31. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 91

Erst nachdem wir über dieses sein sonderbares Benehmen nähere Erläuterung verlangten und ihn fragten, warum er, anstatt in diesen gerade fortlaufenden Fussstapfen fortzuwandern, so grosse Umwege mit uns mache, zeigte er uns folgende, in der geschwinden Anwendung unseren Blicken entgangene Verfahrungsart etwas langsamer und deutlich. Fürs Erste nämlich beobachtete sein geübtes Auge, was wir andern oft, selbst wenn er darauf hindeutete, nicht einmal sahen, gewisse, kaum bemerkbare, meist in einer Linie, die durchschnitten werden musste, vor uns sich ausdehnende, schwache Vertiefungen im Schnee, die bisweilen, näher oder entfernter, rechts oder links, oder auch zu beiden Seiten, in offene Löcher oder Spalten ausliefen. Unter diesen oft unmerklichen, vertieften Linien im Schnee kann man allemal eine verborgene Spalte annehmen. Nähert man sich nun einer solchen Linie, um darüber wegzuschreiten, so muss man vorher sorgfältig mit dem gespitzten Stock den Schneegrund prüfen. Bald wird man finden, dass der Stock an einer oder an mehreren Stellen durchzustossen ist, und an allen diesen Stellen würde man sein Leben aufs Spiel setzen, wenn man ohne weiters seinen Fuss zum wirklichen Tritt darauf niedersetzte. Findet man aber diesseits und jenseits, in einer nicht mehr als etwa einen Fuss breiten Entfernung von der durchstossenen Schneedecke, dieselbe mit dem Stock undurchdringlich, so darf man ohne Gefahr darüber hinschreiten; wenn man dagegen, etwa drei Fuss weit vor sich hin, den Schnee durchstossen kann, so wende man sich sorgfältig, wenn auch noch Fusstritte von dem vor hergehenden Tag darüber wegführen sollten, gleichwohl von dieser Stelle weg und suche, auf oben beschriebene Art, eine sichere Schneebrücke über den drohenden Schlund.

Fortsetzung folgt

Wilds Hochzeitsreise

Josef Viktor Widmann: Wilds Hochzeitsreise,
Edition Wanderwerk, Burgistein, 2017
Die frisch verheirateten Wilds begeben sich auf ihrer Hochzeitsreise ins Lauterbrunnental im Berner Oberland. In der Standseilbahn Richtung Grütschalp erlaubt sich der junge Arzt, Arnold Wild, einen Scherz. Gegenüber den Mitreisenden gibt er die Angetraute als seine Schwester aus, was bei den männlichen Sommerfrischlern nicht ohne Wirkung bleibt. Was folgt, ist ein amüsanter Schwank im beschaulichen Ferienort Mürren zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in dem auch der spasshafte Medikus seinen Teil abbekommt.

«Wilds Hochzeitsreise» ist der zweite von insgesamt drei Bänden, der 2017 aus Anlass des 175. Geburtstages von Josef Viktor Widmann in der Edition Wanderwerk veröffentlicht wird. Bereits erschienen ist «Du schöne Welt – Wanderungen und Reisen in Italien und der Schweiz». Als dritter Titel erschien «Rektor Müslins italienische Reise».

BE: Lauterbrunnen, Grütschalp, Mürren, Obersteinberg, Stadt Bern

30. Oktober 2019

Die rote Bombe

Peter Stünzi: Die rote Bombe, Häx-Verlag,
Basel, 1998
«Um Himmels willen! Wir stürzen ab ...» Das waren die letzten Worte, die der Pilot der PIPER HB-PIR sprach. Dieser Flugzeugabsturz leitete im Leben Oscar Charlys und seiner Söhne ein Drama ein, das vergessen lässt, was wir bisher über die Zeiten, die Zukunft und die Vergangenheit gewusst haben.

Basel im Dschungel?

Peter Stünzi lässt in diesem Roman einen verzweifelten Oscar Charly zwischen den Welten, den Zeiten und den Kulturen pendeln. Ein packender Roman, der den Leser nicht loslässt und ihn zum Nachdenken über den Lauf der Zeiten anregt. (Klappentext)

BS: Stadt Basel

Moors Fazit: Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten etliche schlechte Romane gelesen. Dies war einer der schlechtesten.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 90

Wir stiegen nun auf dem sanften Abhang des Gletschers, mit dem einzigen Führer viel ruhiger und sicherer hinan, als gestern mit zweien; denn wir bemerkten sogleich, dass, ungeachtet der weit bessern Beschaffenheit des Gletschers rücksichtlich der Spalten, dieser Führer dennoch weit behutsamer darauf fortschritt, als die gestrigen Spaltenüberspringer. Ebenso sahen wir alle zweihundert Schritte die vor wenigen Tagen von ihm selbst als Zeichen gesteckten Zweige, von denen zwar viele, teils durch Niederschmelzen des Schnees, teils durch die Stürme umgeworfen waren. Diese Zeichen standen meistens an gefährlichen oder doch verdächtigen Stellen, die man vor dem Wegschreiten darüber genau sondieren musste. Erst jetzt erhielten wir einen deutlichen Begriff von der Art, wie man einen mit Schnee bedeckten Gletscher sorgfältig überschreiten müsse, und da man selten einen so gründlichen, praktischen Unterricht in einer Verfahrungsart, von der das Leben des Reisenden abhängen kann, erhält, wie wir hier das Glück hatten, so mache ich es mir zur Pflicht, in eine etwas umständlichere Beschreibung derselben einzutreten. Das Erste, was uns dabei auffallend war, und was die fast tägliche Veränderung der Schneedecke durch das Abschmelzen in den heissen Sommertagen, zumal während heftiger Gewitterregen, beweist, ist der Umstand, dass wir den noch sichtbar vor uns liegenden Fussstapfen der vor wenigen Tagen hier durchpassierten Personen, doch jetzt schon nicht mehr überall folgen durften, ohne, wie wir erst nachher einsehen lernten, grosse Gefahr zu laufen; sondern, ohne für uns zuerst bemerkbare Ursachen, dem Führer auf bedeutenden Umwegen folgen mussten.

Fortsetzung folgt

29. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 89

Den 27. Juli früh um 5 Uhr, traten wir zum zweiten Mal den Weg nach dem Matterhorngletscher an, und zwar mit besseren Aussichten auf einen glücklichen Fortgang, als das erste Mal. Wir stiegen zuerst in der Richtung gegen das Matterhorn nordöstlich über Alpweiden hinan, und kamen in einer Stunde zu den obersten Schafweiden, Plantendre genannt, welche sich bis an kahle Felsentrümmer hinanziehen. Über dieses meist aus Ton- und Hornblendeschiefer bestehende Felsengeröll geht der Weg anderthalb Stunden ziemlich steil hinan, bis zum Anfang des Gletschers, wo links, auf einem aus dem Eis und Schnee vorspringenden Felsen, eine zerfallene, trockene Mauer mit Spuren von Schiessscharten bemerkbar ist. So wie man aber bis dahin mehr nördliche Direktion zu behalten hat, so muss man jetzt, und besonders gegen die Höhe des Passes hin, mehr östliche Direktion annehmen, und auf diese Weise in einem grossen Bogen das Matterhorn umgehen. Vor alten Zeiten soll zwar in gerader Richtung ein kürzerer Pass ganz nahe am Fusse dieses Felskolossen hingeführt haben, der aber durch Felsstürze und Verschlimmerung der umgebenden Gletscher ganz unbrauchbar geworden ist, so dass man jetzt weit mehr östlich, den Umgebungen des Monterosa sich nähern, und auf der Walliser Seite dann nördlich hinabsteigen muss.
Fortsetzung folgt

28. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 88

Der alte Mann erzählte uns nebst manch Anderem, dass vor dreissig Jahren einige Reisende auf der Höhe des Gletscherpasses Zelte aufgeschlagen und einige Zeit da gewohnt hätten. Ohne Zweifel war darunter H. von Saussures dreitägiger Aufenthalt 1792 verstanden, als er seine Beobachtungen und Messungen des Matterhorns und der umliegenden Gebirge vornahm.

Der Nachmittag verstrich, ohne dass Sturm und Regen uns auch nur den kleinsten Ausflug in die nächsten Umgebungen zugelassen hätten. Dennoch machten uns die Bewohner der Hütte die Hoffnung, morgen den Gletscher übersteigen zu können, wozu vor dem Schlafengehen alles in Bereitschaft gebracht wurde. Unser Nachtlager bestand aus Heu unter einem kleinen, engen Dachraum über dem Stall, wo wir nur auf dem Bauch hineinkriechen und nicht aufsitzen konnten, ohne den Kopf an die Steine zu stossen, mit denen das Dach bedeckt war. Feurige Blitze, deren Licht durch die zahlreichen Spalten des Daches zu uns eindrang, schreckten uns öfters auf, und der an den hohen Felsen sich brechende Donner verursachte ein ganz eigenes Getöse. Bis früh morgens hielt der Regen an, dann zerteilte sich das Gewölk, und der Führer erfreute uns mit der Mahnung zum Aufbruch, wozu wir geschwind bereit waren.
Fortsetzung folgt

27. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 87

Währenddem unser zukünftige, kräftige Führer Jean Baptiste, sich ungeachtet des starken Regens auf den weiten Weg in das nächste Pfarrdorf talabwärts begab, um uns für den Abend und den folgenden Tag mit Wein und Brot zu versehen, widmete sich sein guter alter Vater ganz unserem Dienste. Er suchte die besten Leckerbissen in seiner Hütte zusammen und bereitete aus frischen Eiern, die wir hier gar nicht erwartet hätten, einen uns jetzt vortrefflich schmeckenden Kuchen. Auch wurde eine Portion grüner Bohnen, die diese Leute als eine Seltenheit sechs Stunden weit her, aus dem unteren, milderen Teil des Tales zum Geschenk erhalten hatten, für uns, freilich nicht auf die schmackhafteste Weise zubereitet. Ein wahrhaft rührender Zug aber von der Gastfreundschaft und Dienstfertigkeit dieser guten Leute war es, dass ungeachtet unserer dringend wiederholten Weigerung, eine treue Haushenne musste abgeschlachtet werden, um uns mit einem guten, gebratenen Bissen für die morgige Gletscherreise zu versehen.
Fortsetzung folgt

26. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 86

Unser heutiges Schicksal erinnerte mich lebhaft an das in Saussures Alpenreisen beschriebene, ihm selbst wiederfahrene ganz ähnliche. Er wollte nämlich mit seinem Sohn, den 12. August 1789, auch von St-Jacques d'Ayas aus, den Gletscher passieren; aber bei den Cimes Blanches, im Angesicht des Gletschers, hemmte ein dichter Nebel ihr weiteres Vordringen. Sie stiegen ebenfalls nach Breuil herab und hatten, nach einer stürmischen Nacht, am folgenden Tag dennoch das Glück, bei schönem Wetter den Gletscher ohne Unfall zu passieren. In der Hoffnung, dass uns morgen dieses gleiche Schicksal zuteil werde, unterhielten wir uns zum Zeitvertrieb bestmöglich mit den traulichen Bewohnern der Hütte. Die im obersten Hintergrund des Val Tournenche, gegen den Matterhornpass hin, gelegenen Hütten, von denen eine jetzt unsere Herberge war, heissen Chaumont und liegen nicht weit oberhalb Breuil, des letzten Sommerdörfchens dieses Tales. Die Höhe von Breuil bestimmt H. von Saussure auf 6180 Fuss über Meer, so dass also dieser tiefe Talgrund beinahe die höchste Höhe des St. Gotthardpasses hat.
Fortsetzung folgt

25. Oktober 2019

Im Bergwind

Paul Portner: Im Bergwind, Verlag Otto
Walter, Clarens-Montreux, 1976
«Jahrelang war ich als Alleingänger in den Bergen. Meine ausgedehnten Märsche führten mich meist über einsame Joche, Furggen, Lücken und Pässe wenig begangener Gegenden, denn ich wollte mit der Natur allein sein und keine lärmigen Weggenossen um mich haben. Mit zunehmendem Alter fand ich allmählich Gleichgesinnte, auf deren Drängen ich immer neue, für alle unbekannte Gebiete ausheckte. Statt Samstag für Samstag all die Vorbereitungen zu treffen für eine Bergtour, fanden wir Spass an grossen Wochentouren, welche uns in der Folge vom Rhätikon bis hinüber zur Grand Dixence führten. Und weil das Organisieren von Verpflegung, Schlafplätzen und Routenwahl zu meinem eigentlichen Hobby wurde, übertrug man mir vertrauensvoll die Leitung und freute sich: keinerlei Sorgen zu wälzen, nur hintennach zu laufen und so richtig geniesserisch all das Schöne in sich aufnehmen zu können. Meine lieben Kameraden nahmen mir oft das Notieren von Episoden ab, ich setzte Namen und Höhenangaben der Übergänge richtig in die Berichte und im Redigieren all der Gedankengänge entstanden so hübsche Wanderberichte. Ich merkte auch bald, dass noch weitere Kreise Freude an unseren Schilderungen hatten und so setzte ich mich hin – ein Bergbuch entstand. Es ist kein Werk mit Sensationen, Erstbegehungen oder mit ausgeklügelten Karten oder Skizzen … es schildert schlicht und einfach das Erlebnis unter Kameraden. Mehr soll es auch nicht sein.

Aber dennoch spornt es vielleicht viele Unschlüssige an, ein Gleiches zu tun. Dazu braucht es keine technischen Hilfsmittel, wie beispielsweise Steigeisen für Gletscher. Was es aber unbedingt braucht, das sind gute Füsse, einen verträglichen Charakter und vor allem ein frohes Herz mit dem ungestümen Drang zu der weiten Ferne grossem Tor – dazu den Mut, auch in etwas einsamen Gegenden, also abseits der Heerstrassen seine Pfade zu suchen. Es sei ausdrücklich erwähnt, dass alle in diesem Erlebnisbuch geschilderten Routen gut markiert sind und von jedem gesunden Menschen mit etwas Bergerfahrung gemeistert werden können – vielleicht ja nicht unbedingt in dem Wochentramp, der uns Trainierten eigen war. Ich danke allen meinen Kameraden, die mithalfen mit Wandemotizen und die mir oft mit ihrem goldigen Humor Schlechtwettertouren erheiterten. Mögen diese teils ernsten, teils heiteren Aufzeichnungen recht viele Herzen erfreuen und sie aufwecken und zu mobilisieren für den Kampf um die erhabene Schönheit unserer herrlichen Bergwelt.»

Vorwort des Autors (mangels Klappentext)

24. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 85

Das offene, gerade Aussehen dieses Mannes, der uns die Zusicherung in Gegenwart seines grauen Vaters und seines jungen Weibes gab, liess uns nicht den geringsten Zweifel an der Wahrheit derselben, und flösste uns vollkommenes Zutrauen und Beruhigung ein. Es war noch nicht Mittag, als wir in dieser Hütte ankamen. Der Regen goss sich stromweise herab, und wenn wir schon in völliger Ungewissheit über die Möglichkeit der Fortsetzung unserer Reise, in einer elenden, dunklen Hütte, wo nicht einmal genug Licht einfiel, um schreiben oder lesen zu können, durch die ungünstigsten Umstände von den bereits bald erreichten Grenzen der Schweiz ins Piemont zurückgetrieben, wie Verbannte hier eingekerkert waren, so priesen wir uns doch glücklich, dass ein guter Geist uns eingegeben hatte, vom Gletscher umzukehren, wo der brausende Sturm uns in die grösste Gefahr hätte bringen müssen.
Fortsetzung folgt

23. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 84

Wir folgten also unseren hinterlassenen Spuren im Schnee rückwärts und hatten Ursache, uns glücklich zu preisen, als wir wieder auf festem Felsengrund standen, von wo wir sogleich die Richtung nach dem Tournenchetal einschlugen. Als wir eine Stunde weit auf kahlen, lockeren Felstrümmern steil hinunter gestiegen waren, entliessen wir auf ihr Verlangen unsere beiden unwissenden Führer, die jetzt schon keine Fortsetzung des Weges mehr kannten. In etwelche Verlegenheit aber setzte uns das Verlangen unseres wackeren Trägers aus Saas, der auch den langen, mühsamen Weg der letzten vier Tage bis in seine Heimat zurückkehren und uns also plötzlich verlassen wollte, nur weil er uns von der Möglichkeit sprechen hörte, bei anhaltend schlechtem Wetter vielleicht genötigt zu werden, den grossen Umweg über Aosta und den grossen Bernhardsberg ins Wallis zurückzunehmen. Nach wiederholten Bitten und Vorstellungen liess er sich endlich bereden, uns noch bis Breuil hinunter zu folgen, dessen oberste Hütten wir nach anderthalbstündigem Heruntersteigen ganz durchnässt erreichten, und sogleich das Glück hatten, einen, wie sich nachher zeigte, sehr guten und erfahrenen Führer, Jean Baptiste Menabraye, aufzufinden, in dessen armseliger Hütte sodann das Logis genommen wurde, da er versicherte, uns an dem ersten schönen Tag glücklich über den Gletscher zu führen, den er vor fünf Tagen der Letzte gewesen sei, der ihn passiert, und den Weg mit Zweigen ausgesteckt habe.
Fortsetzung folgt

22. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 83

Dieser Entschluss gefiel nun zwar unseren Führern gar nicht; denn sie glaubten, dadurch ihren bedungenen grossen Lohn zum Teil zu verlieren; als wir ihnen aber versprachen, dass sie den nämlichen Lohn bekämen, wenn sie uns glücklich in die obersten Alpen des Tournenchetals hinunterbrächten, wie wenn sie uns bis St. Theodul, auf der obersten Höhe des Gletscherpasses gebracht hätten, so waren sie zufrieden und kehrten wieder mit uns zurück. Im dichten, finsteren Nebel war es ein Glück für uns, dass sich die Fusstritte tief in den Schnee eingedrückt hatten. Dies bewahrte uns allein vor gefährlichen Verirrungen auf dem zackigen Weg zwischen den fatalen Spalten herum. Selbst der Kompass, nach dem ich immer genau die Richtung beobachtet hatte, in der wir gegangen waren, hätte uns da nichts mehr geholfen, weil man keine zwanzig Schritte in der gleichen Richtung gerade fortwandern konnte.
Fortsetzung folgt

21. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 82

Zu baldiger Aufhellung des Wetters war keine Hoffnung mehr; denn es verschlimmerte sich mit jeder Minute, und hätte es auch aufgeheitert, so waren wir nach dieser kurzen Erfahrung nur zu sehr überzeugt, dass wir mit unseren, ebenso verwegenen, als unwissenden Führern der augenscheinlichsten Gefahr entgegen gingen. Es war jetzt daher unser einzige und sehnlichste Wunsch, von den drohenden Eisschlünden weg, wieder auf festen Felsengrund zurückzukehren; und da wir vorher, bei hellerem Wetter, von den Cimes Blanches herunter die obersten Alpen des Tournenchetals erblickt hatten und zugleich wussten, dass von dort aus ein weniger gefährlicher Weg über den Gletscher führt, so entschlossen wir uns, nach vollbrachter glücklicher Rückkehr vom Eis, jenen Talgrund aufzusuchen, um womöglich in Breuil, dem obersten Sommerdörfchen desselben, einen besseren Führer zu finden.
Fortsetzung folgt

20. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 81

Erst jetzt, als wir sie über ihre Unkenntnis des Gletschers zur Rede stellten, gestanden sie, dass sie ihn diesen Sommer noch nie passiert hätten und seit dem vorigen Jahr derselbe sich so verändert habe, dass man sich gar nicht mehr auf ihm zurechtfinden könne. So wurde unsere Lage immer bedenklicher, und am Ende hüllte sich auch unser Leitstern, das Matterhorn, wieder in Wolken, die immer dichter wurden, und zuletzt mit Sturm begleitet in Regen sich auflösten. Da standen wir nun, mitten in einem Labyrinth von vielleicht mehreren hundert Fuss tiefen Gletscherspalten, von dunklen Wolken und Regen umhüllt, keine zweihundert Schritte weit sehend und mit stummen, aber bedeutungsvollen Blicken einander anschauend.
Fortsetzung folgt

Happy

Doris Dörrie: Happy, Diogenes, Zürich,
2002
Drei befreundete Paare treffen sich zum Abendessen im schicken Apartment von Charlotte und Dylan. Doch die Fröhlichkeit, die solche Treffen in früheren Zeiten bei einer Pizza in der Kneipe um die Ecke hatten, will sich nicht mehr so recht einstellen: Emmilia und Felix fühlen sich ausgestossen, weil sie seit kurzem kein Paar mehr sind, zwischen Charlotte und Dylan knistert es unangenehm, einzig Anette und Boris sind noch glücklich verliebt. Und als Emilia plötzlich behauptet, dass die meisten Männer ihre Frauen im Dunkeln nicht erkennen würden, beginnt ein Experiment, das Folgen haben wird.

D: Berlin

Moors Fazit: Ein mitunter amüsantes Theaterdrama, das nachhaltigen Sinnierstoff über das verzwickte Verhältnis zwischen Mann und Frau bietet.

19. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 80

Nun ging es, rechts und links die Spalten umgehend, noch etwas vorwärts, aber diese offenen und verdeckten Fallgruben wurden je länger je mehr und grösser, und kaum hatten wir mit einem Umweg eine umgangen, so lag wenige Schritte vor uns wieder eine andere. Selbst die früher so verwegenen Führer wurden jetzt verlegen. Der eine wollte oben herum, der andere unten herum das Spaltenlabyrinth umgehen, aber wir waren so vertieft darin, dass uns nichts anderes übrig blieb, als entweder mit der grössten Gefahr noch weiter vorwärts zu dringen, oder den Rückweg einzuschlagen.
Fortsetzung folgt

18. Oktober 2019

Zu Fuss hält die Seele Schritt

Achill Moser: Zu Fuss hält die Seele Schritt,
dtv., München, 2018
Ob entlang des Nils oder auf Island, ob in der Wüste oder durch Chinas Hauptstadt: Überall war Achill Moser auch unterwegs zu sich selbst. Er machte die Erfahrung, dass sich beim Gehen der Blick auf die Innen- und Aussenwelt verändert; dass Gehen ein Allheilmittel gegen die Stressfaktoren der Zivilisation ist, eine wohltuende Rückkehr zur Langsamkeit. Wer gehend reist, erlebt Entschleunigung pur, er macht die Natur zur Denklandschaft und gibt der Seele den Freiraum, den sie braucht. Und so ist dieses Buch eine wunderbare Mischung aus Reisebericht und Achtsamkeitstraining. (Klappentext)

Moors Fazit: Lesen!

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 79

Jetzt erst kam der Zeitpunkt, da wir unsere beiden piemontesischen Führer, besonders aber den jüngeren, als höchst unvorsichtig und verwegen kennen lernten; denn diese Burschen sprangen über Spalten, welche drei bis vier Fuss weit offen standen, und forderten uns auf, ihren Schritten auf den Schneebrücken nachzufolgen, die man mit dem Stock leicht durchstossen konnte. Unter solchen Umständen nötigten wir sie endlich, ihre mitgenommenen Seile wenigstens zu gebrauchen und uns damit in acht bis zehn Fuss weiter Entfernung aneinander zu befestigen, was mit einigem Lächeln über unsere Ängstlichkeit geschah.
Fortsetzung folgt

17. Oktober 2019

Es begann anno '82

Als ich am 28. März 1982 den ersten Eintrag in mein Wandertagebuch machte, hätte ich nicht gedacht, dass dieser dereinst in Buchform erscheinen würde. Doch nun, gute 37 Jahre später, ist genau dies zur Tatsache geworden! Die neuste Publikation in der Edition Wanderwerk beinhaltet freilich mehr als nur die Bemerkungen zu jener Wanderung vom seeländischen Aegerten nach Solothurn, die ich übrigens mit einem klobigen Tramperrucksack aus der legendären EPA absolvierte. In «Wegrandnotizen» versammeln sich Wander- und Reiseerinnerungen von 1982 bis und mit 1989, also aus genau jenem Jahrzehnt, das auf die eine oder andere Art bis ins Hier und Jetzt nachhallt. Weitere Informationen zu diesem 1. Band meiner fussgängerischen und fahrradmässigen Erlebnisse befinden sich hier.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 78

Eine Viertelstunde weit genossen wir das Glück, auf dem beinahe flachliegenden, rauen, gar nicht schlüpfrigen Gletschereis, wie auf einem ebenen Boden, ganz sicher und unbesorgt fortschreiten zu können, und auch nachher erschienen zuerst nur ganz kleine, offenliegende Spalten, die wir leicht überschreiten konnten, und deren inwendiges, schönes, durchscheinendes Smaragdgrün wir mit Bewunderung betrachteten. Bald aber zeigte sich der Gletscher mit seinen immer häufiger, tiefer und breiter werdenden Spalten, die zuerst mit weniger, je weiter wir aber kamen, immer tieferem und dabei so weichem Schnee bedeckt waren, dass wir oft bis an die Knie einsanken. Die kleineren Spalten verschwanden unter der trügerischen Schneehülle, und nur die grössten standen zum Teil weit offen, bald als trichterförmige Öffnungen, bald als lange fortlaufende, dunkle Vertiefungen, die uns oft den Weg quer durchschnitten und uns zu grossen Umwegen nötigten, um Schneebrücken zu suchen, welche aber immer zuerst mit dem hineingestossenen Stock über ihre Haltbarkeit sondiert werden mussten.
Fortsetzung folgt

16. Oktober 2019

Der weisse Horizont

Robert Peroni: Der weisse Horizont,
Hoffman und Campe, Hamburg, 1984
Zu Fuss, ohne Schlittenhunde, technische Hilfsmittel und Versorgunsdepots durchquerten drei südtiroler Bergsteiger 1400 Kilometer grönländischer Eiswüste. Sie bewältigten in knapp drei Monaten eine Strecke, für die die legendäre Wegener/Koch-Expedition mit Pferden volle zwei Jahre gebraucht hatte. Umgerechnet auf einen Leichtathletik-Rekord ist das wie ein Hundert-Meter-Sprint in fünf Sekunden. Als die drei arktischen Wanderer nach 88 Tagen und schier unvorstellbaren Strapazen ihr Ziel erreichten, hatten sie neue Massstäbe für die Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit gesetzt. (Klappentext)

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 77

Schon früher hatten unsere Führer erklärt, dass hauptsächlich das Matterhorn ihr Wegweiser auf dem Eismeer sei, und dass, wenn solches nebst seiner Umgebung in Nebel gehüllt sei, man sich ohne die grösste Gefahr nicht auf den Gletscher wagen dürfe und viele Stunden lang, ohne vorwärts zu kommen, darauf herumirren könnte. Wir machten uns beim Erscheinen dieses erhabenen Giganten auf den Weg und hatten nach wenigen hundert Schritten, das am Rand mit Erde und Steinen verunreinigte Gletschereis erreicht. Es war uns höchst auffallend, und auch die Führer erklärten es für eine grosse Seltenheit, dass in dieser Höhe von mehr als neuntausend Fuss, nicht nur auf dem Felsgrund, sondern auch bis weit auf die kalte Fläche des Gletschers hinein, aller Schnee weggeschmolzen war. Diese Tatsache beweist, wie schwankend und unzuverlässig die Bestimmungen der Schneelinie oder der Grenze des immer bleibenden Schnees unserer Alpenkette sei, welche von 7500 bis 8500 Fuss angenommen wird; wobei aber eine Hauptsache zu bemerken ganz ausser Acht gelassen wird, dass nämlich nebenliegende, sehr hohe Gebirge die Schneelinie um 1000 bis 2000 Fuss zu erhöhen im Stande sind. Für jeden Gletscherwanderer ist es ein Glück, wenn das Eis vom Schnee entblösst ist; denn dieser bildet, oft nur wenige Zoll dicke, unter dem ersten Fusstritt zusammenbrechende Hüllen über hundert Fuss tiefe Spalten, die schon manchen, auch Vorsichtigen, verschlungen haben.
Fortsetzung folgt

15. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 76

Unterdessen frühstückten wir ein wenig von dem mitgenommenen Brot und Käse. Ich untersuchte die umliegende Gebirgsart und fand flach südlich eingesenkten, viel Hornblende enthaltenden Gneis, der zuweilen dem Hornblende- und Grünsteinschiefer nahe kommt. Währenddem wir so eine halbe Stunde lang im Nebel sassen, und auf dessen Verschwinden harrten, hörten wir mehrere Male südöstlich neben uns ein donnerähnliches Getöse, worüber unsere Führer sich stritten, ob es von den nahen Gletschern, oder von wirklichem Donner herrühre. Dieses letztere, als eine Vorbedeutung von schlechter Witterung, beunruhigte uns in der jetzigen Lage nicht wenig, besonders da es wirklich immer mehr Wahrscheinlichkeit gewann. Inzwischen wurde der Nebel durch einen Windstoss aus Süden ein wenig zerrissen, und plötzlich zeigte sich unserem überraschten Blick, in dem dunklen Blau des an einer Stelle entwölkten Himmels, eine kolossale, mit Eis und Schnee behangene Felspyramide in nördlicher Richtung ganz nahe scheinend vor uns. Es war das Matterhorn, Mont Cervin, das selbst von unserem hohen Standpunkt aus, der nach Saussures Messungen 9500 Fuss über das Meer erhaben ist, noch als ein gewaltig hohes Felshorn erschien, und ganz frei aus dem dunkelblauen Hintergrund des Himmels empor sich erhebend, mit seinem hell glänzenden Kleid von Eis und Schnee, den Fuss in Wolken gehüllt und wie auf ihnen schwebend, einem mächtigen, überirdischen, hohe Ehrfurcht gebietenden Wesen glich, dessen Anblick so wundervoll und einzig war, dass man seine Augen kaum wieder davon wegwenden konnte.
Fortsetzung folgt

14. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 75

Nach zweistündigem Steigen kamen wir zu zwei kleinen, meist zugefrorenen, jetzt aber offenen Seen, Lacs d'Aventine genannt, die in trichterförmigen Vertiefungen liegen, und von denen der grössere eine halbe Stunde im Umfang haben mag. Der Tag war unterdessen vollkommen angebrochen, aber, statt des ersehnten hellen Sonnenaufgangs, überzog sich der vom Morgenrot gefärbte Himmel immer mehr; alle Höhen hüllten sich in dicke Nebelwolken, und als wir bei den Cimes Blanches, der Scheideck[1] zwischen den obersten Teilen des Ayas- und dem westlich davon liegenden Tournenchetal, angekommen waren, standen auch wir so dicht in diese Wolken gehüllt, dass wir genötigt waren, anzuhalten, um nicht irre zu gehen.

[1] Col Nord des Cimes Blanches (2981 m).
Fortsetzung folgt

13. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 74

Wir machten uns am 26. Juli früh, gegen drei Uhr, noch in der Dunkelheit mit den zwei Piemonteser Führern und unserem Träger aus dem Wallis auf den Weg und stiegen in nordöstlicher Richtung, zuerst eine halbe Stunde steil hinan, immer mehr am linksseitigen Abhang des Tales; dann kamen wir auf etwas flachere Schafweiden, die das Tal in der Höhe schliessend umgeben und weit ausgedehnt sind. Sie heissen Rolin de l'Aventine und sind zuoberst nur in den wärmsten Sommern schneeleer. Man hat hier die Cimes Blanches, drei hohe, kahle Felshörner, nördlich vor sich; nachdem man sich aber in einem grossen Bogen nördlich herumgezogen hat, sieht man diese Hörner unerwartet umgangen und in seinem Rücken.
Fortsetzung folgt

12. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 73

Welch ein Unterschied war zwischen diesem und dem früheren Empfang jener freundlichen, Deutsch sprechenden Weiber! Gerne hätten wir hier unser Heulager unter einem luftigen Dach, das einer Räuberhöhle glich, vertauscht gegen die zwei früheren Faxenlager in gut verschlossener, friedlicher Hütte. Es wurde beinahe Mitternacht, bis wir nur einen Topf voll warmer Milch bekamen, die wir mit reingeschabter Schokolade etwas nährend und stärkend machten. Auf dem Lager war es uns so unbehaglich, dass mein Reisegefährte und ich nur halb schlafend oder von Müdigkeit halb betäubt, unter beunruhigenden Schreckensbildern die wenigen, zum Schlaf bestimmten Stunden zubrachten, und froh waren, als unser Führer schon um zwei Uhr morgens uns aufforderte, unsere heutige mühsame Tagesreise anzutreten.
Fortsetzung folgt

11. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 72

Es wurde wirklich, nachdem wir den Talschlund mit einem dreiviertelstündigen Umweg umgangen hatten und uns wieder am linkseitigen Abhang des Haupttals befanden, der Weg sehr steil über Felsenblöcke ansteigend, deren tiefe Zwischenräume mit Gras verdeckt waren, was in der Dunkelheit einen unsicheren Tritt verursachte. Nachdem wir so eine halbe Stunde, zum Teil mit Händen und Füssen, in der Dunkelheit mühsam hinangeklettert waren, erreichten wir endlich die oberste, bewohnte Sennhütte dieses Tals, deren umliegendes, sehr hohes Alpengelände l'Aventine genannt wird. Nach dieser mühevollen, vierzehnstündigen Tagesreise, auf welcher zwei Scheidecken, jede von mehr als achttausend Fuss Höhe, überstiegen worden waren, schreckte uns die Beschaffenheit dieser schwarzen, schmutzigen Hütte etwas ab, denn sie war das genaue Gegenteil von den reinen, gemauerten Hütten, die uns zwei Nächte früher zum Nachtlager gedient hatten. Noch niederschlagender aber war der Empfang von einigen, mehr Räubern als Hirten gleichenden Kerlen, die uns misstrauisch angrinsten und mit einem Patois anredeten, von dem wir kein Wort verstanden.
Fortsetzung folgt

10. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 71

Der Weg führte uns zuerst ziemlich horizontal, am steilen, teils begrasten, teils bewaldeten, linkseitigen Talhang hin, bis wir in einer halben Stunde an den tiefen und finsteren, mit Wald bewachsenen Schlund eines engen Seitentals kamen, das unseren Weg ganz abzuschneiden schien. In der Dämmerung fand es unser Führer für besser, uns mit einem kleinen Umweg horizontal in das Quertal hinein, und, nachdem wir im Hintergrund auf einer kleinen Brücke den nur wenig höher seinem Gletscher entsprungenen Talstrom passiert hatten, auf dem entgegengesetzten Hang wieder ziemlich horizontal herauszuführen, als dagegen an der Mündung des Tales in eine tiefe Schlucht uns herunter, und jenseits wieder hinauf steigen zu lassen. Es wäre auch ziemlich interessant gewesen, den erst grünen und etwas höher schon vergletscherten Hintergrund dieses uns plötzlich in die Quere gekommenen Tales, näher zu betrachten, wenn es die schnell eingetretene Dunkelheit nur gestattet hätte. Stattdessen aber mussten wir eilen, den rauen Teil dieses Weges noch zurückzulegen.
Fortsetzung folgt

9. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 70

Noch muss ich hier zum Voraus bemerken, was uns ebenfalls vorher schon zu wissen höchst wichtig gewesen wäre, aber erst nachher die Erfahrung uns gelehrt hat, und wovon das Leben des Reisenden abhangen kann; dass nämlich jeder Führer, der seinen Reisenden den Vorschlag machen kann, sie unter gewissen, billigeren Bedingnissen nur bis St. Theodul oder auf die oberste Höhe des Passes zu bringen, schon deswegen zu jener Klasse von Führern gezählt werden darf, die, um der Bequemlichkeit willen, am gleichen Tag wieder nach Hause zurückkehren zu können, das Leben der ihnen sich Anvertrauenden auf die gewissenloseste Art preisgeben. Obschon uns während der ziemlich langen Unterhandlung, der hier zu dingende Führer je länger je zweideutiger vorkam, so blieb uns jetzt doch keine andere Wahl übrig. Das Geforderte wurde ihm auf Wohlverhalten hin zugesagt, und währendem wir für Lebensmittel sorgten, sorgte er für einen Kameraden und die nötigen Seile, ohne welche man auch weniger gefährliche Gletscher niemals passieren sollte. Dann eilten wir, gleich Anfangs in der Dämmerung und später in der Dunkelheit, auf ziemlich rauem Pfad dem Nachtlager zu.
Fortsetzung folgt

8. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 69

Diese uns übertrieben scheinende Forderung konnten wir doch nicht sogleich angehmen und glaubten etwas abmarkten zu müssen; allein er bestand darauf und schützte nun erst allerlei mehr und minder glaubwürdige Gründe vor, von denen vorher keine Rede gewesen war. Die wirklich vorhandenen Hauptursachen der übertriebenen Forderungen der wenigen, hier sich findenden Führer aus dem Ayastal über die Gletscher nach dem Zermatttal im Wallis sind: Das jederzeit Gefährliche und Mühsame des Passes selbst; ferner der oft schon eingetroffene Fall, dass die Führer, bei eingetretener stürmischer Witterung mehrere Tage auf der anderen Seite bleiben und günstigere Witterung abwarten mussten, bevor sie über die Gletscher wieder in ihre Heimat zurückkehren durften; dazu kommt, dass kein Führer allein geht, sondern dass ein jeder wegen der Rückkehr einen Kameraden mit sich nimmt, der ihm im Notfall beistehen und an den er sich mit einem Seil befestigen kann; und endlich muss noch der Umstand erwähnt werden, dass dieser Pass sehr selten und weniger von Reisenden als von Flüchtlingen besucht wird, welche diese unwegsame Gegend betreten, um vor den Nachstellungen gesichert zu sein. Besonders 1821 sollen während der piemontesischen Unruhen mehrere vornehme Edelleute ihre Flucht über diesen Pass genommen und nach glücklich überstandener Gefahr die Führer reichlich belohnt haben. So soll, noch ganz kurze Zeit vor unserer Ankunft, ein Edelmann sich hier durchgeflüchtet haben, der das Unglück gehabt hatte, seinen Gegner im Duell zu erstechen. Aus diesem Umstand nun, dass die hiesigen Führer gewohnt sind, ihre Dienste mehr den Staats- und anderen Verbrechern als hingegen ehrlichen Reisenden zu widmen, scheint man es sich ganz vorzüglich erklären zu müssen, dass sie nicht nur viel unverschämter in ihren Forderungen, sondern auch viel gewissenloser in ihren Leistungen sind, als die Führer von Breuil, an dem Hauptpass aus dem Tournenchetal über den gleichen Gletscher. Ein später anzuführendes Beispiel wird einen abschreckenden Beweis von der Gewissenlosigkeit dieser Leute geben, und die deswegen mit Absicht sehr umständlich in der Folge beschriebene Gletscherreise wird zeigen, dass gerade unsere jetzt gedungenen Führer entweder zu den unerfahrensten oder zu den gewissenlosesten gehören, denen gegenüber nachher der Führer von Breuil ein erfreuliches Beispiel ganz entgegengesetzter Art liefern wird.
Fortsetzung folgt

7. Oktober 2019

Unter Engeln und Wasserdieben

Stefan Tomik: Unter Engeln und Wasser-
dieben, DuMont, Ostfildern, 2015
Der Weg durch die Negev-Wüste zehrt an den Kräften. Dort hat Stefan Tomik vor seiner Wanderung Wasserdepots angelegt. Aber die Sorge, dass sie geplündert werden, reist immer mit. In «Unter Engeln und Wasserdieben» nimmt der Autor den Leser mit auf den atemberaubenden Israel National Trail, den er sich für ein Sabbatical vorgenommen hat. Die Route führt ihn über Klippen und Grate, durch Canyons und Krater. Stefan Tomik trifft auf einen Mitwanderer, der eine Pistole trägt und ihn vor Beduinen warnt. Er hilft bei der Feldarbeit in einem Kibbuz, in dem alle dauernd schweigen. Er wohnt bei Hippies in einem Ashram, der mitten im Militärübungsplatz liegt, und bei Ingenieuren, die in der Wüste Solarzellen montieren und unbedingt deutsche Schimpfwörter lernen wollen. Am Ende der Wüstenetappe kommt es tatsächlich zu einer Begegnung mit den Wasserdieben. Immer wieder nehmen Trail Angels Stefan Tomik bei sich auf. So erfährt er, warum ein Rabbi einen Kuhstall mit Videokameras überwacht, und warum in einem Kibbuz Schweine gezüchtet werden dürfen, obwohl das im Heiligen Land streng verboten ist. Zehn Wochen lang ist Stefan Tomik zu Fuss auf dem tausend Kilometer langen Israel National Trail unterwegs, von Eilat im Süden bis zum Kibbuz Dan kurz vor der libanesischen Grenze. Seine Reisereportage öffnet den Blick auf ein kaum bekanntes Israel jenseits der Schlagzeilen. (Klappentext)

Moors Fazit: Das Beste, was ich bislang über den «Shvil», den Israel National Trail, und Israel überhaupt, gelesen habe. Tomik ist nicht nur Journalist, er ist auch Agnostiker, was ihm den unvoreingenommenen Zugang zur kulturellen, religiösen und ethnischen Vielfalt dieses sonderbaren Landes ermöglicht. Ich wünsche mir mehr Tomiks, die auf eine derart gekonnte und ausgewogene Weise über ihre Wanderreisen berichten.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 68

Wir glaubten nun alles in Ordnung und schätzten uns glücklich, der wichtigsten Sorge, um einen Führer über den von jedermann so gefährlich geschilderten Gletscher enthoben zu sein. Die leichte Manier, mit der sich der junge Mann als Führer anbot, liess uns auch den natürlichen Schluss ziehen, dass die Gefahr nicht so gross sei. Wir wollten uns nur noch für die Nacht und den morgigen Tag mit Brot und Käse versehen, (Wein war hier nicht zu bekommen) und dann noch vor der bald einbrechenden Nacht in die oberste Sennhütte ansteigen. Nun zeigte sich aber unser Führer auf einmal sehr zögernd und da wir, bei bald einbrechender Dämmerung anfingen, ihn zu drängen und zu treiben, so rückte er mit der Erklärung heraus, dass er nicht anders als um dreissig französische Franken mit uns bis an das jenseitige Ende des Gletschers und um die Hälfte bis auf die Höhe des Passes nach St. Theodul gehe; indem er von der letzteren Stelle noch am gleichen Tag zurückkehren könne, von der ersteren aber nicht.
Fortsetzung folgt

6. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 67

Die wenigen Leute, welche wir hier sahen, sprachen ein unverständliches, mehr französisches als italienisches Patois. Der einzige Mann, der uns einige Auskunft geben konnte, war ein junger Mensch, welcher verständlich Französisch sprach und sich für einen Führer über den Gletscher ausgab, mit der Versicherung, dass er uns, wenn die Witterung ordentlich bleibe, morgen hinüber nach dem Wallis bringen wolle; indem wir dann, nicht mehr nach St-Jacques d'Ayas hinunterzusteigen nötig haben, sondern uns von hier aus sogleich rechts wenden, und wenn wir wollen, heute Abend noch bis in die oberste, zwei Stunden weit entfernte Sennhütte zum Übernachten kommen können. Dieser Vorschlag war uns in jeder Rücksicht willkommen, besonders da sich kein anderer Mensch zeigte, der sich nur mit uns einlassen, viel weniger uns etwas Anderes anerbieten wollte.
Fortsetzung folgt

5. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 66

Die Gebirgsart ist ein südwestlich eingesenktes, vielen Talk enthaltendes Schiefergebirge, welches mächtige Lager von Kalkstein enthält. Der nun zu betretende jenseitige westliche Abhang der Furca di Betta führte uns in das Ayastal (Val d’Ayas), oder den Hintergrund des Challandtals, nach St-Jacques d'Ayas, dem obersten Kirchdorf dieses Tals herunter, und man versicherte uns allgemein, man könne auch von hier aus über die Gletscher nach dem Matterhornpass und dem Wallis hinüberkommen. Diese Nachricht war uns umso erfreulicher, da wir bis dahin immer im Wahn standen, noch eine Gebirgskette übersteigen zu müssen, um den allein bekannten Weg von Breuil aus, im Tournenchetal (Valtournenche), über den Gletscher zu nehmen. Nachdem man von der Furca di Betta zwei Stunden lang, in möglichst gerader Richtung nach dem finsteren Talgrund ziemlich steil hinab gestiegen ist, so kommt man zu einem kleinen Sommerdörfchen, das am Gebirgsabhang mehr hängt als liegt. Es heisst Rysen oder Resel (Résy) und gehört zu St-Jacques, welches noch eine halbe Stunde tiefer im Talgrund unseren Blicken verborgen lag.
Fortsetzung folgt

4. Oktober 2019

Achtsame Gedanken für Wanderer

Adam Ford: Achtsame Gedanken für Wanderer,
Librero, Kerkdriel, 2019
Egal ob ein gemütlicher Spaziergang oder eine anstrengende Wanderung: Dieses Buch ist ein grossartiger Reisebegleiter für das Gehen in der Stadt und in der Natur. Achtsamkeit ist mehr als nur Routine. Es ist eine Praxis, die unser Leben bewusst verändert, indem wir jedem Moment achtsam begegnen. «Achtsame Gedanken für Wanderer» hilft durch kurze Meditationen zu entdecken, dass das Gehen eine Möglichkeit ist, unser physisches und spirituelles Bewusstsein zu erweitern. (Klappentext)

Adam Ford ist anglikanischer Priester im Ruhestand. Er hat einen Master für indische Religionen und hält regelmässig Vorträge über Buddhismus und Hinduismus.

Moors Fazit: Endlich mal ein verständlich verfasstes Büchlein, das ohne esoterischen Firlefanz, Denk- und Handlungsanstösse liefert, mit denen ich etwas anfangen kann. DAS ideale Geschenk für alle Wanderer und solche, die es werden sollten.

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 65

Von da aus wandten wir uns im Gebirgstal, worin die mehreren schönen Chalets di Betta zerstreut liegen, westlich ansteigend, und zwar in einem so dichten, üppigen Graswuchs, dass wir oft bis über die Knie darin waten mussten. Von den Sennhütten bis auf die kahle Felsenhöhe der Furca di Betta hat man anderthalb Stunden meistens sanft anzusteigen. Unter den sechs hohen Scheidecken, die wir um den Rosa herum übersteigen mussten, ist diese als die bequemste zu passieren, und auch die niedrigste; obgleich sie ziemlich höher ist, als ich, nur so von Auge betrachtet, sie hätte schätzen dürfen. Nach den Messungen nämlich des Herrn von Saussure, beträgt ihre Höhe 1551 Toises oder 8106 Fuss.
Fortsetzung folgt

Mit Nik National über Stock und Stein – 1

Nik Hartmann: Über Stock und Stein 1, Fona,
Lenzburg, 2009
Von «A wie Arbon bis Z wie Zermatt». Am Tag begleitet ihn ein Filmteam, die Sendung erreicht Rekord-Zuschauerzahlen. Am Abend schreibt er Tagebuch. Zeichnet. Entstanden ist ein persönlicher Reiseverführer, der uns die Schweiz aus der Sicht eines unkonventionellen und begegnungsfreudigen Optimisten zeigt. Mit diesem Buch erobert sich Nik Hartmann nach den Zuhörer- und Zuschauerherzen definitiv auch diejenigen der Leser. Bisher kannte man Medienmacher Nik Hartmann vor allem als DRS3- und Fernsehmoderator. Nun lernt man ganz neue Seiten an ihm kennen: Einer, der den Bergen verfallen ist, die Stille liebt und sehr gut beobachten kann. Wenn es wenig zu sehen gibt, zeigt ihm seine Phantasie, was im Verborgenen liegen könnte, sei dies nun bei einer Landschaft oder bei einem Menschen. Scharfzüngig ist er alleweil, politisch nicht immer ganz korrekt, aber das ist, was man an ihm liebt. Wie er schreibt, verrät den Satire-Texter, als der er bisher ebenfalls gewirkt hat, was allerdings weniger bekannt ist.

Entstanden ist ein Wandertagebuch voller Bilder, Geschichten, Gedanken und Persönlichkeiten, festgehalten in Wort und Bild. Denn auch als Fotograf und Zeichner von Miniaturen hat er seinen eigenen künstlerischen Stil. Er lässt den Leser bekannten und unbekannten Gesichtern begegnen, die spannend sind wie seine Landschafts- und Bergporträts.

Von Slowfoot und Slowfood: Das Buch zur Erfolgsserie im Schweizer Fernsehen (SF1) mit Wanderrouten durch die Schweiz, Restauranttipps und Rezepten: ein Reiseverführer mit Bildern, Notizen, Gedanken, Geschichten und Begegnungen: Nik Hartmann und seine treue Begleiterin Jabba.

3. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 64

Zuerst im rauen, engen Talgrund ein halbes Stündchen aufwärts wandernd, stiegen wir dann am rechtseitigen Talhang nordwestlich steil hinan nach den auf einem erhabenen Gebirgsplateau gelegenen Chalets di Betta (Bätt), die wir diesen Morgen, beim Herabsteigen von dem Col d'Olen, in westlicher Richtung uns gerade gegenüber liegen gesehen hatten. Vom Talgrund aus bis hierher hatten wir eine Stunde steil hinan zu steigen gehabt und begaben uns von da auf einen, dieses Plateau östlich nach dem Monterosa hin begrenzenden Felsenwall, in der Absicht, noch einen Rückblick auf das soeben verlassene, merkwürdige Tal und seinen Ursprung zu geniessen. Wider Erwarten aber enthüllte sich hier unseren überraschten Blicken die ganze südwestliche Seite des Monterosa mit drei unter seiner ewigen Schneedecke herabstarrenden Gletscherarmen, die sich gegen den Hintergrund des Lesatals hinab in einen einzigen, mehrere hundert Fuss tiefen Talgrund ausfüllenden Gletscher, den Lysgletscher (Ghiacciaio de Lys), vereinigen. Gleich einem breiten, erstarrten Strom dehnte derselbe sich aus und schien tief unter uns über einen hohen Talabsatz herniederhangend, einen ungeheuren Wasserfall zu bilden, welchem nichts als die Bewegung mangelte. Dieser Standpunkt mag einer der schönsten sein zur Betrachtung der Südwestseite des Rosa, so wie Macugnaga und seine Alpen der schönste für die Südostseite sind.
Fortsetzung folgt

2. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 63

Dieser Pater soll übrigens als ein ausgezeichneter Fussgänger und Gebirgsbesteiger bekannt sein. Nachdem die Wirtin von uns erfahren hatte, dass wir über den Matterhorngletscher ins Wallis zurückzukehren gedenken, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen, empfahl uns dem Schutz des Höchsten, und versprach, für uns zu beten, damit wir nicht verunglücken; denn, fügte sie hinzu, sie kenne die uns drohenden Gefahren, indem sie auch einmal mit ihrem Herrn diesen Gletscher passiert habe. Auf ihre Bitte hin liessen wir unsere Namen schriftlich für den Herrn Pfarrer zurück, bezahlten die billige Rechnung, verproviantierten uns für die Übersteigung der Furca di Betta (Bättfòrkò, Colle Bettaforca) und nahmen von diesem guten Weib Abschied.
Fortsetzung folgt

1. Oktober 2019

Wanderungen in weniger besuchte Alpengegenden der Schweiz – 62

Gewöhnlich machen in diesen abgelegenen Gebirgsgegenden, wo keine Wirtshäuser sind, die Herren Pfarrer auch die Wirte, was für den wissenschaftlichen Reisenden, der doch meistens in der Situation sich befindet, von einem kundigen Mann des Ortes diese oder jene Auskunft zu erhalten, von grossem Vorteil ist. Diese willkommene Übung hatte auch der hiesige Pfarrer. Wir hofften daher, zugleich mit der Wissbegierde über die Beschaffenheit der nahen, unbekannten Gebirge, auch unser dringendes Bedürfnis nach einer Mittagssuppe befriedigen zu können. Beim Eintritt aber in die kleine, angenehm gelegene und reinliche Pfarrwohnung, erfuhren wir von seiner gut Schweizerdeutsch sprechenden Hauswirtin, dass der Herr Pfarrer auf eine Alpe gereist sei, was wir umso mehr bedauerten, da wir nachher von der höflichen und gesprächigen Wirtin, während des Genusses eines sehr schmackhaften Mittagessens inne wurden, dass dieser Herr Pater, Franz Joseph Bärenfaller, vom St. Bernhard hierher gekommen war, und vor zwei Jahren schon, die hier vom Tal aus anscheinend höchste Spitze des Rosa erstiegen habe, nachdem freilich schon zwei Vorgänger ihm den Weg gebahnt hätten. Er sei nämlich mit einem Jäger abends vorher in die oberste Schafweide zum Übernachten gegangen, von da aus in der Nacht um ein Uhr aufgebrochen und in sechs Stunden auf der höchsten Spitze angelangt, wo er sich überzeugt habe, dass aus der nordöstlich weit ausgedehnten Schnee- und Eismasse noch einige Spitzen sich erheben, die wahrscheinlich noch höher seien, als diejenige, auf welcher er stand. Die einzigen Hilfsmittel, deren sich beide zur Ersteigung der steilen Eis- und Schneehalden bedient haben, seien ein Stock gewesen und für jeden nur ein Fusseisen nebst einer Axt, um Stufen in das Eis zu hauen. Am nämlichen Tag seien dann beide wieder glücklich ins Dorf zurückgekehrt.
Fortsetzung folgt