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| Michel Gremaud, Peter Pfeiffer: Golden Pass und Greyerzerland / Golden Pass et Pays de Gruyère, AS-Verlag, Zürich, 2001 |
18. August 2026
Golden Pass und Greyerzerland
26. Januar 2026
Tödliche Gier
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| Albert-Louis Chappuis: Tödliche Gier, Mon Village, Vulliens, 1991 |
Um was für eine Angelegenheit handelt es sich nun eigentlich? In der Hauptsache um ein Strafverfahren, nämlich um das letzte Todesurteil im Kanton Waadt, das am 10. Januar 1868 in Moudon um 10.00 Uhr morgens bei minus 10 Grad vollstreckt wurde. Es war also ein sehr kalter Tag, was ungefähr zwanzigtausend Menschen jedoch nicht daran gehindert hat, nach Moudon zu kommen, um dieser Hinrichtung beizuwohnen. Verurteilt wurde ein junger Bauer aus der Gegend, Héli Freymond, der älteste Sohn einer wohlhabenden Familie. Wohlhabend, soviel ist sicher, und dieser Reichtum wird noch vermehrt durch die Verbindung, die Héli durch die Heirat mit einem jungen Mädchen aus St-Cierges eingeht, das ebenfalls aus begüterter Familie stammt. Mehr als genug Grund für alle Honoratioren der Gegend, an dem Fest teilzunehmen, einschliessIich des Pastors natürlich, der die kirchliche Trauung dieses aussergewöhnlichen Paars übernimmt.
Die Neuvermählten scheinen eine glückliche Ehe zu führen, bis zu dem Tag, an dem die junge Frau plötzlich von einer ebenso unerklärlichen wie unglaublichen Krankheit befallen wird. Sie stirbt unter schrecklichen Schmerzen und schenkt von ihrem Tode noch einem Jungen das Leben, einer Frühgeburt, der seine Mutter nicht überlebt. Grosse Trauer herrscht nicht allein in der Familie Freymond, sondern in der ganzen Gegend, als man sich auf dem Friedhof versammelt, um der jungen Frau und ihrem Kind die letzte Ehre zu erweisen. Und, um dem untröstlichen Witwer am Grab Beistand zu leisten.
Auch der Pastor ist wieder zugegen, um die Grabesrede zu sprechen. Er ist ebenso betroffen wie alle; er hatte absolut nicht erwartet, einige Monate nach der Segnung des jungen Paares und dem glücklichen Ereignis nun eine zutiefst gebrochene Familie betreuen zu müssen.
«Amen!» – Zunächst hatten wir dem Werk diesen Titel geben wollen, um uns später doch für TÖDLICHE GIER zu entscheiden. Der erwähnte Pastor wird nämlich dreimal Gelegenheit haben, dieses Wort für Héli Freymond zu sprechen. Das erste Mal bei Helis Vermählung als Abschluss der kirchlichen Trauung. Das zweite Mal einige Monate später, nach seiner Totenrede, am Grab der unglücklichen jungen Frau und ihres Kindes. Und zum dritten und letzten Mal spricht der Pastor schliesslich am 10. Januar 1868 in Moudon wiederum Amen in Anwesenheit von Héli Freymond, dem jungen Ehemann, dem jungen Witwer, der von der waadtländischen Justiz zum Tode verurteilt wurde, und dies aus Gründen, die Sie selbst entdecken werden. Ein Urteil, das die Gerichtsannalen dieses Kantons tief geprägt hat, ebenso wie die Bevölkerung, denn auch heute noch spricht man in den Familien von dieser düsteren Angelegenheit, die demnächst auch als Kinofilm erscheinen soll.
Ein wahre und fesselnde Geschichte, die Sie in einem Zug verschlingen werden. (Klappentext)
VD: Corrençon (Hauptschauplatz), St-Cierges (Hauptschauplatz), Moudon (Hauptschauplatz), Thierrens, Denezy, Morges, Lausanne, Echallens, Poliez-le-Grand, Naz, Peyres-Possens, Chapelle-sur-Moudon, Sugnens
14. Januar 2026
Geschafft!
Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».
26. Dezember 2025
Retro 2025 – 9
Seit ich Anfang der 1990er-Jahre das Inventar Historischer Verkehrswege der Schweiz entdeckt habe, gehe ich mit anderen Augen durch die Gegend. Insbesondere in den bergigen Regionen stosse ich da und dort auf Wegabschnitte mit potenziell-historischer Substanz. Dies können unter anderem Stütz- und Begrenzungsmauern, Spurrillen, Wegkreuze- und Kapellen (sogenannte «Wegbegleiter»), Brücken, Steintreppen oder beispielsweise auch Pflästerungen sein.
Als ich am 12. September vom Col-de-Bretaye in den Waadtländer Alpen via Les Ecovets nach Ollon abstieg, stiess ich kurz vor dem Wanderziel auf diesen gepflästerten Wegabschnitt. Leider ergaben meine Recherchen zu Hause lediglich den Hinweis auf eine historische Wegverbindung von lokaler Bedeutung. Gerne hätte ich mehr über diesen ausserordentlich breiten Weg erfahren: Wann wurde er und durch wen erbaut? Wer nutzte ihn über all die Jahrhunderte? Auf welche Art und Weise wurde er genutzt? Lediglich zu Fuss, mit Pferden und Maultieren oder gar mit von Tieren gezogenen Fahrzeugen?
13. September 2025
Eine Höhle als literarischer Schauplatz
| Der unscheinbare Eingang zur Höhle |
Neulich stattete ich dem Neuenburger Jura – ein wenig Waadtland kam dann noch hinzu – ein literaturgeschichtliches Besüchlein ab. Ich tat dies im Zusammenhang mit einem historischen Roman, der in absehbarer Zeit in meinem Verlag erscheinen wird. Besonders gespannt war ich auf einen kurzen Abstecher zu einer Höhle, die im Roman eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Allein der Zugang hatte es in sich. Ein mit Ketten gesicherter Pfad führte von einem Hochplateau durch eine Steilwand hinab zum Höhleneingang. Bewaffnet mit einer Stirnlampe befuhr ich die doch recht kurze Grotte bis zu ihrem Ende, das sich als Öffnung mitten in einer Felswand entpuppte. Dementsprechend atemberaubend war hier der Tiefblick ins enge Tal.
| Blick vom Höhleneingang nach draussen |
Die zweitägige Wanderung, vorbei an weiteren Schauplätzen des Romans – er spielt übrigens zur Zeit des Franzoseneinfalls am Ende des 18. Jahrhunderts –, hat mir einmal mehr die Schönheit des Westschweizer Juras vor Augen geführt. Daher freue ich mich schon jetzt auf die Veröffentlichung des Titels, über den ich an dieser Stelle bewusst nicht mehr verrate.
| Nach 2/3 des mit einer Kette gesicherten Höhlengangs wartet diese Säule |
| Die Höhle endet bei einem anderen, von aussen kaum zugänglichen Eingang |
| Blick von oberhalb der Höhle in die nahe Umgebung |
5. Juni 2024
26 Kantone 26 Wanderungen – 17
| Route | km | Datum | |
| AG | Seon – Lütisbuech – Brunegg | 15,5 | 27.1.24 |
| AI | |||
| AR | Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch | 14,3 | 19.1.24 |
| BE | Riedtwil – Rütschelen – Langenthal | 17,0 | 3.1.24 |
| BL | |||
| BS | Basel SBB – Claramatte – Basel SBB | 14,2 | 25.5.24 |
| FR | |||
| GE | Chancy – Champlong – La Plaine | 14,2 | 3.2.24 |
| GL | |||
| GR | |||
| JU | Buix – La Tenie – Chevenez | 19,2 | 9.3.24 |
| LU | Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke | 26,7 | 6./7.4.24 |
| NE | Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières | 14,0 | 12.01.24 |
| NW | Emmetten – Bärenfallen – Dallenwil | 21,0 | 10./11.5.24 |
| OW | |||
| SG | |||
| SH | Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen | 16,7 | 29.3.24 |
| SO | Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf | 10,4 | 16.1.24 |
| SZ | |||
| TG | Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz | 16,1 | 5.5.24 |
| TI | Rodi – Dalpe – Faido | 12,3 | 16.4.24 |
| UR | |||
| VD | Col-de-Bretaye – La Taveyanne – Gryon | 15,9 | 1.6.24 |
| VS | Arbaz – Chandolin – Ardon | 17,9 | 19.2.24 |
| ZG | Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri | 13,9 | 1.1.24 |
| ZH | Zürich HB – Küsnacht – Meilen | 16,8 | 17.2.24 |
11. November 2023
Reise nach Amerika
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| Markus Michel: Reise nach Amerika, Zytglogge, Bern, 1991 |
Markus Michel zieht in seinem Roman immer weitere Kreise um Joli, baut dessen Familie, Geschichten von Brienzerinnen und Brienzern und Hildes Reise nach Amerika ein. Er holt die Lebensverhältnisse der nicht privilegierten Leute ans Licht, deren Leben aus Billig-Angeboten, Dienen bei fremden Leuten, der Schande unehelicher Kinder und der Schadenfreude der Nachbarn bestand. In der kleinbürgerlichen Enge hatte Amerika Platz im Kopf, aber keinen im Alltag. (Klappentext)
12. Juli 2023
Der Kinderfresser
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| Jacques Chessex: Der Kinderfresser, Lenos, Basel, 2004 |
16. Mai 2023
Nicht nur des Müllers ... auch des Gesellen ...
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| Ernst Moser: Wandern ist des Gesellen Lust, Edition Wanderwerk, Burgistein, 2023 |
17. Januar 2023
Der Vampir von Ropraz
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| Jacques Chessex: Der Vampir von Ropraz, Nagel & Kimche, München, 2008 |
22. November 2022
Wenn die Erde verstummt
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| Samuel Chevallier: Wenn die Erde verstummt, Verlag Mon Village, Vuillens, 1961 |
4. September 2022
Mein Luftschloss auf Erden
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| Katharina von Arx: Mein Luftschloss auf auf Erden, Edition Erpf, Bern, 1981 |
Ungeheuerlich gross, gespenstisch drohend beinahe steigt das zukünftige Zuhause vor den neuen Besitzern aus der Nacht ins ungewisse Morgengrauen. Was haben sie sich da bloss angeschafft? Suchten sie nicht vor kurzem noch ein kleines «pied-à-terre»?
Aber da war die bemalte Balkendecke und im Halbdunkel, eingepfercht zwischen grauen Wänden mit aufgemalten Steinen, eine dicke gotische Säule. Grund genug für die Abenteurerin und passionierte Bewohnerin Kathrin von Arx, sich in die versteckten Möglichkeiten der alten, verfallenden Mauern festzubeissen.
Feste Mauern bedeuten Heimat Und seit ihrer Kindheit träumte Kathrin von Arx vom Wiederfinden ihrer Heimat Geborgenheit in festen Mauern!
Träume sind dazu da, Wirklichkeit zu werden. Jedenfalls bei Kathrin von Arx. Sie ist nicht die Frau, die Träume begräbt und zur Tagesordnung übergeht. Und so ist aus ihrem Traum, dem Luftschloss auf Erden, Wirklichkeit geworden. Es besitzt feste Mauern und manche Kostbarkeit, die sie mit eigenen Händen mitgeholfen hat, aus jahrhundertealtem Verfall herauszuretten. Heute steht das Schloss in alter Pracht im Zentrum von Romainmôtier und ist eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke der Schweiz.
Mittelalterliche Mauern nur als zeugen der Vergangenheit wiederherzustellen widerspricht dem Naturell der Kathrin von Arx. Ihr Schloss ist heute ein offenes Haus, wo unzählige Menschen ein- und ausgehen, Künstler ihre Arbeitsstätten eingerichtet haben, Handwerker ihr Wissen weitergeben und Besucher auch einfach zur Ruhe kommen können. Schloss Romainmôtier ist eine lebenssprühende Oase geworden.
Mit der gleichen Geduld und Feinfühligkeit mit der sie Schloss Romainmôtier zu neuem Leben erweckte, hat Kathrin von Arx die Geschichte eben dieses Schlosses und der Menschen seiner Umgebung zu Papier gebracht Und Romainmôtier, das kleine Dorf am Jurafuss, ist nicht der Ort, der farblose Charaktere hervorbringt! Manche Kämpfe galt es auszufechten mit Nachbarn und Dorfgenossen, die der «spinnigen» Zuwanderin reserviert, ja feindlich gegenüberstanden. «Mein Luftschloss auf Erden» ist daher nicht nur der spannende Bericht eines architektonischen Abenteuers, sondern auch ein mal liebevolles, mal ironisches Porträt einer Landschaft und ihrer Bewohner.
Darüber hinaus auch ein kraftvolles «Ja» zum Leben und eine Aufforderung an den Leser, Spontaneität, Freude und Abenteuerlust nicht in festgefahrenen Geleisen abzutöten. (Klappentext)
23. Juli 2022
«Indirettissima» ist da!
| Reto Küng: Indirettissima, Edition Wanderwerk, Burgistein, 2022 |
An 43 Tagen legt Küng weit über 900 Kilometer zurück. Begleitet vom Wetterglück durchstreift er fantastische Landschaften und fotografiert diese gekonnt. In seinem Erlebnisbericht erzählt er von Begegnungen mit Wildtieren, Beherbergern und mitunter gewalttätigen Einheimischen. Er berichtet aber auch von den Sorgen und Nöten des Fernwanderers, seinen Glücksmomenten und vielem mehr.
Der mit 140 meist grossformatigen Fotos reich bebilderte Band lädt dank einer Etappenübersicht sowie den zur Verfügung gestellten GPS-Tracks zum Nachwandern der wunderbaren Route ein.
17. Oktober 2021
Jakobs Wanderungen
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| Jeremias Gotthelf: Jakobs Wanderungen, Ex Libris, Zürich, 1982 |
Anlass zum Roman war eine Anfrage Gotthilf Ferdinand Döhners (1790–1866), des Vorsitzenden des Zwickauer Volksschriftenvereins. Döhner suchte nach geeigneten belehrenden Volksschriften und erhoffte sich wohl einen typischen Handwerksroman, in welchem ein Junge durch Fleiss, Geduld, Ausdauer und christlichen Glauben zum Meister wird. Gotthelf lieferte dagegen eine Bekehrungsgeschichte. Im Zentrum steht nicht ein fleissiger Handwerksgeselle, sondern der lebensunerfahrene, leichtgläubige und hochmütige Handwerksgeselle Jakob, der auf seiner Wanderung über Basel, Zürich, Bern und Freiburg bis nach Genf gelangt. Schritt für Schritt zeichnet Gotthelf das Bild einer sittlichen Verrohung unter dem Einfluss der Agitatoren seiner Zeit, bis Jakob schliesslich in die Genfer Unruhen von 1843 verwickelt wird.
Erst hier verwandelt sich der satirische Roman über die Folgen politischer Agitation in einen Handwerksroman mit Aufstiegsmuster. Mit dem Tiefpunkt der moralischen Entwicklung der Romanfigur ist zugleich der Wendepunkt erreicht: Der Deutsche Jakob wendet sich vom politischen Geschehen im Gastland ab und kann, nachdem sich ihm die höhere Sittlichkeit (und Gott) in der Bergwelt des Oberlandes offenbart hat, allmählich sittliche Reife erlangen.
Schliesslich muss Jakob lernen, dass sein Bestimmungsort in der eigenen Heimat liegt. Die erwünschte Heirat im Haslital bleibt ihm verwehrt. So kehrt Jakob am Ende des Romans zu seiner Grossmutter nach Deutschland zurück, um dort gereift und geläutert ein sittliches Leben als Meister zu führen.
Während sich so der Roman im zweiten Teil dem Gattungsmuster des Handwerksromans annähert, bleibt das Erzählte doch über weite Strecken das Vehikel für eine politische Grundsatzdebatte, in welcher Gotthelf klarer als in irgendeinem anderen Text seine christliche Position gegen den politischen Radikalismus und gegen den Frühsozialismus bezieht. Zentrales Thema des Romans «Jakobs Wanderungen» sind die politischen Entwicklungen der 1840er-Jahre, die Gotthelf aus seiner kritischen Perspektive schildert. Dabei geht es – auch wenn Jakob teils in den Strudel der Ereignisse gerät – weniger um die tagespolitischen Verwicklungen als um die politische Grundsatzauseinandersetzung zwischen dem Christentum einerseits und den sich auf die Bibel berufenden neuen Ideologien des Sozialismus und Kommunismus. Einen kritischen Blick wirft er insbesondere auf die Mechanismen der politischen Meinungsbildung in deutschen Handwerksvereinen und stellt den in den 1840er-Jahren unter Zeitgenossen diskutierten Konzepten von «Kommunismus» und «Sozialismus» das Menschenbild einer christlichen Weltanschauung entgegen. Damit reiht sich der Roman in eine breite Auseinandersetzung mit dem Frühsozialismus ein.
Dies schien umso gebotener, als nicht wenige frühsozialistische Theoretiker ihre Gesellschaftsutopien als Verwirklichung der in der Bibel vertretenen Prinzipien verstanden. Gotthelfs Roman nimmt dabei Teil an einer Auseinandersetzung mit dem Sozialismus und Kommunismus um die Deutungshoheit in Fragen der menschlichen und gesellschaftlichen Entwicklung, wie sie in der Schweiz von zahlreichen Theologen in Reden und Schriften geführt wurde.
14. November 2020
Die Wolfshöhle
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| André Besson: Die Wolfshöhle, Mon Village, Vulliens, 1964 |
Der Landbriefträger der Givrine entdeckt in der Nähe der Schweizer Grenze zwei Leichen. Wer hat sie umgebracht? Schmuggler? Touristen? Oder jemand aus der Givrine? Der Landbriefträger muss es alleine herausfinden; denn die Polizei, bei deren Ankunft die Leichen verschwunden sind, bucht die Meldung als Phantasiegebilde eines Mystikers, der sich damit die schwer zu ertragende winterliche Abgeschlossenheit erheitern will.
«Die Wolfshöhle» ist aber auch mehr als ein Krimi, denn sie enthält die dichterische Beschreibung eines Menschenschlages, den die Landschaft geprägt hat. Es ist eine Landschaft, die hart mit dem Menschen verfährt, so dass viele beinahe stumm werden und sich wie Wölfe in ihre Höhlen verkriechen. Der eigenartige Reiz dieses Landstriches, die Grenzlage nächst der Schweiz und die Denkweise der Bevölkerung sind in der «Wolfshöhle» meisterlich gezeichnet von einem Autor, der bereits ein Weltstadtpublikum begeistert hat.
Wenn die Jury den Preis «Terroir romand» diesem Werk zugesprochen hat, das sich in jedwelchem Verlagsprogramm gut ausnehmen würde, so erweitert sie damit die Zielsetzung des Preises. Was wieder einmal beweist, dass es eine Gattung des guten Buches gibt, die sich an alle wendet: an den Leser aus dem städtischen Lebenskreis so gut wie an den Landbewohner. (Klappentext)
VD/F: Vallée de Joux
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Kriminalromane»).
6. Juli 2020
Ähren im Wind
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| Friedrich Walti: Ähren im Wind, Gyr-Verlag, Baden, 1968 |
Friedrich Walti weicht der harten Realität unserer Zeit nicht aus. Er, der selbst mit Leib und Seele Bauer ist, zählt sich mit zu den schwankenden Ähren des Kornfeldes, um welches er bangt. Nach wie vor kämpft er gegen die um sich greifende Resignation. Wohl wissend, dass die Zeit gegen die Bauern steht, ruft er diesen ungebrochen zu: «An die Ähren müsst ihr glauben und nicht an den Wind!»
Wir sind überzeugt, dass dieser sich bereits am Rande der Zukunft bewegende Gegenwartsroman einen kraftvollen Beitrag zur Erhaltung eines heute in Frage gestellten wahren Bauerntums leisten wird. Und stellt uns nicht gerade die akute Gefahr einer zunehmenden Landflucht vor Probleme, die nicht nur den Bauern, sondern uns alle angehen? (Klappentext)
AG: Aargauer Mittelland GR: Klosters VD: Waadtländer Mittelland ZH: Stadt Zürich
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).
8. Dezember 2019
Rätselhafter Tod in Zähringen
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| Handruedi Gehring: Rätselhafter Tod in Zähringen, Orte, Zürich, 2001 |
BE: Stadt Bern BS: Stadt Basel FR: Murten, Estavayer-le-Lac GE: Puplinge, Cara b. Puplinge, Stadt Genf GR: Poschiavo, Val da Camp JU: Lucelle NE: Neuenburgersee VD: Bière, Grandvaux, Rivaz, Neuenburgersee F: Evian-les-Bains I: Mailand
6. Dezember 2019
Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen
| Christoph Simon: Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen, Bilgerverlag, Zürich, 2001 |
AR: Urnäsch BE: Thun (namentlich Lerchenfeld, Gymnasium Schadau, Regionalspital, Schorenfriedhof, Lauitor, Bushaltestelle Kaserne, Schwäbis, Waisenhausplatz, Bälliz, Burgstrasse, Obermattweg, Bahnhof, Rathausplatz), Oberhofen, Gürbetal, Weissenbach i.S. Müntschemier, Stadt Bern BE/NE/FR/VD: Neuenburgersee SG: Rorschach, Buchs
3. August 2019
Die Waise
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| Urbain Olivier: Die Waise, Verlag Mon Village, Vulliens, 1977 |
In der Hast und Betriebsamkeit unserer Tage ist es schwer, sich die idyllische Gemächtlichkeit von Anno dazumal vorzustellen. Gerade hierin liegt aber der Haptvorzug des Werkes «Die Waise».Die hervorstechende Eigenschaft des Buches liegt im Zauber, mit dem es uns mit einem Schlag in jene vergangene Zeit zurückversetzt. Es wurde damals von einem Schriftsteller verfasst, der die Bauern kannte. Er schildert uns ihren Charakter, ihre Eigenheiten, ihre Gedankenwelt und Lebenshaltung mit unübertrefflicher Genauigkeit.
Wenn uns «Die Waise» das Bild einer vergangenen Epoche vor Augen führt, so ist es doch vor allem ein fesselnder Roman, der den Leser von Anfang bis zum SChluss in Atem hält. Wenn diese Erzählung den Vorzug hat, uns unversehens in die Hälfte des letzten Jahrhunderts zu versetzen und uns zugleich von Anfang bis Ende wahrhaft fesselt, wobei die prächtigen Bilder von Burnand den Text bereichern, dann sagt man nicht zuviel, wenn man behauptet, dass dieses schöne Buch den Leser hinreissen wird. (Klappentext)
VD: La Côte
Urbain Olivier wurde am 3.6.1810 in Eysins (VD) geboren und verstarb am 25.2.1888 in Givrins (VD). Er war der Sohn des Jean-Michel-Louis, Bauer, und der Marianne-Madeleine. Olivier absolvierte das Progymnasium in Nyon, danach Mitarbeit auf dem elterlichen Hof. 1831 wurde Olivier für die militärische Intervention der Tagsatzung während der Basler Trennungswirren aufgeboten und hielt seine Eindrücke in einem Tagebuch fest. 1832 war er Notariatsangestellter, 1838 Gemeindepräsident von Eysins, 1839-61 Domänenverwalter der Familie de Saint-Georges in Changins und Duillier. 1842 liess sich Olivier in Givrins nieder, wo seine Frau ein kleines Gut geerbt hatte. Während des Sonderbundskriegs 1847 entstand sein zweites Tagebuch. 1854-87 erschienen 35 Romane und Erzählungen (ab 1857 im Verlag von Georges-Victor Bridel), in denen Olivier Land und Leute beschrieb. Sein religiöses Denken war von der Erweckungsbewegung (Réveil) geprägt. Dank dem Zuspruch eines breiten Publikums konnte Olivier ab 1861, wenn auch bescheiden, von der Schriftstellerei leben.
11. Juli 2019
Der Antiquar
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| Hansjörg Schertenleib: Der Antiquar, Fischer, Frankfurt/Main, 1994 |
BE: Adelboden GR: Sils-Maria, Oberengadin, Julierpass, Maloja JU: Pierre Percée bei Courgenay TI: Lugano UR: Gotthardpass VD: Montreux ZH: Stadt Zürich, Zürichsee I: Bergamo PE: Lima













