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28. Februar 2017

Auf den Spuren meiner selbst mit viel Neuland

Die 7. Etappe entlang der Koordinate 574 führte mich neulich von Murten nach Matran. Auf den ersten gut zwei Kilometern ging ich jene Strecke, auf der ich im Juni 2015 mit Sabine Dahinden vom Fernsehen SRF und einem Kamerateam unterwegs war. Wir drehten dabei einen Nachmittag lang zum Thema Fussgänger Moor und die A1.

An der Autobahn angelangt, verabschiedete ich mich von der Vergangenheit und beschritt jungfräuliches Wandergelände. Es ging quer durch die freiburgische Pampa, einzig unterbrochen von der bernischen Exklave Clavaleyres. Daselbst wehte mir der Duft von frisch geröstetem Kaffee aus der Nespresso-Fabrik in Avenches entgegen und vermengte sich mit dem penetranten Gestank von Jauche und «gezettetem» Mist. Es folgten Gemeinden mit klangvollen Namen wie Meyriez, Courgevaux, Courlevon, Wallenried (ja, ich ging mitten durch den Röstigraben), Misery-Courtion, La Sonnaz, Belfaux und Corminboeuf. Auch hier, in der einst durch und durch landwirtschaftlich geprägten Gegend, schiessen die Einfamilienhaussiedlungen wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder weist der Kanton Freiburg schweizweit die höchsten Zuwachsraten an Einwohnern auf. An jedem noch betriebenen Bauernhof bekläffte mich mindestens ein Hund. Aus vielen Karrwegen sind in den letzten Jahren betonierte Strässchen geworden, was meine Füsse und auch ein wenig der Rücken unliebsam zu spüren bekamen. Dafür sind freistehende Bäume oder Hecken zunehmend Mangelware. Es ist fürwahr bedenklich, wie sich das schweizerische Mittelland unvermindert weiter zubaut. 

Immerhin war mir in der sanft gewellten Topografie eine ungehinderte Sicht zum Jura hin und in die Berner und Freiburger Voralpen gegönnt. Die Fortsetzung meines Unternehmens zeigte sich kurz vor Matran als breites Tal zwischen La Berra und Moléson. Ich freue mich, in dieses Greyerzerland einzutauchen, dem Lac de Gruyère zu folgen und nach Überquerung einiger steiler Bergflanken im waadtländischen Pays d'en Haut mit dem Col des Mosses die Fortsetzung zu finden. 

Murten–Matran entlang der Koordinate 574 (Bildmitte). Grün die Begrenzung des Wanderkoridors.



15. Januar 2017

Seeland im Schnee

Grün der Korridor dies- und jenseits der Koordinate 574. Rot die Route.
Die 6. Etappe meines Projektes «Die Koordinate» führt mich heute von Ins nach Murten. Und wenn im Seeland schon mal Schnee liegt, dann nichts wie los! Fünf Zentimeter Pulver und Winter ist. Diese Rarität gilt es zu zelebrieren. Wie bereits bei der letzten Etappe muss ich mich, was die Route anbelangt, mit einem Kompromiss zufrieden geben. Bei Sugiez verlasse ich den Korridor der Koordinate 574 und durchquere östlich davon den Staatswald, das sogenannte Chablais. Hier, so lehrt mich eine Infotafel, wurden einst ausschliesslich Pappeln zur Herstellung von Kisten angepflanzt. Die Monokultur wirkte sich äusserst nachteilig auf die Fauna aus, fehlte es den Tieren doch, wie bei einem natürlichen Wald üblich, an Rückzugsmöglichkeiten. Zum Glück hat der Mensch aus diesem Anbaufehler gelernt, die Pappelkultur aufgegeben und tierfreundlicheres Gehölz gesetzt.

Doch doch, diese Flachwanderung im Schnee hat mir gut gefallen. Es braucht nicht immer die Berge, um ein Wintergefühl zu erzeugen.

Am Broyekanal bei der Rotary-Brücke.

Blick vom Chablais über den Murtensee zum Mont Vully.

25. Dezember 2016

Im Röstigraben haust der Biber

Gleich zu Beginn der fünften Etappe meines Projektes «Die Koordinate» erwartet mich in La Neuveville ein auffrischender Nordwestwind. Hochnebel und düster das Licht. Nichts Neues im Vergleich zum Ende der letzten Etappe. Der Jurasüdfuss bleibt im Winterhalbjahr eine meteorologische Tristesse.

Am Yachthafen machen die letzten Kapitäne ihre Schiffe winterdicht. Und wie immer um diese Tageszeit bevölkern Hundehalter Strassen und Wege. Entlang von Autobahn und Eisenbahn strebe ich der Nordwestecke des Bielersees zu. Ein wüster Strassenviadukt zwängt sich durch Wohn- und Freizeitgebiete. Das Rauschen der vorbeifahrenden Autos ist trotz Lärmschutzwänden gut zu hören. Auf dem See schwimmen Hunderte von Enten. Am Horizont die Silhouette der St. Petersinsel und dem Städtchen Erlach. Auf ein Uferwäldchen folgt der nächste Yachthafen. Am nahen Zihlkanal frischer Biberfrass. Der Nager muss neu sein in der Gegend. Ein einziger Baum hat er sich bislang vorgenommen.

Mittlerweile habe ich den Zwei-Kilometer-Korridor verlassen. Die Binnenschifffahrtsverordnung lässt es leider nicht zu, den See mit einem Schlauchboot zu überqueren. Für einen Kilometer folge ich dem Kanal stromaufwärts, den steifen Wind nun von vorn. Die Justizvollzugsanstalt St. Johannsen rückt ins Blickfeld. Auf der Website des Kantons Bern lese ich zu Hause mit mulmigem Gefühl: «Willkommen in der Justizvollzugsanstalt St. Johannsen». Nach dem per Ende Oktober 2016 geschlossenen Jugenheim Prêles, ist dies die zweite Institution für aus der Norm gefallene Menschen, der ich begegne. Weitere Nachforschungen führen mich auf eine Website, die über das Museum St. Johannsen informiert:

«Im Jahr 1096 wurde auf dem Gebiet zwischen der Zihlbrücke, Erlach und Le Landeron die Benediktinerabtei St. Johannsen gegründet. Von 1528–1798 wurde die Abtei zum bernischen Landvogteisitz und diente ab 1883 als Strafanstalt für Männer und Frauen. Seit 1911 wird St. Johannsen als kantonales Massnahmenzentrum für Männer geführt. Die bewegte Geschichte der Anlage ist nicht ohne Spuren an ihr vorbeigezogen. Im historischen Teil des Zentrums wurde jedoch viel bewahrt. Im dort eingerichteten Museum werden Funde aus zahlreichen Ausgrabungen beherbergt. Hunderte von romanischen und gotischen Werkstücken sowie eine reiche Plan- und Bilddokumentation geben Einblick in das Bauwesen des Mittelalters.  Wer sich für das Bauwesen der romanischen und gotischen Epoche interessiert, ist hier am richtigen Ort.» Das Museum ist indes nur für Gruppen und auf Voranmeldung zugänglich.

Grün die Begrenzung des Zwei-Kilometer-Korridors. In der Mitte die Koordinate 574, der ich vom Pruntruter Zipfel bis ins Unterwallis folge.


Mit der Überquerung des Zihlkanals verlasse ich für den Rest dieser Etappe das französische Sprachgebiet, wechsle also über den vielzitierten Röstigraben in die Deutsschweiz. Kurz vor Erreichen des Bielersees hat mich mein Korridor wieder. Und beim Campingplatz von Erlach treffe ich auf die Koordinate 574, den roten Faden dieses Wanderprojektes. In Erlach ist dieses Jahr die 1962 gegründete Band Status Quo aufgetreten. Wenige Stunden nach meiner Erlacher Passage berichten die Medien, dass Rick Parfitt, der blondhaarige Gitarrist der Band, heute im Alter von 68 Jahren an einer Infektion gestorben ist.

Das im Sommer betriebsame Erlach ist wie ausgestorben. In einer Zick-Zack-Linie rücke ich in südlicher Richtung vor. Am Horizont sehe ich noch einmal die markante Silhouette des alten Ortsteils von Erlach mit dem Schloss. Leicht ansteigend nähere ich mich dem Aussichtspunkt St. Jodel. Ausgerechnet hier, auf dem höchsten Punkt der alten Strassen Ins–Erlach und Ins–Lüscherz–Biel, bläst der Wind am stärksten. Ums Jodeln ist mir also nicht zu Mute. Dafür erfahre ich, dass hier einst eine Wegkapelle stand, die an Theodorus aus Octodurus (Martigny) erinnerte, den ersten historisch fassbaren Bischof von Sion. Aus dem Namen Teodorus war Theodul geworden. Letzterer nennt man auch Joder oder eben Jodel. St. Jodel diente bis zum Ende des Alten Bern auch als Hochwacht. Der sogenannte «Chutz» wurde um 1800 entfernt.

In den Alpen herrscht noch Föhn, weshalb ich für einen kurzen Moment die Berner und Freiburger Voralpen sehe, ehe ich nach Ins gelange. Imposant die Kirchenanlage, vor allem weil sich das Pfarrhaus mitsamt den dazugehörigen Nebengebäuden mächtiger gibt als die eher bescheidene Kirche mit ihrem niedrigen Turm. Im Gotteshaus ist alles vorbereitet für den Weihnachtsgottesdienst. Beim Ausgang nehme ich mir «Ds Lukas-Evangelium bärndütsch». Das Büchlein ziert ein sitzender Junge. Gezeichnet hat ihn Albert Anker, der wohl berühmteste Inser aller Zeiten.

23. Dezember 2016

Der See als Spielverderber

Selten habe ich derart lange für die Durchführung einer Wanderetappe recherchiert. Dabei, stellt die Route von La Neuveville nach Ins beileibe keine technische Probleme dar, zumal die ganze Strecke von den Berner Wanderwegen ausgeschildert ist. In meinem Fall sieht die Sachlage indes ein wenig anders aus. La Neuveville–Ins ist die fünfte Etappe meines Projektes, die Schweiz entlang der Koordinate 574 von Nord nach Süd zu durchqueren. Und besagter Strich führt ausgerechnet durch den Bieler- und den Murtensee! Bereits beim Aushecken des Projektes war mir dies bewusst. Ich sagte mir damals, dass ich die zwei Gewässer ganz einfach per Kanu oder Schlauchboot paddelnd überqueren werde.

Also machte ich mich, da ich kürzlich in La Neuveville zu Fuss angelangt war, auf die Suche nach einem geeigneten Gefährt. Bedingung war, dass ich das Boot über Land im Rucksack oder gegebenenfalls in einem Anhänger mitführen konnte. Mein Herumsuchen im Internet trug tatsächlich Früchte. «Kajak Challenger K1» (Masse 274 x 76 x 33) hiess das Boot, brachte rund 6 Kilo auf die Waage und hätte im luftleeren Zustand gut im Trekkingrucksack Platz gehabt. Ich schaute mir YouTube-Filme an, die das handliche Gerät im Detail erklärten und über alle Massen lobten. Ich, die Nichtwasserratte frohlockte bereits. Ja, es begann ganz sachte nach Abenteuer zu riechen.
 
Mit diesem leicht zu transportierenden Einsitzer meinte ich, die zwei See-Passagen bewältigen zu können.
 
Doch dann kam mir der Gedanke, dass es bestimmt ein Gesetz geben müsse, das den Umgang mit Schlauchbooten, Kanus und dergleichen regelt. Fündig wurde ich in Gestalt der «Verordnung über die Schifffahrt auf schweizerischen Gewässern», kurz: «Binnenschifffahrtsverordnung» (BSV). Bei der Lektüre erfuhr ich unter anderem Folgendes:
  • Die Verordnung kennt insgesamt 23 verschiedene Fahrzeugarten. Vom Schiff mit Maschinenantrieb – dem sogenannten Motorschiff, über den Schleppverband, das Kursschiff, Segelschiff, Segelbrett, Ruderboot, Vergnügungsschiff, Drachensegelbrett, Schiff zu Wohnzwecken, bis hin zum Paddelboot, Vorrangschiff, Wassermotorrad, Tauchscooter und nicht zuletzt das Schlauchboot.
  • Ein Schlauchboot ist ein aus mehreren separaten Luftkammern mit oder ohne feste Bauteile bestehendes aufblasbares Schiff.
  • Ein Vergnügungsschiff ist ein Schiff, das zu Sport und Erholung verwendet wird und nicht ein Sportboot ist, denn …
  • … ein Sportboot ist ein Schiff, das dem Geltungsbereich der Richtlinie 2013/53/EU (EU-Sportboot-Richtlinie) untersteht, wobei die Definition des Wassermotorrades gemäss Ziffer 18 der BSV vorbehalten bleibt.
  • Das Schlauchboot zählt zur Kategorie der Strandboote.
  • Die zulässige Personenzahl für Schlauchboote wird mit der Formel P = S/0,45 berechnet, wobei S = die projizierte Fläche auf die Innenkante der Luftkammern in m² darstellt.
Der Artikel 42 führt unter dem Titel «Besondere Regeln» eine für mein Vorhaben entscheidende Bestimmung auf:
  • Schiffe, die kürzer sind als 2,50 m (Art. 16 Abs. 2 Bst. b), Strandboote und dergleichen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c) dürfen nur in der inneren Uferzone (150 m) oder im Abstand von höchstens 150 m um sie begleitende Schiffe herum verkehren.
Und der erwähnte Artikel 16 besagt zum Thema «Kennzeichnung»:
  • Schiffe, die auf oder über einer Wasserfläche stationiert oder auf einem öffentlichen Gewässer eingesetzt werden, sind mit den von der zuständigen Behörde zugeteilten Kennzeichen nach Anhang 1a zu versehen. Davon ausgenommen sind:
  • a. Schiffe eidgenössisch konzessionierter Schifffahrtsunternehmen;
  • b. Schiffe, die kürzer sind als 2,50 m;
  • c. Strandboote und dergleichen;
  • d. Paddelboote, Rennruderboote, Segelbretter und Drachensegelbretter.
  • Schiffe nach Absatz 2 Buchstabe a tragen einen Schiffsnamen, der aus Buchstaben und Zahlen bestehen kann. Schiffe nach Absatz 2 Buchstaben b-d tragen gut sichtbar Namen und Adresse des Eigentümers oder Halters.
Das von mir ins Auge gefasste, aufblasbare Kanu ist zwar über 2,5 m lang, zählt aber nicht zu den Paddelbooten, wie z.B. das Kanu aus steifem Material, denn hier gilt:
  • Paddelboot: Ein von einem oder mehreren Doppel- oder Stechpaddeln mit menschlicher Kraft angetriebenes Schiff. Als Paddelboote gelten insbesondere Kanus, Kajaks, Kanadier, Faltboote und dergleichen. Sie gelten im Sinne dieser Verordnung als eine Untergruppe der Ruderboote. Ein Ruderboot ist demnach ein Schiff, das nur mittels Ruder, Tret- oder Handkurbel, Paddel oder auf ähnliche Weise mit menschlicher Kraft fortbewegt werden kann.
Mein Gefährt fällt folglich in die Kategorie der Strandboote:
  • Ein aus einer zusammenhängenden Luftkammer bestehendes Schlauch-, Vergnügungs- oder Badegerät, das aus einem trägerlosen, nicht verstärkten Werkstoff hergestellt ist. Luftmatratzen, Schwimmhilfen und dergleichen gelten im Sinne dieser Verordnung als Strandboote.
Der langen Rede kurzer Sinn: Eine Fahrt in direkter Linie (1,5 km) über den See, also von La Neuveville nach Erlach musste ich mir aus gesetzgeberischen Gründen aus dem Kopf schlagen. Eine Paddlerei in Ufernähe wäre die Alternative gewesen. Da ich in diesem Fall den von mir vorgegebenen Korridor dennoch hätte verlassen müssen, betrachtete ich es als sinnvoller, die Paddelübung abzublasen und die Strecke gänzlich zu Fuss zurückzulegen. Dasselbe gilt gleichsam für die übernächste Etappe von Ins nach Murten.

Der See als Spielverderber für die queren Ideen eines Fussgängers? Man mag vielleicht einwenden, dass nicht der See das Problem darstelle sondern der Gesetzgeber. Ich bin der Meinung, die Schuld trägt dennoch der See, denn ohne See keine Binnenschifffahrtsverordnung!

Wie dem auch sei: Das Vorgeplänkel auf die zwei anstehenden Abschnitte hat mir wenigstens die rechtliche Situation auf unseren Gewässern näher gebracht, ebenso ein interessantes Boot, das mir vielleicht bei anderer Gelegenheit doch noch dienen könnte. Mal schauen.

11. Dezember 2016

Faltenwandern

Gestern entsprach ich meinem Drang, quer zu gehen: Fortsetzung des Projektes, die Schweiz entlang der Koordinate 574 von Nord nach Süd zu bewandern. Etappe 4 führte mich von Cortébert im Vallon de St-Imier über die Chasseral-Krete und das Plateau de Diesse nach La Neuveville am Bielersee.

Raschellaub und knackende Buchnüsschen – die vorherrschende Kälte hatte sie steif gefroren – im verschatteten Aufstieg zu Beginn. Satte Sonne und himmlisches Blau nach der ersten Steilstufe. Was folgte, war ein stetes Auf und Ab bis zum Kulminationspunkt auf dem Chasseral-Grat. Der Tribut an das Quergehen im Faltenjura. Am südlichen Horizont zeigten sich die Alpen, davor überdeckte zäher Nebel das bedauernswerte Mittelland. Je höher ich stieg, umso wärmer wurde es. Windstille und Stille allenthalben. Kurz vor La Neuveville, eintauchen in den Nebel. Rebberge, französisch anmutendes Altstädtchen, der See grau in grau. Müde. Zufrieden.

In der Mitte die Koordinate 574, begrenzt von einem je 1 km breiten Korridor zu beiden Seiten.
Gepunktet die weglosen Abschnitte.




3. Oktober 2015

Die Koordinate – die Ausrüstung

Wandern mit Projektcharakter hat sehr viel mit Logistik zu tun. Was zum Beispiel ein Unterfangen wie Die Koordinate an Material benötigt, sei nachfolgend dokumentiert.


Verwendete Blätter Landeskarte der Schweiz 1:25'000
1065     Bonfol
1085     St-Ursanne
1105     Bellelay
1125     Chasseral
1145     Bielersee/Lac de Bienne
1165     Murten/Morat
1185     Fribourg/Freiburg
1205     Rossens
1225     Gruyères
1245     Château-d'Oex
1265     Les Mosses
1285     Les Diablerets
1305     Dent de Morcles
1325     Sembrancher
1345     Orsières
1365     Grand St-Bernard

Die Planung der Route erfolgt am Computer anhand der SwissMap 25 von swisstopo. Anschliessend wird die Route mit Bleistift auf der Landeskarte 1:25'000 eingezeichnet. Gleichzeitig können manuelle Korrekturen aus der digitalen Version vorgenommen werden, da meine papiernen Karten zum Teil aus den 80er-Jahren stammen. Papierne Karten sind jedoch nach wie vor die besten Orientierungshilfen im Gelände, nicht zuletzt dank der Robustheit des Materials. Ergeben sich auf der Wanderung Kursänderungen, wird die digitale Route nachträglich korrigiert.

Grundausrüstung für alle Etappen
–    1 Rucksack mit 32 Litern Inhalt von Osprey
–    1 Wasserdichter Kleidersack von Ortlieb
–    1 Fotokamera Lumix LX5
–    1 Bereitschaftstasche für Kamera
–    1 Ersatzakku für Kamera
–    1 Kleinstativ von Hama
–    1 Taschenmesser mit integriertem Höhenmesser von Victorinox
–    1 Spiegelkompass von Recta
–    1 iPhone 5 von Apple
–    1 Notizbuch
–    1 Set Kugelschreiber, Bleistift, Spitzer, Radiergummi
–    1 Rolle Toilettenpapier wasserdicht verpackt
–    1 Kleines Erste-Hilfe-Set in wasserdichtem Behälter
–    1 Synthetisches Unterleibchen
–    1 Sonnenbrille
–    1 Sonnenhut
–    1½ Liter Wasser
–    1 Generalabonnement
–    1 Portemonnaie
–    1–2 Blätter der Landeskarte 1:25'000
–    1 Wasserdichte Kartentasche von Ortlieb
–    1 Wasserdichte Dokumentenhülle von Ortlieb
–    1 Beutel für iPhone und Schreibwerkzeug
–    1 Feuerzeug
–    1 Taschenbuch zur Lektüre während der Anreise
–    1 Lesebrille
–    1 Zwischenverpflegung in Kunststoffbehälter
–    1 Sonnencreme
–    1 Taschentuch
–    T-Shirt und/oder Langarmhemd
–    1 Fleece-Jacke
–    1 Gore-Tex-Jacke mit Kapuze
–    1 Trekking-Hose
–    1 Paar Wanderschuhe

Zusätzlich bei regnerischem und kühlem Wetter sowie im Gebirge
–    Gore-Tex-Regenhut von Outdoor Research
–    1 Stirnband
–    1 Rettungsdecke
–    1 Paar Handschuhe
–    1 Gore-Tex-Regenhosen von The North Face
–    1 Paar Teleskop-Trekkingstöcke

Zusätzlich auf Mehrtagesabschnitten mit Hüttenübernachtung
–    1 Seidenschlafsack
–    1 Hygienebeutel mit Zahnbürste, Zahnpasta, Duschmittel, Oropax
–    1 Paar Sandalen der Marke Teva
–    1 Set Ersatzunterwäsche
–    1 Paar Ersatzsocken
–    1 Stirnlampe
–    1–2 Zwischenverpflegungen

28. September 2015

Zurück auf dem Strich

Eigentlich hätte ich vergangenen Donnerstag den Hoch Fulen, den Pilatus oder das Buochserhorn besteigen wollen. Bloss: das Wetter, ein Jammer. Ab in den Jura also, nach St-Brais, jener Ort in den Freibergen mit den lärmenden Windkraftwerken. Ich setzte dort ein, wo ich Ende 2014 aufgehört hatte und widmete mich der Koordinate 574, dem imaginären Strich, dem zu folgen ich mir vor zwei Jahren zur Aufgabe gemacht hatte.

Die Route führte mich zu Beginn an zwei Windturbinen vorbei – mangels Wind war Produktionsflaute – und durch das obere Ende der Combe Tabéillon. Mit Freude nahm ich zur Kenntnis, dass das Buffet de la Gare bei der Haltestelle La Combe immer noch existiert. In der Folge ging ich mehrere weglose Abschnitte über Juraweiden sowie durch Waldpartien unterschiedlicher Grösse und Beschaffenheit. Schliesslich gelangte ich über die Kantonsgrenze in den Berner Jura, wo ich, als Kontrast zu den Wiesen und Wäldern, das stattliche Dorf Tramelan durchquerte. Der Landschaftstypus ging nun vom Plateaujura in den Kettenjura über. Ich erstieg die Montagne du Droit, überquerte sie in ihrer mässigen Breite, um hernach die mit Felsen durchsetzte, bemerkenswert steile Südflanke nach Cortébert im Vallon de St-Imier abzusteigen. Ende der dritten Etappe.

St-Brais–Cortébert: grün die Koordinate 574, rot gepunktet die weglosen Abschnitte. Links und rechts markieren die roten Linien den Zwei-Kilometer-Korridor.



13. Januar 2015

Nachholbedarf II

Wie gestern angekündigt, hier nun der Routenverlauf der 2. Etappe meines Projektes Die Koordinate. Ich beging die Strecke von Porrentruy nach St-Brais am 23. Dezember 2014. Die rot gepunkteten Abschnitte verliefen im weglosen Gelände.




12. Januar 2015

Nachholbedarf I

Im März 2013 startete ich mein Projekt Die Koordinate. In einem Korridor von zwei Kilometern durchquere ich die Schweiz zu Fuss von Nord nach Süd. Richtungsweisend ist hierbei die Koordinate 574 (neu 2574) des schweizerischen Koordinatennetzes. Mittlerweile habe ich auch die zweite Etappe gemeistert, und das Projekt wartet nun im jurassischen St-Brais auf seine Fortsetzung. Nachfolgend der Routenverlauf von Etappe 1. Sie führte mich von Bonfol (ausserhalb des Korridors) nach Porrentruy. Grün die seitliche Begrenzung, rot die Route, welche ausnahmslos über bereits vorhandene Wege, Pfade und Strassen ging. Im Eintrag von morgen dann die Route der 2. Etappe.



5. August 2014

Die Koordinate

Auf «Querschnitt Schweiz» folgt «Die Koordinate». Ging ich von 2006 bis 2008 in einem Zwei-Kilometer-Korridor von West nach Ost, so werde ich mich in der kommenden Zeit mit derselben Hartnäckigkeit vom Pruntruter Zipfel südwärts ins Unterwallis durchschlagen. 17 Etappen, 302 Kilometer zu Fuss, 4½ Kilometer mit dem Boot, saloppe 17'000 Meter bergauf und beschwingte 15'735 Meter bergab.

Die Koordinate 574 misst von Grenze zu Grenze 180 Kilometer. Zu Fuss sind es deren 302.

Die Etappen
1    Bonfol – Porrentruy > 17.9 km
2    Porrentruy – St. Brais > 23.5 km
3    St. Brais – Cortébert > 18.3 km
4    Cortébert – La Neuveville > 19.3 km
5    La Neuveville – Murten > 16.3 km + 4.5 km mit Boot   
6    Murten – Matran > 20.1 km
7    Matran – Hauteville > 23.3 km
8    Hauteville – Grandvillard > 19.9 km
9    Grandvillard – Rossinière > 18.1 km
10  Rossinière – Les Aviolats > 19.1 km
11  Les Aviolats – Les Plans-sur-Bex > 21.0 km
12  Les Plans-sur-Bex – Cabane de la Tourche > 10.2 km
13  Cabane de la Tourche – Branson > 17.9 km
14  Branson – Bovernier > 11.2 km
15  Bovernier – Praz de Fort > 16.5 km
16  Praz de Fort – Gîte de la Léchère > 12.5 km
17  Gîte de la Léchère – Ferret > 16.1 km