22. November 2021

Betsy Berg

Christine Kopp: Betsy Berg, Eigenverlag, 2012
Nach dem 2009 erschienenen Buch «Schlüsselstellen» liegt nun ein neuer Band mit Kurzgeschichten aus den Bergen von Christine Kopp vor. Frech und frisch erzählen sie, wie Betsy Bern zu den Bergen kommt, was sie dort und unten im Tal erlebt und mit welchen Fragen sie sich auseinandersetzt.

«In den Bergen sucht Betsy Ablenkung und erlebt Freude und Ängste. Dort findet sie Gleichgesinnte, ja auch die Liebe. Sie stolpert, scheitert, steht auf und geht weiter. Schritt für Schritt. Ganz nach dem Zitat von Ingmar Bergman: ‹Älter werden ist wie auf einen Berg steigen: Je höher man kommt, desto mehr Kräfte verbraucht man, aber desto weiter sieht man›». (Klappentext)

19. November 2021

Die Broschüren

Sie liegen in Kirchen, in Museen oder in Tourismusinformationen auf: Broschüren zu lokalen Themen, zur Geschichte, zu Gebäuden, zu Ortschaften, Talschaften, Eisenbahnstrecken usw. usf. Ich liebe sie, diese handlichen und leicht in den Rucksack zu packenden Imprimate mit Inhalten, die oft nirgendwo im Internet zu finden sind. Hier eine Auswahl von Gelesenem.

Diverse Autoren: Eriz – zwischen Emmental und
Oberland, Fischer, Münsingen, 1981

Diverse Autoren: Burgistein, Gemeinde
Burgistein, Burgistein, 1991

Diverse Autoren: Die Öle in Münsingen,
Verein Freunde der Öle, Münsingen, 1995
Fridtjof Nansen: Mein Glaube, Hans Pfeiffer,
Hannover, 1970


 

 

Caroline Calame, Orlando Orlandini: Die unterirdischen
Mühlen des Col-des-Rochers, Fondation des Moulins
souterrains du Col-des-Rochers, undatiert


Tobias + Hans Tomamichel: Bosco/Gurin, das
Walserdorf im Tessin, Gesellschaft Walserhaus, Gurin

 

Werner Neuhaus: Aus der Geschichte der Gürbetalbahn, Selbstverlag, Belp, 1990

 

Heinz Baumann, Stefan Fryberg: Der
Sustenpass, Raststättegesellschaft N2 Uri AG
1996
Karl Ludwig Schmalz: Der berühmte Block
auf dem Luegiboden, 1986

Walter Zeitler: Die Bayerische Waldbahn,
Neue Presse, Passau, 1991


17. November 2021

Hundeherz

Kerstin Ekman: Hundeherz, Piper,
München, 2009
Die Luft ist schneidend, und die Fjällgipfel hüllen sich in Grau. In der einsamen Stille des nordschwedischen Winters verirrt sich ein junger Welpe und ist ohne seine Mutter und seine Menschen hilflos der Natur ausgeliefert. In seinem unterkühlten Körper flattert sein Herz gegen die Kälte und die Nässe wie ein Vogelflügel. Glück und Zufall verhindern, dass er schon in den ersten Tagen verhungert. Bald lernt er Gefahren besser einzuschätzen. Sein Jagdinstinkt erwacht, und es gelingt ihm, den Frühling und den Sommer zu überstehen. Bis er zu Beginn des nächsten Winters einem Menschen begegnet. Ist es vielleicht sein Mensch? «Hundeherz» ist eine mitreissende kurze Geschichte über die Natur, die Einsamkeit und das Leben. (Klappentext)

15. November 2021

Katzenbach

Isabel Morf: Katzenbach, Gmeiner,
Messkirch, 2012
Valerie Guts Hund fischt eine Babyleiche aus dem Katzenbach in Zürich. Es ist Luzia Attinger, die unter dem Ambras-Syndrom litt, ihr ganzer Körper ist von dunklen Haaren bedeckt. Das Kind ist aus dem Kinderwagen, der im Garten der Familie stand, verschwunden. Beat Streiff und Zita Elmer ermitteln. Hat die Mutter das Kind in den Bach geworfen, weil es den Anblick der Kleinen nicht mehr ertragen konnte? Als noch ein zweijähriger Junge verschwindet, geraten die Kommissare an ihre Grenzen. (Klappentext)

GR: Sils-Maria, Silsersee SG: Buchs, Stadt St. Gallen SZ: Einsiedeln ZH: Zürich-Seebach (Hauptschauplatz), Katzenbach, Stadt Zürich A: Innsbruck

12. November 2021

Vom Rebbau in Innertkirchen

Kürzlich drehte ich im Haslital eine prächtige Wanderrunde. Ausgehend von Meiringen besuchte ich als Erstes den Restiturm, ein mittelalterliches Relikt aus dem 13. Jahrhundert. Anschliessend folgte ich der orografischen rechten Tallehne, stieg auf dem alten Grimselweg kontinuierlich bergan, bis ich plötzlich hinter Bäumen einen kleinen Weiher entdeckte. Ich verliess den Weg und kam an ein idyllisch gelegenes Gewässer, bestückt mit Seerosen und einem Schilfgürtel. Im Hintergrund erhoben sich schneebedeckte Berge und davor, unmittelbar hinter dem Seelein ... Das kann nicht sein, dachte ich. Das sind doch nicht etwa ...? Doch! Es waren Rebstöcke. Also nichts wie hin, das musste ich sehen. 

Ging ich bislang davon aus, dass im Berner Oberland in Faulensee und Oberhofen die Rebbaugrenze erreicht war, musste ich mich hier eines Besseren belehren lassen. Ich tat es indes gerne, denn 1. befand ich mich hier an einem wunderbar gelegenen Ort, an dem es 2. ein Forsthaus mit Brunnen gab, und 3. war der Zeitpunkt für eine Pause gerade richtig. Wie aber kommt es, dass man ausgerechnet hier, mitten im Bergwald auf immerhin 850 Meter über Meer, Rebbau betrieb?

Der Weiher beim höchstgelegenen Rebberg im Kanton Bern.
Das Ganze ist einem Naturereignis der unerfreulichen Sorte zu verdanken. Anno 1990 fegte der Sturm Vivian durch die Lande und richtete im Wald der Gütergemeinde verheerende Schäden an. Im Anschluss an die Aufräumarbeiten wurde auf der Bodenfluh ein Fest veranstaltet, und weil an diesem Tag die Sonne so richtig auf die kahle Fläche brannte, machte die Idee die Runde, dass hier in diesem Föhntal eigentlich auch Reben gedeihen könnten. Bereits 1991 wurden dann die ersten 80 Stöcke Blauburgunder (Pinot noir) gepflanzt. Und nur zwei Jahre später konnten 80 Flaschen Aeppiger Wein an die Mitglieder des Weinbauvereins verteilt werden. In der Folge kamen weitere Rebstöcke hinzu, so dass heute 850 Stöcke das kleine Plateau hoch über der Aareschlucht bevölkern. Der Ertrag liegt im Schnitt bei rund 600 Flaschen, je nachdem, wie Frost und Hagel den Schösslingen jeweils zusetzen. Der mittlere Öchslegrad beträgt 78. Jene Trauben mit dem geringsten Zuckergehalt gehen in die Brennerei und werden zu Grappa verarbeitet. Und noch etwas: Der Innertkircher Weinbauverein Aeppigen darf für sich in Anspruch nehmen, den höchstgelegenen Rebberg im Kanton Bern zu bewirtschaften.

Ein Hauch von Wallis im Haslital: der 850 Stöcke zählende Rebberg oberhalb Innertkirchens.
Die Fortsetzung meiner Wanderung führte mich in Richtung Gadmertal nach Wiler, von wo ich über Innertkirchen und dem schattigen Geissholz zurück nach Meiringen fand. Wohltuend waren nicht nur das Begehen der mitunter urtümlichen Fusswege, wohltuend war auch die Stille am Sustenpass und in Innertkirchen.

6. November 2021

Mit Volldampf nach Festiniog

Hansrudolf Schwabe: Mit Volldampf nach
Festiniog, Pharos, Basel, 1978
Die Festiniog-Bahn (Festiniog Railway, Rheilfford Ffestiniog) in Nord-Wales, eine der ältesten Schmalspurbahnen der Welt, führt vom Meerhafen Porthmadog 20 km weit nach Tan-y-Grisiau ins Waliser Schieferminengebiet hinauf. Der Ausbau der ursprünglichen Strecke nach Blaneau Ffestiniog ist in Arbeit. Die Bahn mit der Spurweite von 1 Fuss 11½ Zoll (rund 60 cm) wurde 1832 gegründet, 1836 eröffnet und seit 1863 mit Dampflokomotiven befahren. Seit 1954 ist der Wiederaufbau durch jugendliche Freiwillige im Gang. Unser Buch beschreibt ihn in der Geschichte des Heizers und Lokführers Tom und seiner Kollegen. Ist es ein Jugendbuch oder ein Eisenbahnbuch? Wir möchten sagen: beides! Es ist allen jungen und junggebliebenen Eisenbahnfreunden gewidmet.

Hansrudolf Schwabe, der Verfasser dieses Buches, ist von Beruf Verleger, Buchhändler und Druckereibesitzer in Basel. Daneben ist er begeisterter Eisenbahnfreund und hat schon mehrere Bücher über seine Vorliebe geschrieben. 1942: Die Sissach–Gelterkinden-Bahn. 1948: Der Staatsbetrieb der Schweizer Eisenbahnen. 1954: Die Entwicklung der schweizerischen Rheinschifffahrt. 1954: Die Basler Rheinhäfen. 1974: Schweizer Bahnen damals – neue Folge. 1978: Lokomotivmodelle unter Dampf. Die Festiniog-Bahn hat ihn vor allem wegen des grossen Aufbauwerkes durch junge Volontäre fasziniert. (Klappentext)

Moors Fazit: Ich habe das Buch zu Beginn der 1980er-Jahre gelesen und war von dieser Bahn so begeistert, dass ich 1987, anlässlich einer viermonatigen Fahrradtour von der Schweiz nach Irland und zurück, in Porthmadoc Halt machte und die Strecke nach Blaneau Ffestiniog mit dem romantischen Züglein befuhr.

4. November 2021

Im Fürstentum vom Winde verweht

Was tun, wenn du am Wochenende mit dem Zelt in den Bergen wandern möchtest und der Wetterbericht einzig für das St. Galler Rheintal passables Wetter vorsieht? – Ab ins Ländle!

Von der Walsersiedlung Steg machte ich mich an den Aufstieg in Richtung Rappasteinsattel. Je höher ich kam, umso gelber die Lärchen, umso stärker aber auch der Föhn. Bei der Alphütte von Gapfahl verkroch ich mich in ein halboffenes Nebengebäude, um einigermassem vor dem Wind geschützt zu sein.

Der Schlussaufstieg zum Sattel nahm der Windböen wegen zunehmemd Expeditionscharakter an. Die Föhnstösse waren derart ungestüm, dass ich mehrere Male zu Boden geworfen wurde. Zwanzig Höhenmeter unterhalb des Übergangs legte die Windkraft noch einmal an Stärke zu. Ich schaffte es dennoch bis hoch zum Grat. Hier hielt ich mich am Pfosten eines Weidezauns fest und spähte mit einem ziemlich unguten Gefühl hinab ins 1600 Meter tiefer gelegene Rheintal.

Der anstehende ausgesetzte Pfad liess mich nicht zweimal überlegen: Ich drehte mich um und stieg zum Obersäss der Alp Gapfahl ab. Mit derart widerlichen Bedingungen hatte ich bei der Planung nicht gerechnet, also musste spontan ein Plan B her. Weil ich nicht mehr allzuweit gehen wollte, stellte sich die Frage nach dem Wasser. Das meist aus Kalk bestehende Liechtensteiner Alpenland ist relativ wasserarm und auf praktisch allen Alpen sind die Brunnen mit einem Schild «Kein Trinkwasser» versehen. Ich hielt mich an einen auf der Landeskarte eingezeichneten Bachlauf, der tatsächlich etwas Wasser führte. Ich folgte ihm in Richtung seiner Quelle und fand einen Rundschacht, der als Quellfassung dient. Welch ein Glück!

Schöne, wenn auch etwas kurze Runde im oberen Saminatal (FL)
Vorerst galt es indes, einen geeigneten Biwakplatz für mein Ganzjahreszelt zu finden. Ich stieg ein paar Höhenmeter ab und wurde auf 1790 Meter fündig. Eine Stelle, die sowohl flach als auch einigermassen windstill war, wäre hier oben einem Lottosechser gleichgekommen! In aller Ruhe und peinlich darauf bedacht, nichts von meinem Hab und Gut dem tobenden Föhn zu überlassen, machte ich mich ans Aufstellen der Stoffhütte. Kaum sass ich drinnen, drückte eine Böe das Zelt derart zu Boden, dass ich um das Karbongestänge fürchtete. Es folgten weitere Angriffe auf mein Nachtlager, diesmal aus einer leicht anderen Richtung. Ob ich die Nacht in einem intakten Zelt beenden würde?

Mir blieb nichts anderes übrig, als dem Hightech-Material zu vertrauen. Und so stieg ich also noch einmal zur Quellfassung hoch, wo ich mir 6½ Liter für Abend- und Morgenessen und den folgenden Tag holte. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: 2½ Liter hätten füglich gereicht, denn ein Kochen war unter diesen Umständen schlicht unmöglich, da selbst im Zeltinnern viel zu gefährlich. Das Abendessen bestand dann lediglich aus einem Sandwich, ebenso das Frühstück. 

Vom späten Nachmittag an lag ich also im warmen Schlafsack und lauschte dem Wind. Ich versuchte herauszufinden, ob eine sich nahende Böe erahnen liess, was ich an dieser Stelle verneinen kann. Beeindruckend war jedoch, wie sich eine solche Böe in den über mir stehenden Lärchen auswirkte: als ohrenbetäubendes Orgeln! Zwischenzeitlich kam ich mir vor, als läge ich am Anfang einer Startbahn für grosse Düsenjets und käme die volle Ladung des Startschubes ab.

Nachdem es draussen Nacht geworden war, konzentrierte ich mich auf die Intervalle der Böen. Und siehe da, die Kadenz nahm tendenziell ab. Ich muss dann eingeschlafen sein, denn als ich einmal kurz aufwachte, war viertel nach Mitternacht und der Wind nur noch ein sehr laues Lüftlein. Ein Blick auf das Thermometer zeigte mir immerhin 7° Celsius Innentemperatur. Föhn sei Dank! Ich döste dann schnell wieder weg und verbrachte eine ungeahnt ruhige und komfortable Nacht, ehe anderntags der Föhn von einer Minute auf die andere seine Arbeit erneut aufnahm.

Langsam kletterte die Sonne über den Berg und erhellte meinen Abstieg zum Untersäss. Es bahnte sich ein wunderbarer Herbsttag an. Auf einem formidablen Fussweg, wie es sie im Ländle zuhauf gibt, wanderte ich dem Abschluss des Saminatals entgegen. Mein Plan B sah vor, via Alp Gritsch zur Tälihöhe zu traversieren und von dort nach Malbun abzusteigen. Hierbei gelangte ich für eine halbe Stunde auf einen mir vertrauten Abschnitt. Ich beging ihn am 11. Oktober 2010 anlässlich der 11. Etappe meiner Wanderung vom Kanton Schaffhausen ins Bergell, die ich später in Buchform unter dem Titel «Südwärts» beschrieb. Auch damals windete es ziemlich stark und zwar so, dass mir mein Sonnenhut vom Kopf gefegt und in den unerreichbaren Steilhang verfrachtet wurde. Klar doch, dass ich den Sonnenhut nun aus Sicherheitsgründen in der Hosentasche verstaut hatte.

Bei der sogenannten «Hötta» der Alp Gritsch fand ich eine windstille Nische. Stundenhalt. Skurrile Szene dann, als vor meinen Augen plötzlich ein Fahrradhelm über den Hüttenvorplatz kullerte. Er stammte von einer grusslosen E-Bikerin, die es sich bei diesen Bedingungen nicht nehmen liess, hier hoch zu fahren ... Henu, jedem und jeder das Seine. Dem Wanderer seinen Hut, der Bikerin ihr Helm.

Die Fortsetzung gestaltete sich als genussreiche Höhenwanderung im Rückenwindmodus. Am gegenüberliegenden Grat erkannte ich den Rappasteinsattel, die Stelle meiner gestrigen Umkehr. Im Nordosten zeigte sich der Alpstein mit Säntis, Altmann und den Kreuzbergen. Und kurz vor der Tälihöhe erblickte ich am Horizont den Glärnisch und rechts daneben das imposante Massiv des Mürtschenstocks.

Vom Übergang hinab durch das sogenannte Vaduzer Täli hatte ich einen schönen Tiefblick nach Malbun, dem Gstaad Liechtensteins, das sonderbarerweise zur Gemeinde Vaduz gehört. Fegte es mich am Pass oben noch einmal beinahe weg, war es nur wenige Meter unterhalb der Scharte komplett windstill. Was für eine Erlösung! Und was für ein schöner Weg entlang des Nospitz; dies trotz der Tatsache, dass hier ein Sessellift hochführt, der das Vaduzer Täli wintersportmässig erschliesst.

In Malbun angekommen machte ich mich sogleich auf die Suche nach dem Bus. Noch einmal blies mir der Föhn um die Ohren, indes nicht mehr lange, denn die Haltestelle lag gleich um die Ecke und ein abfahrbereiter Bus stand auch schon da. Unvermittelt stieg ich ein. Trotz der zwei kurzen Wanderetappen war ich ziemlich erschöpft und liess mich nun durch die schöne Herbstlandschaft des halben Fürstentums kutschieren, ehe mich in Sargans die Schweiz wieder hatte. – Eines sei indes gewiss: Ich werde wieder kommen in dieses kleinste Land weit und breit, denn es ist in vielerlei Hinsicht sehens- und begehenswert.

Eine Bildstrecke vom ersten Tag gibt es hier, und vom zweiten hier.

Nachtrag: Wie lustig das Fürstentum mitunter tickt, erlebte ich auf der Busfahrt zurück in die Schweiz. Als ich in Malbun mein Handy einschaltete, wies mich eine Meldung darauf hin, dass ich keine Daten empfangen könne, da ich die Roamingfunktion deaktiviert hätte. Aha! Mobiltelefonietechnisch war ich also im Ausland – ausgerechnet im Fürstentum Liechtenstein, einem Land, wo der Schweizer Franken als offizielles Zahlungsmittel gilt, einem Land, dessen Fussballiga in den Schweizer Ligen mitspielt, dann aber ein eigenes Nationalteam stellt; einem Land, dessen Wanderrouten nach den Normen der Schweizer Wanderwege ausgeschildert und markiert sind; einem Land, in dem das schweizerische GA gültig ist; einem Land, in dem Migros und Denner vertreten sind und zudem mit einem Zollvertrag an die Schweiz gebunden ist. Wie dem auch sei, ich wollte mich bis in Trübbach, wo wieder heimischer Boden erreicht sein würde, gedulden. Doch dann geschah ... nichts. Mein Handy blieb hartnäckig mit Sunrise-FL verbunden. In Sargans half dann nur noch ein Neustart des Gerätes, um auch telekommunikationstechnisch wieder im Land der begrenzten Möglichkeiten angekommen zu sein.

2. November 2021

Auf Wanderschaft mit Herrn Hirzel

Soeben von der Druckerei angeliefert worden: «Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz und ihrer Umgebungen». Alleine die ungewohnte Länge des Titels und die heute kaum mehr verwendete Pluralform von Umgebung verraten, dass es sich hier um ein älteres Werk handeln muss. In der Tat!

Im Jahr 1822 unternimmt Hans Caspar Hirzel mit einem Weggefährten eine Wanderung von Zürich zum Monte-Rosa-Massiv, dessen Umrundung sie sich zum Ziel gesetzt haben. Im Folgejahr zieht es den naturwissenschaftlich interessierten Hirzel in die Glarner und Schwyzer Alpen, wo er mehrere Gipfel besteigt. Was der Schwiegersohn des grossen Hans Conrad Escher von der Lindt zu berichten weiss, stellt in den heutigen Tagen von Gletscherschwund und alpinem Massentourismus ein wertvolles Zeitdokument dar.

Die zwei lesenswerten Berichte habe ich sprachlich behutsam überarbeitet, mit einem Vorwort und ein paar Ergänzungen versehen. Bestellt werden kann das Büchelchen in meinem kleinen Verlag, der Edition Wanderwerk.