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20. Januar 2024

Pawlowa

Brian Sewell: Pawlowa, Insel Verlag,
Berlin, 2019
Die bezaubernde Geschichte eines Mannes, der alles stehen und liegen lässt, um eine junge Eselin zu retten.

Auf einer Reise in Pakistan sieht Mr B, ein britischer Gentleman, eine kleine Eselin: Ihr Rücken ist vollbepackt, ihre dünnen Beine zittern unter der schweren Last. Kurzerhand springt Mr B aus dem Wagen, fest entschlossen, sich um das Tier zu kümmern und es mit nach Hause zu nehmen. Das einzige Problem: Sein Zuhause liegt in London und eine Eselin kann nicht im Flugzeug reisen. Also begeben sich Mr Bund Pawlowa, wie er die Eselin von nun an nennt, auf eine lange Reise durch den Nahen Osten bis nach Europa – zu Fuss …

Ein wunderbares Geschenkbuch über Freundschaft und die farbenprächtige Vielfalt der Welt – für alle Reisenden und Fernwehleidenden, für alle Liebhaber von Eseln, von englischen Gentlemen und Geschichten, die man sein Leben lang mit sich trägt – so elegant, augenzwinkernd und charmant geschrieben, wie es nur die Briten können.
(Inhaltsangabe im Buch)

5. August 2022

Zu Fuss durchs wilde Kurdistan

Achill Moser: Zu Fuss durchs wilde Kurdistan, Pietsch,
Stuttgart, 1990
Achill Moser hat sein Leben schon in vielen Extremtouren gewagt. Er kämpfte sich zu Fuss durch die Wüste Gobi, bezwang in Westafrika den Niger mit dem Kanu und durchquerte das trostlose Odadahraun-Lavafeld in Island. Seine Expedition durch Kurdistan, jene wilde Felsregion in der Osttürkei, stellte ihn vor ganz neue Anforderungen. 300 Kilometer marschierte Moser durch das rauhe Bergland an der Grenze zum Irak, der UdSSR, Syrien und dem Iran. In diesem Pulverfass der Emotionen und der Gewalt, der behördlichen Willkür und dem Widerstand der Bergnomaden, erschliesst sich dem Leser eine grandiose Natur, wie sie atemberaubender nicht sein könnte. Achill Moser lässt den Leser hautnah mit dabei sein … (Klappentext)

24. September 2016

Zu Fuss von Passau nach Jerusalem

Friedrich Schröger: Zu Fuss von Passau nach
Jerusalem, Passavia, Passau, 1984, vergriffen
Wer pilgert heute noch von Passau oder einer anderen Stadt unserer Gegend zu Fuss nach Jerusalem? Pilger des frühen, hohen und späten Mittelalters haben es unter Lebensgefahr getan. Professor Friedrich Schröger, Lehrer des Neuen Testaments an der Universität Passau, hat es gewagt. Über die Erfahrungen, Beobachtung und Abenteuer, die er dabei gemacht und bestanden hat, erzählt er nun in seinem «Pilgerbericht»: «Zu Fuss von Passau nach Jerusalem». Er war überzeugt, dass der Philosoph Friedrich Nietzsche mit seinem Spruch recht hatte: «Das Sitzfleisch ist gerade die Sünde wider den heiligen Geist. Nur die ergangenen Gedanken haben Wert.» Er war darüber hinaus überzeugt, dass der «Wanderradikalismus» Jesu zur Nachahmung auffordert und Pilgerfahrt Einübung in das Christentum bedeutet.

Schrögers Wanderbericht ging aus unzähligen Vorträgen hervor, die er landauf, landab im Bistum Passau gehalten hat. Aber er erzählt dabei nicht nur, was er erlebt und beobachtet hat, sondern darüber hinaus ruft er Biblisches und Geschichtliches in die Erinnerung, so dass der Leser vielfältige Informationen erhält und am £Ende seiner Lektüre des spannenden Buches reich belehrt ist. Die Lektüre ist eine geistig-geistliche Teilhabe an den Erfahrungen, die Professor Schröger bei seiner Fusswallfahrt ins Heilige Land machen durfte. (Klappentext)

7. April 2015

So sind die Geschmäcker verschieden

Josef Martin Bauer: So weit die Füsse tragen,
Bastei Lübbe, Köln, 2002 
Soeben zu Ende gelesen: So weit die Füsse tragen von Josef Martin Bauer. Das ist der lange Weg, den ein Kriegsgefangener vom Ostkap in der Nähe der Beringstrasse und Alaskas durch ganz Sibirien, den Ural und den Kaukasus zurücklegt. Wunden an Körper und Seele sind die Folge dieser Odysee durch Steppe und Eis. Drei volle Jahre dauert es, bis der einsame Flüchtling endlich heimkehren kann …, liest sich auf dem hinteren Umschlag des 478 Seiten dicken Taschenbuchs. Darüber: Ein Tatsachenroman, der sich spannender liest als jeder Thriller! Voller Erwartungen machte ich mich also an die Lektüre und langweilte mich von der ersten bis zur letzten Seite. Von Spannung keine Spur. 200 Seiten lang beschreibt Bauer die Deportation nach Nordostsibirien sowie die lange Zeit im Strafgefangenenlager. Dann endlich flieht Clemens Forell auf unspektakuläre Weise, nachdem ihm ein erster Fluchtversuch ebenso unspektakulär misslungen war.

In einer gewandten aber dennoch monoton klingenden Sprache weist die Geschichte bloss einen Handlungsstrang auf. Darin und in den episch langen Sequenzen liegen die Gründe der Kraftlosigkeit dieses Romans, der überdies in keiner Weise auf Tatsachen beruht, wie Geschichtsforscher nachträglich festgestellt haben.

Dass ich mit meiner Kritik ein wenig alleine in der sibirischen Weite stehe, beweisen die Verkaufszahlen. Das in 15 Sprachen übersetzte Werk hat sich bis jetzt mehrere Millionen Male verkauft und wurde 1959 und 2001 verfilmt.

RUS: Omsk, Ettal, Krasnojarsk, Tschita, Ulan Uhde, Abakan Kubzow, Kasalinsk, Uralsk IR: Täbris, Teheran.