28. Februar 2026

Der Weg ist mein Zuhause

Philipp Fuge: Der Weg ist mein Zuhause,
Knesebeck, München, 2021
272 Tage zu Fuss unterwegs, über 6500 Kilometer und 35 Breitengrade durch sieben Länder: Was für viele Wanderer ein Traum bleibt, hat Philipp Fuge in die Tat umgesetzt. Er durchquert Europa vom südlichsten Festlandszipfel in Tarifa in Spanien bis hin zum Nordkap in Norwegen, quer durch alle Klimazonen und Jahreszeiten. Während im spanischen Januar der Winter zum Frühling wird, wähnt sich Philipp im norwegischen Spätsommer schon tief im Herbst.

Die Route führt ihn von Spanien nach Frankreich durch Deutschland, Dänemark, Schweden und Finnland bis an sein Ziel in Norwegen. Er spricht kein Spanisch und auch kein Schwedisch, ist fünf Monate auf dem Weg Richtung Norden vollkommen auf sich allein gestellt, aber Sprache ist beim Wandern kein Problem. Philipp Fuge trifft auf seinem Weg viele herzliche Menschen, die seine Reise einzigartig machen. Er erspürt die Eigenheiten der Länder und Regionen und die Besonderheiten der Landschaften, die er durchwandert. Auch die Schönheit der Natur lernt er durch seine entschleunigte Fortbewegung wieder viel mehr zu schätzen. Dass er bei dieser Wanderung kein einziges Mal seinen Pass vorzeigen muss, macht seine Reise aber auch zu einem Plädoyer für ein Europa ohne Grenzen
. (Inhaltsangabe zum Buch)

25. Februar 2026

Domenica und die Brüder vom Septimer

Hermann Ferdinand Schell: Domenica und
die Brüder vom Septimer, Kongress Verlag,
Zürich, 1945
Die im Volk fortlebende Überlieferung von den Brüdern vom Septimer erfährt in dieser Erzählung aus den rätischen Bergen ihre dichterische Gestaltung. Der Dichter hat es verstanden, Überliefertes mit feiner Einfühlungsgabe in eine packende Form zu kleiden und zu einer fesselnden und ergreifenden Erzählung zu gestalten.

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Herbergshaus auf dem Septimer, wo die sieben Brüder ein Doppelleben führen. Nach aussen scheinbar biedere und ehrbare Männer, die ihre Alpen bewirtschaften und die Herberge führen, sind sie in Wirklichkeit gefährliche Gesellen, die schon manchen Kaufmann, der über den Septimer zog, beraubten und in irgendeiner Fels- oder Gletscherspalte für immer verschwinden liessen. Dem Grafen von Salis, der im Begriff ist, von Chur aus über den Septimer eine Reise nach seinem Bergeller Stammschloss in Soglio zu unternehmen, droht das gleiche Schicksal. Aber er wird gewarnt, noch bevor er die Schwelle der Herberge überschreitet, und ist auf der Hut. Mit dramatischer Spannung entwickeln sich die Ereignisse im Herbergshaus, die schliesslich zur Flucht und glücklichen Rettung des Grafen führen. Äusserst sympathisch wirkt im ganzen Geschehen die Gestalt der Domenica, die bei den Brüdern auf dem Septimer als guter Hausgeist wirkt. Sie ist es auch, die den Grafen warnt, nachdem ihr ein Zufall das Geheimnis vom Doppelleben der Brüder enthüllt hat. Mit tiefer Ergriffenheit verfolgt der Leser das weitere Schicksal Domenicas und das freiwillige Sühneopfer der Brüder.

Man bewundert in dieser Erzählung nicht zuletzt auch die kraftvolle Charakteristik, ob es sich nun um das dämonische Oberhaupt der Brüder, Faustus, um die anmutige Domenica oder den edlen Grafen von Salis handelt. Den Hintergrund der Erzählung bildet die machtvolle rätische Gebirgswelt, die der Dichter in wundervoller Farbenpracht vor dem geistigen Auge des Lesers aufleuchten lässt. Der gleiche dichterische Zauber, wie er von Hermann Ferdinand Schells «Sang vom Bergell» ausgeht, liegt auch über dieser in bezwingender Form geschriebenen Novelle.
(Klappentext)

GR: Septimerpass, Chur, Bivio, Soglio

22. Februar 2026

Medalges

Jürgen König: Medalges, Rasch und Röhring,
Steinfurt, 2001
Im Mai [1989] ist Jürgen König aufgestiegen zu seiner Hütte auf der Medalges-Alm im Ladinischen, 2300 Meter hoch. Er lebte ein Jahr fernab der Zivilisation – ohne Fernseher und Zeitung, ohne Bad und ähnlichen Komfort, ausgerüstet mit einem Funkgerät für den Notfall, mit einigen Musikkassetten und Büchern. Einsam war er jedoch nicht. «Schnaps», sein ebenso temperamentvoller wie gutmütiger Hirtenhund, begleitete ihn. Gemeinsam haben sie den Wechsel der Jahreszeiten in der unberührten, wilden Landschaft der Dolomiten erlebt, dort, wo die Berge am einsamsten und schönsten sind. (Klappentext)

19. Februar 2026

Morgarten

Peter Beutler: Morgarten, Emons, Köln
2014
An der Morgartenstrasse in Luzern wird ein Mann tot aufgefunden. Was anfänglich wie ein Selbstmord aussieht, wird zum brisanten Fall, denn der Tote hatte eine CD mit Bankdaten an deutsche Steuerfahnder weitergeleitet. Kripo-Leutnant Lauber und Detektiv-Wachtmeister Minder nehmen die Ermittlungen auf und geraten in einen tödlichen Strudel aus Macht und Politik. (Klappentext)

LU: Stadt Luzern (Hauptschauplatz), Gisikon, Fuchsberg ob Gisikon BE: Stadt Bern GR: Ofenpass, Val Müstair A: Eisenerz, Leoben, Wien I: Taufers USA: Lucerne

16. Februar 2026

Gerichtet

Henriette Brun-Schmid: Gerichtet,
Lokwort, Bern, 2010
Susanne Donum, eine Richterin, und Daniel Korn, ehemaliger Lehrer eines Mörders, nehmen teil am Strafprozess gegen drei junge Menschen. Der Prozess erhellt zwar die Tat, aber weitere Dramen werden ebenso sichtbar. Ein Buch zu einem unfassbaren Verbrechen rund um Schuld, Mitschuld und Verantwortung – ein Roman zu Ereignissen, ähnlich wie sie sich heute unter uns abspielen. (Klappentext)

13. Februar 2026

Mein neustes Œuvre: «Im Wald»


Vom April 2021 bis Januar 2026 ging ich in 25 Tagesetappen eine über 410 Kilometer lange Strecke quer durch das Schweizer Mittelland. Mein Ziel war es, so oft wie irgendwie möglich, im Wald oder am Waldrand zu wandern. Um die Natur noch intensiver erleben zu können, übernachtete ich auf mehr als der Hälfte der Etappen im Wald. Weil sich das Projekt über mehrere Jahre hinzog, war es mir vergönnt, das ganze Spektrum der vier Jahreszeiten in vollen Zügen in mich aufnehmen zu können. Dies widerspiegelt sich auch in insgesamt 170 feinfühligen Farbfotos. Ergänzt wird der soeben erschienene Band «Im Wald» mit einem informativen Text, vier Routenkarten und einer Etappenübersicht.

Das 198-seitige Buch ist ab sofort in meinem Verlag, der Edition Wanderwerk, erhältlich. Hier gibt es auch eine Seh- und Leseprobe.

10. Februar 2026

Auf dünnem Eis

Jürgen Graeser, Auf dünnem Eis, Herder,
Freiburg i.Brsg., 2008
Jürgen Graeser ist kein Abenteurer. Er ist Wissenschaftstechniker am Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung in Potsdam. Doch in diesem Winter (2007/08) kommt etwas Besonderes auf ihn zu. Sieben Monate campiert Graeser mit zwanzig russischen Kollegen auf einer Driftstation, einem Hüttendorf auf einer Eisscholle mitten im Nordpolarmeer. Er erlebt die lange Polarnacht, kämpft gegen die Widrigkeiten eines Alltags, der alles andere als alltäglich ist, wird vom Eisbären überrascht und erkennt, dass die Arme der Bürokratie bis tief in die Arktis reichen. Ein spannender Bericht über das Leben und die Arbeit auf der Scholle, direkt vom Ende der Welt. (Klappentext)

7. Februar 2026

Der Neue

Anne Fine: Der Neue, Diogenes,
Zürich, 1992
Es ist Abneigung auf den ersten Blick. Kitty sieht ihn, hasst ihn und nennt ihn fortan nur noch «Glubschauge». Was immer er auch tut, um mit ihr in Kontakt zu kommen, Kitty bleibt ihrer Abneigung treu. Sie lässt welke Efeublätter in sein Glas rieseln, versteckt seine Bücher und beschreibt ihn in ihrem Schulaufsatz unter dem Thema «Was ich am meisten hasse». Kitty nervt, so gut sie kann. Aber «Glubschauge» quittiert alles mit unendlicher Geduld und riesigen Schachteln mit Pfefferminztalern. Nur die andauernde Erwähnung von Simon, seinem Vorgänger, macht ihn allmählich nervös – denn schliesslich ist er der neue Liebhaber von Kittys Mutter. (Klappentext)

4. Februar 2026

Teufelsfrucht

Tom Hillenbrand, Teufelsfrucht,
Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2011
Der ehemalige Sternekoch Xavier Kieffer hat der Haute Cuisine abgeschworen und betreibt in der Luxemburger Unterstadt ein kleines Restaurant, wo er seinen Gästen Huesenziwwi, Bouneschlupp und Rieslingpaschtéit serviert. Doch dann bricht eines Tages ein renommierter Pariser Gastro-Kritiker tot in seinem Restaurant zusammen und plötzlich steht Kieffer unter Mordverdacht. Als dann noch sein alter Lehrmeister spurlos verschwindet, beschliesst der Luxemburger, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen; sie führen ihn bis nach Paris und Genf. Dabei stösst er auf eine mysteriöse, außergewöhnlich schmackhafte Frucht, auf gewissenlose Lebensmittelkonzerne und egomanische Fernsehköche. Immer tiefer taucht Kieffer in die von Konkurrenzkampf und Qualitätsdruck beherrschte Gourmetszene ein und erkennt, was auf dem Spiel steht. (Klappentext)

PNG: Aramia-Ebene L: Stadt Luxemburg (Hauptschauplatz) F: Flughafen Charles-de-Gaulle, Paris, Châlons-en-Champagne, St-Martin-aux-Champs, Grand Étang du Roi, Lyon D: Hohenheim b. Stuttgart, Bitburg I: Aostatal GE: Stadt Genf, Genfersee ZH: Stadt Zürich

1. Februar 2026

Geh, wohin dein Herz dich trägt

Susanna Tamaro: Geh, wohin dein Herz
dich trägt, Diogenes, Zürich, 1995
«Du bist vor zwei Monaten abgereist, und seit zwei Monaten habe ich, abgesehen von einer Postkarte, auf der du mir mitteilst, dass du noch lebst, keine Nachricht von dir. Ich weiss, dass wir bei deiner Abreise unter anderem vereinbart haben, wir würden uns nicht schreiben, und schweren Herzens halte ich mich daran. Diese Zeilen werden nie den Flug nach Amerika antreten, um zu dir zu kommen. Wenn ich bei deiner Rückkehr nicht mehr da sein sollte, werden sie hier auf dich warten.»

So beginnt das liebevolle Brief-Tagebuch von Grossmutter Olga an ihre Enkelin, die aus der Enge der Familienzwänge nach Amerika geflohen ist. Schöne und schmerzliche Erinnerungen verewigt dieses mit der Weisheit des Alters geschriebene Vermächtnis. Vor allem aber ist es ein im Angesicht des Todes ausgesprochenes Geständnis all der tiefen Liebe zur Enkelin. Vieles ist schiefgelaufen in der Familie und hat die beiden auseinandergebracht: Frühwaise die Enkelin, gefangen in ihrer Vernunftehe und späteren Einsamkeit die Grossmutter. Und dennoch findet sich in diesem Weisheitsbuch, das so zart empfunden ist wie «Der kleine Prinz», inneres Glück – im eigenen Herzen, wenn man nur den Mut hat, es nicht als blossen Leistungsmotor zu betrachten. (Klappentext)


I: Triest, L’Aquila, Porretta Terme, Ferrara SLO: Samatorza