30. Juni 2021

Der Inselkönig

Hannes Nygaard: Der Inselkönig, Emons
Köln, 2009
Niemand ist traurig, als der «Inselkönig» Thies Nommensen tot aufgefunden wird: Erfroren und mit herabgelassener Hose an einen Baum  gebunden. Viele Föhrer haben unter seiner Machtbesessenheit und der Brutalität, mit der er Leben zerstörte, gelitten. Während eines heftigen Wintereinbruchs ist das Husumer Team auf der vom Festland abgeschnittenen Insel auf sich allein gestellt. Ohne technische Unterstützung gilt es, den Täter zu finden – und ein Motiv für den Mord hatten viele. Doch die Einheimischen hüllen sich in tiefes Schweigen, denn: Den «Erlöser» verrät man nicht ... (Klappentext)

D: Insel Föhr

Moors Fazit: Dutzendware, langweilig, stereotyp und daher nicht lesenswert. Einziges Highlight: der Schauplatz.

23. Juni 2021

Glossarium Helvetiae historicum - Band 1

Norbert Furrer: Glossarium Helvetiae
historicum - Band 1, Ortsnamen, Historisches
Lexikon der Schweiz, Bern, 1991
Jeder Schweizer Historiker, der mit anderssprachigen Quellen und Texten arbeitet, stösst früher oder später auf Namen und Begriffe, die ihm fremd sind. Die (zumeist ausländischen) Wörterbücher geben in der Regel keine Antwort auf Fragen wie: Wo liegt Rennendorf, wo Ablentschen? Was ist ein luogotenente?
Die Arbeiten an den drei gleichberechtigten Sprachausgaben (deutsch, französisch und italienisch) und an der einbändigen rätoromanischen Teilausgabe des neuen Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) liessen die Übersetzungen zu einem zentralen Punkt des gesamten Unternehmens werden. Erstaunlicherweise fehlen in unserem viersprachigen Land gesamtschweizerische Übersetzungsgshilfen fast vollständig – namentlich im historischen Bereich. Einen hoffnungsvollen Anfang hat die Bundeskanzlei mit ihrer neugeschaffenen Terminologiedatenbank gemacht. Das Glossarium Helvetiae historicum des HLS zielt in die gleiche Richtung. Es soll einem drohenden Begriffswirrwarr vorbeugen und den Übersetzern ein Hilfsmittel in die Hand geben. Das Glossar besteht aus zwei Teilen: einem Verzeichnis der Ortsnamen und einer Liste der Sachbegriffe.

Beide Glossare sind elektronisch gespeichert und werden nachgeführt. Ob und in weIchem Rhythmus der Inhalt der Datenbanken gedruckt wird, hängt von den Bedürfnissen unserer Benützer, innerhalb und ausserhalb des HLS, ab. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei bemerkt, dass es sich hier um ein Hilfsmittel für Historiker handelt und keineswegs um einsprachwissenschaftliches Nachschlagewerk. Dazu fehlen dem HLS der Auftrag, die Mittel und die wissenschaftliche Kompetenz.

Mit dieser Publikation übergebe ich den ersten Teil des Glossars, das Verzeichnis der Ortsnamen, unseren Mitarbeitern. Das Glossar mit den Sachbegriffen wird in den kommenden Jahren folgen.

Mein Dank geht an Herrn Norbert Furrer, der die Idee des Glossars hatte und bereit war, die Kärrnerarbeit zu leisten. Die Benützer lade ich ein, uns allfällige Korrekturen im Hinblick auf eine spätere Ausgabe mitzuteilen.

Bern, im Januar 1991, Marco Jorio, Chefredaktor HLS

20. Juni 2021

Die Jungfernfahrt

Gestern war es endlich soweit: Das im vergangenen Winter gekaufte Packraft lief am Thunersee vom Stapel. Vom Grunderinseli in der Nähe des Thuner Strandbads stach ich in See, um mich im Rahmen einer Testfahrt auf weitere Einsätze mit dem 1,2 kg leichten Boot vorzubereiten. Hierbei wehte mir ein unerwarteter Gegenwind um die Ohren. Und statt der erhofften Seeglätte schaukelte mein Boot munter auf den Wellen. Während beinahe einer Stunde kämpfte ich mich durch die Fluten und strich, mangels Training, nach 1,3 Kilometern zwar nicht die Segel, so doch die geplante Fortsetzung zum Deltapark im Gwatt. Mit anderen Worten: Beim TCS-Camping war der Ofen aus, meine Hosen klitschnass und ich dennoch überglücklich, zum ersten Mal in meinem Leben mit eigenem Schiff auf hoher See an der grossen weiten Welt geschnuppert zu haben. Die optischen Eindrücke dazu gibt es hier.

Noch etwas verkrampft, aber guten Mutes: Käptn und Matrose Moor auf dem Thunersee.

16. Juni 2021

Schlamm, Schweiss und Tränen

Bear Grylls: Schlamm, Schweiss und Tränen,
Piper, München, 2011
Wenn sich Bear Grylls in seiner Kultserie «Ausgesetzt in der Wildnis» durchs Gelände kämpft, scheinbar Ungeniessbares verspeist und ganz nebenbei jede Menge Überlebenstricks zum Besten gibt, ist ihm das Staunen seines Publikums sicher. Jetzt erzählt der ebenso sympathische wie kompromisslose Überlebenskünstler seinen wechselvollen Lebensweg vom kletterwütigen Jungen im nordirischen Donaghadee zum härtesten und bekanntesten Abenteurer der Welt. Pflichtlektüre für jeden Outdoor-Fan. (Klappentext)

4. Juni 2021

Mindestens haltbar bis siehe Tubenfalz

Lorenz Keiser: Mindestens haltbar bis siehe
Tubenfalz, Kein & Aber, Zürich, 2004
Lorenz Keisers Alarmglocken läuten sofort, wenn ein Joghurt anfängt, LC 1 zu heissen oder DC 9 oder MD 11. Geprellten oder verunsicherten Konsumenten empfiehlt er in solchen Fällen diese Frau anzurufen, die heisst wie gefälschter russischer Kaviar. Sommaruga, genau. Ferner fragt sich Keiser, weshalb die Amerikaner nun Land für Land die lokalen Führungscliquen auf Kartenspielen herausgeben – zumal die Schweiz für die Rolle des Weltpolizisten ohnehin viel geeigneter wäre. Ausserdem hat er herausgefunden, warum in der balkanfeindlichen Gemeinde Emmen der Kinofilm Titanic kaum besucht wurde und wieso die Gastrokette Mövenpic deutlich hinter den Umsatzerwartungen zurückblieb. Und, zu guter Letzt: Wussten Sie, weshalb legasthenisch veranlagte Kinder, die übrigens oft besonders intelligent sind, NTN statt Enten, WLN statt Wellen und statt Pfeifen kurz und bündig einfach FDP schreiben? (Klappentext)