13. September 2017

Bis ans Ende der Welt

René Freund: Bis ans Ende der
Welt,
Picus Verlag, Wien, 1999
Herbe Landschaften und liebliche Gegenden, karge, weite Landstriche ohne Brunnen, ohne Dorf, dann wieder pittoreske Orte, hin zu den tückischen Pyrenäen – 1500 Kilometer lang ist der Fussweg von Mittelfrankreich nach Santiago de Compostela, der mythische Jakobsweg oder Camino de Santiago. Es sind zwei Monate Fussmarsch, an dessen Ende der Wanderer oder Pilger noch einmal auf eine harte Probe gestellt wird in der ungastlichen Meseta. Diese Wanderung, die René Freund in einem sehr persönlichen Tagebuch nachzeichnet, bedeutet emotionale Wechselbäder von euphorischem Glücksgefühl über die Faszination der Landschaft und das Hinauswachsen über die eigenen Kräfte bis hin zur Wut über den eigenen «Masochismus» und zu physischen wie psychischen Krisen. René Freunds Perspektive vereint wohldosiert die Objektivität des aufmerksamen Beobachters mit der Begeisterung des jeden Tag neu Aufbrechenden, das Feingefühl des Naturliebhabers mit teils ironisch gebrochener sachlicher Darstellung. So macht er Leserinnen und Leser zu Begleitern und lässt sie die Ängste, Nöte und Freuden der modernen Pilger miterleben. [Klappentext]

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