31. August 2022

Life Hacks

Keith Bradford: Life Hacks – 1000 Tricks,
die das Leben leichter machen, Rowohlt,
Reinbek b. Hamburg, 2015
Mundgeruch loswerden, sich vor Gewittern retten, Drinks umsonst bekommen und T-Shirts richtig zusammenlegen: alles kein Problem mit den «Life Hacks». Keith Bradford sammelt die 1000 lustigsten und cleversten Tricks, die das Leben erleichtern – und erstaunlich einfach sind. Sie bekommen Antworten auf Fragen, die Sie sich schon immer gestellt haben, und Hilfe für jede Lebenslage. Die verblüffendsten Ideen und originellsten Tipps für den Alltag. (Klappentext)

25. August 2022

Stein bedeutet Liebe

Eveline Hasler: Stein bedeutet Liebe,
dtv, München, 2012
Im Schwabinger «Café Stefanie» trifft sich Münchens Boheme. Der libertine Psychiater Otto Gross und seine Behandlungsmethoden sind hier Tagesgespräch, bei Roda Roda, Gustav Meyrinck, Erich Mühsam, der Gräfin Reventlow und der Fabrikantenwitwe Ullmann mit ihrer 22-jährigen Tochter Regina. Diese beginnt nicht nur eine Analyse bei Gross, der sie in ihrem literarischen Schreiben bestärkt, sondern lässt sich auch auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm ein. Als sie, zeitgleich mit zwei anderen Frauen, ein Kind von ihm erwartet, verweigert er seine Hilfe. Kurz darauf wird Gross, zur Heilung seiner Kokainsucht, bei Carl Gustav Jung ins Zürcher Burghölzli eingewiesen. Regina bekommt heimlich auf dem Land eine Tochter. Hin- und hergerissen zwischen ihren starken Gefühlen für Gross und ihrer dominanten Mutter, findet sie ihren eigenen Weg und ihre Kraft im Schreiben. Kenntnisreich und bewegend erzählt Eveline Hasler die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau und einer tragischen Liebe.
(Inhaltsangabe zum Buch)

22. August 2022

Vom Wandern

Ulrich Grober: Vom Wandern, Rowohlt,
Reinbek b. Hamburg, 2011
Immer mehr Menschen, junge wie ältere, wandern – wieder. Eine alte Leidenschaft wird neu entdeckt, die Beine bewegen sich, «der Kopf wird frei und mit ihm der ganze Mensch». Die alte Kunst des Wanderns ist heute der Einspruch gegen das Diktat der Beschleunigung. Der Autofahrer steht im Stau, der Wanderer geht neue Wege. Er sucht die Exotik der Nähe – und findet sich selbst.

Ulrich Grober erzählt von seinen eigenen Wanderungen. Allein. Mit Kindern. Mit Freunden. Auf dem Kolonnenweg an der ehemaligen Grenze der DDR oder den Rhein entlang. Über die Alpen. Auf Heideggers und Hesses Spuren u.a.m. Er berichtet über das innere Echo eines nächtlichen Zikadengesangs, über den süßen Geruch von Heu, über die Anstrengungen einer winterlichen Schneeschuhpartie.

Und Grober schlägt den Bogen von Ötzi bis zu den Neonomaden mit Laptop und Isomatte. Sein Buch ist ein philosophisches Brevier: Wie gewinnen wir unsere Zeitsouveränität zurück? Werden die «nomadischen Fähigkeiten» zu einer Schlüsselkompetenz des neuen Jahrtausends? Und auch praktisch: Aus welchen Bächen lässt sich noch trinken? Was braucht man an Ausrüstung und Proviant, wie orientiert man sich?

Ein kluges Buch, ebenso meditativ wie nützlich. Das Motto: «Ohne Schritte kein Fortschritt. Ohne Bewegung: Stillstand.» Wer gern wandert, wird dieses Buch lieben. Wandern als Lebenskunst und Selbsterfahrung.
(Inhaltsangabe zum Buch)

20. August 2022

Die Blaumeise

Werner Niederer: Die Blaumeise,
Grünkreuzverlag, Freiburg i.Br.
Alfred, ein 48-jähriger Programmierer, Hacker und seit kurzem Grossvater, erlebt zahlreiche Herausforderungen. Seine Reaktionen haben überraschende Folgen für die Zürcher Softwarefirma, in der er arbeitet, für seine Familie und sogar für die Weltpolitik. (Klappentext)

BE: Mürren, Silberhorn ZH: Stadt Zürich, Meilen, Rüschlikon, Greifensee, Uster, Dübendorf

15. August 2022

Zu Fuss über die Alpen

Ludwig Grassler: Zu Fuss über die Alpen, Süddeutscher
Verlag, München, 1977
Dieses Buch ist für alle Freunde des Bergwanderns eine Sensation. Rechtzeitig zum 75. Jubiläumsjahr des Isartalvereins stellt Ludwig Grassler seinen «Traumpfad» über die Alpen von der Isar bis an den Piave in Wort und Bild vor. Der Wanderweg vom Münchner Marienplatz bis zum Markusplatz in Venedig ist etwa 515 Kilometer lang, kann in 28 Wandertagen in einzelnen Etappen bewältigt werden und führt im Bereich der Alpen über insgesamt 33 Jöcher, Scharten und Pässe. Die Stationen dieser Etappen sind: München, Wolfratshausen, Bad Tölz, Leger, Vorderriss, Wattens, Lizum, Tuxerjoch, Pfunders, Lüsen, Grödnerjoch, Marmolada, Masare, Pramperet, Belluno, Priula, Bocca Callalta, Jesolo, Venedig .

Für jeden bergerfahrenen Wanderer ist der hier vorgestellte Weg von München nach Venedig ein «Erlebnis fürs Leben»! Wer für dieses Erlebnis vier Wochen Abschied nimmt von den Bequemlichkeiten der modernen Zivilisation, der wird durch die zahllosen stillen oder gewaltigen Naturschönheiten und die einmaligen Begegnungen abseits von lärmenden Autostrassen reichlich entschädigt. 

Die vielen Bilder in diesem Buch, während der Wanderung vom Autor selbst aufgenommen, bestätigen solche Eindrücke. Die ausführliche Beschreibung des Weges und seiner Besonderheiten sowie die Vermittlung der kulturhistorisch en Daten über die zahlreichen erwanderten Stationen unterwegs durch das Isartal entlang den weissen Kalkwänden des Karwendel, den firnglänzenden Höhen der Zillertaler Berge, über die lieblichen Matten zwischen den roten Felsburgen in den Dolomiten und durch die Wildflusslandschaft am Piave bis zum Meer bei Jesolo  lassen uns darauf besinnen, wie weit die Zersiedelung unserer Landschaften und der hektische Ausbau eines immer dichteren Strassennetzes die Fussgängerfreiheiten in unserer modernen Welt beschränkt haben: Durchgehende Fusswege über weite Strecken sind heute immer weniger auszumachen. Nur noch entlang den Flüssen und im Gebirge finden wir sie, und der «Traumpfad» von Münchens «Guter Stube» über die Alpen bis zum «schönsten Salon der Welt», wie Napoleon den Markusplatz in Venedig nannte, ist wohl der verlockendste unter ihnen, weil er den aktiven Wanderer herausfordert, aber auch reichlich belohnt.

Doch selbst den Nur-Leser, der diesen Pfad lediglich mit Hilfe des Buches nachvollzieht, bereichert die Lektüre mit einem anregenden und aussergewöhnlichen Erlebnis, mit der Teilhabe an einem Abenteuer, wie es in unserer technisierten Welt nicht mehr möglich schien. (Klappentext)

10. August 2022

Schachteltraum

Walther Kauer: Schachteltraum, Benziger,
Zürich/Köln, 1978
Schachteltraum: Der Titel bezieht sich zunächst auf die Schreibtechnik. Auf drei nebeneinander verschachtelten Ebenen erzählt Kauer die spannende, in überraschenden, mitunter kriminalistischen Wendungen verlaufende Biografie von Georges Knecht und gibt zugleich ein Bild schweizerischer Geschichte zwischen 1930 und 1970. Schachteltraum heisst das Buch aber auch, weil der Erzähler Knechts Aufzeichnungen in Schachteln verpackt findet, aus ihnen, aus Briefen und Dokumenten Knechts Leben rekonstruiert.

Georges Knecht ist Sohn eines von der Wirtschaftskrise betroffenen Arbeiters, der im spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Antifaschisten fällt. Als Verdingbub kommt Knecht zu einem reichen Bauern, erlebt im Zweiten Weltkrieg Schwarzhandel und Schiebereien, die Ausbeutung der internierten, Polen. Knecht, ein Heller, Aufgeweckter, darf die Mittelschule besuchen, entwickelt Gerechtigkeitssinn, zuviel Gerechtigkeitssinn, wie sich später erweist. Nach dem Krieg verwandelt sich das Dorf, das Zweigwerk einer Maschinenfabrik wird aus Italien kommen die ersten Fremdarbeiter. Um ihnen zu helfen, lässt sich Knecht von Hinrichsen, dem Firmeninhaber, als Sozialarbeiter anstellen. Doch nur für kurze Zeit. Dann entspinnt sich ein Kampf der beiden ungleichen Gegenspieler, und Hinrichsen, in Personalunion Unternehmer, Politiker und Militär, stellt Knecht auf seine Weise kalt.
(Klappentext)

8. August 2022

Die Studentin

Christian Schünemann: Die Studentin,
Diogenes, Zürich, 2009
Der Alptraum eines jeden Starfrisörs: Kurz bevor die Show der weltweit besten Frisöre in London beginnt, fällt das Supermodel aus. Tomas Prinz weiss sich zu helfen. Kurzerhand engagiert er Rosemarie, das englische Au-pair-Mädchen, das bereitsteht, um ihn nach München zu begleiten. Dort wird sie in der Familie seiner Schwester Regula erwartet. Zuvor aber muss sie Prinz mit einer ganz besonderen Qualität aushelfen: ihren wunderschönen roten Haaren.

Rosemarie ihrerseits führt ihn ins Münchner Uni-Milieu ein, in dem Prinz herumstreunt wie ein neugieriger Tourist. Von den akademischen Debatten versteht er wenig, aber die menschlichen Abgründe – Intrigen und Karrierepläne – erfasst er auf den ersten Blick. Und prompt hat er einen neuen Fall am Hals. Wo die Polizei mühsam Fakten zusammenträgt, braucht sein visuell geschultes Auge Sekunden, um kriminelle Zusammenhänge zu erkennen.
(Klappentext)

D: München (Hauptschauplatz) GB: London

5. August 2022

Zu Fuss durchs wilde Kurdistan

Achill Moser: Zu Fuss durchs wilde Kurdistan, Pietsch,
Stuttgart, 1990
Achill Moser hat sein Leben schon in vielen Extremtouren gewagt. Er kämpfte sich zu Fuss durch die Wüste Gobi, bezwang in Westafrika den Niger mit dem Kanu und durchquerte das trostlose Odadahraun-Lavafeld in Island. Seine Expedition durch Kurdistan, jene wilde Felsregion in der Osttürkei, stellte ihn vor ganz neue Anforderungen. 300 Kilometer marschierte Moser durch das rauhe Bergland an der Grenze zum Irak, der UdSSR, Syrien und dem Iran. In diesem Pulverfass der Emotionen und der Gewalt, der behördlichen Willkür und dem Widerstand der Bergnomaden, erschliesst sich dem Leser eine grandiose Natur, wie sie atemberaubender nicht sein könnte. Achill Moser lässt den Leser hautnah mit dabei sein … (Klappentext)

23. Juli 2022

«Indirettissima» ist da!

Reto Küng: Indirettissima, Edition
Wanderwerk, Burgistein, 2022
Inspiriert von der 1983 landesweit legendär gewordenen «Direttissima Schweiz» unternimmt Reto Küng fast 40 Jahre später eine ähnliche Reise: zu Fuss vom nordwestlichsten Zipfel des Kantons Waadt zur südöstlichsten Ecke des Bündnerlandes. Anders als seine Vorgänger sucht der Autor nicht den möglichst direkten Weg. Seine Absicht ist es vielmehr, bislang weniger begangene Gegenden von Jura, Mittelland und Alpen zu bewandern.

An 43 Tagen legt Küng weit über 900 Kilometer zurück. Begleitet vom Wetterglück durchstreift er fantastische Landschaften und fotografiert diese gekonnt. In seinem Erlebnisbericht erzählt er von Begegnungen mit Wildtieren, Beherbergern und mitunter gewalttätigen Einheimischen. Er berichtet aber auch von den Sorgen und Nöten des Fernwanderers, seinen Glücksmomenten und vielem mehr.

Der mit 140 meist grossformatigen Fotos reich bebilderte Band lädt dank einer Etappenübersicht sowie den zur Verfügung gestellten GPS-Tracks zum Nachwandern der wunderbaren Route ein.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich. Hier steht auch eine Leseprobe und ein kurzes Autorenporträt zur Verfügung.

22. Juli 2022

Im Land der grünen Ameisen

Sarah Murgatroyd: Im Land der grünen
Ameisen, Verlag das Beste, Stuttgart/Zürich/
Wien, 2004
Von seiner Entdeckung im Jahr 1770 an wehrte sich der australische Kontinent hartnäckig dagegen, seine Geheimnisse preiszugeben, und über sein «totes Herz» kursierten abschreckende Geschichten.

Um 1860 waren nicht mehr als zwei Drittel Australiens erforscht. Erst nachdem es in Victoria, der kleinsten Kolonie Australiens, reiche Goldfunde gegeben hatte, wurde der Ehrgeiz dieser Kolonie geweckt: Zum ersten Mal sollte der Kontinent von Süd nach Nord durchquert werden. Somit wurde in Melbourne ein Organisationskomitee gegründet, das eine geeignete Expeditionsmannschaft zusammenstellen sollte. Schliesslich war es soweit: Am 19. August 1860 brachen der exzentrische irische Polizist Robert O'Hara Burke und der bescheidene Landvermesser William John Wills mit einer Karawane von schwer beladenen Kamelen, Pferden, Planwagen und abenteuerlustigen Männern auf ins Unbekannte. Niemand wusste genau, was sie erwartete, und niemand ahnte, welch triumphales und zugleich tragisches Ende diese Expedition, die so glorreich begann, nehmen würde. (Klappentext)

19. Juli 2022

Wandern

Diverse Autoren: Wandern in Dichtung
und Farbaufnahmen, Verlag C.J. Bucher,
Luzern/Frankfurt a.M., 1981
Die Fussreise ist die älteste und unmittelbarste Art menschlicher Fortbewegung, naturgegebenes Mass erlebbarer Geschwindigkeit und der Wahrnehmung der weiteren Umgebung. Die Geheimnisse der Natur in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und die von ihren Bewohnern über Generationen hinweg gestaltete Kulturlandschaft enthüllen sich uns in ihrem eigentlichen Wesen erst beim Wandern. Doch führt uns das nicht nur zur Neuentdeckung der Umwelt, sondern auch unseres Ichs. Diesen Weg der Selbstfindung kannten schon die antiken Denker; Jean-Jacques Rousseau pries ihn; und ihm folgten die Wanderburschen, die nach erlerntem Beruf ihren Platz, ihre Stellung in der Welt suchten.

Das Gehen ist in unserer Zivilisation nicht mehr massgebend. Umso bewusster suchen heute jedoch viele den Zugang zur Natur, zu Feld und Wald und Flur wie zum eigenen Körper. Zur Freizeitbeschäftigung geworden, bleibt dem Wandern immerhin die eine ursprüngliche Bedeutung: die Seele zu entkrampfen und die Gedanken zu läutern.
(Vorwort von Xaver Schnieper)

16. Juli 2022

Huber spannt aus

Martin Suter: Huber spannt aus,
Diogenes, Zürich, 2005
Business as usual, auch in Krisenzeiten: Von der Selbstbedienungsmentalität im Topmanagement. Von der enormen Anstrengung, einmal richtig auszuspannen. Vom Stylen der Personality. Von der Bereitschaft, sich sexuell belästigt zu fühlen. Von Managern im Lotussitz.

Martin Suters satirischer Karriere-Leitfaden, mittlerweile eine Institution und wohl das beste Mittel, um sich nach einem anstrengenden Arbeitstag den Stress von der Seele zu lachen. (Klappentext)

6. Juli 2022

Sonnenwende

Katharina Hess: Sonnenwende, Terra
Grischuna, Chur + Bottmingen, 1992
Der Roman einer Frau, der Entwurf eines Lebens in sieben Bildern, auf 260 Seiten, lebendig und hautnah. Eine Frau von heute, eine Frau in den Gegensätzen unserer Zeit: verrückt und verhalten, engagiert und zurückgezogen, weltoffen und versponnen. Die Geschichte einer Liebenden und einer Einsamen, die Geschichte eines Lebens. Vielleicht der Roman, auf den die bisherigen literarischen Arbeiten von Katharina Hess angelegt waren. Graubünden und Italien sind die Schauplätze, gemeint aber ist die unausmessbare Seele dieser unvergleichbaren Frau, ihre Begeisterung, ihr Schmerz, ihr schrittweises Reifen, ihre Stille. (Klappentext)

GR: Fiktives Bündnerland, Fiktiver Ofenpass (Hauptschauplatz) I: Fiktives Valdidentro

3. Juli 2022

100% Jugendsprache

Diverse: 100% Jugendsprache 2016,
Langenscheidt, München
Bist du'n Alpha-Kevin, voll die Antikompetenz oder doch mega bambus? Einwegtussi oder Tinderella? Omni oder Swaggetarier? Dann wirst du dieses Wörterbuch krass feiern. Hier gibt's Enterbrainment, bei dem auch die Fliegenficker steil gehen.

Also bloss nicht merkeln! Gönn dir über 600 Wörter und Ausdrücke, die Jugendliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit #geilon getaggt haben. No shit, Sherlock – suchten inklusive! In 100% Jugendsprache 2016 gibt's Augenkrebs von stabil vielen neuen Wörtern und Sonderthemen. Auch die Übersetzung ist upgedated.

Vintage und Newtage Style: Nur Jugendslang kommt ins Jugendwörterbuch. Wenn keine Übersetzung angegeben ist, gibt es keine. Gerafft? Leider geil: Das Buch 100% Jugendsprache 2016 enthält nur eure Wörter. Seit der letzten Ausgabe habt ihr über jugendwort.de, unsere Facebook-Seite und per Mail neue Begriffe eingereicht. Nice! Und klar: Einige der Ausdrücke werden nur regional, andere deutschlandweit und darüber hinaus benutzt. Nicht alle haben überall den Swag, manche nur in bestimmten Regionen.

Also, sei kein Party Pooper und tagg deine Facebook-Freunde mit #jugendwort, du Smombie! Okö?

tlidr? Wayne!

Have fun!

(Aus dem Vorwort)

Moors Fazit: Selten so oft und herzhaft gelacht! Der sprachschöpferischen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und genau dies macht Sprache derart faszinierend.

30. Juni 2022

Sterben

Karl Ove Knausgård: Sterben, btb
München, 2013
Das eigene Leben offen, schonungslos und radikal zum Gegenstand des Schreibens zu machen – dies ist das Konzept, zu dem sich Karl Ove Knausgård in einem furiosen Mammutprojekt entschlossen hat. Radikal ehrlich und mit unglaublicher sprachlicher Kraft nähert er sich in «Sterben», dem ersten Roman einer sechsbändigen Serie, seinem schwierigen Verhältnis zum Vater, das ihn grundlegend geprägt hat. Als dieser stirbt und er sich mit seinem Bruder daran macht, den Nachlass zu ordnen, bietet sich beiden ein Bild des Grauens. So sehr hat dieser Vater einen Schatten auf das Leben der Brüder geworfen, dass sie den Bestatter bitten, die Leiche sehen zu dürfen. Erst dann, so sind sich beide einig, werden sie glauben können, dass er wirklich tot ist. Der Sog, der von Knausgårds direkter Art des Erzählens ausgeht, macht seinen Roman zu einer faszinierenden und erschütternden Lektüre. Gerade weil er so radikal persönlich schreibt, gewinnt sein Text eine schmerzliche Allgemeingültigkeit. (Inhaltsangabe zum Buch)

N: Kristiansand (Hauptschauplatz), Bergen, Stavanger, Oslo S: Stockholm

Moors Fazit: Knausgårds Geschichte macht spätestens nach den ersten 20 Seiten süchtig. Schön zu wissen, dass die restlichen fünf Bände dieses gross angelegten Schreibprojektes in meiner Bibliothek lagern und geduldig auf den Süchtigen warten. Ein dickes Lob geht auch an Paul Berf, der den Text aus dem Norwegischen hervorragend ins Deutsche übersetzt hat.

26. Juni 2022

Kater (43), 1.80 m, sucht …

Fatima Vidal: Kater (43), 1.80 m, sucht …,
Vidal Verlag, Winterthur, 2015
Ausgerechnet sie, die nichts mehr von der Liebe wissen will, soll einen Onlinekurs für Singles testen – Flirtübungen inklusive. Leonie Löv ist richtig gefordert. Ella, ihre beste Freundin, die gleichzeitig Stellenvermittlerin ist, hilft Leonie, Jobs zu finden. Die Auswahl (Hundesitterin, Testerin, Weihnachtsengel) ist alles andere als berauschend. Eusebius Löv, Leonies Vater, hat neuerdings andere Interessen und lässt seine Tochter links liegen. Yasmina Roth, Sachbuchautorin und Kupplerin der Nation, leitet diesen Kurs für Singles, der bei manch einer Leserin mächtige Aha-Erlebnisse auslösen wird. (Klappentext)

23. Juni 2022

Losgehen, um anzukommen

Diverse: Losgehen, um anzukommen,
Piper, München 2008
«Ich bin dann mal weg!» Viel mehr hatte Hape Kerkeling zum Abschied eigentlich nicht gesagt, als er zu seinem Fussmarsch auf dem Jakobsweg aufbrach. Mit elf Kilo im Gepäck, einem neuen Paar Wanderschuhen und einem Ziel vor sich, das 800 Kilometer entfernt lag und ihn verändern sollte. Und mit dem er an eine jahrhundertealte Tradition anknüpft, die doch heutzutage lebendiger als je zuvor ist. Schon im Mittelalter gab es solche spirituell motivierten Reisen zu wichtigen Stätten des Glaubens in Jerusalem , Rom oder Nordspanien; heute ziehen Wallfahrtsziele wie Santiago de Compostela, Altötting, Mariazell, Fatima oder Lourdes jedes Jahr Hunderttausende Gläubige an.

In diesem Buch ist eine Auswahl der schönsten historischen wie modernen Pilgerberichte versammelt – von Geoffrey Chaucer oder Robert Louis Stevenson bis Bettina Selby und Shirley Maclaine, Brigitte Riebe oder Carmen Rohrbach. Eindrucksvoll spiegeln sie die Intensität der körperlichen, vor allem aber der seelischen Erfahrungen beim Pilgern.

18. Juni 2022

Stille Nacht

Alexander Rieckhoff, Stefan Ummenhofer:
Stille Nacht, Piper, München, 2012
Die Schwarzwaldbahn kämpft sich durch das dichte Schneetreiben zwischen Triberg und St. Georgen. Unter den Fahrgästen sind auch Oberstudienrat Hubertus Hummel, ErmittIer wider Willen, und sein Freund, der Journalist Klaus Riesle. Auf einmal wird die Zugfahrt jäh gestoppt: Und ausgerechnet Riesle findet den Vorstandsvorsitzenden der Schwenninger Bären-Brauerei ermordet auf. Hat die Tat etwas mit der drohenden Übernahme der Brauerei zu tun? Beim Weltcup-Skispringen in Neustadt hoffen die Freizeitdetektive auf die Lösung des Falles und den Erfolg der Schwarzwald-Adler. Es gibt viel zu ermitteln für den neugierigen Lehrer, der eigentlich bis zur «Stillen Nacht» sein zerbrochenes privates Glück mit Ehefrau Elke wiederherstellen will. Doch dann geschieht ein zweiter Mord – und auch Hummel ist in Gefahr … (Inhaltsangabe zum Buch)

D: Villingen-Schwenningen, Titisee-Neustadt, Offenburg, Donaueschingen, Tannenbronn, Schwarzwaldbahn

10. Juni 2022

Die Apothekerin

Ingrid Noll: Die Apothekerin, Diogenes,
Zürich, 1994
Hella Moormann liegt in der Heidelberger Frauenklinik – mit Rosemarie Hirte als Bettnachbarin. Um sich die Zeit zu vertreiben, vertraut Hella der Zimmergenossin die abenteuerlichsten Geheimnisse an. Von Beruf Apothekerin, leidet sie unter ihrem Retter- und Muttertrieb, der daran schuld ist, dass sie immer wieder an die falschen Männer gerät – und in die abenteuerlichsten Situationen: eine Erbschaft, die es in sich hat, Rauschgift, ein gefährliches künstliches Gebiss, ein leichtlebiger Student und ein Kind von mehreren Vätern sind mit von der Partie. Und nicht zu vergessen Rosemarie Hirte in der Rolle einer unberechenbaren Beichtmutter
… (Klappentext)

5. Juni 2022

Gourrama

Friedrich Glauser: Gourrama, ex Libris,
Zürich, 1977
Friedrich Glauser führte ein abenteuerliches Aussenseiterleben; das spürt man allen seinen Romanen und Erzählungen an, denn nichts Provinzielles haftet ihnen an, obschon in ihnen Menschen und Zustände in der Schweiz genau gezeichnet sind. Erst bei der Lektüre seiner biographischen Schriften erleben wir jedoch unmittelbar, was für ein gefährliches und hartes Leben am Rande oder ausserhalb der Gesellschaft Glauser geführt hat. Dank seinem autobiographischen Fragment «Mensch im Zwielicht» verstehen wir, warum es ihn aus dem bürgerlichen Leben hinausgeworfen hat. Er erzählt von seinem zwiespältigen Verhältnis zum starren, äusserst strengen Vater, vom frühen Tod seiner Mutter und den Erfahrungen, die er während seiner psychoanalytischen Behandlungen gemacht hat.

In zwei Geschichten unter dem Titel «Im Dunkel» erzählt er, was er in der Zeit nach der Fremdenlegion als Casserolier in Paris und darnach als Arbeiter in den belgischen Gruben und als Krankenwärter in Charleroi erlebt hat. Den Legionsroman «Gourrama», eines seiner lebendigsten Hauptwerke, schrieb Glauser 1928 und 1929, also sechs Jahre, nachdem er aus der Fremdenlegion zurückgekehrt war. Umso erstaunlicher ist es, dass der Roman atmosphärisch so dicht wirkt, als hätte ihn Glauser als Tagebuch geschrieben. Allerdings zeugt das Hauptthema davon, dass der Autor aus Distanz erzählt. Er schildert, wie der Herausgeber Hugo Leber schreibt, «die Flucht in einen Ort, wo es eine Flucht vor sich selber nicht mehr gab». 

Ein junger Schweizer erlebt im Lager der Legionäre sich selbst. Er ist umgeben von gescheiterten Existenzen, die sich gegenseitig vorgaukeln, was für eine filmromantische Vergangenheit sie hätten. Man kennt sich; jeder weiss, dass der andere lügt. Man hat Sehnsucht nach Zärtlichkeit und befriedigt wie unter sich auf rührend dürftige Art. Glausers Roman ist voll von echten Details; darum und wegen der Kunst der Charakterisierung und wegen der Sprachkraft ist er so spannend und mitreissend. (Klappentext)