6. April 2021

Himmel, Hölle, Rock 'n' Roll

Chris von Rohr: Himmel, Hölle, Rock 'n' Roll
Wörtersee, Lachen, 2019
In seiner Autobiografie «Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» nimmt uns Chris von Rohr auf eine grosse Reise mit. Auf eine Reise mit vielen Glanzlichtern, aber auch Rückschlägen. Er schildert Erfahrungen, die klarmachen: Scheitern ist kein Problem, wenn man sich sein inneres Feuer bewahrt, wieder aufsteht und unerschrocken weitergeht. Chris von Rohr schreibt nicht nur über die Kunst des Songschreibens, des Liebens und des Lebens, sondern zeigt auch, was man bewegen kann, wenn man an seinem Traum arbeitet und wenn Leidenschaft, Wille und Hingabe auf die Spitze getrieben werden. Das Buch wird keine Leserin, keinen Leser kaltlassen, weil es das Sein hinter dem Schein offenlegt und uns Vertrauen und Kraft gibt, den eigenen Weg zu finden. Es macht Mut auf das Leben. Mut, etwas zu riskieren und freudvoll dem nachzugehen, was man im Herzen trägt. There’s no limit!

«Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» ist eine ebenso eindrückliche wie swingende Liebeserklärung an das Leben, an die Musik, an die Liebe, die Frauen, die Freundschaft, an das Streunertum und das Kindbleiben. Bei Chris von Rohr geht es immer ums Ganze. So witzig, unterhaltsam und so gnadenlos ehrlich und bestechend kompromisslos wurde die eigene Geschichte noch selten festgehalten. Würde es nicht nur für Musikalben, sondern auch für Bücher Edelmetallauszeichnungen geben, «Himmel, Hölle, Rock ’n’ Roll» bekäme Platin. (Klappentext)

Moors Fazit: Von Rohrs Autobiografie zeigt schonungslos die Zwiespältigkeit dieses Mannes aus Solothurn auf. Da ist über weite Strecken viel Arroganz und Überheblichkeit und wenig Demut. Doch von Rohr will es so, ist stolz darauf, frei nach dem Motto: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich. Immerhin, dies sei ihm zu Gute gehalten, kommt mit zunehmenden Lebensjahren (der Hardrocker wird heuer 70!) eine gewisse Altersmilde auf, die mich gegen Ende der Lektüre doch noch ein wenig versöhnlich gestimmt hat. Und auch seine politischen Ansichten lassen sich durchaus als vernünftig betiteln. Wer aus der Distanz wissen möchte, wie der Mann mit dem Kopftuch durchs Leben tickt, dem sei dieser 600-Seiten-Wälzer durchaus empfohlen.

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