31. Oktober 2015

Der Protagonist



Heute steht dieser Schlüssel im Mittelpunkt des Geschehens. Welche Rolle das historisch anmutende Werkzeug spielt, sei im Blog von morgen verraten. Für den Moment nur so viel: Es geht um eine Bestattung.

29. Oktober 2015

Schafmatt

Heinrich Gartentor: Schafmatt,
Passagen Verlag, Wien, 1999
Der in Horrenbach wohnhafte Thuner Künstler, Heinrich Gartentor, ist ein Produkt des Cyberspace – ein Kunstprodukt. «Schafmatt» ist der erste Teil einer (fiktiven) Biographie, die Gartentor angeblich einundzwanzigjährig schrieb. Dementsprechend gestaltet sich auch die Sprache – spielerisch, sich selbst nicht zu ernst nehmend. Gartentor ist, wie es zumindest oberflächlich scheint, eine Person von zweifelhaftem Charakter. Während seine letzten drei Stunden im Knast rekapituliert er seine Zeit in Paris und vor allem, weshalb dort (und überhaupt) alles schiefgelaufen ist. Antwort auf die Zukunft gibt Gartentor nur vage und es bleibt offen, wie sich sein Leben und er selbst weiterentwickeln werden. (Klappentext)

Der oben zitierte Text hat im Original noch eine Fortsetzung: Die Antwort erhalten wir dort, wo Heinrich Gartentor bekannt, ja fast zu Hause ist: im Internet. Unter http://www.paris.ch lässt er uns direkt in das Paris reisen, wie es in «Schafmatt» ausführlich beschrieben ist. Ich bin dem Link gefolgt und stellte verwundert fest, dass er tatsächlich noch funktioniert. Allerdings ist der Inhalt von paris.ch nicht mehr derselbe wie vor 16 Jahren als «Schafmatt» erschien. Wegen zu vieler Anfragen bezüglich Paris, stellte der Autor die Seite ein und ging hernach einen Deal mit einer Hotelbuchungsagentur ein, auf welche paris.ch nun verweist. Mit jeder Buchung verdient der gewiefte Künstler ein wenig mit.

BE: Thun F: Paris

Hinter Heinrich Gartentor verbirgt sich ein gewisser Martin Lüthi, den es vor ein paar Jahren aus der Stadt Thun ins abseits gelegene Horrenbach auf der linken Seite des Eriztals zog. Dort residiert er im ehemaligen Schulhaus und entwickelt neue, mitunter abartig-skurrile Kunstprojekte. Derzeit werkelt Gartentor an einem neuen Roman. Er muss dies in konzentrierter Abgeschiedenheit tun. Schreibt man den Künstler per E-Mail an, antwortet er automatisiert wie folgt:


Heinrich Gartentor ist bis Ende November 2015 am Schreiben.
Nachrichten werden innerhalb von 10 Arbeitstagen beantwortet.
Bürozeit ist jeweils am Mittwochmorgen.
Besten Dank.

27. Oktober 2015

Die Bänklischmiede von Wenslingen


Irgendwo müssen sie produziert werden, die Sitzbänke, auf die wir uns gelegentlich niederlassen, um ein Faustbrot, ein Salätli oder einen Nussgipfel zu vertilgen. Vor ein paar Wochen wurde ich im Baselbieter Dorf Wenslingen fündig. Hier werden edle Bänke hergestellt, die sich indes eher für den Privatgebrauch eignen, als für die Platzierung an einem für Vandale günstig gelegenen Waldesrande. Die Firma Wood & Art – sie firmiert mit der Internet-Adresse www.w-und-a.ch  (www.a-und-o.ch war leider schon vergeben) – und stellt auch Tische aus Zwetschgenholz, Birne gedämpft, Eiche massiv oder Apfelbaum her. Beeindruckend ist die Farbpalette der Holzlamellen. Von Ral-Gelb 1021 über Ral-Blau 5014 bis hin zu PC-3228 Perlrot oder Böhme Nr. 4396 ist alles zu haben. Eine bunte Sache, die wahrlich gut in diesen tristen Herbst passt.

26. Oktober 2015

Geschafft!

Mein neustes Werk erscheint im
Frühjahr 2016
Mit einer abwechslungsreichen Wanderung über den Bözberg beendete ich vergangenen Samstag die Wanderung Nummer 53 meines im kommenden Frühjahr erscheinenden Wanderführers Rund um Zürich. Über 1000 Wanderkilometer war ich in den vergangenen anderthalb Jahren unterwegs und habe hierbei Tausende von Fotos geschossen. Das Buch wird im Bergverlag Rother publiziert und trägt den Untertitel 53 Touren zwischen Schaffhausen und Gotthard.

Die Erarbeitung des Führers war ein hartes Stück Arbeit, nicht zuletzt des miserablen Sommers 2014 wegen, der mir gar manchen Strich durch die Planung machte. Und auch der aktuelle Herbst erlaubte mir die Durchführung der zwei letzten, ursprünglich vorgesehenen Touren nicht mehr, weil er zu früh mit Schnee um sich warf. 

25. Oktober 2015

Übungsheft der Liebe

Silvio Huonder: Übungsheft der Liebe,
Fischer Verlag, Frankfurt, 1998, (vergriffen)
BORN TO BE WILD – für Fabio Bosch ist das kein Rocksong, sondern eine persönliche Aufforderung. Er ist jetzt zwanzig und will ein Leben, das so intensiv ist wie die Musik, mit der seine Generation aufgewachsen ist. Also lässt er sein Studium sausen und bricht seinen Militärdienst eigenmächtig ab. Anstatt die dafür verhängte zehnmonatige Gefängnisstrafe abzusitzen, schlägt er sich im «Untergrund» seiner beschaulichen Heimatstadt Chur durch. Was ihm einen ganzen Sommer auch gelingt - weil er eine Menge Helfer, vor allem aber Helferinnen findet.

Ein paar Frauen reissen sich regelrecht darum, ihm, dem Verfolgten, Unterschlupf zu gewähren. So verwandelt sich das Buch, das Fabio über seine Zeit im Untergrund schreiben will, unter der Hand vom heroischen Bericht eines Rebellen in ein Übungsheft der Liebe. (Inhaltsangabe im Buch)

BE: Stadt Bern (Elfenauweg, Front) GR: Stadt Chur und Umgebung (Hauptschauplatz), Rhein bei Maienfeld SG: Kaserne Walenstadt ZH: Stadt Zürich

Eine intelligent komponierte Geschichte, die in den Endsiebzigern spielt. Schade ist der Roman vergriffen!

24. Oktober 2015

Zu Fuss durch Afrika – II

Sonia + Alexandre Poussin: Zu Fuss durch
Afrika, Vom Kilimandscharo zum See
Genezareth, Delius Klasing, Bielefeld, 2008
Im ersten Band «Zu Fuss durch Afrika» berichteten die Autoren Sonia und Alexandre Poussin von ihrer Wanderung vom Kap der Guten Hoffnung durch Südafrika, Simbabwe, Malawi und Tansania zum Kilimandscharo. Der zweite Teil beginnt am Fuße des Kilimandscharo und führt zunächst durch das Territorium der Massai, durch Tansania und Kenia weiter nach Äthiopien, den Sudan, Ägypten und schließlich nach Israel. Die siebentausend Kilometer bis zum See Genezareth wird das Ehepaar wiederum zu Fuss – und auf die Gastfreundschaft der Afrikaner vertrauend – bewältigen.

Während der 1171 Tage dauernden Wanderung lassen uns die beiden an ihren interessanten und bewegenden Bekanntschaften, ihren Ängsten vor Durst, Hitze oder den Löwen teilhaben; mit ihnen betrachtet und erlebt der Leser die surrealen Ufer des Turkana-Sees in Kenia, die mystischen Ruinen von Meroë im Nord-Sudan, die glühende Hitze in der nubischen Steinwüste von Batn el-Hagar, entdeckt die sehr geheimen Rituale der Ehefrauen im Sudan oder die fremde Schönheit der Hamer und der Dassanetch in Äthiopien, begleitet einen Kameltreiber aus Darfur mit seiner Karawane durch die Wüste.

Tag für Tag und Schritt für Schritt mehren sich die Erfahrungen und Einsichten der Wanderer «auf den Spuren der Menschen und der Menschheit». Und das Ende der Reise ist der Anfang eines neuen Abenteuers, denn kurz nach der Rückkehr von Sonia und Alexandre Poussin wird ein kleines Mädchen geboren. (Klappentext)

23. Oktober 2015

Zu Fuss durch Afrika – I

Sonia + Alexandre Poussin: Afrika zu Fuss,
Vom Kap der Guten Hoffnung zum
Kilimandscharo, Delius Klasing, Bielefeld,
2007, (vergriffen)
Ein anderes Afrika erleben: Das ist das Ziel der Franzosen Sonia und Alexandre Poussin, als sie, ganz auf sich gestellt und jeder nur mit einem 8-Kilo-Rucksack ausgestattet, am Kap der Guten Hoffnung zu ihrem 14 000-Kilometer-Marsch starten: entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs bis nach Ägypten und schliesslich zum See Genezareth. In diesem Buch berichten sie von der ersten Hälfte der Reise, die nach rund 7000 Kilometern und knapp anderthalb Jahre später am Gipfel des Kilimandscharo endet.

Ohne Sponsor und ohne Logistik im Hintergrund suchen sie jeden Abend dort Unterkunft, wo sie gerade ankommen. Auf diese Weise begegnen sie den unterschiedlichsten Menschen und Lebensweisen, erleben Grosszügigkeit, Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit.

Auf ihrer Route durchqueren sie Länder voller Kontraste und mannigfache Landschaften: den Busch, Wüsten, Weinanbaugebiete, Gebirge – verbunden mit Blasen an den Füssen, Erschöpfung durch Hitze, Kälte oder Durst, Furcht vor wilden Tieren oder der Angst, doch keine Herberge für die Nacht zu finden.

«Afrika zu Fuss» ist ein unterhaltsames, inspirierendes Lesebuch jenseits der gängigen Klischees von Afrika. Es bietet neben zum Teil detaillierten Informationen viele Anstösse für Reflexionen über unser Leben in Europa und das – uns zunächst so fremde – Leben der Menschen in Afrika. (Klappentext)

22. Oktober 2015

Kuhbank statt Schlachtbank



An das Bild der in den Vorgärten herumstehenden Polyesterkühe haben wir uns längst gewöhnt. Getoppt wird das Ganze nun aber noch mit liegenden Kunststoffkühen, auf die man sich setzen kann. So gesehen beim Schloss Laufen am Rheinfall.

21. Oktober 2015

Ein Weg der Erinnerung

Eraldo Affinati: Ein weg der Erinnerung,
S. Fischer, Frankfurt/Main, 1999, (vergriffen)
Dieser kurze, dichte Text folgt dem Modell einer säkularisierten Wallfahrt – freilich beschreibt er eine Pilgerfahrt ganz eigener Art: In Begleitung eines Freundes macht sich der Autor zu Fuss auf den Weg von Venedig nach Auschwitz. Ausgerüstet sind die beiden mit Rucksäcken und dem Empfehlungsschreiben eines hochrangigen Klerikers, der die Wanderer der freundlichen Obhut der Klöster anempfiehlt. Affinati, der nach dem Krieg geboren wurde und die Schrecken der Nazizeit nur aus zweiter Hand kennt – sein Grossvater wurde als Mitglied der Resistenza erschossen; seine Mutter entkam buchstäblich in letzter Sekunde dem Transport in ein Vernichtungslager –, hat sich zuvor intensiv auf die Begegnung mit der Geschichte und ihren Spuren vorbereitet und Stapel von Literatur zur Vernichtungsmaschinerie des Dritten Reichs gelesen, ob autobiographische Zeugnisse, philosophische Reflexionen, wissenschaftliche Analysen. Passagen dieser Texte säumen auch seinen Reiseweg, bilden einen vielstimmigen Kommentar – und prägen die Wahrnehmung dessen, was den beiden Reisenden widerfährt. Gesichter, Gleisanlagen, Beschilderungen – dies alles evoziert die Vergangenheit, die sich solchermassen gegen eine Musealisierung sperrt und auf eine neue, beklemmende Weise lebendig wird. (Klappentext)

19. Oktober 2015

A new Club is Born



Weil es auf einen Club mehr oder weniger nicht mehr ankommt, habe ich kurzerhand einen Wanderclub gegründet. Club Wanderwerk heisst das Kind und ist integrativer Bestandteil meiner Edition Wanderwerk. Als Service-Club gedacht, richtet sich das Angebot an rüstige Wanderinnen und Wanderer, die Lust auf Neuentdeckungen, selten begangene Routen, kulturhistorische Besonderheiten und andere Spezialitäten unseres Landes verspüren. Zwölf Wanderungen enthält das Jahresprogramm 2016. Begonnen wird indes bereits am 5. Dezember 2015 im Zürcher Oberland. Über die weiteren Details gibt die Club-Website Auskunft. Ich bin schon mal wanderklar!

18. Oktober 2015

Grenzgeschichten

«Die Schweiz hat in den letzten Jahrhunderten drei bedeutende Pädagogen hervorgebracht. Im 18. Jahrhundert war es Jean-Jacques Rousseau, im 19. Jahrhundert Heinrich Pestalozzi und im 20. Jahrhundert Hans Zulliger», verkündete 1993 Reinhard Fatke, Professor für Pädagogik an der Universität Zürich, in seiner Gedenkrede zum 100. Geburtstag von Hans Zulliger.

Der 1893 in Biel-Mett geborene Volksschullehrer, Psychotherapeut und Schriftsteller, Hans Zulliger, war von 1912 bis 1959 Dorfschullehrer in Ittigen bei Bern. Während dieser Zeit hat er die Schule massgeblich geprägt. Manch interessantes Angebot gelang in dieser Zeit an ihn. Er hat alle abgelehnt und blieb seinem «Laboratorium», der kleinen Dorfschule Ittigen, fast ein halbes Jahrhundert treu. Hans Zulliger war unter anderem durch Oskar Pfister mit der Psychoanalyse von Sigmund Freud in Berührung gekommen. Er versuchte, die von ihm gewonnenen Erkenntnisse auf den Schulalltag zu übertragen. Dadurch wurde er zum Pionier der Kinderpsychologie. Zulliger verstarb am 18. Oktober 1965 – also vor genau 50 Jahren – in Ittigen, wo man 1969 den nordwestlichen Teil der Asylstrasse zu seinen Ehren in Zulligerstrasse unbenannt hat. Das Erbe des gebürtigen Bielers lebt auch im Ausland weiter. In Deutschland existieren gleich mehrere Hans-Zulliger-Schulen, so unter anderem in Mannheim oder in der Nähe von Kaiserslautern.

Hans Zulliger: Joachim bei den Schmugglern,
Francke Bern, 1936
Das schriftstellerische Anliegen Zulligers galt dem Erhalt der Berner Mundart. Als Volkserzieher schrieb er zahlreiche Jugendbücher und war 22 Jahre lang Redaktor der Eltern-Zeitschrift. Zulligers zahlreiche jugendpsychologische und pädagogische Publikationen wurden in 13 Sprachen übersetzt und machten ihn weit über die Schweiz hinaus bekannt. Er verfasste indes auch Jugendromane in hochdeutscher Sprache. Zwei davon zieren meine Bibliothek: Joachim bei den Schmugglern, und Joachim als Grenzwächter.

Aus Joachim, der sich mit den Schmugglern am Simplonpass herumtreibt, wurde ein Grenzwächter. Ein äusserst sympathischer, tüchtiger Bursche, der im Gebiet des Splügenpasses die nicht leichte Aufgabe hat, eine gefährliche Schmugglerbande und ihre gerissenen Helfershelfer zu fangen und zu entlarven. Die Geschichte liest sich mit Spannung, trotzdem ihr Gang durch Sagen und Berggeschichten immer wieder unterbrochen wird. Unendlich viel erfährt man von all den Menschen und ihren Schicksalen, von List und verwegenem Spiel, von Not und Unglück, das sie auf absonderliche Wege bringt und sie schließlich doch der Gerechtigkeit in die Arme treibt.

Schauplätze «Joachim bei den Schmugglern»
VS: Gabi, Gondo, Zwischbergental, Laggintal, Alp Bedemje, Alpe Bugliaga, Alp Possette, Alp Waira, Businpass, Furgge, Monscerapass, Zwischbergental

Schauplätze «Joachim als Grenzwächter»
GR/I: Splügenpass

Hans Zulliger: Joachim als Grenzwächter, Francke, Bern, 1948. Die Abbildung zeigt die schön gestaltete innere Umschlagseite mit den Schauplätzen.

17. Oktober 2015

Herbst beim Strandbad


Welch ein Sommer, welch ein Herbst. Ein Yin und Yang der Meteorologie. Ich hab's geahnt, ich hab's befürchtet und hoffte dennoch vergebens. Wenigstens sind die Farben schön, an diesem düster-kühlen-feuchten Feierabend vor dem Thuner Strandbad, dem Strämu, von dem der Volksmund sagt, es sei und bleibe das schönste Freibad der Schweiz.

16. Oktober 2015

scheissfans

In die Wildnis

Jon Krakauer: In die Wildnis, Piper,
München, 1997
Eine kleine Pistole und ein Fünf-Kilo-Sack Reis – das war die einzige Ausstattung des jungen Chris McCandless, mit der er sich in die Wildnis Alaskas begab. Seine gesamten Ersparnisse von fünfundzwanzigtausend Dollar hatte er gespendet und das restliche Bargeld verbrannt – er wollte ein neues, ganz anderes Leben beginnen. Vier Monate später wurde seine Leiche in der Wildnis von Alaska von einem Elchjäger gefunden. Jon Krakauer, für seine spektakulären Reportagen bereits mehrfach preisgekrönt, hat die abenteuerliche Wanderung des Chris McCandless anhand von Tagebucheintragungen, Postkarten und Interviews rekonstruiert. War Chris ein hoffnungsloser Romantiker oder einfach nur ein Spinner? Oder wurde er von einer Sehnsucht getrieben, die nur zu typisch ist für unser zu Ende gehendes Jahrhundert? (Begleittext zum Buch)

2007 erschien die Verfilmung des Buches unter der Regie von Sean Penn in den Kinos.

15. Oktober 2015

Mord im Zürcher Oberland

Jon Durschei: Mord im Zürcher Oberland,
orte Verlag, Schwellbrunn, 1995
Nach seinem Luzerner Aufenthalt verschlägt es diesmal Pater Ambrosius auf die Stralegg im Zürcher Oberland. Er will dort unterhalb des Schnebelhorns im Gasthaus «Alpenrösli» mit seinem Freund Georges Emmenegger einen Kriminalroman schreiben, wird aber, wie anders auch, selber in zwei Kriminalfälle involviert. Doch anders als früher lehnt sich der Benediktiner nicht dagegen auf. Er nimmt an, was nicht anders sein kann und erlebt am eigenen Leib Todesangst. Trotzdem erkundet er eine wunderbare Landschaft, kommt sich, was in seinem Innern ein Ekelgefühl auslöst, gelegentlich als Wirtschaftsstubenhocker vor und begegnet Menschen, die zum Teil wahre Schwätzer sind oder zu neuen Freunden werden. Und selbst der eigene Krimi findet seinen Abschluss. (Klappentext)

SG/ZH: Schnebelhorn und Umgebung

14. Oktober 2015

Wanderungen mit Robert Walser

Carl Seelig: Wanderungen mit Robert Walser,
Suhrkamp, Frankfurt, 1977
Carl Seeligs Aufzeichnungen seiner Wanderungen mit Robert Walser haben in der Literatur nicht ihresgleichen. Sie entwerfen das Porträt eines Verstummten, eines Dichters, der, wie Hölderlin, «taktvoll» genug war, dem Leben zu entsagen. Nach seinem 50.Geburtstag hörte Walser mit Schreiben auf und gab sich mit dem Leben eines Irrenhauspatienten zufrieden. Carl Seelig, der ihm und seinem zu scheinbarer Dauer-Erfolglosigkeit verurteilten Werk helfen möchte, besucht Walser in der Anstalt, zwanzig Jahre ist ihnen «beschieden, spazierenzugehen».

Die Aufzeichnungen sind ungewöhnlich. Nicht nur, weil Seelig meisterhaft zu erzählen vermag und dabei sein Schreiben ganz in die Vermittlung authentischer Worte von Robert Walser stellt. Dieser Irrenhaus-Insasse ist krank, aber er ist auch weise. Sein Wissen über Literatur ist immens. Seine Äusserungen ergeben die Poetologie seines eigenen Werks. (Klappentext)

«Leuten in sausenden Automobilen zeigte ich stets ein hartes Gesicht.» Robert Walser

13. Oktober 2015

Der Elch im Supermarkt



Nein, ich habe keinen neuen Roman von Arto Paasilinna gelesen, obschon der Titel zum Schaffen des kauzigen Autors aus Finnland durchaus passen würde. Seit einigen Wochen stehen in den Supermärkten der Migros – zumindest in Thun – lebensgrosse Elche herum, drappiert vor einer Fotowand im Birkenwald-Look. Alles in allem ein sogenannter Eye Catcher, ein Objekt, das allein durch seine Präsenz das Auge des Menschen auf sich lenken und somit Aufmerksamkeit erregen will. Nun, das ist den Dekorateuren dieser Installation durchaus gelungen. Welcher Nordlandfan kann ohne hinzugucken daran vorüber gehen? Allein, die eigentliche Absicht der Macher, auf irgendwelche Produkte, die es zu kaufen gilt, aufmerksam zu machen, ist bei mir völlig in dies Hosen gegangen. Fragen Sie mich also bitte nicht, worum es bei dieser Werbeaktion konkret geht. Mit anderen Worten: Dieser Elch in der Migros ist ein Eye Catcher Overkill.

12. Oktober 2015

Am 25. ist (vorläufig) Schluss

Bänkli auf dem Cassonsgrat mit Blick zum Piz Dolf/Trinserhorn (Foto: M. Schlatter)


Seit dem 26. Oktober 1956 führt von Flims eine Seilbahn auf den Cassonsgrat (2644 m). Das rote Bähnchen gilt als bedeutendes Relikt aus der Zeit des touristischen Wirtschaftsaufschwungs nach den Kriegsjahren und ist sanierungsbedürftig. Weil man sich in Flims über das Wie-Weiter? der Bahn nicht hat einigen können, steht am kommenden 25. Oktober die vorläufig letzte Fahrt an. Sollte es denn bei dieser bleiben, würde ich mich gerne einmal in die bähnchenfreie Zone vorwagen, um den Cassonsgrat in Ruhe geniessen zu können und daselbst für einen geordneten Rückbau zu beten.

11. Oktober 2015

Andando

Diverse Autoren: andando – Zu Fuss von San Sebastiàn nach Gibraltar,
velvet-edition; Luzern, 2002, (vergriffen)
Alex Capus und sieben weitere Schweizer Autoren gingen einander ablösend zu Fuss die 1200 km lange Strecke durch das spanische Hinterland. Vom feuchten Norden in den ausgetrockneten Süden. Achtmal eine je andere Art des Gehens und Verstehens. «Andando» dokumentiert erzählerisch und bildlich diese Wanderung. Sinniert aber auch mit Schalk und Hintersinn dem Gehen im allgemeinen nach. Begleitet werden die Autoren von den fotografierenden Buchmachern Jürg Schaffhuser und Armin Furrer. Herausgekommen ist ein 232-seitiges, farbig bebildertes Pocketbuch. (Website der Agentur Velvet)

Endlich ein Buch, das über das Gehen in Spanien berichtet, nicht jedoch vom Jakobsweg handelt.

10. Oktober 2015

Die Sticker

Elisabeth Gerter: Die Sticker, Unionsverlag,
Zürich, 1981
Dies ist der Roman vom dramatischen Aufstieg und Niedergang der schweizerischen Stickereiindustrie. Er spielt an allen Fronten dieses Industriezweiges: in ärmlichen Stickerlokalen, in Fabriken, Exporthäusern und an der Stickereibörse. Menschen aus allen gesellschaftlichen Sphären spielen darin ihre Rolle: Fabrikanten und Exporteure, politiker und Verbandssekretäre, Arbeiter und Bauern. Vor allem aber jene Menschen, denen die unbeugsamen Gesetze des Marktes zum Schicksal werden – die Sticker.

Konjunktur und Krise, brüchiger Wohlstand und bittere Armut, Siegeszug der Maschine und Arbeitslosigkeit, Krieg und Grenzbesetzung, Versammlungen, Brückenbesetzung und Streik sind die Themen dieses Romans. In diesem Rahmen spielt sich das Leben der Stickerfamilien vor uns ab, ihre Arbeit, ihre Hoffnungen und Nöte, ihr langes dulden und schliesslich ihr Widerstand. in diesem Werk verbinden sich genaue Kenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge, eigene Erfahrung der Autorin und realistische Einfühlungsgabe.  (Klappentext)

SG: Rorschach, St. Gallen, Unteres Rheintal rund um Au, Berneck, St. Margrethen A: Vorarlberg

Elisabeth Gerter (1895–1955) wuchs in Gossau (SG) als siebtes von zehn Kindern auf. Nach einer Ausbildung als Krankenschwester arbeitet sie auch als Privatpflegerin in verschiedenen ländern Europas. 1930 heiratet sie den Kunstmaler karl Aegerter. 1934 erscheint der Roman Schwester Lisa, die realistische Schilderung der Zustände im Pflegeberuf erregt Aufsehen. Aus Jugenderinnerung und systematischen Untersuchungen entsteht der Roman Die Sticker. Neben dem journalistischen Broterwerb entstehen weitere Romane und Novellensammlungen, die alle im Selbstverlag erscheinen.

9. Oktober 2015

Kaspar Iten

Alfred A. Häsler: Kaspar Iten, Friedrich Reinhardt,
Basel, 1960
Der 1921 geborene Verfasser ist im Berner Oberland in bäuerlichen Verhältnissen aufgewachsen und lebt als Maschinensetzer in Zürich. In einem Bergdorf des Oberlandes spiel auch sein erster grösserer Roman. Er schildert den dramatischen Kampf des Dorfpräsidenten und Führers der Bauernpartei gegen einen Fabrikanten, der eine Fabrik im Bergdorf bauen will. Wohl würde dieser Neubau altes Volksgut und Naturschönheiten bedrohen; aber die Fabrik würde vielen bitter armen Bergbauern den nötigen zusätzlichen Verdienst bringen. Der Verfasser schreibt aus einer gründlichen Kenntnis der Dinge heraus und verteilt Licht und Schatten gerecht. Der Ausgang des Kampfes sei nicht verraten. – In das grosse Geschehen sind die Einzelschicksale lebenswahr und oft ergreifend eingebaut. – Alfred A. Häsler ist ein Volksroman bester Art gelungen. Seine Sprache ist kraftvoll, das Geschehen realistisch geschildert; der Verfasser aber steht tapfer zur Wahrheit und weiss um Gut und Böse. (Klappentext)

BE: Gsteigwiler (Hauptschauplatz), Lauterbrunnental, Bern

Alfred A. Häsler (1921–2009) hat 1967 mit seinem Aufsehen erregenden Werk Das Boot ist voll über die Grenzen der Schweiz hinaus Berühmtheit erlangt. Gerne werde ich zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses nach wie vor und immer wieder hoch aktuelle Buch eingehen.

8. Oktober 2015

Leuchtend nicht leuchtend

Wie war doch die analoge Fotografie verhältnismässig simpel. Man spielte ein wenig mit der Filmempfindlichkeit, Über- und Unterbelichtung oder schraubte sich irgendwelche Filter ans Objektiv. Da macht es uns die digitale Variante des Lichteinfangens bedeutend schwieriger. Man kauft sich also eine teure Kamera mit eben solchen Objektiven, geht ein erstes Mal auf Motivpirsch, kehrt voller Hoffnung zurück an den PC und ist enttäuscht. Enttäuscht von der Bildqualität. Diese will sich nämlich überhaupt nicht an die Lobeshymnen halten, die in den einschlägigen Bewertungsforen zu lesen sind. Als Fotograf beginnt man in solchen Situationen schon mal an sich selber zu zweifeln. Kamera kaufen, auspacken und unbedarft drauflos fotografieren, das war gestern. Heute gilt es, noch vor dem ersten Bild sämtliche der Dutzenden von Menüs und Untermenüs, die eine High-Tech-Kamera bietet, peinlich genau zu studieren und sich mit den Einstellmöglichkeiten und deren Auswirkungen vertraut zu machen. Ist man davon überzeugt, die Kamera für seine Hauptbedürfnisse richtig konfiguriert zu haben, geht es ans Testen. Genau dies habe ich vergangene Woche während der Mittagspause getan und ging ein wenig im Quartier spazieren. Die Resultate haben mich zuversichtlich gestimmt. Allmählich beginnen sich die Versprechen des Herstellers und die positiven Kommentare der Benutzer mit meinen Erfahrungen zu decken. Geduld und Recherche bringen Blumen, mitunter auch Rosen!







7. Oktober 2015

So weit die Knie tragen

Rory Stewart: So weit die Knie tragen, Piper,
München, 2007, (vergriffen)
«Nach Kabul? Zu Fuss? Sie müssen lebensmüde sein!» Januar 2002, unmittelbar nach dem Sturz der Taliban: Als Rory Stewart in Herat aufbricht, um Afghanistan zu durchwandern, könnten die Bedingungen nicht weniger einladend sein – das Land hat ein Vierteljahrhundert Krieg hinter sich; Unruhen und versteckte Landminen bedrohen Stewarts Fussmarsch ebenso wie der harte Winter mit meterhohem Schnee und ausgehungerten Wölfen. Doch Rory Stewart lässt sich nicht abhalten. Auf den Spuren des ersten Grossmoguls von Indien, Babur, zieht er los – mit guten Persischkenntnissen und einem Wanderstab bewaffnet und in Begleitung eines alten zahnlosen Kampfhundes, den er feierlich «Babur» tauft. Er geht abseits der Strassen, dort, wo keine Journalisten oder Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mehr hingelangen. Er überwindet fast tausend Kilometer und bis zu 4500 Meter hohe Pässe. Er lernt die einzigartige Naturlandschaft und eine vergessene Kultur kennen. Er trifft in einsamen Bergdörfern auf junge Soldaten und alte Eselsreiter, die mehr als ein Jahrzehnt von der Aussenwelt abgeschnitten waren. Er wird willkommen geheissen, verpflegt und beschützt von Menschen, denen er nicht nur diese Reise, sondern auch sein Leben verdankt.  (Klappentext)

6. Oktober 2015

Hirtettyjen kettujen metsä

Arto Paasilinna: Im Wald der gehenkten Füchse,
Bastei Lübbe, Köln, 2000
Den Finnen wird bekanntlich nachgesagt, ein bisweilen schräges Volk zu sein. Aki Kaurismäki beweist es mit seinem filmischen Werk, und die Leningrad Cowboys oder Lordi doppeln musikalisch nach. Wie aber ist es um die schreibende Zunft bestellt? Von einem deutschen Autor liess ich mir Arto Paasilinna empfehlen. Der 1942 im lappländischen Kittilä geborene Paasilinna gilt als einer der populärsten Schrifsteller Finnlands. Aus seiner Feder stammen Romane wie Der wunderbare Massenselbstmord, Vorstandssitzung im Paradies, Nördlich des Weltungergangs oder Hirtettyjen kettujen metsä, das der deutsche Buchhandel als Im Wald der gehenkten Füchse übersetzt hat. Um letzteres Werk geht es nun. Und davon handelt die Geschichte:

Der kleine Gauner Juntunen hat bei seinem grössten Coup eine enorme Menge Goldes erbeutet; seine Komplizen hat er auffliegen lassen. Doch er fürchtet, dass zumindest einer von ihnen, ein berüchtigter Mörder, ihn nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis aufspüren wird. Sicherheitshalber zieht sich Juntunen mit seinem Gold in die Einöde Nordfinnlands zurück. Dort trifft er den zum Säufer gewordenen Major Remes, der sich nach einem völlig chaotischen Manöver vom Dienst hat suspendieren lassen. Beide beschliessen, eine Zeit gemeinsam in der nordfinnischen Einöde zu verbringen: im Wald der gehenkten Füchse. (Klappentext)

Abgesehen davon, dass Paasilinna die Szenerie der Finmarkvidda derart einfühlsam und authentisch beschreibt, und man sich als Leser sogleich in die unergründliche Weite jenseits des Polarkreises versetzt fühlt, tischt uns der Autor tatsächlich eine sehr schräge Story auf. Was die vermeintliche Einsamkeit an landschaftlicher, zwischenmenschlicher und krimineller Dramatik zu bieten hat, scheint unglaublich. Hierbei kommt die finnische Armee ebenso ihr Fett weg, wie die Sozialbehörde, die versucht, die älteste Samin ihres Stammes anlässlich ihres 90. Geburtstages mit vermeintlicher List in ein Altersheim zu lotsen. Vergeblich. Statt dessen schlägt sich die rüstige Frau durch Nacht und Eis und landet ausgerechnet bei den zwielichtigen Bewohner im Wald der gehenkten Füchse. Und als Major Remes in Stockholm gar zwei Prostituierte nach Lappland ordert und diese, ausgerüstet mit sämtlichen, dem Milieu entsprechenden Rafinessen auch tatsächlich anreisen, dann verkommt die Szenerie endgültig zum skurrilen Setting im Rentierland. Kein Wunder, dass der Der 1983 erschienene Roman 1986 verfilmt wurde, wie übrigens die meisten von Paasilinnas Romanen.

S: Stockholm N: Oslo USA: Florida, New York FIN: Vehmersalmi, Rovaniemi, Pulju, Kittilä, Kaamanen, Utsjoki, Sevettijärvi, Juha-Vainaan-Maa

5. Oktober 2015

Späte Freude

«Was macht eigentlich der Gipfel des Jahres?», wurde ich kürzlich gefragt. Gute Frage, dachte ich und antwortete, dass ich in den vergangenen Jahren die Idee wegen anderer Projekte vernachlässigt hätte. Dieser besonderen Gipfel-Absenz habe ich mich soeben erinnert und nachgeschaut, welche Gipfel ich denn in letzter Zeit verpasst habe. Gipfel-des-Jahres-Unkundigen muss ich kurz erklären, worum es eigentlich geht. Seit 2008 hege ich die Absicht, jeweils einen Gipfel zu besteigen, der dieselbe Höhe aufweist wie das laufende Jahr. Doch leider brach die Serie nach 2010 ab, als ich zweimal den Wiesenberg (1005 m) bestieg. Das Problem in diesem Jahr war, dass es in der Schweiz keinen Berg mit der Höhe von 2010 m gibt. Gut, dies stimmt nicht ganz, aber ich schweife ab.

Als ich nun nachschaute, was denn 2014 für Gipfel in Frage gekommen wären, bekam ich eine Gänsehaut. Unter den möglichen Kandidaten befand sich nämlich der Arvigrat (OW/NW). Und voilà, auf genau dieser Erhebung stand ich anno 2014! Diese späte Erkenntnis wird zur nachträglichen Freude, die ich sogleich in die Planung der anstehenden Gipfel des Jahres investierte.

Der Arvigrat (NW/OW) und sein höchster Punkt in der rechten Bildhälfte


Und hier sind die Gipfel des Jahres für die kommende Zeit:

2015: Tête de Clé (BE/VD), 2015 m
2016: Le Curtillet (FR), 2016 m
2017: Glännli (SG), 2017 m
2018: Madone (TI), 2018 m
2019: Laseberg (BE), 2019 m
2020: Chli Achslenstock (SZ), 2020 m

Für neuen Wanderstoff ist also gesorgt. Tête de Clé, halte dich bereit, ich komme bald!

4. Oktober 2015

Neulich in 2607



Cortébert (BE). Ein wenig Wunschdenken schwingt schon auch mit, im schönen Berner Jura.

3. Oktober 2015

Die Koordinate – die Ausrüstung

Wandern mit Projektcharakter hat sehr viel mit Logistik zu tun. Was zum Beispiel ein Unterfangen wie Die Koordinate an Material benötigt, sei nachfolgend dokumentiert.


Verwendete Blätter Landeskarte der Schweiz 1:25'000
1065     Bonfol
1085     St-Ursanne
1105     Bellelay
1125     Chasseral
1145     Bielersee/Lac de Bienne
1165     Murten/Morat
1185     Fribourg/Freiburg
1205     Rossens
1225     Gruyères
1245     Château-d'Oex
1265     Les Mosses
1285     Les Diablerets
1305     Dent de Morcles
1325     Sembrancher
1345     Orsières
1365     Grand St-Bernard

Die Planung der Route erfolgt am Computer anhand der SwissMap 25 von swisstopo. Anschliessend wird die Route mit Bleistift auf der Landeskarte 1:25'000 eingezeichnet. Gleichzeitig können manuelle Korrekturen aus der digitalen Version vorgenommen werden, da meine papiernen Karten zum Teil aus den 80er-Jahren stammen. Papierne Karten sind jedoch nach wie vor die besten Orientierungshilfen im Gelände, nicht zuletzt dank der Robustheit des Materials. Ergeben sich auf der Wanderung Kursänderungen, wird die digitale Route nachträglich korrigiert.

Grundausrüstung für alle Etappen
–    1 Rucksack mit 32 Litern Inhalt von Osprey
–    1 Wasserdichter Kleidersack von Ortlieb
–    1 Fotokamera Lumix LX5
–    1 Bereitschaftstasche für Kamera
–    1 Ersatzakku für Kamera
–    1 Kleinstativ von Hama
–    1 Taschenmesser mit integriertem Höhenmesser von Victorinox
–    1 Spiegelkompass von Recta
–    1 iPhone 5 von Apple
–    1 Notizbuch
–    1 Set Kugelschreiber, Bleistift, Spitzer, Radiergummi
–    1 Rolle Toilettenpapier wasserdicht verpackt
–    1 Kleines Erste-Hilfe-Set in wasserdichtem Behälter
–    1 Synthetisches Unterleibchen
–    1 Sonnenbrille
–    1 Sonnenhut
–    1½ Liter Wasser
–    1 Generalabonnement
–    1 Portemonnaie
–    1–2 Blätter der Landeskarte 1:25'000
–    1 Wasserdichte Kartentasche von Ortlieb
–    1 Wasserdichte Dokumentenhülle von Ortlieb
–    1 Beutel für iPhone und Schreibwerkzeug
–    1 Feuerzeug
–    1 Taschenbuch zur Lektüre während der Anreise
–    1 Lesebrille
–    1 Zwischenverpflegung in Kunststoffbehälter
–    1 Sonnencreme
–    1 Taschentuch
–    T-Shirt und/oder Langarmhemd
–    1 Fleece-Jacke
–    1 Gore-Tex-Jacke mit Kapuze
–    1 Trekking-Hose
–    1 Paar Wanderschuhe

Zusätzlich bei regnerischem und kühlem Wetter sowie im Gebirge
–    Gore-Tex-Regenhut von Outdoor Research
–    1 Stirnband
–    1 Rettungsdecke
–    1 Paar Handschuhe
–    1 Gore-Tex-Regenhosen von The North Face
–    1 Paar Teleskop-Trekkingstöcke

Zusätzlich auf Mehrtagesabschnitten mit Hüttenübernachtung
–    1 Seidenschlafsack
–    1 Hygienebeutel mit Zahnbürste, Zahnpasta, Duschmittel, Oropax
–    1 Paar Sandalen der Marke Teva
–    1 Set Ersatzunterwäsche
–    1 Paar Ersatzsocken
–    1 Stirnlampe
–    1–2 Zwischenverpflegungen

2. Oktober 2015

Das Wort zum Wochenende


Ultreïa – immer weiter!

Ueli Brunner: Ultreïa – immer weiter! Ultreia
Verlag, Zürich, 2000
Zu Zehntausenden pilgern sie zu Fuss nach Santiago de Compostela und Jahr für Jahr nimmt die Zahl der Jakobspilger zu. Aus ganz Europa führen sie die Jakobswege zusammen, und gemeinsam gehen sie dem legendären Grab des Apostels entgegen. «Ultreïa» ist ihr Gruss, der in allen Sprachen Eingang gefunden hat. Der Pilgergruss drückt die Sehnsucht aus, die diese Wandervögel motiviert, die langen Distanzen zu gehen – immer weiter!

Viele suchen Gott auf der Reise, andere sich selbst oder die Grenze ihrer psychischen und physischen Belastbarkeit. Ueli Brunner sucht nichts von dem, findet aber auf seiner Reise, die über zehn Monate dauert und sich über mehr als 5000 Kilometer hinzieht, trotzdem vieles, was dem Sesshaften verborgen ist.

Wer seine beiden Bücher «Madonna auf der Strasse» und «Das Kainsmal» gelesen hat, ist mit seinem Vagabundenleben bereits vertraut. Diesem Leben bleibt der Autor auch in seinem dritten Buch treu. Er verdient sich den Lebensunterhalt als Pilger mit der Strassenmalerei, ernährt sich weitgehend von den Früchten des Feldes, pflückt die Freuden des Tages und teilt die Einsamkeit der Nacht mit Igeln, Pilgerinnen und Clochards.

Unterwegs begegnet Ueli Brunner einem alten Bekannten, der sich wieder und wieder in seinen Weg stellt, ihn mit unangenehmen Fragen konfrontiert und ihm eine Welt eröffnet, der sich der Autor zu verschliessen versucht. Die Begegnungen und Gespräche mit diesem Alten bringen eine phantastische Komponente in einen Reisebericht, der die Freuden und Sorgen eines ungebundenen Lebens auf der Strasse wirklichkeitsnah vermittelt. (Klappentext)