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| Anette C. Anton, Daniel Kiecol: Was die Welt nicht braucht, Piper, München, 2001 |
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19. August 2021
Was die Welt nicht braucht
24. April 2020
Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück
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| Hacke Axel, Sowa Michael: Der weisse Neger Wumbaba kehrt zurück, Kunstmann, München, 2007 |
«Herrlich! Zum Lesen, Vorlesen und Tränen Lachen.» Berliner Zeitung und gleichsam Moors Fazit.
23. März 2020
Die Schweiz unter Tag
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| Jost auf der Maur: Die Schweiz unter Tag, Echtzeit, 2017 |
Moors Fazit: Jost auf der Maur entführt uns in die dunkle Seiten Helvetiens Berge und Hügel. Es ist eine Art Schweiz 2.0, die, was die meisten der militärischen Anlagen anbelangen, während Jahrzehnten der Geheimhaltung unterlag. Für Armee und Zivilschutz wurden – dem eidgenössischen Angstwahn sei es gedankt – zig Milliarden Steuerfranken buchstäblich verlocht. Das Buch zeigt schonungslos auf, welche absurden Verteidigungs- und Rettungszenarien die Strategen dem Kalten Krieg entgegenhielten. Vom Bundesratsbunker bei Amsteg ist da die Rede oder von den unglaublichen Festungsanlagen um Sargans. Und der Gipfel der Verpulverung öffentlicher Gelder: Die für 20.000 Menschen konzipierte Zivilschutzanlage im Sonnenberg bei Luzern. Atombomensicher und ausgerüstet mit allem Drum und Dran. Doch das Überlebens-Gadget war eine einzige Fehlplanung und scheiterte nur schon daran, «dass drei der vier atombombensicheren, 1,5 Meter starken und je 350 Tonnen schweren Tore sich nicht in nützlicher Frist schliessen liessen. Das vierte Tor versagte den Dienst ganz».
Jost auf der Maur hat für die Recherche zu diesem hervorragend geschriebenen Buch Tage in Stollen, Tunnels, Zivilschutzanlagen, Bunkern und Kavernen verbracht. Er berichtet von dem weit verzweigten Netz unterirdischer Kraftwerkanlagen an der Grimsel; erzählt, wie es zum längsten, nie benutzten Eisenbahntunnel der Schweiz gekommen ist, dem sogenannten Bedrettofenster mit einer beachtlichen Länge von über 5500 m; nimmt uns mit in einen Versuchsstollen im Seeztal oder katapultiert uns zurück ins 19. Jahrhundert, in die Barackendörfer an den Portalen des Gotthard- Eisenbahntunnels, des Grenchenberg- oder Hauenstein-Basistunnels.
Mich hat die Lektüre staunend und wütend zurückgelassen. Staunend, weil der Autor es in gekonnter Manier verstanden hat, einen repräsentativen Überblick über die Tiefen unserer Berge und Hügel zu geben. Wütend, weil mir einmal mehr bewusst geworden ist, wie unser Staat mit angeblichen Bedrohungen umgegangen ist und hierbei in erster Linie die Bauwirtschaft in einem ungeahnten Ausmass mit öffentlichen Geldern gefördert hat. Kommt hinzu, dass viele der militärischen und zivilschützerischen Anlagen, selbst auf eine kurze Dauer, wenig bis nichts getaugt hätten. Zur Rechenschaft für diese verschwendeten Milliarden ist nie jemand gezogen worden. Die Profiteure waren und sind, nebst der Bauwirtschaft, Firmen, die alte Bunkeranlagen zum Schnäppchenpreis gekauft haben und nun – fern jeglicher Justiz – Gold und andere Wertsachen von Menschen aus aller Welt (ob von Schurken, Banditen, Potentaten, Diktatoren, Drogenschiebern etc. sei dahingestellt) für gutes Geld und von jeglichen physikalischen Einflüssen garantiert sicher, lagern. Mit anderen Worten: Es ist durchaus möglich, dass der einst «böse Russe», vor dem man sich 50 Jahre lang gefürchtet und sich die ganze Reduit-Herrlichkeit etwas hat kosten lassen, dass dieser Russe nun sein Gold, oder was auch immer, in der Schweiz anonym, diskret und ... atombomensicher verwahren lässt.
28. Dezember 2019
Der Hund starb, was er nicht überlebte
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| Arno Renggli: Der Hund starb – was er nicht überlebte, Wörterseh, Gockhausen, 2015 |
Moors Fazit: Es ist einzig und alleine meiner Vernunft zu verdanken, dass ich bei dieser Lektüre vor Lachen nicht gestorben bin, habe ich doch im jeweils richtigen Moment das Buch zur Seite gelegt, um mir eine mehrstündige Erholung zu gönnen. Die hier wiedergegebenen Stilblüten sind eine echte Kampfansage an jedes Antidepressivum.
25. Dezember 2019
Der weisse Neger Wumbaba
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| Axel Hacke + Michael Sowa: Der weisse Neger Wumbaba, Kunstmann, München, 2004 |
Moors Fazit: Nichts für schwache Blasen!
7. November 2018
Wigald Bonings Bildungsauftrag
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| Wigald Boning: Im Zelt, Rowohlt, Reinbek, 2016 |
Wigald Boning bin ich zum ersten Mal in der Rate-Show «Genial daneben» begegnet. Was der Mann in seiner englisch angehauchten Aufmachung jeweils zum Besten gab, fand ich so glaubhaft und witzig zugleich, dass er problemlos in der Lage sein dürfte, einen Geophysiker davon zu überzeugen, die Erde sei eine Scheibe. Was nun der ex Oldenburger in seinem Buch «Im Zelt» vom Stapel lässt, ist topseriöse Outdoor-Comedy vom Feinsten. Sprachlich mit allen Wassern gewaschen, rhetorisch sowieso, mit Witz, Charme und stets einer Prise mitschwingender Nostalgie, die, kommt Boning auf die Ausrüstung zu sprechen, in brachiales Hightech-Geschwurble überschwappen kann, dass selbst einem Nerd wie mir, die Bauchfalten zu schwabbeln beginnen. Kurz: Selten hat mich ein Buch zum Outdoor-Thema derart amüsiert, wie jenes von Wigald Boning. Darüber hinaus erfüllt das Werk freilich auch einen Bildungsauftrag, denn die vom Autor gemachten und detailliert wiedergegebenen Erfahrungen, dürften den einen oder anderen Leser davor bewahren, gewisse Fehler gar nicht erst zu begehen. Unbedingt lesen!
10. November 2017
Nordweg
À propos logisch: In Thun gibt es, wie Figura zeigt, einen Nordweg. Nach einem Ost- oder Südweg sucht man indes vergeblich. Immerhin existiert da eine Weststrasse, jedoch ohne Strassenschild. Das Tiefbauamt der Stadt Thun müsste einmal über ihre Bücher ...
30. August 2017
Der Handstand-Lucki
Im Sommer 1967 war Papst Paul VI. schon am Warten, als Ludwig «Lucki» Hofmaier durch das Tor in die heiligen Hallen kam. 1070 Kilometer ist er gegangen, der Lucki. Nicht zu Fuss, nein, auf Händen! Drei Monate war der 1,55 Meter kleine Mann von Regensburg nach Rom unterwegs und hat dabei unzählige Handschuhe zerschlissen. Das verschlug selbst dem Pontifex die Sprache: «Das ist ein Wunder, was Sie machen», soll dieser angeblich zu Hofmaier gesagt haben. Der Niederbayer küsste den päpstlichen Fischerring und drehte eine kleine Runde über Kopf durch den Vatikan.
«Ich ging schon als Kind mehr auf Händen als auf Füssen», erzählt der heute 75jährige Lucki. Bereits mit sieben Jahren spazierte er unter anderem im Handstand über den Dachfirst seines Elternhauses. Sehr zum Schrecken seiner Erzeuger. Später machte Hofmaier Karriere als Turner, war Deutscher Meister im Bodenturnen und Bayerischer Meister im Kunstturnen. Dass selbst heute noch im Deutschen Fernsehen über den quirligen Bayern berichtet wird, bestätigt die Einmaligkeit seiner Leistung vor ziemlich genau 50 Jahren.
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Bei Ludwig Hofmaier stand 1967 die Welt Kopf. So auch bei seiner Ankunft im Vatikan.
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«Ich ging schon als Kind mehr auf Händen als auf Füssen», erzählt der heute 75jährige Lucki. Bereits mit sieben Jahren spazierte er unter anderem im Handstand über den Dachfirst seines Elternhauses. Sehr zum Schrecken seiner Erzeuger. Später machte Hofmaier Karriere als Turner, war Deutscher Meister im Bodenturnen und Bayerischer Meister im Kunstturnen. Dass selbst heute noch im Deutschen Fernsehen über den quirligen Bayern berichtet wird, bestätigt die Einmaligkeit seiner Leistung vor ziemlich genau 50 Jahren.
15. Juli 2017
Fredy von der Roggenegg
| Auf der Alpwirtschaft Roggenegg (SZ) kommt das Ziegenfleisch lebend auf den Tisch. |
Seit über 45 Jahren bewirtschaftet Fredy Holdener die Alp Roggenegg im Gebiet des Hoch-Ybrig am Fusse des steilen Roggenstocks. Hier lebt der Roggen-Fredy jahrein jahraus und bewirtet von Samstag bis Donnerstag die Passanten. Die Bergbeiz kündigt sich bereits auf der Fuederegg an. Alle paar hundert Meter steht ein Schild und weist auf die Roggenegg hin. Ich fand es zu Beginn noch lustig, dann aber wurde es mir zu penetrant, zumal die Roggenegg auch als Wanderziel ausgeschildert und wirklich problemlos zu finden ist.
| Vermutlich ein kleiner Scherz des grusslosen Roggen-Fredy |
Ebenfalls penetrant dann die zahlreichen Schilder mit dem Angebot an Getränken und Imbissen. Auf einem der Tische lag eine Ziege und leckte sich. Der Hund schaute kurz vorbei und musterte mich. Auch der Roggen-Fredy war da. Er kam aus dem Käsespeicher und trug einen Laib in die Küche hinüber. Ich grüsste. Fredy grüsste nicht. Ich ging weiter.
| Die Alp Roggenegg, im Hintergrund der Roggenstock. |
19. Februar 2017
1. Februar 2017
Klo des Monats
Nein, für einmal keine Schüssel und kein Pissoir. Oben stehende Anleitung entdeckte mein Wanderkumpel T. im Örtchen eines fahrenden Zuges der Zentralbahn. Auf die Idee, während der Fahrt auf eine Klobrille zu stehen, um sein Geschäft zu verrichten, muss erst einer kommen. Bleibt zu hoffen, dass das Verbot keine schlafenden Hunde weckt ...
29. Juni 2016
19. Juni 2016
Im ZPK ohne Klee
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| Paul Klee 1892 im Alter von 16 Jahren. |
Neulich war Betriebsausflug. Zentrum Paul Klee in Bern. Einen Tag lang Kunstaktivismus. Malen, Pinseln, Zeichnen, Kleckern, Klecksen, Tupfen, Tüpfeln, Föhnen. Aber auch Museum: «Chinese Whispers» – zeitgenössische Chinesische Kunst. Bis zum Erbrechen grausige Videos, in Elektro-Rollstühlen stundenlang herumkreisende Greise, abstrakte Drachengebilde aus altem Bauholz eines gewissen Ai Weiwei. Derselbe lag etwas weiter hinten tot auf dem Boden, den Kopf aufs Museumsparkett gedrückt. Zudem: Schockierende Fotos aus dem chinesischen Alltag, ein Lederetui für einen Panzer in Originalgrösse. Schräges, abgefahrenes Zeug aus dem wohl verrücktesten Land der Welt, wo sich die westliche Kunstform längst etabliert aber politisch noch nicht durchgesetzt hat.
Und Paul Klee? Der sei langweilig meinte unserer Führer und schleuste uns in die Sonderausstellung «Chinese Whispers». Brisant, brisant! So kam es, dass ich zwar in Klees Mekka war, indes keines seiner Bilder zu Gesicht bekommen habe. Nicht dass ich enttäuscht gewesen wäre, denn am meisten hat mir nämlich die Architektur des ZPK gefallen. Die Bilder dazu und zu «Chinese Whispers» gibt es hier.
3. Juni 2016
Sterbebegleitung mit Oscar
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| David Dosa: Oscar, Knaur, München, 2010 |
Wenn sich Oscar, der Stationskater, zu einem Patienten auf das Bett legt, dann wissen Doktor Dosa und die Schwestern des Pflegeheims für Demenzkranke, dass es so weit ist. Denn Oscar spürt, wann ein Mensch sterben wird. Er bleibt bei ihm bis zum letzten Atemzug und schenkt, was wir Menschen oft vergessen: tröstenden Beistand. (Klappentext)
David Dosa ist Juniorprofessor an der Warren Alpert Medical School der Brown University in Providence, Rhode Island, und praktiziert als Geriater. Neben etlichen Fachpublikationen hat er im Juli 2007 im New England Journal of Medicine einen Artikel über den Kater Oscar veröffentlicht, der in den internationalen Medien große Beachtung fand. Dr. Dosa lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Providence, Rhode Island.
6. Mai 2016
2. Mai 2016
Da ist kein Weg
Einmal musste es ja soweit kommen, dass mir ein Landbesitzer den Durchgang verweigert. So geschehen anlässlich meiner letzten Wanderung. Vom ehemaligen Gwatt-Zentrum – es nennt sich seit der Gesamterneuerung nun Deltapark – widmete ich mich weiteren, noch nicht begangenen Wegen in der Gemeinde Thun. Die Route oberhalb des Glütschbachtals hatte etwas Verwirrendes und verlangte nach einer subtilen Planung. Auf der Südseite des Strättlighühels – ich war gerade dabei, in einen Feldweg abzubiegen – rief mir ein Mann hinterher, ob ich etwas suche. Nein, gab ich zurück, ich sei am Wandern, hätte soeben die Fortsetzung meiner Route entdeckt und zeigte auf den gut sichtbaren Wiesenweg.
«Das ist kein Weg», gab mir der Mann zu verstehen.
«Das ist doch ein Weg», beharrte ich auf meiner Wahrnehmung.
«Das ist kein Weg», gab mir der Mann zu verstehen.
«Das ist doch ein Weg», beharrte ich auf meiner Wahrnehmung.
«Da war noch nie ein Weg», nun wieder der Mann.
Über unseren Köpfen begann sich eine Sprechblase zu bilden mit der Aufschrift «Karl Valentin».
«Aber auf meiner Karte ist ein Weg eingezeichnet, und man sieht ja, dass das ein Weg ist», versuchte ich mein Glück.
«Da war und ist kein Weg.»
«Dann melden Sie es doch bei Swisstopo, damit die den Weg aus der Karte entfernen», riet ich meinem Gegenüber.
«Da war und ist kein Weg.»
«Dann melden Sie es doch bei Swisstopo, damit die den Weg aus der Karte entfernen», riet ich meinem Gegenüber.
«Das bringt nichts.»
«So so.»
«So so.»
| Die gesamte Route der Wanderung. Roter Pfeil: der Weg, der keiner ist. Schwarzer Pfeil: Weg, den ich gegangen bin und auch keiner ist. |
| Luftaufnahme von Swisstopo. Roter Pfeil = kein Weg, schwarzer Pfeil = kein Weg |
«Und übrigens, auf der Weide, über die Sie gekommen sind, ist auch kein Weg.»
«Ist aber auf der Karte vermerkt, dass da ein Weg ist.»
«Kein Weg!»
Dann wollte der Mann wissen, weshalb ich überhaupt hier sei, ob von der Stadt oder gar vom Kanton. Ich sei in privater Mission unterwegs, was er mir prompt nicht glaubte, es sich dann aber anders überlegte.
«Ach ja, um diese Zeit, können Sie nicht von einer Behörde sein», begann er zu kombinieren. Es war 17.40 Uhr ...
Ich erklärte ihm mein Projekt in der Hoffnung, er würde ein Einsehen haben und mich den Feldweg gehen lassen. Ich fragte deshalb noch, wie er denn einen Weg definiere. Er zeigte auf das nicht asphaltierte Zubringersträsschen, das von seinem Gehöft weg führte.
«Das hier ist ein Weg. Auf dem kann man fahren. Das dort aber ist kein Weg.»
«Dann ist es halt ein Pfad», sagte ich. Genau so gut hätte ich ihn in den Hintern treten und dann behaupten können: «Das war kein Tritt in den Arsch.»
«Das hier ist ein Weg. Auf dem kann man fahren. Das dort aber ist kein Weg.»
«Dann ist es halt ein Pfad», sagte ich. Genau so gut hätte ich ihn in den Hintern treten und dann behaupten können: «Das war kein Tritt in den Arsch.»
Man sehe doch, dass dieser Weg, der keiner sei, ab und zu benutzt werde, monierte ich. Er würde mit dem Traktor das geschlagene Holz aus dem nahen Wald heranführen, erklärte er nun. Aber ein Weg sei das keineswegs.
Er solle doch diese Nichtwege auf seinem Hoheitsgebiet mit einem Durchgangsverbot beschildern, empfahl ich ihm. Das sei zwecklos, antwortete er mir. Die Leute würden das sowieso missachten, namentlich die Biker. Dann folgten ein paar Müsterchen über unflätige Biker, die ihm offenbar das Leben besonders schwer machen. Ich war aber zu Fuss hier und wollte bloss den auf einer amtlichen Karte verzeichneten Feldweg in friedlicher Absicht begehen. Die Situation war indes buchstäblich ausweglos. Wo kein Weg ist, scheint auch kein Wille, dachte ich und verabschiedete mich höflich von Herrn Griesgram.
PS1: Zu Hause angekommen ging ich der Situation noch einmal nach. Auf der neusten Ausgabe der Landeskarte 1:25 000 ist besagter «Weg» tatsächlich nicht mehr eingezeichnet. Der Feldherr ist also selbst nicht mehr ganz im Bilde. Auf der Luftaufnahme ist der «Weg» jedoch noch bestens zu erkennen. Der Weg, welcher vom Strättligturm zum Gehöft führt und auf dem ich hergekommen war, ist jedoch nach wie vor aufgeführt.
PS2: Ich bin mir bewusst, dass es ein öffentliches und ein privates Wegrecht gibt. Selbst wenn der Weg mit nicht öffentlichem Wegrecht im Grundbuch niedergeschrieben sein sollte, finde ich, dass der Landbesitzer in meinem Fall eine Ausnahme hätte machen können, denn dann, ja dann ... wäre diese Geschichte hier ganz anders heraus gekommen.
| Die aktuelle Ausgabe der Karte 1:25'000. Hier ist der Weg (roter Pfeil) tatsächlich nicht mehr vorhanden,wohingegen der Weg vom Strättligturm nach wie vor existiert (schwarzer Pfeil). |
26. April 2016
Widmers Wunderwelt
Thomas Widmer: Schweizer Wunder,
Echtzeit Verlag, Basel, 2016 |
Da sind zum Beispiel die Kamele auf der Bergmatten im Solothurner Jura, das Sennentuntschi im Calancatal, das Globularhaus im schaffhausischen Trasadingen, die brutalistische Kirche von Hérémence im Wallis oder die Arche Noah im jurassischen Vicques. Allesamt Amuse bouches, die zu Ausflügen oder Wanderungen animieren. Als optische Intermezzi haben sich die Buchgestalter etwas Besonderes einfallen lassen. Einige der Wunderorte werden aus der Vogelperspektive gezeigt. Die perfekten Luftaufnahmen des Bundesamtes für Landestopografie verleihen dem Werk eine dritte Dimension. Die gewählten Bildausschnitte verdeutlichen die unglaubliche topografische Vielfalt als neu zu entdeckendes Wunder. Dass man dies von Vorteil zu Fuss tut, beweist Thomas Widmer mit seinem Lese-, Wander- und Schmunzelbuch einmal mehr in vortrefflicher Manier.
Wer den «Wanderpapst» persönlich kennenlernen möchte, dem bietet sich anlässlich der Buchvernissage die Gelegenheit: Mittwoch, 27. April 2016, 19.30 Uhr im Miller's Studio an der Seefeldstrasse 225 in Zürich. Tickets können hier reserviert und bezahlt werden.
14. April 2016
Es Nasewunder
Chürzlech bini mit dem STI-Bus vo Thun uf Hünibach gfahre. Hinger mir si zwe euteri Wallisserinne ghocket u hei schuderhaft viu zbrichte gha. Eini het vo ihrer Wallfahrt uf Mariastei im Slolothurner Jura verzeut. Das sigi fei echly e Wäutreis dört häre, het das Froueli gmeint. Si heig sech im Devotionalielade de zwe Muetergottesstatue gchouft. Die einti, die mit em fründlechere Gsicht, heig si sech ines Sydepapier lo iiwickle u de no ines Styroporschachteli to. Wo si du deheime die Maria uspackt heig, heig dere d Nase gfäut. Die sig us unerklärleche Gründ abbroche u weder im Sydepapier no im Styropor zfinge gsy, «gottfridstutz!».
I ha du überleit, wele vo dene Heilige ächt chönnti zueständig sy, dass dem Firgürli wieder e Nase wachsi. Wöu i do aber nid eso drus chume, hani du ds Grüble lo sy. Viu meh beschäftiget het mit de doch no das «Gottfridstutz» vo däm Muetterli ännet em Lötschbärg.
Henu, das eim mou ab und zue d Nase verheit, isch mönschlech. U flueche im Grund gno doch o.
I ha du überleit, wele vo dene Heilige ächt chönnti zueständig sy, dass dem Firgürli wieder e Nase wachsi. Wöu i do aber nid eso drus chume, hani du ds Grüble lo sy. Viu meh beschäftiget het mit de doch no das «Gottfridstutz» vo däm Muetterli ännet em Lötschbärg.
Henu, das eim mou ab und zue d Nase verheit, isch mönschlech. U flueche im Grund gno doch o.
3. April 2016
Auch Minouche tigerte
Auf meinen Post vom 29. März 2016 hat sich Blogleserin M. aus Schlieren bei Zürich mit folgender Geschichte gemeldet.
Wir haben kürzlich eine ausgebüxte Katze ihrer Besitzerin über Petfinder zurück geben können. Auf unserem Abendspaziergang haben wir Minouche getroffen und sie über Nacht bei uns zuhause gehütet, weil ihre Besitzerin während zwei Monaten in Brasilien weilt und die Frau, welche für die Katze verantwortlich ist, abends nicht mehr erreichbar war! Es war das zweite Mal, dass Minouche weggelaufen ist – eigentlich hätte sie gar nicht raus dürfen – das erste Mal wurde sie in Dietikon gefunden! Eigentlich sollte man solchen unverantwortlichen Katzenhaltern überhaupt kein Tier anvertrauen! Am nächsten Nachmittag wurde Minouche dann vom Vater der Katzenbesitzerin abgeholt.
PS. Wie du siehst, fühlte sich die Katze auch bei uns wohl.
Ist ja noch einmal glimpflich abgelaufen, werte M. Wäre aber auch schade gewesen, um dieses schnusige Büsi, wenn es irgendwo im Industriegürtel Schlierens, Dietikons oder gar Kill(!)wangens von einem Auto platt gewalzt worden wäre.
Wir haben kürzlich eine ausgebüxte Katze ihrer Besitzerin über Petfinder zurück geben können. Auf unserem Abendspaziergang haben wir Minouche getroffen und sie über Nacht bei uns zuhause gehütet, weil ihre Besitzerin während zwei Monaten in Brasilien weilt und die Frau, welche für die Katze verantwortlich ist, abends nicht mehr erreichbar war! Es war das zweite Mal, dass Minouche weggelaufen ist – eigentlich hätte sie gar nicht raus dürfen – das erste Mal wurde sie in Dietikon gefunden! Eigentlich sollte man solchen unverantwortlichen Katzenhaltern überhaupt kein Tier anvertrauen! Am nächsten Nachmittag wurde Minouche dann vom Vater der Katzenbesitzerin abgeholt.
PS. Wie du siehst, fühlte sich die Katze auch bei uns wohl.
Ist ja noch einmal glimpflich abgelaufen, werte M. Wäre aber auch schade gewesen, um dieses schnusige Büsi, wenn es irgendwo im Industriegürtel Schlierens, Dietikons oder gar Kill(!)wangens von einem Auto platt gewalzt worden wäre.
17. März 2016
GZI
Gestern, Hygienefachtagung in Nottwil, im Guido A. Zäch Institut (GZI), einem protzigen Nebentrakt des Schweizer Paraplegiker Zentrums. Ich war beeindruckt. Weniger von der Tagung, mehr indes von der architektonischen Darbietung. Da war alles very stylish indeed. Angefangen vom galerieartigen Aufbau im Inneren bis hin zu bis dato noch nie gesehenen WC-Rollen-Haltern. Und selbst der Steh-Lunch brillierte mit überdurchschnittlicher Kochkunst. Während der Mittagspause nahm ich die Umgebung unter die Lupe und entdeckte so einiges. Damit das Gesehene nicht mit diesem einen Bild abgetan ist, hier noch die restlichen Eindrücke.
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