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| Jack London: Ruf der Wildnis / Wolfsblut Fischer, Frankfurt/Main, 1993 |
16. Juni 2026
Ruf der Wildnis / Wolfsblut
13. Juni 2026
23. Mai 2026
Magisches Bergland
Das hier erwähnte Buch hat zwar keinen Klappentext, jedoch einen höchst interessanten Schluss in der von Max Niederer verfassten einleitenden Betrachtung. «Höchst interessant» aus meiner Sicht, weil der Text vor über 60 Jahren verfasst worden ist und sich seither in den Alpen leider kaum etwas zum Guten gewendet hat – im Gegenteil:
Der Mensch hat im Lauf seiner Geschichte die Furcht vor der Alpenwelt überwunden – aber auch die Ehrfurcht vor ihr verloren. Sie ist in zunehmendem Mass in den Einflussbereich einer Gesellschaft geraten, deren einseitig technisch-motorische Erlebnisfähigkeit und Empfindungsarmut zahlreiche Regionen in Rummelplätze zu verwandeln droht. Der Höhenflucht des Bergbewohners steht immer mehr eine eigentliche «Tiefenflucht» des Städters gegenüber, der aus seiner selbstgeschaffenen technisierten Welt ausbrechen will, dabei aber häufig Unrast und lärmige Betriebsamkeit wie einen Bazillus in sich trägt und sich dadurch den Zugang zu den stillen Wundern seiner ersehnten Erholungslandschaft selbst verbaut.Noch ist es nicht zu spät, diese Fehlentwicklung mit ihren Gefahren aufzuhalten. Es ist das Anliegen dieses Buches, zur Besinnung aufzurufen und Ehrfurcht zu wecken gegenüber der grossartigen Urtümlichkeit eines Lebensraumes, in dem jedes Wesen, selbst das unscheinbarste, jede Pflanze, jedes Gewässer, ja jeder Flecken Erde sinnvoller Teil eines Ganzen ist und den Menschen glücklich zu machen vermag.
Und vergessen wir den Bergbewohner nicht! Denn das Bergland von morgen kann weder ein Reservat noch ein Freilichtmuseum sein, sondern nur ein lebendiges Bergland, in dem auch der angestammte Mensch als unentbehrliches Glied einer geschlossenen Lebensgemeinschaft und nicht als eine Art folkloristisches Fossil zu betrachten ist. Diese Verpflichtung einzugehen wäre eine Tat, die unsere Generation sowohl den Vorfahren als auch den Nachkommen schuldig ist.
14. Mai 2026
13. Februar 2026
Mein neustes Œuvre: «Im Wald»
10. Februar 2026
Auf dünnem Eis
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| Jürgen Graeser, Auf dünnem Eis, Herder, Freiburg i.Brsg., 2008 |
14. Januar 2026
Geschafft!
Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».
27. Dezember 2025
Retro 2025 – 10
Sind sie nicht putzig, diese Burenziegen? Angetroffen habe ich sie im Oktober mitten im tiefsten Entlebuch unweit der Gehöfte Hinter Ziegerhütten (nomen est omen) und Ober Rotmoos.
Die Begegnung mit Tieren aller Art ist für mich immer wieder einer der Höhepunkte beim Wandern. Und zwar egal, ob es sich um Haus- und Nutztiere oder Wildtiere handelt. Der Klassiker ist selbstverständlich der Hund, zu dem ich in all den Jahren eine besonders innige Zuneigung entwickelt habe. Treffe ich auf Menschen, die ihre Fellnase spazieren führen, dann entwickelt sich nicht selten ein kürzeres oder längeres Gespräch, das sich oft nicht nur um den Hund dreht. Bei Nutztieren sind es in der Tat die Ziegen, die es mir angetan haben. Gibt es etwas Keckeres, Intelligenteres und Trittsicheres unter den landwirtschaftlichen Milchspenderinnen, als diese nimmermüden Abkömmlinge von Steinbock und Steingeiss?
21. Dezember 2025
Retro 2025 – 7
Die am Fusse der Jungfrau gelegene Gemeinde Lauterbrunnen weist bei einer Fläche von 164,7 km² eine Einwohnerzahl von 2331 Personen auf. Das ergibt eine Einwohnerdichte von lediglich 14 Einwohnerinnen und Einwohner pro km². Im Vergleich dazu beträgt die Bevölkerungsdichte für die gesamte Schweiz 217 Einwohnerinnen und Einwohner pro km². Das Gemeindegebiet von Lauterbrunnen erstreckt sich von 707 m ü. M. (Weisse Lütschine beim Sandweidli im Norden) bis auf 4158 m ü. M. (Gipfel der Jungfrau im Südosten).
Ich bin gerne in der Talschaft zu Fuss unterwegs, die trotz der zahlreichen Bergbahnen und Touristen immer noch Ecken bietet, wo man weitgehend alleine ist. Weil am 15. Juli das Wetter indes keine abenteuerlichen Wanderungen zuliess, begnügte ich mich mit einer kürzeren Tour vom Allmendhubel via Mürren nach der Grütschalp. Was mir dabei einmal mehr auffiel: In der Gemeinde Lauterbrunnen hat jeder noch so kleine Bach einen Namen und ergo an jeder Stelle mit Personenverkehr ein Namensschild. Besonders angetan hat es mir der «Inneren Chrutteren Graben». Schwingt in dieser Benamsung nicht die volle Kraft des kernigen Lauterbrunner Dialektes mit?
18. Dezember 2025
Retro 2025 – 6
Anfang Juni fuhr ich ins Vallée des Ponts. Jaja, das gibt es tatsächlich und liegt nicht etwa im fernen Frankreich, sondern unweit von La Chaux-de-Fonds im schönen Neuenburger Jura. Unweit von Les Ponts-de-Martel liegt der geografische Mittelpunkt des Kantons Neuenburg. Im Rahmen meines Projektes, alle geografischen Mittelpunkte der 26 Kantone wandernd anzusteuern, unternahm ich also diesen Abstecher in das topfebene Hochtal.
In der Umgebung von Les Ponts-de-Martel wurde einst Torf abgebaut. Die betreffenden Zonen haben sich inzwischen – auch dank der Bemühungen von Naturschutzorganisationen – zu wunderbaren Biotopen entwickelt, die unter Schutz stehen. Durch die grösste dieser Zonen führt der Torfmoor-Lehrpfad. Ihn habe ich in die Rundwanderung integriert und war voll und ganz begeistert. Sei es von der Natur – als Moor bin ich vom Namen her Mooren sehr verbunden –, aber auch von den Informationen rund um den Torfabbau. So ist beispielsweise ein Abbaubagger erhalten geblieben, der auf eindrückliche Weise veranschaulicht, wie die Torfgewinnung damals vonstattenging.
13. Dezember 2025
Retro 2025 – 4
Als ich nach fast vier Stunden beim Licht-durchfluteten Platz ankam, stachen mir die rot angemalten Bänke ins Auge. Dem Fotografen dienten sie als willkommenes Sujet, dem Wanderer als nicht weniger willkommene Sitzgelegenheit, um vor dem langen Gang an den Langenthaler Bahnhof noch einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle zu nehmen.
10. Dezember 2025
Retro 2025 – 3
Frühling: Da sind der Gefühle und Eindrücke viele! Für mich unter anderem der unverwechselbare Ruf des Buchfinks, die verlockenden Temperaturen, das Gesumme von Bienen und eben ... und vor allem ... der unwiderstehliche Duft des Bärlauchs. Hinzu gesellt sich die schon fast subversive Frechheit, den Waldboden über und über mit wohltuendem Grün zu überziehen. Und wenn dieser Bärlauch einmal blüht! Forstlich-paradiesische Zustände sind das. Zumindest für mich.
So war es denn auch wieder einmal im März an und auf der Lägeren im Rahmen einer zweitägigen Wanderung von Baden auf den Hönggerberg im aargauisch-zürcherischen Grenzgürtel soweit. Bärlauch, Bärlauch, Bärlauch! Gibt es etwas Schöneres im Lenz, als sich zu Fuss durch die betörenden Felder zu bewegen? Ich meine nein. In diesem Sinne schlummert in mir, nebst der Vorfreude auf den nahenden Winter, bereits jene auf die übernächste Jahreszeit.
24. November 2025
Winter im Herbst
| Für einmal keine Autos und keine Biker: Bergerie de Court |
Besonders krass ist mein Empfinden jeweils, wenn es im Herbst zum ersten Mal so richtig schneit. Der Wechsel ist meist derart abrupt, dass mein Herz hüpft und ich nicht anders kann, als mich für ein paar Stunden winterfest zu machen. Dann nämlich ziehe ich los in die verschneite Natur, irgendwo hin, wo mich die aktuelle Schneehöhe problemlos wandern lässt. Wenn es so richtig kalt ist und «strubuusset», dann blühe ich auf.
Wenn sich Feld und Wald in Schweigen hüllen; wenn mir der Wind um die Ohren pfeift; wenn sich im Schnee die Spuren von Fuchs, Hase und Reh zeigen; wenn da und dort eine Meise zwitschert; wenn ich der Erste bin, der sich einen Weg durch den Schnee bahnt; wenn das Gelb der Wanderwegweiser meist als einziger Farbtupfer im Grau-Weiss der Umgebung auszumachen ist.
Vergangenen Freitag durfte ich diesem Naturwunder wieder einmal bewohnen. Ich stieg vom bernischen Sorvilier in der Vallée de Tavannes auf den Montoz und von dort via Bergerie de Court und dem Unteren Bürenberg hinab nach Reuchenette-Péry. Ein gut fünf Stunden dauerndes Wintermärchen, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
27. Oktober 2025
Fifty Shades of Herbst
Vor ein paar Tagen gönnte ich mir die lange Reise ins hinterste Onsernonetal. Was ich hier antraf, haute mich beinahe um: eine Farbenorgie sondergleichen. Ein Herbstidyll, als gäbe es keinen Frühling mehr. Und ein – im Gegensatz zur Alpennordseite – Bombenwetter. Sturmtief Benjamin machte sich lediglich mit einem frischen Lüftchen bemerkbar, das indes im Verlaufe des ersten Tages gänzlich abflaute.
Um 17 Uhr erreichte ich meinen bereits im Schatten liegenden Biwakplatz, von dem aus ich das ganze Onsernone bis hin zum Lago Maggiore überblickte. Es zeichnete sich eine kalte Nacht ab, die es dann auch wurde. Am anderen Morgen war der Boden steinhart gefroren, auf dem etwas höher gelegenen See hatte sich am Ufer entlang eine dünne Eisschicht gebildet. Doch die golden gefärbten Lärchen, das rostbraune Gras, gepaart mit einer umwerfenden Aussicht auf die nahen und fernen Gipfel der Tessiner Alpen liessen mich die Kälte vergessen. Meine Kamera lief heiss, die Fotomotive schrien mich förmlich an. Fifty Shades of Herbst. Ich war hin und weg.
23. September 2025
Strom und Rinnsal
| Schreckhorn (4078 m) und Finsteraarhorn (4274 m) spiegeln sich im unteren Bach- oder Bachalpsee. |
Die Jungfrau-Region gilt gemeinhin als touristischer Hotspot. Zoomt man ein wenig näher heran, kristallisieren sich die stark frequentierten Orte schnell heraus: Interlaken, Harder, Iseltwald, Schynige Platte, Lauterbrunnen, Mürren, Schilthorn, Wengen, Grindelwald, Kleine Scheidegg, Männlichen, Jungfraujoch, Grindelwald, First. Alles Orte, die mit dem öV sehr gut erschlossen sind und es der gehfaulen Masse ermöglicht, ohne grossen Aufwand die alpine Einzigartigkeit aus der Nähe zu betrachten.
Es gibt in der Region indes ein paar kurze Wanderungen, die bei schönem Wetter die Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt zu ein paar Schritten verleiten. Nebst den beiden Klassikern Männlichen–Kleine Scheidegg und Mürren–Winteregg ist es der Spaziergang von der First zum Bach- oder Bachalpsee und wieder zurück. Und ja, dieser rund zweistündige Gang ist in der Tat wunderbar, befindet man sich doch genau gegenüber von Wetter-, Schreck- und Finsteraarhorn. Das Ganze wird am Bachsee gekrönt durch die Spiegelung der Berge im See, Windstille vorausgesetzt.
Wie die Erfahrung zeigt, lohnt es sich, derartige Ziele entweder am frühen Morgen oder späteren Nachmittag aufzusuchen. Nur so ist es möglich, den unglaublichen Massen auszuweichen. Genau dies tat ich am vergangenen Freitag. Es herrschte ein Traumwetter sondergleichen, die Lufttemperatur war um 9 Uhr auf 2200 Meter auf bereits unanständige 24° geklettert, der Besucheraufmarsch hielt sich wie erhofft in einem erträglichen Mass. Beim unteren der beiden Seen angekommen, nahm ich mir eine Viertelstunde Zeit, die wirklich sagenhafte Bergkulisse trotz Gegenlicht möglichst stilvoll abzulichten. Dann ging es weiter, dem oberen Bachsee entlang in Richtung Faulhorn. Hier waren noch weniger Leute unterwegs als auf dem Weg von der First zum Bachsee. Es kamen mir aber auch erste Wanderer entgegen, die auf dem Faulhorn übernachtet haben.
Endgültig einsam wurde es jedoch, als ich bei der Burgihitta, einer einfachen Schutzhütte, rechts abbog und mich auf schmalem Bergpfad zum Tierwang aufmachte. Beim Tierwang angekommen, stieg ich über das Sulzibiel ab, um zurück auf die inzwischen stark bevölkerte Hauptroute First–Bachsee zu gelangen. Erneut beim Bachsee angelangt, nahm ich einen Pfad unter die Füsse, der mich hinab zum Bachläger führte. Und auch auf diesem Abschnitt waren kaum Leute unterwegs. Dasselbe war dann auch auf dem durch einen imposanten Steilhang führenden Weg hoch zum First der Fall.
Einmal mehr zeigte es sich, dass der Mensch in seiner Eigenschaft als Herdentier, vornehmlich den ausgetretenen Pfaden folgt und somit dem achtsamen Individualisten die Möglichkeit bietet, nach wie vor seine Ruhe zu finden. Und das ist gut so.
8. August 2025
Steter Tropfen
Eine in mehreren Jahrtausenden von der Natur geschaffene Designerbadewanne am Fusse der Eigernordwand. |
Für mich war indes bei der Abzweigung zur Station Alpiglen noch nicht Schluss: Ich zog weiter der Nordostflanke des Eigers entlang, bis zu den imposanten und mehrere hundert Meter hohen Felswänden der Gletscherschlucht, wo sich bis vor gut 120 Jahren der Untere Grindelwaldgletscher bis auf 1000 Meter über Meer hinabwälzte. Heute entdeckt man das mickrige Gletscherzünglein auf rund 1900 Meter und in vier Kilometern Entfernung.
Genau so, wie die von uns verursachten CO2-Emmissionen, genau so höhlt der stete Tropfen den Stein, wie ich auf meiner Route von der Station Eigergletscher hinab nach Grindelwald an einem der zahlreichen, am Eiger-Massiv entspringenden Bäche eindrücklich beobachten konnte.
30. Juni 2025
Mit dem Wind um die Welt
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| Bertrand Piccard, Brian Jones: Mit dem Wind um die Welt, Piper, München, 1999 |
16. Mai 2025
Krass!
Der heftige Wintereinbruch im April hat im Wallis Hunderte von Wanderwegabschnitten unpassierbar gemacht. Wie gross das Ausmass der Schäden infolge umgeknickter/umgestürzter Bäume ist, zeigt die Karte vom 15.05.2025 mit den gesperrten Wegen. Forstfachleute warnen explizit vor dem Begehen der gesperrten Routen, da oft versteckte Gefahren lauern, die selbst Experten nicht erkennen können. Der Kanton Wallis geht davon aus, dass die Aufräumarbeiten bis in den kommenden Herbst dauern werden. Wer also eine Wanderung im Wallis, insbesondere südlich der Rhone, plant, ist gut beraten, sich zuvor genau über die Begehbarkeit der Route(n) ins Bild zu setzen.
13. September 2024
Widmer wundert sich weiter
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| Thomas Widmer: Neue Schweizer Wunder, Echtzeit Verlag, Basel, 2024, 232 Seiten |
Einmal mehr hat der Autor versucht, eine ausgewogene geografische Mischung zu schaffen. Speziell gut sichtbar wird dies in der mitgelieferten Schweizerkarte, die – kleiner Marketingtrick – auch die Wunderstandorte des ersten Bandes zeigen. Wer also zuerst den zweiten Band kauft, wird so mit einem Schlag visuell auf den ersten neugierig gemacht. Eigentlich müssten nun an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem neuen Buch erwähnt werden. Doch der Rezensent lässt dies bewusst bleiben, nicht, weil er das Buch nicht gelesen hat (bewahre, bewahre!), diese Besprechung muss schlicht und einfach reichen, um die Leserschaft «gwundrig» genug gemacht zu haben.
Fazit: Thomas Widmers «Neue Schweizer Wunder» sind, wie alle seine Werke, superb getextet und süffig zu lesen. Wo Widmer drauf steht ist auch Widmer drin. Wen wundert's?
3. September 2024
Eiger – Die vertikale Arena
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| Daniel Anker: Eiger – Die vertikale Arena, AS Verlag, Zürich, 1998 |
Wie eine Arena aus Fels und Eis thront die 1800 m hohe Nordwand des Eigers über den Alpwiesen und Berggasthäusern von der Kleinen Scheidegg und von Alpigeln oberhalb Grindelwalds. Eine Arena, wie geschaffen für spannende Auf- und Abtritte. Bequem können Schaulustige mit dem Feldstecher das Geschehen in der Wand von den Restaurantterrassen aus verfolgen, derweil sie am Aperitif nippen. Der Eiger ist der öffentliche Berg schlechthin. Die Erstbesteigung des markanten, weitherum sichtbaren Gipfels erfolgte 1858 durch einen irischen Gelegenheitsbergsteiger und zwei Berner Oberländer Bergführern über die Westflanke, die heutige, immer noch als ziemlich schwierig eingestufte Normalroute. Der für «unmöglich» gehaltene Nordost- oder Mittellegigrat wurde 1885 erstmals im Abstieg und 1921 vom Japaner Yuko Maki und drei Berner Oberländern im Aufstieg erklettert. Die ganz grosse Herausforderung wartete aber noch die als «Wand der Wände» bezeichnete Eigernordwand. Bevor der Durchstieg den Deutschen Andreas Heckmair und Ludwig Vörg sowie den Österreichern Heinrich Harrer und Fritz Kasparek im Sommer 1938 glückte, kamen acht Alpinisten ums Leben. Das tragische Ende von Toni Kurz, er starb 1936 im Seil hängend, vor den Augen der Rettungsmannschaft, die ihn nicht bergen konnte, ist einer bekanntesten Unfälle der Alpinismusgeschichte. Seither rissen Triumphe und Tragödien am Eiger nicht ab: Die Nordwand forderte über 50 Tote; sie wird auf ihrer ganzen Breite von 21 verschiedenen, teils extrem schwierigen Routen durchzogen. Die AS-Bergmonografie «Eiger» begeistert alle: Jene, die gerne selbst in der Wand klettern würden, ebenso jene, die dem Treiben lieber mit dem Fernglas vom sicheren Boden aus zuschauen. (Inhaltsangabe zum Buch)







