23. Februar 2020

Heisse Himmel im September

Beta Steinegger: Heisse Himmel im
September, Zytglogge, Bern, 1984
1970 wurden eine DC-8 der Swissair und zwei Flugzeuge der TWA und der BOAC von palästinensichen Hijackern auf den Wüstenflughafen Zarqa in Jordanien entführt. Passagiere und Besatzungsen wurden dort eine Woche lang als Geiseln festgehalten. Dieser spektakuläre Gewaltakt, der – als die Verhandlungen in eine Sackgasse gerieten – in der Sprengung der drei Flugzeuge gipfelte, hielt die ganze Welt in Atem.

Beta Steinegger, Swissair-Hostess auf diesem dramatischen Flug ins Ungewisse, schrieb ein Buch darüber. Es ist ein ernstes, über das Vordergründige hinaus äusserst nachdenklich stimmendes Buch, ohne  Pathos und zugleich packend geschrieben. Ein Tagebuch, das geradezu banal beginnt und sich dann – angereichert durch Hintergrundinformationen – im Laufe der dramatischen Ereignisse zu einem akuraten Beschrieb der Ereignisse verdichtet. Es ist die Schilderung eines menschlichen Dramas, wie es aus der Sicht eines Besatzungsmitgliedes persönlich erlebt wurde.

Was die Autorin in ihrem Buch vor allem einzufangen sucht, ist das, was in diesen Tagen körperlichen und psychischen Terrors in den Menschen vorgeht, bei dieser Gruppe, die völlig zufällig zu einer Schicksalsgemeinschaft geworden ist. Wie sich, unter Angst und äusserstem Stress, das Verhalten der Menschen verändert. Eindrücklich ist in ihrem Buch vor allem, mit wieviel Sensibilität sie die Ursachen dieses Terrorismus aufzuspüren und – ohne ihn zu billigen – zu verstehen sucht. Die beklemmende Frage über die Zukunft der Palästinenser bleibt am Schluss des Buches – 20 Jahre nach diesem Ereignis – als zeitlose Anklage. (Urs von Schröder in den Swissair-News und als Klappentext)

Filmdokumente vom Schweizer Fernsehen:
Jahre später in der Presse:

Die Recherche über diesen Erlebnisbericht brachte zudem eine bemerkenswerte, leicht verstörend wirkende Rezension ans Tageslicht:

Na ja, eine munter erzählte Geschichte einer Flugzeugentführung, die selbst miterlebt wurde, lässt sich offenbar leicht aufblasen. Von einer jungen Frau geschrieben, lässt sie sich vielleicht sogar gut verkaufen. Allerdings bin ich heute nicht mehr in der Lage,
sämtliche Geschichten in den Himmel zu preisen, nur weil sie zufällig von einer Frau geschrieben worden sind. Erlebnisberichte in der Art dieses Romans einer Flugzeugentführung dürften massenhaft zu finden sein. Gegen den Kauf des Buches konkret spricht nichts, so frau gerade für eine lesefreudige Gotte eine muntere Bettlektüre sucht. Ein munter geschriebenes Buch über etwas was die Gemüter vor einigen Jahren noch erhitzte, in angenehmer Grösse gedruckt, eignet sich allemal noch für weihnachtliche Verlegenheitsgeschenke.
(Aus: Emanzipation – feministische Zeitschrift für kritische Frauen, Heft 10, 1984)

22. Februar 2020

Der andere Niklaus Meienberg

Aline Graf: Der andere Niklaus Meienberg,
Weltwoche ABC, Zürich, 1998
Wer war Niklaus Meienberg wirklich? – Die Autorin hat in Momentaufnahmen ihrer Begegnungen in der Zeitspanne zwischen 1984 und 1993 mit dem wortgewaltigen Journalisten und Schriftsteller festgehalten.

Ihr anfangs harmloses Zusammentreffen im Nachtzug nach Paris stellt sich bald als eine nicht mehr ganz so einfach auflösbare Verkettung heraus. Die zahllosen Zwiegespräche finden jeweils in tagebuchartigen Aufzeichnungen ihren Niederschlag. Leidenschaftliche – mitunter auch zornige und schonungslose – Passagen wechseln ab mit einfühlsamer und begeisterter Anteilnahme. Jeder Abschied impliziert bereits das nächste Rendezvous mit dem «unbequemen und rastlosen Bären». – Dabei klammert Aline Graf das aktuelle Zeitgeschehen keineswegs aus, das besonders von 1989 an entscheidende Veränderungen in der Weltpolitik signalisiert. Und nicht zuletzt ist dieses Buch ein ungewöhnlich lebendiges Zeugnis, indem es die flüchtige Ambivalenz der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts spiegelt. (Klappentext)

21. Februar 2020

Matto regiert

Friedrich Glauser: Matto regiert, Diogenes,
Zürich, 1989, (das Original erschien 1936)
Eine Irrenanstalt im Kanton Bern in den zwanziger Jahren: Der Direktor ist verschwunden, der Patient Pieterlen, ein Kindsmörder, ausgebrochen. Wachtmeister Studer blickt hinter die Kulissen psychiatrischer Theorien und Therapien. Er versucht nicht nur, einem Verbrecher auf die Spur zu kommen, sondern tritt auch eine Reise in die Grenzregionen von Vernunft und Irrationalität an, die keineswegs immer so klar voneinander zu trennen sind – Matto, der Geist des Wahnsinns, regiert überall und spinnt seine silbernen Fäden …

BE: Psychiatrische Klinik Münsingen

20. Februar 2020

Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt

Margrit + Emil Waas: Es fängt damit an,
dass am Ende der Punkt fehlt, dtv,
München, 1973
Natürlich könnte man anhand dieser unfreiwillig komischen Verlautbarungen eine sprachkritische Studie, eine Stilkunde mit negativen Beispielen schreiben. Aber das hiesse denn doch, den Spass an diesen herrlichen Stilblüten unnötig einzuschränken. Sie sprechen ohnehin für sich. Aus einer Fülle von amtlichen Schreiben, aus Polizeiberichten, Schulaufsätzen, privaten Briefen und Leserzuschriften haben die Herausgeber in jahrelanger Sammlerarbeit die lustigsten sprachlichen und gedanklichen Kurzschlüsse herausgesucht. Eine Pointe ist schöner als die andere. Hier nur ein Beispiel: «Ich bitte das turmhohe Gericht, mir meinen Mann auf dem Gnadenwege zu erlassen. Er ist mein einziger Mann.» Karl Valentin lässt grüssen. (Inhaltsangabe im Buch)

19. Februar 2020

Bergfieber

Susanne Reusser: Bergfieber, Schweizer Agrarmedien,
Bern, 2003
Eine Frau im «Bergfieber»: Was der Alpsommer alle Jahre für die Bäuerin Susanne Reusser aus Eriz bedeutet, beschreibt sie in ihren Alptagebüchern auf eindrückliche Weise. Einfühlsam und scharf beobachtend gibt sie ihren Alltag auf der Alp wieder, macht überraschende Entdeckungen in der Natur, berichtet von Begegnungen aller Art. Ihre Tagebuchnotizen zeugen von der Hingabe an das geschriebene Wort, ihre stilvollen Fotografien von der tiefen Beziehung zu ihrer Umgebung. (Klappentext)

18. Februar 2020

Das Blütenstaubzimmer

Zoë Jenny: Das Blütenstaubzimmer, btb,
München, 1999, (Original erschien 1997)
Jo, die Protagonistin des Romans, hat gerade ihr Abitur gemacht. Kurz entschlossen entscheidet sie sich zu ihrer Mutter in das südliche Land zu reisen, in dem sie mit ihrem neuen Mann lebt. 12 Jahre haben sie sich nicht gesehen, die Annäherung erweist sich als schwierig. Ganze zwei Jahre, viel länger als sie geplant hatte, bleibt Jo schliesslich in dem Haus von Alois, dem schwermütigen Maler. Als dieser bei einem Autounfall stirbt und ihre Mutter sich im Blütenstaubzimmer einschliesst, so, als wolle sie sich lebendig begraben, ist es Jo, die sie retten kann. Doch zu grösserer Nähe kommt es nicht. Desillusioniert und abgestossen von den Lebenslügen der Erwachsenen vollzieht Jo Schritt für Schritt die Trennung. Wie eine Schlangenhaut wirft sie die Welt ihrer Kindheit ab. (Inhaltsangabe im Buch)

17. Februar 2020

Opa will zum Nordkap

Heike Denzau: Opa will zum Nordkap, Knaur,
München, 2016
Einmal das Nordkap sehen, das ist Opa Fridos Herzenswunsch. Um ihm den zu erfüllen, hat die junge Esther ihren leicht dementen Grossvater kurzerhand aus dem Pflegeheim entführt. Unterwegs werden die beiden von Audrey und ihrem Bruder aufgelesen, die auf dem Weg nach Nordfriesland sind, um eine ganz eigene Mission zu erfüllen. Audrey nimmt sich Fridos an und gibt ihn als ihren eigenen Opa aus – was sich in seinen lichten Momenten als nicht ganz einfach herausstellt. Auf ihrer gemeinsamen Odyssee quer durch Nordfriesland landet das Quartett mehr als einmal im Chaos, bevor sich jeder seinen Herzenswunsch erfüllen kann. (Klappentext)

D: Autofahrt Frankfurt–Nordfriesland, Dagebüll (Hauptschauplatz), Fährfahrt Dagebüll–Wyk (Föhr), Wyk, Friedrichstadt, Ockholm, St. Peter-Ording Bad, Seehundstation Friedrichskoog, Schlüttsiel, Hallig Hooge, Göttingen

Moors Fazit: Ein als Trivial-Komödie von mässiger Qualität getarnter Roman, bei dem das Nordkap vor allem als reisserischer Buchtitel hinhalten darf. Die Schreibe geht zurück in die Bücherbörse.

16. Februar 2020

Erlebnisse ... als Lokomotivführer

A. Donatsch: Erlebnisse, Ferrovialit-Verlag,
Chur, 1984
Als der Autor mit dem Manuskript an mich gelangte, war ich zwar begeistert, hatte aber doch gewisse Bedenken, das umfangreiche Angebot an Eisenbahnliteratur um einen weiteren Titel zu bereichern.

Diese Bedenken verflogen jedoch bald, denn in dieser Schrift werden Erlebnisse beschrieben, die es bestimmt verdienen, einem breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Der Autor gehört zu jenen Eisenbahnern, die sowohl das Dampf- als auch das Elektronikzeitalter auf dem Führerstand erlebten, welche eine Brücke schlugen zwischen der Vergangenheit und der Bahn der Zukunft.

Dazu kommt, dass eine Alpenbahn – und ganz besonder die RhB – heute wie damals den Reisenden unvergessliche Erlebnisse vermittel; dies ist sicher mit ein Grund, weshalb so viele Bahnfreunde immer wieder ihr reges Interesse bekunden.

Wenn nun der Leser versucht, sich gedanktlich in jene Zeit zu versetzen, in welcher der Autor seinen Bubentraum Wirklichkeit werden liess, dann wird er eine noch engere Beziehung zur Bahn Graubündens, zur RhB, bekommen. Und nun «Bitte einsteigen!» – Lokführer Donatsch wartet auf den Abfahrtsbefehl. (Vorwort des Verlegers)

15. Februar 2020

Grenzbegehung mit Frau Haller

Gret Haller: Grenzbegung, Zytglogge, Bern,
1983
«Und da ist plötzlich die Idee, mich von einem Ort zum andern, der Schweizergrenze entlang, zu bewegen. Die Schweiz umfahren? Aussenherum?» Ferien einmal anders, nach Gret Hallers Art: Sich bewegen, eine Struktur durchbrechen, haltmachen, nahe der Grenze oder weiter entfernt.

Die Autorin umkreist die Schweiz, im Wissen und in der Sorge, dass das Gleichgewicht zwischen Bewegung und Struktur verlorengegangen ist. Die Strukturen haben sich verselbständigt und bieten keinen Halt mehr für das Bewegte. Die Grenzen sind gezogen, das Prinzip der Patriarchen hat abgegrenzt, abgespaltet, aufgeteilt und eingeteilt. Gret Haller wäre nicht die engagierte Politikerin, resignierte sie vor diesem «P-Prinzip» und machte sie dagegen nicht Kräfte frei. (Klappentext)

Moors Fazit: Ich habe das Buch (vor Jahren) gelesen. Mehr nicht.

14. Februar 2020

Fanpost aus Japan

Adolf Flury: Alle meine Passagiere,
Terra Grischuna, Chur, 1994
Während vierzig Jahren Dienstzeit bei der Rhätischen Bahn ist Adolf Flury schon fast eine Legende geworden. Der beliebte Zugführer – Fanpost kommt sogar aus Japan – hat manches Episödchen mit seinen Passagieren erlebt – und sie mit ihm. Da ist zum Beispiel ein lange gesuchter Verbrecher, der nichtsahnend im Abteil sitzt. Oder jener unbequeme Dauergast, der in einer kalten Nacht eine Lektion erteilt bekommt.

Adolf Flury erzählt diese Geschichten freimütig und ungeschminkt, so wie er sie in Erinnerung hat. 1925 in Trun geboren, fand er über Umwege eine Stelle als Zugführer. Seine spontane Art und seine liebenswürdige Erzählkunst waren bald auch bei Reiseleitungen und beim Radio gefragt. Daneben betätigte sich Adolf Flury bei etwa zwei Dutzend weiteren Aufgaben. Sein grösstes Hobby ist jedoch die Bienenzucht. Er ist als kantonaler Bienenkommissär tätig. Adolf Flury ist in Diesentis im Bündner Oberland wohnhaft. (Klappentext)

13. Februar 2020

Die Tote in Brüggers Dorf

Ueli Schmid: Die Tote in Brüggers Dorf,
Edition Hans Erpf, Bern, 2000
Adjutant Brügger von der Berner Kripo, Abteilung «Leib und Leben», wird in sein Heimatdorf im Berner Oberland gerufen. Eine Krankenschwester ist im dortigen Spital auf mysteriöse Art ums Leben gekommen. Der behandelnde Nachtarzt, mit dem die Tote bis kurz zuvor ein Verhältnis hatte, ist verschwunden und der Fall scheint klar zu sein. Misstrauisch geworden durch allerlei Aussagen und Ungereimtheiten, beginnt Brügger verbissen zu recherchieren und stösst auf eine verworrene Geschichte … (Klappentext)

BE: Frutigen, Stadt Bern

12. Februar 2020

Bäremutz

Erwin Heimann, Bäremutz, Francke,
Bern, 1972
I weiss bigoscht nümm, um was es do i däne Mundartgschichte vom Erwin Heimann geit. Das Büechli isch 1972 usecho u het am 31. Ougschte 2015 Ygang i mini Bibliothek gfunge. Damit jetzt aber doch noch e chlei öppis überen Inhaut gschriben isch, hie ds Inhautsverzeichnis:

Bäremutz
Meissner Porzellan
Ygsperrt
Der Püntel
En anderi Wält
Die einzigi Müglichkeit
Der Paragraph

11. Februar 2020

Von der Dampfromantik zum «Swiss-Express»

Hans Arnold: Von der Dampfromantik
zum «Swiss-Express», Calanda Verlag,
Chur, 1989
«Lokomotive» – das ist für viele Menschen ein Reizwort, ob sie nun an die optisch und akustisch eindrucksvolle Dampflokomotive denken, an die unauffälligere, aber leistungsstarke Elektrolokomotive oder ganz allgemein an die «Lokomotive» als Mittel, das Wesentliches in Bewegung zu setzen vermag.

Hans Arnold ist diesem Reiz in ganz besonderem Mass erlegen: Er wählte den Beruf des Lokomotivführers, verbrachte – wie man so sagt – sein Leben auf dem Führerstand und hat seine Erlebnisse in diesem Buch ungeschminkt zusammengefasst. Wer immer unter den jungen Lesern hier an einen Traumberuf denkt, wird erfahren, dass man auf der Maschine nicht träumen darf, dass die Verantwortung schwer wiegt und man auf viele Annehmlichkeiten des normalen Berufslebens verzichten muss.

Aber trotz Sonntags- und Nachtdienst, trotz der Einsamkeit am Arbeitsplatz und der erschwerten Kontakte mit Familie und Freunden übt dieser Beruf nach wie vor eine starke Faszination aus. Dieser Lebensbericht veranschaulicht dies eindrucksvoll. Hinzu kommt, dass dieser Beruf im Dienste des Mitmenschen auch aktiven Umweltschutz bedeutet und somit an Wertschätzung gewinnt. (Walter Trüb im Vorwort)

10. Februar 2020

Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Alan Sillitoe: Die Einsamkeit des
Langstreckenläufers,
Diogenes, Zürich,
1967
Sein erster Roman, «Samstagnacht und Sonntagmorgen», stellte Alan Sillitoe 1958 an die Spitze einer neuen, engagierten Schriftstellergeneration. «Die Einsamkeit des Langstreckenläufers», seine erste grosse Erzählung, wurde durch die Filmversion von Tony Richardson mit Tom Courtenay in der Hauptrolle weltbekannt. Das Buch, 1967 zum ersten Mal auf deutsch erschienen, prägte viele Leser – darunter auch Joschka Fischer, für den «Die Einsamkeit des Langstreckenläufers», wie es in einem Filmportrait von 2004 heisst, «ein Motor wesentlicher Selbsterkenntnisse war. Ein Kultbuch bis heute.» Er selbst sagt dazu: «‹Die Einsamkeit des Langstreckenläufers› ist so wie ‹Die Angst des Romanns beim Elfmeter› ein Satz, der einen festhält.» Heute ist aus dem Meilenstein der Protestliteratur längst ein moderner Klassiker geworden. (Klapentext)

9. Februar 2020

Expedition Antarctica

Evelyne Binsack: Expedition Antarctica,
Wörterseh, Gockhausen, 2008
«Lieber bei der Verwirklichung eines Traums sterben als kurz vor dessen Verwirklichung scheitern», das schrieb Evelyne Binsack am 23. Dezember 2007 in ihr Tagebuch, setzte den Stift ab und kurz darauf nochmals an: «Es ist», schrieb sie weiter, «als übernähme eine andere Kraft das Zepter.» Kurz vor ihrem großen Ziel fühlte sich Evelyne Binsack am Ende ihrer Kräfte. Die letzten tausend Kilometer zu Fuss durch die Kälte und die Stürme der Antarktis setzten ihr zu. Dass sie am eisig kalten Ende der Welt ankam, verdankte sie vor allem ihren mentalen Kräften. Aber auch ihrer Flexibilität, Ausdauer und Demut.

484 Tage zuvor war sie gestartet. Im Berner Oberland. Mit dem Fahrrad. Die 27.000 Kilometer lange Strecke bis zum Südpol führte sie durch sechzehn Länder, durch Europa, Nordamerika, Südamerika und die Antarktis. Auf dem Fahrrad bis zum Südzipfel Südamerikas begegnete sie der atemberaubenden Schönheit unserer Erde mit all ihren Launen, musste aber auch mit Dieben und aggressiven Hunden fertig werden. Nicht lange, da machte sie grosse Bögen ums Dickicht der Städte und übernachtete in Verstecken. Sie lernte, auf ihre Instinkte zu achten, und fand in der Wildnis eine Heimat.

Markus Maeder hat die Tagebuchaufzeichnungen und die angeregten Gespräche mit Evelyne Binsack zu einem Buch zusammengefügt, das uns mit der Tatsache konfrontiert, dass unser Wille eine Kraft ist, die wir viel zu oft unterschätzen. Ein Buch, das aufzeigt, wie der Glaube an uns selbst und die Machbarkeit der Dinge Berge versetzen kann.
(Website des Verlags)

8. Februar 2020

Heimisbach

Simon Gfeller: Heimisbach, Francke,
Bern, 1955
In seinem Roman Heimisbach beschreibt Simon Gfeller die Landschaft im südlichen Teil von Trachselwald so exakt, dass sich unschwer erkennen lässt, dass es sich um die die Landschaft Dürrgraben handelt. Am hundertsten Geburtstag des Dichters, 25 Jahre nach seinem Tod, änderte die Talschaft Dürrgraben deshalb ihren Namen offiziell in Heimisbach, um den beliebten und bekannten Dichter zu ehren.

Wie sein Vorbild, der ebenfalls in Lützelflüh wirkende Jeremias Gotthelf, beschrieb Gfeller in seinen Büchern das bäuerliche Leben detailreich und realistisch, jedoch ohne die grossen epischen Züge Gotthelfs, und mit wesentlich weniger moralisch-theologischen Exkursen. Dies dürfte mit ein Grund sein, dass Gfeller bereits zu Lebzeiten im Emmental wesentlich beliebter wurde als Gotthelf.

Neben dem in stadtbernischem Dialekt schreibenden Rudolf von Tavel wurde Gfeller zu einem der erfolgreichsten Mundartschriftsteller der Schweiz. Seine Werke werden immer wieder neu aufgelegt und sind in der Schweiz zu eigentlichen Longsellern geworden.

Geboren wurde Simon Gfeller im «Zuguet», einem Einzelhof, der zu der Berner Gemeinde Trachselwald gehörte. Er wuchs in einfachen bäuerlichen Verhältnissen auf. Im Schulhaus Thal im Dürrgraben, einem Tal von Trachselwald, besuchte er neun Jahre lang die Primarschule.

Ab 1884 absolvierte er die Ausbildung zum Lehrer am Seminar Hofwil bei Münchenbuchsee. 1887 begann er als Lehrer im Dorf Grünenmatt zu unterrichten. 1893 heiratete er Meta Gehrig, ebenfalls Lehrerin; ihnen wurden zwei Töchter und ein Sohn geschenkt. 1896 wechselten er und seine Frau in die kleine Schule auf der Egg in Lützelflüh. Mehr als dreissig Jahre wirkte er dort als Lehrer. 1902 nahm er den Pfarrer und Schriftsteller Emanuel Friedli vorübergehend in seinem Haus auf und half diesem beim Verfassen seines ersten Berner-Mundart-Bandes «Lützelflüh». Die beiden wurden enge Freunde.

1910 erschien Gfellers erstes Buch «Heimisbach», ein Roman aus dem bäuerlichen Leben, in dem er unter anderem entschieden gegen die Trunksucht eintrat. Das Buch wurde ein grosser Erfolg. Es war der erste Roman im Emmentaler Dialekt. 1914 veröffentlichte er sein erstes schriftdeutsches Buch, die Geschichten aus dem Emmental. 1929 liess sich Gfeller pensionieren, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben, und zog in ein neuerstelltes Haus an der Grabenhalde unterhalb des Schulhauses Egg.

1934 verlieh ihm die Universität Bern die Ehrendoktorwürde. Nach seinem Tod am 8. Januar 1943 wurde er neben den Gräbern von Jeremias Gotthelf und Emanuel Friedli an der Sonnenseite der Kirche von Lützelflüh beerdigt.

Die Simon-Gfeller-Stiftung betreut den Nachlass und führt das Dichtermuseum (die Simon-Gfeller-Gedenkstube) im alten Schulhaus Thal in Heimisbach.

7. Februar 2020

Wanderungen 2018

Wil – Braunau – Weinfelden • 18,4 km
Mönchaltorf – Pfannenstiel – Erlenbach • 15,6 km
Krauchthal – Bantiger – Deisswil • 14,0 km
Hirschhorn – Eywald – Heubach • 12,6 km
Vufflens-la-Ville – Mex – Cossonay • 21,3 km
Rodersdorf – Schönenbuch – Bottmingen • 20,0 km
Winterthur Seen – Winterthur Töss – Winterthur • 11,8 km
Wädenswil – Samstagern – Hütten • 11,0 km
St. Peter – Calfreisen – Chur • 14,4 km
Jonental – Affoltern a.A. – Albispass • 16,5 km
Boswil – Althäusern – Jonental • 11,4 km
Finhaut – Col de la Forclaz – Martigny • 16,9 km
Pregny – Le Lignon – Perly • 15,7 km
Col du Lein – Levron – Le Châble • 8,7 km
Saxon – Col du Lein • 8,8 km
Lucens – Rue – Châtillens • 21,0 km
Mézières – Essertes – Puidoux-Chexbres • 15,4 km
Maroggia – Campione – Cantine di Gandria • 11,9 km
Rovio – Monte Generoso – Muggio • 14,6 km
Capolago – Monte San Giorgio – Mendrisio • 16,6 km
Melano – Monte Sant'Agata – Maroggia • 10,5 km
Giubiasco – Cima di Dentro – Rivera • 14,8 km
Vuiteboeuf – Giez – Yverdon • 13,5 km
Kleinlützel – Raemelsberg – Rodersdorf • 13,6 km
Cama – Roveredo – Castione • 14,6 km
Soazza – Lostallo – Cama • 13,8 km
San Bernardino – Pian San Giacomo – Soazza • 15,7 km
Hinterrhein – Passo San Bernardino – San Bernardino • 9,9 km
Schüpfen – Suberg – Studen • 20,4 km
Koblenz – Zurzacherberg – Endingen • 18,6 km
Frieswil – Chutzenturm – Schüpfen • 11,2 km
Bressonnaz – Ecublens (FR) – Palézieux • 17,9 km
Othmarsingen Berg – Fünfweier – Schloss Hallwyl • 14,9 km
Brugg – Birrhard – Othmarsingen Berg • 14,5 km
Thalheim-Altikon – Humlikon – Flaach • 15,7 km
Wil – Jonschwil – Mosnang • 19,1 km
Cavardirashütte – Tegia Nova – Sumvitg-Cumpadials • 15,0 km
Golzern Talstation – Alp Hinterbalm – Cavardirashütte • 14,7 km
Eggersriet – Speicher – Riethüsli • 13,9 km
Schmitten – Wiesen Station – Monstein Station • 9,5 km
Alvaschein – Sils i.D. – Thusis • 13,9 km
Mon – Stierva – Obermutten • 12,5 km
Savognin – Del – Tiefencastel • 12,0 km
Schmitten – Surava – Tiefencastel • 11,0 km
Riddes – Isérables – Haute Nendaz • 14,5 km
Rufenholzplatzhütte – Hinterzarten – Titisee • 11,8 km
Auerhahnhütte beim Ahornkopf – Feldberg – Rufenholzplatzhütte • 12,3 km
Krinne – Wiedener Eck – Auerhahnhütte beim Ahornkopf • 13,3 km
Egerten – Belchen – Krinne • 15,8 km
Kandern – Blauen – Egerten • 12,8 km
Ischlawiz – Voralpsee – Buchs SG • 14,7 km
Gamsalp – Gamserrugg – Ischlawiz • 4,4 km
Nesslau–Neu-St. Johann – Wolzengrat – Ebnat-Kappel • 17,8 km
Zäziwil – Stalden – Wichtrach • 14,5 km
Schorenfriedhof – Moos • 7,5 km
Ittigen – Utzlenberg – Allmendingen • 11,0 km
Hof – Wilkethöchi – Brunnadern • 12,3 km
Flawil – Kolumbanshöhle – Hof • 10,7 km
Walzenhausen – Wienacht-Tobel – Eggersriet • 15,4 km
Otelfingen – Regensdorf – Rümlang • 15,5 km
Flims – Ladir – Rueun • 21,7 km
Niederwangen – Heitere – Laupen • 13,5 km
Dietisberg – Bennwil – Oberdorf • 10,3 km
Rünenberg – Bad Ramsach – Dietisberg • 11,5 km
Zürich–Burgwies – Wetzwil – Stäfa • 22,3 km
Bruggtobel – Sulzbach – Walzenhausen • 14,1 km
Stoos – Schwäbrig – Bruggtobel • 12,5 km
Kiesen – Münsingen • 8,8 km
Klosters Platz – Saas – Jenaz • 20,2 km
Pfäffikon – Neuthal – Fischenthal • 16,5 km
Basel – Rötten – Kandern • 27,0 km
Miglieglia – Curio – Agno • 13,7 km
Sessa – Bombinasco – Miglieglia • 12,5 km
Agno – Ponte Tresa – Sessa • 13,5 km
Canobbio – Massagno – Agno • 10,5 km
Provence – Champagne – Vuiteboeuf • 25,9 km
Pfungen – Winkel – Dielsdorf • 23,4 km
Rümlang – Steinmaur – Niederweningen • 18,6 km
Puidoux-Chexbres – Belmont – Lausanne • 16,7 km
Riddes – Saxon – Martigny • 17,5 km
Brissago – Losone – Riazzino • 19,7 km
Taverne-Torricella – Comano – Taverne-Torricella • 16,1 km
Rovio – Bissone – Morcote • 17,6 km
Stabio – Meride – Rovio • 18,1 km
Capolago – Mendrisio – Chiasso • 17,5 km
Lugano – Montagnola – Melide • 19,2 km
Mumpf – Schupfart – Frick • 19,5 km
Chur – Untervaz – Landquart • 19,5 km
Tägertschi – Trimstein – Worb • 9,4 km
Kloten – Bachenbülach – Pfungen • 19,7 km
Dietlikon – Greifensee – Mönchaltorf • 20,5 km

6. Februar 2020

Wanderungen 2017

Hunzigenbrügg – Allmendingen – Worb • 8,5 km
Semsales – Le Jordil – Châtel-St–Denis • 14,5 km
Niedermuhlern – Tavel Gedenkstätte – Kaufdorf • 9,6 km
Thalheim–Altikon – Gachnang – Elgg • 20,4 km
Schaffhausen – Truttikon – Andelfingen • 22,8 km
Chancy – Sézenove – Troinex • 21,6 km
Marn – Valle di Sementina – Giubiasco • 13,2 km
Castione – Gorduno – Marn • 8,2 km
Granges-Marnand – Seigneux – Lucens • 14,9 km
Römerswil – Ermensee – Hochdorf • 20,2 km
Steckborn – Raperswilen – Märstetten • 20,6 km
Guntershausen – Littenheid – Bazenheid • 20,3 km
Arnegg – Bischofszell – Amriswil  • 21,4 km
Affoltern a.A. – Türlersee – Thalwil • 18,4 km
Lausanne – Echandens – Vufflens-la-Ville • 18,6 km
Bitsch – Tunnetschalp – Grengiols • 14,9 km
Vechigen – Hammegg – Goldbach • 19,0 km
St. Gallen – Teufen – Appenzell • 16,8 km
Curaglia – Stagias – Disentis • 9,9 km
Sogn Gions – Lukmanierpass • 11,1 km
Rueun – Breil/Brigels – Trun • 18,1 km
Neyruz – Châtonnaye – Granges • 17,1 km
Claro – Castione – Bellinzona • 10,4 km
Personico – Lodrino – Claro • 19,7 km
Lavorgo – Chironico – Personico • 13,2 km
Hauteville – Broc – Estavannens • 15,5 km
Stetten – Eggenwil – Wohlen • 19,2 km
Lenzburg – Wohlenschwil – Stetten • 15,8 km
Malapalud – Cheseaux-sur-Lausanne – Lausanne • 22,5 km
Yverdon – Vuarrens – Malapalud • 24,2 km
Sargans – Bad Ragaz – Landquart • 20,4 km
Itingen – Lampenberg – Reigoldswil • 18,7 km
L'Ar du Tsan – Pas de Lovégno – Euseigne • 12,9 km
Sierre – Vercorin – L'Ar du Tsan • 18,7 km
Boudry – Montalchez – Vaumarcus • 19,8 km
Hochdorf – Ebikon – Root • 23,0 km
Disentis – Surrein – Trun • 13,6 km
Rueras – Mumpé Medel – Curaglia • 13,0 km
Oberalppass – Milez – Rueras • 14,6 km
Rueras – Mumpé Tujetsch – Disentis • 13,6 km
Liestal – Wildenstein – Reigoldswil • 15,2 km
Val d'Illiez – Ayerne – Champéry • 12,2 km
Wabern – Ostermundigen – Rüfenacht • 11,1 km
Reitnau – St. Erhard – Nebikon • 19,9 km
Horgen – Wädenswil • 8,4 km
Gossau – Harschwil – Uzwil • 21,2 km
Ibergeregg – Fuederegg – Unteriberg • 15,7 km
Olten – Däniken – Safenwil • 15,6 km
Burgistein – Toffen • 10,4 km
Libisee – Rongellen – Thusis • 13,7 km
Glaspass – Carnusapass – Libisee • 17,9 km
Glaspass – Safien Platz – Thalkirch Turahus • 14,9 km
Scharans – Flerden – Glaspass • 19,0 km
Reichenau–Tamins – Rhäzüns – Scharans • 16,4 km
Oensingen – Egerkingen – Murgenthal • 17,5 km
Matran – Grolley – Dompierre • 19,6 km
Fleurier – Glacière de Monlési – La Brévine • 14,9 km
Mörel – Summerseili – Brig • 11,0 km
Sur les Monts – Le Châtelard – Romont • 14,9 km
Charmey – Broc – Sur les Monts • 19,7 km
Choindez – Courtételle – Glovelier • 21,1 km
Donneloy – Ogens – Fey • 14,1 km
Yvonand – Donneloy • 17,7 km
Zofingen – Richenthal – Nebikon • 19,8 km
Plasselb – Giffers – Marly • 16,3 km
Yvonand – Démoret – Lucens • 20,3 km
Estavayer-le-Lac – Murist – Yvonand • 19,7 km
Fregiécourt – Alle – Bure • 22,0 km
Soyhières – Les Côtes – Fregiécourt • 19,4 km
Moutier – Malleray-Bévilard – Sonceboz • 25,2 km
Aarau – Wildegg – Schinznach Bad • 20,1 km
Nennigkofen – Arch • 9,6 km
Zug – Walchwil – Arth–Goldau • 19,3 km
Aigle – Corbeyrier – Villeneuve • 14,5 km
Matran – Rossens – Hauteville • 20,1 km
Meierskappel – Buonas – Zug • 18,2 km
Kreuzlingen – Berg – Bürglen • 21,7 km
Murten – Cournillens – Matran • 19,9 km
Utzenstorf – Oekingen – Deitingen • 18,8 km
Mühlau – Sins – Meierskappel • 18,8 km
Menziken – Rickenbach – Sursee • 14,9 km
Uerzlikon – Lorze – Mühlau • 17,2 km
Grünenmatt – Sänggenberg – Sumiswald • 17,9 km
Schwarzenburg – Kalchstätten – Plaffeien • 12,9 km
Bütschwil – Liebingen – Krinau • 12,1 km
Hütten – Sihlbrugg – Uerzlikon • 20,9 km
Ins – Sugiez – Murten • 13,1 km
Sursee – Sempach – Sursee • 22,9 km
Grosshöchstetten – Rüttihubelbad – Worb • 12,0 km
Schornen – Höhronen – Hütten • 18,1 km

5. Februar 2020

Wanderungen 2016

Walchwil – Wildspitz – Schornen • 14,2 km
Zäziwil – Schlosswil – Münsingen • 13,8 km
La Neuveville – Erlach – Ins • 13,4 km
Aadorf – Matzingen – Frauenfeld • 14,2 km
Cortébert – Métairie du Millieu de Bienne – La Neuveville • 19,3 km
Buus – Wenslingen – Buckten • 21,6 km
St-Maurice – Choëx – Val d'Illiez • 15,9 km
Vernayaz – Evionnaz – St–Maurice • 11,8 km
Wil – Balterswil – Aadorf • 20,8 km
Lüderenalp – Schynen – Trub • 13,1 km
Simplon Hospiz – Simplon Dorf – Gondo • 17,7 km
La Cibourg – La Chaux-d'Abel – St-Imier • 16,6 km
Vernayaz – Salvan – Finhaut • 12,6 km
Martinzentrum – Thun Bahnhof • 5,3 km
Thayngen – Büttenhard – Schaffhausen • 18,4 km
Evolène – St-Martin – Sion • 23,3 km
Grande Dixence – Pas de Meina – Evolène • 17,6 km
Burgdorf Steinhof – Lützelflüh – Zollbrück • 19,0 km
Mattmark – Saas Fee – Saas Balen • 15,7 km
Dietfurt – Oberhelfenschwil – Bazenheid • 15,2 km
Renan – Les Savagnières – St-Imier • 15,6 km
Niederrickenbach – Brisen – St. Jakob • 15,9 km
Grotte de la Cascade (Môtiers) • 4,0 km
Kiental – Gorneren – Kiental • 14,0 km
Burgdorf – Bütikofen – Wynigen • 10,3 km
Belp Vehweid – Belpberg –Toffen • 11,6 km
Oeschseite – Rinderberg – Saanenmöser • 15,8 km
Mürren – Sefinental – Stechelberg • 14,8 km
Olten – Läufelfingen – Sommerau • 14,7 km
Châtel-St-Denis – Jongny – Blonay • 18,0 km
Sent – Zuort – Sinestra • 13,2 km
Samnaun – Ravaisch • 12,5 km
Sent – Vnà – Martina • 20,3 km
Scuol – Sent • 6,4 km
Jaunpass – Abländschen – Schönried • 18,9 km
Köniz – Oberwangen – Neuenegg • 14,3 km
Zürich HB – Stettbach – Kloten • 15,8 km
Wendenalp – Alpiglen – Nessental • 10,7 km
Obermaad – Wendenalp • 6,7 km
Lenk – Bummerenpass – Lenk • 20,5 km
Winterthur – Brütten – Dietlikon • 20,1 km
Martinzentrum – Seewinkel • 7,9 km
Rorschach – Rheineck – Rorschach • 17,5 km
Langenthal – Wolfwil – Murgenthal • 16,5 km
Martinzentrum – Strättligenplatz • 7,9 km
Grellingen – Meltingen – Büsserach • 13,3 km
Martinzentrum – Thun Bahnhof • 8,0 km
Brodhüsi – Obers Heiti – Oey • 13,6 km
Sagno – Bruzella – Cabbio • 9,3 km
Sagno – Grenzstein 75 B – Stabio • 17,7 km
Muggio – Pianspessa – Mendrisio • 12,5 km
Sagno – Monte Bisbino – Muggio • 14,9 km
Zwingen – Witterswil – Basel • 22,9 km
Courchapoix – Welschgätterli – Zwingen • 17,6 km
Corcelles – Vermes – Courchapoix • 20,2 km
Moskau – Stein am Rhein – Steckborn • 21,7 km
Ins – Erlach – St. Petersinsel • 16,5 km
Deltapark (Gwattzentrum) – Seewinkel • 12,4 km
Martinzentrum – Thun Camping • 9,3 km
Solothurn – Hinter Weissenstein – Corcelles • 16,4 km
Thun Arena – Buchholz • 10,7 km
Schönbühl – Bätterkinden – Solothurn • 33,2 km
Worb – Krauchtal – Schönbühl • 19,9 km
Thun Camping – Gwattegg – Thun Mösli • 8,9 km
La Roche – Arconciel – Marly • 22,0 km
Schmerikon – Kaltbrunn – Ziegelbrücke • 22,0 km
Le Landeron – Schernelz – Tüscherz • 13,2 km
Burgistein – Belp – Worb • 23,5 km
Zollikofen – Lindenthal – Vechigen • 24,2 km
Muolen – Roggwil – Rorschach • 19,9 km
Lichtensteig – Köbelisberg – Brunnadern • 14,7 km
Lyss – Wengi – Schüpfen • 14,6 km
Romanshorn – Amriswil – Muolen • 17,2 km
Laufenburg – Cheisacherturm – Brugg • 26,9 km
Riedtwil – Bleuen – Kleindietwil • 15,5 km
Wichtrach – Oppligen – Heimberg • 10,5 km
Leimbach – Uto Kulm – Triemli • 8,4 km
Kleindietwil – Dürrenroth – Sumiswald • 19,9 km
Martinzentrum – Zollhaus • 11,0 km
Huttwil – Fritzenflue – Luthern • 17,2 km

17. Januar 2020

Léon und Louise

Alex Capus: Léon und Louise, dtv,
München, 2011
«Léon und Louise» von Alex Capus ist eine wunderschöne und einfühlsame Liebesgeschichte. Léon und Louise lernen sich als Teenager mit kaum mehr als 17 Jahren kennen. Beide leben in einem kleinen französischen Ort, an dem sie Arbeiten der eingezogenen Soldaten verrichten. Louise arbeitet für den Bürgermeister, Léon bei der Bahn. Bei einem Ausflug ans Meer gerät das Paar in die Wirren des ersten Weltkriegs. Bei einem der letzten deutschen Angriffe werden beide verletzt und halten sich gegenseitig für tot.

Doch vergessen können sie einander nie, auch wenn das Leben für beide weiter geht. Alex Capus lässt seine Protagonisten Léon und Louise die Kleinstadt verlassen und nach Paris gehen. Sie arbeitet als Schreibkraft, er als Chemiker. Obwohl sie beide in der Stadt der Liebe leben, begegnen Sie sich jahrelang nicht. Léon hat in der Zwischenzeit geheiratet und eine Familie gegründet, auch wenn Louise immer in seinen Gedanken war.


Eines Tages sehen sie sich zufällig in der Metro wieder. Sofort sind die alten Gefühle wieder da, aber ausleben darf man sie leider nicht. Alex Capus lässt Léon und Luise nach hohen moralischen Grundsätzen handeln, die eine verwickelte Dreiecksgeschichte herauf beschwören, bei auch der zweite Weltkrieg eine Rolle spielt.
(Inhaltsangabe zum Buch)

Moors Fazit: Alex Capus Erzählkunst ist grandios!

F: Paris, Cherbourg, Radfahrt Cherbourg–Caen–Houlgate–Honfleur–Deanville–Rouen–Saint-Luc-sur-Marne*, Radfahrt Saint-Luc-sur-Marne*–Le Tréport, Bahnfahrt Paris–Le Tréport retour, Fontainebleau, Amiens, Lorient, Lacanau Mali: Fort Médine, Kayes, Bahnfahrt Médine–Kayes retour, Kraftwerk von Félou

*Saint-Luc-sur-Marne ist ein fiktives Dorf 

15. Januar 2020

Der Tee der drei alten Damen

Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten
Damen, Diogenes, 1989
Das Genf der dreissiger Jahre als Schauplatz internationaler Intrigen, schwarzer Magie und rätselhafter Todesfälle. Glausers erster Kriminalroman, noch ohne die Figur des Wachtmeister Studer, wurde erst nach Glausers Tod 1938 veröffentlicht. (Klappentext Diogenes Verlag, Zürich)

Genf zu Beginn dieses Jahrhunderts: eine doppelgesichtige Stadt, eine schillernde Diva mit dem Begehren nach Macht und Geld. Friedrich Glauser lebte hier, kannte die Eingeweide der Metropole. Vier große Genfer Persönlichkeiten treten in «Der Tee der drei alten Damen» auf die Bühne, spielen ihre mehr oder weniger gewichtigen Rollen im Politroulette zwischen Völkerbund, Öl- und Petroleumfunden, dem britischen und sowjetischen Geheimdienst und einem indischen Randstaat. Letztlich jedoch geht es in diesem Roman um die Frage nach dem Geheimnis, dem Mysterium schlechthin, und nach den mannigfaltigen Mitteln zu seiner Erkenntnis. – Auch wenn Glauser Geld brauchte und deshalb für einen Krimi zur Feder griff: Sein erster Roman ist eine Parodie auf das Genre. (Inhaltsangabe Limmat Verlag, Zürich)

Als Glauser Geld brauchte, schrieb er seinen ersten Krimi – und gleichzeitig eine Parodie auf dieses Genre. Er lässt neben einer ganzen Anzahl fiktiver Personen auch vier Genfer Persönlichkeiten leicht verfremdet auftreten, die im doppelgesichtigen Genf zu Beginn dieses Jahrhunderts ihre mehr oder minder gewichtige Rolle spielten. Letzlich aber geht es im temporeichen und verwirrlich-bunten Cocktail aus Phantasie und Realität um die Frage nach dem Geheimnis, dem Mysterium schlechthin und nach den mannigfaltigen Mitteln zu seiner Erkenntnis.Daß dabei auch noch die hohe Politik hineinspielt, etwa mit dem Völkerbund, mit Ölfunden in einem indischen Randstaat und mit dem britischen und dem sowjetischen Geheimdienst, macht die Lektüre des Buches zum Vergnügen für all diejenigen, die Glausers feinsinnige Charakterzeichnung und Atmosphärengestaltung lieben. (Inhaltsangabe Unionsverlag, Zürich)

Friedrich Glausers brillanter Stil ist es, mit wenigen Worten eine grossartige authentische Wirkung zu erzeugen. «Der Tee der drei alten Damen» ist sein erstes Werk und spinnt mit psychologischer Ironie ein verworrenes Netz aus Spionage, Giftmord, Okkultismus – und der Enthüllung der sauberen Fassade der angesehenen Gesellschaft Genfs in den dreissiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. (Inhaltsangabe BeBest PoD Verlag)

GE: Stadt Genf

13. Januar 2020

Schullandschaften

Johannes Gruntz: Schullandschaften,
Unionsverlag, Zürich, 1988
Mit Amann, Bichsel, Blatter und Burger beginnt sie – mit Steiger, Steiner, Storz und Wiesner endet die lange Liste der Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die einst das Lehrerpult drückten oder noch drücken. Was halten sie von der Schule? Johannes Gruntz hat in ihren Werken nach Szenen aus dem Schulhaus geforscht. Seine Anthologie präsentiert ein Kaleidoskop von Stimmungsbildern, Szenen, grossen Ereignissen und kleinen Katastrophen aus dem Bannkreis von Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Pausenplatz. Ein Buch der pädagogischen Selbstbefragung, auch der Nachdenklichkeit ist daraus entstanden. Das Klassenzimmer wird manchem Lehrer zur Nation in nuce, zum Mikrokosmos der Schweiz. Und als ehemaliger Schüler ist man überrascht zu sehen, wie sehr auch pädagogische Autoritäten ihre inneren Zweifel haben. (Klappentext)

11. Januar 2020

Der Richter und sein Henker

Friedrich Dürrenmatt: Der Richter und
sein Henker, ExLibris, Zürich, 1958
Friedrich Dürrenmatts «Der Richter und sein Henker» erschien 1950/51 zunächst als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift «Der Schweizerische Beobachter», 1952 dann erstmals in Buchform. Die Handlung spielt im November 1948 in Bern und dem abgelegenen Dorf Lamboing nordwestlich des Bielersees. Dort gelingt es Kommissär Bärlach in einem raffinierten Spiel einen zeit seines Lebens vergeblich gejagten Verbrecher zwar nicht einer Tat zu überführen, aber zu richten und seinem Henker auszuliefern.

Die Leiche des Polizeileutnants Ulrich Schmied aus Bern wird in seinem blauen Mercedes in der Nähe von Lamboing entdeckt. In Bern wird der von einer tödlichen Krankheit gezeichnete Kommissär Bärlach mir der Lösung des Falls betraut. Der erfahrene Bärlach, der viele Jahre im Ausland gearbeitet hat, ordnet die Geheimhaltung des Falles an. In Schmieds Privaträumen nimmt er eine Mappe mit Unterlagen an sich, die er in seinem Schreibtisch verschliesst.

Im Gespräch mit seinem Vorgesetzten, Doktor Lucius Lutz, spricht Bärlach von einem Verdacht, den er habe, aber nicht konkretisieren wolle. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands bittet er darum, ihm den Polizisten Tschanz als Stellvertreter zur Seite zu stellen. Während dieser aus dem Urlaub geholt wird, fährt Bärlach zum Tatort, wo er eine Revolverkugel findet.

Bärlach zeigt Tschanz, der den gleichen Mantel und Hut trägt wie Schmied, die Revolverkugel und spricht von seiner Wertschätzung dem Toten gegenüber. Dazu schweigt Tschanz. Er hat sich inzwischen mit den Einzelheiten des Falles beschäftigt und erläutert Bärlach seine Theorien. Bärlach scheint von den Fakten keine Ahnung zu haben, erwähnt aber erneut seinen geheimen Verdacht.

Aus Schmieds Terminkalender ergeben sich Hinweise auf regelmässige Begegnungen mit G., so auch an seinem Todestag. Tschanz beschliesst der Spur zu folgen und plant für denselben Abend, der im Kalender ebenfalls mit G. gekennzeichnet ist, nach Lamboing zu fahren. Bärlach will ihn begleiten.

Tschanz wählt einen ungewöhnlichen Weg nach Lamboing und versucht zu beweisen, dass Schmied am fraglichen Abend denselben Weg genommen hat. Als sie mehreren vollbesetzten Limousinen folgen, kommen sie zu einem abgelegenen Haus, an dessen Eingangstor ein G steht, das Tschanz jetzt als Abkürzung für den Namen Gastmann identifiziert.

Als sie im Dunkeln um das Haus herumgehen, wird Bärlach von einem riesigen Hund angefallen und zu Boden gerissen. Tschanz tötet das Tier mit einem Schuss aus seiner Pistole. Nationalrat und Oberst von Schwendi, Gastmanns Advokat, stellt Bärlach und Tschanz zur Rede. Als er von dem Mord an Schmied erfährt, erklärt er sich bereit mit Gastmann zu reden und am nächsten Tag in der Polizeidienststelle zu erscheinen.

Bärlach und Tschanz verabreden sich für später in einem Gasthof. Weil Bärlach nicht dort ist, begibt sich Tschanz auf den Heimweg nach Bern. An der Stelle, wo Schmied ermordet wurde, lauert Bärlach ihm auf. Tschanz fühlt sich unwohl, und ihm wird bewusst, dass sie beide eben den Mord an Schmied nachstellen. Zu Hause angekommen, wickelt Bärlach seinen Arm aus dicken Tüchern, die ihn vor dem Angriff des Hundes geschützt haben.

Am nächsten Morgen erscheint Nationalrat von Schwendi bei Bärlachs Vorgesetztem. Lutz erfährt, dass Schmied unter dem falschen Namen Doktor Prantl in Gastmanns Haus verkehrt hat, wo grosse politische Themen behandelt würden. Von Schwendi hält Schmied für einen Spion und erwartet, dass die Polizei dem Verdacht nachgeht. Der eingeschüchterte Lutz sichert von Schwendi zu, Gastmann mit äusserster Diskretion zu befragen.

Die Beerdigung Schmieds im Beisein von Bärlach und Lutz wird durch den Auftritt zweier riesenhafter betrunkener Männer gestört, die einen Kranz mit der Aufschrift «Unserem lieben Doktor Prantl» auf den Sarg werfen.

In seinem Haus wird Bärlach von dem Mann erwartet, der unter dem Namen Gastmann in Lamboing lebt. Bärlach und Gastmann sprechen darüber, dass sie sich seit über vierzig Jahren kennen: Als junger Abenteurer hat Gastmann am Bosporus gegen den Polizisten Bärlach gewettet, dass es Verbrechen gäbe, die sich nicht beweisen lassen. Seitdem ist es Bärlach nicht gelungen, Gastmann eines seiner Verbrechen nachzuweisen, doch er meint jetzt endlich die Gelegenheit dazu zu haben. Gastmann spottet, dass Bärlach sich beeilen müsse, da dieser nur noch ein Jahr zu leben habe, und entwendet die Mappe mit Schmieds Aufzeichnungen.

Bärlach widerspricht seinem Vorgesetzten nicht, als dieser Gastmann als eine über jeden Verdacht erhabene Persönlichkeit darstellt. Im Anschluss an das Gespräch fährt Bärlach mit Tschanz, der inzwischen Schmieds blauen Mercedes gekauft hat, zu einem Schriftsteller, der regelmässig an Gastmanns Veranstaltungen teilnimmt. Dieser hält Gastmann für einen Nihilisten und zu jedem Verbrechen fähig, ist im vorliegenden Fall aber von der Unmöglichkeit seiner Täterschaft überzeugt.

Tschanz ist in grosser Erregung und will trotz des von Lutz verhängten Verbots mit Gastmann sprechen, was Bärlach ihm ausredet.

Bärlachs Hausarzt bestätigt, dass der Kommissär nur noch ein Jahr zu leben habe und eine Operation dringend angeraten sei. In der Nacht wird Bärlach von einem Unbekannten in seiner Wohnung überfallen. Er entgeht dem Anschlag nur knapp und behauptet später Tschanz gegenüber den Täter zu kennen.

Bärlach will sich eine Woche in der Pension erholen, in der Tschanz gewohnt hat, als Schmied ermordet wurde. Auf dem Weg zum Bahnhof droht Gastmann Bärlach ihn umzubringen. Bärlach seinerseits erklärt Gastmann, dass er über ihn gerichtet habe. Der Henker werde heute zu ihm kommen.

Tschanz geht zu Gastmann, um ihn zu stellen. Als einer der beiden Leibwächter Gastmanns auf Tschanz schiesst, erschiesst dieser in angeblicher Notwehr die drei reisefertigen Männer. Lutz und von Schwendi versuchen, die Ereignisse später zu ordnen, während Bärlach dazu schweigt.

In Bärlachs Haus erkennt Tschanz am selben Abend, dass er in eine Falle geraten ist. Bärlach weiss längst, dass Tschanz der Mörder von Schmied ist; Tatmotiv ist seine Eifersucht auf Schmieds Herkunft, Bildung und Erfolg. Die Beweise dafür hat Tschanz im Laufe der Ermittlungen selbst geliefert. Schmied sollte in Bärlachs Auftrag Gastmann überführen. Nach Schmieds Tod hat Bärlach Tschanz als Henker benutzt.

Tschanz nimmt sich in der Nacht das Leben. Am Morgen erklärt sich der schwerkranke Bärlach bereit zu der notwendigen Operation.

«Der Richter und sein Henker» ist die Geschichte eines Mordes, der nur scheinbar aufgeklärt wird. Tatsächlich kennen nur Kommissär Bärlach und der Leser die Wahrheit hinter dem Fall. Mit einem genialen Plan gelingt es Bärlach sowohl den Mörder Schmieds zu überführen als auch seinen lebenslangen Gegner zur Strecke zu bringen. Doch ist dies kein Sieg der Gerechtigkeit, diese wird vielmehr als Mythos entlarvt. Bärlach besiegt Gastmann als die Personifikation des Bösen mit dessen eigenen Waffen, nicht jedoch mit den Mitteln der Justiz.
(Quelle: https://www.inhaltsangabe.de)

BE: Stadt Bern, Biel, Lamboing, Ligerz, Twann, Twannbachschlucht, Tessenberg

10. Januar 2020

Der Schneewanderer

Farley Mowat: Der Schneewanderer,
Unionsverlag, Zürich, 1975
Seit seiner ersten Reise in den hohen Norden hat die Arktis den Kanadier Farley Mowat, Autor des berühmten Buches «Ein Sommer mit Wölfen», nicht mehr losgelassen. Immer tiefer taucht er ein in die Tundra, das Land der Inuit, in die grimmige Feindseligkeit ihrer Winternächte, in die herbe Lieblichkeit des Sommers, wenn winzige Blütensterne die Steppe wie ein Teppich bedecken. Mowats Geschichten erzählen einfühlsam vom schwierigen Überleben in der Arktis, von den Überlieferungen der Inuit, aber auch von der grausamen Natur. Mal sprechen die Einheimischen selbst über ihre Vergangenheit, mal gibt Mowat Erzählungen wieder, die ihm anvertraut wurden. (Klappentext)

8. Januar 2020

Rhythmus und Rausch

Thomas Küng: Rhythmus & Rausch, Büchler
Grafino, Bern, 1988
Polo Hofer [1945–2017] ist der erste Mundartrock-Star der Schweiz. Und das ist das erste Buch über Polo Hofer. «Rhythmus & Rausch» ist eine ausschweifende Biographie mit «Sytesprüng» – autorisiert vom ungekrönten König des Dialektrock himself.

Sommer 1988: «Rütmus, Bluus und schnälli Schue» von Polo Hofer + Schmetterband steht auf Platz 1 der Schweizer LP-Hitparade. Zum ersten Mal in seiner über zwanzigjährigen Musikerkarriere steht Polo mit einem Album an der Spitze der Charts.  Frühling 1961: In Interlaken hocken die Jetmen im Übungskeller. Ohne Drummer. Da kommt der 16jährige Pfadi Urs «Polo» Hofer daher und behauptet keck, er könne Schlagzeug spielen. Und schon geht's los auf Tingeltour durch die Dancings der Umgebung.  Bei den Jetmen und den Pop Tales singt Polo Hofer noch englisch. Dann gründet er Rumpelstilz. Die Dialektrock-Aera beginnt. Und Polos unaufhaltsamer Aufstieg.
 
Der Zürcher Journalist Thomas Küng ist Hofers Spuren nachgegangen. In Dutzenden von Interviews und Kleinarbeit in Archiven ergründete er das Phänomen «Polo National». Das Resultat ist eine spannende Biograhpie voller Anekdoten, die auch Insider-Einblicke in das Musik-Business gibt. Und es ist, so nebenbei, auch eine kleine Geschichte der Drogenkultur und der Jugendbewegungen der letzten Jahrzehnte in diesem Land. (Klappentext)

7. Januar 2020

Der Astronaut aus dem Onsernonetal

Maren Heyne: Gresso, Zytglogge, Bern, 1991
Der kleine Ort Gresso im Tessiner Onsernonetal liegt in erhöhter Lage, wie die meisten solcher Dörfer auf der Alpensüdseite, an den Hang geklebt, die Häuser eng aneinander gebaut, als müssten sie sich gegenseitig erwärmen. Maren Heyne hat dem auf 999 Metern über Meer gelegenen Flecken einen Text-Bildband gewidmet. Das 1991 im Berner Zytglogge Verlag erschienene Buch portätiert verstorbene und lebende Bewohner, erzählt vom kargen Leben in den vergangenen Jahrhunderten, von Auswanderern, schrägen Vögeln, Familienzwisten, dem Wandel der Zeit. Der Tessiner Schriftsteller Giovanni Orelli begleitet die Reportage mit eigenwilligen Kurztexten. Sie verleihen dem Œuvre eine subtil-herbe Note. Gresso darf als eines der abgelegensten Dörfer des Südkantons bezeichnet werden, fern jeglicher Tourismushektik. Wem Locarno zu betriebsam und die Sahara zu einsam ist, dürfte in Gresso auf seine Kosten kommen, vorausgesetzt, er weiss mit der Steilheit der Bergwege etwas anzufangen.

Alpe Bassa, 800 Höhenmeter über Gresso (TI) im Onsernonetal

Im besagten Buch liess mich auf Seite 132 eine kleine Randbemerkung aufhorchen. Heyne erwähnt darin einen gewissen Walter «Wally» Schirra, dessen Vorfahren aus dem Onsernonetal – genauer: aus Loco – stammten. Schirra erlangte in Raumfahrtkreisen und darüber hinaus eine nicht unzweifelhafte Berühmtheit. Einerseits war «Wally» der erste Astronaut, der in den drei Raumfahrtprogrammen Mercury, Gemini und Apollo den Weltraum besuchte. Andererseits war er auch Kampfpilot und flog für die US-Marine unter anderem Einsätze im Koreakrieg. Ob der am 3. Mai 2007 im Alter von 84 Jahren verstorbene Mann mit Tessiner Wurzeln seine zerklüftete Heimat je einmal besucht hat, ist nicht bekannt. Im Grunde gibt es jedoch kaum einen grösseren Gegensatz zwischen dem einst ärmlichen Milieu des Onsernone und den Weltraumspaziergängen des Walter Schirra.

Walter «Wally» Schirra, Enkel von Emigranten aus dem Onsernonetal. Foto: Courtesy by NASA

5. Januar 2020

Bahndienst

Berni Bühlmann: Bahndienst, Calanda
Verlag, Chur, 1989
44 Jahre im Dienste der «Bündner Staatsbahn» beinhalten viele Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen aller Schattierungen. Wir begegnen ihnen im Zug, am Schalter, auf dem Perron, im Büro oder im Speisewagen, den Freundlichen, den Eiligen, den Zaghaften, den Verständigen, den Ehrerbietigen. Wer sie auch sind, es sind Menschen wie Sie und ich. Kurz, wir begegnen den Männern der Schiene und den von ihnen bedienten Kunden im Alltag. Wir werfen auch einige Blicke hinter die Kulissen eines modernen Bahnbetriebs. Dabei wird Sie eine gute Dosis Humor auflockernd begleiten.

Dieses Buch fällt zeitlich mit dem Jahrhundertfest der RhB zusammen. Obwohl seit einigen Jahren pensioniert, fühle ich mich mit der «Bündner Staatsbahn» und ihrem Schicksal immer noch verbunden. Möge die RhB das ausserordentliche Jubiläumsfest mit dem Bündnervolk würdig feiern und die ihr im zweiten Jahrhundert harrenden grossen Aufgaben erfolgreich meistern!

Alle in diesem Buch erwähnten Mitarbeiter wurden von mir nach freiem Ermessen aus der grossen RhB-Familie herausgegriffen. Frei gewählt wurden auch die Themen.

Als Gebirgsbahn wird die RhB leider immer wieder von Naturgewalten heimgesucht. Einige dieser Ereignisse sollen dem Leser ein Bild vermitteln über die Macht und Unberechenbarkeit der Naturgewalt wie auch über die grossen Anstrengungen der Bahn zur Sicherung ihrer Züge.

Es sind viele, die zum Gestalten und Gelingen dieses Buches beigetragen haben, sei es mit eigenen Erlebnissen, mit Fotos, mit Auskünften oder auf andere Weise. Ihnen möchte ich dafür herzlich danken … (Aus dem Vorwort)

2. Januar 2020

Ah Agala!

Bettina Selby: Ah Agala!, Piper, München/
Zürich, 1991
7000 Kilometer den Nil aufwärts, durch den Sudan weiter zu den Seen im Ostafrikanischen Graben und zum geheimnisvollen Mondgebirge mit dem schneebedeckten Mount Stanley im tiefsten Afrika. Und das auf einem Fahrrad!

Ausgerüstet mit Apotheke, Trinkwasserfilter und einem Antihundespray fährt Bettina Selby in ihr Abenteuer, das sie selbstironisch erzählt, mit scharfem Blick für die Fremdheit jener zivilisationsfernen Welten. (Inhaltsangabe zum Buch)

Bettina Selby wurde 1934 in London geboren. Als 15-Jährige ging sie zur britischen Armee, studierte später Religionswissenschaft und arbeitete als Fotografin. Sie ist verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Selby lebt in London als Autorin von Büchern und Artikeln über Reisethemen.