1. Juni 2026

Der Spaziergang

Robert Walser: Der Spaziergang (inkl.
Prosastücke und Kleine Prosa, Suhrkamp,
Zürich + Frankfurt/Main, 1985
Der vorliegende Band enthält die ersten der in schweizerischen Verlagen erschienenen Prosa-Publikationen Robert Walsers. Er setzt ein mit der 1916 entstandenen Urfassung der Erzählung «Der Spaziergang», die Eduard Korrodi 1917 in der «Neuen Zürcher Zeitung» rühmte: dieser Text sei «eine so glückliche Mischung aus Einfalt und höchster Klugheit, dass sich einer noch lange den Wind um die Nase blasen lassen kann», bis er wisse, ob dieser planlose Spaziergang aus einer künstlerischen Faulenzertechnik entstanden sei, oder ob dieses Schlendern «ohne Zweck und Ziel vom Künstler erwogen und für gut befunden worden ist.»

Die sich anschliessenden Sammlungen «Prosastücke» (1916) und «Kleine Prosa» (1917) enthalten die wohl unbekanntesten der von Walser selbst veröffentlichten Arbeiten, da sie nur in winzigen Auflagen erschienen sind. Dabei sind diese aus Märchen, Aufsätzen, Erzählungen, Bildbeschreibungen und literarischen Portraits komponierten Bände mit Stücken wie «Basta» und «Schneien», mit der Liebesgeschichte «Luise» und der autobiographisch gefärbten Erzählung «Tobold» Höhepunkte Walserscher Prosa. Hermann Hesse zählte diese Kleinepik mit ihrer «magischen Verliebtheit in die Sprache zur graziösesten deutschen Prosa, die noch nicht übertroffen oder im Geringsten veraltet» sei.
(Inhaltsangabe im Buch)

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