14. November 2013

Eiger, Mord & Jungfrau

Paul Wittwer: Eiger, Mord & Jungfrau,
Nydegg Verlag, Bern, 2004
Im azurblauen Wasser vor Nizza schwimmt eine Wasserleiche. Kurze Zeit später stirbt an der Côte d’Azur ein Assistenzarzt der renommierten Berner Parkklinik Eiger. Alles deutet auf einen Segelunfall hin. Frau Knecht, die Mutter des verstorbenen Arztes, glaubt nicht an einen Unfall. Sie vermutet einen Zusammenhang zwischen den beiden Todesfällen. Sie bittet den ehemaligen Studienfreund ihres Sohnes, Dr. Franco Weber, viel versprechender und ehrgeiziger Herzchirurg des Berner Inselspitals, um Rat und Unterstützung. Gemeinsam mit einem Freund stellt Weber Frau Knecht zuliebe ein paar halbherzige Nachforschungen an.

Statt klare Antworten auf einfache Fragen zu bekommen, stossen die beiden auf komplizierte Widersprüche und dunkle Flecken – auch auf blendend weissen Arztkitteln. Dr. Franco Weber legt sein Skalpell aus der Hand und riskiert Kopf und Kragen, um die Todesfälle zu klären. Dabei stösst der unerwartet auf übelste Machenschaften in der modernen Spitzenmedizin. (Klappentext)

BE: Stadt Bern (Altstadt, Bärenplatz, Bremgartenfriedhof, Elfenau, Inselspital, Kirchenfeld) GE: Stadt Genf (Bahnhof, Unispital) F: Südfrankreich

12. November 2013

Albin Indergand

Ernst Zahn: Albin Indergand,
Huber, Frauenfeld, 1901,
neu aufgelegt bei Ex Libris, Zürich
1981
Albin Indergand sieht sich gezwungen, seinen Vater, der den Wildhüter ermordet hat, zu verraten. Der Verfemung durch die Dorfbewohner aber kann er dadurch nicht entfliehen. Tapfer bebaut der Ausgestossene ein steiniges Gütchen hoch über dem Dorf, bis er nach einer Erdrutschkatastrophe als mutiger Helfer gebraucht wird. Als die Franzosen das Land überfallen, wird Albin, dem die Tochter des Dorfvorstehers zur Seite steht, zum Anführer. Von den heranrückenden übermächtigen Truppen geschlagen, verliert Albin erneut das Vertrauen seiner Landsleute. Erst nach dem Kriege gelingt es ihm mit stetigem Fleisse einen geachteten Platz in der Dorfgemeinschaft zu erarbeiten.

In dieser wundervoll in die Urner Bergwelt eingebetteten Geschichte eines Aussenseiters, der sich trotz vieler negativer Voraussetzungen durchzusetzen vermag, ist dem Urner Volksdichter der Typus des Bauern- und Heimatromans, der ihn weit über die Schweiz hinaus berühmt gemacht hat, am reinsten und schönsten gelungen. (Klappentext)

UR: Wassen und Umgebung, Altdorf, Erstfeld, Seedorf

10. November 2013

Der Steinbaum

Herbert Squindo: Der Steinbaum,
Edition Hans Erpf, Bern-München, 1993
Leben am Berghang: Den einen ist es die Idylle schlechthin, den andern aber wird alles abgefordert. Karges, schroffes Land – und so sind auch seine Besiedler: Zäh, kantig, zornig. In dieser «hängenden Welt» wird Alois gross und schnell erwachsen. Und er beginnt zu träumen: Er will hinaus, ins Fernblau. Einige Erwachsene, allen voran, sein Lehrer und ein Kunstmaler, öffnen ihm die Augen, und Alois bekommt eine Vorstellung von seinem eigenen Leben, das nicht nur von Schulden und von Mühsal bestimmt sein würde. Alois ein in sich gekehrter Junge, der nichts so liebt wie seine Bäume, seine Tiere, seine Berge, entdeckt die Weite der Welt.

In ganz eigener, der Landschaft, dem Wesen der Bergler entsprungener Sprache schildert der Autor das Schicksal des heranreifenden Alois, dessen Liebe zu seiner Natur, die Not am Berg und den Hader unter den Menschen, den drohenden und unaufahltsamen touristischen Forschritt; er führt uns eine Welt vor Augen, die er selber gesehen und in der er gelebt und gearbeitet hat. Seine Erzählung ist geprägt vom Verständnis für die Menschen im Oberland, besonders aber für Alois, der es anders haben will und der jetzt schon dasteht wie sein geliebter Steinbaum: hart, trotzig, sich dem «Schicksal» entgegenstemmend. (Klappentext)

BE: Hasliberg

8. November 2013

Kalter Abschied

Roger Strub: Kalter Abschied
Pendragon, Bielefeld, 2007
Ein Polizeichef, kurz vor der Pension, kann nicht verwinden, dass er einen Fall nie aufklären konnte. Nun bittet er die junge Kollegin Lena Bellmann um Hilfe. 1976 hatte man in Bern die Leiche einer ertrunkenen Frau gefunden. Bei ihr zu Hause fand die Polizei ihre beiden toten Kinder und einen Abschiedsbrief. Der Fall wurde als erledigt zu den Akten gelegt. Aber war die Tote wirklich die Mutter? (Klappentext)

BE: Stadt Bern (Kleine Schanze), Eichholz bei Bern LU: IMAX-Kino im Verkehrshaus Luzern USA: Manhattan, Elmsford, Miami, Apalachicola, St-George-Island, Tallahassee, New Orleans Bahamas: Elbow Cay, Abaco Island (Hauptschauplatz)

7. November 2013

Bankenfusion

Das Jahr neigt sich unaufhaltsam dem Ende entgegen. Zeit, sich mit den letzten gut zehn Monaten ein bisschen zu befassen, damit dies noch vor Weihnachten erledigt ist. Dazu gehört auch das Aufräumen. Ich liebe das: Nützes von Unnützem zu trennen, zusammen zu fügen, was zusammen gehört und ganz einfach Ordnung zu schaffen. Geistig und materiell.

Bei einer dieser Aktionen ist mir unten stehendes Bild durch die Hände geglitten. Erhalten habe ich es im Sommer von Bänklisammlerin Monika. Aufgestöbert hat sie es im aargauischen Bremgarten. Das Monstrum muss das Resultat einer Fusion zweier Eisenhandlungen sein, welche nach erfolglosem Geschäftsgang und den darauf folgenden Liquidationsverhandlungen Jean Tinguely damit beauftragten, aus der Konkursmasse für die Nachwelt etwas Brauchbares zu kreieren; nicht zuletzt dem langjährigen Geldgeber wegen, der Aargauer Kantonalbank (im Bildhintergrund), welche jedoch auf die Platzierung der Bank vor der Bank verzichtete. Die Bank passe nicht in das Erscheinungsbild der Bank, liess das Bank-Marketing verlauten. Die Bank steht nun am Rande eines kleinen Pärkleins gegenüber der Bank. Über Mittag lassen sich ab und zu zwei Jünglinge in Schale und Kravatte auf der Bank nieder, fingern aus fetttriefenden Tüten ihren Döner und schweigen sich eisern an.


6. November 2013

Teufel und Beelzebub

Werner Schmidli: Teufel und Beelzebub,
Cosmos, Bern-Muri, 2002
Gunten wird siebzig, das Herz mag nicht mehr recht. Dem Wein abzuschwören, wie es der Arzt will, kommt ihn hart an. Doch möchte er noch ein wenig leben, nur schon wegen Eugenie, der Witwe, die er im Car kennen lernt und mit der etwas werden kann. Altmeister Schmidli führt den Melancholiker Gunten vom Murtensee bereits zum vierten Mal vor: mit dessen Selbstzweifeln, der Angst vor dem Tode, der beharrlichen Hoffnung auf neue Anfänge. Und mit dem detektivisch genauen Blick auf die Menschen rundum. (Thomas Widmer, Facts)

BE: Ins  FR: Galmiz, Kerzers, Môtier, Mont Vully, Muntelier, Murten, Ried BS: Stadt Basel

4. November 2013

Die Rückfahrt

E.Y. Meyer: Die Rückfahrt
Suhrkamp, Frankfurt, 1973
Der junge Lehrer und Schriftsteller Albin Berger leidet an einer schweren seelischen Krise, die durch einen Autounfall ausgelöst worden ist. Symptome der Krise: Er erinnert sich nicht mehr an den Hergang des Unglücks, und seine Hand ist empfindungslos geworden, so dass er sich nicht mehr schreibend zu äussern vermag. Im Sanatorium «Sonnmatt» versucht er sich von seinem seelischen Leiden zu kurieren. Er muss lernen, sich in seiner alten Umgebung, in der Realität «des reichsten landes der Erde» wieder zurechtzufinden, indem er mit sich selbst ins reine kommt.

Er forscht in sich selbst, um zu sich zurückzufinden. Was er an wirklichem Geschehen aufzeichnet, ist somit vor allem Spiegelbild von Vorgängen in seinem Innern. Eine äussere Handlung gibt es kaum; sie löst sich immer wieder auf in lange Gespräche, in Erinnerungen an Gespräche, in Reflexionen und in rekonstruierte Gedankenmonologe, die ein Freund, bevor er tödlich verunglückte, gehalten hatte. In allen diesen Erinnerungen und Gespächen wird immer wieder die Frage nach dem richtigen Leben gestellt. Dabei wird unsere Gesellschaft in der die Suche nach dem richtigen Leben für alle unabwendbar geworden ist, anhand vieler minutiös geschilderter Details kritisch dargestellt.

«Die Rückfahrt» führt in die eigene Vergangenheit, und nachdem sich Berger von seiner seelischen Krise erholt hat, vermag er seine Vergangenheit schreibend zu bewältigen. Zugleich gilt seine tiefste Besorgnis der von Zerstörung bedrohten Welt und unserer von Reglementierungen immer stärker eingeschränkten persönlichen Freiheit. (Klappentext)

BE: Stadt Bern, Gabelspitz, Jerisberghof, Kiesen, Mühledorf, Saanen, Schloss Landshut, St. Johannsen, Sumiswald, Trachselwald, Tschugg LU: Dietschiberg, Stadt Luzern TI: Carona und Umgebung, Lugano

2. November 2013

Schattenberge oder Das gottverdammte Entlebuch

Jon Durschei: Schattenberge oder
Das gottverdammte Entlebuch,
orte-Verlag, Oberegg, 1996
Sechs Kriminalromane hat der Bündner Jon Durschei bereits veröffentlicht (alle im orte-Verlag). Mit «Schattenberge oder Das gottverdammte Entlebuch» erscheint sein erster «normaler» Roman. Aber Durschei wäre nicht Durschei, wenn er ohne Abstecher ins Kriminelle auskommen würde. «Ist alles fiktiv oder nicht?», muss sich allerdings der Leser, die Leserin immer wieder fragen. Und ob Gian Derungs, der Wanderer ins Unbekannte, tatsächlich jener Held sei, der er glaubt zu sein? Der Mode gewordene Begriff multipler Persönlichkeiten drängt sich jedenfalls bald auf. Die Spannung wird dadurch nicht geringer: Was soll die nahezu sinnlose Wanderung, was bringt der Tick, immer nach einem bestimmten Muster zu gehen, im Regen, im Nebel, im Sonnenschein, was ist mit dem Kunstmaler Stauffiger passiert? Landschaften werden zudem vor unsern Augen immer plastischer, hässliche Ortschaften bleiben hässliche Ortschaften und in den Kneipen und Wirtshäusern, die Derungs aufsucht, dominiert nicht nur Stumpenrauch, sondern auch Geschwätz, Intrigen, Neid und Begehren. Das Buch gibt nicht frei, bevor man weiss, wie alles endet. Und obwohl kein Pater Ambrosius (wie in den Kriminalromanen) die Lösung offeriert, werden die Rätsel allmählich gelöst; und im Schatten der Berge dürfte sich entscheiden, wie die Zukunft des Wanderers aussieht. (Inhaltsangabe im Buch)

AG: Sins LU: Inwil, Eschenbach, Rain, Hellbühl, Malters, Werthenstein, Entlebuch, Hasle, Schüpfheim, Heiligkreiz, Farneren ZG: Kloster Frauental ZH:  Stadt Zürich, Uetliberg, Stallikon, Affoltern a.A., Mettmenstetten

1. November 2013

Ungefähre Landschaft

Peter Stamm: Ungefähre Landschaft
Arche Verlag, Zürich-Hamburg,
2001, daselbst vergriffen jedoch im
Fischer Taschenbuchverlag
erhältlich.
Ein kleines norwegisches Dorf nördlich des Polarkreises. An diesem Rand der Welt lebt Kathrine. Sie ist achtundzwanzig, hat aus erster Ehe ein Kind und unterbricht nur selten das Einerlei ihrer Tage. Sie lernt Thomas kennen und heiratet ihn. Er ist das, was man eine gute Partie nennt, er gibt ihr Halt. «Sein Leben war ein Strich durch die ungefähre Landschaft ihres Lebens.» Doch dann macht Kathrine eine Entdeckung, die sie tief verletzt. (Klappentext)

Eine wunderbar erzählte Geschichte. Stamm wählte mit dem kleinen Fischerdorf Båtsfjord im höchsten Norden Norwegens einen speziellen Hauptschauplatz, der auf gekonnte Weise mit dem mondänen Paris kontrastiert. Wer die Melancholie Skandinaviens mag, ist mit diesem Roman bestens bedient, nicht zuletzt der aufwühlenden Handlung wegen.

N: Båtsfjord (Hauptschauplatz an der Nordküste), Tromsö, Bergen, Polarlys (Schiff der Hurtigroute), Narvik DK: Århus F: Paris, Boulogne

31. Oktober 2013

Die Hinterlassenschaft

Ein Zufall hatte Walter M. Diggelmann auf den Stoff seines Romans «Die Hinterlassenschaft» gestossen: Von einem Bekannten erfuhr er, wie man in der Zürichsee-Gemeinde Thalwil nach dem Ungarnaufstand mit der Familie des bekennenden Kommunisten und PdA-Mitglieds Konrad Farner umgesprungen war. Diggelmann ging der Geschichte von Boykott und Verfolgung nach und erkannte sehr bald, dass er es hier mit einem zwar krassen, aber gleichwohl typischen Beispiel dafür zu tun hatte, was politisch Andersdenkende in den Zeiten des Kalten Kriegs zu gewärtigen hatten.

Walter Matthias Diggelmann:
Die Hinterlassenschaft,
Edition 8, Zürich (ursprünglich bei
Piper, München, 1965)
Die Idee für den neuen Roman war geboren: In halb dokumentarischer, halb fiktiver Form sollte aufgezeigt werden, wie die Verfolgungsmuster liefen, wer die Hintermänner der Aktionen waren und aus welchem politischen Umfeld sie stammten. Die These, die antikommunistischen Brandstifter der Gegenwart seien weitgehend identisch mit den faschistischen Brandstiftern der dreissiger Jahre, mag gewagt erscheinen; ganz falsch ist sie nicht. Sie führte dazu, dass Diggelmann sich für seinen Roman einen deutschen Verlag suchen musste und dass er fortan selbst als einer jener Linken galt, die man von bürgerlicher Seite über Jahre hinweg mundtot zu machen versuchte.

Als «Die Hinterlassenschaft» 1965 erschien, machte das Buch Furore, weil es Zusammenhänge aufdeckte, die es nicht geben durfte. 20 Jahre nach Kriegsende setzte ein Schweizer Autor sich erstmals in erzählender Form mit der «unbewältigten Vergangenheit» des Landes auseinander und warf zugleich ein scharfes Licht auf eine Gegenwart, deren Aufarbeitung bis heute nicht abgeschlossen ist. Obwohl ein Roman, ist «Die Hinterlassenschaft» damit ihrerseits zu einem wichtigen Dokument schweizerischer Zeitgeschichte geworden, dessen erneute Lektüre spannende Einblicke in die ideologisch-politischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts gewährt. Inhaltsangabe des Verlages

Ein Buch, das betreffend schweizerischer Asylpolitik aktueller ist denn je.

ZH: Stadt Zürich (Hauptschauplatz), namentlich Moussonstrasse, Erismannstrasse, Keltenstrasse; Zumikon, Thalwil, Zürcher Unterland

29. Oktober 2013

Fliehende Wasser

Ursula Fricker: Fliehende Wasser
Pendo, Zürich, 2004 (vergriffen)
Mit achtzehn verliebt sich Simon in den Verlobten einer Bekannten. Statt seiner Neigung nachzugeben, tut er, was von ihm erwartet wird: Heirat, zwei Kinder, Fabrikarbeit. Durch Zufall gerät er an die Schriften einer Lebensreformbewegung, die durch Verzicht totale Gesundheit verspricht. Kompromisslos muss die Familie die Regeln befolgen. Ida ist hin-und hergerissen zwischen Loyalität und Verrat. Bis sie Gott bittet, den Vater doch endlich fortzunehmen ...

Mit bewundernswerter Souveränität macht die Autorin das scheinbar Unverständliche verständlich. Die Subtilität ihrer Figurenzeichnung ist bestechend, die Enge der 50er Jahre mit Händen zu greifen. Mit ihrer klaren Sprache und einem konzessionslosen Blick erzählt Ursula Fricker die dramatische Geschichte so spannend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. (Klappentext)

BE: Gstaad, Eggiwil JU: Bollement SG: Obertoggenburg SH: Stadt Schaffhausen (Hauptschauplatz), Buch, Rheinfall, Galgenbuck (Neuhausen), Rhein, Hoher Hengst bei Bargen (Randen) VD: Lausanne, Genfersee ZH: Stadt Zürich (alte Kaserne, Niederdorf, Rämistrasse), Pfannenstiel GB: Thurso (Schottland) I: Pisa

27. Oktober 2013

Schwelbrände

Walther Kauer: Schwelbrände
Benziger, Zürich + Köln, 1983,
neu aufgelegt bei Lenos, Basel
Zwei Vorfälle bringen das ruhige Leben des in die Jahre gekommenen Journalisten und Schriftstellers Bertrand Weller in der malerischen Kleinstadt Moosbrugg durcheinander: der Fund einer Leiche im See und zwei Kisten, die Bertrand unerwartet mit der Post erhält. In ihnen findet er, zusammen mit drei Flaschen Kirsch, einen Brief und einen Stapel Wachstuchhefte mit der Lebensgeschichte seines verstorbenen Grossvaters.

Die Durchsicht der handschriftlichen Notizen wird für Bertrand zu einer Reise in die Vergangenheit: Erinnerungen an die mysteriösen Umstände des Todes der Mutter, an die zweifelhaften Machenschaften des Vaters als Gewerkschaftssekretär und vor allem an den geliebten Grossvater werden wieder wach. Der Nachlass des alten Klassenkämpfers ist brisant. Können die Aufzeichnungen zur Klärung der Vorfälle um den Toten im See beitragen?

Das Vermächtnis stellt Bertrand, der geglaubt hatte, mit seiner politischen Vergangenheit abgeschlossen zu haben, vor eine schwere Entscheidung: Ist seine desillusionierte Abkehr von den linken Idealen seiner Jugendzeit gerechtfertigt? Wird er, statt wie damals nur Schwelbrände zu legen, diesmal ein richtiges Feuer entfachen?
(Klappentext)


BE: Bern, Zihlkanal bei Thielle FR: Murten, Murtensee

25. Oktober 2013

Rheinfall

Daniel Badraun: Rheinfall
Limmat Verlag, Zürich, 2009
Die erfolgreiche Schriftstellerin Marguerite Duval deckt unerschrocken Skandale auf, weist auf unlautere Geschäfte hin, bezieht Stellung. Und offenbar trifft sie immer wieder ins Schwarze: Ihre Bücher sind Bestseller, ihre Lesungen ausverkauft. Nur in Schaffhausen scheint es anders zu sein. Mit Morddrohungen will jemand verhindern, dass sie öffentlich auftritt. Ihr Geliebter und Manager Jean-Pierre Murat will sie schützen und beauftragt zwei Freunde, nach einer Doppelgängerin zu suchen. Margrittli Durrer ist schnell gefunden, die Ähnlichkeit frappant. Gleichzeitig jedoch gerät einiges durcheinander, und bei der Lesung im Stadttheater Schaffhausen kommt es zum Eklat mit überraschendem Ausgang. (Klappentext)

GR: St. Moritz, Silvaplana, Julierpass, Tiefencastel SH: Schaffhausen, Randen, Stein am Rhein, Rheinfall, Wangental, Hemishofen TG: Diessenhofen

23. Oktober 2013

Fussreise mit Adolf Dietrich

Beat Brechbühl,
Fussreise mit Adolf Dietrich,
Nagel & Kimche, Zürich, 1999

Der Schriftsteller Beat Brechbühl schreibt über Adolf Dietrich, den bedeutendsten «naiven» Maler der Schweiz. Vor dem Hintergrund einer Fussreise von Berlingen am Bodensee nach Frauenfeld an der Thur ist ein Buch der Nähe entstanden, eine Kopfreise durch Leben , Landschaft und Werk von Adolf Dietrich, eine Erzählung über Sehen und Malen, Sehen und Schreiben. (Klappentext)

TG: Berlingen, Taal, Burg, Rüegger, Steckborn, Homburg, Reckenwil, Dettighofen, Hungerbühl, Pfyn, Thurbrücke, Felben, Frauenfeld

Unter dem Label Schauplätze präsentiere ich in lockerer Folge Schweizer Belletristik mit Schauplätzen, die sich nach der Romanlektüre bestens zu fussgängerischen Vororterkundungen eignen.

22. Oktober 2013

Riedland

Kurt Guggenheim: Riedland
Schweizer Spiegel, Zürich, 1938
In der Stille einer einsamen Riedlandschaft am oberen Zürichsee wird Erdöl vermutet. Ein Stück moderner Zivilisation hält Einzug und verändert Landschaft und Menschen. Das Rasseln und Stampfen der Bohrmaschine, das bald über das stille Ried hallt, weckt neue Hoffnungen, lässt aber auch alte, längst vergessen geglaubte Empfindungen wieder aufflackern. In diese allgemeine Auseinandersetzung zwischen Natur und Zivilisation ist das Schicksal von vier Personen eingebettet. Für sie führt das durch die Bohrmaschine im Ried symbolisierte Neue zu einer dramatischen Wende. Hass und Liebe bestimmen ihren Kampf. (Klappentext)

Die behutsam erzählte Geschichte wurde 1977 von Wilfried Bolliger verfilmt.

SG: Linthebene, Uznach, Schmerikon SZ: Linthebene, Tuggen, Grinau

21. Oktober 2013

Bitte wie?



Im nördlichsten Dorf der Schweiz, in Bargen (Schaffhausen), hart an der Grenze zu Deutschland, ziemlich weit weg von Österreich.

20. Oktober 2013

Es klopft

Franz Hohler: Es klopft
Lucherthand, München, 2007
Das Leben hat es gut gemeint mit Manuel Ritter. Der erfolgreiche HNO-Spezialist ist glücklich verheiratet und Vater zweier Kinder. Bis sich eines Tages ausgerechnet bei ihm ein lästiger Tinnitus einstellt. Seitdem klopft es in seinem Ohr, und mit jedem Klopfgeräusch kommt die Erinnerung an einen längst vergangenen Fehltritt wieder, dessen Folgen ihn plötzlich einzuholen drohen. (Klappentext)

GR: Pontresina, Piz Languard, Val Roseg, Julierpass ZH: Stadt Zürich, Zürich-Wiedikon, Wetzikon, Erlenbach USA: Washington D.C.

16. Oktober 2013

Stirb, schöner Engel

Stephan Pörtner: Stirb, schöner Engel
Bilgerverlag, Zürich, 2011
Sonntag, 9. Dezember 1973, der Tag, an dem die Schweiz stillsteht. Ein autofreier Sonntag im Zeichen der Ölkrise bringt eine Ruhe übers Land, die schon früh am Morgen gestört wird: In einem Nobelkurort in Graubünden wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Gion Kundert, einheimischer Polizeigefreiter, muss ohnmächtig zusehen, wie der Mörder sich im Filz von Geld, Macht und Politik dem Zugriff der Gerechtigkeit entzieht.

Dreissig Jahre später: Erneut wird eine junge Frau bestialisch ermordet. und wieder verlaufen die Ermittlungen im Sand. Köbi Robert, der den Ermittlerberuf an den Nagel gehängt hatte, trifft in Mia eine frühere Liebe. Eine schicksalhafte Begegnung, die Köbi Robert Probleme einbringt. Grosse Probleme. Probleme, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Stephan Pörtners fünfter Krimi um den Kultermittler Jakob 'Köbi' Robert schlägt neue Saiten an, ist clever konstruiert und im einzigartigen Pörtner-Sound gehalten.
(Klappentext)

GR: St. Moritz, Chur ZH: Zürich, Zürichberg, Katzensee, Männedorf E: Barcelona, Valencia


13. Oktober 2013

Die Garnspinner

Dominik Brun: Die Garnspinner
Benziger, Zürich, 1990
In einer alten Garnfabrik hat sich eine religiöse Gemeinschaft niedergelassen, die ein Wunder inszeniert. Ein junger Mann will deren intolerante Machenschaften aufdecken und seine Geliebte aus ihren Fängen retten, bleibt dabei jedoch auf der Strecke. (Klappentext)

LU: Entlebuch Dorf