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13. Juli 2026

Adieu Paris, Adieu Catherine

Eveline Hasler: Adieu Paris, Adieu Catherine,
Benziger, Einsiedeln/Zürich/Köln, 1966
In diesem Jugendroman geht es um das Erwachsenwerden, soziale Klassen und die erste Liebe vor der Kulisse der Weltmetropole Paris. Im Mittelpunkt steht Catherine, ein junges Mädchen aus der Schweiz, das für eine gewisse Zeit nach Paris geht, um dort in einer französischen Familie als Au-pair zu arbeiten. Die Autorin, die selbst in Paris Psychologie und Geschichte studiert hat, nutzt ihre Erfahrungen, um die Kontraste zwischen der glitzernden Pariser Oberschicht und dem harten Alltag der einfachen Leute realistisch zu schildern. Die junge Schweizerin muss sich in der fremden Grossstadt behaupten und lernt die Welt der Pariser Jugend kennen. Während ihres Aufenthalts durchlebt sie tiefe persönliche Entwicklungen, erste grosse Verliebtheiten, aber auch Enttäuschungen.

Der Titel «Adieu Paris, adieu Catherine» deutet bereits an, dass es sich um eine prägende Lebensphase handelt. Am Ende der Erzählung lässt die Protagonistin diese turbulente Zeit und die gewonnenen Freunde hinter sich, um in ihre Heimat zurückzukehren – ein Abschied, der sowohl schmerzhaft ist als auch einen Reifeprozess markiert. Das Buch zeichnet sich durch seinen feinfühligen, realistischen Schreibstil aus und fängt den Zeitgeist der 1960er-Jahre in Frankreichs Hauptstadt gekonnt ein.

F: Paris

4. Juli 2026

Schienenbummel Schweiz

Jean-Michel Hartmann, Will-H. Wenger: Schienenbummel Schweiz, Ott, Thun, 1978

In der grossartigen Landschaft der Schweiz haben die Eisenbahnbauer dem Fotografen Motive bereitgestellt, die Jean-Michel Hartmann mit Meisterschaft einfängt. Er vereint seinen angeborenen Kunstsinn mit der Präzision des guten Schützen, dessen Auge genau ins Schwarze zielt. Nach «Magie du rail», der ihm 1960 den «Prix Chatrian» einbrachte, nach «Zauber der Schiene» (1961), «Adieu Dampflok» (1966) und «Dampflokomotiven in Deutschland» (1974) schenkt er uns nun mit «Schienenbummel» eine neue Probe seines Talents. Die Idee dazu stammt von Will-H. Wenger, dem ehemaligen Pressechef der Schweizerischen Bundesbahnen und gewesenen Direktor der Zentralstelle für Öffentlichkeitsarbeit des Internationalen Eisenbahn-Verbandes, 1970 selber mit dem «Prix Chatrian» für sein Werk «Die Eisenbahnen der Welt» ausgezeichnet. 

211 Fotos, davon 28 farbige, verschaffen den Freunden der Eisenbahn und der Berge, den Freunden alter Gemäuer und besonnter Rebberge das Vergnügen, Bekanntschaft zu schliessen mit der unvergleichlichen Stimmung erhabener Augenblicke, mit Bildern, von welchen man sich nur schwer lösen kann. Das Mittelland und die Voralpen sind ebenso reich an eindrucksvollen Motiven, denen in absehbarer Zeit ein zweiter Band gewidmet werden soll. (Klappentext)

22. Juni 2026

Das Wildheuen in Ringgenberg

Gustav Ritschard, Emil Schmocker: Das
Wildheuen in Ringgenberg, Verlag Ritschard/
Schmocker, Unterseen, 1980
Die vorliegende Darstellung einer jetzt nahezu verschwundenen alpinen Wirtschaftsform setzt zum Verständnis eine echte Freude an der Welt der ursprünglichen, aufs engste mit der Natur verbundenen Tätigkeiten voraus, die heute wiederum auf vermehrtes Interesse stossen. Der Wildheuer steht modellhaft da als ein Vertreter des genügsamen und gefahrvollen Lebens unserer Vorfahren, doch wird er, dessen Tätigkeit früher in den Lesebüchern der Volksschule beschrieben wurde, in unserer Zeit mehr genannt als gekannt. Deshalb verdient es besondere Anerkennung, dass in diesem Buch der Wildheuer mit seiner Geschichte, seinen Rechtsnormen, seinen sich aufgrund von Erfahrung entwickelnden Werkzeugen und Arbeitstechniken, seinen Unterkunfts- und Ernährungsgewohnheiten – eingebettet in das Leben – einer Familie und der Dorfgemeinschaft von Ringgenberg – ebenso verständlich wie anschaulich und warmherzig dargestellt wird. Einen breiten Raum nimmt zu Recht die minuziöse Beschreibung der Wegverhältnisse, der Traggeräte und der übrigen Transportmittel ein, denn das Wildheu legt vom steilen Graaggen bis zum hungrigen Maul der Stallgeissen einen weiten Weg zurück.

Die Arbeitswelt der Ringgenberger Wildheuer und ihre Eigenart spiegeln sich nicht nur in besonderen Ausdrücken und Redensarten, sondern auch in heiteren und ernsten Episoden, Gedichten, Erzählungen und Sagen, deren mundartliche Wiedergabe der Monographie einen ganz besonderen Wert verleiht. Die Schilderung der wilden Bergnatur mit ihren Gefahren, aber auch mit ihren Schönheiten, gibt der zeichnerisch vortrefflich ergänzten Darstellung einen grossartigen Rahmen. Es ist ein Verdienst, dass neben der Fülle des Altertümlichen auch die moderne Entwicklung bis zum Helikoptertransport unbefangen notiert wird.

Möge etwas von der Freude, welche die beiden Erforscher dieses Stückes alpiner Volkskultur bei ihrer Arbeit beflügelt hat, auf die Leser übergehen!
(Vorwort von Arnold Niederer, Professor für Volkskunde, Universität Zürich)

23. Mai 2026

Magisches Bergland

Diverse Autoren: Magisches Bergland, Die Schweizer Alpenlandschaft im Wechsel von Licht und Schatten, Weite und Engnis, von Wundern und Verwunschenem, veranschaulicht durch 123 Schwarzweiss-Abbildungen und 53 farbige Alpenblumenbilder, Büchler, Wabern b. Bern, 1965


Das hier erwähnte Buch hat zwar keinen Klappentext, jedoch einen höchst interessanten Schluss in der von Max Niederer verfassten einleitenden Betrachtung. «Höchst interessant» aus meiner Sicht, weil der Text vor über 60 Jahren verfasst worden ist und sich seither in den Alpen leider kaum etwas zum Guten gewendet hat – im Gegenteil:

Der Mensch hat im Lauf seiner Geschichte die Furcht vor der Alpenwelt überwunden – aber auch die Ehrfurcht vor ihr verloren. Sie ist in zunehmendem Mass in den Einflussbereich einer Gesellschaft geraten, deren einseitig technisch-motorische Erlebnisfähigkeit und Empfindungsarmut zahlreiche Regionen in Rummelplätze zu verwandeln droht. Der Höhenflucht des Bergbewohners steht immer mehr eine eigentliche «Tiefenflucht» des Städters gegenüber, der aus seiner selbstgeschaffenen technisierten Welt ausbrechen will, dabei aber häufig Unrast und lärmige Betriebsamkeit wie einen Bazillus in sich trägt und sich dadurch den Zugang zu den stillen Wundern seiner ersehnten Erholungslandschaft selbst verbaut.

Noch ist es nicht zu spät, diese Fehlentwicklung mit ihren Gefahren aufzuhalten. Es ist das Anliegen dieses Buches, zur Besinnung aufzurufen und Ehrfurcht zu wecken gegenüber der grossartigen Urtümlichkeit eines Lebensraumes, in dem jedes Wesen, selbst das unscheinbarste, jede Pflanze, jedes Gewässer, ja jeder Flecken Erde sinnvoller Teil eines Ganzen ist und den Menschen glücklich zu machen vermag.

Und vergessen wir den Bergbewohner nicht! Denn das Bergland von morgen kann weder ein Reservat noch ein Freilichtmuseum sein, sondern nur ein lebendiges Bergland, in dem auch der angestammte Mensch als unentbehrliches Glied einer geschlossenen Lebensgemeinschaft und nicht als eine Art folkloristisches Fossil zu betrachten ist. Diese Verpflichtung einzugehen wäre eine Tat, die unsere Generation sowohl den Vorfahren als auch den Nachkommen schuldig ist.

20. April 2026

Ich bleibe hier

Marco Balzano: Ich bleibe hier,
Diogenes, Zürich, 2020
Trina ist eine junge Lehrerin und lebt in Graun, einem hübschen Bergdorf im Vinschgau. Doch die Zeiten sind düster. Die von Hitler und Mussolini ausgehandelte «Grosse Option» zwingt sie, wie alle deutschsprachigen Südtiroler, zu einer Entscheidung: entweder ins Deutsche Reich auszuwandern oder weiter in Italien Bürger zweiter Klasse zu sein. Trina bleibt – obwohl sie in ihrem Dorf nicht als Lehrerin tätig sein darf. Und sie bleibt auch, als nach dem Krieg ihr Dorf einem Stausee weichen soll, einem Energieprojekt, das keine Rücksicht auf Mensch und Natur nimmt.

Marco Balzano erzählt eine Geschichte von Leid, Widerstand und Mut – eine universelle Parabel darüber, was uns Menschen ausmacht und wofür wir einstehen müssen. (Klappentext)

I: Altgraun, Graun, Reschen, Reschensee, St. Valentin, Mals, Glurs, Schluderns, Meran, Bozen, Sondrio TI: Lugano

Mehr über den Reschensee weiss einmal mehr Wikipedia.

Die Gegend von Reschen und Graun vor der Flutung des Stausees 1949/50.

Die Gegend von Reschen und Graun heute.


18. März 2026

Die Edition Wanderwerk hebt ab

Jakob Christoph: Heer: Im Ballon, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2026
Soeben aus der Druckerei eingetroffen: «Im Ballon» von Jakob Christoph Heer. Es ist dies der 41. Titel, den ich in meinem Verlag publiziere und befasst sich mit den Fahrten des Ballonflug-Kapitäns Eduard Spelterini. Der aus dem schweizerischen Toggenburg stammende Spelterini (1852–1931) gilt nicht nur als einer der grossen Pioniere der Ballonfahrt, sondern auch der Luftfahrtfotografie. Seine mitunter abenteuerlichen Unternehmungen führten ihn durch halb Europa, aber auch nach Nord- und Südafrika sowie Indien und Russland.

Der Schriftsteller Jakob Christoph Heer (1859–1952) widmete zu Beginn der 1890er-Jahre dem umtriebigen Lebenskünstler, der mit echtem Namen Eduard Schweizer hiess, das neu herausgegebene, sprachlich von mir behutsam überarbeitete Buch. Dieses beschreibt nicht nur etliche von Spelterinis Ballonfahrten, es zeichnet auch die spannende Geschichte der Ballonfahrt mit all ihren Protagonisten nach. Ergänzt wird das Werk mit zahlreichen Anmerkungen des Herausgebers sowie fünf historischen Fotos.

Die lesenswerte Schrift besorge man sich direkt bei der Edition Wanderwerk.

13. Februar 2026

Mein neustes Œuvre: «Im Wald»


Vom April 2021 bis Januar 2026 ging ich in 25 Tagesetappen eine über 410 Kilometer lange Strecke quer durch das Schweizer Mittelland. Mein Ziel war es, so oft wie irgendwie möglich, im Wald oder am Waldrand zu wandern. Um die Natur noch intensiver erleben zu können, übernachtete ich auf mehr als der Hälfte der Etappen im Wald. Weil sich das Projekt über mehrere Jahre hinzog, war es mir vergönnt, das ganze Spektrum der vier Jahreszeiten in vollen Zügen in mich aufnehmen zu können. Dies widerspiegelt sich auch in insgesamt 170 feinfühligen Farbfotos. Ergänzt wird der soeben erschienene Band «Im Wald» mit einem informativen Text, vier Routenkarten und einer Etappenübersicht.

Das 198-seitige Buch ist ab sofort in meinem Verlag, der Edition Wanderwerk, erhältlich. Hier gibt es auch eine Seh- und Leseprobe.

14. Januar 2026

Geschafft!

Kürzlich kam ich nach über 400 Kilometern Fussmarsch in Kreuzlingen an. Begonnen hatte das Ganze im April 2021 in Lausanne, wo ich mich aufmachte, das Schweizer Mittelland im Wald zu durchqueren. Kein einfaches Unterfangen, da zwischen Lac Léman und Bodensee kein durchgehender Wald besteht. Alles in allem war ich anlässlich der 25 Tagesetappen 260 km im Wald, 56 km am Waldrand und 95 km in offenem Gelände unterwegs. Und nun? Nun mache ich mich an die Dokumentation dieser unglaublich schönen und erfüllenden Fernwanderung. Ein Buch mit etwas Text und vielen Fotos soll es werden. Der Buchtitel steht schon mal fest: «IM WALD».

3. Dezember 2025

Alljährlich im Frühjahr …

Simone Müller: «Alljährlich im Frühjahr
schwärmen unsere jungen Mädchen
nach England», Limmat, Zürich, 2017
In der Zwischenkriegszeit gingen sie zu Hunderten, in den späten Vierziger- und Fünfzigerjahren zu Tausenden. Sie hiessen Emma, Bertha oder Marie und kamen aus Wilderswil, Urnäsch oder Bellinzona. Sie arbeiteten als Hausangestellte, Kindermädchen oder Gesellschafterinnen in Liverpool oder London und auf Landgütern von Adligen.

Sie gingen, obwohl die Medien warnten: vor dem britischen Wetter, vor dem englischen Klassendünkel, vor unerwünschten Schwangerschaften. Ein Massenexodus von Frauen, wie er in der Schweizergeschichte wohl kein zweites Mal vorkam. Und wenn sie in England geblieben sind, dann fast immer deshalb, weil genau das passierte, wovor sie so eindringlich gewarnt worden sind: Sie verliebten sich, wurden schwanger, haben geheiratet.

Simone Müller erzählt elf beispielhafte Lebensgeschichten dieser Frauen, die heute fast ganz aus dem öffentlichen Gedächtnis verschwunden sind. Und sie erzählt auch von einer der grössten Repatriierungsaktionen der Schweiz, als fast tausend Frauen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zurückgeholt wurden.
(Klappentext)

30. Oktober 2025

Das Postauto mutiert zum selbstfahrenden PW

Am 22.10.2025 veröffentlichte PostAuto eine Medienmitteilung, die aufhorchen lässt. Ich veröffentliche diese bewusst, ohne zu kommentieren, jedoch mit der Idee, zum gegebenen Zeitpunkt darauf zurückzukommen. Quelle: postauto.ch

«AmiGo»: PostAuto bringt automatisierte Fahrzeuge in die Ostschweiz

PostAuto lanciert ein zukunftsweisendes Angebot für den öV: In der Ostschweiz sollen ab 2027 automatisierte Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die Testfahrten starten im Dezember 2025. Das Angebot wird von den Bundesämtern für Verkehr (BAV) und Strasse (ASTRA), den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau, dem Touring-Club Schweiz (TCS) sowie weiteren Partnern unterstützt. Technologiepartnerin ist Apollo Go, die heute weltweit bereits mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge betreibt.


Das Wichtigste in Kürze

«AmiGo» ist ein neues Angebot von PostAuto, das die Mobilität in der Ostschweiz für Kundinnen und Kunden noch attraktiver macht – «On-Demand» buchbar und mit elektrischen, automatisierten Fahrzeugen, die jeweils Platz für bis zu vier Fahrgäste bieten.

Testbetrieb mit Kartografierungsfahrten startet im Dezember 2025 mit ersten Fahrzeugen und Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern; für den Endausbau des Angebots sind bis zu 25 Fahrzeuge geplant.

Reguläres Angebot spätestens ab erstem Quartal 2027: Nach intensiven Testphasen soll «AmiGo» als dauerhaftes Angebot ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern eingeführt werden.

Breit abgestützte Partnerschaften ermöglichen die Umsetzung und Weiterentwicklung des Angebots.

Mit «AmiGo» wird PostAuto zur Vorreiterin für eine neue Ära im öffentlichen Verkehr: Das Angebot ergänzt künftig das heutige Angebot dort, wo Gebiete mit dem klassischen Linienverkehr nicht optimal erschlossen sind – zum Beispiel in ländlichen und weniger gut erschlossenen Regionen oder zu Randzeiten.

Ziel ist es, ein reguläres Mobilitätsangebot mit automatisierten Fahrzeugen im Einsatzgebiet aufzubauen und sukzessive weiterzuentwickeln. Bereits im Dezember werden die ersten Fahrzeuge Testfahrten durchführen – zum Start noch ohne Kundinnen und Kunden und mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord.

Flexibel, automatisiert und elektrisch

Die selbstfahrenden Fahrzeuge werden auf Abruf verfügbar sein: Die Kundinnen und Kunden buchen die Fahrt per App. Fahren zur gleichen Zeit andere Nutzerinnen eine ähnliche Strecke, wird das System die Fahrten zudem zusammenlegen können (Ride-Pooling). Diese Fahrgemeinschaften verbessern die Auslastung der Fahrzeuge. So entsteht ein flexibles, bedarfsgerechtes Angebot, das die Mobilität noch effizienter, nachhaltiger und kundenfreundlicher macht. Jedes Fahrzeug bietet Platz für bis zu vier Fahrgäste und genügend Stauraum für Gepäck. Die gesamte Flotte ist elektrisch betrieben.

PostAuto bringt automatisiertes Fahren auf die Strassen der Ostschweiz

Mit «AmiGo» lanciert PostAuto erstmals ein automatisiertes Angebot, das künftig als reguläres Mobilitätsangebot und als Teil des öffentlichen Verkehrs betrieben werden soll.

«Wir bringen die Mobilität der Zukunft in die Ostschweiz – flexibel, digital und ganz nach den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden. Sie profitieren von einem Angebot, das sich ihrem Alltag anpasst und neue Mobilität erlebbar macht. Mein besonderer Dank gilt unseren starken Partnern: Ohne ihre engagierte Unterstützung wäre dieses innovative On-Demand-Angebot nicht möglich. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft des öffentlichen Verkehrs.

Stefan Regli, Leiter Mobilitäts-Services und Mitglied der Konzernleitung der Schweizerischen Post

Mit starken Partnern den öV der Zukunft gestalten

Mit an Bord als Projektpartner sind die Kantone St. Gallen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau, das Bundesamt für Verkehr (BAV), das Bundesamt für Strassen (ASTRA) sowie der Touring Club Schweiz (TCS).

«Das automatisierte Fahren ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realität im Aufbau. Jetzt gilt es, Erfahrungen mit führerlosen Fahrzeugen zu sammeln. Pilotprojekte wie AmiGo zeigen, wie die Schweiz automatisierte Fahrzeuge verantwortungsvoll einsetzt – für eine sichere, effiziente und zugängliche Mobilität für alle.

Jürg Röthlisberger, Direktor des ASTRA

Die Ostschweizer Kantone nutzen die Gelegenheit, die Versorgung ihrer Bevölkerung mit Mobilität entscheidend zu verbessern.

«Mit AmiGo setzen die Ostschweizer Kantone ein starkes Zeichen für eine zukunftsorientierte Mobilität und eine innovative Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs.

Regierungspräsident Beat Tinner, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements des Kantons St. Gallen stellvertretend für die Ostschweizer Kantone

Auch Jürg Wittwer, Generaldirektor des TCS ist überzeugt, dass flexible, automatisierte Mobilitätsangebote künftig eine wichtige Rolle spielen werden:

«In den nächsten Jahren werden wir grosse Umwälzungen im Bereich der Mobilität erleben, insbesondere im öffentlichen Verkehr. Die Routenvielfalt und Mobilitätsformen werden sich erheblich verändern, und der TCS wird diese Entwicklungen begleiten.

Jürg Wittwer, Generaldirektor des TCS

Mit dem chinesischen Technologiepartner Apollo Go ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich des automatisierten Fahrens mit an Bord.

«Wir freuen uns, dass sich PostAuto für Apollo Go als Technologiepartner entschieden hat. Weltweit betreiben wir bereits heute erfolgreich mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge mit 14 Mio. kumulierten Fahrten. Diese Erfahrung bringen wir in unser erstes Projekt in Europa ein und wir hoffen, dass wir unsere Partnerschaft mit PostAuto künftig weiter stärken und ausbauen können.

Liang Zhang, Geschäftsführer EMEA, Baidu Apollo

Start im Dezember 2025

Ab Dezember 2025 werden die ersten Fahrzeuge für Kartografierungsfahrten in der Region unterwegs sein – noch ohne Kundschaft und mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord. Die Datenverarbeitung wird in Einklang mit dem Schweizer Datenschutzgesetz und der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung der EU) erfolgen.

Ab dem ersten Halbjahr 2026 sind erste Testfahrten mit einer ausgewählten Nutzergruppe geplant – weiterhin mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern an Bord. Sofern alle Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllt sind, werden im Verlauf des Jahres 2026 erste Fahrten ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern durchgeführt.

Der reguläre Betrieb wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 aufgenommen. Mit künftig 25 Fahrzeugen ist «AmiGo» zum jetzigen Zeitpunkt das grösste geplante Angebot mit automatisierten Fahrzeugen im europäischen Raum.

Vor der Lancierung des Testbetriebs werden in der Region Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung stattfinden. Hierzu wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

27. Mai 2025

Der Waschküchenschlüssel

Hugo Loetscher: Der Waschküchenschlüssel,
Diogenes, Zürich, 1998
Ein Waschküchenschlüssel oder die täglichen Abfälle, die achte Todsünde oder ein Biotop mit einer Plastikfolie können Anlass für Geschichten über die Schweiz sein, wie sie in diesem Band gesammelt wurden. Immer sprengt Hugo Loetscher die Grenzen des Nationalen mit jener selbstverständlichen Weltläufigkeit, die ihn als Autor auszeichnete – ob er über den Sprachkuchen schreibt, eine Flurbereinigung vornimmt oder sich die Frage stellt: Was, wenn der liebe Gott Schweizer wäre? In seinen 1983 erstmals erschienenen Kommentaren zur Schweiz erweist sich Loetscher als engagierter Spötter, der die Kunst beherrscht, die Tore zur schweizerischen Seele mit einem Waschküchenschlüssel zu öffnen.

Ein Muss für jeden Alteingesessenen – und für alle Neuankömmlinge: das Schlüsselwerk zum Verständnis der helvetischen Seele und ihrer Eigenarten. Ein Buch über die kleine Schweiz von einem großen Schweizer Schriftsteller.
(Inhaltsangabe zum Buch)

17. April 2025

Die Klappentextlosen VII

Weitere neun Bücher, die ich gelesen habe, und die über keinen Klappentext verfügen, den ich so mir nichts, dir nichts hätte abkupfern können. «Die Patrizierin» von Josef Viktor Widmann fand ich indes so gut (alleine das Cover ist eine Augenweide), dass ich sie in meiner Edition Wanderwerk in sanft überarbeiteter Form und inklusive Klappentext herausgebracht habe.

Wolfdietrich Schnurre: Ein Fall für
Herrn Schmidt, Reclam, Stuttgart
1962
Josef Viktor Widmann: Touristennovellen,
Cotta'sche Verlagsbuchhandlung, 
Stuttgart, 1892
Albert-Louis Chappuis: Die Leute vom
Grathof, Mon Village, Vulliens, 1970
Ernst Zahn: Lukas Hochstrassers Haus,
C. Bertelsmann, Gütersloh, 1949
Kurt Pahlen: Denn es ist kein Land wie dieses,
Benteli, Bern, 1971
Jakob Hardmeyer: Die Gotthardbahn,
Verlag Hans Rohr, Zürich, 1979,
faksimile Ausgabe des Originals von 1888
Josef Viktor Widmann: Die Patrizierin,
Schmid/Francke & Co., Bern, 1888
Elsa M. Hinzelmann: Irrweg im Nebel,
Schweizer Druck- und Verlagshaus, Zürich,
1943
Mrs. Henry Freshfield: Eine Sommertour in
Graubünden + den italienischen Tälern des
Piz Bernina, Nardo Lori, Basel, 2021


3. April 2025

Museum des Hasses

Jürg Federspiel: Museum des Hasses,
Ex Libris, Zürich, 1988
Während den Tagen des Mordes an Martin Luther King, den Tagen der Blumenkinder, des Vietnam-Horrors, des Marsches aufs Pentagon, der Black-Power-Bewegung hat sich Jürg Federspiel anderthalb Jahre in New York aufgehalten. Aus seinen Eindrücken ist eine seltsame Mischung aus Essay, Erzählung, Gesellschaftskomödie, Reportage und Tagebuch entstanden.

In «Museum des Hasses» kommt Durchlebtes und Erfahrenes in vielfältiger literarischer Form zum Ausdruck – es ist ein Buch voll prosaischer Distanz und poetischer Wärme, ein ungeschminkter und ehrlicher Bericht, der gerade durch seinen subjektiven Zugriff eine heterogene Wirklichkeit empfinden und erkennen lässt. (Klappentext)

20. Januar 2025

«Schweizereien» – 26 pedophile Taten


Für 2024 habe ich mir vorgenommen, in jedem der 26 Schweizer Kantone je eine Wanderung zu absolvieren. Hierbei legte ich mir zwei Rahmenbedingungen zu Grunde: Einerseits dürfen die Routen von mir bisher nicht begangen worden sein, andererseits müssen sie ausschliesslich im betreffenden Kanton verlaufen. So ist am Ende ein Panoptikum in Buchform mit 26 Texten und 184 Farbfotos über ein Land entstanden, dessen Vielfältigkeit in jeglicher Hinsicht seinesgleichen sucht. Anhand der minimalen Routenangaben im Buch sowie den herunterladbaren GPS-Tracks lassen sich meine 26 pedophilen Taten auch nachwandern. Das Buch kann direkt in meinem Verlag, der Edition Wanderwerk, bestellt werden. Guckst du hier.

Als kleiner Glustigmacher sei nachfolgend das Inhaltsverzeichnis wiedergegeben:
  • ZG: Heiliger und unheiliger Krieg
  • BE: Amiet und Hesse im Vorbeigang
  • NE: Licht und Schatten
  • SO: Turm ohne Aussicht
  • AR: Das Höndli
  • AG: Emily
  • GE: Der Bambus-Frevler von Chancy
  • VS: I Dra-in, I Tórin-Nou und etwas Erde
  • JU: Zwischenfall in Fahy
  • SH: Ab durch die Mitte
  • LU: Meine erste Nacht mit Xunshang
  • TI: Irrfahrt im Bleniotal
  • ZH: Die Ueber-Bein-Bahn
  • TG: Ein Seeli für die Seele
  • NW: Auf Zebrajagd ob Emmetten
  • BS: Pinkeln in der Uniklinik
  • VD: Vortritt für Wanderer?
  • SZ: Goldau, Gätterli, Gersau
  • SG: Bäbätsch
  • FR: Der Massenmord bei Santifaschtus
  • GL: Die Schlange und der Heli
  • GR: Furschela da Tschitta
  • OW: Es lebe der Hudigäägeler!
  • AI: Auf ein Bierchen mit dem Papst
  • UR: Eine runde Sache
  • BL: Dies- und jenseits der Frenke

19. Dezember 2024

Reise durch die Schweiz

Diverse Autoren: Reise durch die Schweiz,
Manesse, Zürich, 1991
Gereist wurde schon immer, und dies zu ganz verschiedenen Zwecken. Man unternahm Entdeckungsfahrten im Interesse des Handels, Wallfahrten friedlicher und kriegerischer Natur, wissenschaftliche Expeditionen auf Kosten des Staates. Recht früh begab man sich auf Reisen, um sich Allgemeinbildung anzueignen. Die «Grand Tour» für Söhne der englischen Oberschicht war sprichwörtlich und hatte Tradition. Der Schritt zum Reisen aus reinem Vergnügen, die Lustreise für breitere Kreise war ein kleiner, und der Sinn für fremde Naturschönheiten, insbesondere für die Gebirgswelt, entwickelte sich rasch.

1777 wurde eine ganz neue Gattung Buch angeboten: Reiseführer. Der erste überhaupt hiess «Handbuch für Reisende durch die Schweiz». Die verbesserte Ausgabe, «Anleitung, auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweiz zu reisen» von JG. Ebel, gehörte auch zu James Fenimore Coopers Reisegepäck. Er lobt in seinem Bericht «Sketches of Switzerland» (1836) mehrmals Ebels Büchlein. Cooper, der mit einem der fingierten Briefe in unserem Band vertreten ist, berichtet getreulich, was er auf seiner Schweizer Reise sah. Eine Generation später macht sich sein Landsmann Mark Twain bereits mit entlarvender Schärfe über den Touristenrummel lustig.

Wohl sind ältere Berichte reisender Literaten überliefert. Humanisten, Barockdichter haben das Mittelland beschrieben und bei Passüberquerungen vor allem von Schrecknissen und Ungemach berichtet. Aber die erste ästhetische Würdigung des Hochgebirges stammt von Albrecht von Haller. Durch sein Gedicht angeregt, begann der Touristenandrang in die schweizerischen Alpen und die Schweiz überhaupt. Eine bedeutende Reiseliteratur, nicht nur wissenschaftlicher Art, ist entstanden: Reisebeschreibungen im eigentlichen Sinn, Bemerkenswertes, Merkwürdiges, Begeistertes und Kritisches, Stimmungsbilder sind in die Weltliteratur eingegangen von Dichtern über die Schweiz, die den einen als Reiseziel, den an dem als Durchgangsland einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
(Klappentext)

26. November 2024

Das Leben ist gut

Alex Capus: Das Leben ist gut, Hanser,
München, 2016
Max ist seit fünfundzwanzig Jahren mit Tina verheiratet, sie ist die Liebe seines Lebens. Er betreibt eine kleine Bar, tagsüber bringt er das Altglas weg, repariert das Mobiliar – oder begibt sich auf die Suche nach einem ausgestopften Stierkopf, der unbedingt über dem Tresen hängen soll. Max liebt sein Leben, so wie es ist, seine Familie, seine Freunde. Das wird ihm einmal mehr bewusst, als Tina zum ersten Mal in ihrer gemeinsamen Ehe beruflich ohne ihn unterwegs ist. «Das Leben ist gut» verteidigt mit scharfem und versöhnlichen Blick, das, was im Alltag schnell übersehen wird. Es ist ein Roman über das Menschsein – vor allem aber eine Hymne an die Liebe. (Klappentext)

CH: Olten (Hauptschauplatz) F: Paris D: Mannheim

24. Oktober 2024

Burgistein–Heidelberg zu Fuss: «Nordwärts» ist da!

René P. Moor: Nordwärts – Zu Fuss von Burgistein nach Heidelberg, Edition Wanderwerk,
Burgistein 2024


Mich treibt seit Jahrzehnten schon ein Traum um: Vom Wohnort am Rand der Berner Alpen zu Fuss bis ans Nordkap. Weil mir in meinem mitunter hektischen Berufsalltag keine längeren Auszeiten vergönnt sind, machte ich mich 2016 vorerst tageweise und ab 2018 wochenweise mit dem Zelt auf die Socken und strebte unermüdlich in Richtung Norden. Doch die Corona-Pandemie machte dem Vorhaben während vier Jahren einen Strich durch die Rechnung, ehe ich 2023 den Faden wieder aufnahm. In insgesamt 28 Etappen schaffte ich es durch die halbe Schweiz, den Schwarzwald und den Kraichgau bis an den Südrand des Odenwaldes in die ehemalige kurpfälzische Residenzstadt Heidelberg. Im soeben erschienenen Buch erzähle ich von meinen Erlebnissen und Eindrücken, die ich mit 160 Farbfotografien ergänzend dokumentiere. Der Text-/Bildband ist ab sofort hier in der Edition Wanderwerk erhältlich.

13. September 2024

Widmer wundert sich weiter

Thomas Widmer: Neue Schweizer Wunder,
Echtzeit Verlag, Basel, 2024, 232 Seiten
Es ist nie zu spät für eine Rezension, insbesondere wenn es um eine weitere Perle aus dem Schaffen des unermüdlichen Thomas Widmers geht. Im vergangenen Mai legte er nämlich das Folgebändchen zu «Schweizer Wunder» vor: «Neue Schweizer Wunder». Wie der längst zum Wanderpapst avancierte Exil-Appenzell-Ausserrhödler im Vorwort betont, geht es ihm auch diesmal nicht um esoterischen oder schwärmerischen Firlefanz, sondern um Merkwürdigkeiten aus Natur, Geografie, Geschichte und Gegenwart, die ihm auf seinen Wanderungen immer wieder begegnen. Wunderbares und Wundervolles eben. Widmers Chuzpe ist es zu verdanken, dass er dem unterwegs Angetroffenen jeweils auf den Grund zu pflegen geht, hier recherchiert und da nachforscht, denn nicht selten offenbaren sich erst so die eigentlichen «Wunder». Insgesamt deren 103 sind es diesmal geworden.

Einmal mehr hat der Autor versucht, eine ausgewogene geografische Mischung zu schaffen. Speziell gut sichtbar wird dies in der mitgelieferten Schweizerkarte, die – kleiner Marketingtrick – auch die Wunderstandorte des ersten Bandes zeigen. Wer also zuerst den zweiten Band kauft, wird so mit einem Schlag visuell auf den ersten neugierig gemacht. Eigentlich müssten nun an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem neuen Buch erwähnt werden. Doch der Rezensent lässt dies bewusst bleiben, nicht, weil er das Buch nicht gelesen hat (bewahre, bewahre!),  diese Besprechung muss schlicht und einfach reichen, um die Leserschaft «gwundrig» genug gemacht zu haben. 

Fazit: Thomas Widmers «Neue Schweizer Wunder» sind, wie alle seine Werke, superb getextet und süffig zu lesen. Wo Widmer drauf steht ist auch Widmer drin. Wen wundert's?

30. August 2024

Für immer jung und schön

Barbara Traber: Für immer jung und schön,
Zytglogge, Oberhofen, 2014
Die Gedenktafel «Für Olga Picabia-Mohler und Francis Picabia» findet sich noch heute beim Bahnhof Rubigen. Eines Tages stösst die Autorin darauf und beginnt – fasziniert von diesem aussergewöhnlichen Paar – zu recherchieren.

Am 1. Dezember 1925 besteigt die 20-jährige Olga Mohler, Tochter des Bahnhofvorstands, in Rubigen den Zug. Das Dorf im Berner Aaretal ist ihr zu eng geworden. Sie träumt von einem abenteuerlichen Leben – und nimmt eine Stelle als Kindermädchen an der mondänen Côte d'Azur an. Dort landet sie im «Château de Mai» von Francis Picabia und seiner Lebensgefährtin Germaine Everling. Die naive Schweizerin mit den blonden Zöpfen weiss nicht, dass Picabia ein berühmter Maler des Dadaismus ist, und von Kunst versteht sie vorerst gar nichts. Noch weniger ahnt sie, dass sie eines Tages die neue Muse, Geliebte und spätere Ehefrau von Picabia sein wird und sich im Künstlermilieu von Paris mit ­Picasso, Cocteau & Co. zu bewegen weiss. Bevor sie ihr Lebensglück findet, muss sie jedoch in einer schwierigen Ménage à trois ausharren und wie im Märchen Hindernisse überwinden. «Welche Frau hat schon so aufregende Jahre erlebt», wird sie später sagen.

Olga bleibt bis zum Tod des Künstlers 1953 an seiner Seite und überlebt ihn um fast ein halbes Jahrhundert. Damit Picabia nicht vergessen wird und sein Werk in gute Hände kommt, gründet sie eine Stiftung, das ­Comité Picabia, und sie legt ein Album an, mit Bildern des Künstlers und Erinnerungen an ihn.

Weshalb schaffte es ausgerechnet die Kindergärtnerin aus Rubigen, den 26 Jahre älteren, schwierigen, charismatischen Künstler an sich zu binden und ihm Halt zu geben?

Mit spürbarer Begeisterung und Respekt für die mutige Bernerin, die bis ins hohe Alter mit ihrem legendären Peugeot von Frankreich nach Rubigen fuhr, lässt uns Barbara Traber am Leben von Olga Picabia-Mohler teilhaben. Olga stirbt 2002 mit 97 Jahren einsam in Paris; ihre Urne wird auf den Friedhof Münsingen überführt und gerät dort in Vergessenheit. Auf Porträts jedoch ist sie von ihrem berühmten Mann, ihrer grossen Liebe, verewigt worden: für immer jung und schön.
(Inhaltsangabe zum Buch)

Hinweis: Dieses Buch gibt es auch in meinem Antiquariat zu kaufen. Siehe http://www.wanderwerk.ch/antiquariat/antiquariat.htm#lebensgeschichten

26. Mai 2024

Von oben gesehen

Robert Schnieper: Von oben gesehen … Die Schweiz,
Mondo-Verlag, Vevey, 1996
Im vorliegenden Mondo-Band sind die sechsundzwanzig Kantonshauptorte von Swissair-Flugfotografen aus der Vogelschau porträtiert und Stadtansichten mit ähnlicher Perspektive gegenübergestellt, die zum grössten Teil aus der Hand des berühmten Basler Kupferstechers Matthäus Merian stammen und vor rund 350 Jahren geschaffen wurden.

Wer die heutigen Aufnahmen mit den historischen Ansichten vergleicht, kann unschwer ermessen, wie stark sich die Schweiz seit Beginn der Neuzeit verändert hat. Die Orte und Städte haben die Landschaft erobert, besetzt: urbanisiert eben. Beim Blick von oben herab sieht man aber auch, dass häufig gerade die Siedlungskerne ruhende Pole in diesem kontinuierlichen Wandel sind. Ihre Struktur ist oft seit Merians Zeiten im grossen ganzen gleich geblieben. Dies wohl nicht zuletzt, weil sie als erste Bereiche dem menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit und Komfort einigermassen genügten. Zum andern aber auch, weil hier die ersten Bau- und Schutzvorschriften den Wandel kanalisierten und begrenzten.

Ergänzt wird dieser Blick von oben auf die Sitze helvetischer Obrigkeit durch Abbildungen stadtgeschichtlich bedeutsamer Bauten, Denkmäler und pittoresker Winkel.

Zusammen mit dem informativen Text, der die wichtigen Etappen im Werdegang der Kantonshauptorte und ihre heutigen Schwerpunkte skizziert, sind so facettenreiche Porträts entstanden, die interessante und oft überraschende Einblicke ermöglichen. Einsichten und Aussichern also, die Lust auf eigene Entdeckungsfahrten wecken. (
Klappentext)