14. Juli 2019

Auf heiligen Spuren

Christian Krug: Auf heiligen Spuren, Reise
Knowhow, Markgröningen, 2006
Fünf Monate wandert Christian Krug zu Fuss durch Indien. Das Meer – der Fluss – die Berge: Auf drei Etappen erlebt er alle Gegensätze, die dieses Land zu bieten hat. Von Karnataka bis Mumbai wandert er 800 Kilometer an der paradiesischen Konkanküste. Er sieht die Touristenstrände Goas und kommt zu menschenleeren Buchten in Maharashtra. Am Fluss Narmada im Herzen Indiens taucht er in das ländliche Leben ohne Strom und ohne Strassen ein, wandert bei 40 Grad mit heiligen Männern und trifft Menschen, die seit Jahrhunderten Pilger versorgen. Im Land der Götter, dem «Dev Bhoomi» im Himalaya, sind die Hauptquellflüsse der Ganga seine Weggefährten. Bei Eis, Schnee und Steinschlag erreicht er Gaumukh, das «Kuhmaul» auf 4000 Meter Höhe – Quelle von Indiens heiligstem Fluss.

Indien in dem Tempo erleben, das dem Menschen am meisten entspricht – zu Fuss: Erst da erschliesst sich dieses unbegreifbare Land, das wie kein anderes die Gegensätze des 21. Jahrhunderts in sich vereint. Mit viel Hintergrundwissen und genauem Blick für das Verborgene erzählt Christian Krug von einem spannenden Weg mit faszinierenden Begegnungen und täglichen Überraschungen. (Klappentext)

13. Juli 2019

Paris–Bâle à pied

Arnold Kübler: Paris–Bâle à pied, Artemis,
Zürich, 1967 (vergriffen)
Mit Stock, Baskenmütze, Mantel und Tornister wanderte Arnold Kübler, der 75-Jährige, von Paris nach Basel, eine Fussreise von 500 km in 28 Tagen! Ein lang gehegter Wunsch führte den bekannten Schriftsteller und Zeichner auf liebenswürdig-abenteuerlichen, auf eingezeichneten und aufgespürten Wegen durch die französische Landschaft von Ort zu Ort. Arnold Kübler, der dem lärmenden und hastenden Zeitgeist mit sensiblem Stift und heiterer Feder begegnet, wusste nicht, ob ihm das Unternehmen gelingen würde, als er Paris verliess. Er hat Basel erreicht und mit seinem ersten Reisebericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» in Tausenden von Lesern die Sehnsucht nach Abhandengekommenem, nach glücklichem Verweilen und Schauen, nur der Sonne und dem Lauf der Sterne gehorchend, geweckt.

Hier liegt nun der ganze Reisebericht vor, erfüllt von Szenen humorvoller Begebenheiten und nachdenklicher Betrachtungen. Das Dokument einer eigen- und einzigartigen Persönlichkeit, die uns mit liebenswürdigem Wissen und reicher Erfahrung auf viele Möglichkeiten glückbringenden Daseins hinweist. (Klappentext)

11. Juli 2019

Der Antiquar

Hansjörg Schertenleib: Der Antiquar,
Fischer, Frankfurt/Main, 1994
Der Antiquar Arthur Dold, ein zurückhaltender Schöngeist und Träumer, verkauft alte Stiche, Globen und Atlanten. Er tut dies mehr aus Liebe zum Medium als aus reiner Profession, denn bereits als Kind hatte er akribisch Pläne und Karten gezeichnet, mit deren Hilfe er in Phantasiewelten abtauchen, ferne Kontinente entdecken und fremde Länder bereisen konnte. Auch als Erwachsener kann er von diesen Reisen auf topographischer Vorlage nicht lassen und schafft sich seine Fluchträume außerhalb der Alltagswelt. Eines Tages erinnert er sich an eine Zeichnung, die er als Junge in einem Versteck im Bootshaus des reichen Fabrikantenehepaars hinterlassen hat. Durch diese Karte gerät seine Stille und geruhsame Existenz peu à peu aus den Fugen, zusehends entgleitet ihm sein geregelter Alltag. (Inhaltsangabe zum Buch)

BE: Adelboden GR: Sils-Maria, Oberengadin, Julierpass, Maloja JU: Pierre Percée bei Courgenay TI: Lugano UR: Gotthardpass VD: Montreux ZH: Stadt Zürich, Zürichsee I: Bergamo PE: Lima

Aare-Quai


Der Aarequai in Thun verfügt über kein offizielles Strassenschild mit weisser Schrift auf blauem Grund. An dieser Stelle steht jedoch eine Stehle des alternativen Thuner Wegleitsystems.

9. Juli 2019

Wilde Mahd

Ernst Otto Marti: Wilde Mahd, Schweizer Druck-
und Verlagshaus, Zürich, 1951
Nahe den vergletscherten Grenzbergen Graubündens wohnen auf entlegenen Höfen schweigsame Männer und steigen jeden Sommer hinauf in die steilen Schroffen und Flühe, um das kräftige Wildheu in ihre Gaden zu tragen. Zäh wachen sie über das ungeschriebene aber überlieferte Recht der Wildheuer und ebensosehr auch über das innigere der Liebe.

Marti erzählt von dem dauernden Kampf um die stets bedrohte Existenz dieser Menschen. und er zeigt, wie ein mit der Natur in Fehde liegendes Geschlecht seine Heimat sich erhalten will. Mit liebevoller Einfühlung zeichnet der Dichter nicht nur den Schicksalsablauf seiner Hauptpersonen, sondern zugleich auch die Geschichte einer Dorfgemeinschaft. In diesem Buch verstricken sich Schicksal und Schuld und fordern nach den dem Menschen innewohnenden höheren Gesetzen ihre Sühne. Wir begegnen Gestalten voller Lebenstreue, Josi Rominger von Garfiun und seiner Schwester Andrea, dem alternden Säger und Dorfpräsidenten, der Gredi Flury, dem Berglehrer und vielen anderen.

Es wird ihnen allen nicht leicht gemacht, ihr Lebensgesetz und ihren Weg zu finden, aber das Leuchten der silbernen Grate und das ewige Rauschen der schäumenden Wasser und dunklen Bergwälder umschliesst Leben und Vergehen ihres Daseins als erhabene, versöhnende Melodie auch dort, wo Irrung oder Hass regierten.

Herrliche Naturschilderungen bilden den Rahmen eines Geschehens, das von dem von innerer Spannung getragenen Anfang in schwungvoller Steigerung zum versöhnenden Schlusse hinführt. Marti geht es darum, zu zeigen, wie die Stürme nicht nur über die Dächer und durch das Balkenwerk der Hütten, sondern auch durch die Herzen und Köpfe wild und aufbegehrlich brausen.
(Klappentext)

Moors Fazit: Ein bodenständig-solider literarisch angehauchter Heimatroman.

GR: Fiktives Prättigau bei Klosters

Adlerstrasse


8. Juli 2019

Der Eskimo

Peter Freuchen: Der Eskimo, Freitag-Verlag,
Berlin, 1982
An der Hudson-Bay war Mala, der Eskimo, auf die weissen Männer mit ihren grossen Schiffen und den Annehmlichkeiten und Verlockungen einer fremden Kultur gestossen. Gewehre, Tabak und Alkohol verändern die Lebensart der Eskimos anfangs kaum merklich. Die Pelzhändler und Walfänger nutzen nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die Gebräuche und die Gastfreundschaft der Eingeborenen aus. In unverschämter Weise bemächtigen sie sich der Eskimo-Frauen.

Nach und nach zerstören die weissen Eindringlinge die traditionelle Kultur der Eskimos und damit ihre Fähigkeiten, im akrtischen Klima zu überleben. Für die Eskimos wird es zu einer tödlichen Begegnung mit der Zivilisation.

Peter Freuchen hat mit diesem Buch ein glänzendes Beispiel des «ethnographischen Abenteuerromans» geschaffen. Auf spannende Weise werden hier mehr Kenntnisse über die Eskimos vermittelt als es so manches Lehrbuch vermag. (Klappentext)

CAN: Hudson-Bay

Ahornweg


7. Juli 2019

Die unglaubliche Reise des Ludwig Gnadl

Ludwig Gnadl: Fussreise eines Bäcker-
gesellen durch Europa, Asien und Afrika,

Liliom-Verlag, Waging, 2001 (Nach-
druck der Originalausgabe von 1912)
«Fussreise eines Bäckergesellen durch Europa, Asien und Afrika» lautet der Titel eines 1912 in München erschienenen Buches. Geschrieben hat es der aus dem oberbayerischen Waging stammende Ludwig Gnadl. Im Jahre 2001 publizierte der in besagtem Waging ansässige Liliom-Verlag einen Faksimiledruck der Originalausgabe. Mit gutem Grund, denn die Erstausgabe ist 1. antiquarisch kaum mehr zu bekommen und 2. ist Gnadls Bericht eine durch und durch lesenswerte Sache!

Der am 12.6.1882 in Waging am See geborene Gnadl machte sich nach seiner Ausbildung zum Bäcker auf zu einer langen Reise, die ihn bis in den Nahen Osten und nach Afrika führen sollte. Die Suche nach Arbeit gestaltete sich überall schwierig, weshalb sich der Autor nicht selten ohne Geld durchschlagen musste. Was er in all den Ländern erlebte, grenzt zwischendurch an kaum für möglich zu haltende Umstände. Und genau dies macht den Text so wertvoll, zeigt er doch die damaligen Verhältnisse ungeschminkt auf. Besonders interessant sind die Abschnitte über Gnadls Aufenthalte in den ost- und westafrikanischen Ländern, als der Kolonialismus noch in vollem Gang war. Da kommt ein mittelloser Europäer als blinder Passagier eines Frachtschiffes in einem afrikanischen Land an und sucht nach Arbeit ... Gut 100 Jahre später sind die Verhältnisse gerade umgekehrt ... und was dies bedeutet, lesen und sehen wir täglich in den Medien.

Das nachfolgend 1:1 wiedergegebene Inhaltsverzeichnis zeigt auf, wohin Gnadls Reise ging: Über München in die Schweiz > Von Basel nach Paris > Von Paris über Orléans und Bordeaux nach Spanien > In Spanien zu Fuss nach Gijon > Vierzehn Tage an Bord des deutschen Küstendampfers «Ceres» als blinder Passagier > Mein Aufenthalt in holländischen Gefängnissen > Per Schub nach Deutschland und vier Monate Reise in Deutschland > Über die Schweiz nach Mailand, Genua und Nizza > Meine Reise nach Tunis und einjähriger Aufenthalt dort > Von Tunis nach Malta und Alexandrien > Nach Kairo und ein Jahr Aufenthalt dort > Ein Jahr in Abessinien > Von Abessiniern überfallen und ausgeraubt, dann zu Fuss durch das Isaasomaliland nach der französischen Küste > Mein Aufenthalt in Djibouti > Fünftägige Seereise in einem kleinen offenen Boot im indischen Ozean > Mein Aufenthalt in Aden > Als blinder Passagier an Bord des deutschen Reichspostdampfers «Feldmarschall» > Mein Aufenthalt in Ägypten > Von Alexandrien nach Neapel auf einem italienischen Passagierdampfer > Von Neapel zu Fuss nach Rom und mein Aufenthalt dort > Von Rom nach Bayern per Bahn > Von München zu Fuss nach Lissabon und mein Aufenthalt dort > Von Lissabon zu Fuss nach Gibraltar > Von Gibraltar nach Marokko und Aufenthalt dort > Von Tanger nach den kanarischen Inseln auf einem englischen Passagierdampfer > Mein Aufenthalt in Las Palmas > Als blinder Passagier an Bord des deutschen Frachtdampfers «Edea» von der Hamburg-Amerika-Linie > In Liberia an Land gesetzt > Mit demselben Dampfer von Liberia nach Lomé > Meine Ankunft in Lomé und 2½jähriger Aufenthalt dort Von Lomé mit dem Moermann-Dampfer «Lucie» nach Hamburg und mit der Bahn nach München

Albert-Schweitzer-Weg


2. Juli 2019

Gerechtigkeit für Veronika

Regine Frei: Gerechtigkeit für Veronika,
Book on demand, Norderstedt, 2005
In einem Dorf in Südengland wird eine Auslandschweizerin tot aufgefunden. Detective Sergeant Thomas Snyder, der die Frau gut gekannt hat, kann kein Mordmotiv erkennen. Er beschliesst, seinen Urlaub in Bern zu verbringen: Auf der Suche nach einem Motiv, einem Mörder und nach Gerechtigkeit für Veronika. Ein Krimi für England-Freunde, Berner und Heimweh-Berner; für Katzenfreunde, Teetrinker und alle, die einfach gerne eine spannende Geschichte lesen. (Inhaltsangabe zum Buch)

BE: Stadt Bern, Flughafen Belpmoos GB: Südengland

Regine Frei-Kunisch wurde 1965 in Visp geboren. Noch bevor sie lesen konnte, beschloss sie, Buchhändlerin zu werden. Nach dem Abschluss der Handelsschule machte sie diesen Traum wahr und absolvierte eine Buchhändlerlehre in Thun. Seit 1987 lebt und arbeitet sie in Bern. Sie ist verheiratet und seit März 2005 Mutter eines Sohnes. Das Ausdenken und später auch Aufschreiben von Geschichten war schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens. Als Krimileserin und Betreuerin der Krimiabteilung in der Buchhandlung beschloss sie eines Tages, sich selbst an einen Kriminalroman zu wagen. Das Manuskript stiess bei Buchhändlerinnen, Stammkunden und Freunden auf breite Zustimmung. Von zwei namhaften Berner Autoren ermuntert und unterstützt, fasste sich die Autorin ein Herz.

Alpenstrasse


Alte Goldiwilstrasse