17. September 2026
24. Oktober 2025
Die blaue Linie
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| Daniel de Roulet: Die blaue Linie, Limmat, Zürich, 1996 |
Max, der im Widerspruch zwischen erfolgreichem Architekten heute und politischem Aktivisten damals lebt, hat sich eine Zeit unter vier Stunden vorgenommen. Während des Rennens wird Vergangenes wieder gegenwärtig – sein Lauf durch die Nacht von K. nach Olten, nachdem der Pavillon auf dem AKW-Gelände gesprengt worden war, eine Frau, die sich ihm während des Laufes unvermittelt in Erinnerung ruft, die Flucht Gustave Courbets in die Schweiz, weil er in der Pariser Commune die Vendôme-Säule umgestürzt haben soll.
In diesem Roman zwischen Fiktion und literarischer Aneignung schildert Daniel de Roulet die Biographie einer Generation. (Klappentext)
AG: Kaiseraugst, Aargauer Jura BL: Baselbieter Jura SO: Solothurner Jura, Olten USA: New York City
Georgio Bellini, der gewalttätige Politaktivist, als logische Inspiration für den Schriftsteller de Roulet17. Oktober 2024
26 Kantone 26 Wanderungen – 23 bis 26
| Strenge Bergwanderroute in Obwalden: Melchtal – Hohmad – Sachseln |
| Sanftes Auf und Ab im Innerrhodischen: Jakobsbad – Hannebuebes – Weissbad |
| Tolle Bergwanderung im Schächental (UR): Unterschächen – Wannelen – Unterschächen |
| Happige Runde im Waldenburgertal (BL): Waldenburg – Spittel – Oberdorf |
| Route | km | Datum | |
| AG | Seon – Lütisbuech – Brunegg | 15,5 | 27.1.24 |
| AI | Jakobsbad – Hannebuebes – Weissbad | 11,4 | 10.9.24 |
| AR | Herisau – Ober Waldstatt – Urnäsch | 14,3 | 19.1.24 |
| BE | Riedtwil – Rütschelen – Langenthal | 17,0 | 3.1.24 |
| BL | Waldenburg – Spittel – Oberdorf | 15,0 | 17.10.24 |
| BS | Basel SBB – Claramatte – Basel SBB | 14,2 | 25.5.24 |
| FR | St. Silvester – Chrüzflue – Plasselb | 11,4 | 18.7.24 |
| GE | Chancy – Champlong – La Plaine | 14,2 | 3.2.24 |
| GL | Mühlehorn – Ober Mürtschenalp – Glarus | 19,8 | 26./27.7.24 |
| GR | Preda – Furschela da Tschitta – Tinizong | 18,3 | 11./12.8.24 |
| JU | Buix – La Tenie – Chevenez | 19,2 | 9.3.24 |
| LU | Gelfingen – Ballwil – Emmenbrücke | 26,7 | 6./7.4.24 |
| NE | Les Sagnettes – St-Sulpice – Les Verrières | 14,0 | 12.01.24 |
| NW | Emmetten – Bärenfallen – Dallenwil | 21,0 | 10./11.5.24 |
| OW | Melchtal – Hohmad – Sachseln | 13,2 | 7.9.24 |
| SG | Seebensäge – Stockberg – Nesslau | 12,3 | 14.7.24 |
| SH | Siblingerhöhe – Langer Randen – Schaffhausen | 16,7 | 29.3.24 |
| SO | Olten – Rumpelhöchi – Hägendorf | 10,4 | 16.1.24 |
| SZ | Arth-Goldau – Gätterlipass – Gersau | 11,0 | 28.6.24 |
| TG | Diessenhofen – Rodebärg – Eschenz | 16,1 | 5.5.24 |
| TI | Rodi – Dalpe – Faido | 12,3 | 16.4.24 |
| UR | Unterschächen – Wannelen – Äsch – Unterschächen | 12,6 | 20.9.24 |
| VD | Col-de-Bretaye – La Taveyanne – Gryon | 15,9 | 1.6.24 |
| VS | Arbaz – Chandolin – Ardon | 17,9 | 19.2.24 |
| ZG | Sihlbrugg – Edlibach – Oberägeri | 13,9 | 1.1.24 |
| ZH | Zürich HB – Küsnacht – Meilen | 16,8 | 17.2.24 |
3. Mai 2024
Tessiner Verwicklungen
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| Sandra Hughes: Tessiner Verwicklungen, Kampa, Zürich, 2020 |
20. August 2023
Das Disaster von Münchenstein
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| Stefan Haenni: Eiffels Schuld, Gmeiner, Messkirch, 2023, 246 Seiten |
Ein bunter Mix also, den der Autor in einem raffiniert konstruierten Plot zu einer Geschichte verdichtet hat, die nicht nur an verschiedenen Orten, sondern auch in verschiedenen Zeiten spielt. Was kompliziert klingt entpuppt sich bei der Lektüre, nicht zuletzt dank der kurzen Kapitel, als spannendes Hin und Her und somit als Pageturner, den man, wie es das Prädikat vermuten lässt, innert Kürze verschlingt. Wie schon bei seinem Kriminalroman «Brahmsrösi» ist es Stefan Haenni gelungen, historische Fakten auf gekonnte Weise mit Fiktivem zu kombinieren, so dass der Leserschaft nebst einer tragischen Liebes- und Detektivgeschichte einiges an vielleicht längst Vergessenem zuteil wird – den Recherchen des Autors und seiner subtilen schriftstellerischen Freiheit sei es gedankt. In diesem Sinne warten wir gespannt auf das nächste Werk des Thuners Stefan Haenni, in der Hoffnung, er möge die Verschränkung von Wirklichkeit und Fiktion wieder zelebrieren.
8. August 2020
Zellers Geflecht
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| Werner Schmidli: Zellers Geflecht, Benziger, 1979 |
Zugleich ist «Zellers Geflecht» der Roman einer Ehe. Er erzählt von der Sehnsucht, die Spontaneität einer Beziehung zu bewahren, «nichts anderes zu empfinden als damals», und von der Trauer über die Vergeblichkeit solcher Wünsche. «Jedesmal haben wir etwas zurückgelassen! hätte er sagen können; aber er liess es … Er war betroffen, wenn er sagte: Früher! Er verstummte, wenn er das Wort selber gebrauchte!»
Zellers Geflecht ist ein von persönlicher Erfahrung geprägtes Buch. Doch ist die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und Selbsterfahrung auch in einer Zeit, da Psychologie als Wissenschaft lernbar geworden ist, eine Kunst. Und dem risikoreichen und unbequemen Unterfangen, sich seinem eigenen Ich und dieses der Öffentlichkeit auszusetzen, verdanken wir nicht wenig von unserem Wissen über den Menschen, über uns selber. (Klappentext)
AG: Birrfeld BL: Allschwil GR: Trun, Zignau
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).
26. Juli 2020
Mäandertal
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| Markus Ramseier: Mäandertal, Cosmos, Muri b. Bern, 1994 |
Hitz schlägt sie tot, indem er an einem Vortrag arbeitet. Immer wieder entfernt er sich zu diesem Zweck von der Truppe. Dabei bleibt ihm nicht erspart, all die Schlaufen auszuschreiten, die ihm die Sprache durch die Fluren vorgibt. In diesen leiernd-umschweifigen Bogen sammeln sich heitere und todtraurige Geschichten an, die einfliessen in den Fluss der Geschichte – das aerr oek oek eines Gen-Unikums im Weiher, die blutüberströmte Fremde auf der Krete, der Sack im Wrack.
Das Ergänzen und Patrouillieren nimmt unerwartete Formen an. Hitz gerät in die Fremde. Altarme tun sich auf. Schlingen. Umlaufberge. Langsam gleicht sich der Forscher der Landschaft seines Forschens an, und immer stärker geraten Anfang und Ende, Erinnerung und Wiederholung, Leben und die Idee vom Leben aneinander, bis dieses Leben im Mäanderhals zwischen Prall- und Gleithang verflacht und – scheinbar? – steckenbleibt.
Der Autor folgt seinem «Helden» mit einem feinen Sinn für Humor. Er erzählt ohne abzuschnüren und zu begradigen, weist auf Beziehungen, die weit auseinander liegen, häufig auch zwischen den Zeilen – und ausserhalb der Sprache. Und nebenbei bringt er viel Originelles ein über das literarisch unverbrauchte Thema «Flurnamen». (Klappentext)
AG: Möhlin, Mumpf, Önsberg, Zunzgen, Buus BL: Maisprach, Oberdorf, Wintenberg
Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).
11. Juni 2020
Fast ein bisschen Frühling
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| Alex Capus: Fast ein bisschen Frühling, Hanser, München, 2012 |
Alex Capus hat diese authentische Bonnie und Clyde-Geschichte um Freundschaft und Treue, Liebe und Verrat akribisch recherchiert in Polizei- und Zeitungsarchiven, in Gesprächen mit Überlebenden, auf langen Wanderungen an den Orten des Geschehens. Entstanden ist ein Roman wie ein Tango: leicht und schwermütig, frisch und elegant und voller Trauer um verpasste Möglichkeiten und zerronnenes Glück. (Klappentext)
BL: Ergolztal, Sissach, Laufental, Laufen BS: Stadt Basel D: Wuppertal, Stuttgart F: Paris, Marseille
21. Dezember 2019
Hunkeler und die goldene Hand
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| Hansjörg Schneider: Hunkeler und die goldene Hand, Ammann, Zürich, 2008 |
Doch Hunkeler glaubt das nicht. Da er krank geschrieben ist, hält er sich vorerst zurück. In den folgenden Tagen werden aus verschiedenen Museen der Umgebung Kunstwerke gestohlen, und im Rheinfelder Bahnhof fliegt ein Schliessfach in die Luft. Hunkeler fährt an die Tatorte, fragt sich durch, ermittelt. Er findet eine Spur, die zur sagenumwobenen, goldenen Hand Rudolfs von Rheinfelden führt, die von Kunsträubern in Sachsen-Anhalt gestohlen und nach Basel gebracht worden ist, um hier an einen Kunsthändler verkauft zu werden. Es gibt aber auch andere Leute, die sich für die goldene Hand interessieren … (Klappentext)
AG: Rheinfelden, Zofingen BL: Farnsburg, Buuser Egg BS: Stadt Basel LU: Hitzkirch D: Todtnauberg, Stübenwasen, Wiesental, Aftersteg, Dossenbach, Nordschwaben F: Mülhausen, Jettingen, Hundsbachtal, Sundgau, Franken, Helfrantzkirch
14. Dezember 2019
Das schwarze Eisen
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| Christian Haller: Das schwarze Eisen, Luchterhand, München, 2004 |
Christian Haller hat die Geschichte eines Mannes geschrieben, der zu einer der prägenden Gestalten seines Landes wurde: Ein Schweizer Unternehmer, für den nur Härte zählte und die Fähigkeit, sich durchzusetzen, und der am Ende seines Lebens eingeholt wird von der Erinnerung an seine «einfache» Herkunft und erleben muss, wie sein Traum vom Aufstieg der Familie zerbricht. (Klappentext)
AG: Laufenburg, Aarau BL: Pratteln BS: Stadt Basel GR: Sils-Maria F: Elsass
10. März 2019
Das Schattenhaus
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| Werner Schmidli: Das Schattenhaus, Benziger, Einsiedeln, 1969 |
Schmidli schreibt, um sich mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen: Da ist die Stadt Basel, das Industrieviertel, das Räderwerk einer grossen Chemiefabrik, Geschwätz, Gerede, öder Alltag, erdachte und gescheiterte Auswege, um aus dieser phantasielosen Umwelt zu entfliehen, wo die Konsumsteigerung Gradmesser der Persönlichkeit wird.
«Schattenhaus» hat Schmidli seinen neuen Roman genannt und meint damit die dumpfe, hoffnungslose Welt seines Vaters. Schmidli erzählt eindrücklich, beklemmend und dicht ein «finsteres Märchen» der Alltäglichkeit. (Klappentext)
AG: Staffelegg, Oberfrick BE: Kandersteg, Strandbad Biel BL: Birsfelden, Allschwil, Grellingen, Restaurant Paradies Allschwil, Birsmündung, Auhafen BS: Bushaltestelle Basel Riehenring, Basel Badischer Bahnhof, Gartenbad Eglisee, Friedhof am Hörnli, Claraplatz, Restaurant Rheinblick, Riehen, Klybeckstrasse, Bahnhof Basel SBB, Feldbergstrasse, Matthäuskirche, Wettsteinbrücke, Ciba, Solitüdenplatz, Mittlere Rheinbrücke, Clarastrasse, Kleinhüningen, Café Romano (heute Pizzeria Roma) an der Hammerstrasse, Birsmündung, St. Albanbrücke, St. Albanfähre, Solitüdenpark GR: Truns, Zignau, Puntegliashütte SAC JU: Vermes SO: Glitzerstein- bzw. Ramstelhöhle am Gempen SZ: Arth-Goldau VS: Grächen D: Tüllinger Hügel F: Marseille
Werner Schmidli wurde am 30. September 1939 in Basel in einer Arbeiterfamilie geboren. Er besuchte die Realschule und absolvierte eine Lehre zum Chemielaboranten in Basel. Von 1960 bis 1962 reiste er mit einem Frachtschiff über Nordafrika, den Panamakanal und Polynesien nach Australien, wo er sich 1½ Jahre in Melbourne aufhielt und als Industriearbeiter tätig war. Nachdem er über Indonesien und Indien in die Schweiz zurückgekehrt war, lebte Schmidli anfangs im Kanton Aargau und arbeitete im Verlagswesen. Daneben setzte er, der bereits in den Fünfzigerjahren mit dem Schreiben begonnen hatte, seine literarischen Aktivitäten fort. 1966 erschien im Benziger Verlag sein erster Band mit Erzählungen. Von 1968 bis 1978 war Schmidli Mitherausgeber der Literaturzeitschrift «Drehpunkt» und ab 1979 freier Schriftsteller in Basel. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, Hörspiele und Fernsehdrehbücher. Während seine frühen Werke der Arbeiterliteratur zugerechnet werden können, hatten die späteren allgemeinere, existenzielle Probleme zum Thema. Seine letzten Werke zählen vorwiegend zur Kriminalliteratur. Werner Schmidli starb am 14. November 2005 in Basel.
27. September 2018
Wenn das Tigerli streikt
| Nach diesem heissen und trockenen Sommer ist es ein Wunder, dass eine Dampffahrt überhaupt möglich ist. |
Vergangenen Samstag hätte mich in Delémont eine dreiachsige Dampflokomotive mit zwei Wagen nach Laufen und zurück fahren sollen. Zum Glück wurde nichts daraus, den die E 3/3, im Fachjargon «Tigerli» genannt, war gesundheitlich nicht fahrtüchtig. Die verantwortlichen Organisatoren dieser historischen Bahnfahrt feuerten in Olten kurzerhand den «Habersack», eine sogenannte Eb 3/5, ein und dampften mit einem vierachsigen Personenwagen in die Jurametropole. Für denselben Preis gab es nun eine grössere Lokomotive, die statt zwei sogar drei Wagen stolz der Birs entlang durchs Laufental zog.
Ein Upgrade, das mir sehr zupass kam und mich zudem 40 Jahre zurückkatapultierte. Damals fuhr ich von Estavayer-le-Lac nach Yverdon. Ebenfalls im historischen Zug, ebenfalls mit der Kraft einer Eb 3/5. Und ja, es war genau jene Maschine, die mir am vergangenen Samstag ein unvergessliches Bahnerlebnis ermöglichte: die Eb 3/5 mit der Betriebsnummer 5819. Wie heisst es doch so schön: Man begegnet sich im Leben immer zweimal. Wie wahr, wie wahr!
Weil eine solche Reise das Mitführen einer anständigen Fotokamera mühelos ermöglicht, habe ich seit langem wieder einmal meine Vollformat-Canon eingepackt und Eindrücke gesammelt wie ein Fotoreporter im Extasemodus. Herausgekommen ist eine Bildstrecke, die ich meiner Leserschaft nicht vorenthalten möchte. Volldampf voraus!
28. Mai 2018
Der schönste Eintritt in die Schweiz
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| Ernst Schüler: Der schönste Eintritt in die Schweiz, Edition Wanderwerk, Burgistein, 2018 |
Die Birs ist ein Jurafluss, dem über Jahrtausende Kreti und Pleti gefolgt sind. Jungsteinzeitler, Römer, Ritter, Goethe, Napoleon, Bridel, Moor und schliesslich auch ein gewisser Ernst Schüler, der sich 1833 als Flüchtling aus Deutschland in die Seeländermetropole Biel begab und dort als Unternehmer, Politiker und Schriftsteller sein Wirken entfaltete. Die Fluchtroute von Basel via Delémont nach Moutier, über die Pierre Pertuis hinab ins St. Immertal und durch die Taubenlochschlucht nach Biel, beeindruckte Schüler in einer ausserordentlichen Art und Weise, dass er 1842 ein Büchlein mit dem Titel «Der schönste Eintritt in die Schweiz» veröffentlichte. Dieses Werk ist nun in komplett neuer Aufmachung und ergänzt mit 54 Abbildungen in der Edition Wanderwerk erschienen. Ernst Schüler, der massgebliche Förderer der Bieler Uhrenindustrie im 19. Jahrhundert, bezeugte mit seinem «Schönsten Eintritt in die Schweiz» nicht nur die Liebe zu seiner Wahlheimat und deren Umgebung, er schuf auch ein wertvolles Dokument über die damaligen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Region. Der Text wird begleitet von 95 Anmerkungen der Herausgeberschaft.
29. November 2017
Es lebe das Läufelfingerli!
| Über das kunstvolle Viadukt von Rümlingen (BL) werden auch in Zukunft S-Bahn-Züge rollen. |
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2. März 2017
Die Tragik der Steinhauer vom Hauenstein
| Abraham E. Fröhlich: Die Verschüttung im Hauenstein, Edition Wanderwerk, 2017 |
Die Erzählung wird ergänzt mit einer zeitgenössischen Berichterstattung über das Unglück, einem geschichtlichen Abriss über die Entstehung und den Betrieb der beiden Hauenstein-Bahnlinien sowie einem Vorschlag, den Unteren Hauenstein von Olten bis Sommerau zu Fuss zu erkunden.
6. Juni 2016
Doppelschlucht und Hammergrat
| Der Chastelbach. |
| Der Ibach im oberen Teil des Chaltbrunnentals. |
| Auf dem Grat des Lingenbergs. |
15. Mai 2016
Die Telefonnummer von Norwegen
Zwingen überraschte mich also, weshalb ich nebst der Bahnhoftristesse und der auf das Schlossareal folgenden Katastrophe entlang der Kantonsstrasse dennoch eine gute Erinnerung behalten werde. Ich erfreche mich, hier ein paar Stellen der Website des Zwingener Schlossvereins wiederzugeben:
Das Schloss Zwingen ist eine eindrückliche, einmalige Wasserburg, die auf den Felsbänken von zwei natürlichen Birsinseln errichtet wurde. Der Kernbau entstand 1248 und war früher über Zugbrücken erreichbar. Nach neueren Vermutungen war die Vorburg möglicherweise als Burgstädtchen vorgesehen.
Drei Brücken bilden noch heute die Verbindung der beiden Inseln mit der Umwelt. Am Ramsteinerturm gegen die Dorfseite war ehemals ein gedeckter Übergang mit Zugbrücke. Die heutige Steinbrücke wurde 1766 erstellt. Im Westen diente die Fallbrücke gegen Laufen hin als Verbindung. Auch dort ist die ursprüngliche Holzkonstruktion durch einen Steinbau ersetzt worden. Dagegen ist die Holzbrücke aus dem Jahre 1472 zwischen den beiden Inseln stehen geblieben. Sie ist die einzige noch bestehende Holzbrücke im Birstal. Die währschafte Zimmermannsarbeit mit den guten Proportionen ist eine Besichtigung wert. Sie wurde im Jahre 2001 renoviert.
| Der Zugang zum Schloss Zwingen (BL) mit dem Ramsteinerturm. |
Der frühere Zugang führte durch einen gewölbten Gang über den Graben ins obere Geschoss. Der Palas umfasst drei Stockwerke. Die Mauern sind im Erdgeschoss sehr stark, die Räume teilweise überwölbt. Die Grundrisse geben ein übersichtliches Bild der damaligen Einteilung. Aus geschichtlichen Darlegungen ergibt sich, dass sie zu einem guten Teil nicht ursprünglich ist, sondern wiederholt verändert wurde, insbesondere noch nach der Mitte des 19. Jahrhunderts. Nicht ursprünglich ist die Befensterung. Die einst schmalen Fenster wurden später erweitert. Nur das Erdgeschoss enthält noch alle Fensternischen.
Auf der Südseite des Schlosses Zwingen, nahe der Birs in der Richtung Nord-Süd und innerhalb der Tore und Ringmauern, steht die dem heiligen Oswald geweihte Kapelle. Der heutige Bau stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts und besteht aus Schiff und Chor. Darüber lag eine Wohnung für den Kaplan. Vermutlich wurde sie mit dem Schloss erbaut. Die Kaplanei war eine Stiftung der Herren von Ramstein, die in mehreren benachbarten Dörfern Zinsgüter spendeten.
Schon im Jahre 1359 erhält die Kapelle einen von 18 Bischöfen in Avignon unterzeichneten Ablassbrief. Nach diesem wurde den Besuchern und Wohltätern ein Ablass von 40 Tagen gewährt, welchen der Bischof von Basel noch 40 hinzufügte.
Das Sonderbare an der Schlossanlage: Unmittelbar nach dem Wirtschaftsgebäude beginnt ein Industrieareal und damit ein brachialer Kontrast, der mir auf dieser Wanderung gleich mehrere Male zuteil werden sollte. Wie erwähnt folgte auf das malerische Zwingen der Abschnitt entlang der Kantonsstrasse Richtung Nenzlingen. Jysk, Lidl, Coop, Sherpa, Tankstellen und Garagen, Industrie- und Gewerbebetriebe en masse und eben: jede Menge Strassenverkehr. Immerhin war da ein Trottoir, auf dem ich mich in Sicherheit wiegend aus der Zwingener Hölle befreien konnte. Kaum hatte ich in den alten Weg nach Nenzlingen eingeschwenkt, betrat ich eine andere, bedeutend friedlichere Welt. Das Schlafdorf über der Hochwasser führenden Birs läutete den letzten Jura-Abschnitt meines Vorhabens ein. In einem Vorgarten hing eine FCZ-Fahne schlaff am Mast herunter. Kein Wunder bei der aktuellen Misere. Ein Wunder indes, dass in den Stammlanden des FCB ein derartiges Religionssymbol überhaupt geduldet wird. – Stundenhalt bei der kleinen Pfarrkirche am oberen Dorfrand.
Ich stieg weiter bergan, blickte die letzten Blicke auf das Laufental, begleitet von unglaublich schönen Baumbeständen. Freistehende Eichen von mächtiger Statur dominierten die obligaten Kirschbäume, ehe die Route im Wald verschwand. Kurz vor dem Blattenpass sah ich zum ersten Mal die Basler Agglomeration. Rechter Hand das Goetheanum von Dornach, am Horizont der Antennenturm auf der St. Crischona. Auf dem Blattenpass ein grosser Rastplatz mit überdimensionierter Sitzbank, gestiftet von der Basler Kantonalbank aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums 2014. Mein Bänklisammlerherz schlug hoch!
Schwüle Luft trieb mir schon seit gut einer Stunde den Schweiss aus den Poren. Nach den verregneten letzten zwei Tagen dennoch eine Genugtuung, auch im Wissen darum, dass es zu Hause im Gürbetal pausenlos regnete. Vom Osthang des Blauen wechselte ich im Wald auf die Nordseite und stieg über den aussichtsreichen Amselfels, die Kantonsgrenze BL/SO überschreitend, nach Witterswil hinab. Kurz zuvor holte mich eine kühle Regenzelle ein, die mich für ¾ Stunden zwang, die Regenkluft zu montieren. Der Jura lag bereits hinter und das Birsigtal vor mir, als die Sonne wieder hervortrat und ich die Regenmontur wieder ablegen konnte. Ich näherte mich unweigerlich der komplett bebauten Basler Agglo, beginnend mit Therwil, wo es zwischen der naturbelassenen Birsig und Schrebergärten im Samstagsmodus weiter nordwärts ging. Auf Fusswegen und Quartierstrassen erreichte ich schliesslich das Wasserschloss Bottmingen. Ich war sogleich hin und weg.
Das Schloss aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den wenigen erhaltenen Wasserschlössern in der Schweiz. Erstmalige Erwähnung fand es 1363 als Besitz der Kämmerer, eines bischöflichen Dienstadelsgeschlechts, das als mutmassliche Erbauer gilt.
Trotz der Barockisierung ist der mittelalterliche Charakter vor allem durch den Grundriss zu erkennen. Im Gegensatz zu den Wasserschlössern Schloss Hallwyl oder Hagenwil fehlt dem Schloss ein Bergfried. Daraus ergibt sich eine Verwandtschaft zu dem burgundisch-savoyischen Burgentypus mit turmbewehrtem Viereck. Johannes Deucher verwandelte 1720 das Schloss Bottmingen in einen Landsitz des französischen Frühbarocks, der beinahe vollständig erhalten blieb. Neben der Aussenarchitektur zeugt auch das Treppenhaus von diesem Baustil. Unter Martin Wenk setzte sich 1780 das Rokoko durch, das am kostbaren Stuck im Steinsaal ersichtlich ist. Wenk liess auch den Südostwinkel bis auf das Hofniveau abtragen. Er dient heute als Gartenterrasse. Heute wird das Schloss Bottmingen als Restaurant und für Bankette, Hochzeiten und andere festliche Anlässe verwendet.
| Schloss Bottmingen. Stich von Daniel Meisner, 1625. |
Wegen des eher zweifelhaften Wetters war der als Gartenrestaurant genutzte Innenhof komplett menschenleer, sodass ich freie Fotoschussbahn hatte. Wenig später, die Stadt Basel lag nun nur noch wenige Gehminuten entfernt, spielte eine Blaskapelle einen munteren Marsch. Wow, welch eine Begrüssung für den Nordkap-Wanderer! Nun, die Musik spielte leider nicht zu meinen Ehren. Ich war bei der römisch-katholischen Kirche von Binningen mitten in eine Hochzeitsgesellschaft geraten. Eine schräge Begegnung: Ich, verschwitzt und mit dreckigem Beinzeug; die Hochzeitler, allesamt schick gekleidet, bis auf den jungen Dirigenten. Er trug giftig-grüne Turnschuhe und eine Lederjacke aus der unten das offene Hemd hervorlugte.
Mein Ziel war nun nicht mehr weit. Am Freibad «Sonnenbad» vorbei senkte sich der Weg in einen Park hinab, nach dessen Durchquerung ich den Kanton Basellandschaft verliess und auf der Gundeldingerstrasse endgültig in der Stadt Basel angelangt war. Zum Bahnhof war es bloss noch einen Katzensprung. In der Sempacherstrasse gelangte ich an einer Kleiderreingung vorbei. An der Schaufensterscheibe las ich NORGE 061 361 74 52. Norge ist der norwegische Namen für Norwegen. Dass das Land auch über eine Telefonnummer verfügt, fand ich sehr sympathisch.
Fotos von dieser Etappe gibt es hier.
12. Mai 2016
Über den Gipfel des Röstigrabens
| Auf der Juraseite des Welschgätterli haben sich die Touristiker dieses Denkmal gesetzt. |
18. Februar 2016
Un défi pour la Nature
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| Loïc Quintin: Un défi pour la nature, Édition du Belvédère, Pontarlier, 2004, épuisé |
«Je regarde dans le rétroviseur le parcours accompli non seulement dans le Massif jurassien, mais aussi dans ma vie. Je mesure le chemin réalisé. J’évalue l’avenir à partir de ce passé et de ce présent intenses. Je revis le passage mouvementé au Chasseral, la tempête et le déluge, l’apparition des chamois, les chevreuils graciles, le silence impénétrable des vastes forêts, les larges combes, les crêts scintillants, les rencontres pittoresques, et la neige poudreuse qui m’aura porté pendant trois cents trente kilomètres et trente et un jours. Cette neige qui m’entoure à l’entrée du village. Cette neige que je saisis à poignée pour mieux m’en imprégner. Doucement, elle s’écoule entre mes doigts comme s’écouleraient des larmes d’émotion si je ne me retenais. Emotion d’en terminer. Emotion de retrouver les miens. Dilemme que tout aventurier, marcheur au long cours, explorateur rencontre. Partir, c’est revenir. Revenir, c’est partir.»
Cette traversée de l’Arc jurassien franco-suisse prolonge l’action militante de Loïc Quintin pour que la montagne mais aussi la terre entière soit le moins possible agressée, balafrée, meurtrie. Pour qu’enfin l’Homme prenne conscience qu’il n’est qu’un passage, qu’il se sauvera lui-même en sauvant son environnement …











