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31. Dezember 2025

Retro 2025 – 12

Mit diesem besinnlich-meditativen Bild – frei nach Mose 1 Vers 28: «Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.» –, entstanden am 19. Dezember in Schwende auf einer Wanderung von Stoss (AR) nach Wasserauen (AI), verabschiede ich mich für dieses Jahr und wünsche alles Gute für 2026.

16. Dezember 2025

Retro 2025 – 5


Für den 17. Mai 2025 lud das Kammerorchester St. Gallen zu einem «Wanderkonzert mit Viviane Chassot». Welch geniale Idee, dachte ich und erstand mir unverzüglich ein Ticket. Vor Konzertbeginn ging ich indes noch vom appenzell-innerrhodischen Sammelplatz nach Speicher, von wo ich mit der Appenzellerbahn zur Notkersegg und somit zum Ausgangspunkt des Wanderkonzertes fuhr.

Den musikalischen Auftakt bildete in der Klosterkirche Notkersegg ein Werk für fünf Celli von Joseph Bodin de Bosmortier und John Dowland. Hernach dislozierten die Konzertbesucherinnen und -besucher per pedes zum Manneweiher, wo der Saxofonist Peter Lenzin bei superber Akustik ein «Concert Suprise» intonierte. Das nächste Konzert bildete den glanzvollen Höhepunkt der Quadrologie: Nach längerem Fussgang hinab in die St. Galler Altstadt wartete in der Kirche St. Mangen das Kammerorchester St. Gallen mitsamt der renommierten Akkordeonistin, Viviane Chassot, mit Werken von Haydn, Mendelssohn Bartholdi und Piazolla auf. Den krönenden Abschluss bildeten unweit der Kirche, im Kreuzgang St. Katharinen, fünf dreistimmige Inventionen für ein Streichtrio von J.S. Bach.

Was für ein Tag im Herzen der Ostschweiz! Drei Kantone, eine umwerfende Landschaft, eine wunderbare Kantonshauptstadt, zwei Wanderrouten, die kaum Wünsche offenliessen sowie eine unglaubliche Anzahl an Musikerinnen und Musiker – Amateure wie Profis –, die für ein unvergessliches kulturelles Erlebnis sorgten. Für mich als Berner, Fussgänger und Fotograf eines der Highlights im zu Ende gehenden Jahr.

30. Oktober 2025

Das Postauto mutiert zum selbstfahrenden PW

Am 22.10.2025 veröffentlichte PostAuto eine Medienmitteilung, die aufhorchen lässt. Ich veröffentliche diese bewusst, ohne zu kommentieren, jedoch mit der Idee, zum gegebenen Zeitpunkt darauf zurückzukommen. Quelle: postauto.ch

«AmiGo»: PostAuto bringt automatisierte Fahrzeuge in die Ostschweiz

PostAuto lanciert ein zukunftsweisendes Angebot für den öV: In der Ostschweiz sollen ab 2027 automatisierte Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Testfahrten starten im Dezember 2025. Das Angebot wird von den Bundesämtern für Verkehr (BAV) und Strasse (ASTRA), den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau, dem Touring-Club Schweiz (TCS) sowie weiteren Partnern unterstützt. Technologiepartnerin ist Apollo Go, die heute weltweit bereits mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge betreibt.


Das Wichtigste in Kürze

«AmiGo» ist ein neues Angebot von PostAuto, das die Mobilität in der Ostschweiz für Kundinnen und Kunden noch attraktiver macht – «On-Demand» buchbar und mit elektrischen, automatisierten Fahrzeugen, die jeweils Platz für bis zu vier Fahrgäste bieten.

Testbetrieb mit Kartografierungsfahrten startet im Dezember 2025 mit ersten Fahrzeugen und Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern; für den Endausbau des Angebots sind bis zu 25 Fahrzeuge geplant.

Reguläres Angebot spätestens ab erstem Quartal 2027: Nach intensiven Testphasen soll «AmiGo» als dauerhaftes Angebot ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern eingeführt werden.

Breit abgestützte Partnerschaften ermöglichen die Umsetzung und Weiterentwicklung des Angebots.

Mit «AmiGo» wird PostAuto zur Vorreiterin für eine neue Ära im öffentlichen Verkehr: Das Angebot ergänzt künftig das heutige Angebot dort, wo Gebiete mit dem klassischen Linienverkehr nicht optimal erschlossen sind – zum Beispiel in ländlichen und weniger gut erschlossenen Regionen oder zu Randzeiten.

Ziel ist es, ein reguläres Mobilitätsangebot mit automatisierten Fahrzeugen im Einsatzgebiet aufzubauen und sukzessive weiterzuentwickeln. Bereits im Dezember werden die ersten Fahrzeuge Testfahrten durchführen – zum Start noch ohne Kundinnen und Kunden und mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord.

Flexibel, automatisiert und elektrisch

Die selbstfahrenden Fahrzeuge werden auf Abruf verfügbar sein: Die Kundinnen und Kunden buchen die Fahrt per App. Fahren zur gleichen Zeit andere Nutzerinnen eine ähnliche Strecke, wird das System die Fahrten zudem zusammenlegen können (Ride-Pooling). Diese Fahrgemeinschaften verbessern die Auslastung der Fahrzeuge. So entsteht ein flexibles, bedarfsgerechtes Angebot, das die Mobilität noch effizienter, nachhaltiger und kundenfreundlicher macht. Jedes Fahrzeug bietet Platz für bis zu vier Fahrgäste und genügend Stauraum für Gepäck. Die gesamte Flotte ist elektrisch betrieben.

PostAuto bringt automatisiertes Fahren auf die Strassen der Ostschweiz

Mit «AmiGo» lanciert PostAuto erstmals ein automatisiertes Angebot, das künftig als reguläres Mobilitätsangebot und als Teil des öffentlichen Verkehrs betrieben werden soll.

«Wir bringen die Mobilität der Zukunft in die Ostschweiz – flexibel, digital und ganz nach den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden. Sie profitieren von einem Angebot, das sich ihrem Alltag anpasst und neue Mobilität erlebbar macht. Mein besonderer Dank gilt unseren starken Partnern: Ohne ihre engagierte Unterstützung wäre dieses innovative On-Demand-Angebot nicht möglich. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des öffentlichen Verkehrs.

Stefan Regli, Leiter Mobilitäts-Services und Mitglied der Konzernleitung der Schweizerischen Post

Mit starken Partnern den öV der Zukunft gestalten

Mit an Bord als Projektpartner sind die Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau, das Bundesamt für Verkehr (BAV), das Bundesamt für Strassen (ASTRA) sowie der Touring Club Schweiz (TCS).

«Das automatisierte Fahren ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität im Aufbau. Jetzt gilt es, Erfahrungen mit führerlosen Fahrzeugen zu sammeln. Pilotprojekte wie AmiGo zeigen, wie die Schweiz automatisierte Fahrzeuge verantwortungsvoll einsetzt – für eine sichere, effiziente und zugängliche Mobilität für alle.

Jürg Röthlisberger, Direktor des ASTRA

Die Ostschweizer Kantone nutzen die Gelegenheit, die Versorgung ihrer Bevölkerung mit Mobilität entscheidend zu verbessern.

«Mit AmiGo setzen die Ostschweizer Kantone ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte Mobilität und eine innovative Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs.

Regierungspräsident Beat Tinner, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements des Kantons St. Gallen stellvertretend für die Ostschweizer Kantone

Auch Jürg Wittwer, Generaldirektor des TCS ist überzeugt, dass flexible, automatisierte Mobilitätsangebote künftig eine wichtige Rolle spielen werden:

«In den nächsten Jahren werden wir grosse Umwälzungen im Bereich der Mobilität erleben, insbesondere im öffentlichen Verkehr. Die Routenvielfalt und Mobilitätsformen werden sich erheblich verändern, und der TCS wird diese Entwicklungen begleiten.

Jürg Wittwer, Generaldirektor des TCS

Mit dem chinesischen Technologiepartner Apollo Go ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich des automatisierten Fahrens mit an Bord.

«Wir freuen uns, dass sich PostAuto für Apollo Go als Technologiepartner entschieden hat. Weltweit betreiben wir bereits heute erfolgreich mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge mit 14 Mio. kumulierten Fahrten. Diese Erfahrung bringen wir in unser erstes Projekt in Europa ein und wir hoffen, dass wir unsere Partnerschaft mit PostAuto künftig weiter stärken und ausbauen können.

Liang Zhang, Geschäftsführer EMEA, Baidu Apollo

Start im Dezember 2025

Ab Dezember 2025 werden die ersten Fahrzeuge für Kartografierungsfahrten in der Region unterwegs sein – noch ohne Kundschaft und mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord. Die Datenverarbeitung wird in Einklang mit dem Schweizer Datenschutzgesetz und der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung der EU) erfolgen.

Ab dem ersten Halbjahr 2026 sind erste Testfahrten mit einer ausgewählten Nutzergruppe geplant – weiterhin mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord. Sofern alle Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllt sind, werden im Verlauf des Jahres 2026 erste Fahrten ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern durchgeführt.

Der reguläre Betrieb wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 aufgenommen. Mit künftig 25 Fahrzeugen ist «AmiGo» zum jetzigen Zeitpunkt das grösste geplante Angebot mit automatisierten Fahrzeugen im europäischen Raum.

Vor der Lancierung des Testbetriebs werden in der Region Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung stattfinden. Hierzu wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

21. Januar 2024

26 Kantone 26 Wanderungen – 5

Die fünfte Wanderung im Rahmen meines Jahresprojektes führte mich durch die frisch verschneite Hügellandschaft von Appenzell Ausserrhoden. Die Reise ging mit vielen Aufs und Abs von Herisau nach Urnäsch. Ein Wintermärchen zum Verlieben. Über das Projekt: Für 2024 habe ich mir vorgenommen, jeden Kanton mindestens ein Mal fussgängerisch zu beehren. Die Liste wird nach jeder Begehung eines Kantons erneut publiziert. 


 Route km  Datum 
AG      
AI       
AR   Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch 14,3 19.01.2024
BE   Riedtwil – Rütschelen – Langenthal 17,0 03.01.2024 
BL       
BS       
FR       
GE       
GL       
GR       
JU       
LU       
NE   Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières  14,0 12.01.2024 
NW       
OW       
SG       
SH      
SO  Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf 10,4   16.01.2024
SZ      
TG      
TI       
UR       
VD       
VS       
ZG   Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri 13,9   01.01.2024
ZH       

4. Juli 2020

Schwelbrand

Ursula von Allmen: Schwelbrand
Appenzeller Verlag, Herisau, 1999
Lucie setzt sich durch. Sie verlässt das Altersheim und kehrt in ihr Häuschen zurück. Es ist das erste Mal, dass Lucie in den 83 Jahren ihres Lebens eine Entscheidung getroffen hat. Bis anhin hatte sie ihre eigenen Bedürfnisse immer den Interessen anderer untergeordnet: Den Verhaltensnormen der bürgerlichen Familie in St.Gallen am Ende des Zweiten Weltkrieges, dem Nutzen des elterlichen mittelständischen Gewerbebetriebes und der Hilflosigkeit ihrer behinderten Schwester. Ohne grossen Widerstand liess sie sich vom Alltag klein machen.

Behutsam und präzise zeichnet Ursula von Allmen die Geschichte von Lucie nach. Es geschieht viel Gewöhnliches, kaum Spektakuläres. Vieles, das geschehen könnte, geschieht nicht. Im Keller ihres Häuschens erinnert sich Lucie beim Stöbern in alten Sachen an die unerfüllten Sehnsüchte. Hier ist’s ihr wohl, zusammen mit all den Zeugen ihrer ungelebten Träume. Und das Ende ihres Lebens ist gleichermassen erschütternd wie naheliegend, es musste so kommen. (Klappentext)


AI/AR: Appenzellerland

17. Juni 2020

Fräulein Stark

Thomas Hürlimann: Fräulein Stark,
Ammann, Zürich, 2001
Der Stiftsbibliothekar, ein hochwürdiger Prälat und Gelehrter, hat während eines langen Sommers seinen Neffen zu Besuch. Um den kostbaren Boden des barocken Büchersaals zu schützen, soll der Nepos an die Besucher Filzpantoffeln austeilen. Der Junge merkt bald, dass sich ihm neue Welten öffnen – die Welt der Bücher und des andern Geschlechts. Fasziniert beginnt er zu lesen und wagt es, scheue Blicke unter die Röcke der Besucherinnen zu werfen, die bei ihm in die Pantoffeln schlüpfen müssen. Das Fräulein Stark, die Haushälterin des Stiftsbibliothekars, misstraut dem Fleiss des Jungen. So entsteht zwischen ihr und dem «Pantoffelministranten» ein leiser Kampf, der sich zum Sommerende hin in eine heimliche Liebe verwandelt. (Klappentext)

AI/AR/SG: Alpstein, Stiftsbibliothek St. Gallen, Uznach, St. Gallen, Kaltbrunn, Linthebene

6. Dezember 2019

Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen

Christoph Simon: Franz oder Warum Antilopen
nebeneinander laufen
, Bilgerverlag, Zürich, 2001
In der Hauptrolle: Franz, der ewig bekiffte Gymnasiast, der die Oberstufe lieber bis zum Umfallen wiederholt, als - Gott bewahre - erwachsen zu werden und sich der fürchterlich komplizierten Welt da draussen zu stellen. Mit im Gepäck sein Dachs MC, der ideale beste Freund. In den Nebenrollen: Franz' Kumpel Rambo Riedel, der unvergleichliche und dezent alkoholabhängige Hausmeister Eryilmaz, die Ex-DDR-Lehrerin Doro Apfel - ach, und dann ist da natürlich noch Venezuela, das Mädchen aus der Nachbarschaft, heissblütig, militant und andauerndes Thema aller Tag- und Nachtträume von Franz.

AR: Urnäsch BE: Thun (namentlich Lerchenfeld, Gymnasium Schadau, Regionalspital, Schorenfriedhof, Lauitor, Bushaltestelle Kaserne, Schwäbis, Waisenhausplatz, Bälliz, Burgstrasse, Obermattweg, Bahnhof, Rathausplatz), Oberhofen, Gürbetal, Weissenbach i.S. Müntschemier, Stadt Bern BE/NE/FR/VD: Neuenburgersee  SG: Rorschach, Buchs 

9. Mai 2018

Rosenrot ist mausetot

Andreas Giger: Rosenrot ist mausetot,
Emons Verlag, Köln, 2013
Die bekannte Gartengestalterin Graziella Rosengarten wird erschossen in einem Appenzeller Landgasthof aufgefunden. Gleichzeitig wird die Zürcher Gartenbaufirma Spross erpresst. Was haben die beiden Fälle miteinander zu tun? Das bewährte Privatschnüfflerpaar Franz und Adelina macht sich auf die Suche nach Antworten, stösst dabei auf finstere Machenschaften der Hochfinanz und gerät selbst in tödliche Gefahr … Märchenhaft heiter und haarscharf realistisch: ein vergnüglicher Appenzellerland-Krimi mit einem Abstecher nach Zürich. (Klappentext)

AR: Wald (Hauptschauplatz), Trogen SG: Stadt St. Gallen ZH: Stadt Zürich

23. April 2018

Die Biologin

Walter Züst: Die Biologin, Appenzeller
Verlag, Herisau, 2011
Nach dem Tod des widerspenstigen Landwirts Ehrbar hofft die Firma Krebs, in Hochlust auf dessen Land ihre Fabrik erweitern zu können. Aber sie hat die Rechnung ohne die unverhofft auftauchende Alleinerbin Anna Andreotti gemacht. Die studierte Biologin erweist sich als noch widerspenstiger als ihr Grossvater. Sie will das Rad der Zeit zurückdrehen und das geerbte Heimetli mit den Methoden ihrer Vorfahren bewirtschaften.

Walter Züst ist als Autor von historischen Romanen mit seinem siebten Roman in der Gegenwart angekommen: Er kritisiert den Wachstumsglauben der Wirtschaft im Allgemeinen und jenen in der Landwirtschaft im Besonderen, er stellt die moderne Mobilität in Frage und geisselt die ressourcenverschleudernde Konsumgesellschaft. Orte und Menschen in Züsts neuem Roman sind fiktiv. Nicht aber das Thema: Die Charaktere, ihr Denken und ihr Handeln stammen aus dem realen Leben des 20. und 21. Jahrhunderts. Man glaubt, Hochlust als appenzellisches Dorf zu erkennen, doch Hochlust ist überall.
(Klappentext)

Moors Fazit: Ein durchaus literatrisches Thema, das der Autor jedoch ohne die omnipräsenten Plattitüden und Stereotypen hätte zu Papier bringen müssen. Die Schreibe scheint mir deshalb das Geld nicht wert.

AR: Fiktiver Kurzenberg (Wolfhalden, Lutzenberg, Walzenhausen) SG: Flughafen Altenrhein, Bodensee

20. Juni 2016

Bern ist erledigt. Ausserrhoden auch.

Vorletzten Sonntag beging ich einen Routenabschnitt auf dem Gemeindegebiet von Schwarzhäusern. Damit war ich mindestens einmal in jeder der 379 Gemeinden des Kantons Bern zu Fuss unterwegs. Vergangenen Samstag drehte ich nun eine Runde ab Rorschach und zwar so, dass ich durch die sonderbar strukturierte Gemeinde Lutzenberg gelangte. Es war dies die noch ausstehende letzte Kommune im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Das Spezielle an Lutzenberg ist die Zweiteilung des Gemeindegebietes. Wer von einem Teil in den andern will, muss zwangsläufig über fremdes Territorium. Als ob es bei den Appenzellern nicht schon genügend geopolitische Anomalien gibt.

Die Gemeinde Lutzenberg (AR) ist nicht nur zweigeteilt, sie grenzt auch an den Kanton St. Gallen, wie hier nördlich des Ortsteils Wienacht-Tobel.

Historischer Grenzstein AR/SG im östlichen Gemeindeteil von Lutzenberg, nördlich vom Weiler Haufen.


Und nun noch ein wenig Statistik: Mein Gemeindebegehungsprojekt sieht vor, sämtliche der 2395 Gemeinden der Schweiz mindestens einmal zu Fuss durchschritten zu haben. Bis heute habe ich 1911 Gemeinden besucht. Nebst den genannten Bern und Appenzell Ausserrhoden sind in folgenden Kantonen alle Gemeinden bereits begangen worden: Appenzell Innerrhoden, Basel-Stadt, Glarus, Nidwalden, Obwalden und Zug. Mit 379 Gemeinden weist Bern die grösste Anzahl an Gemeinden auf, gefolgt von Waadt (318), Aargau (215) und Zürich (171). Basel-Stadt und Glarus weisen mit lediglich 3 Gemeinden die kleinste Dichte auf, wobei mit Glarus Süd die mit Abstand grösste Gemeinde besteht (430.09 km²), gefolgt von Davos (284 km²) und Bagnes (282.23 km²). Als flächenmässig kleinste Gemeinden gelten Kaiserstuhl (AG), Gottlieben (TG) und Rivaz (VD) mit je 0.32 km². Am meisten Einwohner zählt die Gemeinde Zürich mit 380'777 Personen, gefolgt von Genf (189'033) und Basel (165'566). Am wenigsten Menschen wohnen in Corippo (TI) mit 12 Einwohnern, Martisberg (VS) mit 19 und Pigniu (GR) mit 25. Alle Zahlen beziehen sich auf den für das Projekt relevanten Stand vom 01.01.2013.

15. Mai 2016

Mord in Wald AR

Jon Durschei: Mord in Wald AR, orte
Verlag, Schwellbrunn, 2010
Die sieben bisherigen Kriminalromane des zurückgezogen in Graubünden lebenden Schweizer Autors Jon Durschei sind Kult: Unzähligen Leserinnen und Lesern ist der darin ermittelnde Pater Ambrosius mit seinem menschlichen Mitgefühl und seinen Selbstzweifeln ans Herz gewachsen, ebenso die eigenwilligen, oft etwas randständigen Figuren, mit denen er es zu tun bekommt. Und nicht zuletzt sind die Durschei-Krimis berühmt für die Genauigkeit, mit der sie die Atmosphäre und die Lokalitäten reizvoller, oft wenig bekannter Schweizer Gegenden beschwören. Nach mehreren Jahren liegt nun endlich ein neuer Roman der beliebten Serie vor: Darin verschlägt es Pater Ambrosius wieder dahin, wo er schon in seinen Anfängen als Detektiv einmal war, ins Appenzellerland, genauer nach Wald AR. Dort wird er in eine Geschichte verwickelt, in der eigenwillige Wirte und kuriose Frauen ebenso eine Rolle spielen wie zugewanderte deutsche Politikberater und liebeshungrige Ehegattinnen – und vieles andere mehr. (Klappentext)

AI: Rütegg, St. Anton AR: Wald (Girtannen, Rechberg, Hofguet, Erbsacher), Trogen, Heiden SG: Altstätten

5. Mai 2016

M&M

Ob sich die beiden Frauen kennen? Da ist Marianne aus Urdorf, dort ist Monika aus dem benachbarten Schlieren. Beide senden sie mir regelmässig Fotos von Sitzbänken zu, die dann ab und zu in diesem Blog auftauchen. Ich finde das süss: M&M, die Bänklisammlerinnen aus der Zürcher Agglo.

Von Monika stammen diese zwei im Toggenburg entdeckten Sinnsprüche.


Marianne stiess vor der Bäckerei Gehr in Herisau auf dieses originelle Exemplar.

18. Dezember 2014

War’s Mord auf der Meldegg?

Jon Durschei, War’s Mord auf der Meldegg?
orte Verlag, Zürich,1992
Wieder verschlägts den Disentiser Pater Ambrosius ins Appenzellische, diesmal ins Vorderland. Hoch über dem Bodensee und dem weitgehend verbauten St.Galler Rheintal geschieht Schlimmes; und die schöne Landschaft kann Eifersucht, Existenzangst und Verzweiflung nicht ausgleichen. Der Pater gerät in diesen Strudel; und, ob er will oder nicht, er muss ihn entwirren. (Klappentext)

AR: Meldegg, Leuchen, Walzenhausen AI: Kloster Grimmenstein, Oberegg SG: Rheineck, Büriswilen BE: Stadt Bern ZH: Stadt Zürich GR: Disentis

Am 25. November 2014 erreichte mich eine E-Mail vom orte Verlag. Das Verlegerpaar Werner Bucher und Irene Bosshart informieren darin, wie die Zukunft des Verlags aussieht:

Auf den 1. Januar 2015 übernimmt der Appenzeller Verlag den orte Verlag. Mit dem Verkauf trifft der orte Verlag eine nachhaltige Nachfolgeregelung, die Marke orte – vor allem bekannt für Lyrik, Krimis und die Literaturzeitschrift – bleibt bestehen und wird unter dem Dach des Appenzeller Verlags weiterentwickelt.

Die Literaturzeitschrift orte und der orte Verlag wurden 1974 von Werner Bucher in Zürich gegründet. 1989 zog Werner Bucher zusammen mit seiner Frau Irene Bosshart Bucher nach Zelg-Wolfhalden AR, wo sie im «Kreuz» Verlag und Wirtschaft betrieben. 2006 erfüllten sie sich den Traum einer eigenen Liegenschaft in der «Rütegg» und verlegten Verlag und Wirtschaft nach Oberegg AI. Der orte Verlag brachte in den 40 Jahren seines Bestehens über 150 Bücher heraus und publizierte 180 Nummern der orte Literaturzeitschrift. Der 76jährige Werner Bucher hatte mit dem langjährigen orte-Mitarbeiter Virgilio Masciadri den idealen Nachfolger gefunden. Der Übergang der Verlagsgeschäfte an Virgilio Masciadri konnte allerdings nicht abgeschlossen werden, da Virgilio Masciadri  im Mai 2014 50jährig einem Krebsleiden erlag.


Wir vom orte-Verlag freuen uns, nach dem schwerwiegenden Verlust von Virgilio Masciadri für den Verlag doch eine gute Zukunft gesichert und in Marcel Steiner einen sehr kompetenten Nachfolger gefunden zu haben.


Auch ich bin froh, dass für den sympathischen Verlag eine Nachfolgelösung gefunden werden konnte. Mit Spannung erwarte ich, wie sich das Verlagsprogramm entwickeln wird. 

28. Oktober 2014

Mord über Waldstatt

Jon Durschei, Mord über Waldstatt,
Orte Verlag, Zürich, 1988
Ein Ereignis ist auch der zweite Kriminalroman, der um die Person des Disentiser Paters Ambrosius kreist. Diesmal hat der Bündner Jon Durschei den Roman allein geschrieben. In «Mord über Waldstatt» wird der schwermütige, trinkfeste Pater Ambrosius während seiner Ferien im appenzellischen Waldstatt in einen Mordfall verwickelt. Ob er ihn löst, sei nicht verraten. Verraten sei hingegen: Wieder begegnet er einer Welt, die in Intrigen, in Sehnsüchten, in Liebeständel zu ersticken droht. Daraus entsteht zwangsläufig eine Krise — aber auch ihre Lösung. (Klappentext)

AR: Waldstatt, Geisshalden, Horschwendi, Säntisblick, Hundwiler Höhe, Schwellbrunn GR: Disentis, Mompé

25. Mai 2014

Tod eines Wunderheilers

Peter Eggenberger: Tod eines
Wunderheilers,
Verlag Appenzeller
Volksfreund, Appenzell, 2006
Mit Wunderheilungen an berühmten Ostschweizer Kraftorten wie am magischen Hexenstein (Kindlistein im Grenzgebiet von Heiden, Reute und Oberegg), beim der heiligen Ottilia geweihten Kloster Grimmenstein (Walzenhausen), im verträumten Guggerloch (zwischen Appenzell und Gais), beim Graefe-Stein (Heiden) und im alten Heilbad Schönbühl (Wolfhalden) sorgt Jack Elsener für Aufsehen und Schlagzeilen.

Seine Patienten sind in der Klinik «Helios» in Wolfhausen (Wolfhalden/Walzenhausen) unter-gebracht. Die Klinik verhilft dem Dorf, aber auch der einzigartigen Appenzeller Heillandschaft zu neuem Glanz. Politiker und Touristiker, Gewerbler, Ladenbesitzer und Wirte reiben sich die Hände, profitieren sie doch alle vom umtriebigen Elsener. Die Begeisterung ist gross, als seine neuen Pläne bekannt werden: er will die alte Heilquelle im Schönbühl aktivieren und das wertvolle Wasser in die Klinik leiten. Plötzlich aber ist der Wunderheiler verschwunden. Als Schlossermeister Ernst Roth mit Arbeiten im Schönbühl beschäftigt ist, macht er einen grausigen Fund: In einem Wasserschacht liegen zwei Tote. Einer ist Elsener, der Wunderhei-ler, der Wohltäter von Wolfhausen. Jetzt steht das Dorf vor einem Scherbenhaufen, und die Gerüchteküche brodelt. Wer hat Elsener ermordet? Und warum?
(Klappentext)

AR: Walzenhausen, Heiden, Gais, Waldstatt AI: Kloster Grimmenstein AG: Würenlos, Brittnau SG: Meistersrüte Fünfländerblick, ZH: Stadt Zürich,  F: Provence

31. Januar 2014

Füsilier Storzenegger

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Tierwelt beinhaltet meine allmonatliche Wanderkolumne und spielt im verwinkelten Appenzellerland. Den ganzen Artikel mitsamt der hübschen Bildstrecke in Schwarzweiss gibt es hier. Au ja, was dies mit dem Füsilier Storzenegger auf sich hat, liefert die Wanderstory gleich mit.

Schönes, fotogenes Appenzellerland.