22. Mai 2019

Buchenweg

Der Buchenweg in Thun hat kein Strassenschild, dies obschon es hier Wohnadressen gibt. Liegt der Grund darin, dass es sich um eine Privatstrasse handelt? Oder, herrscht seit Jahrzehnten ein Krieg zwischen den Strasseneigentümern und der Stadt Thun, die eine Kostenbeteiligung an der Herstellung des Schildes verlangt? Man weiss es nicht.

21. Mai 2019

Polarrot

Patrick Tschan: Polarrot, Piper, München,
2014
1929: Jack Breiter ist alles andere als ein Glückskind. In eine arme Schweizer Bauernfamilie geboren, will er unbedingt nach oben. Erst als glückloser Heiratsschwindler im noblen Palace Hotel in St. Moritz, später als Handelsvertreter beim Chemiekonzern Gugy. Zunächst mit glänzendem Erfolg: Dank des Reichsbeflaggungsgesetzes von 1935 verkauft Breiter Hektoliter um Hektoliter der Farbe «Polarrot» für die Hakenkreuzfahne. Er wird rasch zum Starverkäufer der Firma. Doch dann verliebt er sich in die Frau seines Chefs, eine Halbjüdin, und lässt sich ihr zuliebe auf ein riskantes Goldschmuggel-Unterfangen ein. Prompt wird Breiter ertappt – und plötzlich ist es mit dem Spass vorbei … (Inhaltsangabe zum Buch)

BE: Biel, Taubenlochschlucht, Courtelary (Camille Bloch), Stadt Bern, Bremgartenwald BL: Oberer Hauensteinpass, Langenbruck BS: Stadt Basel (Bahnhof SBB, Badischer Bahnhof, Hotel Drei Könige,  Zoo, Rhein, Rheinbrücke, Kleinbasel, GR: St. Moritzersee, St. Moritz, Berninapass JU: Saignelégier und Umgebung, Doubs, Goumois, Les Chenevières bei Les Emibois, Le Noirmont, St-Ursanne, Biaufond, La Goule, Arrête des Sommêtres SG: Toggenburg, Chreialp, Klosterinternat St. Gallen, Linsenbühlquartier St. Gallen SO: Stadt Solothurn, Oberer Hauensteinpass, Mariastein ZH: Stadt Zürich (Landesausstellung) D: KZ Dachau, Wiesental, Plauen, Bad Hersfeld F: Colmar, Col de la Schlucht, Hartmannswillerkopf, Charmauvillers, Doubs, Maîche

19. Mai 2019

Wanderchronik 2019

L'Isle – Cottens (VD) – Morges • 19,0 km • Fotos
Thun Martinstrasse – Uetendorf • 7,1 km • Fotos
Montpreveyres – Villars-Mendraz – Bercher • 20,5 km
Thun Bahnhof – Rabenfluh – Thun Bahnhof • 8,5 km • Thun total
Münchenbuchsee – Jetzikofen – Hinterkappelen • 15,3 km • Fotos
Lucens – Hermenches – Mézières • 20,7 km • Fotos
Fey – Donjon des Brigands – Lucens • 21,4 km • Fotos
Thun Bahnhof – Obere Wart – Thun Bahnhof • 7,8 km
Horgen – Sihlbrugg – Edlibach • 13,9 km • Fotos
Eigerplatz – Thun Bahnhof • 7,8 km • City Ticket ThunFotos
Wil – Chranzebärg – Kirchberg • 15,0 km • Fotos
Lerchenfeld – Thun Bahnhof • 8.5 km • Thun totalCity Ticket Thun

Niederbauenstock (NW) von Seelisberg aus betrachtet. Tour vom 27.01.2019.


  Frick – Effingen – Thalheim • 20,0 km • Fotos
Steffisburg Flühli – Thun Bahnhof • 4,2 km • City Ticket Thun
Le Bois Blanchard – Chêne-Bourg – Troinex • 17,8 km
Hermance – Foncenex – Le Bois Blanchard • 15,5 km
Gwatt Deltapark – Thun Bahnhof • 4,8 km • City Ticket Thun
Weinfelden – Napoleonturm – Ermatingen • 18,6 km
Locarno – Contra – Tenero • 10,4 km
San Nazzaro – Magadino – Gudo • 15,2 km
Giumaglio – Maggia – Gordevio • 9,1 km
Intragna – Verscio – Locarno • 11,6 km
Orbe – Romainmôtier – L'Isle • 22,2 km • Fotos
Trübbach – Rechtes Rheinufer – Haag • 19,4 km • Fotos
Wabern – Dählhölzli – Belpmoos • 8,8 km • Fotos
Allmendingen RAZ – Thun Bahnhof • 4,0 km • City Ticket Thun
Rüthi (SG) – Ruggeller Riet – Haag • 16,3 km • Fotos
Staffelbach – Schmidrued – Beinwil am See • 19,3 km • Fotos
Yvonand – Nuvilly – Granges-Marnand • 23,1 km • Fotos
Grandcour – Cugy – Granges-Marnand • 22,0 km • Fotos
Morges – Lussy-sur-Morges – Allamand • 15,0 km • Fotos
Erlenbach – Witikon – Stettbach • 17,0 km • Fotos
Yverdon – Valeyres-sous-Rances – Orbe • 21,2 km • Fotos
Seelisberg – Bauen – Flüelen • 15,2 km • Fotos
Eggiwil – Chapf – Signau • 14,8 km • Fotos
Riethüsli – Sturzenegg – Gossau • 13,1 km • Fotos
Arvigo – Castaneda – Cama • 13,0 km • Fotos
Nennigkofen – Leuzigen – Rüti b. Büren • 13,8 km • Fotos

Die Geiseln

Giovanni Bonalumi: Die Geiseln, Huber,
Frauenfeld, 2010
Als Giovanni Bonalumi (1920–2002) 1954 seinen Erstling «Gli Ostaggi» publizierte, wurde der Roman im Tessin als Kirchenfeindlich totgeschwiegen, während man ihm in Lausanne den Veillon-Preis zusprach und in Italien Eugenio Montale von der «Ehrlichkeit des Schriftstellers» sprach, «der vielleicht noch schüchtern ist, aber der unmöglich lügen kann».

Tatsächlich beeindrucken «Die Geiseln» auch 65 Jahre später noch mit der nüchternen Glaubwürdigkeit, in der da die Geschichte eines jungen Mannes erzählt wird, der nach dem frühen Tod des Vaters in ein katholisches Internat kommt, wo die jungen Männer sich auf ein keusches Leben als Priester vorbereiten. Während er selbst keinerleit Berufung spürt, wirkt die sinnlich-lebendige Welt ausserhalb der Klostermauern so intensiv und verlockend auf den verträumten jungen Mann, dass er sich wie eine Geisel Gottes vorkommt. (Klappentext)

TI: Locarno, Muralto, Rivapiana (Minusio), Lugano und Umgebung, Priesterseminar S. Carlo in Lugano (Hauptschauplatz)

18. Mai 2019

15. Mai 2019

Fünfunddreissig

Rolf Dobelli: Fünfunddreissig, Diogenes,
Zürich, 2003
Häppchen und Wein, ausgelassene Feststimmung in der Firma, denn Gehrer, der billante Markentingchef, wird aus Harvard zurückerwartet. Und das an seinem 35. Geburtstag. Tatsächlich ist er in Zürich gelandet, allerdings nicht mit der Maschine aus Boston. Gehrer war in Indien. Und er sitzt an diesem kalten Februartag nicht etwa in seinem Büro, sondern auf einer Bank am See. In einem entwaffnend präzisen Selbstgespräch zieht er Bilanz. Was geschieht im Zenit des Lebens? Wer ist er mit 35? Und was ist mit 35 plötzlich anders? Das Erwachen: Gehrer möchte nichts lieber als Gehrer loswerden, ein anderer werden. Aber da beginnt sein Problem.

Rolf Dobelli schreibt mit Tempo und Witz. Seine Beobachtungsgabe, sein kritischer Geist, mal poetisch, mal ironisch und sarkastisch erinnern an Max Frisch.

ZH: Stadt Zürich, Zürichsee USA: Harvard-Universität Boston IND: Indien

Burgerstrasse


13. Mai 2019

Pfisters Kühe

Hans Pfister: Kühe, Weber Verlag, Thun-Gwatt,
2011
Der Autor, Hans Pfister, lebt im Zürcher Oberland und war seit seiner frühesten Kindheit beeindruckt durch die Berglandwirtschaft, insbesondere die Viehzucht. Sein Grossvater mütterlicherseits bewirtschaftete im Frutigtal des Berner Oberlandes ein kleines Bauerngut und im hinteren Kiental sömmerte er während den Monaten Mai bis September seine Viehherde auf der Alp Gorneren in rund 1500 m ü.M. Auf diese Weise hatte Hans Pfister Gelegenheit, Kühe näher kennen zu lernen, die er aus tiefstem Herzen bewunderte. Im Alter von 37 Jahren erhielt er diese Alp durch eine Erbschaft zu Eigentum. Durch jahrelanges Beobachten und Arbeiten mit den Kühen, entdeckte er die «Seele» der Kuh und damit ein ganz spezifisches, tierpsychologisches Neuland. (Inhaltsangabe zum Buch)

Buechallme


12. Mai 2019

C.F.L-Lohnerstrasse


Lebenslauf von Carl Friedrich Ludwig Lohner

7.12.1786: Geburt
1787: Die Eltern betreiben eine Eisenhandlung in der Hauptgasse in Thun. Geburt der Schwestern Louise Catharina und Margaritha Elisabeth
Nach 1800: Lehre als Kaufmann in Basel und spätere Übernahme der elterlichen Eisenhandlung
1808: Heirat mit Elisabeth Rosina Müller (1783–1853)
1809: Geburt des 1. Sohns Albert Rudolf Samuel Lohner, der später Präsident der
Einwohnergemeinde, Grossrat, und ab 1848 Nationalrat wurde
Ab 1812: Mitglied des grossen Stadtrates; Finanzkommission, Schulinspektorat, Bibliothekkommission, Spital- und Waisenhausdirektion
1818: Geburt des 2. Sohns Karl Lohner, der bereits 1819 verstarb
1819: Präsident der Thuner Schützengesellschaft
1822: Erwähnung als Thuner Schützenhauptmann. Aufstand und Unabhängigkeitserklärung Griechenlands vom Osmanenreich
1823: Griechische Flüchtlinge in der Schweiz. Präsident des Griechenvereins (Hilfsverein), Verfassung der Familienchronik
1824: Beitritt zur Geschichtsforschenden Gesellschaft
Ab 3.11.1825: Mitglied des Kleinen Stadtrates
1826: Mitbegründer der Ersparniskasse des Oberamts Thun (1829, 1830, 1841, 1842, 1845, 1846 deren Präsident – heute AEK Bank 1826)
Ab 27.12.1827: Verwalter der Stadtfinanzen (Stadtseckelmeister)
1828: Veröffentlichung des 1. Manuskriptbandes der Chronik von Thun (Folioformat).
In der Folge: noch 16 weitere Foliobände. Chronik in insgesamt 67 Folioheften.
1828/29: Archäologische Grabungen im Auftrag C.F.L. Lohners in Allmendingen, Uetendorf, Amsoldingen, Eichberg, Uttigenstrasse, Glütschbach, Thierachern, Uebeschi, Reckenbühl, Buchholz
Ab Dezember 1830: Mitglied der Kommission für eine neue Stadtverfassung
4.2.1831: Gründung des patriotischen Vereins im Freienhof. CFL Lohner wird Sekretär
4.7.1831: Stadtverwaltungsrat (nach allg. Wahlrecht gewählter neuer Stadtrat) tagt erstmals. C.F.L. Lohner wird Präsident
31.7.1831: Abstimmung über die neue Verfassung: 398 Ja, 10 Nein
10.9.1831: Grossratswahlen (durch Wahlmänner). C.F.L. Lohner wird in den Grossrat gewählt.
15.10.1831: Wahl in den Regierungsrat
8.3.1833: Demission aus gesundheitlichen Gründen. Verbleibt im Grossen Rat
11.3.1834: C.F.L. Lohner lehnt Grossratspräsidium (Landammann) ab
15.12.1834: C.F.L. Lohner wird im 1. Wahlgang zum Landammann für das Jahr 1835 gewählt
10.11.1835:
Demission als Landammann
1836: Übergabe der Eisenhandlung an Sohn Albert
1846: Publikation von «Die Münzen der Republik Bern»
1848: Sohn Albert wird in den Nationalrat gewählt
1853: Tod der Gattin Elisabeth Lohner
1854: Tod von Sohn Albert. C.F.L. Lohner übernimmt die Eisenhandlung von seinem verstorbenen Sohn und kümmert sich um die 5 Kinder Alberts
1863: Publikation von «Die reformierte Kirche und ihre Vorsteher im eidgenössischen
Freistaate Bern, nebst den nachmaligen Klöstern»
8.11.1963: Tod von C.F.L. Lohner im Alter von 77 Jahren

10. Mai 2019

Leicht bekömmliche Brocken

Thomas Widmer: Hundertundein Stein, Echtzeit,
Basel, 2019
Was haben die amerikanische Singer-Songwriter-Legende Bob Dylan und der nach wie vor amtierende Appenzeller Wanderpapst Thomas Widmer gemeinsam? – Es ist die Freude. Die Freude, wenn der Musiker wieder einmal die Schweiz mit einem Auftritt beehrt , die Freude, wenn der tippelnde Arabist ein weiteres Oeuvre vom Stapel lässt. Und: Währenddem Herr Dylan seit Jahren «Like a Rolling Stone» intoniert, befasst sich Herr Widmer in seinem neusten Elaborat ebenfalls mit rollenden Steinen. Aber nicht nur.

In «Hundertundein Stein», einem handlichen Imprimat mit 300 Seiten, führt uns der Autor in alle Ecken der Schweiz. Hin zu Menhiren, Megalithen, Grenzsteinen, Schalensteinen, Findlingen. Und zu jedem dieser Objekte gibt es hübsch recherchierte Geschichten. Widmer entpuppt sich dabei einmal mehr als wunderfitziger Forschungsreisender und begnadeter Erzähler. Das Büchelchen führt dem Leser vor Augen, welche Fülle an bedeutungsvollen Steinen die Schweiz aufzuweisen hat. Dabei hätte es problemlos 202 und mehr Objekte hergegeben, wie der Autor in seinem Vorwort schreibt.

Sie heissen Güggelstein, Mörderstein, Blutstein, Chindlistein, Erdmannlistein, Honigstein, Kabisstein, Matronenstein, Pedra Fitta, Pierre Pendue, Quille du Diable, Teufelsburdi, Lächler oder Schildchrott. Alleine die Namen machen neugierig. Und Widmer ergänzt das Ganze mit Titeln wie: «Tatarinoffs Trouvaille», «Die Kirche hat einen Tumor», «Es tötelet in der City» oder «Der untote Antoine». Die Absicht ist klar: Lesen und hingehen! Aber Obacht: «Hundertundein Stein» ist weder ein Stein- noch ein Wanderführer. Zwar gibt es da und dort ein paar Tipps, über welche Pfade dieser oder jener Brocken zu erreichen ist, dem Leser bleibt es indes überlassen, was er mit Findling und Co. pedestrisch anzustellen gedenkt. Damit die Sache nicht zum Blindflug wird, werden die Koordinaten der Landeskarte auf den Meter genau mitgeliefert.

Ergänzt wird das Bändchen mit stimmigen Fotos von Georg Aerni. Der Couch-Wanderer wird bemängeln, dass nicht jeder Stein abgebildet ist. Dem echten Wanderer wird dies egal sein, denn gerade die fehlenden Fotos spornen zur realen Entdeckungsreise an. Passender Song zum Buch: Like a Rolling Stone, vorgetragen von den Rolling Stones.

Wer den aus dem appenzellischen Stein stammenden Autor live erleben möchte, begebe sich am 12. Juni 2019 ins Zürcher Kaufleuten. Um 20 Uhr beginnt die Buchvernissage von «Hundertundein Stein».

Chaletweg