29. Mai 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 16

Das 12 km lange Schweizerkreuz und die 14,2 km lange Route (inkl. 200 m Fähre)

Die sechzehnte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes zelebrierte ich vergangenen Samstag in der Stadt Basel, wohin es mich auf der Suche nach einem trockenen Flecken fast wie von alleine trieb. Wie die Karte zeigt, legte ich mir ein um 19° nach links gekipptes Schweizerkreuz als Basis für die Routenplanung zurecht. Eine formidable Idee, wie sich vor Ort herausstellte. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.24
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.24
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.24
BL       
BS   Basel SBB – Claramatte – Basel SBB 14,2   25.5.24
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.24
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.24
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.24
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.24
NW   Emmetten – Bärenfallen – Dallenwil 21,0  10./11.5.24
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.24
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4 16.1.24
SZ      
TG  Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz 16,1  5.5.24
TI   Rodi – Dalpe – Faido 12,3  16.4.24
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.24
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9 1.1.24
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.24

28. Mai 2024

Zu verkaufen: Leichter Trekkingrucksack

«Agile 45» der Marke Ferrino
































Mit 960 Gramm ist dieser 45-Liter-Rucksack ein Leichtgewicht, das über einen guten Tragekomfort verfügt. Ein herausnehmbares und dem Rücken anpassbares Aluband sorgt für eine gute Lastenübertragung auf die gut gepolsterten Hüftflossen. Ich verkaufe den lediglich zwei Mal getragenen Rucksack, weil er für meinen Rücken zu kurz ist. Ich gehe davon aus, dass sich das Modell für Menschen mit einer Körpergrösse von 175 bis maximal 185 cm eignet.

Preis CHF 100.– zzgl. CHF 8.50 Versand (Vorauskasse)

Bei Interesse oder Fragen: Mail an fotowerker12@gmail.com

Technische Eigenschaften
  • 100% Polyester 210 Denier
  • Tragesystem nicht höhenverstellbar
  • Gepolsterte Schulterträger
  • Brustgurt mit Signalpfeife
  • Toploader mit grosser Sturmhaube
  • Grosser Frontzugang mit umlaufendem Reissverschluss
  • Belüftungseinsätze am Rücken
  • 2 Seitenfächer aus Mesh
  • 1 Meshfach hinten (z.B. für feuchte Kleidung)
  • 1 Hüftgurttasche mit Reissverschluss
  • 2 Eispickel-/Stockhalterungen
  • 1 Deckelfach fix am Rucksack angenäht
  • 1 Schlüsselclip im Deckelfach
  • 1 Aufhängung für Trinkblase
  • 2 zusätzliche Befestigungsriemen mit Klemmschnalle
  • Farbe: Schwarz / Orange
  • Masse: 68 x 20 x 33 cm (L x B x H)
  • Volumen: 45 l
  • Gewicht: 960 g
  • Modell: 2023








27. Mai 2024

Hundsvieh

Daniel Badraun: Hundsvieh, Gmeiner,
Messkirch, 2013
Claudio Mettler ist ein sympathischer Superloser. Er kriegt nichts auf die Reihe – aber das mit wachsendem Erfolg. Und er leistet sich eine Freundin, die nicht annähernd seine Kragenweite ist. Doch Mettler bemüht sich. Mettler kämpft. Er will ihr zeigen, dass er ein ganzer Kerl ist und kein Verlierer. Bei seinen verzweifelten Bemühungen etwas Geld zu scheffeln, gerät er als Spielfigur in die Machenschaften von skrupellosen Kunstdieben und Viehhändlern. Doch Mettler wäre nicht Mettler, wenn er nicht einen Weg fände, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen!
(Klappentext)

GR: Landwasserviadukt der RhB bei Filisur, Chur, Lenzerheide, Tiefencastel, Bergün, Preda, Albulapass, St. Moritz, Maloja, Bergell, Soglio, Spino, fiktives Seitental im Prättigau

23. Mai 2024

Der Kirschtote

Judith Stadlin, Michael van Orsouw: Der
Kirschtote, Knapp, Olten, 2017
Drei Menschen sterben kurz hintereinander in der Zuger Altstadt. Ausgerechnet in diesem Stadtteil, wo sommers die Touristen hinströmen. Goran Voltic, sympathischer Standup-Paddle-Lehrer im «Strändli» und seit dem Mordfall von vergangenem Jahr selbsternannter Hilfsermittler, wittert ein Verbrechen. Seine Fantasie schiesst ins Kraut. Goran ermittelt auf eigene Faust – gegen den Willen der Kriminalkommissarin Eva Brandenberg. Dabei findet er heraus: Die Kleinstadt Zug steht nicht nur für die Kirschtorte, sondern in dieser Saison auch für Kirschtote. Kirschtote ist nach Rötelsterben der zweite Krimi des Autoren- und Bühnenpaars Judith Stadlin und Michael van Orsouw.
(Klappentext)

ZG: Stadt Zug D: Berlin

21. Mai 2024

Modelleisenbahn – für jung und alt

Bernd Schmidt: Modelleisenbahn – für
jung und alt, Humboldt-Taschenbuchverlag,
München, 1975

Stolz wird eine besonders gut ausgetüftelte Modelleisenbahn-Anlage gezeigt, Fachgespräche werden geführt. Wie gut, wenn man ein Buch zur Hand hat, das einen auf neue Ideen bringt. Hier finden Sie alles, angefangen bei der Beratung und Planung für eine Anlage über die Elektrik bis hin zum Bau und Ausbau der Grossanlage sowie deren Pflege.

Kein Platz? Lesen Sie nach, wie man auch auf kleinstem Raum eine tolle Anlage unterbringt. Kein Geld? Sie werden erstaunt sein, wieviel Zubehör selbst gebastelt werden kann. (Klappentext)

18. Mai 2024

Lexikon der überflüssigen Dinge

Alexander von Schönburg: Lexikon der
überflüssigen Dinge, Rowohlt, Berlin, 
2006
Unser Alltag ist überfrachtet mit Dingen, die wir nicht wirklich brauchen, die Zeit, Geld und Lebensqualität stehlen. Ein Handy muss heute fotografieren, mailen, im Internet surfen, waschen und bügeln, Filmclips abspielen und MP3-Musikdateien wiedergeben können. Vor jeder Ampel drängen sich Geländewagen, mit denen man Sibirien durchqueren könnte, und bevor wir uns zum Frühstück niedersetzen, bedienen wir ein Dutzend Küchengeräte. Mit Witz und Ironie lichtet Alexander von Schönburg das Dickicht, das uns ständig umgibt. Sein Lexikon reicht von A (wie «Anrufbeantworter») bis Z (wie «Zigarette danach»). Dazwischen finden sich so überflüssige Dinge wie «Beziehungskrisen», «Dekotomate», «Horoskop», «Lavalampe», «Pikkolöchen» oder «Zahnbürste, elektrische», auf dem Prüfstand stehen Verhaltensweisen (nachts zu Fuss allein vor einer roten Ampel warten), Geisteshaltungen (sich unnötig Sorgen machen) und Redewendungen («Ich sag mal so»). Eine Gebrauchsanweisung für den modernen Menschen, die hilft, mit Anstand und Würde durchs Leben zu kommen. (Klappentext)

15. Mai 2024

Januskopf

Friederike Schmöe: Januskopf, Gmeiner,
Messkirch, 2007
Im unterfränkischen Königsberg stürzt eine Frau in den Tod. War es ein Unfall, Selbstmord oder Mord? Dem neuen Klienten der Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy wird der mysteriöse Todesfall per anonymen Brief in die Schuhe geschoben. Noch rätselhafter ist allerdings der Mann selbst: Ewald Isenstein leidet seit einem Unfall an einer Persönlichkeitsspaltung, sein Innenleben ist unberechenbar. Katinka hält ihn für unschuldig, doch dann geschehen zwei Morde, und Isenstein hat wieder kein Alibi.

Als auch ein Anschlag auf Katinka verübt wird, macht Kommissar Uttenreuther eine erstaunliche Entdeckung: Der Mörder scheint E. T. A. Hoffmanns «Die Elixiere des Teufels» nachzuspielen. Doch wenn das stimmt, wird es einen dritten Mord geben … (Klappentext)

D: Bamberg, Königsberg

12. Mai 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 15


Die fünfzehnte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes ging in die Nidwaldner Voralpen. Zwischen Emmetten und Dallenwil präsentierte sich mir ein wunderbarer Bergfrühling, ein Zauber im Übergang vom Winter zum Sommer. Aber auch etwas Kafkaeskes wurde mir zuteil, von dem ich im Buch berichten werde, das aus diesem Projekt entsteht. Als Première zu nennen ist meine allererste Biwaknacht im Kanton Nidwalden. Und die war schlicht wunderbar! Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.24
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.24
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.24
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.24
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.24
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.24
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.24
NW   Emmetten – Bärenfallen – Dallenwil 21,0  10./11.5.24
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.24
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4 16.1.24
SZ      
TG  Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz 16,1  5.5.24
TI   Rodi – Dalpe – Faido 12,3  16.4.24
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.24
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9 1.1.24
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.24

9. Mai 2024

Wer sich der Liebe vertraut

Mary Lavater-Sloman: Wer sich der
Liebe vertraut, Artemis, Zürich/Stuttgart,
1960
In dem neuesten Werk Mary Lavater-Slomans wird der Leser in den Strahlungsbereich Goethes geführt. Mit subtiler Einfühlungsgabe zeichnet sie die Liebe des jungen Dichters zu Charlotte, der Frau des Oberstallmeisters von Stein in Weimar, lebendig nach und erfühlt die Höhen und Tiefen der Leidenschaft, die den Anstoss zu Goethes Flucht nach Italien gab. Das Erlebnis des Südens, das alle schöpferischen Quellen in ihm wieder zum Strömen brachte, wird in den wichtigsten Stationen dem Leser nahegebracht: Verona, Venedig, Rom, Neapel und Sizilien. Obgleich der Dichter alle belebenden Eindrücke mit der geliebten Freundin teilen möchte, fühlt sich Charlotte von ihm verlassen und verraten. Nach seiner Rückkehr an den Weimarer Hof erreicht die Entfremdung ihren Höhepunkt, denn der gewandelte Freund wendet sich Christiane Vulpius zu und nimmt das einfache Mädchen aus dem Volk schliesslich sogar ganz in sein Haus auf.

Mary Lavater-Sloman macht die Beglückung, aber auch die Tragik sichtbar, die sich hinter der bekannten und viel diskutierten Tatsache verbirgt, dass Goethe das einfache «Naturwesen», das jeder Bildung unzugänglich blieb, zur Lebensgefährtin wählte. In der Treue, mit der er trotz gegenteiliger Ratschläge an dieser Bindung durch Jahrzehnte hindurch, bis zum Tode Christianes, festhielt, offenbart sich seine tiefe Güte und Selbstlosigkeit. Diese Wesenszüge des grossen Dichters werden heute oft übersehen. Mary Lavater-Sloman, seit frühester Jugend unter dem Eindruck der Goetheschen Welt- und Lebensauffassung stehend, macht es sich darum zur Aufgabe, von der menschlichen Seite her die Brücke zu zeigen, auf der die junge Generation den Zugang zu Goethe finden kann. (Klappentext)

6. Mai 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 14


Die vierzehnte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes absolvierte ich im Kanton Thurgau. Von Diessenhofen ging ich über den Rodebärg nach Eschenz. Ein Maibummel par Excellence mit etwas Regen, Wind und Sonne. Besonders beeindruckend war der denkmalgeschützte und – historisch bedingt – sehr grosse Bahnhof von Etzwilen, wo ich eine hübsche Begegnung mit einem nicht alltäglichen Zug hatte. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.2024
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.2024 
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.2024
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.2024 
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.2024 
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.2024
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4 16.1.2024
SZ      
TG  Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz 16,1  5.5.2024
TI   Rodi – Dalpe – Faido 12,3  16.4.2024
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.2024 
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9 1.1.2024
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.2024 

3. Mai 2024

Tessiner Verwicklungen

Sandra Hughes: Tessiner Verwicklungen,
Kampa, Zürich, 2020
Das Tessin gilt als Sonnenstube der Schweiz, aber der italienischsprachige Kanton hat mehr zu bieten als dieberühmten Touristendestinationen Lugano, Locarno und Ascona. Die Basler Polizistin Emma Tschopp erkundet mit ihrem Campingbus lieber die abgelegenen Täler. Zeit dafür hat sie: Dreiundzwanzig Urlaubstage muss sie im laufenden Jahr noch nehmen. Warum also nicht das Mendrisiotto besichtigen, das mit seinen sanften Hügeln an die Toskana erinnert. Meride ist das schönste Dorf im Tal, über dem der Monte San Giorgio thront, UNESCO-Weltkulturerbe und bekannt für seine prähistorischen Fossilien. Noch bekannter ist die dort ansässige Pastamanufaktur Savelli, die nicht weniger als die besten Spaghetti produziert und europaweit exportiert. Das Rezept ist streng geheim. Aber nicht nur das, wie sich bald herausstellt: Als der alte Savelli im Kühlraum der Manufaktur eine Leiche findet, kommen dunkle Familiengeheimnisse ans Licht. Emma Tschopp ermittelt, statt ihren Urlaub zu geniessen. Ihr südländisches Temperament passt dabei so gar nicht zur Nüchternheit des eigentlich zuständigen Commissario Bianchi.
(Klappentext)

TI: Meride (Hauptschauplatz), Arzo, Monte San Giorgio, Lugano, Luganersee BL: Arisdorf, Oberwil

28. April 2024

Esterhazy

Irene Dische, Hans Magnus Enzensberger,
Michael Sowa: Esterhazy, Hanser, München, 2010
Das Geschlecht der Esterhazys ist so alt wie edel, aber es gibt da leider ein Problem: Die Nachkommen sind von Generation zu Generation immer kleiner geworden. Das kommt davon, wenn man nicht genug Salat und Karotten, sondern immer nur Süsskram und Torte isst. Und irgendwann kann es so nicht weitergehen. Als der jüngste Enkel in den Papierkorb fällt und allein nicht mehr herauskommt, beschliesst Fürst Esterhazy zu handeln: Er schickt seine Enkel in die weite Welt: Sie sollen sich Frauen suchen, nicht unbedingt edle – Hauptsache gross. So kommt der jüngste Esterhazy nach Berlin, und was er dort erlebt, bis er sein Glück findet, davon erzählt dieses Buch. (Klappentext)

26. April 2024

Der schwierige Eidgenoss

Erwin Heimann: Der schwierige Eidgenoss,
GS-Verlag, Bern, 1982
Diese vier Erzählungen aus dem Soldatenleben hat seit der ersten Auflage 1944 nichts an Allgemeingültigkeit eingebüsst und verdienen heute ebenso sehr unsere Aufmerksamkeit, behandeln sie doch Probleme, die gerade wieder im Brennpunkt des Interesses stehen. Es ist eine besondere Stärke des Autors Erwin Heimann, die Konflikte von Sonderlingen, von Aussenseiten, von Schwierigen im Militärdienst zu schildern, den Zusammenstoss des Einzelnen mit der Gemeinschaft, des Individuums mit dem Dienstreglement. (Klappentext)

24. April 2024

Mit 3 km/h durch Mitteleuropa

Rudolf Leuenberger: Begegnungen, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2024
Soeben ist in meinem kleinen Verlag ein neuer Titel erschienen: «Begegnungen» heisst er und erzählt von Weitwanderungen durch Mitteleuropa. Kaum im frühzeitigen Ruhestand, beginnt Rudolf Leuenberger (1933–2014) mit dem Fernwandern. Für jedes Jahr bestimmt er anhand einer Landkarte eine Stadt im umliegenden Ausland als Ziel, zieht eine Luftlinie von seinem Wohnort Zollikofen bei Bern und geht hernach meist den Flüssen entlang seinen Weg. Hierbei ist für den vielseitig interessierten Menschenfreund die körperliche Leistung Nebensache. Seine Kontaktfreudigkeit bringt ihm täglich neue Begegnungen und Bekanntschaften, auch wenn er der Landessprache nicht immer mächtig ist.

Die Neugier, was ihn hinter dem nächsten Hügel erwartet, hat den Autor immer wieder neu beflügelt. So sind insgesamt 14 Berichte von Wanderungen durch die Schweiz nach Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, Österreich, Luxemburg, Belgien, Holland, Tschechien und Österreich entstanden – ergänzt mit Ausrüstungs- und Orientierungstipps, aber auch mit tiefgründigen Gedanken über Gott, die Welt und anderem.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich, wo auch eine Leseprobe heruntergeladen werden kann.

21. April 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 13


Die dreizehnte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes führte in der Leventina von Rodi nach Faido. Währenddem es auf der Alpennordseite hudelwetterte, wehte im Tessin ein mässiger Nordföhn, was in der Regel gleichbedeutend mit wärmeren Temperaturen und Sonnenschein ist. Und so war es denn auch auf dieser abwechslungsreichen Route am frühlingshaften Gotthardzubringer. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.2024
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.2024 
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.2024
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.2024 
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.2024 
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.2024
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4 16.1.2024
SZ      
TG      
TI   Rodi – Dalpe – Faido 12,3  16.4.2024
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.2024 
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9 1.1.2024
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.2024 

19. April 2024

Gift im Aargau

Ina Haller: Gift im Aargau, Emons, Köln,
2014
Andrina Kaufmann gerät unter Verdacht, ihre Freundin getötet zu haben. Einen Tag nach der Tat verschwindet ihr Lebensgefährte, der Leiter der Abteilung Leib und Leben der Kripo Aargau, spurlos. Steckt womöglich die Polizei hinter dem Mord? Andrina, die den Ermittlern immer mehr misstraut, beginnt auf eigene Faust zu recherchieren – und bringt sich dadurch in Lebensgefahr. (Klappentext)

AG: Aarau, Erlinsbach, Oberentfelden, Auenstein ZH: Winterthur

16. April 2024

Fremde Freunde

Max Küng: Fremde Freunde, Kein & Aber,
Zürich/Berlin, 2021
Die Einladung klingt perfekt: Eine Woche Ferien in einem idyllischen Haus in Frankreich. Einfach mal wieder die Seele baumeln lassen. Süsses Dolcefarniente geniessen. Und natürlich: Essen wie Gott in Frankreich! Doch leider kommt es dann so, wie es oft kommt: ganz, ganz anders. (Klappentext)

13. April 2024

Das grobmaschige Netz

Håkan Nesser: Das grobmaschige Netz,
btb, München, 1999
Es ist ein Alptraum, der direkt ins Gefängnis führt: Als Janek Mitter eines Morgens mit einem mörderischen Kater erwacht, findet er seine Frau Eva tot in der Badewanne vor. Ermordet. Er ist sicher, dass er nicht der Mörder ist, aber beweisen kann er es nicht. Am Vorabend haben beide mächtig gezecht, und nun fehlt ihm die Erinnerung an einige Stunden. Weil er sich bei den Verhören und vor Gericht sehr unkooperativ zeigt, hat er keine Chance – niemand glaubt an seine Unschuld und aufgrund der Indizien wird er wegen Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Anwalt setzt jedoch durch, dass er wegen seiner Alkoholprobleme bis auf weiteres in eine Heilanstalt eingewiesen wird. Dort findet Mitter langsam wieder zu sich, und er erinnert sich an immer mehr Bruchstücke dieses verhängnisvollen Abends. (Inhaltsangabe im Buch)

11. April 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 12


Die zwölfte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes widmete sich während zwei Tagen mehrheitlich dem luzernischen Teil des Seetals. Bei überdurchschnittlich hohen Temperaturen schrittelte ich von Gelfingen nach Emmenbrücke. Der Kirschbaumblust, gepaart mit einem bombastischen Alpenpanorama, machte die Wanderung zu einem Hochgenuss, die in der ersten Zeltübernachtung in diesem Jahr gipfelte. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km  Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.1.2024
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.1.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 3.1.2024 
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  3.2.2024
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19,2 9.3.2024 
LU   Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke 26,7 6./7.4.2024 
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières 14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.3.2024
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4  16.1.2024
SZ      
TG      
TI       
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.2.2024 
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9  1.1.2024
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.2.2024 

9. April 2024

Der Stein

Franz Hohler: Der Stein, Luchterhand,
München, 2011
Manchmal ist das, was uns als Zufall erscheint, voller Zwangsläufigkeit. Im Rückblick betrachtet, zumindest. Oder auch umgekehrt kann das, was wir für Notwendigkeit halten, in Wahrheit nichts als Zufall sein. Enorm unterhaltsam und mit dem ihm eigenen Sinn für das, was sich unserem Alltag nicht fügen will, kreisen Franz Hohlers Erzählungen um das, womit niemand rechnet, das aber umso zielstrebiger geschieht. Was hat einen jungen Mann während einer Demonstration dazu getrieben, einen unauffälligen Stein neben sich aufzuheben und ihn in die Menge zu schleudern? Warum begeistert sich der Präsident eines Landes an einem frühen Morgen für eine junge Katze und gewährt ihr, gegen den Rat seiner hochrangigen Mitarbeiter, einen ersten Unterschlupf in seinem Büro? Ahnt er, dass dieses Tier ihn retten wird? Oder wer genau ist der als König verkleidete Mann, der am vierzigsten Geburtstag eines Mannes mit einem Hornschlitten bei ihm auftaucht? Ist es der Tod oder ein unbekannter Helfer, ein Geist oder ein Phantasieprodukt, das der heftig an Fieber leidende Mann selbst geschaffen hat?
(Inhaltsangabe zum Buch)

6. April 2024

Schattenschnitt

Sunil Mann: Schattenschnitt, Grafit,
Köln, 2016
Vijay Kumar wird zufällig Zeuge, wie die Dokumentarfilmerin Pina Gilardi auf offener Strasse niedergestochen wird. Kurz zuvor hat der indischstämmige Privatdetektiv sie noch in Begleitung einer merkwürdig vermummten Person gesehen. Da die im Koma liegende Filmemacherin nichts zum Geschehen aussagen kann, engagiert ihre Lebensgefährtin Vijay, der herausfinden soll, was hinter der Tat steckt. Er erfährt, dass Gilardi erst jüngst aus Indien zurückgekehrt ist, wo sie nach Jahren erneut das Thema aufgegriffen hat, mit dem sie berühmt wurde: die Lebensbedingungen HIV-positiver Menschen.

Als Vijay dieser Spur folgt und in das Land seiner Vorfahren reist, muss er sich unerwarteten Gefahren stellen – und das nicht nur, weil seine Familie mal wieder grosse Pläne mit ihm hat … (Klappentext)

ZH: Stadt Zürich, Schloss Laufen am Rheinfall, Rheinfall MH: Mumbai

4. April 2024

Die Dusch-Diät

Lorenz Keiser: Die Dusch-Diät,
Kein & Aber, Zürich, 2008
Die Welt im Allgemeinen und speziell die im helvetischen Kleinformat ist aus den Fugen geraten: Minarettkontingente, Feinstaub auf dem Cappuccino, Politbüromitglied Blochew und seine Datscha am Üetliberg, M-Budget Private Banking, Steuerflüchtlingselend am Zugersee. Wer soll in dem Durcheinander noch den Durchblick behalten?

Zum Glück gibt's Lorenz Keiser. Der Mann holt für uns die Kastanien aus dem Feuer, er zieht die Karre aus dem Dreck. In seinen Schlagseite-Kolumnen stellt der Kabarett-Kronprinz und Satire-Scheich erneut sein Können unter Beweis. Virtuos schlägt er seine rhetorischen Bögen und Haken, so dass am Schluss alles wieder am richtigen Platz steht. Die Welt ist eine Bühne, und Keiser zieht die Fäden.
(Klappentext)

2. April 2024

Berner Bärendreck

Stefan Haenni: Berner Bärendreck,
Gmeiner, Messkirch, 2019
Auf einem Campingplatz am Thunersee fliegt ein Wohnmobil in die Luft. Opfer ist der Berner Patrizier Florian von Balmberg. Da sein Vater für ihn kurz zuvor eine hohe Lebensversicherung abgeschlossen hat, wird Privatdetektiv Hanspeter Feller mit weiteren Abklärungen beauftragt. Diese führen Feller und seinen Assistenten in die Berner Kunst- und Galerienszene, in der nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Als ein fragliches Gemälde von Ferdinand Hodler auftaucht, sind zwei weitere Opfer zu beklagen.
(Klappentext)

BE: Gwatt Campingplatz, Thunersee, Thun, Stadt Bern

31. März 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 11


Die elfte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes führte mich einmal quer über den Randen. Die Route von der Siblingerhöhe via Langer Randen nach Schaffhausen verlief zu weiten Teilen im Wald, auf dessen Boden sich Unmengen von Bärlauch ausbreiteten. Im Eschmertal gelangte ich am geografischen Mittelpunkt des Kantons Schaffhausen vorbei, der mich letztlich zu dieser Wanderung inspiriert hatte. Zum Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km  Datum 
AG  Seon – Lütisbuech – Brunegg 15,5  27.01.2024
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.01.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 03.01.2024 
BL       
BS       
FR       
GE   Chancy – Champlong – La Plaine 14,2  03.02.2024
GL       
GR       
JU   Buix – La Tenie – Chevenez 19.2 09.03.2024 
LU       
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières  14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH  Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen 16,7 29.03.2024
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4  16.01.2024
SZ      
TG      
TI       
UR       
VD       
VS   Arbaz – Chandolin – Ardon 17,9 19.02.2024 
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9  01.01.2024
ZH   Zürich HB – Küsnacht – Meilen 16,8 17.02.2024 

30. März 2024

Eigermönchundjungfrau

Alex Capus: Eigermönchundjungfrau,
Diogenes, Zürich, 1998
In neunzehn Geschichten entfaltet Alex Capus einen Bilderbogen über das Leben der heute gut Dreissigjährigen: Bald mit leiser Wehmut, bald mit bissiger Ironie erzählt er von jenen, die sich den Haaransatz blond nachfärben lassen, denen, die ihren Platz im Altersheim schon reserviert haben, aber auch von den wenigen, die den Ausbruch versuchen.

In Bildern wie dem Kaktus, der seit sechzig Jahren ums Verrecken keine Blüten treiben will, und dem kleinen Jungen, der sich seiner wollenen Unterhosen schämt, fängt Alex Capus das Innenleben seiner Figuren ein, lässt leise Nähe und Glücksmomente spürbar werden. Capus' Geschichten sind von kraftvoller Direktheit, zartem Witz und wohltuender Selbstironie.
(Klappentext)

27. März 2024

Seerücken

Peter Stamm: Seerücken, Fischer,
Frankfurt/Main, 2012
Ein Paar im Urlaub, der etwas traurige Norden von Italien. Immerhin: Meer, ab und an ein sonniger Tag. Die Liebe, die die beiden verbinden sollte, hat etwas Abgegriffenes. Vom Fenster ihrer Ferienwohnung aus beobachten sie eine Familie, die nebenan ihr Haus bezieht. Ein etwas zu grosses Auto, lärmende Kinder. Diese Neuankömmlinge verdüstern den Urlaub noch mehr. So wohnt man nebeneinander und beobachtet sich eine Weile. Dann sieht man eines Morgens die Nachbarn plötzlich packen. Eine unheimliche Stille liegt über der Szene. Beim Einkaufen erfährt das Paar, was passiert ist.

Peter Stamm erzählt ungeheuer kunstvoll und scheinbar so einfach von Leben, die nicht gelebt, die aufgeschoben, erinnert und schließlich verpasst werden. In lakonischen Sätzen und unauffällig stimmungsvollen Szenen findet er leicht lesbar, aber schwer verdaulich die kaum spürbaren Eruptionen, die sich im Rückblick als Erdbeben erweisen. Die Einsamkeit im gemeinsamen Urlaub. Ein verlassenes Hotel in den Bergen. Ein Mädchen im Wald. Ein Pfarrer, der die Vögel füttert. Die erste Liebe mit Gewicht. Peter Stamm zeigt sich auch in «Seerücken» wieder als Meister der Kurzgeschichte.
(Inhaltsangabe im Buch)

25. März 2024

Das Rütschli von Rütschelen und eine Nachgeburt

Gefahr in Rütschelen (BE).

Neulich kam ich auf einer Wanderung von Madiswil nach Herzogenbuchse im Dorf mit dem lustigen Namen Rütschelen vorbei. Was klingt wie die berndeutsche Verkleinerung von Rutschen hat etymologisch betrachtet nichts damit gemein*, dennoch musste ich schmunzeln, als mitten im Ort ein Strässchen wegen eines Hangrutsches für Fahrzeuge gesperrt war. Gespannt auf den Rutsch schritt ich vorsichtig voran. Rechterhand erhob sich ein steiles Bord aus Sandstein, aus dem an einer Stelle ein wenig Material abgebrochen und auf der Strasse gelandet sein musste. So interpretierte ich auf jeden Fall die Reinigungspuren auf dem Asphalt. Dass der Abschnitt immer noch gesperrt war, ist wohl einer Vorsichtsmassnahme geschuldet, da vorbeifahrende Fahrzeuge mit ihren Erschütterungen vermutlich weitere Teile des Sandsteinfelsens hätten abbrechen lassen.

Als ich ein paar Kilometer später durch Herzogenbuchsee zog, kamen mir zwei etwa zehnjährige Knaben entgegen. Der eine kickte gegen einen Stein, der mich zum Glück nicht traf. Der Jüngling sagte daraufhin zu mir: «Ich bi d Nachgeburt vo Ronaldo.» Was ich ihm antwortete, lässt sich erahnen.

Das Rütschli von Rütschelen.

Die offizielle Mitteilung auf der Website der Gemeinde Rütschelen (Screenshot vom 25.3.2024)

* Hier noch ein wenig Namensforscherlatein zum Wort Rütschelen: Oettli (1945) führt den Namen Rütschelen auf «altromanisches Riuskellos» zurück, das er mit französisch ruisseau vergleicht. Oettlis Deutung ist grundsätzlich wohl zuzustimmen. Rütschelen ist ein langgezogenes Strassendorf an einem Bachlauf, zwischen 545 und 590 m ü.M. Als ursprüngliche Bezeichnung ist jedoch eher an einen romanischen Flurnamen im Singular rīvuscellum «kleiner Bach» zu denken, der nach der Entlehnung ins Deutsche analogisch an die schweizerdeutsche Ortsnamenendung -(e)le/-(e)len angeglichen wurde. Diese Endung geht zurück auf ein germanisches-(i)lōn, althochdeutsch -ala, -ila, -ula, -ilja. Es handelt sich dabei um einen erstarrten Dativ Plural in lokativischer Bedeutung; die Endung drückt also eine Zugehörigkeit im weitesten Sinne aus und wird in Ortsnamen häufig als Stellenbezeichnung verwendet (cf. Burri 1995: 462s; Hogan-Brun 1996: 306). gs/ks (Quelle: www.ortsnamen.ch)

24. März 2024

3000

Ein kurzer Abschnitt meiner 3000. Wanderung führte entlang des Skulpturenwegs von Dietwil.

Gestern vollbrachte ich meine 3000. Wandertat seit Beginn der Aufzeichnungen am 28. März 1982. Ich ging vom luzernischen Rothenburg Station ins aargauische Sins. Das waren knapp 23 Kilometer in meist vorzüglichem Wanderterrain, inklusive mehrstündiger Wetterbesserung. 3000 Mal habe ich bislang die Wanderschuhe geschnürt, etliche Male davon zusätzlich die Schneeschuhe angezogen. Ziemlich genau 42 Jahre bin ich nun also per Pedes unterwegs. Eine lange Zeit und noch bin ich des Gehens nicht müde. Nach wie vor finde ich das Schritteln die mit Abstand beste, sinnvollste, schönste, umweltschonendste und beglückendste Art der Fortbewegung.

Wieder zu Hause nahm es mich wunder, wie lange ich jeweils für 1000 Wanderungen benötigte und wie viele Kilometer dabei pro 1000 Wanderungen zusammengekommen waren. Hier das Ergebnis:

Wanderungen

1–1000

1001–2000

2001–3000

Datum

18.1.1997

14.7.2013

22.3.2024

Zeitspanne

5410 Tage

6021 Tage

3904 Tage

Distanz

14'312.3 km

13'353,9 km

14'454,2 km

Ø Distanz/Tour

14,31 km

13,35 km

14,45 km


Und weil ich mich ja auch als Netzwerkwanderer verstehe, habe ich, der unverbesserliche Liebhaber von Listen, in stundenlanger Arbeit ein Verzeichnis sämtlicher Netzwerkpunkte in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein erstellt. Ein Netzwerkpunkt ist entweder ein Start- oder ein Zielort einer Wanderung, der wiederum als Start- oder Zielort einer anderen Wanderung dient. Aktuell umfasst mein Wanderwerk insgesamt 1839 Netzwerkpunkte, wovon 71 nur einseitig ins Netz eingebunden sind, d.h. entweder nur einen Start- oder nur einen Zielpunkt darstellen. Die besagte Liste wird laufend aktualisiert und kann hier eingesehen werden. Derzeit bin ich daran, sämtliche Netzwerkpunkte noch genauer zu verorten und dort, wo relevant, die Bezeichnung der Haltestelle des öffentlichen Verkehrs anzubringen. In der Liste ist übrigens auch ersichtlich, ob ich bei Mehrtagestouren im Zelt oder in einer festen Unterkunft übernachtet habe.

Auf vielen dieser 3000 Wanderungen habe ich jeweils meine Kamera dabei gehabt. So auch gestern, denn einmal mehr hat es sich gelohnt, die Augen offen zu halten und von der Rolle des Wanderers in jene des Fotografen zu schlüpfen. Die entsprechende Bildstrecke gibt es hier.

23. März 2024

Wörter wandere dür d Jahrhundert

Ruth Bietenhard: Wörter wandere dür
d Jahrhundert, Cosmos, Muri b. Bern,
1999
Geht unsere Mundart, im speziellen Fall die berndeutsche, sachte verloren? Opfern wir sie gedankenlos unserer Anglophilie oder einfach einer allgemeinen schweizerischen Umgangssprache? Nein – aber sie wandelt sich, wie alles, was lebt! Diesen Wandel mitzuerleben an einzelnen Wörtern und Sprachfakten, lädt dieses Buch ein.

Wortgeschichten können fast so spannend wie ein Krimi sein. Warum entsteht ein Wort, wer ist sein Vater, seine Mutter? Was bewirkt es? Wieso verschwindet es manchmal spurlos? Wie können Wörter auch nach Jahrzehnten wieder zum Leben erwachen? Wie weit sind Wörter manipulierbar? Lauter Fragen, die wir uns oft stellen und die in diesem Buch «zu Wort» kommen.

55 Wortgeschichten versammelt das Buch. Geschrieben hat sie Ruth Bietenhard für das «Stübli », die beliebte Berndeutsch-Kolumne im «Bund», für die sie von 1977 bis heute nahezu dreihundert Artikel zu Sprach- und Literaturfragen verfasst hat.
(Klappentext)