Posts mit dem Label Gute Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gute Sache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

3. Oktober 2025

Die erste und die letzte Meile

Seit nunmehr 44½ Jahren pendle ich ausschliesslich mit dem öV zur Arbeit. Die erste und letzte Meile, d.h. von zu Hause an den Bahnhof und wieder zurück, habe ich meist mit dem Fahrrad, eher selten zu Fuss, zurückgelegt. Das war bis vor sechs Jahren, ehe ich in einen anderen Modus überging. Seither gehe ich ausschliesslich zu Fuss zur nächsten öV-Haltestelle – drei bis vier Fahrradfahrten pro Jahr ausgenommen.
 
Weshalb ich den kurzen Fussgang einer anderen Option vorziehe? Es sind deren Gründe vieler:
  1.  Bin ich pro Wegstrecke 10 Minuten länger an der frischen Luft.
  2. Habe ich jeweils genügend Zeit, am Morgen dem Vogelgezwitscher zuzuhören, das eine oder andere Reh zu beobachten, beim Gang über den Bach den Wasserstand zu begutachten, den Duft der Felder in mich aufzunehmen und, je nach Jahreszeit, dem Sonnenaufgang über den Alpen beizuwohnen.
  3. Nehme ich noch so kleine Veränderungen an der Natur wahr: Mal ist es kühl, mal frisch, mal mild, mal schwül, mal heiss. Mal windet es von dieser, ein anderes Mal von der anderen Seite. Einmal regnet es, ein anderes Mal fällt Schnee. Mal ist das Gras grüner und länger, mal spriesst der Weizen, mal wiegt er sich goldgelb im Wind. Im Frühling blühen die Kirschbäume, als läge dahinter das Paradies, und wenige Wochen später locken Sie mit süssen Kirschen zum Mundraub. Mal aber ist es bereits stockdunkle Nacht, nicht zu sprechen vom Nebel und seiner Feuchte.
  4. Begegne ich ab und zu anderen Menschen. Meist sind es solche, die mit ihrem Hund Gassi gehen. Habe ich fünf Minuten übrig, ergibt sich oft sogar ein kurzer Schwatz – und Streicheleinheiten für den Hund.
  5. Gibt es indes immer wieder kleinere oder grössere Überraschungen, so wie neulich an jenem Abend, als sich die mir bestens bekannte und äusserst eigenwillige Katze wohlig auf dem Bahnschotter direkt neben einem Bahnübergang räkelte.


18. Juni 2025

Neuer Look

Manchmal trifft es dich wie ein Blitz. Fällt dir wie Schuppen von den Augen. Lässt dich nicht mehr los. So erging es mir die vergangenen Tage. Eine plötzliche Eingebung liess mich an die Webseite meines Buchverlägleins denken, konkret an jene Seite, wo die Bücher bestellt werden können. Eine innere Stimme sagte mir, dass ich hier etwas ändern, verbessern sollte. Das Thema liess mich nicht mehr los. Konnte ich nicht einschlafen, werkelte ich im Geiste an besagter Seite herum. Wachte ich mitten in der Nacht auf, grübelte ich weiter. Auf der Fahrt ins Büro skizzierte ich den neuen Look der Seite auf ein Stücklein Papier. 

Und so machte ich mich gestern ans Werk, gestaltete die Bestellseite komplett um: von der beinahe endloslangen Liste mit den aktuell 39 lieferbaren Titeln in willkürlicher Reihenfolge, hin zu einer übersichtlichen Tabelle mit den Autorinnen und Autoren in alphabetischer Reihenfolge. Gleichzeitig verpasste ich jedem Titel eine Bestellnummer – in numerischer Reihenfolge des Publikationszeitpunktes –, die ich zusätzlich auf jeder einzelnen Buchseite einfügte. Doch damit nicht genug: Die «technischen» Angaben zu jedem Buch gliederte ich neu, so dass diese nun besser lesbar sind.

Alles in allem eine Arbeit von vier Stunden, mit einem Ergebnis, dass sich meiner Meinung nach, sehen lassen kann. Am besten gleich in der Online-Version.

Die Bestellseite der Edition Wanderwerk im neuen, übersichtlichen Look.

Das Bestellformular ist ebenfalls übersichtlicher gestaltet worden.

Jede Buchseite weist nun besser lesbare Informationen zum jeweiligen Titel auf.

21. August 2024

Themenwechsel … ,

John Mitchell, Jem Godfrey, Nathan King (Level 42) und Craig Blundell sind Frost*


… interessiere ich mich doch unter anderem auch für Musik aller Art, so z.B. für die britische Prog-Rockgruppe FROST*, die hierzulande leider viel zu wenig Beachtung findet, denn … 

… die Progressive Rocker freuen sich, die Veröffentlichung ihres brandneuen Doppel-Konzeptalbums «Life In The Wires» anzukündigen, das am 18. Oktober 2024 bei InsideOutMusic erscheinen wird. «Jede Prog-Band, die etwas auf sich hält, sollte eigentlich ein Doppelalbum machen, oder?», meint Frost*-Frontmann Jem Godfrey. «Wir hatten schon immer die Idee, so etwas zu machen. Also habe ich mich letzten Sommer hingesetzt und gedacht, naja, ich muss mich einfach mal hinsetzen und es machen.»

«Es ist eigentlich eine Fortsetzung von ‹Day and Age›», erklärt Godfrey, «der erste Track auf dem neuen Album beginnt mit dem Ende des letzten Tracks von jenem Album ‹Repeat to Fade›, wo das Rauschen auftaucht und eine Stimme sagt ‹Can you hear me?›. Ich erinnere mich, dass ich das bei ‹Day and Age› als möglichen Aufhänger für die Zukunft eingebaut habe; eine Figur irgendwo da draußen im Land von Day and Age, die versucht, gehört zu werden. Was will er sagen? Kann ihn jemand hören? ‹Day and Age› baut die Welt auf, in der diese Figur lebt, und ‹Life In The Wires› erzählt ihre Geschichte».

Die Geschichte dreht sich um die Hauptfigur Naio, ein zielloses Kind, das einer bedeutungslosen Zukunft in einer von künstlicher Intelligenz gesteuerten Welt entgegengeht. Er hört einen alten DJ, der über das alte AM-Radio spricht, das ihm seine Mutter einst geschenkt hat, und beschliesst, die Quelle des Signals aufzuspüren und «Livewire» zu finden, um herauszufinden, ob es da draußen eine bessere Zukunft gibt. Das Allsehende Auge ist jedoch wenig beeindruckt von diesem Versuch des unabhängigen Denkens und wehrt sich. Schon bald wird Naio von einem empörten Mob quer durchs Land verfolgt, um die Heimat von «Livewire» und seine Freiheit zu finden. 

Bei der Erschaffung dieser Parallelwelt hilft die klassische Frost*-Besetzung mit Gitarrist John Mitchell, Bassist Nathan King und dem zurückkehrenden Schlagzeuger Craig Blundell.

Fans des meisterhaften Debütalbums «Milliontown» (2006) werden es geniessen, dass die Band den Stil wieder aufgreift, der das Debütalbum zu einem der erfolgreichsten Prog-Rock-Alben der letzten 20 Jahre gemacht hat – eine Tatsache, die Godfrey nicht entgangen ist, als er das neue Album schrieb. 

«Bei ‹Day and Age› haben wir es sehr genau genommen: Wir machen keine Soli, wir machen clevere Arrangements. Und wir haben diese Disziplin genossen, aber dieses Mal dachte ich, es wäre gut, in diesem Fall etwas zurückzurudern. Ausserdem wollte ich mit diesem Album eine kleine Anspielung auf ‹Milliontown› machen, denn es ist schon fast 20 Jahre her, als ‹Milliontown› herauskam, und ich bin immer noch stolz darauf. Der 15-minütige Titeltrack enthält ein paar dieser Milliontown-Momente, die zu wiederholen mir großen Spass gemacht hatben.»

«Life In The Wires» wird als limitierte 2CD, Gatefold 180g 2LP und als digitales Album erhältlich sein, wobei sich die drei Formate leicht unterscheiden, um das Album interessanter zu machen. Die Artwork des Albums stammt von Carl Glover, der auch das Cover von «Day And Age» entworfen hat.

Und hier noch der Link zur Website der Band, die durchaus als sogenannte «Supergroup» bezeichnet werden darf: https://frost.life/

8. März 2024

Widmann Nummer 4

Josef Viktor Widmann: Die Patrizierin,
Edition Wanderwerk, Burgistein, 2024
Ich gebe es unumwunden zu: Josef Viktor Widmann zählt zu meinen Lieblingsautoren des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Drei Werken des umtriebigen Menschenfreundes habe ich in meinem Verlag bislang zu neuem Leben verholfen. Und soeben ist mit «Die Patrizierin» ein weiterer Widmann in der Edition Wanderwerk erschienen – sprachlich behutsam überarbeitet und mit etlichen Anmerkungen versehen. Davon handelt der Roman:

Hier, die in der Aristokratie verwurzelte Familie Fininger mit der hübschen Dougaldine und ihrem jüngeren Bruder Amadeus. Dort, der aus einfachen Verhältnissen stammende Dr. phil. Hans Almeneuer, der an einem Ball auf Dougaldine aufmerksam wird, die ihn jedoch abweisend behandelt. Der Zufall will es, dass der junge Akademiker dennoch Zugang zum Haus Fininger erhält: Hans Almeneuer wird der Privatlehrer von Amadeus. Obschon sich die junge Patrizierin gegenüber dem neuen Hausangestellten anfänglich distanziert zeigt, macht sich bei ihr langsam das Dilemma zwischen der Wahrung des gesellschaftlichen Besitzstandes und der Zuneigung zum ehemaligen Bergbauernbub breit. Ob es zu einem glücklichen Ende zwischen den beiden Individuen gegensätzlicher Herkunft kommen wird?

Der Roman ist mit einer in der Gegend Gottfried Kellers gebürtigen Ruhe und stilistischen Beherrschung geschrieben, unnervös, ohne Eile erzählt, mit einem Wort gesagt, dass man hier die grosse Kunst des Atemanhaltens beim Erzählen lernen könnte. Berliner Tageblatt

Das Buch kann direkt bei der Edition Wanderwerk bestellt werden.

18. Februar 2024

Die 10 Meilen nach Meilen

Der Traum eines jeden Urbanwanderers: eine saubere öffentliche Toilette mit Seife und Papierhandtüchern, wie z.B. jene des Friedhofs von Herrliberg.

Die gestrige Wandertat führte mich vom Zürcher Hauptbahnhof durch die Armenviertel der Goldküste nach Meilen. Das waren gut 16 Kilometer Asphalt vom Feinsten, begleitet vom vierrädrigen Krösus-Sound aus den Häusern Porsche, Ferrari, BMW, Audi, Range Rover, Mercedes und Tesla – letztere Karren waren nur deshalb nicht leise, weil es die ersten drei Stunden regnete und nasse Strassen bekanntlich mehr Lärm verursachen, egal, über welchen Antrieb die hochtourigen Rollstühle verfügen. 

Ich hatte mich schon bei der Planung der Route auf einiges gefasst gemacht, insbesondere was die Pinklerei anbelangt, denn von Zürich bis Meilen ist, bis auf die paar hundert Meter vor Meilen, alles zugebaut. Die Rettung kam dann in Form eines nicht abgeschlossenen Baustellen-Toi-Tois in Küsnacht sowie der bislang feudalsten Friedhofstoilette, der ich bislang ansichtig geworden bin, im vorliegenden Fall war es jene von Herrliberg.

20. Dezember 2023

555

Mein kleines online-Buchantiquariat wird stetig ausgebaut. Aktuell warten 555 Titel auf die geneigte Käuferschaft. Hier geht's ab ins Leseglück.



16. Mai 2023

Nicht nur des Müllers ... auch des Gesellen ...

Ernst Moser: Wandern ist des Gesellen Lust,
Edition Wanderwerk, Burgistein, 2023
Vor ein paar Tagen hat die Druckerei meines Vertrauens den 33. Titel für die Edition Wanderwerk angeliefert. «Wandern ist des Gesellen Lust – Drei Berner auf der Walz» heisst das nette Büchelchen im rucksacktauglichen Postkartenformat. Und davon handelt sein Inhalt:

Im zarten Alter von 19 Jahren macht sich der gebürtige Emmentaler Ernst Moser auf die berufliche Wanderschaft. Den gelernten Drechsler zieht es 1889 in den Kanton Zürich. Doch familiäre Umstände zwingen ihn schon bald, nach Hause zurückzukehren. Es vergehen indes fünf Jahre, ehe er mit zwei Berner Handwerkern, einem Schreiner und einem Typografen, zu Fuss in Richtung Norden aufbricht. Was die drei Walzbrüder auf ihrer anderthalbjährigen Reise durch Deutschland, Österreich-Ungarn, Kroatien, Italien, Monaco und Frankreich erleben, schildert der Autor in lebendiger Sprache und gelegentlich auch mit einer Prise Humor.

Ernst Moser erzählt also aus einer längst vergangenen Zeit, die wir uns kaum mehr vorstellen können. Mit umso grösserer Freude darf ich deshalb die 152 Seiten zur Lektüre weiterempfehlen. Sie passen auch bestens zum anstehenden Sommer. Das Werk ist wie immer direkt bei der Edition Wanderwerk oder im gut sortierten Buchhandel erhältlich.

23. Juli 2022

«Indirettissima» ist da!

Reto Küng: Indirettissima, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2022
Inspiriert von der 1983 landesweit legendär gewordenen «Direttissima Schweiz» unternimmt Reto Küng fast 40 Jahre später eine ähnliche Reise: zu Fuss vom nordwestlichsten Zipfel des Kantons Waadt zur südöstlichsten Ecke des Bündnerlandes. Anders als seine Vorgänger sucht der Autor nicht den möglichst direkten Weg. Seine Absicht ist es vielmehr, bislang weniger begangene Gegenden von Jura, Mittelland und Alpen zu bewandern.

An 43 Tagen legt Küng weit über 900 Kilometer zurück. Begleitet vom Wetterglück durchstreift er fantastische Landschaften und fotografiert diese gekonnt. In seinem Erlebnisbericht erzählt er von Begegnungen mit Wildtieren, Beherbergern und mitunter gewalttätigen Einheimischen. Er berichtet aber auch von den Sorgen und Nöten des Fernwanderers, seinen Glücksmomenten und vielem mehr.

Der mit 140 meist grossformatigen Fotos reich bebilderte Band lädt dank einer Etappenübersicht sowie den zur Verfügung gestellten GPS-Tracks zum Nachwandern der wunderbaren Route ein.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich. Hier steht auch eine Leseprobe und ein kurzes Autorenporträt zur Verfügung.

29. Dezember 2021

Das Wanderrad von Langenthal

Die Idee kam mir neulich auf meiner Spiralwanderung rund um Bern: Acht mehr oder weniger gleich lange Wanderungen von einem zentralen Punkt aus. Die Wanderrouten richten sich nach der Windrose von N, NO, O, SO, S, SW, W bis NW. Also quasi das Gegenteil einer Sternwanderung, bei der in der Regel von verschiedenen Punkten an einen zentralen Ort gegangen wird. Sofort war für mich auch klar, dass ich nicht von einer Sternwanderung sondern von einer Strahlenwanderung sprechen würde.

Wieder daheim, machte ich mich umgehend an die Planung. Von entscheidender Bedeutung war der zentrale Punkt. Dieser musste zwangsläufig im Mittelland liegen, wollte ich mich doch nicht mit unwegsamem und steilem Gelände befassen. Und auch stehende oder fliessende Gewässer sollten das Unternehmen nicht zu stark einschränken. Diese minimalen Anforderungen brachten mich bald einmal zur Lösung: Langenthal sollte den Ausgangspunkt darstellen. Die von hier ausgehenden, in die genannten Windrichtungen führenden Luftlinien bemass ich mit 10 km Länge. Am Ziel sollte selbstverständlich eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr bestehen.

Die exakte Festlegung der acht Routen erfolgte dann mit Hilfe der digitalen Landeskarte SwissMap 25. Die Strecken sollten möglichst nahe der Luftlinie verlaufen. Mit wenigen Ausnahmen liessen sich eine Bahn- oder Bushaltestelle am Ende der jeweiligen Strecke finden. Wo dies nicht der Fall war, verkürzte oder verlängerte sich das Ganze. Am Ende hatte ich folgende Etappen elaboriert:

  1. Langenthal – Oberbuchsiten • 15,7 km
  2. Langenthal – Gländ • 14,5 km
  3. Langenthal – Richenthal • 16,8 km
  4. Langenthal – Gondiswil • 15,3 km
  5. Langenthal – Walterswil • 15,2 km
  6. Langenthal – Hermiswil • 12,6 km
  7. Langenthal – Wangenried • 11,9 km
  8. Langenthal – Niederbipp • 12,0 km

Dies ergab auf der Karte folgendes Bild:


Da fehlt noch etwas, dachte ich, als ich mir diese «Strahlen» zum ersten Mal im Gesamtüberblick besah. Und was lag näher, als die Enden noch miteinander zu verbinden, so dass aus den Strahlen Speichen und dem Ganzen schliesslich ein Rad wurde. – Also habe ich noch einmal acht Etappen geplant:

  1. Oberbuchsiten – Niederbipp • 11,2 km
  2. Niederbipp – Wangenried • 12,6 km
  3. Wangenried – Hermiswil • 12,9 km
  4. Hermiswil – Walterswil • 14,4 km
  5. Walterswil – Gondiswil • 12,0 km
  6. Gondiswil – Richenthal • 14,6 km
  7. Richenthal – Gländ • 13,8 km
  8. Gländ – Oberbuchsiten • 13,2 km

Und somit war das «Wanderrad von Langenthal» geboren!



Aus wandertechnischer Sicht fällt auf, dass alle 16 Wanderungen mehr oder weniger gleich lang sind. Zeitliche Unterschiede ergeben sich durch die unterschiedliche Topografie. In geografischer Hinsicht werden mit die Touren in die Kantone Bern, Aargau, Luzern und Solothurn führen. Hierbei durchstreife ich nicht nur die Ausläufer des Emmentals sondern auch das Mittelland und selbst ein kleines Stück Jura. Anhand der beiden Etappengruppen (Speichen und Felge) ist ersichtlich, dass sich die Reihenfolge der Speichenwanderungen (total 114 km) nach dem Uhrzeigersinn und die Felgenwanderung (total 114,7 km) gegen den Uhrzeigersinn richtet.

An einem düsteren 27. Dezember 2021 machte ich mich nun zum ersten Mal auf den Weg und ging von Langenthal nach Oberbuchsiten.

30. April 2021

Nachschub Nummer drei

Plötzlich waren sie alle weg: die Bücher der 2. Auflage mit dem Titel «Aargau rundum». Und kurzerhand fasste ich den Beschluss, eine 3. Auflage folgen zu lassen, denn noch immer finde ich das Projekt, den Kanton Aargau auf Wanderschuhen zu umrunden, erwähnens- und dementsprechend lesenswert. Die Neuauflage hat nicht nur einen neuen Umschlag verpasst bekommen sondern auch ein weiteres Vorwort. Das Werklein ist erhältlich in der Edition Wanderwerk oder aber in jeder Buchhandlung, die sich auf aussergewöhnliche Reiseliteratur versteht.



8. September 2020

Trockenmauern

Diverse Autoren: Trockenmauern, Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz, Steffisburg, 1996

Trockenmauern sind heute noch ein fester Bestandteil des Landschaftsbildes der Schweiz. Doch viele dieser ökologisch wertvollen Lebensräume von Tieren und Pflanzen sind bedroht. So gibt es zum Beispiel im Jura oder in der Bündner Herrschaft Hunderte Kilometer von Trockenmauern, die in einem schlechten Zustand sind. Wenn niemand Hand anlegt und für ihren Unterhalt sorgt, werden sie zerfallen – langsam, aber sicher.

Über viele Jahrhunderte und bis zum Ende der Fünfzigerjahre gehörte der Unterhalt der Trockenmauern zu den regelmässigen Arbeiten der Bauern. Sie nützten die ruhigen Monate mit wenig Feldarbeit dazu, die Mauern rund um ihre Felder und Weiden zu pflegen oder neu zu bauen. Doch mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft – und der durch die Industrialisierung bedingten Abwanderung vieler Arbeitskräfte in den Industrie- und den Dienstleistungsbereich – ist diese jahrhundertealte Tradition inzwischen beinahe völlig verschwunden. Die meisten Landwirte sind heute schon allein aus Zeit- und aus Personalmangel nicht mehr in der Lage, die Trockenmauern selber zu unterhalten. Zu diesem Problem kommen auch finanzielle Gründe hinzu: Moderne Zäune sind schneller – und damit bedeutend billiger – errichtet als Trockenmauern.

Diese Entwicklung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Deshalb hat die «Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz» (SUS) beschlossen, sich für den Wiederaufbau und den Unterhalt der Trockenmauern zu engagieren. Denn diese stummen Zeugen vergangener Handwerkskunst, diese «Chinesischen Mauern Europas», in denen unzählige Kleinlebewesen ein Zuhause finden, gefallen uns. Sie zu erhalten, ist eine Aufgabe der Allgemeinheit, eine Aufgabe des Natur- und Landschaftsschutzes geworden.

Die Suche nach einem Spezialisten, der uns in die Geheimnisse der Bautechnik einführen könnte, hat uns quer durch Europa geführt. Denn in der Schweiz gibt es nur noch wenige Fachleute, die eine Trockenmauer nach allen Regeln der Kunst bauen können. In Schottland, wo diese Handwerkskunst noch eine gepflegte Tradition ist, stiessen wir schliesslich auf Richard Tufnell. Der hervorragende Trockenmaurer und humorvolle Lehrer hat uns nicht nur sein Wissen vermittelt und uns gezielt im Bau von Trockenmauern ausgebildet. Dank seiner Unterstützung und auf der Basis seines Manuals «Building and Repairing Dry Stone Walls» ist auch das vorliegende Buch entstanden. Es soll das notwendige Fachwissen weitergeben, damit ein altes, beinahe vergessenes Handwerk wieder auflebt und auch für die Zukunft erhalten bleibt. Und zudem hoffen wir, dass auch Sie –liebe Leserin, lieber Leser – durch die Lektüre die Lust am selbständigen, fachgerechten Bau von Trockenmauern entdecken.
(Aus dem Vorwort von Marianne Hassenstein, damalige Geschäftsführerin SUS und Frank Rumpe, damaliger Projektleiter Trockenmauern SUS)

31. August 2020

Der Test

Hat zwar «nur» 10 Megapixel, überzeugt aber dennoch mit guter Bildqualität: die E-520 von Olympus.

Geniales Weitwinkelzoom mit guter Lichtstärke und
einem Brennweitenbereich von 11–22 mm.
Sie werden schon längst nicht mehr hergestellt, dennoch finde ich die digitalen Spiegelreflexkameras mitsamt den dazugehörigen Objektiven von Olympus nach wie vor formidable Arbeitstiere. Hier ein paar Beispiele, aufgenommen über Mittag mit der Olympus E-520 und dem 11–22 mm f/2.8–3.5-Objektiv. Und nicht unerwähnt sei in diesem Zusammenhang die unverwüstliche Robustheit von Kamera und Objektiv; also genau das Richtige für den Wanderfotografen.

2. Mai 2020

Nachwuchs am Rücken

Sachen gibt's! Da publiziere ich seit Monaten ausschliesslich Covers von gelesenen Büchern mitsamt ihren Klappentexten und ringe mich für einmal durch, über ein anderes Thema zu bloggen, meinen neusten Rucksack nämlich (siehe Post von gestern), da erwartet mich tags darauf ein Paket vom Münchner Rother Verlag, für den ich den Wanderführer «Rund um Zürich» verfasst habe, und der 2019 erfreulicherweise in zweiter Auflage erschienen ist. Und waseliwas zeigt sich mir nach dem Öffnen der Schachtel? – Ein Rucksack! Weshalb verschickt nun ein Wanderbuchverlag ausgerechnet in diesen wirtschaftlich eher düsteren Zeiten jedem seiner Autoren einen Rucksack? Und dies notabene, nachdem der Verlagsleiter kürzlich per E-Mail mitteilen musste, dass der Pandemie wegen, der Druck von Büchern vorübergehend eingestellt worden sei. Der Grund ist so simpel wie einleuchtend: Der Rother Verlag feiert heuer sein 100-Jahr-Jubiläum!

Der erste Deuter-Rucksack in meiner Sammlung von mehr als 25 Exemplaren ist nicht irgendeiner!


Im vergangenen Jahr wurde ich zudem zur geplanten Jubelfeier auf der Zugspitze von Mitte Mai in diesem Jahr eingeladen. Im März kam dann wegen der Corona-Krise die Absage des Verlages. Man werde die Feier indes im kommenden Herbst nachholen, schrieb der Verlagsleiter Klaus Wolfsperger. Ob es in diesem Jahr noch zu diesem Anlass kommen wird, wissen die Götter. Zu hoffen ist es allemal, denn über eine Zeitspanne von 100 Jahren erfolgreich einen Buchverlag zu betreiben, ist beileibe keine Selbstverständlichkeit. Umso mehr habe ich mich über diese Überraschung und den Nachwuchs für meinen Rücken aus Oberhaching bei München gefreut! Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zu 100 Jahre Rother Verlag!

Ein äusserst funktionelles Bijou, dieser TRAIL 26 von Deuter mit dem schön gestalteten Jubiläumslogo des Rother Verlags.

1. Mai 2020

Mein Arbeitstier am Rücken

Jede und jeder, der regelmässig draussen unterwegs ist, hat seine Lieblingsausrüstungsgegenstände. Einer davon ist für mich ein Rucksack der schwedischen Marke Fjällräven. «Abisko Friluft» nennt er sich. Und weil es ihn – löblich, löblich – in zwei verschiedenen Inhaltsgrössen, jedoch mit der jeweils gleichen Rückenlänge gibt, habe ich mir gleich beide Modelle angeschafft. Einmal in der 45-Liter-Version und zusätzlich in der 35-Liter-Ausgabe. Nebst dem für meinen Rücken optimalen Tragekomfort, besticht die Serie «Abisko Friluft» durch eine sehr gute Verarbeitungsqualität, einer wirklich genialen Fachaufteilung und -zugänglichkeit, sowie dem unwiderstehlichen Material «G 1000», bestehend aus einem Mischgewebe aus Baumwolle und Polyester, das sich seit Jahrzehnten prima bewährt hat. Hinzu kommt, dass Fjällräven ebenfalls seit Jahren auf dieselben dezenten Farben setzt, was die Produkte zu zeitlosen Klassikern macht, die man einfach gernhaben muss. Als Beispiele seien hier auch jene zwei Fjällräven-Jacken erwähnt, die ich mittlerweile seit beinahe 30(!) Jahren regelmässig trage, tadellos zu gebrauchen und betreffend Schnitt und Farbgebung nach wie vor en vogue sind. Das nenne ich im wahrsten Sinn des Wortes eine nachhaltige Produktion, von der sich so manches andere Outdoor-Label ein schönes Stück abschneiden kann. «Tack så mycket, Fjällräven!»

Kein Schnickschnack, kein Bändel zuviel: Das Modell «Abisko Friluft» von Fjällräven ist so etwas von durchdacht und qualitativ hochstehend, dass einer wie der Schrittler einfach mal eine Lanze für diese Marke und insbesondere für dieses Produkt brechen muss. Heja!

20. März 2020

Buchantiquariat im neuen Gewand

Mein Online-Buchantiquariat hat ein neues Gesicht und einen neuen Standort. Die Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kriminalromane, Wanderliteratur, Lebensgeschichten, Berner Mundartliteratur und Diverse sind nun Bestandteil der Verlagswebsite der Edition Wanderwerk. Viel Spass beim Schmökern!


27. Februar 2020

Des Schrittlers Buchantiquariat

Kleine Auswahl aus dem Belletristik-Regal. Foto anklicken zum Vergrössern.















Ab sofort gibt es auf einer gesonderten Seite dieses Blogs ein kleines aber feines Antiquariat mit gebrauchten Büchern zu moderaten Preisen. Bei allen Titeln handelt es sich um sorgfältig ausgelesene Bände gutem bis sehr gutem Zustand. Die Bücher stammen allesamt aus der Bibliothek des Schrittlers. Das aktuelle Angebot enthält Werke aus folgenden Sparten:
  • Belletristik
  • Kriminalromane
  • Lebensgeschichten 
  • Wanderliteratur
  • Berner Mundartliteratur
  • Diverses
Der publizierte Bestand wird laufend ergänzt bzw. im Falle von Verkäufen reduziert. Ein Besuch der Seite lohnt sich daher immer wieder. Hier geht's zur virtuellen Bücherstube.

28. Dezember 2019

Der Hund starb, was er nicht überlebte

Arno Renggli: Der Hund starb – was er nicht
überlebte,
Wörterseh, Gockhausen, 2015
Es gibt eine Art von Komik, die nur spontan und unfreiwillig entsteht. Und dann gibt es Formulierungen, auf die nur junge Menschen kommen können. Beides vereint der «Klub der jungen Dichter», ein Schreibwettbewerb für Schüler vom 5. bis 9. Schuljahr, den die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben seit 1994 jedes Jahr ausschreiben. Bis heute sind dabei über 100 000 Texte entstanden, etwa tausend von ihnen, die besten, wurden in der Zeitung publiziert, erschienen teilweise sogar in Buchform oder als vertonte Fassungen im Schweizer Radio. Jedes Jahr war die Jury aufs Neue ob der Qualität der Texte erstaunt. Ebenso grosse Freude bereiteten zugegebenermassen aber auch die vielen unfreiwilligen Highlights. Und so sammelt die Redaktion seit 1995 neben den besten Geschichten auch die buntesten Stilblüten. Die witzigsten finden sich im nun vorliegenden Buch. Beste Unterhaltung für jedermann, die uns die Tücken und Nuancen der deutschen Sprache anschaulich vor Augen führt. Lachanfälle und unverhoffte Lerneffekte sind garantiert. (Klappentext)

Moors Fazit: Es ist einzig und alleine meiner Vernunft zu verdanken, dass ich bei dieser Lektüre vor Lachen nicht gestorben bin, habe ich doch im jeweils richtigen Moment das Buch zur Seite gelegt, um mir eine mehrstündige Erholung zu gönnen. Die hier wiedergegebenen Stilblüten sind eine echte Kampfansage an jedes Antidepressivum.

25. Mai 2019

Das kleine Glück mit meiner Kleinsten

Mein neustes Pferd im Stall: Die Lumix GM-1 von Panasonic

Vorgestern Abend: Gebraucht-Kamera von Thuner Fotografin gekauft. Das kleinste MFT-Apparätli, das je serienmässig produziert worden ist. Ein Bijou mitsamt tollem Objektiv zu einem schnäppchenhaften Preis. Und alles in einem Zustand, als wäre das Teil gar nie benutzt worden.

Item. Ich: total happy und gestern in der Mittagspause und auf dem Nachhauseweg testfotografierend zugegen. Ich finde, dass sich das Ergebnis durchaus sehen lässt. Mit anderen Worten: Die Kamera und ich, wir verstehen uns bereits (ab)blendend. Die Bildstrecke gibt es hier!

10. Mai 2019

Leicht bekömmliche Brocken

Thomas Widmer: Hundertundein Stein, Echtzeit,
Basel, 2019
Was haben die amerikanische Singer-Songwriter-Legende Bob Dylan und der nach wie vor amtierende Appenzeller Wanderpapst Thomas Widmer gemeinsam? – Es ist die Freude. Die Freude, wenn der Musiker wieder einmal die Schweiz mit einem Auftritt beehrt , die Freude, wenn der tippelnde Arabist ein weiteres Oeuvre vom Stapel lässt. Und: Währenddem Herr Dylan seit Jahren «Like a Rolling Stone» intoniert, befasst sich Herr Widmer in seinem neusten Elaborat ebenfalls mit rollenden Steinen. Aber nicht nur.

In «Hundertundein Stein», einem handlichen Imprimat mit 300 Seiten, führt uns der Autor in alle Ecken der Schweiz. Hin zu Menhiren, Megalithen, Grenzsteinen, Schalensteinen, Findlingen. Und zu jedem dieser Objekte gibt es hübsch recherchierte Geschichten. Widmer entpuppt sich dabei einmal mehr als wunderfitziger Forschungsreisender und begnadeter Erzähler. Das Büchelchen führt dem Leser vor Augen, welche Fülle an bedeutungsvollen Steinen die Schweiz aufzuweisen hat. Dabei hätte es problemlos 202 und mehr Objekte hergegeben, wie der Autor in seinem Vorwort schreibt.

Sie heissen Güggelstein, Mörderstein, Blutstein, Chindlistein, Erdmannlistein, Honigstein, Kabisstein, Matronenstein, Pedra Fitta, Pierre Pendue, Quille du Diable, Teufelsburdi, Lächler oder Schildchrott. Alleine die Namen machen neugierig. Und Widmer ergänzt das Ganze mit Titeln wie: «Tatarinoffs Trouvaille», «Die Kirche hat einen Tumor», «Es tötelet in der City» oder «Der untote Antoine». Die Absicht ist klar: Lesen und hingehen! Aber Obacht: «Hundertundein Stein» ist weder ein Stein- noch ein Wanderführer. Zwar gibt es da und dort ein paar Tipps, über welche Pfade dieser oder jener Brocken zu erreichen ist, dem Leser bleibt es indes überlassen, was er mit Findling und Co. pedestrisch anzustellen gedenkt. Damit die Sache nicht zum Blindflug wird, werden die Koordinaten der Landeskarte auf den Meter genau mitgeliefert.

Ergänzt wird das Bändchen mit stimmigen Fotos von Georg Aerni. Der Couch-Wanderer wird bemängeln, dass nicht jeder Stein abgebildet ist. Dem echten Wanderer wird dies egal sein, denn gerade die fehlenden Fotos spornen zur realen Entdeckungsreise an. Passender Song zum Buch: Like a Rolling Stone, vorgetragen von den Rolling Stones.

Wer den aus dem appenzellischen Stein stammenden Autor live erleben möchte, begebe sich am 12. Juni 2019 ins Zürcher Kaufleuten. Um 20 Uhr beginnt die Buchvernissage von «Hundertundein Stein».