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19. Juli 2026

Grosse Entdecker

Hans-Joachim Löwer + Alexandra Schlüter:
Grosse Entdecker, Piper, München, 2011
Ob Christoph Kolumbus, Fernando de Magellan oder Mary Kingsley: Die Pioniere vergangener Zeiten schrieben Geschichte, entdeckten neue Länder, umsegelten die Welt, bezwangen Wüsten, lieferten sich Wettläufe zu den Polen. Sie kehrten als Eroberer, Helden oder Verlierer zurück. Und manch einer bezahlte seine Entdeckerlust mit dem Leben. Die 100 bedeutendsten Forscher und Entdecker, bekannte und weniger bekannte, versammelt dieses kompakte und spannende Leselexikon. (Klappentext)

Was der Klappentext verschweigt: Auch manch ein Entdeckter bezahlte mit seinem Leben. 

29. Mai 2026

Edition Wanderwerk – die Chronologie 1

Wie ich zum Verleger wurde

Mitte der 1990er-Jahre keimte in mir der Wunsch, ein Buch zu schreiben, dieses auch selber zu gestalten und zu veröffentlichen. Doch zu jener Zeit waren dies für mich unüberwindbare Hürden. Einerseits fehlte mir eine entsprechendes Desktop-Publishing-Programm und andererseits das nötige Kleingeld, um den Druck eines Buches finanzieren zu können. Und von den Vertriebsmöglichkeiten gar nicht zu reden ...

Mit der galoppierend fortschreitenden Entwicklung der gesamten Informatikbranche, wurden in den Nullerjahren die Möglichkeiten für das sogenannte Self-Publishing erheblich erleichtert. Die Firma Adobe machte mit seinem Programm «InDesign» dem damaligen Branchenkrösus «Quark» sein «QuarkXPress» streitig, indem ersteres um einiges billiger und in der Handhabung auch etliches einfacher war.

Ich nutzte also die Gunst der Stunde, beschaffte mir das «InDesign CS2» und begann, mich anhand von Fachliteratur in das unendlich weite Feld der typografischen Gestaltung zu vertiefen. Gleichzeitig galt es, dieses «InDesign» als Benutzer zu begreifen, denn, in gewissen Fällen funktionierte das Programm völlig anders als das mir bis dahin vertraute «Word» von Microsoft. Nebenbei bemerkt: Wenn du einmal mit einem professionellen Layout-Programm arbeitest, dann verfluchst du dieses «Word» beinahe täglich.

Die stilsichere Buchgestaltung ist das eine, das Finden einer qualitativ guten aber dennoch preisgünstigen Druckerei  das andere. Fündig wurde ich schliesslich bei einer Online-Druckerei in Berlin, wo ich die ersten 150 Exemplare herstellen liess. (Aufgrund der exorbitanten Preise und Auflagenstärken fielen  sämtliche Anbieter in der Schweiz ausser Rang und Traktanden.)

Währenddem ich nach der Erteilung des «Gut-zum-Druck» auf die Lieferung der Bücher wartete, gestaltete unter www.wanderwerk.ch eine Webseite, auf welcher das Buch präsentiert wurde und ergo auch bestellt werden konnte. Gleichzeitig bereitete ich ein Presse-Comuniqué an die Lokalzeitungen vor, das ich nach Erhalt der Bücher versenden würde.

Das Cover der ersten zwei Auflagen
Im März 2009 war es dann soweit: Ich hielt mein erstes selbstgeschriebenes und -gestaltetes Buch in den Händen «Schritt für Schritt» lautete sein Titel und vereinigte «63 Wandertaten in der Schweiz und Umgebung». Der Klappentext beschreibt das Buch so: Seit seiner Jugend wandert René P. Moor ohne Unterlass. «Das Leben ist zu kurz, um nicht zu Fuss zu gehen», lautet das Credo. Die «Wandertaten», wie er seine Unternehmungen per pedes nennt, führen ihn in alle Landesteile der Schweiz sowie ins angrenzende Ausland. Mal geht es auf verschwundenen Pfaden durch die Wildnis des Tessins, mal durch die Ödnis der Oltner Agglomeration, dann auf stillgelegter Bahnlinie durch den Bregenzerwald, über Stock und Stein dem Sonnenaufgang entgegen, auf dem Jakobsweg zu kulturhistorisch bedeutsamen Stätten oder zum vermeintlichen Mittelpunkt der Schweiz. Und wenn es sein muss, trägt er auch mal einen Barhocker auf einen Alpengipfel oder schreitet in einem Tag sämtliche Strassen und Wege einer politischen Gemeinde ab.

Angelica Schorre von der Zeitschrift «Wanderland» schrieb zu meinem Erstling: Augen und Herz sind offen für das unspektakulär Schöne, für das unfreiwillig Komische. In seinen «Wandertaten» erzählt Moor liebenswürdig-frech darüber.

Das Cover der dritten Auflage
Die Resonanz in der Öffentlichkeit war für ein solches Werk erfreulich. Nicht nur der «Berner Oberländer» und das «Thuner Tagblatt» berichteten darüber, auch Wanderkolumnist Thomas Widmer erwähnte «Schritt für Schritt» in der «Weltwoche». Sowohl Privatpersonen als auch Buchhandlungen bestellten das Buch, weshalb ich schon bald eine zweite Auflage drucken lassen musste. Und weil auch die recht schnell wieder vergriffen war, ich jedoch mit der Berliner Druckerei sowie meiner typografischen Gestaltung noch nicht ganz glücklich war, machte ich mich auf die Suche nach einer anderen Druckerei und gestaltete das Buch neu. Die dritte Auflage kann nach wie vor in meinem Verlag gekauft werden.

28. Februar 2026

Der Weg ist mein Zuhause

Philipp Fuge: Der Weg ist mein Zuhause,
Knesebeck, München, 2021
272 Tage zu Fuss unterwegs, über 6500 Kilometer und 35 Breitengrade durch sieben Länder: Was für viele Wanderer ein Traum bleibt, hat Philipp Fuge in die Tat umgesetzt. Er durchquert Europa vom südlichsten Festlandszipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, quer durch alle Klimazonen und Jahreszeiten. Während im spanischen Januar der Winter zum Frühling wird, wähnt sich Philipp im norwegischen Spätsommer schon tief im Herbst.

Die Route führt ihn von Spanien nach Frankreich durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland bis an sein Ziel in Norwegen. Er spricht kein Spanisch und auch kein Schwedisch, ist fünf Monate auf dem Weg Richtung Norden vollkommen auf sich allein gestellt, aber Sprache ist beim Wandern kein Problem. Philipp Fuge trifft auf seinem Weg viele herzliche Menschen, die seine Reise einzigartig machen. Er erspürt die Eigenheiten der Länder und Regionen und die Besonderheiten der Landschaften, die er durchwandert. Auch die Schönheit der Natur lernt er durch seine entschleunigte Fortbewegung wieder viel mehr zu schätzen. Dass er bei dieser Wanderung kein einziges Mal seinen Pass vorzeigen muss, macht seine Reise aber auch zu einem Plädoyer für ein Europa ohne Grenzen
. (Inhaltsangabe zum Buch)

13. Februar 2026

Mein neustes Œuvre: «Im Wald»


Vom April 2021 bis Januar 2026 ging ich in 25 Tagesetappen eine über 410 Kilometer lange Strecke quer durch das Schweizer Mittelland. Mein Ziel war es, so oft wie irgendwie möglich, im Wald oder am Waldrand zu wandern. Um die Natur noch intensiver erleben zu können, übernachtete ich auf mehr als der Hälfte der Etappen im Wald. Weil sich das Projekt über mehrere Jahre hinzog, war es mir vergönnt, das ganze Spektrum der vier Jahreszeiten in vollen Zügen in mich aufnehmen zu können. Dies widerspiegelt sich auch in insgesamt 170 feinfühligen Farbfotos. Ergänzt wird der soeben erschienene Band «Im Wald» mit einem informativen Text, vier Routenkarten und einer Etappenübersicht.

Das 198-seitige Buch ist ab sofort in meinem Verlag, der Edition Wanderwerk, erhältlich. Hier gibt es auch eine Seh- und Leseprobe.

29. Juli 2025

Der Wächter des Matterhorns

Kurt Lauber: Der Wächter des Matterhorns,
Droemer, München, 2012
Wenn Kurt Lauber Glück hat, ist es noch früh am Tag und das Wetter so gut, dass er und seine Kollegen von der Zermatter Bergrettung ein paar unerfahrene Touristen, die sich überschätzt haben per Helikopter einsammeln können. Doch wenn es schlecht läuft, erlauben Gelände, Schneesturm und Dunkelheit nur eine Rettung zu Fuss. Dann ist er schon mal siebzehn Stunden unterwegs und setzt sein Leben aufs Spiel, um Verletzte oder im schlimmsten Fall tödlich Verunglückte zu bergen.

Kurt Lauber lebt ein abenteuerliches und abwechslungsreiches Leben. Denn seit mehr als fünfzehn Jahren betreibt er auch die Hörnlihütte am Matterhorn – auf 3260 Meter Höhe. In der Hochsaison stellt ihn der Ansturm der Bergsteiger vor grosse Herausforderungen: Bei idealen Voraussetzungen brechen morgens über hundert Alpinisten auf, um das Matterhorn zu besteigen. Während einer Schlechtwetterperiode hingegen kann es auf der Hütte ziemlich einsam sein.

Kurt Lauber erzählt, was er bei seinen gefährlichen Rettungseinsätzen in den Bergen rund um Zermatt erlebt hat. Und er schildert, wie er und sein Hüttenteam eine eingeschworene Familie auf Zeit bilden. Ein beeindruckender Bericht vom Leben und Arbeiten vor dem Panorama des mächtigen Matterhorns (Klappentext)

Dieses Buch ist in meinem Antiquariat unter der Rubrik «Alpinismus» erhältlich.

18. Juni 2025

Neuer Look

Manchmal trifft es dich wie ein Blitz. Fällt dir wie Schuppen von den Augen. Lässt dich nicht mehr los. So erging es mir die vergangenen Tage. Eine plötzliche Eingebung liess mich an die Webseite meines Buchverlägleins denken, konkret an jene Seite, wo die Bücher bestellt werden können. Eine innere Stimme sagte mir, dass ich hier etwas ändern, verbessern sollte. Das Thema liess mich nicht mehr los. Konnte ich nicht einschlafen, werkelte ich im Geiste an besagter Seite herum. Wachte ich mitten in der Nacht auf, grübelte ich weiter. Auf der Fahrt ins Büro skizzierte ich den neuen Look der Seite auf ein Stücklein Papier. 

Und so machte ich mich gestern ans Werk, gestaltete die Bestellseite komplett um: von der beinahe endloslangen Liste mit den aktuell 39 lieferbaren Titeln in willkürlicher Reihenfolge, hin zu einer übersichtlichen Tabelle mit den Autorinnen und Autoren in alphabetischer Reihenfolge. Gleichzeitig verpasste ich jedem Titel eine Bestellnummer – in numerischer Reihenfolge des Publikationszeitpunktes –, die ich zusätzlich auf jeder einzelnen Buchseite einfügte. Doch damit nicht genug: Die «technischen» Angaben zu jedem Buch gliederte ich neu, so dass diese nun besser lesbar sind.

Alles in allem eine Arbeit von vier Stunden, mit einem Ergebnis, dass sich meiner Meinung nach, sehen lassen kann. Am besten gleich in der Online-Version.

Die Bestellseite der Edition Wanderwerk im neuen, übersichtlichen Look.

Das Bestellformular ist ebenfalls übersichtlicher gestaltet worden.

Jede Buchseite weist nun besser lesbare Informationen zum jeweiligen Titel auf.

11. Juni 2025

Schweiss der Sonne, Tränen des Mondes

Peter Lourie: Schweiss der Sonne, Tränen
des Mondes, Piper, München, 1994
Während eines Studienaufenthaltes in Equador lernt Peter Lourie einen reichen Grossgrundbesitzer kennen, der ihm von einem fabelhaften Schatz der Inkas erzählt. Gibt es diesen Schatz tatsächlich? Oder handelt es sich bloss um eine faszinierende Fiktion? Lourie macht sich auf in den Nebelwald Equadors, auf der Suche nach den letzten Nachfahren der Inkas und nach einem Schatz, den es vielleicht gar nicht gibt. (Inhaltsangabe im Buch)

17. April 2025

Die Klappentextlosen VII

Weitere neun Bücher, die ich gelesen habe, und die über keinen Klappentext verfügen, den ich so mir nichts, dir nichts hätte abkupfern können. «Die Patrizierin» von Josef Viktor Widmann fand ich indes so gut (alleine das Cover ist eine Augenweide), dass ich sie in meiner Edition Wanderwerk in sanft überarbeiteter Form und inklusive Klappentext herausgebracht habe.

Wolfdietrich Schnurre: Ein Fall für
Herrn Schmidt, Reclam, Stuttgart
1962
Josef Viktor Widmann: Touristennovellen,
Cotta'sche Verlagsbuchhandlung, 
Stuttgart, 1892
Albert-Louis Chappuis: Die Leute vom
Grathof, Mon Village, Vulliens, 1970
Ernst Zahn: Lukas Hochstrassers Haus,
C. Bertelsmann, Gütersloh, 1949
Kurt Pahlen: Denn es ist kein Land wie dieses,
Benteli, Bern, 1971
Jakob Hardmeyer: Die Gotthardbahn,
Verlag Hans Rohr, Zürich, 1979,
faksimile Ausgabe des Originals von 1888
Josef Viktor Widmann: Die Patrizierin,
Schmid/Francke & Co., Bern, 1888
Elsa M. Hinzelmann: Irrweg im Nebel,
Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich,
1943
Mrs. Henry Freshfield: Eine Sommertour in
Graubünden + den italienischen Tälern des
Piz Bernina, Nardo Lori, Basel, 2021


20. Januar 2025

«Schweizereien» – 26 pedophile Taten


Für 2024 habe ich mir vorgenommen, in jedem der 26 Schweizer Kantone je eine Wanderung zu absolvieren. Hierbei legte ich mir zwei Rahmenbedingungen zu Grunde: Einerseits dürfen die Routen von mir bisher nicht begangen worden sein, andererseits müssen sie ausschliesslich im betreffenden Kanton verlaufen. So ist am Ende ein Panoptikum in Buchform mit 26 Texten und 184 Farbfotos über ein Land entstanden, dessen Vielfältigkeit in jeglicher Hinsicht seinesgleichen sucht. Anhand der minimalen Routenangaben im Buch sowie den herunterladbaren GPS-Tracks lassen sich meine 26 pedophilen Taten auch nachwandern. Das Buch kann direkt in meinem Verlag, der Edition Wanderwerk, bestellt werden. Guckst du hier.

Als kleiner Glustigmacher sei nachfolgend das Inhaltsverzeichnis wiedergegeben:
  • ZG: Heiliger und unheiliger Krieg
  • BE: Amiet und Hesse im Vorbeigang
  • NE: Licht und Schatten
  • SO: Turm ohne Aussicht
  • AR: Das Höndli
  • AG: Emily
  • GE: Der Bambus-Frevler von Chancy
  • VS: I Dra-in, I Tórin-Nou und etwas Erde
  • JU: Zwischenfall in Fahy
  • SH: Ab durch die Mitte
  • LU: Meine erste Nacht mit Xunshang
  • TI: Irrfahrt im Bleniotal
  • ZH: Die Ueber-Bein-Bahn
  • TG: Ein Seeli für die Seele
  • NW: Auf Zebrajagd ob Emmetten
  • BS: Pinkeln in der Uniklinik
  • VD: Vortritt für Wanderer?
  • SZ: Goldau, Gätterli, Gersau
  • SG: Bäbätsch
  • FR: Der Massenmord bei Santifaschtus
  • GL: Die Schlange und der Heli
  • GR: Furschela da Tschitta
  • OW: Es lebe der Hudigäägeler!
  • AI: Auf ein Bierchen mit dem Papst
  • UR: Eine runde Sache
  • BL: Dies- und jenseits der Frenke

19. Dezember 2024

Reise durch die Schweiz

Diverse Autoren: Reise durch die Schweiz,
Manesse, Zürich, 1991
Gereist wurde schon immer, und dies zu ganz verschiedenen Zwecken. Man unternahm Entdeckungsfahrten im Interesse des Handels, Wallfahrten friedlicher und kriegerischer Natur, wissenschaftliche Expeditionen auf Kosten des Staates. Recht früh begab man sich auf Reisen, um sich Allgemeinbildung anzueignen. Die «Grand Tour» für Söhne der englischen Oberschicht war sprichwörtlich und hatte Tradition. Der Schritt zum Reisen aus reinem Vergnügen, die Lustreise für breitere Kreise war ein kleiner, und der Sinn für fremde Naturschönheiten, insbesondere für die Gebirgswelt, entwickelte sich rasch.

1777 wurde eine ganz neue Gattung Buch angeboten: Reiseführer. Der erste überhaupt hiess «Handbuch für Reisende durch die Schweiz». Die verbesserte Ausgabe, «Anleitung, auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweiz zu reisen» von JG. Ebel, gehörte auch zu James Fenimore Coopers Reisegepäck. Er lobt in seinem Bericht «Sketches of Switzerland» (1836) mehrmals Ebels Büchlein. Cooper, der mit einem der fingierten Briefe in unserem Band vertreten ist, berichtet getreulich, was er auf seiner Schweizer Reise sah. Eine Generation später macht sich sein Landsmann Mark Twain bereits mit entlarvender Schärfe über den Touristenrummel lustig.

Wohl sind ältere Berichte reisender Literaten überliefert. Humanisten, Barockdichter haben das Mittelland beschrieben und bei Passüberquerungen vor allem von Schrecknissen und Ungemach berichtet. Aber die erste ästhetische Würdigung des Hochgebirges stammt von Albrecht von Haller. Durch sein Gedicht angeregt, begann der Touristenandrang in die schweizerischen Alpen und die Schweiz überhaupt. Eine bedeutende Reiseliteratur, nicht nur wissenschaftlicher Art, ist entstanden: Reisebeschreibungen im eigentlichen Sinn, Bemerkenswertes, Merkwürdiges, Begeistertes und Kritisches, Stimmungsbilder sind in die Weltliteratur eingegangen von Dichtern über die Schweiz, die den einen als Reiseziel, den an dem als Durchgangsland einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
(Klappentext)

19. November 2024

Überleben in Extremsituationen

John Geiger: Überleben in Extremsituationen,
Piper München, 2009
Totgeglaubte Polarfahrer, Segler in Seenot, verunglückte Bergsteiger, die wie durch ein Wunder überlebten. Die einen nennen es Wille Gottes, die anderen Schicksal. Doch seit Ernest Shackleton berichten Überlebende immer wieder von einer fast physisch spürbaren Präsenz in Extremsituationen, die ihnen den Ausweg aus der Gefahr «diktierte». Jahrelang hat John Geiger dieses Phänomen erforscht und präsentiert in seinen fesselnden Berichten überraschende und weitreichende Einsichten. (Klappentext)

24. Oktober 2024

Burgistein–Heidelberg zu Fuss: «Nordwärts» ist da!

René P. Moor: Nordwärts – Zu Fuss von Burgistein nach Heidelberg, Edition Wanderwerk,
Burgistein 2024


Mich treibt seit Jahrzehnten schon ein Traum um: Vom Wohnort am Rand der Berner Alpen zu Fuss bis ans Nordkap. Weil mir in meinem mitunter hektischen Berufsalltag keine längeren Auszeiten vergönnt sind, machte ich mich 2016 vorerst tageweise und ab 2018 wochenweise mit dem Zelt auf die Socken und strebte unermüdlich in Richtung Norden. Doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben während vier Jahren einen Strich durch die Rechnung, ehe ich 2023 den Faden wieder aufnahm. In insgesamt 28 Etappen schaffte ich es durch die halbe Schweiz, den Schwarzwald und den Kraichgau bis an den Südrand des Odenwaldes in die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg. Im soeben erschienenen Buch erzähle ich von meinen Erlebnissen und Eindrücken, die ich mit 160 Farbfotografien ergänzend dokumentiere. Der Text-/Bildband ist ab sofort hier in der Edition Wanderwerk erhältlich.

13. September 2024

Widmer wundert sich weiter

Thomas Widmer: Neue Schweizer Wunder,
Echtzeit Verlag, Basel, 2024, 232 Seiten
Es ist nie zu spät für eine Rezension, insbesondere wenn es um eine weitere Perle aus dem Schaffen des unermüdlichen Thomas Widmers geht. Im vergangenen Mai legte er nämlich das Folgebändchen zu «Schweizer Wunder» vor: «Neue Schweizer Wunder». Wie der längst zum Wanderpapst avancierte Exil-Appenzell-Ausserrhödler im Vorwort betont, geht es ihm auch diesmal nicht um esoterischen oder schwärmerischen Firlefanz, sondern um Merkwürdigkeiten aus Natur, Geografie, Geschichte und Gegenwart, die ihm auf seinen Wanderungen immer wieder begegnen. Wunderbares und Wundervolles eben. Widmers Chuzpe ist es zu verdanken, dass er dem unterwegs Angetroffenen jeweils auf den Grund zu pflegen geht, hier recherchiert und da nachforscht, denn nicht selten offenbaren sich erst so die eigentlichen «Wunder». Insgesamt deren 103 sind es diesmal geworden.

Einmal mehr hat der Autor versucht, eine ausgewogene geografische Mischung zu schaffen. Speziell gut sichtbar wird dies in der mitgelieferten Schweizerkarte, die – kleiner Marketingtrick – auch die Wunderstandorte des ersten Bandes zeigen. Wer also zuerst den zweiten Band kauft, wird so mit einem Schlag visuell auf den ersten neugierig gemacht. Eigentlich müssten nun an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem neuen Buch erwähnt werden. Doch der Rezensent lässt dies bewusst bleiben, nicht, weil er das Buch nicht gelesen hat (bewahre, bewahre!),  diese Besprechung muss schlicht und einfach reichen, um die Leserschaft «gwundrig» genug gemacht zu haben. 

Fazit: Thomas Widmers «Neue Schweizer Wunder» sind, wie alle seine Werke, superb getextet und süffig zu lesen. Wo Widmer drauf steht ist auch Widmer drin. Wen wundert's?

7. Juli 2024

Centovalli und Valle Vigezzo

Carlo Weder, Peter Pfeiffer: Centovalli und Valle Vigezzo,
AS Verlag, Zürich, 1997
Wer möglichst schnell in den Süden, ans Meer fahren will, wird mit den Centovalli und deren italienischer Fortsetzung, der Valle Vigezzo, nie Bekanntschaft machen. Denn die Täler liegen abseits der grossen Verkehrsströme, sie verbinden das Tessin mit der Toce-Ebene oder, anders gesagt, die Gotthard-mit der Simplon-Transitachse. Durch ihre Abgeschiedenheit und die ausgeprägte Topographie – der Name Centovalli (hundert Täler) weist auf die stark zerklüfteten Flanken dieses Tals hin – konnten sie ihre traditionelle, alpin geprägte Kultur bis in die Gegenwart bewahren.

Nirgendwo sonst findet man 50 viele malerische, in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Dörfer wie in den Centovalli und der Valle Vigezzo. Einmalig ist auch die Schmalspurbahn, welche die beiden Täler erschliesst und die Städte Locarno und Domodossola verbindet. Sie konnte nach einem Vierteljahrhundert Planungs- und Bauzeit 1923 eröffnet werden und erfüllt seither wichtige Funktionen sowohl für den Regionalverkehr als auch für Transitreisende, die vom Tessin in die Westschweiz oder nach Bern und ins Berner Oberland gelangen wollen. Und als eigentliche Gebirgsbahn – sie überwindet mehr als 1100 Meter Höhendifferenz – durch eine wilde, zuweilen unbezähmbare, aber immer pittoreske Landschaft wird sie auch von Touristen rege benützt.

Das vorliegende Buch stellt die Centovalli und die Valle Vigezzo in Wort und Bild als eine die politischen Grenzen übergreifende Natur- und Kulturlandschaft dar. Auf einer Reise von Locarno nach Domodossola werden die Dörfer auf der Strecke besucht, in denen man noch viel traditionelle Lebensart pflegt und die oftmals Kunstschätze und Kulturgüter bergen, die den Vergleich mit weit berühmteren Objekten nicht zu scheuen brauchen. Abstecher in die Seitentäler und auf die Berge beidseits der Haupttäler führen die Vielseitigkeit der Natur der Centovalli und der Valle Vigezzo eindrücklich vor Augen. Und ein Kapitel ist der Eisenbahn in den Tälern gewidmet, deren wechselhafte Projektierungs-, Bau- und Betriebsgeschichte ausführlich nacherzählt und mit vielen – teils bislang unveröffentlichten – Bildern belegt wird.
(Klappentext)

24. April 2024

Mit 3 km/h durch Mitteleuropa

Rudolf Leuenberger: Begegnungen, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2024
Soeben ist in meinem kleinen Verlag ein neuer Titel erschienen: «Begegnungen» heisst er und erzählt von Weitwanderungen durch Mitteleuropa. Kaum im frühzeitigen Ruhestand, beginnt Rudolf Leuenberger (1933–2014) mit dem Fernwandern. Für jedes Jahr bestimmt er anhand einer Landkarte eine Stadt im umliegenden Ausland als Ziel, zieht eine Luftlinie von seinem Wohnort Zollikofen bei Bern und geht hernach meist den Flüssen entlang seinen Weg. Hierbei ist für den vielseitig interessierten Menschenfreund die körperliche Leistung Nebensache. Seine Kontaktfreudigkeit bringt ihm täglich neue Begegnungen und Bekanntschaften, auch wenn er der Landessprache nicht immer mächtig ist.

Die Neugier, was ihn hinter dem nächsten Hügel erwartet, hat den Autor immer wieder neu beflügelt. So sind insgesamt 14 Berichte von Wanderungen durch die Schweiz nach Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, Österreich, Luxemburg, Belgien, Holland, Tschechien und Österreich entstanden – ergänzt mit Ausrüstungs- und Orientierungstipps, aber auch mit tiefgründigen Gedanken über Gott, die Welt und anderem.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich, wo auch eine Leseprobe heruntergeladen werden kann.

8. Oktober 2023

Mein Leben am Limit

Reinhold Messner: Mein Leben am Limit,
Piper, München, 2004
«Die Welt war nicht grösser als dieses Tal. Man ging auf die Almen, um Heu zu holen. Weiter ging man nicht.» – Reinhold Messner ist von Anfang an weiter gegangen als die anderen, hat immer wieder Tabus gebrochen. Früh liess er das enge Tal seiner Südtiroler Kindheit hinter sich, erreichte als erster den Gipfel des Everest ohne Sauerstoffmaske und bestieg alle vierzehn Achttausender. Nach der Felskletterei und dem Höhenbergsteigen bezwang er zu Fuss die grössten Sand- und Eiswüsten der Erde. «Ich gehe freiwillig in die Hölle», schreibt er heute.

Nach seiner Zeit als EU-Parlamentarier treibt er inzwischen in Eigenregie sein ehrgeiziges Bergmuseumsprojekt voran. Was aber beflügelt diesen Erfolgsmenschen? Woher schöpft er Kraft und Phantasie, sich immer wieder neu zu erfinden? Im Gespräch mit Spiegel-Reporter Thomas Hüetlin spricht Reinhold Messner über seine Heimat, seine Familie, Freundschaft und Egoismus, über das Scheitern und über seinen Instinkt, fast immer das Richtige zu tun. (Inhaltsangabe im Buch)

2. August 2023

Meine «Wegrandnotizen» 1990–2010

René P. Moor: Wegrandnotizen – Wander-
tagebuch 1990–2010, Edition Wanderwerk,
Burgistein, 2023
Endlich mal wieder etwas aus eigener Feder: Soeben ist der zweite Band meiner «Wegrandnotizen» erschienen. Er vereint die Wandertagebücher aus der Zeit von 1990 bis 2010. Die zwei Dekaden waren geprägt von verschiedenen Projekten und Vorhaben. Genannt seien zum Beispiel mein Outdoor-Unternehmen «Alpentrek» oder der von den Naturfreunden Schweiz lancierte «Kulturweg Alpen», dessen Projektleiter ich war. Mit dem Aufkommen des Internets änderten sich bekanntlich die verfügbaren Informationsquellen fundamental, was sich durchaus positiv auf die Vor- und Nachbereitung meiner Wandertaten auswirkte. Da war aber auch mein Rücken, der mir nach der Jahrtausendwende immer wieder zu schaffen machte. Nichtsdestotrotz wanderte ich unermüdlich weiter und schrieb fleissig Tagebuch – mal mehr, mal weniger. 

Das hübsche Bändchen zählt 196 Seiten und ist ab sofort in der Edition Wanderwerk oder in jeder guten Buchhandlung erhältlich.

28. Mai 2023

Bushcraft 101

Dave Canterbury: Bushcraft 101, Anaconda
Verlag, München, 2017
Viele träumen davon, einmal ganz auf sich gestellt die Abenteuer und Schönheit der freien Natur zu erleben. Doch worauf muss man achten, damit man stets genug Wasser hat, ein sicheres Nachtlager findet und das Gepäck nicht zu schwer wird? Der Überlebenskünstler Dave Canterbury bereitet Sie perfekt auf Ihre Tour in die Wildnis vor und erklärt die wichtigsten Fertigkeiten, um die Ressourcen der Umgebung geschickt zu nutzen. Sie lernen, Werkzeug herzustellen, Essen zu finden, sich vor dem Wetter zu schützen und bekommen dabei einen besonderen Zugang zur Natur. «Bushcraft 101» – der Survival-Guide für jede Situation! (Klappentext)

24. Mai 2023

Donau-Impressionen

Werner Rosenbusch: Donau-Impressionen, Verlag Passavia,
Passau, 1990
Wieder hat der malende Fusswanderer Rosenbusch sein Ränzel geschnürt. Das Wandern an den Flüssen erscheint ihm besonders reizvoll, weil dort die Natur am sichtbarsten arbeitet und an diesen Urverkehrswegen Natur und Kultur noch lebendig sind.

Kraftvoll und sensibel geht er mit Farbe und Stift den Erscheinungen nach, er sieht nicht nur die Attraktionen der Donau, sondern ihre oft verborgenen, lyrischen Winkel, dort, wo sie spürbarer atmet und den Hauch des Unberührbaren verbreitet. Wenn man diesen besonders reizvollen Band aus der Hand legt, weht einem noch lange der frische Wassergeruch um die Nase.
(Klappentext)

16. Mai 2023

Nicht nur des Müllers ... auch des Gesellen ...

Ernst Moser: Wandern ist des Gesellen Lust,
Edition Wanderwerk, Burgistein, 2023
Vor ein paar Tagen hat die Druckerei meines Vertrauens den 33. Titel für die Edition Wanderwerk angeliefert. «Wandern ist des Gesellen Lust – Drei Berner auf der Walz» heisst das nette Büchelchen im rucksacktauglichen Postkartenformat. Und davon handelt sein Inhalt:

Im zarten Alter von 19 Jahren macht sich der gebürtige Emmentaler Ernst Moser auf die berufliche Wanderschaft. Den gelernten Drechsler zieht es 1889 in den Kanton Zürich. Doch familiäre Umstände zwingen ihn schon bald, nach Hause zurückzukehren. Es vergehen indes fünf Jahre, ehe er mit zwei Berner Handwerkern, einem Schreiner und einem Typografen, zu Fuss in Richtung Norden aufbricht. Was die drei Walzbrüder auf ihrer anderthalbjährigen Reise durch Deutschland, Österreich-Ungarn, Kroatien, Italien, Monaco und Frankreich erleben, schildert der Autor in lebendiger Sprache und gelegentlich auch mit einer Prise Humor.

Ernst Moser erzählt also aus einer längst vergangenen Zeit, die wir uns kaum mehr vorstellen können. Mit umso grösserer Freude darf ich deshalb die 152 Seiten zur Lektüre weiterempfehlen. Sie passen auch bestens zum anstehenden Sommer. Das Werk ist wie immer direkt bei der Edition Wanderwerk oder im gut sortierten Buchhandel erhältlich.