14. Januar 2014

Marmorera

Dominik Bernet: Marmorera,
Cosmos Verlag, Bern-Muri, 2006,
Piper, München, 2008

Im Marmorera-Stausee in den Bündner Bergen wird eine geheimnisvolle junge Frau ohne Identität und Sprache gefunden. Ihr junger Zürcher Psychiater Simon Cavegn ahnt bald, dass ihn diese Patientin, Julia nennt er sie, nicht nur um den Verstand bringen wird. Denn als sich in der Gegend von Marmorera bizarre Todesfälle häufen, sieht Simon immer deutlichere Zusammenhänge zwischen diesen «Unfällen», seiner Patientin und dem 1954 gefluteten Bergdorf am Grund des Stausees.

Ist Julia wirklich gefährlich oder bildet sich dies der frisch verheiratete Simon nur ein? Ist sie lediglich ein interessantes Beispiel einer aussergewöhnlichen Psyche oder tatsächlich ein Fluch aus einer vergangenen Zeit, den die Bewohner von Marmorera sorgsam zu verbergen suchen? Für Simons Frau Paula wird Julia jedenfalls schon bald zur gefährlichen Nebenbuhlerin, obwohl die ungewöhnliche Patientin stets brav und bescheiden bleibt - solange man ihr die Badewanne lässt Im Marmorera-Stausee treffen sich Mythos und Realität. Mancher munkelt noch heute, dass bei tiefem Pegelstand die Spitze des Kirchturms aus dem Wasser rage. Und an der Fassade eines Hauses im neuen Marmorera erinnert das Wort «Resistenza» daran, dass nicht alle damit einverstanden waren, ihr Dorf und ihr Land den Zürchern zu verkaufen.


GR: Marmorera, Marmorerasee, Sur, Savognin, Julierpass (Hauptschauplätze) ZH: Stadt Zürich

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