30. April 2013

Die Sorgen des Entsorgers


Gesamterneuerung des Bahnhofs Burgistein: Bereits gestern zeigte sich der Baggerführer alles andere als zufrieden. Das Abbruchholz des ehemaligen Güterschuppens wird in einem oben offenen Sattelschlepper deponiert. Die Krux dabei: Der Maschinist hat von seiner Kabine keinen Blick in den Container. Dies zwingt den Mann zu regelmässiger Akrobatik, nämlich dann, wenn er mit der Leiter ins Innere des Anhängers steigt und dort von Hand das Abruchholz in seine endgültige Transportlage bringt. Verständlicher Ärger des Büetzers in Orange.


Mittlerweile ist die Hälfte des Güterschopfs weg. Eine laute Angelegenheit dürfte das Zertrümmern der Rampe werden. Der Rückbau des eigentlichen Stationsgebäudes (hinten) erfolgt erst 2014 .

Römisch-elektrisch


Ein langweiliges Bild, nicht wahr. Entstanden ist es  im bernischen Seeland auf einer Wanderung von Studen nach Aarberg. Der schnurgerade Güterweg ist genau vier Kilometer lang und endet abrupt am Hagneck-Kanal. Auf der Karte ist dieser Monoton-Hatscher als Römerstrasse betitelt. Aha!

Ob es sich tatsächlich um den Originalverlauf der Römerroute handelt, ist mir nicht bekannt. Damit diese Geschichte aber funktioniert, gehen wir einmal davon aus. Fakt ist indes, dass die Verbindung Aventicum–Petinesca–Solodurum durch das Grosse Moos bei Walperswil führte. Die Neuzeit hat diesem Umstand wenig Tribut gezollt und entlang der Antiktrasse eine Stromleitung errichtet. Henu, was dem römischen Tiefbauer recht war, ist dem modernen Freileitungsbauer billig. Die kürzeste Verbindung von a nach b ist nun mal die Linie.

29. April 2013

Der Rückbau


Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Beginn Rückbau Güterschopf. Die einzelnen Baumaterialien werden gesondert entsorgt.

28. April 2013

Das neue Geleise


Die Einfahrt auf der Westseite des Bahnhofs wird in die Kurve vorverlegt, was die Montage einer Kurvenweiche bedingt. Hier wird auf dem Aussenradius ein Weichenstück herantransportiert. Es gilt das Prinzip Modelleisenbahn.

27. April 2013

Handarbeit


Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Trotz computergesteuerter Baumaschinen bleibt vieles noch Handarbeit. An diesem Wochenende wird auf der Westseite eine Bogenweiche eingebaut, weshalb die Strecke Thurnen–Uetendorf unterbrochen ist. Bahnersatzbusse halten indes den Betrieb aufrecht. Einsetzender Regen, der bis nach Mitternacht andauert, erschwert die Gleisbauarbeiten.

Neulich in 4146

Hochwald (SO)

25. April 2013

Frage des Tages

Kann mir jemand plausibel erklären, weshalb vornehmlich Geschöpfe weiblichen Geschlechts diese übergrossen Nerd-Brillen tragen? Welch eine Verschwendung an geschliffenem Glas!

21. April 2013

Höhlentourismus 2.0



Kaum hat sich die Welt an die Omnipräsenz der Endlostelefonierer und Dauer-SMS-Schreiber gewöhnt, dringt schleichend die nächste Generation von Höhlentouristen ins Land. Gesehen heute beim Eingang zu den Beatushöhlen am Thunersee.

Alt und neu


Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Alte Geleise werden auseinander geschraubt, neue, vormontierte Stränge sind zum Verbauen bereit. Heavy Metal meets Beton. Und Holz isch heimelig.

14. April 2013

Der Schraubenzieher

Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Am Wochenende des 13./14. April 2013 wird die neue Weiche auf der Ostseite des Bahnhofs eingebaut. Zudem verlegen die Monteure ein erstes Stück Geleise auf der Nordseite der Anlage. Das Bild zeigt das Aneinanderfügen der Weiche zum Stammgeleise. Einen nicht unwichtigen Part spielt dabei der kleine rote Schraubenzieher.


Der Weicheneinbau hat zur Folge, dass zwischen Thurnen und Uetendorf Bahnersatzbusse zum Einsatz gelangen. Und für einmal wird Burgistein gar von Postautos angefahren. Das Bild zeigt den Umsteigebahnhof Thurnen. Das fehlende dritte Licht bei der NINA 03 sei auf eine defekte Birne zurückzuführen, versichert mir der Lokführer.

13. April 2013

Die Vorbereitung


Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Es wird gebaggert, gemessen und planiert, was das Zeug hält. Ein Wochenende muss reichen, um auf der Ostseite des Bahnhofs eine neue Weiche mitsamt Geleisen einzubauen. Genaue Arbeit ist gefragt, denn die Geleise müssen dreidimensional richtig positioniert und eingeschottert werden. Lasergeräte, Doppelmeter und Messschnüre sind im Dauereinsatz. Filigranes Werkzeug, ganz im Gegensatz zu der Handvoll Bagger

11. April 2013

Die Besen


Gesamterneuerung Bahnhof Burgistein: Vor kurzem wurden bei der Westeinfahrt diese vier Besen an einem Fahrleitungsmast befestigt. Wozu? Zur Luftreinhaltung? Zur Wagenreinigung? Als Profilgrenze?

Die Besentechnologie findet beispielsweise in La Chaux-de-Fonds Anwendung, wo sie vor Tunnelportalen angebracht worden sind. Hier sind Sinn und Zweck klar: Allfällige Aus-dem-Wagenfenster-Lehner sollen vor den schmalen Tunnels mit einem Nasenstüber zum Einziehen des Kopfes gezwungen werden. Allein, in Burgistein ist weit und breit kein Tunnel.

9. April 2013

Der Zaun, die Bank, das Tier

Auch Blogleserin Monika fotografiert gerne Bänkli. Kürzlich liess sie mir unten stehendes Bild zukommen, das in der Nähe von Müstair (GR) entstanden ist. «Soll das Schutz vor dem Bären bieten? Oder wozu ist es wohl sonst gedacht?», wurde ich gefragt. Nun, werte Monika, ich weiss es beim besten Willen nicht, da ich kein Bankenexperte bin. Meine Vermutung geht indes in Richtung Kuschelecke, denn wie sonst sollen sich zwei liebende Bären vor dem Menschen schützen, wenn nicht mit einer Bankumzäunung? Dein Bild beweist, dass die Bündner im Umgang mit Bären noch etwas unerfahren sind. Wäre das Bänkli nämlich komplett eingefriedet, wäre auch der Bär keine Gefahr mehr. Wie dies übrigens geht, machen die Solothurner vor, wie zweites Bild veranschaulicht. Hier hat sich der Mensch den Luchs einfach und effizient vom Leib gehalten.

Tja, liebe Bündner, nehmt euch daran ein Beispiel, und, wenn wir schon beim Wildtier sind, hört doch endlich auf, euren Steinböcken das Sprechen beizubringen.

Damit hält man keine Menschen fern, werte Bündner. Das Bänkli bei Müstair (GR).

So ist's richtig, und der Luchs lässt Mensch und Tier in Ruhe. Chli Brunnersberg (SO).

8. April 2013

Die Brücken

Im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde Burgistein ist Interessantes über die Burgisteiner Gürbebrücken und deren Sanierungsbedarf zu erfahren. Drei der insgesamt vier Übergänge sind circa 140 Jahre alt. Die Engelsmoosbrücke wurde 1980 neu erstellt und noch in gutem Zustand. Die aus dem 19. Jahrhunderten Brücken hingegen, weisen unterschiedlich hohen Sanierungsbedarf auf. Als wichtigste Verbindung dient die sogenannte Schulhausbrücke mit einer geschätzten Traglast von 10 Tonnen. Durch den stark zunehmenden Verkehr, insbesondere von Fahrzeugen, welche die Brückentraglast deutlich übersteigen, hat die Schulhausbrücke stark gelitten. Die Tiefbaukommission priorisiert daher die Verstärkung oder gar den Neubau dieses Gürbeüberganges.

Die vier Gürbebrücken von oben (Norden) nach unten (Süden): Chabishüttebrücke, Schulhausbrücke, Neuhausbrücke, Engelsmoosbrücke. 

Die wohlklingende Engelsmoosbrücke ist die oberste der vier Gürbebrücken auf Burgisteiner Gemeindegebiet: Sie wurde 1980 neu erstellt und ist nur einspurig befahrbar.


Ansicht von Südwesten.

Ansicht von Nordosten.


Blick flussabwärts.

Die Neuhausbrücke ist die zweioberste der insgesamt vier Gürbebrücken auf dem Gebiet der Gemeinde Burgistein. Sie ist rund 140-jährig und wurde vor ein paar Jahren saniert. Dennoch blättert die Farbe am Stahlträger munter ab. Den Rost freuts. Die Brücke ist nur einspurig befahrbar. Ein paar Meter flussabwärts befindet sich eine Pegelmessstation des Kantons.


Ansicht von Süden.


Ansicht von Nordosten.


Blick flussabwärts.

Die Schulhausbrücke ist circa 140 Jahre alt und führt, wie es der Name sagt, von der Pfandersmatt zum alten Schulhaus in Burgiwil. Die Brücke ist gleichzeitig die wichtigste Verbindung zwischen Seftigen und Burgiwil. Der zunehmende Motorverkehr setzt der auf 10 Tonnen Traglast ausgelegten Brücke mehr und mehr zu, weshalb die Tiefbaukommission der Gemeinde Burgistein beschlossen hat, diesen Übergang in nächster Zeit sanieren oder gar neu erstellen zu lassen. Wie alle anderen Gürbebrücken in Burgistein, ist auch die Schulhausbrücke nur einspurig befahrbar.


Ansicht von Südwesten


Ansicht von Nordosten.


Blick flussabwärts.

Die unterste der vier Gürbebrücken auf Burgisteiner Gemeindeboden trägt den urigen Namen Chabishüttebrücke. Chabis ist Berner Mundart für Kohl. In Burgistein gab es bis vor kurzem in der Nähe der Chabishüttebrücke eine Sauerkrautfrabrik. Ob sich der Brückenname von der ehemaligen Fabrik ableitet oder ob in Gürbenähe einst eine Chabishütte stand, ist dem Blogverfasser nicht bekannt. Die Brücke weist ein ungefähres Alter von 140 Jahren auf, ist in schlechtem Zustand und nur einspurig befahrbar.


Ansicht von Südwesten.


Ansicht von Nordwesten.


Blick flussabwärts.

3. April 2013

Die Gefahr

Halbseitiger Artikel in der heutigen Berner Zeitung BZ. Die Rede ist von einem circa 3½ Tonnen schweren Gesteinsbrocken, der sich in der Nacht vom 28. auf den 29. März in Burgistein (BE) in der Gegend von Oberschönegg oberhalb eines Bauernhauses gelöst hatte und den Wiesenhang hinuntergekullert ist. Glücklicherweise kam der Felsblock 300 Meter oberhalb des Bauernhauses zum Stillstand. Um sicher zu gehen, wurde während der Sicherung des Steins, die Strasse kurzzeitig gesperrt und das Bauernhaus evakuiert. Weil ein Abtransport oder eine Sprengung nicht in Frage kommt, wird der Stein von Burgistein an Ort und Stelle vergraben. Das Bauernhaus steht übrigens an einem Ort mit dem Flurnamen Schlechtenmatt. Ein schlechtes Omen?



Die Topografie sieht nicht zwingend steinschlägig aus. Dennoch hat sich an diesem Nordosthang in Burgistein ein 3,5 Tonnen schwerer Felsbrocken gelöst und ist die Wiese runtergekullert. Im Visier das rot eingekreiste Bauernhaus in der Schlechtenmatt.