18. Februar 2019

Wanderchronik 2019

17.02.  Staffelbach – Schmidrued – Beinwil am See • 19,3 km • Fotos
15.02.  Yvonand – Nuvilly – Granges-Marnand • 23,1 km • Fotos
13.02.  Grandcour – Cugy – Granges-Marnand • 22,0 km • Fotos
12.02.  Morges – Lussy-sur-Morges – Allamand • 15,0 km • Fotos
10.02.  Erlenbach – Witikon – Stettbach • 17,0 km • Fotos
02.02.  Yverdon – Valeyres-sous-Rances – Orbe • 21,2 km • Fotos
27.01.  Seelisberg – Bauen – Flüelen • 15,2 km • Fotos
19.01.  Eggiwil – Chapf – Signau • 14,8 km • Fotos
12.01.  Riethüsli – Sturzenegg – Gossau • 13,1 km • Fotos
05.01.  Arvigo – Castaneda – Cama • 13,0 km • Fotos
01.01.  Nennigkofen – Leuzigen – Rüti b. Büren • 13,8 km • Fotos

14. Februar 2019

13. Februar 2019

Vom Armenhaus zum Sehnsuchtskanton

René P. Moor (Herausgeber): Alpensüdseiten – Reiseberichte aus dem Tessin, Edition Wanderwerk, 2019


Wer träumt nördlich der Alpen in der Winterzeit nicht ab und zu vom Süden? Und weshalb ist dies so? Was lockt uns immer wieder in die Gefilde jenseits des Gotthards? Dass dieses Brennen für das Mediterrane in der Schweiz nicht erst im 20. Jahrhundert aufkam, dokumentiert mein neustes Werk, das soeben erschienen ist. Alpensüdseiten heisst es und vereint Berichte von Tessin-Reisenden der letzten drei Jahrhundert. Das Buch verdeutlicht auf beeindruckende Art, dass das Land zwischen Airolo und Chiasso einst arg untendurch musste – wirtschaftlich und politisch.

Das Buch ist ab sofort in der Edition Wanderwerk erhältlich.

Hagacherweg


12. Februar 2019

Der Mord an Beat Gyger

Franziska Streun: Mordfall Gyger, Zytglogge,
Oberhofen, 2013
Auf dem Budenplatz wurde Beat Gyger zuletzt gesehen. Es war Pfingstsamstag, 9. Juni 1973, in Thun. Am nächsten Morgen fanden zwei Reiterinnen den Leichnam des 14-Jährigen. Im Lindenbachgraben bei Mamishaus in der Nähe von Schwarzenburg. Sein gewaltsamer Tod bewegte die Menschen und tut es heute noch. Der Fall beschäftigte schweizweit die Medien. In der Fernsehserie «Aktenzeichen XY ungelöst» wurde noch gut ein Jahr später nach den Tätern gesucht. War es eine Abrechnung wegen eines Mofadiebstahls? Wollten Pädosexuelle dem Jüngling eine Lektion erteilen? Wurden Ermittlungen in die Irre geführt? War der Fluch der Zigeunerin schuld? Wurde ein Skandal grösseren Ausmasses vertuscht? «Mordfall Gyger» nimmt die Leserinnen und Leser 40 Jahre später auf eine Spurensuche im ungeklärten Tötungsdelikt mit. Sie führt von Thun übers Eriz bis nach Basel und bringt Mysteriöses und längst Vergessenes zutage. (Klappentext)

Die Thuner Journalistin Franziska Streun lässt den Rebell im Wechsel zwischen Realität und Fiktion anhand seiner Originalkorrespondenz und eines fiktiven, intimen Tagebuches aufleben. Die Lektüre hinterlässt bei mir einen schalen Nachgeschmack und viele offene Fragen, was die Ermittlungen der Kriminalpolizei betrifft. Sehr bedauerlich ist auch, dass der Autorin der Zugang zu den Akten «aus rechtlichen Gründen» verweigert worden ist. Bernhard Gyger, der Bruder von Beat meint dazu im Buch:

«Mich ärgert, dass der Datenschutz in den letzten Jahren in der Schweiz zu einem Täterschutz mutiert ist. Die Angst, einen Unschuldigen zu verdächtigen und Formfehler zu machen, ist grösser als der Drang, die Wahrheit zu suchen und Täter zu finden. Zudem sterben im Fall des ungeklärten Mordes an meinem Bruder mit jedem Jahr mehr Betroffene, Mitwisser und Täter.»

Haldenweg


11. Februar 2019

Hallerstrasse

Johannes Haller wurde 1487 in Wil (SG) geboren. Während seines Studiums in Erfurt lernte er unter anderem Martin Luther kennen. 1509 kehrte Haller in die Schweiz zurück und wurde zum Priester geweiht. 1510 Helfer in Schwyz, anschliessend Lesemeister im Kloster Interlaken, Helfer in Zweisimmen, Pfarrer in Scherzligen (Thun) und 1520 in Amsoldingen. Wegen seiner Neigung zur Reformation wurde er vertrieben, worauf er 1527 Helfer in Zollikon und 1528 Pfarrer in Bülach war. Als engagierter Vertreter der zwinglianischen Reformation verhandelte Haller erfolgreich mit den Täufern in Bülach, nahm an den Disputationen mit Balthasar Hubmaier in Zürich und 1528 an der Berner Disputation teil. Johannes Haller fiel am 11.10.1531 in der Schlacht von Kappel am Albis.

10. Februar 2019

Bergfest

Werner Schmidli: Bergfest, Cosmos,
Muri, 2004
Wie konnten sie es ihm heimzahlen? Diesem adrett angezogenen Mann, den sie nun um Kopfeslänge überragten, den sie einst gefürchtet und gehasst hatten und mit dem sie nun einen kumpelhaften Händedruck wechselten. Ein leichter Stoss hätte genügt, wacklig wie die Holzbrüstung war. Er war ihr Mathematik- und Sportlehrer gewesen, das würden sie nie vergessen können. «Willst du eine mit der Linken oder mit der Rechten?» Dann hatte er zugeschlagen. «Macht die Kerze und grätscht die Beine!» Dann hatte er ihnen in die Turnhosen geguckt. Doch jetzt gingen sie zu einem Tisch: Fünf erwachsene Männer, die sich unterhalten und vergnügen wollten in reiner Luft auf 2436 Meter Höhe im monotonen Gesang der Wildbäche unter einem wolkenlosen Himmel. Der Wirt servierte Urner Bergkäse, dazu Holzofenbrot. Schauplatz des Fests ist das Hotel auf der Furkapasshöhe. Im Vestibül gibts ausgestopfte Tiere: Bergdohlen, Adler und Gämse, in den Zimmern Wasserkrüge mit Waschschüsseln, Nachttöpfe, Betten mit dicken Duvets und gestickten Leintüchern, der Speisesaal sieht aus wie in einem Fernsehfilm von Rosamunde Pilcher. (Klappentext)

UR: Andermatt, Furkapass, Hotel Furkablick, Schöllenenschlucht, Urserental

6. Februar 2019

Flattermann

Hansjörg Schneider: Flattermann,
Ammann, Zürich, 1995. 2011 neu
aufgelegt bei Diogenes, Zürich
Basel, die Stadt am Rheinknie, die Chemie-Metropole, ist wiederum Schauplatz eines Romans um den aus «Silberkiesel» bekanntgewordenen Kriminalkommissär Peter Hunkeler.

Es ist Sommer, Ferienzeit, Peter Hunkeler verbringt seinen Urlaub zu Hause. Täglich begibt er sich ins Rheinbad St. Johann, geniesst es, dass die Basler sich an den Stränden der Welt wie Hering an Hering bräunen und die Stadt den Einzelgängern überlassen haben. In dieser sommerlichen Stimmung gibt sie den Zurückgebliebenen ihre Poesie preis und offenbart einen friedlichen Charme, der in der üblichen Hektik des Alltags verlorengeht.

Da, Hunkeler nimmt aus den Augenwinkeln wahr, dass von der nahen Johanniterbrücke ein Mann in den Rhein springt. Flatternd stürzt er ins Wasser, einer, der den Tod sucht und doch am Leben bleiben will. Hunkeler, wie gebannt, unfähig, sich zu bewegen, verfolgt mit dem Blick das treibende, auf- und abtauchende Bündel. Weiter stromab wird es vom Matrosen eines Frachtkahns aus dem Wasser gezogen. Hunkeler sieht die Leiche, offensichtlich ein Selbstmord. Doch war es tatsächlich einer? Hunkeler zweifelt, ihn interessiert das Schicksal dieses Menschen, und so geht er den Spuren des Flattermanns nach.

Hansjörg Schneider evoziert mit seinem stimmungsvollen Erzählen die sommerliche Atmosphäre seiner Stadt, er entführt den Leser in das Leben seines Flattermanns und öffnet ein Panoptikum des Gewöhnlichen, das uns nicht mehr loslässt. (Klappentext)

BS: Stadt Basel SO: Bärschwil F: Elsass (Sundgau)

3. Februar 2019

Die Liszt-Schülerin aus Valeyres-sous-Rances

Montcherand, Sergey, Valeyres-sous-Rances, Mathod, Suscévaz: Sollten dir diese Ortsnamen nichts sagen, liebe Leserin, lieber Leser, ist dies kein Grund zur Unruhe. Die Waadtländer Geografie gehört nun mal nicht zur Allgemeinbildung der Deutschschweizer. Dass nun wenigstens mir diese fünf Dörfer seit gestern ein Begriff sind, habe ich der Besessenheit zu verdanken, sämtliche Gemeinden der Schweiz zu durchstreifen.

Ich ging von Yverdon nach Orbe. Der Nebel waberte über die abgeernteten Felder. Ein seltsamer Geruch von faulendem Gemüse machte sich breit. Die Sichtweite betrug lediglich ein paar hundert Meter. In leicht höheren Lagen stapfte ich durch nassen Schnee. Haargenau in der Streckenhälfte, ich hatte 10,6 km hinter mir, tauchte am Dorfrand von Valeyres-sous-Rances ein Schlösschen auf. Eines jener Sorte, die im Waadtland in Hülle und Fülle anzutreffen sind.

An der Schlösschenmauer hing eine Tafel, die auf eine gewisse Valérie de Gasparin-Boissier hinwies. Die Frau lebte von 1813–1894 in Genf, Paris und eben diesem Valeyres-sous-Rances. Ab dem 15. Lebensjahr nahm sie bei Franz Liszt in Paris Klavierstunden, musste jedoch nach zwei Jahren einsehen, dass ihre Stärken im Schreiben lagen.

Valérie de Gasparin (1813-1894)


Nach dem Tod ihrer Mutter 1836 beteiligte sich de Gasparin an der Westschweizer Erweckungsbewegung und heiratete 1837 den französischen Grafen Agénor Étienne de Gasparin. Im Laufe ihres Lebens verfasste die engagierte Frau mehr als 80 literarische und publizistische Werke, vor allem zu religiösen Themen. Ein zentrales Anliegen war ihr die Unauflöslichkeit der Ehe nach den Geboten des Christentums. Gemeinsam mit ihrem Gatten lebte sie ab 1847 in Valeyres-sous-Rances und beteiligte sich an dem Aufbau des Internationalen Roten Kreuzes von Henry Dunant.

Ab 1859 kämpfte sie im Namen der persönlichen Freiheit gegen das Diakonissenwesen, dem sie katholisierende Tendenzen vorwarf, und 1859 gründete sie mit ihrem Mann in Lausanne die École normale de gardes-malades, die erste nichtkirchliche Schule für freie Krankenpflegerinnen, aus der die heutige Klinik und Schule La Source entstanden ist. Weitere Ziele ihrer polemischen Kritik waren die Sklaverei im Allgemeinen, die Korruption im Staat und die französische Kriegspartei.

So neblig und garstig die äusseren Bedingungen dieser Wanderung durch die waadtländische Provinz waren, umso lehrreicher empfand ich die bescheidene Plakette am Eingang zum Schlösschen von Valeyres-sous-Rances. Die Bilder zu dieser Wanderung gibt es hier.

1. Februar 2019

Tellereisen

Walther Kauer: Tellereisen, Benziger,
Zürich, 1979. 2002 neu aufgelegt im
Lenos Verlag, Basel
Tellereisen: Eine mörderische Raubtierfalle, aus der sich das gefangene Tier nur befreien kann, wenn es sich die eigene Pfote abfrisst. Walther Kauers gleichnamiger Roman erzählt die Geschichte des Journalisten und Schriftstellers Martial, den es ins Bergell verschlagen hat. Im Auftrag des Rundfunks recherchiert er in einheimischen Archiven über die Historie des Bündner Tals zur Zeit des Dreissigjährigen Kriegs. Von den Einheimischen als Fremdling angefeindet und unter den Nachwirkungen einer unglücklichen Beziehung leidend, stürzt er sich mit Verbissenheit in die Arbeit. Er stösst dabei auf die Geschichte einer Gruppe von Aufständischen, die, einst bewundert, als Geächtete enden. Als Ketzer angeklagt und verurteilt aufgrund von Schuldgeständnissen, die unter brutalster Folter erzwungen wurden, werden sie schliesslich hingerichtet.

Fasziniert vom Schicksal der Aussenseiter, gerät Martial zunehmend in den Bann der Vergangenheit. Auch der Mythos über einen dreibeinigen Wolf, der sich aus einem Tellereisen befreien konnte, lässt ihn nicht mehr los. Martial nimmt die Sage in seinen Report auf, sieht er doch in ihr ein Symbol für seine Situation. Gleichzeitig sondert er sich mehr und mehr von der Dorfgemeinde ab, bis er schliesslich selbst zum einsamen Wolf wird – gefangen in der eigenen Geschichte.
(Inhaltsangabe zum Buch)

GR: Bergell

31. Januar 2019

Hirzenlaassweg



Einer der wenigen, von der Post nicht erfassten Wege, die in der Gemeinde Thun über ein Namensschild verfügen. Der Hirzenlaassweg befindet sich im Grüsibergwald unterhalb von Goldiwil.

30. Januar 2019

Hodelgasse



Anlässlich meiner Begehung sämtlicher Strassen, Wege und Pfade der Gemeinde Thun habe ich auch alle Strassenschilder fotografiert. In dieser Serie unter dem Label «Thun total» präsentiere ich das Resultat. Hinter einigen Strassennamen verbergen sich interessante Geschichten, auf die ich an dieser Stelle gerne näher eingehe.

28. Januar 2019

Rund um den Annapurna

Andrew Stevenson: Rund um den
Annapurna, Frederking + Thaler,
München, 2001 (vergriffen)
Das gewaltige Annapurna-Massiv im Himalaja ist Ziel vieler Trekkingreisender. Andrew Stevenson hat die Bergregion umrundet. Voller Humor und Ironie betrachtet er sich selbst und die anderen zum Teil skurrilen Wanderer aus aller Welt. Die zweimonatige Tour durch die imposante Bergregion mit seinen freundlichen tiefgläubigen Bewohnern wird allmählich zu einer inneren Reise. Ein amüsantes und gleichzeitig nachdenkliches Buch. (Klappentext)

27. Januar 2019

Zu Fuss

Johann-Günther König: Zu Fuss, Reclam,
Stuttgart, 2013
Millionen Jahre nur zu Fuss und 1900 Jahre beinahe nur zu Fuss, ist der Mensch mittlerweile fas gar nicht mehr zu Fuss unterwegs. Das Zufussgehen, so scheint es, ist in unserem von der Allgegenwart mechanischer Transportmittel geprägten Alltag eine anachronistische Art der Fortbewegung, die nur noch dann gewählt wird, wenn das Geld knapp oder die zu überbrückende Distanz kurz ist, der Arzt es empfohlen hat oder eine Naturkatastrophe dazu zwingt.

Johann-Günther König widmet sich nach der «Geschichte des Automobils» in seinem neuen Buch dem Gehen und geht dafür weit in die Geschichte zurück. Er macht dabei den homo sapiens als Fussgänger kenntlich, dessen grosse Zeit womöglich kurz vor dem Wiedereintritt steht, denn: das Öl geht zur Neige. (Klappentext)

26. Januar 2019

Hofstettenvaganten

Lydia Portmann: Hofstettenvaganten,
Zytglogge, Bern, 1992 (vergriffen)
Um den kleinen 3-Zimmer-Wohnungen zu entfliehen, bot sich den «Hofstettenvaganten» – wie die Jugendlichen des Kreises despektierlich genannt wurden – die Strasse, die Aare, die Wälder als Spielplätze an, auch das Städtchen Thun. Im Sommer genossen sie Ellbogenfreiheit draussen in der Natur «wie dem Pferch entsprungene Tiere». Die Hofstettenkinder klauten Früchte, fischten illegal, randalierten, und dies vielmals, um sich für die Entbehrungen im Winter zu entschädigen. Der Wirtschftszusammenbruch von 1929 schleuderte die Familie des Dienstmanns Nr. 1 vom Bahnhof Thun in bittere Not; denn Thun war als feudaler Fremdenverkehrsort passé, die internationalen Gäste blieben aus.

Die Autorin hat die Zeit von 1929–1939 auf einen Jahreszyklus verdichtet. Sie zeigt exemplarisch, wie hilfsbereit die Menschen des Quartiers miteinander umgingen, wie die Krise sie drückte, aus Arbeitslosen Säufer machte und vielen vorzeitig den Tod brachte, so auch ihrem Vater. Wie prägend die Jahreszeiten waren, was Armut bewirkte, vorallem im Winter, vor dem sich ihre Eltern fürchteten, zeigt Lydia Portmann genau auf. Den Luxus der Grand Hotels, des Kursaals, durchschauten die Jugendlichen schnell. Sie wussten, dass sie auf der Kehrseite der Medaille standen.

Vom Proletarierknacks geprägt, nahmen die meisten das Untendurchgehen-Müssen als unabänderlich an. Als jüngstes und einziges der sieben Kinder besuchte die Autorin die Sekundarschule, sie beobachtete in der Folge mit geschärfter Distanz ihre Geschwister, die Mutter und ihre Sippe, eine wilde Emmentalerbande, zu deren Leben Magie ganz selbstverständlich gehörte. Rebellisch lehnte sie sich gegen die Frauenrolle der dreissiger Jahre auf. (Klappentext)

BE: Stadt Thun, insbesondere Hofstettenquartier

22. Januar 2019

Holi Mäz


Die offizielle Bezeichnung des Weges am Schlossberg in Thun lautet Hohle Messe.

21. Januar 2019

Menschen am Schnebelhorn

Otto Schaufelberger: Menschen am
Schnebelhorn, Verlag Druckerei Wetzikon,
1942
Dieses 400seitige Heimatbuch hat seinen Weg ins Volk hinaus schon vor zehn Jahren angetreten. Trotzdem ist es keineswegs veraltet, weil es an keine Zeit gebunden ist. Es hat in den verflossenen Jahren ohne grosse propagandistische Empfehlungen über 10.000 Abnehmer gefunden. Im Zürcher Oberland geniesst es beinahe in jedem Haus Gastrecht.

Obwohl dieses Tagebuch des Schulmeisters von Strahlegg ein Zürcher Oberländer Buch ist, wird es auch in andern Regionen der Schweiz mit demselben Interesse, mit der gleichen Hingabe gelesen und verschlungen wie in Zürich und Winterthur. Ein Strom erfrischender Berg- und Waldluft rauscht aus diesem Buch. Zahlreiche kernige Lebensweisheiten vertiefen den Inhalt und goldig ist der Humor, der sich aus jedem Kapitel in Fülle ergiesst. Verschiedene Menschentypen sind derart ulkig-derb oder dann wieder so charakteristisch scharf profiliert, dass man sie lieb gewinnt und sie wie gute Bekannte nicht mehr vergisst. Stehe nun die Liebe, eine menschliche Schwäche oder die Kraft und Gradheit eines urchigen Berglers im Vodergrund – immer ist es gesunde Kost, was uns der Verfasser auftischt. (Klappentext)

SG/ZH Schnebelhorn und Umgebung

Otto Schaufelberger, geboren am 21.1.1901 in Rüti (ZH), gestorben am 21.3.1987 Bottighofen, besuchte in Küsnacht (ZH) das  Lehrerseminar. Ab Beginn der 1920er Jahre war er Primarlehrer an verschiedenen Schulen im Zürcher Oberland, zuletzt in Uster. Schaufelberger erreichte als Dichter und Schriftsteller Bekanntheit. Er verfasste Romane («Menschen am Schnebelhorn», «Die braune Brandung», Kurzgeschichten und Anekdoten («Vom Bachtel- bis zum Eiffelturm»), Heimatbücher (u.a. «Das Zürcher Oberland»), Gedichte, elf Mundartbändchen sowie rund 50 Festspiele. Die Pflege der Mundart des Zürcher Oberlandes war ihm ein besonderes Anliegen. 1942 und 1975 erhielt er vom Kanton. Zürich eine Ehrengabe sowie 1960 eine Anerkennungsgabe.

11. Januar 2019

Mit dem Einkaufswagen quer durch Australien

Christian Zimmermann: TransAustralia,
Tredition Hamburg, 2017
Es hört sich unglaublich an, was der Schweizer Fotograf Christian Zimmerman auf seiner viermonatigen Reise erlebt hat. Fest entschlossen, den roten Kontinent zu Fuss zu durchqueren, macht er sich im Frühling 2016 nach Australien auf. Im Gepäck hat er nur seine Camping- und Fotoausrüstung, sowie eine riesengrosse Abenteuerlust. Ohne Begleitfahrzeug will er die 3059 Kilometer von Darwin bis nach Adelaide ganz alleine zu Fuss meistern. Lange hat er sich überlegt, wie er das gesamte Equipment transportieren könnte, denn alles in einem Rucksack zu trägen wäre viel zu schwer. Eine Lösung ist schnell gefunden: ein Einkaufswagen!

Ein passendes Modell ist ruckzuck organisiert und wird leicht modifiziert. Mit dreissig Liter Wasser und Proviant für eine Woche startet Christian Zimmermann seinen Höllentrip durch Down Under. 34 Grad im Schatten, kombiniert mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit, machen die ersten Marschtage zu einer Qual. Bis zu sieben Liter Flüssigkeit schüttet er täglich in seinen Körper. Schon am fünften Tag muss er eine Ruhepause einlegen, um seine geschundenen Füsse pflegen zu können. Doch er ist sich bewusst, wenn er die ersten zwei Wochen durchhält, wird er es auch bis ganz in den Süden schaffen!

Mit einem Einkaufswagen unterwegs, fällt er als einziger Fussgänger auf der Strasse extrem auf. So kommt es fast tagtäglich zu ungewöhnlichen Begegnungen. Die Menschen, die er trifft, sind manchmal lustig oder langweilig, aufdringlich oder seltsam, aber vielfach nur herzlich und hilfsbereit.

In seinem humorvoll geschriebenen Tagebuch berichtet Christian Zimmermann von den grossen und kleinen Abenteuern, die er auf den insgesamt 105 intensiven Marschtagen bewältigen muss. (Klappentext)