrer Quelle bis zum Zusammenfluss mit der Langete eine Länge von circa 17 Kilometern auf. Und ehe diese Zeilen enden, sei noch auf die weiteren Rot-Zuflüsse hingewiesen. Man betrachte die Aufzählung als Ode an die bernisch-luzernische Landschaftsliteratur:

Brüggeweidbächli
Buechwaldbächli
Dorfbach
Fischbächli
Haldenbach
Mülibach
Rickebach
Schwändibach
Schwarzebach
Seijumattbächli
Stäckholzergräbli
Stampfibach
Wässerbach
Ziegelwaldgräbli

Eine Fotostrecke der Wanderung von Langenthal nach  Richenthal befindet sich hier

10. August 2022

Schachteltraum

Walther Kauer: Schachteltraum, Benziger,
Zürich/Köln, 1978
Schachteltraum: Der Titel bezieht sich zunächst auf die Schreibtechnik. Auf drei nebeneinander verschachtelten Ebenen erzählt Kauer die spannende, in überraschenden, mitunter kriminalistischen Wendungen verlaufende Biografie von Georges Knecht und gibt zugleich ein Bild schweizerischer Geschichte zwischen 1930 und 1970. Schachteltraum heisst das Buch aber auch, weil der Erzähler Knechts Aufzeichnungen in Schachteln verpackt findet, aus ihnen, aus Briefen und Dokumenten Knechts Leben rekonstruiert.

Georges Knecht ist Sohn eines von der Wirtschaftskrise betroffenen Arbeiters, der im spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Antifaschisten fällt. Als Verdingbub kommt Knecht zu einem reichen Bauern, erlebt im Zweiten Weltkrieg Schwarzhandel und Schiebereien, die Ausbeutung der internierten, Polen. Knecht, ein Heller, Aufgeweckter, darf die Mittelschule besuchen, entwickelt Gerechtigkeitssinn, zuviel Gerechtigkeitssinn, wie sich später erweist. Nach dem Krieg verwandelt sich das Dorf, das Zweigwerk einer Maschinenfabrik wird aus Italien kommen die ersten Fremdarbeiter. Um ihnen zu helfen, lässt sich Knecht von Hinrichsen, dem Firmeninhaber, als Sozialarbeiter anstellen. Doch nur für kurze Zeit. Dann entspinnt sich ein Kampf der beiden ungleichen Gegenspieler, und Hinrichsen, in Personalunion Unternehmer, Politiker und Militär, stellt Knecht auf seine Weise kalt.
(Klappentext)

8. August 2022

Die Studentin

Christian Schünemann: Die Studentin,
Diogenes, Zürich, 2009
Der Alptraum eines jeden Starfrisörs: Kurz bevor die Show der weltweit besten Frisöre in London beginnt, fällt das Supermodel aus. Tomas Prinz weiss sich zu helfen. Kurzerhand engagiert er Rosemarie, das englische Au-pair-Mädchen, das bereitsteht, um ihn nach München zu begleiten. Dort wird sie in der Familie seiner Schwester Regula erwartet. Zuvor aber muss sie Prinz mit einer ganz besonderen Qualität aushelfen: ihren wunderschönen roten Haaren.

Rosemarie ihrerseits führt ihn ins Münchner Uni-Milieu ein, in dem Prinz herumstreunt wie ein neugieriger Tourist. Von den akademischen Debatten versteht er wenig, aber die menschlichen Abgründe – Intrigen und Karrierepläne – erfasst er auf den ersten Blick. Und prompt hat er einen neuen Fall am Hals. Wo die Polizei mühsam Fakten zusammenträgt, braucht sein visuell geschultes Auge Sekunden, um kriminelle Zusammenhänge zu erkennen.
(Klappentext)

D: München (Hauptschauplatz) GB: London

5. August 2022

Zu Fuss durchs wilde Kurdistan

Achill Moser: Zu Fuss durchs wilde Kurdistan, Pietsch,
Stuttgart, 1990
Achill Moser hat sein Leben schon in vielen Extremtouren gewagt. Er kämpfte sich zu Fuss durch die Wüste Gobi, bezwang in Westafrika den Niger mit dem Kanu und durchquerte das trostlose Odadahraun-Lavafeld in Island. Seine Expedition durch Kurdistan, jene wilde Felsregion in der Osttürkei, stellte ihn vor ganz neue Anforderungen. 300 Kilometer marschierte Moser durch das rauhe Bergland an der Grenze zum Irak, der UdSSR, Syrien und dem Iran. In diesem Pulverfass der Emotionen und der Gewalt, der behördlichen Willkür und dem Widerstand der Bergnomaden, erschliesst sich dem Leser eine grandiose Natur, wie sie atemberaubender nicht sein könnte. Achill Moser lässt den Leser hautnah mit dabei sein … (Klappentext)