4. April 2020

Der Wunsch, in einem Hühnerhof zu leben

Franz Hohler: Der Wunsch, in einem Hühnerhof
zu leben, Sumus, Feldmeilen, 1977
Der Verfasser erzählt von täglichen Gegebenheiten, die alle auf ihre Art ein Eigenleben führen. Seine «Kameralinse» wagt sich an den Menschen heran, indem sie in die Häuser schaut, in denen er wohnt, und auf die Strassen und Plätze, über die er geht. Beharrlich schreibt sich Franz Hohler an die Dinge heran, so nahe oft, dass Wirkliches zu Unwirklichem, Alltägliches zu Geheimnisvollem wird.

Wer bereit ist, wieder wach zu werden für unsere Welt, wer bereit ist zu lachen, der wird dieses Buch nicht so schnell aus der Hand legen und später immer wieder darin blättern. (Klappentext)

3. April 2020

Hin- und Hergeschichten

Franz Hohler + Jürg Schubiger: Hin- und
Hergeschichten, Fischer, Frankfurt/Main,
1989
Zwei befreundete Schriftsteller, die beide die Kunst beherrschen, das Alltägliche als komisch oder erschreckend und das Aussergewöhnliche als ganz selbstverständlich erscheinen zu lassen, haben sich zum Vergnügen des Lesers ein Spiel ausgedacht: Dem einen fällt etwas ein, eine Episode, ein Erlebnis, der andere nimmt das Stichwort auf und antwortet mit einer eigenen Geschichte. Entstanden ist ein Buch voller Komik, das mit seinem beständigen Wechsel skurriler bis makabrer oder ins Absurde kippender Alltagsbilder höchst amüsant unterhält. (Klappentext)

2. April 2020

Fragen an andere

Franz Hohler: Fragen an andere, Zytglogge,
Bern, 1973
Antwort auf 6 nicht gestellte Fragen*

1. Die Interviews in diesem Büchlein wurden zwischen 1969 und 1972 gemacht.

2. Sie entstanden aus meinem Wunsch, von Leuten, die mich interessierten, etwas zu erfahren.

3. Ausser Mani Matter habe ich alle Gesprächspartner vor dem Interview nicht oder nur flüchtig gekannt, was sich als Vorteil erwies.

4. Bei der Transkription vom Tonband hielt ich es für richtig, den Sprechrhythmus der Befragten beizubehalten, also auch Konstruktionswechsel und -fehler nicht zu eliminieren.

5. Nicht unbedingt.

6. Alle Interviews sind ursprünglich für Radiosendungen gemacht worden, und nicht für eine schriftliche Form. Dies sollte man bei der Beurteilung der Aussagen bedenken; auch empfiehlt sich ein Blick auf das Datum des Interviews. Peter Handke ist inzwischen vom Grazer Gericht schuldig gesprochen worden und Hannes Wader ist jetzt berühmt, aber die Fahrprüfung haben sie beide noch nicht gemacht. Franz Hohler, März 1973

* vgl. Ernst Jandl, sprechblasen, S. 71


(Klappentext)

1. April 2020

Wo?

Franz Hohler: Wo? Fischer, Frankfurt/
Main, 1983
«Wo?», lautet knapp der Titel dieses Bandes, und die Antwort wäre «überall und nirgends!» Der Autor beschreibt sich, ohne sich interessant zu machen, seine Familie, die Geburt seines Kindes, sein Haus, seine Arbeit, seine Reisen in die nähere Umgebung, nach Frankfurt und nach Amerika, eine Demonstration, eine Bundesfeier und den langsamen Tod einer Wespe in einer Limonadenflasche. Mit seinen kurzen Prosastücken knüpft Franz Hohler an eine Tradition an, die ihren Abschluss mit Namen wie Peter Altenberg, Kurt Tucholsky, Alfred Polgar und Roda Roda in den Zwanziger Jahren fand. (Inhaltsangabe im Buch)

31. März 2020

Der Rand von Ostermundigen

Franz Hohler: Der Rand von Ostermundigen,
Luchterhand, Darmstadt + Neuwied, 1975
Elf Geschichten, über das Telefon am Rand von Ostermundigen und drei verschwundene Dachdecker, über das Strafporto für eine Ansichtskarte aus der Mongolei und das pelzige Haustier, dessen wahre Natur erst allmählich zum Vorschein kommt, über die Geschwulst am Arm eines Asienreisenen und die innere Stimme, über ein Kind, Freunde, ein Mädchen am Strassenrand, einen Kauz und zwei Fotografieren. (Klappentext)

30. März 2020

111 einseitige Geschichten

Franz Hohler: 111 einseitige Geschichten,
Luchterhand, Darmstadt + Neuwied, 1983
Franz Hohler liebt kurze Geschichten. Also hat er Erzählungen von Franz Kafka bis zu John Lennon gesammelt und Kollegen aufgefordert, neue zu schreiben. Keine von ihnen ist länger als eine Seite. Einseitig ist aber nicht nur der Umfang, einseitig ist auch, wovon sie berichten. Ohne Umstände erfassen sie, worum es geht, Pointen werden nicht erst langwierig aufgebaut. Bei dieser Prosa im Kleinformat sind viele bekannte Autoren neu zu entdecken. Obwohl nur einige Geschichten von Franz Hohler selber stammen, trägt diese Sammlung doch unverkennbar seine Handschrift. (Klappenext)

29. März 2020

Der Mann auf der Insel

Franz Hohler: Der Mann auf der Insel,
Luchterhand, Hamburg, 1993
Hohlers Stoffe stammen immer aus seiner unmittelbaren Umgebung. Die Sorglosigkeit vieler seiner Zeitgenossen vermag er nicht zu teilen, für ihn steckt das Normale voller Gefahren. Dieser Reichtum an Phantasie fehlt zum Beispiel dem Mann auf der Insel, dem erst im Angesicht seines eigenen Todes der Gedanke kommt, ober er nicht für die Rettung seiner Insel etwas hätte tun können. Und auch die Reiseberichte aus Guatemala, aus Berlin nach der Öffnung der Mauer oder von einem ganz und gar unauffälligen Tag in Bremen zeigen Hohlers Blick für kleine und grosse Katastrophen. (Inhaltsangabe im Buch)

28. März 2020

Kismet

Jakob Arjouni: Kismet, Diogenes, Zürich,
2001
Kismet beginnt mit einem Freundschaftsdienst und endet mit einem so blutigen Frankfurter Bandenkrieg, wie ihn keine deutsche Grossstadt zuvor erlebt hat. Kayankaya ermittelt – nicht nach einem Mörder, sondern nach der Identität zweier Opfer. Und er gerät in den Bann einer geheimnisvollen Frau, die er in einem Videofilm gesehen hat. Eine Geschichte von Kriegsgewinnlern und organisiertem Verbrechen, vom Unsinn des Nationalismus und vom Wahnsinn des Jugoslawienkriegs, von Heimat im besten wie im schlechtesten Sinne.  (Klappentext)

«Hat alles, was einen harten Kriminalroman ausmacht – und noch ein bisschen mehr. Schnelle Sätze, die wie Schüsse aus der Hüfte kommen, sind Arjounis Stärke.» Peter Köhler/Der Tagesspiegel, Berlin • «Hier ist endlich ein Autor, der spürt, dass man sich nicht länger um das herumdrücken darf, was man gern die ‹grossen Themen› nennt. Hier geniesst man den Ton, der die Geradlinigkeit, Schnoddrigkeit und den Rhythmus des Krimis in die hohe Literatur hinübergerettet hat.» Florian Illies/Frankfurter Allgemeine Zeitung • «Der Autor gibt seinen Figuren eine Dynamik, die auf den Leser wie ein Sog wirkt. Es ist unmöglich, das Buch vor der letzten Seite wegzulegen.» Katrin Bäumler/Münchner Merkur • «Der Mann kann so erzählen, dass es kein Entkommen gibt.» Barbara Dobrick/Norddeutscher Rundfunk, Hamburg

27. März 2020

Stationen

Peter Meier: Stationen: Zytglogge, Bern,
1977
«Sein Leben war Arbeit», wir kennen den Abdankungssatz, eine Abdankung, die sowohl einen Einzelnen wie die Gesellschaft betrifft. «Sein Leben war Arbeit», das ist das grosse Lob, mit dem eine grosse Verlegenheit zugedeckt wird, ein nachträgliches Auf-die-Schulter und Auf-die-Leiche jener Klopfen, denen man in erster Linie die Arbeit überliess und die man daher mit zwingender Logik Arbeiter nennt. Als brauchbares Klischee ist dieses «Leben als Arbeit» aber nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern unter bestimmten konkreten Bedingungen, auch wenn es im Sinne jedes Klischees liegt, gerade die Wirklichkeit zu vertuschen, die es aufzuzeigen behauptet. Welche Realität hinter einem solchen Klischee steht, was da an Hoffnungen und Nöten, an Erwartungen und Wandlungen gelebt wird, zeigt Peter Meier in seinem Buch «Stationen».

Der Tod des Vaters, eine Grundsituation persönlicher Erfahrung, dient als Ausgangspunkt einer reflektierenden Bilanz; autobiographisches Material wird in eindringenden und bedrängenden Szenen evoziert, aber die Erinnerungsstücke und Momentaufnahmen laufen nicht auf eine persönliche Bereinigung hinaus. Es wird eine Figur entworfen, die in ihrer Entwicklung vom links-orientierten Arbeiter zum Verteidiger der erkämpften Kleinbürgerlichkeit exemplarischen Charakter hat, genau wie auf der Gegenseite mit dem Sohn repräsentativ ein Intellektueller steht, der auch seine Art von Aufstieg gemacht hat.

Peter Meier, politischer Journalist und literarischer Redaktor, entwirft die Figur des Vaters in einer sachlich-zurücknehmenden Sprache, weder interpretierend noch stilisierend; nicht literarische Gestaltung steht im Vordergrund, sondern dargestellte Information. So wird dieser «Abschied vom Vater» ein Zeugnis menschlicher Möglichkeit, zu der ebenso Nähe wie Fremd-Sein gehören; das Buch entsprang einer zutiefst betroffenen Absicht, ohne voreiliges Verständnis verstehen zu wollen.
(Klappentext von Hugo Loetscher)

26. März 2020

DAS Handbuch zu den Landeskarten der Schweiz

Martin Gurtner: Karten lesen, Verlag
Schweizer Alpenclub, Bern, 1995
Ein Lehr- und Lernbuch für Alpinisten und Wanderer, für Pfadfinder und Velofahrer, für Techniker und Militärs – kurz: Für alle, die in der Schweiz unterwegs sind und ihren Weg mit Hilfe der Landeskarten sicher ans Ziel finden wollen. Ein praktisches Handbuch mit Hintergrundinformationen über Geschichte und Herstellung der offiziellen Schweizer Karten, mit Hinweisen zum Selbsstudium und Detailinformationen für Lehrer und Kursleiter. (Klappentext)

25. März 2020

Kelten-Blues

Paul Lascaux: Kelten-Blues, Orte, Zürich,
1998
An der Uferböschung in den Aareschlaufen unterhalb von Bern liegt ein toter Mann im Gestrüpp: Anselm Schwarz, Spitalbuchhalter und Hobby-Gärtner, auf schauerliche Art durch eine uralte rostige Fuchsfalle ums Leben gekommen. Kommissar Schmidt von der Berner Kriminalpolizei ist nicht der einzige, der sich für den Fall interessiert. Da ist seine ehemalige Mitarbeiterin Ariane Beer; und andere tauchen auf, deren Schicksal auf mysteriöse Weise verknüpft scheint mit den Schrebergärten im Thormemätteli und mit den Göttern der Kelten, die vor Jahrtausenden in jenen Flussschlaufen ihre Siedlungen hatten. Kurz, Paul Lascaux' Krimi mischt das heutige Bern mit Spuren ferner Vergangenheit, lebendige Charakterschilderungen mit einer vertrackten Kriminalstory. (Klappentext)

BE: Stadt Bern

24. März 2020

Ich empöre mich, Herr Bischof!

Irma Büchler: Ich empöre mich, Herr
Bischof, Zytglogge, Bern 1987
Wie Irma Büchler als Konvertitin und als «treue Tochter Roms» die für sie neue uralte Institution erlebt und erlitten hat, schildert sie in packender Art. Beide Landeskirchen und ihre männlichen Vertreter erscheinen dabei in einem ungewohnten Lichte. Als tiefgläubige Katholikin erhoffte sie sich in ihrer Kirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil die Gleichberechtigung. Doch unter dem jetzigen Papst scheint jede echte Erneuerung unmöglich. Der vorliegende Erfahrungsbericht, der weder theologisch spekulativ noch frömmlerisch ist, zeigt den frustrierenden Weg einer jungen Frau durch die Institution Kirche und lässt erkennen, warum sie letztlich den Enthusiasmus und die Freude am persönlichen Einsatz für diese Gemeinschaft einbüsste. Die Lektüre ist eine Ermunterung für all jene Frauen, die aufgrund ähnlicher Erfahrungen mutlos aus dieser Kirche weggeschlichen sind. Die ehemals kirchentreue Gläubige hat sich zur unbequemen Rebellin gewandelt, die in ihrer Glaubensüberzeugung NEBEN der Kirche verharrt und durch ihre Haltung klare Zeichen setzt. (Klappentext)

Moors Fazit: Das Buch ist 1987 erschienen, gelesen habe ich es erst 2020. Und was hat sich in all den 33 Jahren in dieser «allein seelig machenden Kirche» in Sachen Frauen getan? Nichts! Der Papst gibt sich immer noch als unfehlbar, der Klerus versteckt sich weiterhin hinter seinem patriarchalen Gehabe. Die Kirchenaustritte nehmen laufend zu, ebenso die seit den 1980er-Jahren endlich in die Öffentlichkeit getragenen sexuellen Übergriffe eben dieses Klerus' gegenüber Kindern und Jugendlichen. Als Aussenstehender hoffe ich, dass das Treiben dieser weltweit tätigen Institution endlich ein vernünftiges Mass annimmt, insbesondere, was die Menschlichkeit und die konsequente Gleichberechtigung der Frau anbetrifft. Eine Päpstin ist längst überfällig!

Irma Büchler, geb. 1943 in Luzern, Handelsdiplom, längere Sprachaufenthalte im Ausland, Schule für Sozialarbeit. Mehrere Jahre im Sozialdienst für Patienten an Spitälern. Einige Zeit als Katechetin an der Oberstufe und als engagierte Frau in der Pfarrei tätig. Später war sie als selbständige Unternehmerin in der Immobilienverwaltung.

23. März 2020

Die Schweiz unter Tag

Jost auf der Maur: Die Schweiz unter Tag,
Echtzeit, 2017
Schatzkammern, Wasserkraftwerke, Hightechlabors, Spitäler, Verkehrstunnel, der Bundesratsbunker und geheime Kavernen: Die unterirdische Schweiz ist strahlend und kurios. Jost Auf der Maur hat sich in diese Unterwelt begeben, von der viele eine Ahnung haben, aber kaum jemand Genaues weiss. Sein Bericht deckt auf und reisst mit. Ein Service-Teil gibt Auskunft über Führungen und Besichtigungen. Das erste Buch über das weite Land unter der Schweiz. (Klappentext)

Moors Fazit: Jost auf der Maur entführt uns in die dunkle Seiten Helvetiens Berge und Hügel. Es ist eine Art Schweiz 2.0, die, was die meisten der militärischen Anlagen anbelangen, während Jahrzehnten der Geheimhaltung unterlag. Für Armee und Zivilschutz wurden – dem eidgenössischen Angstwahn sei es gedankt – zig Milliarden Steuerfranken buchstäblich verlocht. Das Buch zeigt schonungslos auf, welche absurden Verteidigungs- und Rettungszenarien die Strategen dem Kalten Krieg entgegenhielten. Vom Bundesratsbunker bei Amsteg ist da die Rede oder von den unglaublichen Festungsanlagen um Sargans. Und der Gipfel der Verpulverung öffentlicher Gelder: Die für 20.000 Menschen konzipierte Zivilschutzanlage im Sonnenberg bei Luzern. Atombomensicher und ausgerüstet mit allem Drum und Dran. Doch das Überlebens-Gadget war eine einzige Fehlplanung und scheiterte nur schon daran, «dass drei der vier atombombensicheren, 1,5 Meter starken und je 350 Tonnen schweren Tore sich nicht in nützlicher Frist schliessen liessen. Das vierte Tor versagte den Dienst ganz».

Jost auf der Maur hat für die Recherche zu diesem hervorragend geschriebenen Buch Tage in Stollen, Tunnels, Zivilschutzanlagen, Bunkern und Kavernen verbracht. Er berichtet von dem weit verzweigten Netz unterirdischer Kraftwerkanlagen an der Grimsel; erzählt, wie es zum längsten, nie benutzten Eisenbahntunnel der Schweiz gekommen ist, dem sogenannten Bedrettofenster mit einer beachtlichen Länge von über 5500 m; nimmt uns mit in einen Versuchsstollen im Seeztal oder katapultiert uns zurück ins 19. Jahrhundert, in die Barackendörfer an den Portalen des Gotthard- Eisenbahntunnels, des Grenchenberg- oder Hauenstein-Basistunnels.

Mich hat die Lektüre staunend und wütend zurückgelassen. Staunend, weil der Autor es in gekonnter Manier verstanden hat, einen repräsentativen Überblick über die Tiefen unserer Berge und Hügel zu geben. Wütend, weil mir einmal mehr bewusst geworden ist, wie unser Staat mit angeblichen Bedrohungen umgegangen ist und hierbei in erster Linie die Bauwirtschaft in einem ungeahnten Ausmass mit öffentlichen Geldern gefördert hat. Kommt hinzu, dass viele der militärischen und zivilschützerischen Anlagen, selbst auf eine kurze Dauer, wenig bis nichts getaugt hätten. Zur Rechenschaft für diese verschwendeten Milliarden ist nie jemand gezogen worden. Die Profiteure waren und sind, nebst der Bauwirtschaft, Firmen, die alte Bunkeranlagen zum Schnäppchenpreis gekauft haben und nun – fern jeglicher Justiz – Gold und andere Wertsachen von Menschen aus aller Welt (ob von Schurken, Banditen, Potentaten, Diktatoren, Drogenschiebern etc. sei dahingestellt) für gutes Geld und von jeglichen physikalischen Einflüssen garantiert sicher, lagern. Mit anderen Worten: Es ist durchaus möglich, dass der einst «böse Russe», vor dem man sich 50 Jahre lang gefürchtet und sich die ganze Reduit-Herrlichkeit etwas hat kosten lassen, dass dieser Russe nun sein Gold, oder was auch immer, in der Schweiz anonym, diskret und ... atombomensicher verwahren lässt.

22. März 2020

Skandinavien selbst erleben

Joachim Fischer: Skandinavien, Syro, Göttingen,
1981
Dieses Buch versucht, mit einer neuen Konzeption die ausgetretenen Pfade der üblichen Reiseführer zu verlassen. Eine klare Gliederung nach Grossregionen, viele Karten und Symbole sollen Ihnen helfen, Informationen schnell und übersichtlich zu finden.

Märchen aus dem Literaturschatz der skandinavischen Länder fangen die Mentalität der Menschen ein. Kurze Essays vermitteln Hintergrundinformationen über Geschichte, Natur und Gesellschaft. Die Streckenbeschreibungen, die die jeweiligen Kapitel abschliessen, schlagen Reiserouten in den einzelnen Ländern vor. Viele Hinweise führen zu Fabriken, die Sie besichtigen können, andere nennen Kunsthandwerkstätten, in denen Sie wertvolle Handarbeiten kaufen können. Eigene Symbole verweisen auf traditionelle Veranstaltungen, Festivals und Sehenswürdigkeiten, die auch Kindern Freude bereiten können.

Dieser Führer wendet sich an alle, die den Ländern und ihren Menschen begegnen möchten, die bereit sind, einen Urlaub zu erleben und für die eine Reise mehr bedeutet, als Sehenswürdigkeiten an den Wegen des Massentourismus abzuhaken. (Klappentext)

21. März 2020

Zeitlupe – Zytlupe

Klaus Schädelin: Zeitlupe – Zytlupe, Edition
Francke im Cosmos Verlag, Muri, 1986
Klaus Schädelin, der Autor von «Mein Name ist Eugen», nimmt unsere Zeit unter die Lupe: Das Buch enthält alle seine Satiren, und zwar nicht nur in Mundart, wie er sie in der Sendereihe «Zytlupe» von Radio DRS vorgetragen hat, sondern, übersetzt von ihm selbst, auch in Schriftdeutsch. (Klappentext)

Klaus Schädelin wurde am 17. September 1918 an der Herrengasse in Bern geboren. Sein Vater war Albert Schädelin, Theologieprofessor und Pfarrer am Berner Münster. Nach der Matura 1938 studierte Schädelin Theologie an den Universitäten Bern und Basel. Nach dem Studienabschluss wirkte er von 1945 bis 1947 als Vikar in Attiswil, von 1947 bis 1949 als Pfarrer in Hünibach und anschliessend während neun Jahren als Pfarrer an der Petruskirche in Bern. 1955 erschien sein bekanntestes Werk, das Jugendbuch «Mein Name ist Eugen», das 2004 unter dem gleichen Titel verfilmt wurde. Von Roman Riklin wurde es als Musical «Mein Name ist Eugen» verarbeitet. 1958 wurde Schädelin als Vertreter des neu gegründeten Jungen Berns (seit 1997 Grüne Freie Liste) in den Berner Gemeinderat (Stadtregierung) gewählt. Dort leitete er die Fürsorge- und Gesundheitsdirektion, zeitweise auch die Polizei- und die Tiefbaudirektion. Von 1962 bis 1970 sass er zudem im bernischen Grossen Rat. 1973 trat er nach einem Herzinfarkt aus dem Gemeinderat zurück und ging in Pension. Gemeinsam mit René Gardi bereiste er 1960 Syrien, woraus das Buch «Wenn Sie nach Syrien gehen» entstand. Im November 1968 gehörte er zu den Mitbegründern der Schweizerischen Gefangenengewerkschaft. 1973 war er Gründungsmitglied der Stiftung Terra Vecchia und ihr erster Präsident. Von 1983 bis 1985 wirkte er für die Satiresendung «Zytlupe» des Schweizer Radios DRS1 als zeitkritischer Autor und Moderator. Klaus Schädelin verstarb am 13. Dezember 1987 und wurde auf dem Berner Bremgartenfriedhof begraben.

20. März 2020

Buchantiquariat im neuen Gewand

Mein Online-Buchantiquariat hat ein neues Gesicht und einen neuen Standort. Die Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kriminalromane, Wanderliteratur, Lebensgeschichten, Berner Mundartliteratur und Diverse sind nun Bestandteil der Verlagswebsite der Edition Wanderwerk. Viel Spass beim Schmökern!


Lisi

Alexander Heimann: Lisi, Edition Erpf,
Bern, 1980
Lisi – das ist ein Mädchen voller Geheimnisse. Mit einer nicht weniger geheimnisvollen roten Sporttasche. Das ist ein Prokurist, der Familie, Firma und Feiertage satt hat. Das sind zwei auf einer turbulenten Flucht. Das ist ein Krimi, oder ein Thriller oder auch eine Liebesgeschichte. Lisi – das ist ein gefährliches Buch, faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite. Das ist der erste Roman von Alexander Heimann. Und voll von Leben. (Klappentext)

19. März 2020

Naturdenkmäler im Kanton Bern

Hans Itten: Naturdenkmäler im Kanton Bern,
Verlag Paul Haupt, Bern, 1970
Durch Beschluss des Europarates ist das Jahr 1970 zum Naturschutzjahr erklärt worden. Der Ministerrat hat die Regierungen der Mitgliedstaaten gebeten, für die Durchführung in ihrem Lande besorgt zu sein.

Der Bundesrat ist dieser Anregung nachgekommen. Er wandte sich zunächst an den Schweizerischen Bund für Naturschutz und ersuchte ferner die Kantonsregierungen, die nötigen Schritte in die Wege zu leiten.


Der bernische Regierungsrat unterstützt die Bestrebungen des europäischen Naturschutzjahrs und nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, dass sich der Naturschutzverband des Kantons Bern in Zusammenarbeit mit andern Organisationen für die gute Sache einsetzt und eine Ausstellung sowie Vorträge veranstalten wird. Der Staat leistet seinen besondern Beitrag mit der Herausgabe des vorliegenden Führers zu den Naturdenkmälern im Kanton Bern. Es freut uns besonders, dass es dem ersten und langjährigen Präsidenten der kantonalen Naturschutzkommission und nachmaligen Beauftragten für Naturschutzfragen, Dr. h. c. Hans Itten, möglich war, diesen Führer zu schreiben. Er stellt damit als rüstiger Achtziger einen schönen Teil seiner verdienstvollen Lebensarbeit zusammenfassend dar.


Der Regierungsrat hofft, dass dieses Taschenbuch gute Aufnahme finde, und dass mit der Kenntnis der Naturdenkmäler auch das allgemeine Verantwortungsbewusstsein gegenüber Natur und Landschaft wachse. Das Naturschutzjahr 1970 soll nicht nur Worte, sondern auch Taten zeitigen. Ein würdiger Auftakt in diesem Sinne war die grosse Aktion «Schütze Wald und Wasser», die im Herbst 1969 in unserem Kanton durchgeführt worden ist. Allen grossen und kleinen Helfern gebührt herzlicher Dank. Der Erfolg war grossartig – und beschämend zugleich: Grossartig, welche ungeheure Menge von Abfällen in fleissiger Arbeit gesammelt wurde – und beschämend, dass eine solche Menge überhaupt vorhanden war. Schönstes Ergebnis der Aktion wird sein, wenn weitherum das Gewissen geweckt und der Wille gestärkt worden ist, zu Natur und Landschaft Sorge zu tragen. Bern, den 15. Januar 1970 Fritz Moser, Regierungspräsident
(Vorwort)

Moors Fazit: Ich bin seit dem 22. März 1984 im Besitze dieses Büchleins, das mir in all den Jahren immer wieder wertvolle Hinweise gegeben hat. Das Vorwort habe ich bestimmt auch einmal gelesen und veröffentliche es hier sehr gerne, da es 50 Jahre nach Erscheinen aufzeigt, was damals offenbar und in erster Linie unter «Naturschutz» verstanden wurde. Klar doch, sind Naturdenkmäler auch heute noch schützenswert und die Verunreinigung von Wäldern, Seen und Flüssen durch achtlos weggeworfenen Abfall nach wie vor ein leidiges Thema. Letzteres nennt sich inzwischen «Littering», und was damals nicht ansatzweise ein öffentliches Thema war, prägt heute die weltweite Diskussion: Der durch den Menschen verursachte Klimawandel und seine zunehmend sichtbaren, gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt. Und ja, für die ewiggestrigen Politiker und deren Gefolgsleute aus jenen Reihen, aus der auch Fritz Moser stammte, wird es vielleicht weitere 50 Jahre dauern, bis sich die aktuelle Realität in deren Gehirnwindungen festgesetzt hat. Ob es sich dann noch lohnt, irgendwelche Massnahmen zu ergreifen, wage ich zu bezweifeln.

Fritz Moser (1908–1985) studierte in Bern Jus und eröffnete danach in Thun eine Praxis als Notar. Er war Verwalter der Ersparniskasse Wangen an der Aare und dort auch Gemeinderat. Von 1946 bis 1958 war er Berner Grossrat und Fraktionspräsident der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (später Schweizerische Volkspartei). 1958 wurde er Regierungsrat (1958 bis 1960 Justizdirektor, 1960 bis 1974 Finanz- und Kirchendirektor). Ab 1974 arbeitete er als Kantonalbankpräsident. Zudem war er Vorstandsmitglied der Berner Musikgesellschaft, Präsident der Stiftung Schloss Landshut, Präsident des Kunstmuseums Bern und Verwaltungsratspräsident der Berner Kraftwerke AG. Während seiner Amtszeit als Regierungsrat realisierte Moser das Finanzhaushaltsgesetz und eine Steuerreform.

18. März 2020

Commissario Brunettis erster Fall

Donna Leon: Venezianisches Finale,
Diogenes, Zürich, 1993
Skandal in Venedigs Opernhaus «La Fenice»: In der Pause vor dem letzten Akt der «Traviata» wird der deutsche Stardirigent Helmut Wellauer tot aufgefunden. In seiner Garderobe riecht es unverkennbar nach Bittermandel – Zyankali. Ein großer Verlust für die Musikwelt und ein heikler Fall für Commissario Guido Brunetti. Dessen Ermittlungen bringen Dinge an den Tag, wonach einige Leute allen Grund gehabt hätten, den Maestro unter die Erde zu bringen. Der Commissario entdeckt nach und nach einen wahren Teufelskreis aus Ressentiments, Verworfenheit und Rache. Sein Empfinden für Recht und Unrecht wird auf eine harte Probe gestellt.

Mit ihrem ersten Kriminalroman zeichnet Donna Leon ein intimes Portrait Venedigs und stellt mit Guido Brunetti einen absolut unwiderstehlichen Detektiv vor. (Klappentext)

Moors Fazit: Nicht nur Brunettis erster Fall, auch Moors erster Brunetti. Interessanter Plot mit einem Blick hinter die Opernwelt und deren fragile Akteure. Angereichert ist die Geschichte mit Nadelstichen und Seitenhieben, die italienische Seele und Bürokratie betreffend. Weitere 20 Brunettis harren in meinem Büchergestell der Lektüre …

I: Venedig (Hauptschauplatz), Padua

17. März 2020

Agnes

Peter Stamm: Agnes, Fischer, Frankfurt/Main,
1998
Im überheizten Lesesaal der Public Library in Chicago wechseln sie die ersten Blicke, bei einem Kaffee die ersten Worte. Eines Tages fordert Agnes ihn auf, ein Porträt über sie zu schreiben, sie will wissen, was er von ihr hält. Schnell zeigt sich, dass Bilder und Wirklichkeit sich nicht entsprechen – und dass die Phantasie immer mehr Macht über ihre Liebesbeziehung erhält. (Inhaltsangabe im Buch)

USA: Chicago und Umgebung, New York