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27. März 2026

Weggehen ehe das Meer zufriert

Laure Wyss: Weggehen ehe das Meer
zufriert, Limmat, Zürich, 1994
Ihre Zeit bewunderte und verachtete Königin Christina gleichermassen; und ihre vielen späteren Interpreten sehen sie als umstrittene Persönlichkeit: ein Leben zwischen Stolz und Tragik. Diese hervorragende Frau, privilegiert durch Geburt und Erziehung, ausgestattet mit strahlenden Geistesgaben, ist nicht loszulösen von den Händeln und heftigen Auseinandersetzungen der barocken Epoche.

Ist die Frage beantwortet, aus welch tiefem Grund die schwedische Königin ihre schwerwiegenden Entscheide traf? Wir notieren ihre Unternehmungen, wir sehen ihre Gestalt, ihr Gesicht, doch kennen wir ihre Seele?
(Klappentext)

5. Januar 2026

Der unglückliche Mörder

Håkan Nesser: Der unglückliche Mörder,
btb, München, 2006
Es ist eine neblige, nasskalte Nacht. Es giesst in Strömen, und der Junge, der am Strassenrand geht, ist kaum zu sehen. Als der Mann den Aufprall hört, ist es bereits zu spät: Die Verletzungen des Jungen sind tödlich – und der schwer angetrunkene Fahrer gerät in Panik und macht sich aus dem Staub. Warum sollte er sein ganzes Leben zerstören wegen dieses Unglücksfalls? Sich von seiner Karriere verabschieden? Seine Zukunft aufs Spiel setzen, die auf einmal in leuchtenden Farben vor ihm steht? Er kann nicht wissen, dass seine Feigheit schliesslich drei weiteren Menschen den Tod bringen wird und seine Vertuschungsmanöver ihn letztlich gründlicher ruinieren werden, als seine Todesfahrt es je gekonnt hätte … (Klappentext)

NL: Fiktive Niederlande (Hauptschauplatz) USA: New York

30. September 2025

Ein anständiger Bürger hat einen Briefkasten

Raeto Meier: Ein anständiger Bürger hat
einen Briefkasten, Cosmos, Muri, b. Bern,
2005
Sommer 1975: Gemüse und Hanfstauden gedeihen prächtig in Meiers Garten. Als Arbeitnehmer in der Landwirtschaft hat Meier weniger Glück. Schon am ersten Arbeitstag wird er zum Boss bestellt, der nimmt seinen Stumpen aus dem Mund, spuckt auf den Boden und meint, Meier solle verschwinden.

November 1975: Die Kiffer nennen sich Freaks, tragen Afghanjacken, geblümte Hosen und Blusen in allen Farben und Haarbänder, damit beim Chillumrauchen die Haare nicht anbrennen. Im Café Uhu an der Speichergasse in Bern entdeckt Meier eines Abends mitten im Haschischqualm eine anmutige junge Frau mit schwarzen Locken und wunderbar klaren Augen.

3. August 1976: Zwei Fahnder der Stadtpolizei verhaften Meier in Berns Harlem am Langmauerweg. Er hat den Militärpflichtersatz von Fr. 336.60 nicht bezahlt. Weil er behauptet, er sei der Anwärter auf den Thron Israels, beendet er den Tag mit Griessköpfli und Himbeersirup in der Psychiatrischen Klinik in Münsingen.
(Klappentext)

BE: Gurbrü, Stadt Bern, Worb, Richigen, Langnau i.E., Psychiatrische Klinik Münsingen FR: Fräschels, Kerzers NL: Amsterdam D: Lörrach, Frankfurt a.M.

11. August 2025

Glatteis

Hans Werner Kettenbach: Glatteis,
Diogenes, Zürich, 2001
Ausgerechnet beim idyllischen Ferienhäuschen am See stürzt Erika, die attraktive Ehefrau von Tiefbauunternehmer Wallmann, zu Tode. Ein tragischer Unfall, meint die Polizei. Ein fast perfekter Mord – vermutet dagegen der Angestellte Scholten, der einige unschöne Details aus dem Eheleben der Wallmanns kennt. (Klappentext)

28. Dezember 2024

Stollengeflüster

Marijke Schnyder: Stollengeflüster,
Gmeiner, Messkirch, 2012
Ein Hoteldirektor wird tot im Simmental aufgefunden. Elsi Klopfenstein, die Kioskbetreiberin vom Lenkersee, reist als selbsternannte Geheim-Delegation nach Bern, um Kommissarin Nore Brand darüber zu verständigen. Diese kennt den Direktor aus einem vergangenen Fall und reist mit ihrem Assistenten Nino Zoppa ins Simmental, um inkognito zu ermitteln. Die Spuren führen das Duo bis nach Amsterdam in die internationale Kunsthändlerszene. Als ein zweiter Mord geschieht, wird Nore Brand mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und gerät in Lebensgefahr. (Klappentext)

BE: Lenk, Lenkersee, Stadt Bern, Militärflugplatz St. Stephan, Matten i.S. BS: Stadt Basel NL: Amsterdam

24. April 2024

Mit 3 km/h durch Mitteleuropa

Rudolf Leuenberger: Begegnungen, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2024
Soeben ist in meinem kleinen Verlag ein neuer Titel erschienen: «Begegnungen» heisst er und erzählt von Weitwanderungen durch Mitteleuropa. Kaum im frühzeitigen Ruhestand, beginnt Rudolf Leuenberger (1933–2014) mit dem Fernwandern. Für jedes Jahr bestimmt er anhand einer Landkarte eine Stadt im umliegenden Ausland als Ziel, zieht eine Luftlinie von seinem Wohnort Zollikofen bei Bern und geht hernach meist den Flüssen entlang seinen Weg. Hierbei ist für den vielseitig interessierten Menschenfreund die körperliche Leistung Nebensache. Seine Kontaktfreudigkeit bringt ihm täglich neue Begegnungen und Bekanntschaften, auch wenn er der Landessprache nicht immer mächtig ist.

Die Neugier, was ihn hinter dem nächsten Hügel erwartet, hat den Autor immer wieder neu beflügelt. So sind insgesamt 14 Berichte von Wanderungen durch die Schweiz nach Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, Österreich, Luxemburg, Belgien, Holland, Tschechien und Österreich entstanden – ergänzt mit Ausrüstungs- und Orientierungstipps, aber auch mit tiefgründigen Gedanken über Gott, die Welt und anderem.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich, wo auch eine Leseprobe heruntergeladen werden kann.

22. Dezember 2020

Der Mann, der den Zügen nachsah

Georges Simenon: Der Mann, der den
Zügen nachsah, Diogenes, Zürich, 1997

«Abends um acht Uhr war Kees Popingas Schicksal noch nicht besiegelt, es wäre also nicht zu spät gewesen.» Kurz danach geschieht das Unerhörte: Die Firma, in der der holländische Angestellte und Familienvater arbeitet, geht bankrott, und Popingas bewunderter Chef Julius de Coster verschwindet mit der Firmenkasse aus Groningen. Auch für den braven Popinga fallen in diesem Moment die moralischen Schranken, er bricht aus und nimmt den nächsten Zug via Amsterdam nach Paris. Einmal richtig leben und lieben – für diesen Traum geht Kees Popinga sogar über Leichen. (Klappentext)

F: Paris (Hauptschauplatz), Juvisy-sur-Orge, Ivry-sur-Seine, Alfortville NL: Groningen, Stavoren, Zuidersee, Enkhuizen, Amsterdam, Bahnfahrt Groningen–Amsterdam–Paris

12. März 2020

Das Tagebuch der Anne Frank

Anne Frank: Tagebuch, Fischer Taschenbuch,
Frankfurt/Main, 1986
Anne Frank, am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren, emigriert 1933 mit ihren Eltern nach Amsterdam. Nachdem die deutsche Wehrmacht 1940 die Niederlande überfallen und besetzt hat, versteckt sich Anne Franks Familie gemeinsam mit vier anderen in einem Hinterhaus der Firma von Otto Frank. Ihrem Tagebuch vertraut die dreizehnjährige Anne während dieser Zeit ihre Gefühle und Gedanken an, beschreibt ihren Alltag im Versteck und die erdrückende Angst vor der Entdeckung. Das Tagebuch endet am 1. August 1944: Die jüdischen Bewohner des Hinterhauses werden denunziert und drei Tage später verhaftet, die Familie Frank wird nach Auschwitz deportiert und dort getrennt. Anne Frank und ihre Schwester Margot sterben sieben Monate später im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Am 6. Januar 1945 stirbt ihre Mutter Edith in Auschwitz. Otto Frank, der Vater von Anne und Margot, ist der einzige Überlebende aus dem Hinterhaus. Nach dem Krieg erhält er die Tagebücher seiner Tochter und publiziert 1947 erstmals Auszüge daraus.

Die vorliegende Ausgabe ist die einzige vom Anne Frank Fonds in Basel autorisierte Fassung des Tagebuchs, von dem es eine erste und eine zweite, spätere Version gibt, die beide von Anne Frank selbst stammen. Sie hatte das von ihr über mehr als zwei Jahre geführte Tagebuch zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet, weil die erste Fassung ihren schriftstellerischen Ansprüchen nicht mehr genügte.

Diese Ausgabe enthält den von Anne Frank überarbeiteten Tagebuchtext samt den unverändert aus der ersten Fassung übernommenen Teilen, ohne jene Auslassungen, die Annes Vater Otto Frank aus Diskretion vorgenommen hatte. Mirjam Pressler hat dafür eine neue, dem ungekünstelten Stil des Originals adäquate Übersetzung erarbeitet. Dieser vollständige Text, dessen Authentizität seit der kompletten Wiedergabe aller Werkfassungen in der kritischen Ausgabe der «Tagebücher der Anne Frank» (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1988) unbestritten ist, vermittelt ein eindrucksvolles Bild von Anne Franks Gefühls- und Gedankenwelt und nicht zuletzt von ihren Fortschritten als Schriftstellerin.

«… werde ich jemals Journalistin und Schriftstellerin werden? Ich hoffe es, ich hoffe es so sehr! Mit Schreiben kann ich alles ausdrücken, meine Gedanken, meine Ideale und meine Phantasien.» (Anne Frank, 5. April 1944)

Überblick über die Versionen der Tagebücher: Anne Frank hat zwei fragmentarische Tagebuchversionen hinterlassen: Version a und Version b Version a ist der ursprüngliche Tagebuchtext von Anne Frank. Version b ist Anne Franks unvollendete Bearbeitung der Tagebuch-Texte, mit der sie eine etwaige Publikation vorbereitet hat. Version b wurde 1986 erstmals publiziert. Seit kurzem wird dieses Fragment als Romanentwurf bezeichnet. Version c war die erste Fassung des Tagebuchs, die Otto Frank nach dem Krieg 1947 veröffentlichte.

Otto Frank, der seine gesamte Familie verloren hatte, bereinigte den Text von Stellen, die für ihn das Andenken an seine Familie schmälerten. Die Version c ist seit 1990 nicht mehr lieferbar. Version d ist die so genannte Leseausgabe der Tagebücher, die vom Anne Frank Fonds autorisiert wurde und die Versionen a und b in eine Fassung überführt, so dass die Tagebuchtexte ungekürzt zur Verfügung stehen. Diese Version hat die Version c abgelöst und ist seit 1991 die weltweit verbindliche Grundlage für die Übersetzungen des Tagebuchs in über 80 Sprachen, in über 100 Ländern. Alle Versionen der Tagebücher - ausser der Version c – sind in verschiedenen Ausgaben in der Übersetzung von Mirjam Pressler im S. Fischer Verlag erschienen.

NL: Amsterdam

27. März 2019

Nina und Tom

Tom Kummer: Nina & Tom, Blumenbar,
Aufbauverlag, Berlin, 2017
Tom liebt Nina.
Nina liebt Tom.


Sie hat nur noch wenige Tage zu leben.


Die größte Liebesgeschichte seit «Love Story».

So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreissig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann.

«‹Wir sind Engel der Hölle›, sage ich zu Nina, als wir in der Lufthansa-Maschine die Anden überqueren. Sie legt ihren Arm über meine Schulter. Ich lege meine Finger auf ihre Wange und streiche hinunter bis zum Kinn. Ich sehe, wie ihre Lippen zittern: ‹Tom›, sagt sie, ‹wie wollen wir jetzt weiterleben?›»

Tom Kummer, der «Bad Boy» des deutschen Journalismus, hat der Frau ein Denkmal gesetzt, von der ihn nur der Tod scheiden konnte: ein durch und durch erschütterndes Buch.
(Text schamlos kopiert von der Website des Verlags. Und der «Bad Boy» hat selbst in diesem, meiner Meinung nach ziemlich pietätlosen Roman, nicht alles selber erfunden, wie hier nachzulesen ist.)

BE: Biel, Schnottwil A: Obertauern D: Berlin, Weil am Rhein E: Portbou, Walter-Benjamin-Weg bei Portbou, Barcelona, Umgebung von Saragossa, Barceloneta, Sitges F: Toulouse, Paris   GB: Londonderry, Windsor NL: Amsterdam USA: Los Angeles, Umgebung von Wichita, Borrego Springs, Palm Springs Diverse: Lima, Bolivien, Santiago de Chile

21. September 2016

Madonna auf der Strasse

Ueli Brunner: Madonna auf der Strasse,
Pendo, Zürich, 1996
Er hat Hunderte von Bildern gemalt. Vom Regen aufgelöst, von Putzmaschinen verschmiert, von Lausbuben zerstört, von der Sonne ausgetrocknet und vom Wind verweht, sind sie spurlos verschwunden. Aber das Werk – von Trapani auf Sizilien über Zürich bis Brighton in England auf Strassen und Plätzen den Passanten für einige Stunden oder Tage zur Schau gestellt – hinterlässt dennoch Spuren.

Die Aufzeichnungen entwickeln sich zum Panorama des Alltags eines Strassenmalers. Wir lernen sein Handwerk kennen, erfahren, wie er die Bildmotive den örtlichen Begebenheiten anpasst – in Italien sind es religiöse Bilder, im Norden eher profane Werke –, wir werden vertraut mit den Spielregeln öffentlicher Räume, mit den Launen der Leute, die mit grossen und kleinen Spenden die Arbeit belohnen oder belächeln.

In Zürich setzt ihm die Obrigkeit zu. Er wird für seine hier ungebetene Arbeit gebüsst, die Strafzettel häufen sich. Schliesslich sitzt er im Bezirksgefängnis Andelfingen eine Haftstrafe ab. Auf Wunsch des Gefängnisverwalters malt er vor seiner Entlassung Vermeers «Mädchen mit dem Turban» an eine Wand, zur Freude der Insassen und Aufseher – und der Leser, die in diesem Tagebuch den kleinen grossen Kosmos der Welt eines Aussenseiters kennenlernen, der so bizarr und abwegig eigentlich gar nicht ist.
(Klappentext)

Auch dieses Buch ist, wie die anderen drei des Autors, in der Edition Wanderwerk erhältlich.

26. März 2014

Aufgrochsen

Roland Reichen: aufgrochsen, bilgerverlag,
Zürich, 2006
 «Aufgrochsen», eine Geschichte über das Leben zweier Aussenseiter, lässt an Bissigkeit und Witz nichts zu wünschen übrig. Angesiedelt ist es im ländlichen Milieu eines Schweizer Bergdorfes, in einer rückständigen Welt minderbemittelter Menschen, die so tief gesunken sind, dass sich bei deren Schilderung sogar das Hochdeutsch in eine Art niederes Deutsch auflösen muss. Ein köstliches Lesevergnügen, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleiben kann. (Klappentext)

Roland Reichen wurde 1974 in Spiez geboren. In einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, studierte er Deutsch und Geschichte an der Universität Bern. Ebendort arbeitet er derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Edition der historisch-kritischen Jeremias-Gotthelf-Gesamtausgabe mit.
2006 erschien im Bilgerverlag sein Debütroman aufgrochsen. Für das Musical Gotthelf (Thuner Seespiele 2011) übertrug er den Dramentext von Charles Lewinsky vom Zürich- ins Berndeutsche.

BE: Spiez und Umgebung (Hauptschauplatz), Thun, Stadt Bern, Napfgebiet NL: Amsterdam

30. Januar 2014

Der Glückliche

Hansjörg Schertenleib: Der Glückliche
Aufbau Taschenbuchverlag, Berlin, 2006

Der Trompeter This Studer wird nach Amsterdam eingeladen, um dort für ein paar Auftritte in einer Jazz-Combo zu spielen. Als er sich mit seiner Frau Daniela durch die bunte Grachtenwelt treiben läßt, wird er eines Nachts plötzlich an ein Ereignis aus seiner Kindheit erinnert. Studer glaubt, er müsse eine alte Schuld begleichen. (Klappentext)

NL: Amsterdam

Unter dem Label Schauplätze präsentiere ich in lockerer Folge hauptsächlich Schweizer Belletristik mit Schauplätzen, die sich nach der Romanlektüre bestens zu fussgängerischen Vororterkundungen eignen.