![]() |
| Michel Gremaud, Peter Pfeiffer: Golden Pass und Greyerzerland / Golden Pass et Pays de Gruyère, AS-Verlag, Zürich, 2001 |
18. August 2026
Golden Pass und Greyerzerland
1. Juli 2026
Eisenbahnstadt Olten
![]() |
| Johannes von Arx: Eisenbahnstadt Olten, Weltbild Verlag, Verlag Oltner Tagblatt, Olten, 1997 |
Das SBB-Jubiläumsjahr 1997 «150 Jahre Schweizer Bahnen rückt auch die Eisenbahnstadt Olten ins Blickfeld, ist doch ihre Geschichte eng mit dem schweizerischen Bahnwesen verknüpft.
1956 ist aus der Feder des unvergesslichen Dr. Urs Wiesli ein Werk mit dem Titel «100 Jahre Eisenbahnstadt Olten erschienen. Die vorliegende Publikation bringt eine gekürzte Zusammenfassung des damaligen Textes, skizziert sodann die facettenreiche Entwicklung der Stadt und ihres Bahnhofs in den vergangenen 40 Jahren und schliesst mit einem faszinierenden Ausblick auf künftige Gestaltungsmöglichkeiten. Das Buch ist mit z.T. historischem Bildmaterial und farbigen Abbildungen reich illustriert.
Wie der Oltner Bahnhof samt der Zentralwerkstätte, oder wie sie heute heisst, der Hauptwerkstätte «HW Olten, zum Koordinatenkreuz des schweizerischen Bahnsystems geworden ist, bildet ein spannungsreiches Kapitel der neueren Schweizer Geschichte. Es legt Zeugnis ab von der Tatkraft sowohl der Eisenbahnpioniere des letzten Jahrhunderts als auch der politischen Behörde von Stadt und Region Olten. Als Zeitgenossen erinnern wir uns an das Drum und Dran der Projektierung einer neuen Bahnlinie durch das Ruttigertäli – wo ein Landschaftsplan den Durchbruch zu einer allseits befriedigenden Lösung gebracht hatte – oder an die Pläne für einen grossen Rangierbahnhof im Niederamt – auf die wegen der politischen Widerstände verzichtet wurde, mit Recht, wie sich später zeigte. Jetzt sind wir Zeugen einer beeindruckenden Neugestaltung des Bahnhofes selbst, die mit dem Stellwerk in den 80er Jahren begonnen hatte und ihre Fortsetzung mit der überaus gefälligen Erneuerung der Personenunterführungen und den zukunftsweisenden Gleisanlagen an der stadtwärts liegenden Westseite gefunden hat.
22. Juni 2026
Das Wildheuen in Ringgenberg
![]() |
| Gustav Ritschard, Emil Schmocker: Das Wildheuen in Ringgenberg, Verlag Ritschard/ Schmocker, Unterseen, 1980 |
Die Arbeitswelt der Ringgenberger Wildheuer und ihre Eigenart spiegeln sich nicht nur in besonderen Ausdrücken und Redensarten, sondern auch in heiteren und ernsten Episoden, Gedichten, Erzählungen und Sagen, deren mundartliche Wiedergabe der Monographie einen ganz besonderen Wert verleiht. Die Schilderung der wilden Bergnatur mit ihren Gefahren, aber auch mit ihren Schönheiten, gibt der zeichnerisch vortrefflich ergänzten Darstellung einen grossartigen Rahmen. Es ist ein Verdienst, dass neben der Fülle des Altertümlichen auch die moderne Entwicklung bis zum Helikoptertransport unbefangen notiert wird.
Möge etwas von der Freude, welche die beiden Erforscher dieses Stückes alpiner Volkskultur bei ihrer Arbeit beflügelt hat, auf die Leser übergehen! (Vorwort von Arnold Niederer, Professor für Volkskunde, Universität Zürich)
4. Juni 2026
Deutschlands Nebenbahnen
![]() |
| Gerhard Bank: Deutschlands Nebenbahnen, Kosmos, Stuttgart, 1997 |
Noch einmal führt eine beschauliche Reise «abseits der Magistralen» über die oftmals stillgelegten oder privatisierten Regelspurgleise der deutschen Staatsbahnen und durch die letzten zwei Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
Eine beeindruckende Auswahl von 145 Farbfotos aus den Archiven bekannter Eisenbahnfotografen präsentiert sich dem Leser: Mehr als 25 verschiedene Triebfahrzeuggattungen, darunter die Akkutriebwagen der Baureihen 515 und 51 7, die «Eierköpfe» 612/13, Klein - und Rangierlokomotiven, die Diesellokbaureihen 118, 119, 120 und 132 der DR, die Altbau- Elloks E 18, E 44, E 44.5, E 69 und E 94 spiegeln eine vergangene Vielfalt wider. Der Einsatz der rekonstruierten Reichsbahndampflokomotiven der Baureihen 50 und 52 wird mit besonders ausgesuchten Bildern dokumentiert. Darüber hinaus zeigt sich eine intakte Infrastruktur in der Fülle ihrer Erscheinungsformen: Signalbrücken und Flügelsignale, Schrankenposten und Bahnhöfe in klassischer Eisenbahnarchitektur.
Übergaben, Nahgüter- und Umleiterzüge bis hin zum letzten GmP der DB AG, Reko-, Umbau- und Altbaureisezugwagen erinnern an einen abwechslungsreichen Eisenbahnalltag, wobei auch der Übergang zur neuen Eisenbahn aufgezeigt wird.
Der Betrachter erlebt die Eisenbahnlandschaft der Küstenregionen von Nord- und Ostsee, der norddeutschen Tiefebene, der Mittelgebirge bis zu den Alpen und dem Oberlauf der Donau im Wandel der vier Jahreszeiten.
Viele der Aufnahmen sind mittlerweile historisch und somit ein Zeugnis einer ausklingenden Epoche. Ausführliche Bildtexte geben detaillierte Informationen über Triebfahrzeuge, Eisenbahnstrecken, das Umfeld der Eisenbahn und die kleinen Erlebnisse am Schienenstrang. (Klappentext)
26. Dezember 2025
Retro 2025 – 9
Seit ich Anfang der 1990er-Jahre das Inventar Historischer Verkehrswege der Schweiz entdeckt habe, gehe ich mit anderen Augen durch die Gegend. Insbesondere in den bergigen Regionen stosse ich da und dort auf Wegabschnitte mit potenziell-historischer Substanz. Dies können unter anderem Stütz- und Begrenzungsmauern, Spurrillen, Wegkreuze- und Kapellen (sogenannte «Wegbegleiter»), Brücken, Steintreppen oder beispielsweise auch Pflästerungen sein.
Als ich am 12. September vom Col-de-Bretaye in den Waadtländer Alpen via Les Ecovets nach Ollon abstieg, stiess ich kurz vor dem Wanderziel auf diesen gepflästerten Wegabschnitt. Leider ergaben meine Recherchen zu Hause lediglich den Hinweis auf eine historische Wegverbindung von lokaler Bedeutung. Gerne hätte ich mehr über diesen ausserordentlich breiten Weg erfahren: Wann wurde er und durch wen erbaut? Wer nutzte ihn über all die Jahrhunderte? Auf welche Art und Weise wurde er genutzt? Lediglich zu Fuss, mit Pferden und Maultieren oder gar mit von Tieren gezogenen Fahrzeugen?
21. Dezember 2025
Retro 2025 – 7
Die am Fusse der Jungfrau gelegene Gemeinde Lauterbrunnen weist bei einer Fläche von 164,7 km² eine Einwohnerzahl von 2331 Personen auf. Das ergibt eine Einwohnerdichte von lediglich 14 Einwohnerinnen und Einwohner pro km². Im Vergleich dazu beträgt die Bevölkerungsdichte für die gesamte Schweiz 217 Einwohnerinnen und Einwohner pro km². Das Gemeindegebiet von Lauterbrunnen erstreckt sich von 707 m ü. M. (Weisse Lütschine beim Sandweidli im Norden) bis auf 4158 m ü. M. (Gipfel der Jungfrau im Südosten).
Ich bin gerne in der Talschaft zu Fuss unterwegs, die trotz der zahlreichen Bergbahnen und Touristen immer noch Ecken bietet, wo man weitgehend alleine ist. Weil am 15. Juli das Wetter indes keine abenteuerlichen Wanderungen zuliess, begnügte ich mich mit einer kürzeren Tour vom Allmendhubel via Mürren nach der Grütschalp. Was mir dabei einmal mehr auffiel: In der Gemeinde Lauterbrunnen hat jeder noch so kleine Bach einen Namen und ergo an jeder Stelle mit Personenverkehr ein Namensschild. Besonders angetan hat es mir der «Inneren Chrutteren Graben». Schwingt in dieser Benamsung nicht die volle Kraft des kernigen Lauterbrunner Dialektes mit?
18. Dezember 2025
Retro 2025 – 6
Anfang Juni fuhr ich ins Vallée des Ponts. Jaja, das gibt es tatsächlich und liegt nicht etwa im fernen Frankreich, sondern unweit von La Chaux-de-Fonds im schönen Neuenburger Jura. Unweit von Les Ponts-de-Martel liegt der geografische Mittelpunkt des Kantons Neuenburg. Im Rahmen meines Projektes, alle geografischen Mittelpunkte der 26 Kantone wandernd anzusteuern, unternahm ich also diesen Abstecher in das topfebene Hochtal.
In der Umgebung von Les Ponts-de-Martel wurde einst Torf abgebaut. Die betreffenden Zonen haben sich inzwischen – auch dank der Bemühungen von Naturschutzorganisationen – zu wunderbaren Biotopen entwickelt, die unter Schutz stehen. Durch die grösste dieser Zonen führt der Torfmoor-Lehrpfad. Ihn habe ich in die Rundwanderung integriert und war voll und ganz begeistert. Sei es von der Natur – als Moor bin ich vom Namen her Mooren sehr verbunden –, aber auch von den Informationen rund um den Torfabbau. So ist beispielsweise ein Abbaubagger erhalten geblieben, der auf eindrückliche Weise veranschaulicht, wie die Torfgewinnung damals vonstattenging.
16. Dezember 2025
Retro 2025 – 5
Den musikalischen Auftakt bildete in der Klosterkirche Notkersegg ein Werk für fünf Celli von Joseph Bodin de Bosmortier und John Dowland. Hernach dislozierten die Konzertbesucherinnen und -besucher per pedes zum Manneweiher, wo der Saxofonist Peter Lenzin bei superber Akustik ein «Concert Suprise» intonierte. Das nächste Konzert bildete den glanzvollen Höhepunkt der Quadrologie: Nach längerem Fussgang hinab in die St. Galler Altstadt wartete in der Kirche St. Mangen das Kammerorchester St. Gallen mitsamt der renommierten Akkordeonistin, Viviane Chassot, mit Werken von Haydn, Mendelssohn Bartholdi und Piazolla auf. Den krönenden Abschluss bildeten unweit der Kirche, im Kreuzgang St. Katharinen, fünf dreistimmige Inventionen für ein Streichtrio von J.S. Bach.
Was für ein Tag im Herzen der Ostschweiz! Drei Kantone, eine umwerfende Landschaft, eine wunderbare Kantonshauptstadt, zwei Wanderrouten, die kaum Wünsche offenliessen sowie eine unglaubliche Anzahl an Musikerinnen und Musiker – Amateure wie Profis –, die für ein unvergessliches kulturelles Erlebnis sorgten. Für mich als Berner, Fussgänger und Fotograf eines der Highlights im zu Ende gehenden Jahr.
13. Dezember 2025
Retro 2025 – 4
Als ich nach fast vier Stunden beim Licht-durchfluteten Platz ankam, stachen mir die rot angemalten Bänke ins Auge. Dem Fotografen dienten sie als willkommenes Sujet, dem Wanderer als nicht weniger willkommene Sitzgelegenheit, um vor dem langen Gang an den Langenthaler Bahnhof noch einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle zu nehmen.
8. Dezember 2025
Retro 2025 – 2
14. November 2025
e Ligu Lehm
![]() |
| Otto von Greyerz: e Ligu Lehm, Lukianos-Verlag, Bern-Liebefeld, 1967 |
Der Sprachforscher, der (1863) in Bern geboren war und inmitten dieses Sprachreichtums sein Leben verbrachte, konnte am Mattenenglisch nicht vorbeigehen. Wenn es auch in seiner Verwandtschaft zum Rotwelsch nicht eine typisch bernische Mundart darstellt, so ist es andererseits wegen seiner Merkwürdigkeiten und seiner sprachschöpferischen Kraft eine umso beachtenswertere Sprache. So hat Otto von Greyerz auch diese Sprache erforscht und im Jahr 1929 unter dem Titel «Das Berner Mattenenglisch und sein Ausläufer: Die Berner Bubensprache» dargestellt. Die Arbeit ist längst vergriffen, und es ist nun dem Lukianos-Verlag Hans Erpf, Liebefeld, zu verdanken, dass er eine Neuauflage angeregt hat und durchführt.
Das Mattenenglisch hat gewiss seither als lebendige und nichtgeschriebene Sprache seine Entwicklung durchgemacht; es mag sich einerseits Neuschöpfungen zugelegt haben, anderseits – und wohl hauptsächlich – wird es seine einst selbstverständliche Geltungskraft unter dem Zwang der Entwicklung – denn gibt es noch wie einst richtige Mattegiele? – eingebüsst haben. Also ist just der Zeitpunkt da, in dem es gilt, diese bernische Sprachvariation, die immer wieder viele Berner und Auswärtige interessiert, festzuhalten, zu erklären und Unkundigen neu nahezubringen.
Der Verleger und ich glauben, bald dreissig Jahre nach dem Tod des Verfassers, in seinem Sinne zu handeln, wenn wir mit einer Neuausgabe das Interesse an einer der merkwürdigsten Sprachen und damit an der Sprache und ihrer Vielfältigkeit überhaupt wecken und fördern. Möge der Leser schmunzelnd all die teils bekannten, teils unbekannten Köstlichkeiten des Mattenenglisch «chüschte».
Walo von Greyerz im Vorwort
15. Oktober 2025
Strassenbaukunst zum Anfassen
| Die alte Averser Strasse überquert unterhalb von Cresta den Averser Rhein. |
In der Folge begann ich mich also mehr und mehr für geografische, historische, politische und kulturelle Themen zu interessieren, die sich mir als freischaffender Fussgänger en route darboten. Das reine Wandern als sinnfreie Aktivität begann mehr und mehr zu bröckeln und wich einer Betätigung mit unermesslichem Inhalt. Kurz: Der Fussgang wurde zum Vehikel, mein Heimatland vertieft zu erkunden und erforschen, aber auch kennen und lieben zu lernen. Und da ich von meiner Jugend her fotografisch tätig bin, hat sich eine Symbiose ergeben, die bis in die heutigen Tage andauert und vor 16 Jahren gar die Gründung meines eigenen Verlages bewirkte: die Edition Wanderwerk.
Wer sich also zu Fuss und mit einer tüchtigen Portion Chuzpe auf den Weg macht, dem oder der eröffnen sich auf Schritt auf Tritt kleinere und grössere Wunder, über die man sich mal mehr, mal weniger wundert. Überaus gestaunt habe ich in den vergangenen Tagen im bündnerischen Hochtal Avers, als ich mich endlich der alten Averser Strasse und somit einem historischen Verkehrsweg widmen konnte. Diese führt vom unteren Ende der Rofflaschlucht (1111 m) bei Andeer in 28 km hoch nach Juf (2126 m), der europaweit höchstgelegenen, dauerhaft bewohnten Siedlung. Der Bau dieser Strasse dauerte von 1890–1900. In den 1950er-Jahren wurde der alte Weg indes von einer komplett neu errichteten Strasse abgelöst. Diese hat in etlichen Abschnitten die alte Strasse ziemlich achtlos überprägt.
6. Oktober 2025
Ingenieure der Kartenkunst
![]() |
| Lorenz Hurni, Martin Raubal, Thomas Eichenberger, Christian Häberling, René Sieber: Ingenieure der Kartenkunst, ETH Zürich, Institut für Kartografie und Geoinformation, Zürich, 2025 |
Ob Google Maps, eine Wanderkarte oder ein Weltatlas: Wir nutzen diese Werke im Alltag, um uns zu orientieren oder zu informieren. Dass Karten aber auch eine politische Komponente haben, rief uns jüngst die von einem Staatspräsidenten angeordnete Namensänderung des «Golfs von Mexiko» in «Golf von Amerika» in Erinnerung.
Der Schweizer Weltatlas, dem viele von uns im Schulunterricht zum ersten Mal begegnet sind, beschreibt die Karte als Resultat eines Interpretations-, Klassierungs- und Abstraktionsprozesses. Daraus geht bereits hervor, dass eine Karte immer auf subjektiven Entscheiden basiert.
Erfrischend subjektiv ist auch die Festschrift «Ingenieure der Kartenkunst» abgefasst, die das Institut für Kartografie und Geoinformation der ETH Zürich anlässlich seines 100-jährigen Bestehens herausgegeben hat. Hauptautor Lorenz Hurni, der aktuelle Professor für Kartografie an der ETH Zürich, und seine Mitautoren scheuen sich nicht vor Einordnungen und klaren Aussagen, was das Werk lebendig und lesenswert macht.
Geprägt ist das Werk durch die Feststellung, dass die Kartografie an der ETH immer wieder von einer Marginalisierung bedroht war. Entsprechendes Gewicht erhält die Institutsgründung, auch wenn diese hauptsächlich auf Pinsel und Farbe beruhte. Doch dazu später.
Das Gewicht, das die Autoren dem Institut beimessen, kommt in den beiden Untertiteln der Festschrift zum Ausdruck, die eigentlich zwei Jubiläen antönen. «100 Jahre Institut für Kartografie und Geoinformation» bezieht sich auf das «richtige» Jubiläum, umfasst aber nur vier der bisher sechs ETH-Professoren am Institut. Der zweite Untertitel «170 Jahre Kartografie an der ETH Zürich» macht deutlich, dass das Werk die ganze Zeit seit der Gründung der Hochschule abdeckt.
Die Geschichte der Kartografie ist ein wichtiger Teil der Geschichte der ETH Zürich. So erfährt man viel über die Gründung des Polytechnikums im Jahre 1855 und seine Funktionsweise über die ganzen Jahre. Die Festschrift liefert – immer mit dem Fokus auf die Kartografie und Geoinformation – generelle Einsichten darüber, wie Professoren berufen wurden (und werden), wie die Hochschule in den verschiedenen Epochen organisiert war und welche Faktoren zu Anpassungen von Lehrinhalten führen.
Details zu Berufungen, zur Ausstattung von Professuren, der Suche nach Drittmitteln, aber auch zu Rivalitäten unter den Wissenschaftlern machen die Lektüre kurzweilig. Zudem bietet die Festschrift Informationen über die Herkunft und Interessen der Professoren. Nicht nur im Text, sondern auch in Form von Karten, Zeichnungen und Fotos. Quelle: ETH-News
5. August 2025
Das Weihnachtsgeschenk
![]() |
| Ray Bradbury: Das Weihnachtsgeschenk, Diogenes, Zürich, 2008 |
31. Juli 2025
Kunsthistorisches in Thunstetten
![]() |
| Das öffentlich zugängliche Schloss Thunstetten ist ein echter Hingucker. |
Das hat man davon, wenn man sich in den Kopf setzt, sämtliche offiziellen Wanderwege des Kantons Bern abzuwandern: Man gelangt früher oder später am Schloss und an der nahe gelegenen reformierten Kirche von Thunstetten bei Langenthal vorbei. So geschehen am vergangenen Samstag, als wir von Herzogenbuchsee auf schlangenlinienförmiger Route nach Langenthal gingen. Was sich hier unseren Augen bot, ist absolut erwähnens- und sehenswert.
Das SchlossDie erste Kirche ist im 12. Jahrhundert zusammen mit der Johanniter-Komturei, dem heutigen Pfarrhaus, gebaut worden. Davon zeugt noch der spätromanische Glockenturm, der offensichtlich aufgestockt worden ist. Die Komturei war eine wichtige Filiale der Johanniter. Bis zum Jahr 1528 lebten und arbeiteten die Johanniter hier in Thunstetten und gaben ihr Wissen weiter, so dass die ganze Umgebung davon profitierte. 1528 war das Jahr, in dem im Kanton Bern die Reformation durchgeführt und die Klöster aufgehoben wurden. Damit war das Ende der Johanniter-Komturei in Thunstetten besiegelt.
Die heutige Kirche wurde im Jahre 1745 gebaut. Sie trägt die Züge des damaligen Baustils, nämlich des Barock. 1931 wurde die Kirche gründlich renoviert, und es wurde eine elektrische Heizung eingebaut. Erst 1936 wurde auf der Westseite über dem Haupteingang der überdachte Vorbau erstellt. Ursprünglich hatte das Kirchenschiff eine Gipsdecke. Sie wurde durch eine Holzdecke ersetzt. Auch eine Portlaube wurde eingebaut. Bemerkenswert ist die Rundung der Empore.
Im Chor der heutigen Kirche fällt vor allem das Mittelfenster auf. Es zeigt den auferstandenen Jesus mit den Jüngern aus Emmaus (Lukas 24,13-35) vor einem Schloss. Ein zweites Glasfenster an der südlichen Wand zeigt Jesus beim Gebet in Getsemane (Markus 14, 32 – 42). An der gleichen Wand ist ein Kasten mit alten Blasinstrumenten eingelassen. Diese dienten zur Begleitung des Kirchengesangs, bis die erste Orgel, ein Geschenk von Johann Jakob Krähenbühl, im Jahre 1873 eingebaut wurde. 1916 wurde diese Orgel auf den doppelten Umfang erweitert, auf elektrischen Betrieb eingerichtet, mit zwei Manualen versehen und an die Wand zurückversetzt. Die heutige Orgel wurde 1969 von den Gebrüdern Wälti in Gümligen eingebaut.
Erwähnenswert ist der barocke Taufstein aus der Bauzeit sowie die Régence-Kanzel. Im Chorboden sind zwei Hartstein-Grabplatten eingelegt. Sie stammen vom zweiten Schlossbesitzer, Peter Thierri und seiner Gemahlin (aus den Jahren 1753 – 54). An der Nordwand hängt ein Epitaph (Grabplatte) aus St. Triphon-Stein aus dem Jahre 1795. (Quelle: https://www.kirche-thunstetten.ch/de/)
26. Juli 2025
Der digitale Nomade
11. Juni 2025
Schweiss der Sonne, Tränen des Mondes
![]() |
| Peter Lourie: Schweiss der Sonne, Tränen des Mondes, Piper, München, 1994 |
20. Mai 2025
Eduard Spelterini
Der Schweizer Eduard Spelterini (1852–1931) war ein bedeutender Ballonpionier und europaweit bekannt. Ab 1893 nutzte er seine Ballonfahrten für atemberaubende Luftaufnahmen. Als erster Mensch überflog Spelterini die Alpen und fotografierte sie, er verewigte Schweizer Städte, aber auch die Pyramiden von Giseh sowie Städte und Landschaften in Ägypten, im Orient und in Südafrika.
Diverse Autoren: Eduard Spelterini, Scheidegger & Spiess, Zürich, 2017
Das vorliegende Buch versammelt erstmals seit 1928 die schönsten und spektakulärsten Luftaufnahmen Spelterinis, direkt ab den originalen Glasnegativen reproduziert. Der Schriftsteller Alex Capus zeichnet Spelterinis abenteuerliche Lebensgeschichte nach, weitere Texte beleuchten die die Bedeutung seiner fotografischen und aviatischen Leistungen. (Klappentext)
10. Mai 2025
Neuauflage von Zoppis «Buch von der Alp»
| Giuseppe Zoppi / René P. Moor: Das Buch von der Alp, Edition Wanderwerk, Burgistein 2025 |
Rund 110 Jahre nach den Kindheitserlebnissen Zoppis bin ich mit der Kamera den beschriebenen Örtlichkeiten in Zoppis «Buch von der Alp» gefolgt. Hierbei hat mich die Frage angetrieben, was von der damaligen Zeit noch übriggeblieben ist: Gibt es noch Hirten auf der Alpe di Brünèsc? Finde ich den Stein auf Corte Grande, wo der junge Zoppi unzählige Stunden verbracht hat? Wie sieht es mit dem kleinen Bächlein auf Campagna aus? Und was ist mit dem Steinbrunnen auf den Monti di Rima? Ein mehrtägiger Besuch im oberen Maggiatal hat Erstaunliches zu Tage gefördert! Im neulich erschienenen Buch finden sich nebst Zoppis Text 58 stimmige Farbfotos einer Welt, in der heute etliches noch ziemlich genau so ist wie vor über 100 Jahren.
Das durchgehend vierfarbige Buch im Format 17 x 21 cm mit Hardcover und Fadenheftung ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich.
13. September 2024
Widmer wundert sich weiter
![]() |
| Thomas Widmer: Neue Schweizer Wunder, Echtzeit Verlag, Basel, 2024, 232 Seiten |
Einmal mehr hat der Autor versucht, eine ausgewogene geografische Mischung zu schaffen. Speziell gut sichtbar wird dies in der mitgelieferten Schweizerkarte, die – kleiner Marketingtrick – auch die Wunderstandorte des ersten Bandes zeigen. Wer also zuerst den zweiten Band kauft, wird so mit einem Schlag visuell auf den ersten neugierig gemacht. Eigentlich müssten nun an dieser Stelle ein paar Beispiele aus dem neuen Buch erwähnt werden. Doch der Rezensent lässt dies bewusst bleiben, nicht, weil er das Buch nicht gelesen hat (bewahre, bewahre!), diese Besprechung muss schlicht und einfach reichen, um die Leserschaft «gwundrig» genug gemacht zu haben.
Fazit: Thomas Widmers «Neue Schweizer Wunder» sind, wie alle seine Werke, superb getextet und süffig zu lesen. Wo Widmer drauf steht ist auch Widmer drin. Wen wundert's?











