22. Juli 2019

Grenzen

Andrea Vogel: Grenzen, Bündner Monatsblatt,
Chur, 1995
Als «undurchführbar» bezeichneten Fachleute das Unterfangen, die Schweiz an deren Grenzen zu umrunden. Andrea Vogel hat das Unmögliche möglich gemacht. Im Sommer 1992 legte er in 83 Tagen die 1882 Kilometer lange Strecke zurück. Er bestieg dabei 151 Berggipfel, allein an einem Tag 11 Viertausender. In diesem Buch berichtet er von der strapaziösen «Grenztour-Schweiz», aber auch von seinen andern Expeditionen in aller Welt. (Klappentext)

21. Juli 2019

Quer durch Grönland

Michael Krug: Quer durch Grönland,
Tour-Reiseführer Verlag, Haina, 1991
In packender Weise schildert der Autor den Marsch einer fünfköpfigen Expedition quer durch die Schnee- und Eiswüste Grönlands. Anlass zu der Wanderung war der hundertste Jahrestag der ersten Grönlanddurchquerung durch den Norweger Fridtjof Nansen. Mit moderner Ausrüstung, aber wie Nansen zu Fuss, mit selbstgezogenen Schlitten und völlig isoliert von der Aussenwelt legten die fünf Männer auf ihrem Weg über das grösste Eisfeld der nördlichen Halbkugel eine Strecke von 700 Kilometern zurück.

Weit entfernt von moderner Heldenverehrung und mit gelegentlichem selbstironischen Augenzwinkern berichtet das Buch von alltäglichen Begebenheiten, Strapazen und Monotonie, aber auch von Glück und tiefer Zufriedenheit in einer froststarrenden Umwelt, die sich den Wanderern dennoch in all ihrer Grösse offenbart. Das grönländische Inlandeis, eine grenzenlose, menschenleere Wildnis von kristallener Schönheit.

20. Juli 2019

Auf Wanderwegen

Fritz Hockenjos: Auf Wanderwegen, Schillinger,
Freiburg i.Br., 1989
Aus dem Tagebuch eines Wanderers 1977–1982.

19. Juli 2019

Zwischen Wäldern und Wasser

Patrick Leigh Fermor: Zwischen Wäldern
und Wasser, Dörlemann, Zürich, 2006
Zwischen Wäldern und Wasser erzählt den zweiten Teil von Patrick Leigh Fermors Wanderung im Jahr 1934 durch das alte Europa, von Hoek van Holland nach Konstantinopel.

Hier treffen wir ihn wieder auf der Donaubrücke, wo wir ihn am Ende der Zeit der Gaben verlassen haben, und folgen ihm über Budapest, die Grosse Ungarische Tiefebene in die transsilvanischen Marschen, später ins Hochland der Karpaten bis zum Eisernen Tor, dem Ende Mitteleuropas, in eine Landschaft, die heute in den Fluten eines Stausees versunken ist. Fermor in Vollendung – farbiger, eleganter, lebensfroher und wissbegieriger denn je!
(Klappentext)

18. Juli 2019

Der Waldspaziergang

Diverse Autoren: Der Waldspaziergang,
Sanssouci Verlag, Zürich, 1987
Erzählungen, so liebenswert wie ein Lächeln im Altag. Leicht lesbar durch grosse Schrift. Lesevergnügen bei Tag und bei Nacht.

15. Juli 2019

Der Weltenwanderer

Gregor Sieböck: Der Weltenwanderer, Malik,
München, 2011
In drei Jahren von Bad Ischl nach Neuseeland – 15 000 Kilometer zu Fuss um die halbe Welt: Ein einfaches Leben ohne Ballast. Die Welt erkunden, ohne ihr Schaden zuzufügen. Diese Wünsche stehen am Anfang von Gregor Sieböcks einzigartigem «Weltenwanderer»-Projekt. Drei Jahre lang lässt er alles hinter sich zurück, streift auf Pilgerwegen durch Europa, staunt über die einsame Weite Lateinamerikas, folgt im Hochland der Anden den Spuren der Inkas, wandert zu den verzauberten Tempelbergen Japans und durch die Wildnis Neuseelands. Am Ende seiner Reise hat er mehr gefunden, als er je erträumt hatte, und er ist noch lange nicht angekommen ... (Klappentext)

Sieböck meint es zwar gut, fliegt mir aber definitiv zu heftig in der Weltengegend herum. Ein Wanderer ist ein Fussgänger und kein Jetsetter.

14. Juli 2019

Psychotrip für fünf Stutz

Gestern nun also die Begehung der Taminaschlucht. Es empfiehlt sich, vom Bahnhof Bad Ragaz zu Fuss auf dem schönen Schluchtsträsschen (allgemeines Fahrverbot, auch für Fahrräder!) zum alten Bad Pfäfers zu gehen (ca. 1 Std.), dasselbe zu besichtigen (Eintritt frei!) und sich am Ticketautomaten für fünf Franken die Erlaubnis zu holen, die Schlucht bis zur Thermalquelle begehen zu dürfen.

Nach dem Besuch der Quelle begebe man sich auf gut ausgebauten Wanderpfaden via Naturbrücke in die Höhe Richtung Pfäfers. Ein Holztreppenweg führt durch die lotrechte Wand hinauf zur Talstrasse. Auf dieser hinab nach Pfäfers und von da auf dem alten Weg, an der Burgrurine Wartenstein vorbei, erneut steil hinunter nach Bad Ragaz. Durch den öffentlich zugänglichen Kurpark und sodann alles dem rechten Taminaufer entlang bis zu deren Mündung in den Rhein, von wo es nur noch 10 Minuten an den Bahnhof sind.

Hier ein paar Eindrücke des Schluchtweges vom Bad zur 36.5° warmen Quelle, wo sich dem Fotografen unweigerlich die Linse seiner Kamera beschlägt. Wer dennoch fotografiert und mit wachen Sinnen durch den Stollen geht, erlebt für die fünf Franken Eintritt einen wahren Psychotrip.

Auf heiligen Spuren

Christian Krug: Auf heiligen Spuren, Reise
Knowhow, Markgröningen, 2006
Fünf Monate wandert Christian Krug zu Fuss durch Indien. Das Meer – der Fluss – die Berge: Auf drei Etappen erlebt er alle Gegensätze, die dieses Land zu bieten hat. Von Karnataka bis Mumbai wandert er 800 Kilometer an der paradiesischen Konkanküste. Er sieht die Touristenstrände Goas und kommt zu menschenleeren Buchten in Maharashtra. Am Fluss Narmada im Herzen Indiens taucht er in das ländliche Leben ohne Strom und ohne Strassen ein, wandert bei 40 Grad mit heiligen Männern und trifft Menschen, die seit Jahrhunderten Pilger versorgen. Im Land der Götter, dem «Dev Bhoomi» im Himalaya, sind die Hauptquellflüsse der Ganga seine Weggefährten. Bei Eis, Schnee und Steinschlag erreicht er Gaumukh, das «Kuhmaul» auf 4000 Meter Höhe – Quelle von Indiens heiligstem Fluss.

Indien in dem Tempo erleben, das dem Menschen am meisten entspricht – zu Fuss: Erst da erschliesst sich dieses unbegreifbare Land, das wie kein anderes die Gegensätze des 21. Jahrhunderts in sich vereint. Mit viel Hintergrundwissen und genauem Blick für das Verborgene erzählt Christian Krug von einem spannenden Weg mit faszinierenden Begegnungen und täglichen Überraschungen. (Klappentext)

13. Juli 2019

Paris–Bâle à pied

Arnold Kübler: Paris–Bâle à pied, Artemis,
Zürich, 1967 (vergriffen)
Mit Stock, Baskenmütze, Mantel und Tornister wanderte Arnold Kübler, der 75-Jährige, von Paris nach Basel, eine Fussreise von 500 km in 28 Tagen! Ein lang gehegter Wunsch führte den bekannten Schriftsteller und Zeichner auf liebenswürdig-abenteuerlichen, auf eingezeichneten und aufgespürten Wegen durch die französische Landschaft von Ort zu Ort. Arnold Kübler, der dem lärmenden und hastenden Zeitgeist mit sensiblem Stift und heiterer Feder begegnet, wusste nicht, ob ihm das Unternehmen gelingen würde, als er Paris verliess. Er hat Basel erreicht und mit seinem ersten Reisebericht in der «Neuen Zürcher Zeitung» in Tausenden von Lesern die Sehnsucht nach Abhandengekommenem, nach glücklichem Verweilen und Schauen, nur der Sonne und dem Lauf der Sterne gehorchend, geweckt.

Hier liegt nun der ganze Reisebericht vor, erfüllt von Szenen humorvoller Begebenheiten und nachdenklicher Betrachtungen. Das Dokument einer eigen- und einzigartigen Persönlichkeit, die uns mit liebenswürdigem Wissen und reicher Erfahrung auf viele Möglichkeiten glückbringenden Daseins hinweist. (Klappentext)

11. Juli 2019

Der Antiquar

Hansjörg Schertenleib: Der Antiquar,
Fischer, Frankfurt/Main, 1994
Der Antiquar Arthur Dold, ein zurückhaltender Schöngeist und Träumer, verkauft alte Stiche, Globen und Atlanten. Er tut dies mehr aus Liebe zum Medium als aus reiner Profession, denn bereits als Kind hatte er akribisch Pläne und Karten gezeichnet, mit deren Hilfe er in Phantasiewelten abtauchen, ferne Kontinente entdecken und fremde Länder bereisen konnte. Auch als Erwachsener kann er von diesen Reisen auf topographischer Vorlage nicht lassen und schafft sich seine Fluchträume außerhalb der Alltagswelt. Eines Tages erinnert er sich an eine Zeichnung, die er als Junge in einem Versteck im Bootshaus des reichen Fabrikantenehepaars hinterlassen hat. Durch diese Karte gerät seine Stille und geruhsame Existenz peu à peu aus den Fugen, zusehends entgleitet ihm sein geregelter Alltag. (Inhaltsangabe zum Buch)

BE: Adelboden GR: Sils-Maria, Oberengadin, Julierpass, Maloja JU: Pierre Percée bei Courgenay TI: Lugano UR: Gotthardpass VD: Montreux ZH: Stadt Zürich, Zürichsee I: Bergamo PE: Lima

Aare-Quai


Der Aarequai in Thun verfügt über kein offizielles Strassenschild mit weisser Schrift auf blauem Grund. An dieser Stelle steht jedoch eine Stehle des alternativen Thuner Wegleitsystems.

9. Juli 2019

Wilde Mahd

Ernst Otto Marti: Wilde Mahd, Schweizer Druck-
und Verlagshaus, Zürich, 1951
Nahe den vergletscherten Grenzbergen Graubündens wohnen auf entlegenen Höfen schweigsame Männer und steigen jeden Sommer hinauf in die steilen Schroffen und Flühe, um das kräftige Wildheu in ihre Gaden zu tragen. Zäh wachen sie über das ungeschriebene aber überlieferte Recht der Wildheuer und ebensosehr auch über das innigere der Liebe.

Marti erzählt von dem dauernden Kampf um die stets bedrohte Existenz dieser Menschen. und er zeigt, wie ein mit der Natur in Fehde liegendes Geschlecht seine Heimat sich erhalten will. Mit liebevoller Einfühlung zeichnet der Dichter nicht nur den Schicksalsablauf seiner Hauptpersonen, sondern zugleich auch die Geschichte einer Dorfgemeinschaft. In diesem Buch verstricken sich Schicksal und Schuld und fordern nach den dem Menschen innewohnenden höheren Gesetzen ihre Sühne. Wir begegnen Gestalten voller Lebenstreue, Josi Rominger von Garfiun und seiner Schwester Andrea, dem alternden Säger und Dorfpräsidenten, der Gredi Flury, dem Berglehrer und vielen anderen.

Es wird ihnen allen nicht leicht gemacht, ihr Lebensgesetz und ihren Weg zu finden, aber das Leuchten der silbernen Grate und das ewige Rauschen der schäumenden Wasser und dunklen Bergwälder umschliesst Leben und Vergehen ihres Daseins als erhabene, versöhnende Melodie auch dort, wo Irrung oder Hass regierten.

Herrliche Naturschilderungen bilden den Rahmen eines Geschehens, das von dem von innerer Spannung getragenen Anfang in schwungvoller Steigerung zum versöhnenden Schlusse hinführt. Marti geht es darum, zu zeigen, wie die Stürme nicht nur über die Dächer und durch das Balkenwerk der Hütten, sondern auch durch die Herzen und Köpfe wild und aufbegehrlich brausen.
(Klappentext)

Moors Fazit: Ein bodenständig-solider literarisch angehauchter Heimatroman.

GR: Fiktives Prättigau bei Klosters

Adlerstrasse


8. Juli 2019

Der Eskimo

Peter Freuchen: Der Eskimo, Freitag-Verlag,
Berlin, 1982
An der Hudson-Bay war Mala, der Eskimo, auf die weissen Männer mit ihren grossen Schiffen und den Annehmlichkeiten und Verlockungen einer fremden Kultur gestossen. Gewehre, Tabak und Alkohol verändern die Lebensart der Eskimos anfangs kaum merklich. Die Pelzhändler und Walfänger nutzen nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch die Gebräuche und die Gastfreundschaft der Eingeborenen aus. In unverschämter Weise bemächtigen sie sich der Eskimo-Frauen.

Nach und nach zerstören die weissen Eindringlinge die traditionelle Kultur der Eskimos und damit ihre Fähigkeiten, im akrtischen Klima zu überleben. Für die Eskimos wird es zu einer tödlichen Begegnung mit der Zivilisation.

Peter Freuchen hat mit diesem Buch ein glänzendes Beispiel des «ethnographischen Abenteuerromans» geschaffen. Auf spannende Weise werden hier mehr Kenntnisse über die Eskimos vermittelt als es so manches Lehrbuch vermag. (Klappentext)

CAN: Hudson-Bay

Ahornweg


7. Juli 2019

Die unglaubliche Reise des Ludwig Gnadl

Ludwig Gnadl: Fussreise eines Bäcker-
gesellen durch Europa, Asien und Afrika,

Liliom-Verlag, Waging, 2001 (Nach-
druck der Originalausgabe von 1912)
«Fussreise eines Bäckergesellen durch Europa, Asien und Afrika» lautet der Titel eines 1912 in München erschienenen Buches. Geschrieben hat es der aus dem oberbayerischen Waging stammende Ludwig Gnadl. Im Jahre 2001 publizierte der in besagtem Waging ansässige Liliom-Verlag einen Faksimiledruck der Originalausgabe. Mit gutem Grund, denn die Erstausgabe ist 1. antiquarisch kaum mehr zu bekommen und 2. ist Gnadls Bericht eine durch und durch lesenswerte Sache!

Der am 12.6.1882 in Waging am See geborene Gnadl machte sich nach seiner Ausbildung zum Bäcker auf zu einer langen Reise, die ihn bis in den Nahen Osten und nach Afrika führen sollte. Die Suche nach Arbeit gestaltete sich überall schwierig, weshalb sich der Autor nicht selten ohne Geld durchschlagen musste. Was er in all den Ländern erlebte, grenzt zwischendurch an kaum für möglich zu haltende Umstände. Und genau dies macht den Text so wertvoll, zeigt er doch die damaligen Verhältnisse ungeschminkt auf. Besonders interessant sind die Abschnitte über Gnadls Aufenthalte in den ost- und westafrikanischen Ländern, als der Kolonialismus noch in vollem Gang war. Da kommt ein mittelloser Europäer als blinder Passagier eines Frachtschiffes in einem afrikanischen Land an und sucht nach Arbeit ... Gut 100 Jahre später sind die Verhältnisse gerade umgekehrt ... und was dies bedeutet, lesen und sehen wir täglich in den Medien.

Das nachfolgend 1:1 wiedergegebene Inhaltsverzeichnis zeigt auf, wohin Gnadls Reise ging: Über München in die Schweiz > Von Basel nach Paris > Von Paris über Orléans und Bordeaux nach Spanien > In Spanien zu Fuss nach Gijon > Vierzehn Tage an Bord des deutschen Küstendampfers «Ceres» als blinder Passagier > Mein Aufenthalt in holländischen Gefängnissen > Per Schub nach Deutschland und vier Monate Reise in Deutschland > Über die Schweiz nach Mailand, Genua und Nizza > Meine Reise nach Tunis und einjähriger Aufenthalt dort > Von Tunis nach Malta und Alexandrien > Nach Kairo und ein Jahr Aufenthalt dort > Ein Jahr in Abessinien > Von Abessiniern überfallen und ausgeraubt, dann zu Fuss durch das Isaasomaliland nach der französischen Küste > Mein Aufenthalt in Djibouti > Fünftägige Seereise in einem kleinen offenen Boot im indischen Ozean > Mein Aufenthalt in Aden > Als blinder Passagier an Bord des deutschen Reichspostdampfers «Feldmarschall» > Mein Aufenthalt in Ägypten > Von Alexandrien nach Neapel auf einem italienischen Passagierdampfer > Von Neapel zu Fuss nach Rom und mein Aufenthalt dort > Von Rom nach Bayern per Bahn > Von München zu Fuss nach Lissabon und mein Aufenthalt dort > Von Lissabon zu Fuss nach Gibraltar > Von Gibraltar nach Marokko und Aufenthalt dort > Von Tanger nach den kanarischen Inseln auf einem englischen Passagierdampfer > Mein Aufenthalt in Las Palmas > Als blinder Passagier an Bord des deutschen Frachtdampfers «Edea» von der Hamburg-Amerika-Linie > In Liberia an Land gesetzt > Mit demselben Dampfer von Liberia nach Lomé > Meine Ankunft in Lomé und 2½jähriger Aufenthalt dort Von Lomé mit dem Moermann-Dampfer «Lucie» nach Hamburg und mit der Bahn nach München