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16. Juni 2026

Ruf der Wildnis / Wolfsblut

Jack London: Ruf der Wildnis / Wolfsblut
Fischer, Frankfurt/Main, 1993
In seinen klassischen Tierromanen beschreibt Jack London auf eindrucksvolle Weise die Welt der Goldgräber in Alaska aus der Perspektive der Hunde, die für den Menschen auf der Suche nach dem gelben Metall unentbehrlich waren. In Ruf der Wildnis (1903) geht es um den kalifornischen Haushund Buck, der zur Zeit des Goldrauschs von seiner sicheren Farm im Süden entführt, in den hohen Norden verschifft und dort verkauft wird. Das ehemals zahme Tier entdeckt seine ursprünglichen Instinkte wieder, ohne die es in der Wildnis nicht überleben könnte. Buck wird zum Schlittenhund abgerichtet und gewöhnt sich an die harte Arbeit im ewigen Eis. Nach dem Tod seines Herrn ist das letzte Band zum Menschen zerschnitten und der «Ruf der Wildnis» wird stärker als alles andere: Buck schliesst sich einem Wolfsrudel an und lebt das ursprüngliche Leben seiner Vorfahren. 

Wolfsblut (1906) ist in vielem das Gegenstück zu «Ruf der Wildnis». Ein Wolfshund unterwirft sich einem Menschen freiwillig und fasst schließlich soviel Vertrauen zu ihm, dass er sich sogar an ein Leben in der Zivilisation gewöhnen kann. Ohne die Tiere zu vermenschlichen oder gar verniedlichen zu wollen, gelingt es London, den Leser einen Blick durch Wolfspupillen tun zu lassen, vor denen ein Hase in der Schlinge zappelt oder ein Mensch Feuer entfacht. (Inhaltsangabe im Buch)

9. März 2026

Yukon solo

Karel Dohnal: Yukon solo, Albert Müller
Verlag, Rüschlikon, 1987
3100 Kilometer im Kanu in 66Tagen – quer durch Alaska. Flüsse waren für den Amerikaner und gebürtigen Tschechen Karel Dohnal schon immer ein Teil seines Lebens, wie er sagt. In seinem Tagebuch beschreibt er die abenteuerliche Kanufahrt den Yukon River hinunter, vom Quellgebiet dieses noch ungezähmten Stromes in den Bergen Nordwestkanadas bis zu seinem in der Tundra Alaskas ins Bering-Meer mündenden Delta. In diesem vielschichtigen und packenden Kanu-Epos werden nicht nur der persönliche Einsatz des Autors, sein Kampf gegen die Unbilden der Witterung und seine Erlebnisse in der Wildnis des hohen Nordens, einem der letzten Refugien für Naturliebhaber und Zivilisationsüberdrüssige, lebendig, sondern auch die Geschichte des Yukon Rivers und der Menschen, die sich an ihm niedergelassen haben. So erfährt der Leser überaus Interessantes über die Kultur der Ureinwohner, die sich in Tausenden von Jahren herauskristallisiert hatte und mit der Besiedlung durch den weißen Mann und dessen Ausbeutung der Naturschätze zerstört wird, und wird Zeuge der Verzweiflung, aber auch der Freundlichkeit und Grosszügigkeit der zahlreichen Indianer Eskimos, denen der Autor begegnet.

Yukon solo erzählt ein spannendes, unvergessliches Abenteuer in einem Teil der Welt, von dem der Mensch träumt, wenn er sich fort von der Hektik des Alltags wünscht. Der Grund für die Suche nach Einsamkeit, Naturerleben, Abenteuer, Risiko lässt sich am treffendsten in der knappen Tagebucheintragung – Kampf mit schweren Stürmen – fassen: «Noch nie mit solcher Intensität gelebt.» (Klappentext)

2. Juni 2025

Rütlischwur

Michael Theurillat: Rütlischwur, List,
Berlin, 2012
Kommissar Eschenbach hat sich eine Auszeit genommen und verbringt ein paar Wochen in Kanada. Als er ins Polizeipräsidium zurückkehren will, hat sich dort einiges verändert. Zu viel nach seinem Geschmack. Da kommt das Angebot von Jakob Banz gerade recht, als Jurist in der Privatbank Duprey einzusteigen.

Eschenbach soll intern – und möglichst geräuschlos – ermitteln, warum sein Vorgänger Peter Dubach spurlos verschwunden ist. Banz verdächtigt Dubach, sensible Kundendaten veruntreut zu haben. In einem Klima des Misstrauens gegenüber der Bankenwelt will er unter allen Umständen verhindern, dass der Fall Wellen schlägt. Kaum nimmt Eschenbach die Untersuchung auf, wird Jakob Banz nachts in seinem Büro ermordet. Wer hat ein Interesse an dem Tod des bekannten Bankiers oder daran, der Bank zu schaden? Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Banz' Assistentin Judith, doch Kommissar Eschenbach verfolgt eine ganz andere Spur. (Inhaltsangabe zum Buch)

BE Stadt Bern, LU, UR Vierwaldstättersee, DS Schiller, Rütli SZ Einsiedeln ZH Stadt Zürich (Hauptschauplatz), Thalwil, Rüschlikon CAN Vancouver IRL Dublin, Maryborough Hill b. Cork

12. April 2021

Mit dem Kanu quer durch Alaska

Elisabeth Weigand: Mit dem Kanu quer
durch Alaska, Trèves, Trier, 1995
«Der Yukon-River. 3200 km wollte ich mit dem Kanu auf dem Fluss zurücklegen – ihn von seinem Ursprung bis zur Mündung abpaddeln. Ich würde im Frühjahr im Nordwesten Kanadas starten und bis Herbst Alaska durchquert haben.» Elisabeth Weigand genoss das Abenteuer in der faszinierenden Wildnis. Sie freundete sich an mit Eskimos und Indianern, die sie auf ihrem Weg kennenlernte und erlebte eine unvorstellbar weite Natur. Exkurse über die Geschichte des Landes und seiner Menschen tragen zum tieferen Verständnis bei. (Klappentext)

14. Juli 2020

Einsames Ziel Yukon

Andreas Hutter, Franz Six: Einsames Ziel –
Yukon, Neumann-Neudamm, Melsungen-
Schwarzenberg, 1996
Der Yukon, das Land der Trapper, der Goldgräber und Abenteurer - aber auch das Land der Kälte, der Schlittenhunde und der unberührten Natur. Acht Monate kämpften sich Franz Six, Anton Stadler und Andreas Hutter durch die subarktische Wildnis. Nicht alles kam, wie es geplant war. Mit viel Improvisationstalent schafften es die drei aber stets, sich aus den brenzligen Situationen zu befreien.

Im Februar 1990 waren sie im Süden des Yukon-Territoriums gestartet, nachdem sie drei Monate abseits von jeglicher Zivilisation mit ihren Hunden trainiert hatten. Auf ihrer Tour, die sie quer durch die Mackenzie-Mountains führte, bekamen sie für drei Monate keine andere Menschenseele zu Gesicht. Sie kämpften sich durch bis zu zwei Meter tiefen Pulverschnee, der ihre Tagesetappen bis auf fünf Kilometer schrumpfen liess.

Nach einigen Wochen erreichten sie die windgepeitschten Hochebenen, die Mac Millan Planes. Über diese Plateaus gelangten sie zu den schwer begehbaren Bergtälern der Mackenzie Mountains, die durch steile Pässe miteinander verbunden sind. Im April standen sie am Snake, dem Fluss, der sie zu ihrem Ziel, einem Indianerdorf im äussersten Norden Kanadas, führen sollte. Leider hatte sie inzwischen der Frühling eingeholt. Das Eis auf den Flüssen schmolz.

Kurze Zeit konnten sich die drei Männer mit ihren 16 Huskies noch über wacklige Eisbrücken, schneefreie Flussläufe und immer wieder durchs eiskalte Wasser ein Stück weiter ihrem Ziel nähern; bis Anfang Mai die Natur endgültig den Riegel vorschob. Nur mit Hilfe eines selbstgebauten Flosses war es den Abenteurern möglich, wieder in die Zivilisation zu gelangen.

Der Autor schildert erfreulicherweise nicht nur die spannenden Momente dieser Expedition, sondern auch die ersten Erfahrungen mit Huskies und erzählt mit viel Liebe die Charaktereigenschaften dieser Tiere. Spannende Trappergeschichten gehören in dieses Buch genauso wie Stories von Wölfen und Bären. Dem Leser wird klar, wie unwichtig die zurückgelegte Distanz im Vergleich zu der hautnahen Konfrontation mit der Natur und deren Bewohnern und der zwischenmenschlichen Beziehung in der Dreiergruppe ist.

Das mit begeisternden Fotos illustrierte und mit viel Humor geschriebene Buch zeigt, dass eine Expedition nicht nur hart und gefährlich sein muss, sondern dass ein Unternehmen dieser Art auch schön sein kann. Mit viel Selbstironie erzählt Andreas Hutter von den Fehlern und Mängeln des Trips. Der Leser wird sich ein Schmunzeln und schadenfrohes Lachen an manchen Stellen wohl kaum verkneifen können.
(Klappentext)

10. März 2020

Wanderer, kommst du in den Yukon, nach AIaska, …

Elmar Engel, Roland KIemle: Abenteuer-
Almanach Yukon-Alaska, Umschau Verlag,
Frankfurt/Main, 1980
– Bedenke, dass die Wildnis, die du suchst, nicht gleich am Airport von Whitehorse oder Anchorage beginnt; bedenke ferner, dass diese Städte zu den teuersten Nordamerikas gehören (allerdings ist Fairbanks seit dem Bau der Pipeline noch teurer!).

– Vergiss nicht, dass die Alt-Eingesessenen in einem riesig-grossen Land wohnen, dass die gewaltigen Ausmasse auch eine gewisse Grosszügigkeit in der Denkweise erfordern, um ihr gerecht zu werden. Mit deutschem Perfektionismus, das sei gesagt, kommst du in jenen Regionen nicht allzu weit.

In diesem Zusammenhang sei eine Anekdote zum besten gegeben: Ein Cheechako, der sich die Haare schneiden liess und die Zehn-Dollar-Rechnung präsentiert bekam, wehrte sich wie folgt: «Hör mal Buddy, du glaubst wohl, mit mir könntest du das machen; hältst mich wohl für'n bloody Greenhorn – zehn Bucks für einen lausigen Haarschnitt …!» Überlegte der Figaro eine Weile und antwortete: «Erst war ich mir nicht sicher, aber jetzt weiss ich's, dass du ein Cheechako bist!»

Das bedeutet nun nicht, dass man mit Dollarscheinen nur so um sich werfen sollte, wie der Reiche Onkel aus Amerika nach dem Krieg in Old Germany!

Wanderer, kommst du in den Yukon, nach Alaska …

– Bedenke, dass die Eingeborenen in jenen Landstrichen – die rund 40.000 Eskimos, 30.000 Indianer und 7.000 Aleuten – kein Freiwild für deine Kamera, deine aufdringliche Neugierde sind. Manche reagieren ausgesprochen sauer, wenn du mit gezückter Kamera auf sie zugehst. Oder möchtest du selber dein Leben als wanderndes Panoptikum fristen? Also: Takt, Geduld, und nochmals Takt, ein Lächeln, wenn die Worte fehlen – oder ein kleines Geschenk;

– dass, wenn ein Eskimo dich zu seiner «Barabara» einlädt (was selten vorkommt), damit nicht seine Frau, Grossmutter, Tochter gemeint ist, sondern sein Haus;

– dass ein «Kuspuk» ein Frauenparka ist, während «Muktuk» zu den Delikatessen dieser Menschen gehört, die auch für weisse, vorurteilslose Gaumen eine akzeptable, sogar erfreuliche Spezialität sein kann. Es handelt sich da um kross-geröstete Walschwarte, während Eiscreme à la Eskimo nicht unbedingt unseren Geschmacksnerven vertraut ist: Diese Gaumenfreude für Inuit wird aus Beerenmus, gut abgestandenem, sprich: ranzigem Seehundsöl und frischgefallenem Schnee geschlagen;

– vergiss nicht, den Jugendherbergsausweis mitzunehmen; in Ketchikan, Juneau, Norne, ebenso in Whitehorse, Dawson City und Haines Junction gibt es preisgünstige Unterkünfte dieser Art;

– dass du im Hohen Norden bist, wo «Grünzeug» teuer ist (ein Apfel bis zu 50 Cent!), dafür der Sprit aber immer noch vergleichsweise billig (in Alaska: eine Gallone ca. $3 im Sommer 1982);

Bedenke …

– dass der Yukon einmal berühmt für die freizügigsten Alkoholgesetze im ganzen puritanischen Kanada war, dies aber seit 1979 geändert ist! Auch hier ist jetzt «Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit» untersagt!

– dass der Yukon aber trotz dieser Änderung weiterhin das einzige legale Spielcasino des Landes in seinen Grenzen beherbergt: «Diamond Tooth Gertie's» in Dawson;

– dass aber «Dawson nicht Disneyland ist» – sondern noch lebendige, liebevoll am Leben erhaltene Geschichte, genau wie Skagway – wie zumindest alle Alaskaner und Yukoner versichern;

Wanderer, kommst du nach Alaska, in den Yukon …

– dann erinnere dich zu guter Letzt daran, dass du nicht der Geschichte oder gar der Städte wegen gekommen bist, sondern um echte, ursprüngliche Wildnis zu erleben.

Und davon gibt's – noch – genug. Gegenüber den Elchen sind die Einwohner immer noch in der Minderzahl …
(Einleitung zum Buch)

Es war dies eines der wenigen damals erhältlichen Bücher, auf die ich mich 1988 auf mein Yukon-Alaska-Abenteuer vorbereiten konnte.

9. März 2020

Ein Sommer mit Wölfen

Farley Mowat: Ein Sommer mit Wölfen,
Rowohlt, Reinbek, 1963
Eines der amüsantesten Naturbücher, das jemals geschrieben wurde Im arktischen Kanada, war man sich sicher den Schuldigen gefunden zu haben: Nur die Wölfe konnten für das Abnehmen der Rentierherden in der Tundra verantwortlich sein. Der Biologe Farley Mowat wird in die Weiten des kanadischen Nordens geschickt, um Beweise für das verheerende Treiben des «gefährlichsten Feindes des Menschen» zu sammeln. Dort angekommen stellt er fest, dass sein Forschungsobjekt weit davon entfernt ist, ein Mörder zu sein. Ganz im Gegenteil: Die Wölfe werden seine besten Freunde. (Klappentext)

8. Juli 2019

Der Eskimo

Peter Freuchen: Der Eskimo, Freitag-Verlag,
Berlin, 1982
An der Hudson-Bay war Mala, der Eskimo, auf die weissen Männer mit ihren grossen Schiffen und den Annehmlichkeiten und Verlockungen einer fremden Kultur gestossen. Gewehre, Tabak und Alkohol verändern die Lebensart der Eskimos anfangs kaum merklich. Die Pelzhändler und Walfänger nutzen nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die Gebräuche und die Gastfreundschaft der Eingeborenen aus. In unverschämter Weise bemächtigen sie sich der Eskimo-Frauen.

Nach und nach zerstören die weissen Eindringlinge die traditionelle Kultur der Eskimos und damit ihre Fähigkeiten, im akrtischen Klima zu überleben. Für die Eskimos wird es zu einer tödlichen Begegnung mit der Zivilisation.

Peter Freuchen hat mit diesem Buch ein glänzendes Beispiel des «ethnographischen Abenteuerromans» geschaffen. Auf spannende Weise werden hier mehr Kenntnisse über die Eskimos vermittelt als es so manches Lehrbuch vermag. (Klappentext)

CAN: Hudson-Bay

28. Oktober 2017

Wilde Wölfe

Ian McAllister: Wilde Wölfe, Frederking + Thaler, München,
2009
Einst durchstreiften Wölfe weite Teile Europas und Nordamerikas. Heute findet man sie nur noch in entlegenen Landstrichen. Ian McAllister folgt den Spuren der letzten wilden Wölfe des Great Bear Rainforest an der schwer zugänglichen Westküste Kanadas. Über einen Zeitraum von 17 Jahren näherte er sich immer wieder den scheuen Tieren, die sich an das Leben im Innern des Regenwaldes angepasst haben. Beim herbstlichen Lachsfischen, auf ihrer Seehundjagd im Winter und bei der Aufzucht ihrer Jungen im Frühling. Intime Einblicke in das Verhalten eines der faszinierendsten Raubtiere unserer Erde, dessen Lebensraum akut bedroht ist. (Inhaltsangabe zum Buch)

Ein begeisterndes Buch mit einzigartigen, grossformatigen Fotos. Schade ist es vergriffen, schön gibt es wenigstens noch eine Taschenbuchausgabe.

16. Oktober 2015

In die Wildnis

Jon Krakauer: In die Wildnis, Piper,
München, 1997
Eine kleine Pistole und ein Fünf-Kilo-Sack Reis – das war die einzige Ausstattung des jungen Chris McCandless, mit der er sich in die Wildnis Alaskas begab. Seine gesamten Ersparnisse von fünfundzwanzigtausend Dollar hatte er gespendet und das restliche Bargeld verbrannt – er wollte ein neues, ganz anderes Leben beginnen. Vier Monate später wurde seine Leiche in der Wildnis von Alaska von einem Elchjäger gefunden. Jon Krakauer, für seine spektakulären Reportagen bereits mehrfach preisgekrönt, hat die abenteuerliche Wanderung des Chris McCandless anhand von Tagebucheintragungen, Postkarten und Interviews rekonstruiert. War Chris ein hoffnungsloser Romantiker oder einfach nur ein Spinner? Oder wurde er von einer Sehnsucht getrieben, die nur zu typisch ist für unser zu Ende gehendes Jahrhundert? (Begleittext zum Buch)

2007 erschien die Verfilmung des Buches unter der Regie von Sean Penn in den Kinos.