17. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 17

Eine Stunde unterhalb von Brig, bei Gamsen, wandten wir uns rechts von der Hauptstrasse ab über eine hölzerne Brücke ans rechte Ufer der Rhone, um im Vorbeigehen das Brigerbad zu besuchen, welches wir, nach langem, vergeblichem Aufsuchen, endlich wider Erwarten in einer sumpfigen Gegend, an dem kahlen, von Felsstürzen bedrohten, rechtseitigen Talhang angelehnt, in zerfallenem Zustand fanden. Der schmale Fussweg dahin geht an einigen Stellen zwischen senkrecht ansteigenden Felsen zur Rechten und der Rhone zur Linken durch und stand jetzt gerade unter Wasser, so dass wir mühsam über die Felsen hinwegkriechen mussten, um nicht im trüben Wasser zu waten. Das Badewasser selbst, das an Temperatur und Geschmack demjenigen des Leukerbades ähnlich ist, liegt gespannt in einer natürlichen Felsenkluft, die, gleich einem Bergwerksstollen horizontal, nur wenig abwärts, in die Felswand hineinläuft, und wo ein Mensch gerade Raum genug hat, um in das jederzeit bereitstehende Bad, so weit es ihm beliebt, unter die Felsen hineinzuspazieren. Schon beim Eingang ist das Wasser von starker Badewärme, und je tiefer man unter die Felsen eindringt, desto wärmer wird es, und soll noch tiefer hinein in der Kluft wirklich brennend heiss sein. Nur ärmere Leute kommen her, entkleiden sich vor der Kluft und kriechen hinein, bis wo es dunkel ist. Wohlhabendere lassen sich das Wasser in eine nahe Hütte und in da befindliche Badekasten tragen, und wenn es erkaltet ist, mit warmem wieder auffrischen. Dieses Bad soll für mehrere Krankheiten sehr wohltätig sein und aus den umliegenden Ortschaften häufig besucht werden.
Fortsetzung folgt

16. August 2019

Wanderchronik 2019

Thun Martinstrasse – Uetendorf #8 • 8,0 km • Fotos
Schaner Alp – Malbun – Buchs (SG) • 13,4 km
Trübbach – Kurhaus Alvier – Schaner Alp • 8,6 km • Fotos
Pas de Cheville – Solalex – Gryon • 9,9 km
Ardon – Derborence – Pas de Cheville • 18,9 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #7 • 7,4 km • Fotos
Malanseralp – Heidelpass – Weisstannen • 9,6 km • Fotos
Vättis – St. Martin – Malanseralp • 13,6 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #6 • 7,6 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #5 • 8,4 km • Fotos
Bad Ragaz – Bad Pfäfers – Bad Ragaz • 12,6 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #4 • 6,8 km • Fotos
Grosse Scheidegg – First – Grindelwald • 12,6 km • Fotos
Dietfurt – Alplisattel – Wattwil • 16,7 km
Bière – St-Oyens – St-George – Bière • 23,7 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #3 • 6,1 km • Fotos
Rietwis – Fuchsacker – Schönengrund • 17,1 km
Sumiswald – Schwarzenegg – Zollbrück • 10,7 km • Fotos
Riein – Pitasch – Peiden Bogn • 12,7 km • Fotos
Rueun – Ilanz – Riein • 13,6 km • Fotos
Eggiwil – Blapbach – Trubschachen • 11,9 km • Fotos
Busswil – Grossaffoltern – Dieterswil • 13,2 km • Fotos
Schüpfen – Wiler – Worben • 18,1 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #2 • 8,8 km • Fotos
L'Isle – Cottens (VD) – Morges • 19,0 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf #1 • 7,1 km • Fotos
Montpreveyres – Villars-Mendraz – Bercher • 20,5 km
Thun Bahnhof – Rabenfluh – Thun Bahnhof • 8,5 km • Thun total
Münchenbuchsee – Jetzikofen – Hinterkappelen • 15,3 km • Fotos
Lucens – Hermenches – Mézières • 20,7 km • Fotos
Fey – Donjon des Brigands – Lucens • 21,4 km • Fotos
Thun Bahnhof – Obere Wart – Thun Bahnhof • 7,8 km
Horgen – Sihlbrugg – Edlibach • 13,9 km • Fotos
Eigerplatz – Thun Bahnhof • 7,8 km • City Ticket ThunFotos
Wil – Chranzebärg – Kirchberg • 15,0 km • Fotos
Lerchenfeld – Thun Bahnhof • 8.5 km • Thun totalCity Ticket Thun

Niederbauenstock (NW) von Seelisberg aus betrachtet. Tour vom 27.01.2019.


  Frick – Effingen – Thalheim • 20,0 km • Fotos
Steffisburg Flühli – Thun Bahnhof • 4,2 km • City Ticket Thun
Le Bois Blanchard – Chêne-Bourg – Troinex • 17,8 km
Hermance – Foncenex – Le Bois Blanchard • 15,5 km
Gwatt Deltapark – Thun Bahnhof • 4,8 km • City Ticket Thun
Weinfelden – Napoleonturm – Ermatingen • 18,6 km
Locarno – Contra – Tenero • 10,4 km
San Nazzaro – Magadino – Gudo • 15,2 km
Giumaglio – Maggia – Gordevio • 9,1 km
Intragna – Verscio – Locarno • 11,6 km
Orbe – Romainmôtier – L'Isle • 22,2 km • Fotos
Trübbach – Rechtes Rheinufer – Haag • 19,4 km • Fotos
Wabern – Dählhölzli – Belpmoos • 8,8 km • Fotos
Allmendingen RAZ – Thun Bahnhof • 4,0 km • City Ticket Thun
Rüthi (SG) – Ruggeller Riet – Haag • 16,3 km • Fotos
Staffelbach – Schmidrued – Beinwil am See • 19,3 km • Fotos
Yvonand – Nuvilly – Granges-Marnand • 23,1 km • Fotos
Grandcour – Cugy – Granges-Marnand • 22,0 km • Fotos
Morges – Lussy-sur-Morges – Allamand • 15,0 km • Fotos
Erlenbach – Witikon – Stettbach • 17,0 km • Fotos
Yverdon – Valeyres-sous-Rances – Orbe • 21,2 km • Fotos
Seelisberg – Bauen – Flüelen • 15,2 km • Fotos
Eggiwil – Chapf – Signau • 14,8 km • Fotos
Riethüsli – Sturzenegg – Gossau • 13,1 km • Fotos
Arvigo – Castaneda – Cama • 13,0 km • Fotos
Nennigkofen – Leuzigen – Rüti b. Büren • 13,8 km • Fotos

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 16

Bei der Kirche von Naters vorüberwandernd, hörten wir die laut schallende Stimme eines Predigers, und da die Mittagssonne heftig brannte, so waren wir doppelt geneigt, unter der kühlen Vorhalle des grossen geschmackvollen Tempels einige Augenblicke horchend auszuruhen. Aber was für sonderbare Lehren mussten wir da vernehmen! Ein gewaltig grosser, wohlgenährter Priester von mittlerem Alter, der in grossen Schritten und unter drohenden Gebärden vor der Sakristei hin und her schritt, lehrte, gut Deutsch sprechend, mit donnernder Stimme seine zahlreichen, halb zitternden Zuhörer: Dass die Hölle und das Fegfeuer mit allen ihren einzeln auf gezählten, recht sinnlich ausgemalten Qualen, wie Heulen, Zähneklaffen und dergleichen mehr, der Anfang, und für die meisten Menschen auch die Fortsetzung sei, von dem uns bevorstehenden ewigen Leben, und dass, weil alle Menschen Sünder seien, auch alle ohne Gnade dieses schreckliche Gericht zu erwarten haben. Von tröstenden Worten für die weniger Strafbaren, oder von liebreichen Ermahnungen war keine Rede, und das tobende Wesen dauerte so bis zum Schluss der Predigt. Ohne Zweifel gehörte dieser Religionslehrer zu der damals neu aufblühenden Schar der Jesuiten, welche ebenso, wie dieser, statt Licht und Wahrheit, überall nur höllische Finsternis verbreiten, ohne zu bedenken, dass nur zu häufig sie selbst unter der Kutte den Satan im natürlichsten Bild darstellen. Mit innigem Bedauern verliessen wir diese, geistiger und moralisch-religiöser Menschenbildung geweihte Stätte, wo die herrliche Lehre Jesu von einem seiner unwürdigen Stellvertreter, so schrecklich verunstaltet wurde.
Fortsetzung folgt

15. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 15

Durch das ganze Oberwallis, bis gegen Brig hinunter, hatte es bis auf jetzt nur einen Saumweg gegeben; nun aber wird an einer fahrbaren Strasse gearbeitet, die an einzelnen Stellen bis nach Lax hinauf fertig ist. Beim Dorf Mörel, anderthalb Stunden unter Lax, fängt der bis dahin meistens enge Talgrund an, sich bedeutend zu erweitern, und wird zwei Stunden tiefer hinab, über Naters nach Brig, immer noch breiter; eine Veränderung, welche den Ausmündungen der grossen Seitentäler von Fiesch, Aletsch und Binn mit ihren gewaltigen Gletscherwassern, zuzuschreiben ist. Nahe unterhalb der Brücke über den Aletschstrom findet man blendend weissen Gips neben der Strasse anstehend.
Fortsetzung folgt

14. August 2019

Vom Arktisreisenden zum Menschenretter

Walter Bauer: Die langen Reisen, 332 S.,
Kindler Verlag, München, 1956
«Die langen Reisen» hat der deutsch-kanadische Autor Walter Bauer seine Biografie über den Arktisforscher, Meereszoologen, Hochkommissar für Flüchtlinge und Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen (1861–1930) benannt. Ich habe das Buch soeben zu Ende gelesen und war einmal mehr beeindruckt über das Leben und Wirken Fridtjof Nansens. Von seiner ersten Fahrt ins arktische Meer ist die Rede und wie nachhaltig ihn diese beeindruckt hat. Bald darauf folgte 1888 die legendäre Durchquerung Gröndlands auf Schneeschuhen (Skis). Es war die erste, die je von Menschen vollbracht wurde.

Einen grossen Stellenwert nimmt in Bauers Buch die dreijährige Polarexpedition (1893-96) ein, mit der Nansen in einem im Eis eingekeilten Schiff den Nordpol «überqueren» wollte. Der unerschrockene Norweger wollte damit aufzeigen, dass das Polareis der Meeresdrift unterworfen und es lediglich eine Frage der Zeit sei, bis seine «Fram» über den Pol drifte. Nansens Theorie schien anfänglich zu funktionieren, doch mit der Zeit ergaben die Positionsmessungen, dass sich die «Fram» wieder südwärts, also vom Pol weg bewegt. Was tun?

Nansen entschloss sich nach Rücksprache mit den Expeditionsteilnehmern, den Nordpol, zusammen mit einem weiteren Gefährten, sowie mit Schlittenhunden und Kajaks zu erreichen. Doch auch dieser Versuch misslang. Die beiden Forschungsreisenden suchten sich unter unglaublichen Strapazen und Entbehrungen einen Weg durch die endlose Eiswüste, überwinterten in einer kleinen Hütte an der Küste von Franz-Josef-Land und stiessen im Frühjahr weiter südlich auf die Mitglieder einer englischen Expedition, deren Versorgungsschiff sie schliesslich nach Spitzbergen brachte, von wo die Reise zurück nach Norwegen ging. Und die «Fram» und seine Crew? Das eigens für diese Expedition gebaute Schiff schaffte den Weg aus dem Polareis ebenfalls und gelangte fast gleichzeitig mit Nansen und seinem Begleiter im Herbst 1896 nach Norwegen. In einem zweibändigen Werk mit dem Titel «In Nacht und Eis» beschreibt Nansen das drei Jahre dauernde Abenteuer, das trotz Misserfolg glücklicherweise keine Menschenleben forderte.
Fridtjof Nansen im Alter von 36 Jahren
Dennoch wurde Nansen in ganz Norwegen wie ein Nationalheld gefeiert. Als sich in dieser Epoche auf politischer Ebene die Situation zwischen Norwegen und Schweden zuspitzte, wurde von norwegischer Seite nach einer Persönlichkeit gesucht, die in der Lage war, die Unabhängigkeit gegenüber dem dominanten Schweden, zur Sprache zu bringen und nach einer Lösung zu suchen. Schnell kam der Name Fridtjof Nansens ins Spiel. Der politisch und religiös unabhängige Forscher wurde aufgrund seiner risikofreudigen und dennoch besonnenen Art als der geeignete Diplomat angesehen. Nansen war gewillt, die Aufgabe anzugehen und brachte sie schliesslich mit Erfolg zu Ende: Norwegen erlangte, wenn auch unter gewissen Bedingungen, die Unabhängigkeit Schwedens.

Eine weitere grosse Reise, die Walter Bauer beschreibt, ist jene nach Sibirien, welche Nansen die Augen für das wirtschaftliche Potenzial dieses riesigen Landes öffnete. Aus dieser Reise resultierte das Buch «Sibirien, ein Zukunftsland». Die Gegenwart Sibiriens, ja ganz Russlands zeigte sich dann alles andere als zukunftsträchtig. Hungersnöte, der 1. Weltkrieg und die Revolution trugen zu unermesslichem Leid bei. Hinzu kamen Hundertausende von Flüchtlingen. Für den noch jungen internationale Völkerbund – Vorläufer der heutigen UNO – musste dringend etwas geschehen. Und auch in dieser Situation erinnerten sich die führenden Kräfte an den erfahrenen Nansen. Dieser wollte jedoch vorerst nichts von einem Mandat als Hoher Kommissar für
Armenische Briefmarke von 1996 mit Nansen und
der «Fram» im Hintergrund
Flüchtlinge wissen. Ein Insistieren von Seiten des Völkerbundes brachte indes den Umschwung: Nansen sagte zu und begann zu wirken. Und wie! Unzählige Reisen führten den Menschenfreund in all die Krisengebiete im Osten und Südosten Europas. Nansen organisierte Geld, Lebensmittel, Flüchtlingstransporte, medizinische Hilfe. Er setzte sich unermüdlich dafür ein, dass das Leid nicht noch grösser wurde, als es schon war. Er verhandelte sowohl mit den Russen als auch mit den USA, die dem russischen Volk mit Getreidelieferungen unter die Arme griffen. Nansen intervenierte aber auch in Armenien, als die Türken drauf und dran waren, ein halbes Volk auszurotten. Mitunter als Folge seiner Bemühungen entstand schliesslich der armenische Staat. Die Armenier haben den Einsatz Fridtjof Nansens bis zum heutigen Tag nicht vergessen.

Nansen als Hoher Kommissar für Flüchtlinge des internationalen Völkerbundes
Die Liste jener Taten und Erfindungen (Nansen-Schlitten, Nansen-Pass etc.), die der 1922 zum Friedensnobelpreisträger Ernannte vollbracht hat, könnte mühelos weitergeführt werden. An dieser Stelle sei daher die Lektüre des antiquarisch gut erhältlichen Buches von Walter Bauer all jenen empfohlen, die sich für arktische Expeditionsgeschichte, skandinavische Politik und das internationale Flüchtlingswesen in den ersten zwei Jahrzehnten der 20. Jahrhunderts interessieren. Letzteres Thema ist deshalb besonders spannend, weil es zur aktuellen Flüchtlingssituation unglaubliche Parallelen gibt. Es scheint, als hätte sich in dieser Frage in 100 Jahren Menschheits- und Politgeschichte nicht viel verändert.

In diesem Zusammenhang weise ich gerne auf eine Publikation von Fridtjof Nansen in der Edition Wanderwerk hin: «Im Eise begraben / Abenteuerlust» nennt sie sich und kann hier bestellt werden.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 14

Ein paar Stunden unterhalb Münster öffnet sich beim schön gelegenen Dorf Fiesch das Fieschertal, aus dessen vergletschertem Hintergrund der grosse Fiescherbach als gräulich-weiss getrübtes Gletscherwasser an Grösse der Rhone gleich, hervorströmt.

In diesem ganzen oberen Teil des grossen Rhonetals trifft man keinen Obstbaum an. Erst eine halbe Stunde unterhalb Fiesch, bei Lax, gedeihen die ersten Kirschbäume, und je weiter abwärts, desto mehr auch andere Obstarten.

Die anstehende Gebirgsart ist hier nicht mehr, wie höher oben, Gneis und Granit, sondern ein steiles, südlich eingesenktes Schiefergebirge, dessen Hauptbestandteil meistens Talk ist, jedoch abwechselnd dem Kiesel-, Ton-, Kalk- und Glimmerschiefer sich nähert und das überhaupt viel Verwitterbarkeit und Ähnlichkeit mit den Übergangsgebirgen zeigt; daher auch die Rhone, in Verbindung freilich mit noch anderen Ursachen, sich hier plötzlich so viel enger und tiefer eingeschnitten und den Talgrund so ganz verändert hat.
Fortsetzung folgt

13. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 13

Der Menschenschlag in diesem obersten Teil des Haupttals vom Wallis ist viel kräftiger und schöner, auch herrscht mehr Frohsinn hier, als in den unteren Teilen dieses Landes. In Münster fanden wir bei einem Herrn von Riedmatten ein recht ordentliches, von den in dem Wallis sonst gewöhnlichen Unreinigkeiten ganz freies Nachtlager.

Sonntags, den 21. Juli wanderten wir weiter abwärts im zuest noch nur begraseten, tiefer hinab aber bewaldeten Talgrund, in dem sich die Rhone immer tiefer einschneidet und wo die steilen, bewaldeten Talhänge oft so nahe gegeneinander stehen, dass an vielen Stellen der Talstrom in eine enge, tiefe, finstere Schlucht sich verliert und der Pfad hoch darüber weg am steilen Abhang hinläuft. Zahlreiche kleine Dörfchen, sowie einzelne Hütten und Ställe liegen im oberen Teil dieses Tals auf beiden Seiten zerstreut, und der rechtseitige Talhang oder die sogenannte Sommerseite ist mit Sommerfrüchten ziemlich weit hinauf bepflanzt; währenddem man an der linken oder Schattenseite wenige oder keine dergleichen sieht, weil da der Schnee mehrere Wochen später abschmilzt. Diese späten Sommerpflanzungen, meist in Roggen und Gerste bestehend, können erst mit Ende Mai und Anfang Juni bestellt werden.
Fortsetzung folgt

12. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 12

Der Abendspaziergang in dem stillen, grünen, weiten Alpental von Obergesteln nach Münster, zwei kleine Stunden weit, war sehr angenehm. Man durchwandert die beiden Dörfchen Ulrichen und Geschinen und hat zu seiner Linken die junge, still und bescheiden dahinfliessende Rhone. Auch dieses grosse Alpental hat die merkwürdige Eigentümlichkeit beinahe aller Hochalpentäler, dass es in seinem obersten Hintergrund oder in der Region der höchsten Viehweiden und der kahlen Felsen, zwischen der Gletscher- und der Waldregion, einen viel grösseren und flacheren Talgrund hat, als weiter unten in der Waldregion selbst, wo meist der Talgrund in einen engen und tiefen Schlund sich zusammenzieht. Diese auffallende Beschaffenheit der Hintergründe von beinahe allen Hochalpentälern, mit Rücksicht auf ihre Vegetationsbekleidung kann, wie ich in einer späteren Reisebeschreibung zeigen werde, zu wichtigen Aufschlüssen über die Talbildung führen und sollte von den Gebirgsforschern mehr, als es bis dahin geschehen ist, berücksichtigt werden.
Fortsetzung folgt

11. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 11

Über den bekannten, kahlen Rücken des Grimselpasses fortwandernd, glaubte ich an einigen Stellen jene merkwürdige Schichtung der Felsarten wahrzunehmen, welche der verewigte, grosse Gebirgsforscher Escher von der Linth zuerst am Gotthardgebirge entdeckt hatte, und nach welcher die Schichten am nördlichen Abhang gegen Süden, auf der Höhe selbst aber senkrecht und am südlichen Abhang gegen Norden eingesenkt sind, so dass das Durchschnittsprofil eine fächerförmige oder gewölbsteinartige Gestalt erhält.
Fortsetzung folgt

10. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 10

Eine sonderbare Erscheinung ist, dass in den Alpenseen der Grimsel keine Fische vorkommen, da doch andere, noch höher gelegene, wie z.B. der Oberalpsee am Gotthard, die schmackhaftesten Forellen in Menge nähren. Es können, wie mir scheint, mehrere verschiedene Ursachen hier zusammenwirken. Zu den hauptsächlichsten mögen gehören: Die Beschaffenheit der Zu- und Abflüsse, die je nach der Grösse ihrer Wasserfälle dem Zug der Fische dienlich, oder aber nachteilig sind, ja ihn geradezu und völlig hindern können; ferner kann die Natur der umgebenden Felsarten, deren grössere oder geringere Verwitterungsfähigkeit so höchst verschiedene Beschaffenheiten der Erdoberfläche und ihrer Ernährungskräfte erzeugt, ebenfalls grossen Einfluss haben; am meisten aber, glaube ich, kommt es darauf an, ob die Alpenseen mit Viehweiden, oder auch nur sonst mit Vegetation zunächst umgeben seien oder nicht, und ob nicht wenigstens Zuflüsse aus der Ferne aus solchen, mit Vegetation umgebenen oder von ihr entblössten Gegenden kommen. Im ersteren Fall müssen die Zuflüsse weit mehr Nahrungsstoffe den Seen zur Erhaltung ihrer Fische bringen, als bei ganz kahlen, von aller Vegetation entblössten Umgebung, wie diejenigen der Grimselseen sind. Dass aber die Fische in den hohen Alpenseen oft stark von Hunger gequält sind, mag neben anderem der Umstand beweisen, dass, anstatt wie gewöhnlich die Forelle schüchtern beim Anblick des Vorübergehenden wegflieht, man sie zuweilen an den Ufern der Alpenseen dem Wanderer nachschwimmen sieht, gleich als wollte sie etwas Nahrung von ihm erbetteln.
Fortsetzung folgt

9. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 9

Die in dieser kahlen Einöde so manchem Wanderer unentbehrliche, allen aber willkommene Herberge, zum Spittel genannt, nahe der Höhe, am nördlichen Abhang des Grimselpasses, wurde eben bedeutend vergrössert. Auch die Bildung der Wirtsleute hat seit meiner ersten Durchreise vor zehn Jahren grosse Fortschritte gemacht. Damals sprach der Wirt oder der sogenannte Spitteler nur sein rohes, unverständliches Oberhasli-Deutsch; jetzt hingegen sind Töchter da, die im Welschland gebildet, Französisch, Italienisch und auch reines Deutsch sprechen, was für manchen Fremden sehr angenehm sein muss; besonders da man oft, von rauer Witterung überrascht, genötigt wird, längere Zeit an diesem Zufluchtsort zu verweilen. Möchte nur die Einfalt und Originalität der Sitten und Gebräuche, welche früher in so passendem Einklang mit der Umgebung hier herrschend gewesen waren, durch die jetzige Verfeinerung nicht ganz verdrängt werden!

Fortsetzung folgt

Hunkeler und die Augen des Ödipus

Hansjörg Schneider: Hunkeler und die
Augen des Ödipus,
Diogenes, Zürich, 2010
Wo steckt der Theaterdirektor Bernhard Vetter? Sein Hausboot ist herrenlos beim Stauwehr von Märkt aufgefunden worden, von ihm selbst fehlt jede Spur. Und das wenige Tage nachdem eine Inszenierung von König Ödipus in Basel die Gemüter erhitzt hat. Kommissär Peter Hunkeler steht sechs Wochen vor der Pensionierung. Aber ist er bereit, von der Bühne abzutreten? Mit gemischten Gefühlen taucht er ein ins Theatermilieu, zu dem er als junger Mann selbst gehört hat.

BS: Stadt Basel F: Elsass (Sundgau) D: Märkt

8. August 2019

Ich hatte keine andere Wahl

Seit Jahren habe ich den Plan gehegt, von Ardon auf der orografisch rechten Seite der Lizerne nach Derborence und von dort über den Pas de Cheville ins Waadtland zu wandern. Am vergangenen Wochenende war es soweit: Mit Biwakausrüstung und Proviant für zwei Tage machte ich mich um 8 Uhr in der Früh am Bahnhof von Ardon auf den Weg. Nach 15 Minuten hätte im Ortszentrum der Aufstieg beginnen sollen, doch eine Notiz am Wegweiser machte meinen Plan zunichte. «Accès impossible!» stand da unmissverständlich. Weil ich mich auf keine Experimente einlassen wollte, blieb mir nichts Anderes übrig, als den Zustieg auf der gegenüberliegenden Talseite ins Auge zu fassen.

Der Frustwegweiser von Ardon.

Also suchte ich mir den passabelsten Weg durch die Rebberge, um möglichst direkt zur Kapelle St-Bernard an der Strasse nach Derborence zu gelangen. Alleine der Aufstieg durch den Wald, ehe ich die Kapelle erreichte, war der halbe Umweg wert und machte meine Enttäuschung bereits vergessen.

Einmal auf der Strasse, begann der abenteuerliche Teil. Von 1951–67 in die brutale Steilflanke, bestehend aus Wald, Runden und lotrechten Felsfluchten gehauen, gleicht die schmale Fahrbahn einer jener Kamikaze-Strecken, die wir von den Anden oder dem Himalaja kennen. Überall lauerte Steinschlaggefahr, links ging lauerte hinter der niedrigen Leitplanke das Bodenlose. Kurve reihte sich an Kurve. Im Minutentakt fuhren Autos und Motorräder von hinten auf mich zu. Alle wollten sie hoch zum Naturspektakel Derborence. Und ich war der einzige Fussgänger.

Man mag mich einmal mehr für verrückt erklären, dafür habe ich aber diese Wahnsinnsstrasse 1:1 er- und überlebt und dabei in aller Ruhe die umwerfende Aussicht auf die andere Talseite mit ihren faszinierenden Felsbergen betrachten können. Den ersten Spaziergängern und Wanderern bin ich dann unterhalb des Lac de Derborence begegnet. Und ja, das vom legendären Bergsturz geschaffene Ambiente ist in der Tat sehenswert. Das Davor und das Danach freilich auch. Hier ein paar Fotos vom ersten Tag der Wanderung von Ardon über den Pas de Cheville nach Gryon.

In Motelon mündet jene Route ein, die ich hätte begehen wollen. Die Gegenprobe auf die Information in Ardon geht auf.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 8

Am 20. Juli widmeten wir im Vorbeigehen bei Handeck der Betrachtung des schönen Wasserfalls der Aare ein Stündchen. Die drei ganz verschiedenen Standpunkte, auf welchen man denselben von unten, von der Mitte und von oben bewundert, sind erst kürzlich zugangbarer gemacht worden. Man befindet sich hier ganz im Urgebirge, welches stellenweise, schon ein bis zwei Stunden unterhalb Guttannen, aus dem darüber hingelagerten Übergangsgebirge hervorbricht und sich abwechselnd wieder darunter verbirgt. Dieses Urgebirge besteht grösstenteils aus Granit, der als Massengebirge ansteht und wenig regelmässige Schichtung, sondern mehr zufällige Zerklüftung zeigt. Ausgezeichnet schöne, grosse und dichte Massen bildet der Granit eine Stunde oberhalb Handeck, bei der sogenannten hehlen (schlüpfrig-glatten) Platte, von vielen auch Höllenplatte genannt, wo er sich in kahlen, mehr und minder stark geneigten Flächen bis in den Schlund der schäumenden Aare hinabsenkt. Wenn an diesen Stellen das über den Felsen hinfliessende Wasser gefriert, was oft in hellen Sommernächten geschieht, so sind sie gefährlich zu passieren. Man findet daher auf diesen schiefen Granitflächen viele mit dem Meissel ausgearbeitete Tritte, die besonders für das Fortkommen der Saumpferde unentbehrlich sind. Diejenigen Mineralogen, welche behaupten, der wahre charakteristische Granit, als Massengebirge anstehend, sei in der Alpenkette eine Seltenheit, scheinen diese und noch manche andere Stelle seines häufigen Vorkommens nicht zu kennen.
Fortsetzung folgt

7. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 7

Am folgenden Morgen stiegen wir in drei starken Stunden auf die Höhe des Jochpasses und genossen da eine schöne Aussicht auf die nahe liegenden, ganz unbewölkten eisigen Höhen des Titlis und seine hohe westliche Fortsetzung, die Wendenstöcke, nebst den bedeutenden, von ihnen herabhängenden Gletschern. Durch die nördlich liegende Öffnung des Engelberger Tals erkannten wir in blauer Ferne den Uetliberg bei Zürich und die Kette der Lägeren. Die überstiegenen Felsarten sind grauer und schwärzlicher Kalkstein, der zuweilen ganz schiefrige Textur annimmt und an vielen Stellen in eine Art Tonschiefer übergeht. Zwischen dem kleinen Jochsee und dem eine Stunde tiefer gegen das Gental liegenden, grössern Engstlensee fand ich einen schönen, roten, tonigen Kalkschiefer anstehend, der sich in ganz dünne Blätter spalten lässt, und so viel Zähigkeit besitzt, dass die dünnsten Schiefer mit der Spitze des Hammers durchlöchert werden können, ohne zu spalten. Beim Herabsteigen durch das Gental begegneten wir ganzen Scharen festlich gekleideter Talbewohner aus Oberhasli, von allen Altern und beiderlei Geschlechts, welche sich zu einem am folgenden Tag stattfindenden Hirtenfest auf die Engstlenalp begaben. Einige der grössten und kräftigsten Jünglinge gaben uns im Vorbeigehen, zu einem kleinen Preis, einige Schwingübungen zum Besten, wobei wir weniger die Kunst und Gewandtheit, als den schönen kräftigen Körperbau zu bewundern Ursache hatten. Nahe bei der Vereinigung des Talauslaufes mit dem Aaretal wandten wir uns im schmutzigen Dörfchen Wyler links, dem rechtseitigen Abhang des Aaretals nach, hinauf nach der Grimselstrasse und übernachteten in Guttannen.

Fortsetzung folgt

Die Steinflut

Franz Hohler: Die Steinflut, Luchterhand,
München, 1998
Am 9. September 1881 in einem kleinen Dorf hoch oben in den Schweizer Bergen: Die kleine Katharina wird zusammen mit ihrem jüngeren Bruder zu den Grosseltern geschickt. Dort sollen beide die nächsten Tage verbringen, bis die Mutter ihr sechstes Kind zur Welt gebracht hat. Doch es kündigt sich noch ein anderes Ereignis an. Von einem Hang sind einige Felsbrocken ins Tal hinabgestürzt und der ganze Berghang könnte sich lösen und das Dorf unter sich begraben. Daran möchte niemand glauben, am allerwenigsten die Arbeiter im Schieferbruch, die mit ihren Händen ganze Familien ernähren. Aber der Berg führt in Franz Hohlers hochgelobter, in der Tradition der besten Schweizer Literatur stehenden Novelle sein Eigenleben. (Klappentext)

GL: Elm und Umgebung

6. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 6

Von Buochs führt der nächste Fussweg ins Engelbergertal, am westlichen Fuss des Buochserhorns hin, über die schönen, mit fetten Wiesen und Obstbäumen bekleideten Anhöhen von Birke und Waltersberg. In Engelberg besuchten wir den geschickten Herrn Müller, der die Gefälligkeit hatte, uns mehrere von ihm verfertigte schöne Basreliefs zu zeigen, unter denen sich eines vom Gotthardgebirge mit seiner Umgebung, das in besonders grossem Massstab ausgeführt war, vorzüglich auszeichnete. Um bei der schönen Witterung an diesem Tag noch einen Vorsprung für die morgige Tagesreise zu gewinnen, und die Pracht des Sonnenuntergangs auf der Höhe, anstatt im Tal zu geniessen, hätten wir die Abendstunden gerne noch dazu benutzt, uns in eine der obersten Alphütten diesseits des Jochpasses zu begeben. Allein Herr Müller versicherte, die oberen Alphütten seien noch nicht besetzt, und riet uns, im Dorf zu übernachten. Mit Bedauern sahen wir am folgenden Tag, dass wir zu Gunsten des Dorfwirtes falsch unterrichtet waren, indem die obere Trübseealp, mit Vorwissen der Dorfbewohner Engelbergs, schon lange besetzt war.
Fortsetzung folgt

5. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 5

Die Seefahrt von Weggis nach Buochs geht zwischen den sogenannten Nasen durch, welches zwei, einander gegenüberliegende, in den See vorspringende Felszungen sind, die aus südlich eingesenktem Alpenkalk bestehen. Wenn man die beiden, hier zunächst sich berührenden, wahrscheinlich aber in ihrem Alter sehr weit voneinander entfernten, Felsgebilde der Rigi-Nagelfluh nördlich und des Alpenkalks südlich, in Verbindung miteinander betrachtet, und an beiden beinahe die gleiche südliche Schichtensenkung bemerkt, so sollte man, wenn diese Schichtung in die Höhe und Tiefe sich fortsetzend gedacht wird, glauben, den unbezweifelten Schluss daraus ziehen zu können, der Alpenkalk müsse der Nagelfluh aufgelagert und daher jünger sein als diese, und doch ist erwiesen, dass gerade das Gegenteil der Fall ist. Ein Beweis, wie sehr man sich in Acht nehmen müsse, aus ähnlichen Schichtenstellungen, wie die oben angeführte, voreilige Schlüsse zu ziehen.
Fortsetzung folgt

Spätholz

Walther Kauer: Spätholz, Benziger, Zürich,
1976
Zu allem entschlossen, wartet der 70jährige Tessiner Bauer Rocco Canonica in der Küche seines Bergbauernhofs auf die Gemeindearbeiter. Um sieben Uhr werden sie kommen und das Gerichtsurteil vollstrecken: Der grosse alte Nussbaum vor dem Haus – Roccos Lebensbaum – soll gefällt werden, da er einem reichen zugezogenen Villenbesitzer den Blick auf den See versperrt.

Während Rocco sein Gewehr reinigt, erinnert er sich an Stationen seines Lebens: an die harte Arbeit auf dem kleinen Bauernhof seiner Kindheit, den Waldbrand, dem seine Eltern zum Opfer fielen, die Jahre mit seiner Frau Teresa, den Wegzug seiner beiden Söhne, die verheerenden Veränderungen im Tal, die die alten Strukturen zerstörten.
(Inhaltsangabe zum Buch)

TI: Verzascatal

4. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 4

In der Kühle des kommenden Morgens machten wir den angenehmen, anderthalbstündigen Spaziergang von Küssnacht nach Weggis über Greppen am westlichen Fusse des Rigi hin. Auf diesem Weg sieht man viele Granit- und Gneisblöcke, deren ursprüngliche Lagerstätte in den Gebirgsstöcken des Gotthards und Crispalts zu finden ist. Diese grosse Ablagerung von Urgebirgstrümmern auf dem sekundären und tertiären Gebirge ist umso merkwürdiger, da sich dieselbe nördlich über die Hohle Gasse und besonders über die Höhe des Chiemen hinaus, nach Buonas und Cham hin, so bedeutend vermehrt, dass an einigen Stellen auf der Höhe des Chiemen der ganze Boden damit bedeckt ist. Die gewaltige Flut, welche einst diese Urgebirgstrümmer bis hierher und noch viele Stunden weiter, nämlich durch die Täler der Reuss und Repisch herab bis an das, den Alpen zwanzig bis dreissig Stunden weit gegenüberliegende Juragebirge hingeführt hat, muss sich an diesem westlichen Vorsprung des Rigiberges sehr hoch aufgestaut haben; denn man findet noch Granitblöcke an der halben Höhe des Rigi, auf dem Seeboden, wohin man von Küssnacht andertalb Stunden steil anzusteigen hat. Dieser Umstand, in Verbindung mit der Tatsache, dass die Trümmerablagerung gerade nördlich, also auf der, den Hochalpen ganz abgekehrten Seite des Rigi am häufigsten ist, scheinen mir zu beweisen, dass bei jener Trümmerflut dieser westliche Vorsprung des Rigi die Wirkung eines grossen Stromspornes gehabt habe, auf deren Vorderseite bekanntlich die Aufstauung der Gewässer am stärksten, und auf deren Rückseite die Ablagerung der Stromgeschiebe am häufigsten ist. Für diese Ansicht scheint auch die dortige Tiefe des Seebeckens zu sprechen, wenn man bedenkt, dass bei oder neben den Stromspornen die Auswaschung der Strombeete am tiefsten ist. Man betrachte nur aus diesem Gesichtspunkt, als ausgewaschenes Strombeet, vom Rigikulm herab, den Vierwaldstättersee: Wie sehr verjüngt sich da nicht sein Bild, und wie weit kleiner noch würde es von einem bedeutend höheren Standpunkt herab erscheinen! Man denke sich dabei eine von den höchsten Alpen daher sich wälzende, mit den Felstrümmern derselben beladene Flut, die bis an die halbe Höhe des Rigi hinauf einst reichte, wie die Spuren beweisen! Erscheinen dann, als Auswaschungen betrachtet, die Tiefen des Vierwaldstättersees im Vergleich mit dieser Flut etwa weit unverhältnismässiger, als die Tiefe zum Beispiel der Auswaschung unter dem Rheinfall im Vergleich mit dem Rheinstrom selbst? Man wird einwenden, der Rheinstrom habe längere Zeit gehabt, an seiner Vertiefung zu arbeiten, als jene vorüberziehende Trümmerflut. Dies ist aber eine Behauptung, der man, obgleich mit ebenso unsicheren Beweisen, doch mit ebenso viel Fug und Recht eine ganz entgegengesetzte gegenüberstellen kann. Allerdings sind die Alpenblöcke auf sehr kurzem Weg und geschwind an ihre jetzigen Stellen gekommen, sonst wären sie nicht so frisch und scharfkantig, wie man sie meistens antrifft; aber diese Blöcke sind auch nur die letzten Zeugen der allerjüngsten von jenen grossen Fluten, die sich so oft wiederholend über unseren Erdball und über einzelne Teile desselben müssen hergewälzt haben. Wie ungleich andauernder und länger müssen jene älteren, zermalmenden Fluten hin und her gewogt haben, aus deren mechanischer Auflösung nachher, bei eingetretenem ruhigerem Zustand, unsere neueren, regelmässig geschichteten, tertiären Nagelfluh- und Sandsteingebilde sich niedergeschlagen haben! Schon jene vielen, älteren Fluten können zu den problematischen Vertiefungen der Alpenseen, die im älteren Gebirge liegen, mit beigetragen haben.
Fortsetzung folgt

3. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 3

Den 17. Juli nachmittags reisten wir miteinander von Zürich ab, ein jeder mit seinem Tornister bepackt, wozu sich bei mir noch der bergmännische Fäustel und Eisen gesellte. Acht Stunden Weg wurden noch zurückgelegt, über die sogenannte Horgerecke nach Zug, Immensee bis Küssnacht. Auf der Horgerecke, an dem bekannten Standpunkt, eine Viertelstunde oberhalb des Dorfes Horgen, wo man den grössten Teil der lachenden Ufer des Zürichsees übersieht, welche gerade von der Abendsonne herrlich beleuchtet waren, verweilten wir einige Augenblicke im Genuss dieses entzückenden Schauspiels. Zu gleicher Zeit kamen von Zug her zwei grosse Kutschen voll Fremde angefahren, die an der nämlichen Stelle Halt machten und ausstiegen. Es waren meistens Frauenzimmer von edlem und gebildetem Ansehen, von denen die einen Französisch, die andern Italienisch sprachen. Unter den mannigfachen Äusserungen ihres Entzückens über diese reizende Aussicht fiel uns besonders das einstimmige Urteil der Italienerinnen auf, welche bemerkten, dass sie in der schönen Umgebung des Comersees keinen Standpunkt kennen, der ihnen so wohl gefalle, wie dieser.
Fortsetzung folgt

Die Waise

Urbain Olivier: Die Waise, Verlag Mon Village,
Vulliens, 1977
«Die Waise» ist nicht ein moderner Roman, handelt er doch im verflossenen Jahrhundert. Zu jener Zeit sprach man noch nicht von Autobahnen. Anstelle der heutigen Düsenflugzeuge war die Kutsche das schnellste Verkehrsmittel, das Reisende und Post von einer Region zur andern brachte.

In der Hast und Betriebsamkeit unserer Tage ist es schwer, sich die idyllische Gemächtlichkeit von Anno dazumal vorzustellen. Gerade hierin liegt aber der Haptvorzug des Werkes «Die Waise».Die hervorstechende Eigenschaft des Buches liegt im Zauber, mit dem es uns mit einem Schlag in jene vergangene Zeit zurückversetzt. Es wurde damals von einem Schriftsteller verfasst, der die Bauern kannte. Er schildert uns ihren Charakter, ihre Eigenheiten, ihre Gedankenwelt und Lebenshaltung mit unübertrefflicher Genauigkeit.

Wenn uns «Die Waise» das Bild einer vergangenen Epoche vor Augen führt, so ist es doch vor allem ein fesselnder Roman, der den Leser von Anfang bis zum SChluss in Atem hält. Wenn diese Erzählung den Vorzug hat, uns unversehens in die Hälfte des letzten Jahrhunderts zu versetzen und uns zugleich von Anfang bis Ende wahrhaft fesselt, wobei die prächtigen Bilder von Burnand den Text bereichern, dann sagt man nicht zuviel, wenn man behauptet, dass dieses schöne Buch den Leser hinreissen wird. (Klappentext)

VD: La Côte

Urbain Olivier wurde am 3.6.1810 in Eysins (VD) geboren und verstarb am 25.2.1888 in Givrins (VD). Er war der Sohn des Jean-Michel-Louis, Bauer, und der Marianne-Madeleine. Olivier absolvierte das Progymnasium in Nyon, danach Mitarbeit auf dem elterlichen Hof. 1831 wurde Olivier für die militärische Intervention der Tagsatzung während der Basler Trennungswirren aufgeboten und hielt seine Eindrücke in einem Tagebuch fest. 1832 war er Notariatsangestellter, 1838 Gemeindepräsident von Eysins, 1839-61 Domänenverwalter der Familie de Saint-Georges in Changins und Duillier. 1842 liess sich Olivier in Givrins nieder, wo seine Frau ein kleines Gut geerbt hatte. Während des Sonderbundskriegs 1847 entstand sein zweites Tagebuch. 1854-87 erschienen 35 Romane und Erzählungen (ab 1857 im Verlag von Georges-Victor Bridel), in denen Olivier Land und Leute beschrieb. Sein religiöses Denken war von der Erweckungsbewegung (Réveil) geprägt. Dank dem Zuspruch eines breiten Publikums konnte Olivier ab 1861, wenn auch bescheiden, von der Schriftstellerei leben.

2. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 2

1. Kapitel
Reise von Zürich nach dem Monterosa und damit verbundener vollständiger Tour um diesen mächtigen Gebirgsstock

In dem ausgezeichnet warmen und für Alpenreisen besonders günstigen Sommer 1822, konnte ich meiner grossen Liebhaberei für solche Reisen höchstens vierzehn Tage widmen; und da ich ohnehin gerne einen kurzen Besuch im Leukerbad gemacht hätte, so neigte sich meine Reiselust nach den, nicht gar weit davon entfernten, mir ganz unbekannten Umgebungen des Monterosa, in der Absicht, diesen wenn auch nicht völlig höchsten, doch grössten Gebirgskoloss in Europa, in möglichst naher Begrenzung zu umgehen. Da man etwas schwierige Bergreisen, besonders in Gegenden, die wenig besucht und fast unbekannt sind, nicht gerne alleine unternimmt, so war mir viel an einem rüstigen Reisegefährten gelegen, den ich auch bald das Vergnügen hatte zu finden, in der Person des Herrn L., eines ebenso unermüdlichen Fussgängers wie gefühlvollen Bewunderers der erhabenen Gebirgsnatur.

Fortsetzung folgt

1. August 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 1

Hans Caspar Hirzel wurde am 16. Januar 1792 in Zürich als Sohn des Landschreibers Heinrich und der Juliane Escher, Tochter des legendären Hans Conrad Escher von der Linth, geboren. Hirzel liess sich zum Hammerschmied ausbilden und besuchte die Berg-Akademie im sächsischen Freiberg, wo er die kriegerischen Ereignisse von 1813 miterlebte. Hirzel war Eigentümer des Drahtzuges und der Kupferschmiede (früher Kupferhammer genannt) am Hegibach und lehrte Mineralogie am Technischen Institut von Zürich, dem Vorläufer der Industrieschule. Er betrieb aber auch Landwirtschaft. Von 1826–39 war Hirzel Grossrat des Standes Zürich, von 1828–30 Stadtrat, 1831 sowie von 1835–39 Regierungsrat des Kantons Zürich. Er begleitete seinen Schwiegervater nicht selten auf dessen Exkursionen in die Alpen.

Im Jahre 1829 erschien bei Orell, Füssli und Compagnie in Zürich ein Buch mit dem Titel: Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz und ihrer nächsten Umgebungen. Verfasst hatte es eben dieser Hans Caspar Hirzel. Es ist in zwei ausführliche Kapitel gegliedert und beinhaltet 1. die Reise von Zürich nach dem Monterosa und damit verbundener vollständiger Tour um diesen mächtigen Gebirgsstock und 2. die kurze Reise im September 1823 nach einigen Gebirgsstöcken der Kantone Schwyz und Glarus, namentlich auf den Rädertenstock, den Kärpfstock (Kärpf) und das Glarner Faulhorn (Bös Fulen) oder den Schwyzer Griseltstock (Grisset).

Hirzels Bericht ist in verschiedener Hinsicht von Interesse, beschreitet der damals noch junge Mann doch Wege und Pfade, die in dieser Zeit vom Tourismus weitgehend unberührt waren. Zudem beschreibt er Land und Leute auf unkomplizierte Art und Weise, geht auf Begegnungen mit Einheimischen ein und schildert mitunter Landschaften, die er heute kaum wiedererkennen würde. Gründe genug, mich wieder einmal bloggenderweise einem historischen Reisebericht zu widmen, der das bildende Wandern und den frühen Alpinismus vortrefflich verschränkt.

Fortsetzung folgt!

Offizielle Mitteilung

Der 1. August 2019 hätte mein Abreisetag in den Schwarzwald sein sollen, von wo ich die kommenden zwei Monate Richtung Hamburg hätte wandern wollen. Doch daraus wird nun leider nichts. Die hauptberufliche Arbeitsbelastung ist derzeit so gross, dass ein achtwöchiges Fernbleiben vom Büro wenig Sinn macht. Ich bin jedoch zuversichtlich, mein Projekt «Nordetter – zu Fuss vom Berner Oberland ans wahre Nordkapp» zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen zu können.

31. Juli 2019

Lust auf Landschaft

Elisabeth Kaestli, Helen Stotzer: Lust auf
Landschaft, Edition Hans Erpf, Bern, 1996
Elisabeth Kaestli und Helen Stotzer führen uns auf eine Schweizerreise ganz besonderer Art. Von ihren Wohnorten nahe der Schweizergrenze, La Chaux-de-Fonds und Maloja, begeben sie sich auf ihre Routen, um sich nach zehn Tagen in Bern zu treffen. Unterwegs haben sie sich mit 18 landschaftsverbundenen Menschen aus verschiedensten Berufen vertieft unterhalten. Was bedeuten Natur und Landschaft für jede und jeden? Für welche Entwicklung der Landschaft engagieren sie sich?

Die Antworten sind so vielschichtig, lebendig und packend wie die Gesprächspartnerinnen und -partner und die Orte, wo sie leben und arbeiten: Von der Masseurin, für die Wandern ein Weg nach innen bedeutet; dem jungen Neuenburger Berufsfischer, dessen Element das Wasser ist; der Coiffeuse die sich für die Kastanienselven einsetzt; dem Biologen, der mitten im Industriegebiet ein Oekotop aufbaut; dem Förster, der ein Urwaldprojekt in Stadtnähe realisiert; dem Bergführer, der seine Kinder behutsam die Natur entdecken lässt – bis zur Bäuerin, die der Boden Ehrlichkeit lehrt. Allen gemeinsam ist die Liebe und die starke Verbundenheit zu «ihrer» Landschaft, in der sie sich erholen, Stille finden, sich inspirieren lassen und Visionen entwickeln – neue Kraft schöpfen.

Briefe der beiden Journalistinnen von unterwegs bilden den roten Faden von Ort zu Ort; einfühlsame Bilder der Fotografinnen Anna Baltzer-Rohner, Verena Eggmann und Jetti Langhans bringen uns die erstaunliche Vielfalt der Schweizer Landschaften näher. Das Buch weckt die Lust an Natur und Landschaft und regt an, unsere eigenen, nicht immer unproblematischen Gelüste an Natur und Landschaft zu überdenken.

30. Juli 2019

Mit Skiern durch das weisse Lappland

Felix Heidenberger: Mit Skiern durch das
weisse Lappland, Frederking + Thaler,
München, 1990
Lappland ist eines der letzten Wildnisgebiete Europas, ein weisser Fleck auf den Prospekten des internationalen Tourismus. Vor allem im Winter ist es als Paradies für den Skisport noch unentdeckt ist.

Lappland ist aber auch die Heimat eines aussterbenden Naturvolks, der Lappen oder Samen, wie sie sich selbst nennen. Jahrhundertelang haben sie sich als friedliebende Jäger, Fischer und Rentiernomaden behaupten können. Doch die moderne, technisierte Welt lässt ihnen keinen Lebensraum mehr.

Fünf Männer kämpfen sich auf Skiern den Kungsleden, den Königsweg, im nordschwedischen Lappland entlang. Das Ziel ist der tiefverschneite Kebnekaise, der höchste Berg Lapplands. Für jeden gibt es einen anderen Grund, warum er die Strapazen dieser anstrengenden Tour, die Kälte, die Entbehrungen eines ungewohnt einfachen Lebens auf sich nimmt.

Doch die Begegnung mit der unberührten Natur, mit der Stille und Einsamkeit des Landes am Polarkreis wird ihnen gemeinsam zum unvergesslichen Erlebnis. (Klappentext)

29. Juli 2019

Auf der Grenze um den Kanton Bern

Paul Seiler: Auf der Grenze um den Kanton Bern,
SAC Subsektion, Huttwil, 1991
Zur Feier ihres 50-jährigen Bestehens hat sich die SAC Subsektion Huttwil etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das Jubiläum wurde nicht allein an einem Wochenende, sondern während zwei Jahren gefeiert – mit einer Grenzbegehung um den Kanton Bern. Die SAC Subsektion Huttwil hat indessen nicht einfach eine Grenzumgehung hinter sich. Mit Gehen hatte die Unternehmung ja oft ohnehin nicht viel zu tun: Es wurde geklettert, geschwitzt, gerutscht und sogar geschwommen. Vor allem aber wurde auch gesucht. Im Flühlingsschnee, im dichten Unterholz, in Wäldern und Gräben haben die Teilnehmer ein sicheres Auge für versteckte Grenzsteine entwickelt.

Weit über 2000 Kantonsgrenzsteine wurden gefunden und aufgezeichnet. Die erhobenen Daten bilden den Grundstock für ein Kantonsgrenzinventar. Es ist beabsichtigt, die historisch wertvollen Grenzzeichen unter Schutz zu stellen. Während der ganzen Dauer des Unternehmens hat die SAC Subsektion Huttwil eng mit dem Vermessungsamt des Kantons Bern zusammengearbeitet. Dank der gewissenhaften Vorbereitung und der konsequenten Durchführung der Grenzbegehung ist ein Werk entstanden, das auch in Zukunft für die Öffentlichkeit Bestand haben wird. (Vorwort des damaligen Regierungsrats und Direktors der Baudirektion des Kantons Bern, René Bärtschi)

28. Juli 2019

Spaziergang nach Syrakus

Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach
Syrakus, Deutscher Taschenbuch Verlag,
München, 1985
Johann Gottfried Seumes Bericht von seiner meist zu Fuss zurückgelegten Reise nach Sizilien ist Reiseliteratur der ganz besonderen Art. Seine Route führte von Leipzig über Wien, Laibach, Venedig, Rom und Neapel nach Syrakus und wieder zurück über Mailand, Zürich und Paris. Ein unmittelbar wirkendes, authentisches Bild ist entstanden, das nicht nur schöne Landschaften und die atmosphärische Leichtigkeit italienischen Lebens, sondern auch Einblick in soziale und politische Missstände bietet. Die Alternative und Ergänzung zu Goethes »Italienischer Reise« - in vorbildlicher Edition. (Inhaltsangabe zum Buch)

Johann Gottfried Seume, am 29. Januar 1763 in Poserna (Sachsen) geboren und am 13. Juni 1810 in Teplitz (Böhmen) gestorben, begann 1780 ein Theologiestudium in Leipzig. 1781, wähernd einer Reise nach Paris, wurde er von hessischen Werbern aufgegriffen und als Soldat an England verkauft, um gegen die aufständischen Amerikaner zu kämpfen. Nach der Rückkehr nach Bremen 1783 gelang ihm die Flucht, doch folgte die Gefangennahme durch preussische Werber. Ab 1787 war er Privatsprachlehrer in Leipzig, trieb daneben juristische und philologische Studien, 1791 Promotion zum Magister Artium. 1793 wurde Seume Sekretär des russischen Generals Igelström in Warschau, später russischer Leutnant. Not und Krankheit verdüsterten seine letzten Lebensjahre.

27. Juli 2019

Von der Rhone an die Maggia

S. Corinna Bille: Von der Rhone an die
Maggia, Rotpunktverlag, Zürich, 2011
Im August 1954 hat Corinna Bille mit ihrem Mann Maurice Chappaz und dem zehnjährigen Sohn Blaise eine Wanderung von der Rhone an die Maggia unternommen – und sie zu einem literarischen Bijou verarbeitet. Aufbrechend im Wallis überschreiten die Wanderer während ihrer Reise auf den Spuren der Walliser Auswanderer und zu den Walser Siedlungen drei Pässe, durchqueren das norditalienische Val Formazza und gelangen nach fünf Tagen schließlich in das im Tessin liegende und dennoch walliserische Dorf Bosco Gurin.

Durch Corinna Billes poetische Beschreibungen erscheinen vor unserem inneren Auge die Rhone in Fiesch, das herrschaftliche Dorf Ernen, Binn und die Kristalle im Binntal, die alten Passwege, die atemberaubende Aussicht auf Täler und Seen. Wir erfahren von den Mühen des Auf- und des Abstiegs, aber auch von den Glücksgefühlen beim Zubereiten der Mahlzeit im Freien, dem Übernachten bei Hirten und Bauern. Und dem Unterwegssein in der Abgeschiedenheit: «Das Tessin! Wir hatten zwei Grenzen überschritten, ohne einem einzigen Zöllner zu begegnen.» Der Anhang von Andreas Weissen bietet detaillierte Angaben zur heutigen Route, Vorschläge für Tagesetappen und Übernachtungsmöglichkeiten.

26. Juli 2019

Von Einödsbach zur Insel Sylt

Gerlinde Peters-Büngel: Von Einödsbach zur
Insel Sylt, Pro Business Verlag, Berlin, 2007
Gute 1100 Kilometer beträgt die Strecke von Einödsbach, dem südlichsten Wohnort Deutschlands, nach List auf der Insel Sylt, dem nördlichsten Wohnort. Gerlinde Peters-Büngel möchte diese Strecke zu Fuss zurücklegen, allein. Wie viel Kilometer sie letztendlich gefahren und tatsächlich gelaufen ist und was sie während der 43 Tage alles erlebt hat, darüber berichtet sie in diesem Buch.

Sie sagt über sich selbst: «Ich bin schon immer gern grosse Strecken gewandert. Grosse gesundheitliche Probleme haben mich aber vor 15 Jahren zur Frührentnerin gemacht. Mit der Lauferei war es vorerst vorbei. Mit sehr viel Geduld und einem starken Willen, habe ich meine Beweglichkeit und die sportliche Fitness wieder errungen. Nun war es an der Zeit, mir zu beweisen, wo heute meine Grenzen liegen.»

25. Juli 2019

Neues Handbuch Alp

Diverse Autoren: Neues Handbuch Alp, Zalpverlag,
Mollis, 2005
Mehr als 40 Autorinnen und Autoren bringen im Neuen Handbuch Alp ihr Wissen ein, vermitteln praktische Tipps und sinnieren über das Leben oberhalb der Waldgrenze. Oft mit einem Augenzwinkern, immer aus der eigenen Erfahrung heraus, griffig, kompetent, überraschend. Ein Buch, das quietscht wie ein Mund voll trockener Käsekörner und dampft wie ein Kuhfladen in der Morgenfrische, eine Buch für 100 Tage Alp oder eine durchwachte Nacht. (Klappentext)

24. Juli 2019

Auch Santiago hatte einen Hund

Peter Lindenthal: Auch Santiago hatte
einen Hund, Tyrolia Verlag, Innsbruck,
2006
Der bekannte Autor und Jakobswegforscher Peter Lindenthal beschreitet in seinem neuesten Buch wieder einmal neue Wege, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. In Tagebuchform – und damit an sein erfolgreiches Buch «Nach Santiago – wohin sonst!» anknüpfend – berichtet er von seiner Pilgerreise auf bisher wenig bis überhaupt nicht begangenen Jakobswegen vom Norden der Bretagne bis zum Fuss der Pyrenäen. 1200 Kilometer durch Frankreich, als «peregrinus», Fremder, tagelang mutterseelenallein, denn weit entfernt vom Rummel des spanischen Jakobsweges. Gleichzeitig hält er auch einen ehrlichen, oft berührenden Rückblick auf die 14 Jahre, während der ihn sein treuer vierbeiniger Gefährte Ajiz auf all seinen Pilgerreisen, über Tausende von Kilometern, begleitet hat, und dessen Tod im April 2004 der Anlass für diese 40-tägige «Trauerpilgerreise» war. Ein Buch sowohl für Pilger abseits der Trampelpfade als auch für Hundeliebhaber.

23. Juli 2019

Die Wanderbibel

Matthias Kehle, Mario Ludwig: Die
Wanderbibel, Heyne, München, 2011
Der Wanderer wandert. Immer und überall, mal lustvoll, mal sportlich, oft im Sommer, manchmal im Winter, undogmatisch oder mit heiligem Ernst. Matthias Kehle und Mario Ludwig erzählen von Menschen, die Gipfel sammeln wie andere Briefmarken, von skurrilen Begegnungen zwischen Gucci und Schöffel, sie entstauben politisch unkorrekt jede Hüttenromantik und erkunden unbekanntes Terrain in den Strassen einer Grossstadt. Das definitive Buch für jeden Wanderer und eine Offenbarung für alle, die dem Freizeittourismus in seiner schönsten Form verfallen sind. (Klappentext)

22. Juli 2019

Grenzen

Andrea Vogel: Grenzen, Bündner Monatsblatt,
Chur, 1995
Als «undurchführbar» bezeichneten Fachleute das Unterfangen, die Schweiz an deren Grenzen zu umrunden. Andrea Vogel hat das Unmögliche möglich gemacht. Im Sommer 1992 legte er in 83 Tagen die 1882 Kilometer lange Strecke zurück. Er bestieg dabei 151 Berggipfel, allein an einem Tag 11 Viertausender. In diesem Buch berichtet er von der strapaziösen «Grenztour-Schweiz», aber auch von seinen andern Expeditionen in aller Welt. (Klappentext)

21. Juli 2019

Quer durch Grönland

Michael Krug: Quer durch Grönland,
Tour-Reiseführer Verlag, Haina, 1991
In packender Weise schildert der Autor den Marsch einer fünfköpfigen Expedition quer durch die Schnee- und Eiswüste Grönlands. Anlass zu der Wanderung war der hundertste Jahrestag der ersten Grönlanddurchquerung durch den Norweger Fridtjof Nansen. Mit moderner Ausrüstung, aber wie Nansen zu Fuss, mit selbstgezogenen Schlitten und völlig isoliert von der Aussenwelt legten die fünf Männer auf ihrem Weg über das grösste Eisfeld der nördlichen Halbkugel eine Strecke von 700 Kilometern zurück.

Weit entfernt von moderner Heldenverehrung und mit gelegentlichem selbstironischen Augenzwinkern berichtet das Buch von alltäglichen Begebenheiten, Strapazen und Monotonie, aber auch von Glück und tiefer Zufriedenheit in einer froststarrenden Umwelt, die sich den Wanderern dennoch in all ihrer Grösse offenbart. Das grönländische Inlandeis, eine grenzenlose, menschenleere Wildnis von kristallener Schönheit.

20. Juli 2019

Auf Wanderwegen

Fritz Hockenjos: Auf Wanderwegen, Schillinger,
Freiburg i.Br., 1989
Aus dem Tagebuch eines Wanderers 1977–1982.

19. Juli 2019

Zwischen Wäldern und Wasser

Patrick Leigh Fermor: Zwischen Wäldern
und Wasser, Dörlemann, Zürich, 2006
Zwischen Wäldern und Wasser erzählt den zweiten Teil von Patrick Leigh Fermors Wanderung im Jahr 1934 durch das alte Europa, von Hoek van Holland nach Konstantinopel.

Hier treffen wir ihn wieder auf der Donaubrücke, wo wir ihn am Ende der Zeit der Gaben verlassen haben, und folgen ihm über Budapest, die Grosse Ungarische Tiefebene in die transsilvanischen Marschen, später ins Hochland der Karpaten bis zum Eisernen Tor, dem Ende Mitteleuropas, in eine Landschaft, die heute in den Fluten eines Stausees versunken ist. Fermor in Vollendung – farbiger, eleganter, lebensfroher und wissbegieriger denn je!
(Klappentext)

18. Juli 2019

Der Waldspaziergang

Diverse Autoren: Der Waldspaziergang,
Sanssouci Verlag, Zürich, 1987
Erzählungen, so liebenswert wie ein Lächeln im Altag. Leicht lesbar durch grosse Schrift. Lesevergnügen bei Tag und bei Nacht.

15. Juli 2019

Der Weltenwanderer

Gregor Sieböck: Der Weltenwanderer, Malik,
München, 2011
In drei Jahren von Bad Ischl nach Neuseeland – 15 000 Kilometer zu Fuss um die halbe Welt: Ein einfaches Leben ohne Ballast. Die Welt erkunden, ohne ihr Schaden zuzufügen. Diese Wünsche stehen am Anfang von Gregor Sieböcks einzigartigem «Weltenwanderer»-Projekt. Drei Jahre lang lässt er alles hinter sich zurück, streift auf Pilgerwegen durch Europa, staunt über die einsame Weite Lateinamerikas, folgt im Hochland der Anden den Spuren der Inkas, wandert zu den verzauberten Tempelbergen Japans und durch die Wildnis Neuseelands. Am Ende seiner Reise hat er mehr gefunden, als er je erträumt hatte, und er ist noch lange nicht angekommen ... (Klappentext)

Sieböck meint es zwar gut, fliegt mir aber definitiv zu heftig in der Weltengegend herum. Ein Wanderer ist ein Fussgänger und kein Jetsetter.

14. Juli 2019

Psychotrip für fünf Stutz

Gestern nun also die Begehung der Taminaschlucht. Es empfiehlt sich, vom Bahnhof Bad Ragaz zu Fuss auf dem schönen Schluchtsträsschen (allgemeines Fahrverbot, auch für Fahrräder!) zum alten Bad Pfäfers zu gehen (ca. 1 Std.), dasselbe zu besichtigen (Eintritt frei!) und sich am Ticketautomaten für fünf Franken die Erlaubnis zu holen, die Schlucht bis zur Thermalquelle begehen zu dürfen.

Nach dem Besuch der Quelle begebe man sich auf gut ausgebauten Wanderpfaden via Naturbrücke in die Höhe Richtung Pfäfers. Ein Holztreppenweg führt durch die lotrechte Wand hinauf zur Talstrasse. Auf dieser hinab nach Pfäfers und von da auf dem alten Weg, an der Burgrurine Wartenstein vorbei, erneut steil hinunter nach Bad Ragaz. Durch den öffentlich zugänglichen Kurpark und sodann alles dem rechten Taminaufer entlang bis zu deren Mündung in den Rhein, von wo es nur noch 10 Minuten an den Bahnhof sind.

Hier ein paar Eindrücke des Schluchtweges vom Bad zur 36.5° warmen Quelle, wo sich dem Fotografen unweigerlich die Linse seiner Kamera beschlägt. Wer dennoch fotografiert und mit wachen Sinnen durch den Stollen geht, erlebt für die fünf Franken Eintritt einen wahren Psychotrip.

Auf heiligen Spuren

Christian Krug: Auf heiligen Spuren, Reise
Knowhow, Markgröningen, 2006
Fünf Monate wandert Christian Krug zu Fuss durch Indien. Das Meer – der Fluss – die Berge: Auf drei Etappen erlebt er alle Gegensätze, die dieses Land zu bieten hat. Von Karnataka bis Mumbai wandert er 800 Kilometer an der paradiesischen Konkanküste. Er sieht die Touristenstrände Goas und kommt zu menschenleeren Buchten in Maharashtra. Am Fluss Narmada im Herzen Indiens taucht er in das ländliche Leben ohne Strom und ohne Strassen ein, wandert bei 40 Grad mit heiligen Männern und trifft Menschen, die seit Jahrhunderten Pilger versorgen. Im Land der Götter, dem «Dev Bhoomi» im Himalaya, sind die Hauptquellflüsse der Ganga seine Weggefährten. Bei Eis, Schnee und Steinschlag erreicht er Gaumukh, das «Kuhmaul» auf 4000 Meter Höhe – Quelle von Indiens heiligstem Fluss.

Indien in dem Tempo erleben, das dem Menschen am meisten entspricht – zu Fuss: Erst da erschliesst sich dieses unbegreifbare Land, das wie kein anderes die Gegensätze des 21. Jahrhunderts in sich vereint. Mit viel Hintergrundwissen und genauem Blick für das Verborgene erzählt Christian Krug von einem spannenden Weg mit faszinierenden Begegnungen und täglichen Überraschungen. (Klappentext)

13. Juli 2019

Paris–Bâle à pied

Arnold Kübler: Paris–Bâle à pied, Artemis,
Zürich, 1967 (vergriffen)
Mit Stock, Baskenmütze, Mantel und Tornister wanderte Arnold Kübler, der 75-Jährige, von Paris nach Basel, eine Fussreise von 500 km in 28 Tagen! Ein lang gehegter Wunsch führte den bekannten Schriftsteller und Zeichner auf liebenswürdig-abenteuerlichen, auf eingezeichneten und aufgespürten Wegen durch die französische Landschaft von Ort zu Ort. Arnold Kübler, der dem lärmenden und hastenden Zeitgeist mit sensiblem Stift und heiterer Feder begegnet, wusste nicht, ob ihm das Unternehmen gelingen würde, als er Paris verliess. Er hat Basel erreicht und mit seinem ersten Reisebericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» in Tausenden von Lesern die Sehnsucht nach Abhandengekommenem, nach glücklichem Verweilen und Schauen, nur der Sonne und dem Lauf der Sterne gehorchend, geweckt.

Hier liegt nun der ganze Reisebericht vor, erfüllt von Szenen humorvoller Begebenheiten und nachdenklicher Betrachtungen. Das Dokument einer eigen- und einzigartigen Persönlichkeit, die uns mit liebenswürdigem Wissen und reicher Erfahrung auf viele Möglichkeiten glückbringenden Daseins hinweist. (Klappentext)

11. Juli 2019

Der Antiquar

Hansjörg Schertenleib: Der Antiquar,
Fischer, Frankfurt/Main, 1994
Der Antiquar Arthur Dold, ein zurückhaltender Schöngeist und Träumer, verkauft alte Stiche, Globen und Atlanten. Er tut dies mehr aus Liebe zum Medium als aus reiner Profession, denn bereits als Kind hatte er akribisch Pläne und Karten gezeichnet, mit deren Hilfe er in Phantasiewelten abtauchen, ferne Kontinente entdecken und fremde Länder bereisen konnte. Auch als Erwachsener kann er von diesen Reisen auf topographischer Vorlage nicht lassen und schafft sich seine Fluchträume außerhalb der Alltagswelt. Eines Tages erinnert er sich an eine Zeichnung, die er als Junge in einem Versteck im Bootshaus des reichen Fabrikantenehepaars hinterlassen hat. Durch diese Karte gerät seine Stille und geruhsame Existenz peu à peu aus den Fugen, zusehends entgleitet ihm sein geregelter Alltag. (Inhaltsangabe zum Buch)

BE: Adelboden GR: Sils-Maria, Oberengadin, Julierpass, Maloja JU: Pierre Percée bei Courgenay TI: Lugano UR: Gotthardpass VD: Montreux ZH: Stadt Zürich, Zürichsee I: Bergamo PE: Lima

Aare-Quai


Der Aarequai in Thun verfügt über kein offizielles Strassenschild mit weisser Schrift auf blauem Grund. An dieser Stelle steht jedoch eine Stehle des alternativen Thuner Wegleitsystems.

9. Juli 2019

Wilde Mahd

Ernst Otto Marti: Wilde Mahd, Schweizer Druck-
und Verlagshaus, Zürich, 1951
Nahe den vergletscherten Grenzbergen Graubündens wohnen auf entlegenen Höfen schweigsame Männer und steigen jeden Sommer hinauf in die steilen Schroffen und Flühe, um das kräftige Wildheu in ihre Gaden zu tragen. Zäh wachen sie über das ungeschriebene aber überlieferte Recht der Wildheuer und ebensosehr auch über das innigere der Liebe.

Marti erzählt von dem dauernden Kampf um die stets bedrohte Existenz dieser Menschen. und er zeigt, wie ein mit der Natur in Fehde liegendes Geschlecht seine Heimat sich erhalten will. Mit liebevoller Einfühlung zeichnet der Dichter nicht nur den Schicksalsablauf seiner Hauptpersonen, sondern zugleich auch die Geschichte einer Dorfgemeinschaft. In diesem Buch verstricken sich Schicksal und Schuld und fordern nach den dem Menschen innewohnenden höheren Gesetzen ihre Sühne. Wir begegnen Gestalten voller Lebenstreue, Josi Rominger von Garfiun und seiner Schwester Andrea, dem alternden Säger und Dorfpräsidenten, der Gredi Flury, dem Berglehrer und vielen anderen.

Es wird ihnen allen nicht leicht gemacht, ihr Lebensgesetz und ihren Weg zu finden, aber das Leuchten der silbernen Grate und das ewige Rauschen der schäumenden Wasser und dunklen Bergwälder umschliesst Leben und Vergehen ihres Daseins als erhabene, versöhnende Melodie auch dort, wo Irrung oder Hass regierten.

Herrliche Naturschilderungen bilden den Rahmen eines Geschehens, das von dem von innerer Spannung getragenen Anfang in schwungvoller Steigerung zum versöhnenden Schlusse hinführt. Marti geht es darum, zu zeigen, wie die Stürme nicht nur über die Dächer und durch das Balkenwerk der Hütten, sondern auch durch die Herzen und Köpfe wild und aufbegehrlich brausen.
(Klappentext)

Moors Fazit: Ein bodenständig-solider literarisch angehauchter Heimatroman.

GR: Fiktives Prättigau bei Klosters

Adlerstrasse


8. Juli 2019

Der Eskimo

Peter Freuchen: Der Eskimo, Freitag-Verlag,
Berlin, 1982
An der Hudson-Bay war Mala, der Eskimo, auf die weissen Männer mit ihren grossen Schiffen und den Annehmlichkeiten und Verlockungen einer fremden Kultur gestossen. Gewehre, Tabak und Alkohol verändern die Lebensart der Eskimos anfangs kaum merklich. Die Pelzhändler und Walfänger nutzen nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die Gebräuche und die Gastfreundschaft der Eingeborenen aus. In unverschämter Weise bemächtigen sie sich der Eskimo-Frauen.

Nach und nach zerstören die weissen Eindringlinge die traditionelle Kultur der Eskimos und damit ihre Fähigkeiten, im akrtischen Klima zu überleben. Für die Eskimos wird es zu einer tödlichen Begegnung mit der Zivilisation.

Peter Freuchen hat mit diesem Buch ein glänzendes Beispiel des «ethnographischen Abenteuerromans» geschaffen. Auf spannende Weise werden hier mehr Kenntnisse über die Eskimos vermittelt als es so manches Lehrbuch vermag. (Klappentext)

CAN: Hudson-Bay

Ahornweg