30. September 2015

Neulich in 4493


Wenslingen (BL). Ich finde, diese wilde Plakatiererei geht langsam zu weit. Klar, es stehen wieder einmal Nationalratswahlen an. Welcher ambitionierte Politiker möchte die Gunst der Stunde oder eben des Strassenrandes nicht nutzen. Ich mag mich an Zeiten erinnern, als wir von der Gemeinde keine Bewilligung erhielten, um für 14 Tage am Ortseingang ein Banner für ein Wohltätigkeitsfest aufzustellen zu dürfen. Und: Nebst den Wahlplakaten haben in den letzten Jahren die Tafeln und Banner für Anlässe ebenfalls zugenommen. Angesichts von Social Media und all den anderen Möglichkeiten, die das Internet bietet, eine sonderbare Entwicklung. Dabei gäbe es doch genialeres Guerilla-Marketing, als die Strassenränder mit Plakaten zuzupflastern und die Autofahrer von ihren Handys abzulenken.



Hoochi Goochy: Interessant, was das Internet darüber weiss. Als Hoochie Coochie (auch als Hoochy Coochy, Hoochy Koochy oder Hoochie Koochie auftretend) bezeichnet man eine erotische Tanzform in den Vereinigten Staaten, die wahrscheinlich um 1870 aufkam und dem Bauchtanz aus dem arabischen und türkischen Raum nachempfunden war.

Charakteristisch für eine Hoochie-Coochie-Tänzerin waren ein kurzer Rock, eine entblösste Taille, eng anliegende Brustbänder und die Verwendung verschiedener Schleier. Der Körper war aufwändig mit Schmuck bestückt und mit Glöckchen und kleinen Zimbeln behängt. Die Tänzerinnen traten vor allem in sogenannten Salons auf, Bars mit Varieté-Programmen, Vaudeville und Burlesque Shows, in denen sie schnell zu einer beliebten Form der Unterhaltung wurden. Wegen seiner erotischen, körperbetonten Ausdrucksweise (im Englischen auch als muscle dance bezeichnet) erregte der Hoochie Coochie Aufsehen bei öffentlichen Ausstellungen und Messen und wurde bald Angriffsziel von Moralhütern.

Schön, dass sich SVPler Straumann zum Hoochi-Goochy-Plakat gesellt hat. Ob er an der Party anzutreffen sein wird und auf Stimmenfang geht? Der Zeitpunkt wäre günstig.

29. September 2015

235 Seiten, die man gelesen haben muss

Ursula Kahi: 111 Orte im Aargau, die man
gesehen haben muss
, Emons, Köln, 2015
Die Kunst des Schreibens besteht unter anderem darin, Gleiches und Ähnliches inhaltlich und sprachlich immer wieder so zu zu gestalten, dass es nicht zur Stereotypie verkommt. Diesem Umstand hat die Aargauer Autorin Ursula Kahi auf vortreffliche Weise Rechnung getragen. In ihrem neusten Werk, 111 Orte im Aargau, die man gesehen haben muss, beschreibt sie dem Titel entsprechend 111 Trouvaillen, die vermutlich selbst dem Aargauer zu einem grossen Teil neu sein dürften. Ursula Kahi hat bewusst die bekanntesten Hot Spots im Aargau ausgeklammert. Sie präsentiert uns so einen Kanton jenseits jeglicher Klischees und fördert statt dessen Perlen zu Tage, die zu entdecken sich lohnen. Ein paar Beispiele:

Hosensackmuseum in Baden (www.kindermuseum.ch); Schimpfmaschine in Baden (www.schimpfmaschine.ch);
Wassersinfonie in Bad Zurzach; Kinderweg in Benzenschwil; Steinzeitwerkstatt in Boniswil (www.steinzeit-live.ch); Bahnpark in Brugg (www.bahnpark-brugg.ch); Rheinfähre Full–Waldshut (www.rhein-schiffart.de); Erdlöcher von Hellikon; Chäsi in Künten (www.chaesi-kuenten.ch). Von hier stammt mein heiss geliebter Aargauer Traum (erhältlich in der Migros). Berner Stundenstein in Othmarsingen; Gasthaus zum Rössli in Rheinfelden mit seinem Rössli-Jazz; Keltengräber von Unterlunkhofen; Römerböden von Zofingen.

Zu den 111 Orten gesellen sich eben so viele Tipps, die den Appetit zusätzlich anregen helfen. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann sind es die fehlenden Angaben betreffend der Anreise mit dem öV. Schade, wurde hier nur auf die Bedürfnisse der Autoreisenden Rücksicht genommen. Ansonsten gilt: Ursula Kahi ist auch dank der guten Fotos ein erstehens- und lesenswertes Aargau-Buch gelungen, das einmal mehr den fehl eingeschätztesten Kanton in einem anderen Glanz erstrahlen lässt. 

28. September 2015

Zurück auf dem Strich

Eigentlich hätte ich vergangenen Donnerstag den Hoch Fulen, den Pilatus oder das Buochserhorn besteigen wollen. Bloss: das Wetter, ein Jammer. Ab in den Jura also, nach St-Brais, jener Ort in den Freibergen mit den lärmenden Windkraftwerken. Ich setzte dort ein, wo ich Ende 2014 aufgehört hatte und widmete mich der Koordinate 574, dem imaginären Strich, dem zu folgen ich mir vor zwei Jahren zur Aufgabe gemacht hatte.

Die Route führte mich zu Beginn an zwei Windturbinen vorbei – mangels Wind war Produktionsflaute – und durch das obere Ende der Combe Tabéillon. Mit Freude nahm ich zur Kenntnis, dass das Buffet de la Gare bei der Haltestelle La Combe immer noch existiert. In der Folge ging ich mehrere weglose Abschnitte über Juraweiden sowie durch Waldpartien unterschiedlicher Grösse und Beschaffenheit. Schliesslich gelangte ich über die Kantonsgrenze in den Berner Jura, wo ich, als Kontrast zu den Wiesen und Wäldern, das stattliche Dorf Tramelan durchquerte. Der Landschaftstypus ging nun vom Plateaujura in den Kettenjura über. Ich erstieg die Montagne du Droit, überquerte sie in ihrer mässigen Breite, um hernach die mit Felsen durchsetzte, bemerkenswert steile Südflanke nach Cortébert im Vallon de St-Imier abzusteigen. Ende der dritten Etappe.

St-Brais–Cortébert: grün die Koordinate 574, rot gepunktet die weglosen Abschnitte. Links und rechts markieren die roten Linien den Zwei-Kilometer-Korridor.



27. September 2015

Der König über dem Kaiser



Er gilt mit seiner Spannweite von bis zu 2,2 Metern als König der Lüfte, der Steinadler. Als einziger grosser Beutegreifer in der Schweiz hat er die Zeiten rücksichtsloser Verfolgung überstanden, in der Bartgeier, Luchs, Wolf und Braunbär ausgerottet wurden. Mittlerweile hat sich der Adlerbestand erholt und ist heute in den Alpen nahezu gesättigt. Durch die grosse Zahl unverpaarter Einzeladler werden Revierpaare immer wieder in Streitigkeiten verwickelt. Regelmässig sind sie daher vom Horst abwesend, was den Bruterfolg verringert.

Kürzlich hatte ich das Glück, dem Steinadler ansichtig zu werden. Währenddem ich auf dem Gipfel des Chaiserstuel (2400 m) im Gebiet der Bannalp (NW) an meinem Sandwich knabberte, flog er direkt über mir seine Volten. Eine schöne Metapher, dachte ich. Der König dreht über des Kaisers Stuhl seine Runden. Und ich mitten drin.


26. September 2015

«Bylo to to nejtepší, co jsem kdy udělal!»

Hanspeter Tschanz: Projekt Mount Ma 394 05,
Eigenverlag, Brenzikofen, 2013
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks entstanden zwischen West und Ost zahlreiche Gemeindepartnerschaften. Die Berner Landgemeinde Brenzikofen zum Beispiel verschwesterte sich mit dem tschechischen Vyskytná. Der bis 2007 als Gemeindepräsident von Brenzikofen amtierende Hanspeter Tschanz, hegte den Plan, seinen Partnerort zu Fuss zu besuchen. Dies, obschon er ursprünglich die Besteigung des Mount Everest im Visier hatte. Marathonläufer Tschanz sollte den Entscheid nicht bereuen, wie er in seinem Erlebnisbericht über die 1075 km lange Wanderung nach Tschechien schreibt: «Es war das Beste, was ich je gemacht habe!» Und weil das 128seitige Buch zweisprachig abgefasst ist, hier die tschechische Version: «Bylo to to nejtepší, co jsem kdy udělal!» (schwierige Sprache!).

Gefunden habe ich das Buch per Zufall in einer Thuner Brockenstube, ist es doch in keinem Verlag erschienen und daher nicht einfach zu bekommen. Hanspeter Tschanz ging die lange Strecke übrigens in lediglich 24 Tagen, in der Zeit vom 6. bis 29. Juni 2012, nachdem er sich zuvor körperlich und mental intensiv vorbereitet hatte. Ja, er belegte für sechs Monate sogar einen Sprachkurs in Tschechisch. Mit einem Tagesschnitt von knapp 45 km erbrachte er eine beachtliche Marschleistung, trug er doch ein kleines Zelt mitsamt dem dazu notwendigen Biwakmaterial mit.

25. September 2015

Ke Ahnig

I weiss nid, was die Junge scho sit es paarne Johr atribt, die Wändig keh Ahnig z bruuche, we si eigetlech wette oder sötte säge, i weis es nid. Si si eifach zfuu es ganzes Sätzli zbiude? Hei si Müe dermit, ganz eifach zue zgäh, öppis nid zwüsse? Oder isch es eifach kuul, e so zrede wie men äbe so redt hütt zu tags? Ehrlech gseit, i ha ke Ahnig. 

Die goldene Jungfrau mit dem Ziegenbock



Von dieser Sorte Bänkli habe ich bereits in einer Trilogie berichtet. Vergangene Woche geriet ich im Baselbiet erneut an zwei Exemplaren vorbei. Von der ersten Begegnung oberhalb Zunzgens soll hier die Rede sein. Jede der 150 von der Basellandschaftlichen Kantonalbank gestifteten Bänke ist mit einer Plakette versehen. Das Exemplar von Zunzgen erzählt vom Heidenbüchel:

Fährt man auf der Autobahn Richtung Basel an Zunzgen vorbei, dann erspäht man rechts einen mysteriösen Erdhügel, in der Regel mit einer Schweizer Fahne: den Heidenbüchel. Um ihn ranken sich viele Sagen und Legenden. P. Suter und E. Strübin schreiben in ihrem Buch der Baselbieter Sagen vom Grab des Hunnenkönigs Attila, von seinem verborgenen Schatz, von einem Raubritterschlösslein, von einer Kappelle. Eine Sage meint sogar, dass sich im Büchel eine goldene Jungfrau aufhält, die sich einen Ziegenbock hält. Jeden Weihnachtsmorgen reitet sie auf ihm an den Diegterbach, um mit einem goldenen Kamm ihre Haare zu bürsten.


Die Archäologen datieren den künstlichen Hügel, der eine hölzerne Wohnburg trug, ins 10. Jahrhundert. Seit 1948 wird der Heidenbüchel im Wappen von Zunzgen dargestellt.

Heinomoll, diese Bänkli sind wahre Schulbänkli der Lokalhistorie. Mein Dank geht an die Bank des Kantons Basel Landschaft!

24. September 2015

So hohl



Kennen Sie das Hohlgassland? Ich wusste bis zu meiner neuerlichen Wanderung von Luzern nach Weggis nichts davon, bis mir in Merlischachen und Küssnacht am Rigi die blauen Bänkli mit besagter Inschrift begegneten. Die Wortschöpfung spielt auf die Hohle Gasse zwischen Immensee und Küssnacht an und somit auf die berühmte Stelle in Schillers Wilhelm Tell: «Durch diese hohle Gasse muss er [Gessler] kommen», was Herr Gessler dann auch tat und wegen Tells hinterhältigem Geschoss flugs das Zeitliche segnete. Tell wird endgültig zum Freiheitshelden der Schweiz und die Hohle Gasse auf Lebzeiten, nebst dem Rütli, zum wichtigsten Schauplatz der helvetischen Gründungsgeschichte. Zur Tourismusregion Hohlgassland gehört übrigens auch die Gemeinde Immensee, schliesslich wissen die Promotoren daselbst am besten, dass aller guten Dinge drei sind, nicht wahr.

Ja, hätten wir also diese gewieften Touristiker nicht, dann gäbe es das Hohlgassland ebenso wenig, wie das Heidiland, das Drei-Seen-Land oder das Disneyland.

23. September 2015

Kilchenstock

Emil Zopfi: Kilchenstock, Limmat Verlag,
Zürich, 1996
«Eine fürchterliche Katastrophe ist so wahrscheinlich, dass Schweigen meinerseits mir als Verbrechen erschiene», schrieb der Geologe Albert Heim im November 1928 an den Landamtmann des Kantons Glarus. Am Kilchenstock über Linthal droht nach dem Urteil der Wissenschaftler ein Bergsturz. Und auch die Wirtschaftskrise zeigt Wirkung im Dorf: Fabriken entlassen Arbeiter, verarmte Bauern suchen ihr Heil in nationalen Bewegungen.

Der Dorfpfarrer Friedrich Frey ist einer der wenigen, der in dieser Zeit der Verunsicherung einen klaren Kopf behält. Er leitet eine große Hilfsaktion, kämpft gegen soziales Elend, politische Hetze und den Zerfall der Solidarität. Und immer wieder steigt er auf den Berg und registriert mit wissenschaftlicher Akribie die unaufhaltsame Bewegung der Felsmassen.

Emil Zopfi erzählt die Geschichte des Kilchenstocks aus der Sicht der bedrohten Dorfbewohner, welche auf die Umweltkatastrophe ganz unterschiedlich reagieren. Wem soll man glauben? ist die Frage, die alle bewegt. Den Wissenschaftlern? Den Politikern? Dem Pfarrer? Der Wahrsagerin? Dem eigenen Gefühl? (Klappentext)

GL: Linthal und Umgebung

22. September 2015

Holje-guggu

Bis vor Kurzem lebte ich im Irrglauben, das Rigi-Lied sei ein Wanderlied. Rigi-Lied? Rigi-Lied:

Vo Lozärn gäge Wäggis zue
Holje-guggu, holje-guggu
Bruucht me weder Strömpf no Schueh
Holje-guggu, holje-guggu


Diese Rigi-Weise ist eines der wohl bekanntesten Deutschschweizer Volkslieder, doch wer, wie ich, bloss die erste Strophe kennt, der erliegt schon mal einem Irrtum. Strophen zwei und drei bringen nämlich eine ungeahnte Wendung:

Fahre im Schiffli öbere See
Holje-guggu, holje-guggu
Um die schöne Meitli z’gseh
Holje-guggu, holje-guggu

Hoduliduli hopsassa holje-guggu, holjeguggu
Hoduliduli hopsassa holje-guggu-guggu


Z'Weggis, dort foht's Stiegen a
Holje-guggu, holje-guggu
Meiteli, Büebeli hopsassa!
Holje-guggu, holje-guggu

Meiteli, g-ümpele nit eso
Holje-guggu, holje-guggu
's Gümpele wird dir scho vergoh
Holje-guggu, holje-guggu

Im Chaltbad do chehrt me-n-i,
Holje-guggu, holje-guggu
trinkt es Schöppeli rote Wi
Holje-guggu, holje-guggu

Wo mir si uf e Rigi cho
Holje-guggu, holje-guggu
het's viel Alperöseli do
Holje-guggu, holje-guggu

Meiteli, trink mer ned z’vel Wy
Holje-guggu, holje-guggu
S’Gäud das muess verdienet sy
Holje-guggu, holje-guggu

Hoduliduli hopsassa holje-guggu, holjeguggu
Hoduliduli hopsassa holje-guggu-guggu


Das von dem aus dem Kanton Solothurn stammenden Johann Lüthy 1832 komponierte Rigi-Lied handelt also nicht vom Wandern zwischen Luzern und Weggis, sondern von der Schifffahrt und Besteigung der Rigi. Ich sah mich also selber belehrt, als ich mich in Luzern aufmachte, um im Sinn und Geist der ersten Strophe nach Weggis zu gehen. Nun, ich empfehle das Abschreiten des Waldstätterweges so oder so. Man gelangt an gar manch schöner Stelle vorbei, wie zum Beispiel dem öffentlich zugänglichen Schloss Meggenhorn, der Seepromenade von Meggen, dem historischen Dorfkern von Küssnacht oder dem sensationellen Bio-Laden des Haldihofs eine gute Wegstunde vor Weggis. Hier erstand ich mir ein Flachmannfläschchen «Wanderwasser». Der Aprikosenschnaps trägt die Bezeichnung Chasseral. Dahinter steckt ein geniales Konzept, wonach sämtliche auf dem Haldihof destillierte Schnäpse Bergnamen Tragen, die auf einem Rigi-Panorama von 1820 aufgeführt sind. Das Panorama dient dem Hof zugleich als Werbe-Leporello. Das Ganze ist sehr professionell gestaltet und macht dem typografisch geschulten Auge Freude.

PS 1: In Weggis angekommen, bestieg ich das Dampfschiff Luzern und fuhr – im umgekehrten Sinne des Rigi-Liedes – zurück nach Luzern. Schuhe und Strümpfe behielt ich an. Es hatte mir zu viele Leute an Bord.

PS 2: Das Rigi-Lied wird je nach Gusto seines Erwähners auch als Luzerner Lied oder Weggiser Rigi-Lied benannt.

PS 2: Die Route führt ausnahmslos durch Orte mit Doppelkonsonanten: Meggen, Küssnacht, Greppen, Weggis.


Empfehlenswerte Route von Luzern (Haltestelle Seeburgstrasse) via Meggen–Küssnacht–Greppen nach Weggis.

Das Märchenschloss Meggenhorn entstand nach dem Vorbild des Loire-Schlosses von Chambord.

Einer von drei Verkaufsräumen des Haldihofs zwischen Greppen und Weggis.

Auf dem Haldihof werden leckere Schnäpse gebrannt, so unter anderem etliche Sorten «Wanderwasser».

21. September 2015

Ehemalige Fähren und eine fehlende Brücke

Von Lyss nach Büren an der Aare wollte ich gehen. Stets in der Nähe der alten Aare, was mir bis kurz nach Meienried – dem Ort, wo alte Aare und der Nidau-Büren-Kanal sich vereinigen – auch gelang. Auf der Höhe von Busswil kam ich an einem Schild vorbei, das mich über die einstige Fähre informierte: In der Gegend von Busswil floss die Aare in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch auf einer Breite von über 500 Metern. Die ständig wechselnden Wasserläufe machten den Bau von Brücken nicht lohnenswert. An deren Stelle traten Fähren. Die Busswiler Fähre wird zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals schriftlich erwähnt. zwischen 1803 und 1860 sind Verschiebungen der Fähre nachweisbar. Mit der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs zwischen Biel und Bern in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts wurde der Fährdienst aufgegeben.

Obschon ich aus der Gegend stamme, erfuhr ich das erste Mal von der Aarefähre bei Busswil (BE). Die roten Kreise markieren die verschiedenen Standorte des Fährbetriebs. Gut zu sehen sind die doppelspurige Bahnstrecke Lyss–Biel sowie die Einspurstrecke Busswil–Büren an der Aare.


Bei einem der ersten Häuser in Meienried entdeckte ich eine altertümliche Inschrift über der Eingangstüre.

Augenfällig aber ziemlich sicher nicht antik: Türinschrift beim ehemaligen Fährhaus bei der Örtlichkeit Oberfahr in Meienried.


Die wegen des Gebells ihres Hundes hinter dem Haus hervor gekommene Frau erklärte mir im Zürcher Dialekt, dass die Inschrift ziemlich sicher nicht zum Gebäude gehört. Ihr Mann sei Schreiner und habe die Tafel über der Türe eingepasst. Beim Haus handle es sich um das ehemalige Fährgebäude. Interessant, dachte ich und sah auf der Karte die Ortsbezeichnung Oberfahr. Logisch! Wo Fahr oder Far steht, gab oder gibt es eine Fähre. Bestes Beispiel dafür ist das Kloster Fahr (AG), wo an Sonntagen immer noch eine Fähre über die Limmat pendelt. 

In Meienried führte mich die Route am Geburtshaus von Johann Rudolf Schneider (1804–1880) vorbei. Schneider gilt als Hauptförderer der Jura-Gewässer-Korrektion, über die ich bereits berichtet habe. Was mir bewusst wurde, als ich an der Rückseite des Gebäudes vorbeikam: Hier hatte ich vor Jahren einmal übernachtet. Barbara und Fredi Käser betreiben Landwirtschaft und bieten unter anderem Schlaf im Stroh an, was uns damals anlässlich einer Velotour sehr gelegen kam.

Das Geburtshaus von Johann Rudolf Schneider ist gleichzeitig eines der schönsten Gebäude in Meienried (BE)


Mein Plan war es, ein paar hundert Meter kanalaufwärts die Safnernbrücke zu überqueren und sodann auf der linken Kanalseite via Naturschutzgebiet Häftli nach Büren zu wandern. Doch – Ironie meiner Fähren-Recherchen – die Brücke war weg, das heisst, die neue Brücke befand sich noch im Bau. Was tun? Ich beschloss, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen und änderte meinen Plan radikal. Ich ging also weiter dem Nidau-Büren-Kanal entlang via Scheuren, Schwadernau und Aegerten nach ... Brügg, wo ich, der Name ist Programm, mittels Brücke den Kanal überquerte und in meinem «Heimatbahnhof» den Zug bestieg.





20. September 2015

Die Krux mit der Grenze

Landolf Scherzer: Der Grenz-Gänger,
Aufbau Verlag, Berlin, 2005
Über den aus der ehemaligen DDR stammenden Journalisten, Landolf Scherzer, habe ich bereits am 5. März 2015 geschrieben, als ich sein Buch Immer geradeaus lobend erwähnte. Nun habe ich auch Der Grenz-Gänger gelesen, eine Langzeitreportage über eine 400-Kilometer-Wanderung entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Scherzer ging die Route 15 Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhanges und wollte von den hüben wie drüben lebenden Menschen wissen, was sich seit der Wiedervereinigung getan hat und wie sie damit klar kommen. Ohne Umschweife und grosseses Brimborium geht Landolf Scherzer auf die Menschen zu. Hierbei klingelt er beim Dorfeingang jeweils im ersten Haus links und gelangt so mit Leuten unterschiedlichster Prägung ins Gespräch. Auf den 393 Seiten werden unzählige kleine und grosse Geschichten erzählt. Geschichten vom einfachen Mann, vom einflussreichen Bürgermeister oder vom hinzugezogenen Wessi.

Dass das Ende der sozialistischen Republik nicht nur sein Gutes hatte, verdeutlichen die von Scherzer 2004 angetroffenen Zustände. Eine hohe Arbeitslosigkeit wegen der zahlreichen Betriebe, die ihre Türen nach der Wende dicht machten, verbitterte Ost- und Westbürger, die sich von den Politikern übers Ohr gehauen fühlen oder aber die unzähligen Vorurteile beider Volksgruppen dies- und jenseits des Todesstreifens: Jede Grenze hat ihre Krux. Selbstverständlich finden auch positive Aspekte Erwähnung, doch nach der Lektüre scheint mir das Negative zu überwiegen. Bleibt also zu hoffen, dass sich die Menschen von Thüringen, mit jenen von Bayern und Hessen – und umgekehrt – in den vergangenen Jahren weiter angenähert und arrangiert haben. Landolf Scherzer ist so oder so ein wiederum spannend zu lesendes Buch gelungen, das sich gerade auch für Nicht-Kenner des Landstrichs zur Lektüre empfiehlt.

19. September 2015

Kneipp?



Was soll das denn nun sein? Ein Brünneli zum Draufsitzen? Ein Bänkli zum Kneippen des Fudis? Irgendein Toggenburger wird's schon wissen, denn dort, im schönen Toggenburg, steht das Rätsel und plätschert vor sich hin. Foto: D.T.

18. September 2015

Pilgern ins gelobte Land

Jean Lescuyer, Pilgern ins gelobte Land,
Goldmann, München, 2000, vergriffen
Eine ungewöhnlichere Pilgerreise lässt sich kaum denken: Ein wohlsituierter Geschäftsmann bricht völlig ohne Geld auf, um zu Fuss von Frankreich nach Jerusalem zu pilgern. Acht Monate lang ist er unterwegs, über Italien und Griechenland, durch die Türkei, Syrien und den Libanon. Nichts bleibt ihm erspart auf dieser Reise: Hunger, Krankheit, Kälte, Gewalt – doch jeder Schritt führt ihn auch ein Stück weiter auf dem Weg der Erkenntnis. (Klappentext)

Jen Lescuyer, geboren 1939 in Albi, absolvierte eine Pilotenausbildung. 1961, drei Monate nach seiner Heirat, stürzt sein Flugzeug in Algerien ab, und er kehrt schwer verwundet nach Frankreich zurück. Nach langen Rehabilitationsmassnahmen schult er zum Ingenieur um und wird erfolgreicher Unternehmer. Ein weit fortgeschrittener Hirntumor wirft ihn Jahre später ein zweites Mal auf das Krankenlager – wieder muss er langsam einfachste Bewegungsabläufe lernen. Doch er erholt sich und nimmt seine beruflichen Tätigkeiten wieder auf. 1999 unternimmt er zum Dank für seine wiederholte Genesung zu Fuss und ohne Geld eine Pilgerreise nach Jerusalem.

16. September 2015

Ich blies zum Rückzug

Einmal musste es soweit kommen: Privat. Durchgang verboten! Somit ist klar, dass ich nicht alle Wege, Strassen und Pfade der Gemeinde Thun werde begehen können. Wobei, dies stand bereits von Anbeginn fest. Die Autobahn A6 klammerte ich kategorisch aus. Erstens bin ich nicht lebensmüde und zweitens habe ich keine Lust, mir eine polizeilich auferlegte Busse einzuhandeln.

Hier drehte ich ab und liess einen 300 Meter langen Weg unbegangen.


Am Samstag stand ich also in Hünibach gleich zweimal vor unerlaubten Durchgängen. Zähneknirschend. Ich fragte mich kurz, ob ich zu den Befugten oder Unbefugten gehörte. Das ist nicht immer klar. Nicht jedes Recht, das einem zusteht, ist mir bekannt. Und auch nicht jede Pflicht. Weil ich zudem nicht wusste, ob mich in der verbotenen Zone eine Selbstschussanlage, ein geifernder Kampfhund oder ein enervierter Grundeigentümer erwartete, drehte ich ab und widmete mich der Fortsetzung im Grüsisbergwald. Auf der Rabenflue, einer im Wald gelegenen Pick-Nick-Terrasse am felsigen Abgrund hoch über der Stadt, war der Kulminationspunkt dieser Route. Auf dem Rückweg an den Thuner Bahnhof geriet ich noch einmal durch das Wart-Quartier. Mei, diese Villen, diese Wohnlage! Hierbei fielen mir zwei sonderbare Tafeln auf:

Na, dann verändern wir die Welt und schaffen Durchgangsverbote für Fussgänger ab!

Die Botschaft scheint klar: 5 Sekunden und der Dobermann zerfleischt dich. In welcher Sprache bloss?

15. September 2015

Die Schneekanone von Allmendingen und andere Scheusslichkeiten

Meine neuste Route auf Thuner Gemeindegebiet führte mich gestern von Dürrenast via Gwatt nach Allmendingen, wo noch ein paar Quartiersträsschen meiner Begehung harrten. Daselbst angelangt, vernahm ich dumpfen Schiesslärm vom nahen Waffenplatz. Das zu durchwandernde Wohnquartier ist am Auenwald des ehemaligen Kanderlaufs gelegen. Der schmale Waldstreifen grenzt direkt an den Waffenplatz, weshalb der Lärm bedrohlich näher rückte. Bevor sich meine Route just im Auenwäldchen fortsetzte, gelangte ich bei einem Einfamilienhaus an einem sonderbar anmutenden Gerät vorbei. Ich dachte zuerst an einen Bautrockner, bei genauerer Betrachtung entpuppte sich das Ungetüm jedoch als Schneekanone. Unglaublich, was sich gewisse Leute auf 560 Meter über Meer vor das Haus stellen. Unglaublich auch das Sperrfeuer, in das ich hernach zumindest akustisch geriet. Maschinengewehre knatterten, gröbere Artillerie feuerte ohne Unterlass seine Geschosse ab. Dazwischen bellte ein Militär unverständliche Schiesskomandos über das Schlachtfeld. Der nahe des Wohngebietes erschallende Kriegslärm liess jedes 1.-August-Geknalle zum Kindergeburtstag degradieren. Ich war froh, dem Wald unbeschadet zu entkommen und in die mir noch letzte fehlende Allmendinger Quartierstrasse einzumünden. Über deren Ende zeigte sich – nomen est omen – das Schreckhorn.

Wer mit der Schneeschleuder abgeschlossen hat, kauft sich in Allmendingen bei Thun eine Schneekanone – passend zum Schiesslärm der Schweizer Armee von der nahen Allmend.



13. September 2015

Ein perfekter Freund

Martin Suter: Ein perfekter Freund,
Diogenes, Zürich, 2003
Wo bin ich? Wer bin ich? Und: Wer ist die blonde junge Frau an meinem Bett? Der Journalist Fabio Rossi, dreiunddreissig, erwacht im Krankenhaus mit einer Kopfverletzung und einem Blackout von fünfzig Tagen. Die blonde junge Frau, die sich zärtlich über ihn beugt, soll schon seit ein paar Wochen seine Freundin sein – aber Fabio hat sie nie zuvor gesehen.

Nur allmählich findet sich Fabio im eigenen Leben wieder zurecht. Als er seine Vergangenheit zu rekonstruieren beginnt, stösst er dabei auf ein Bild von sich, das ihn zutiefst befremdet. Er scheint merkwürdige Dinge getan, ein seltsames Verhalten an den Tag gelegt zu haben in jener Zeit. Aber offenbar gibt es Leute, denen es lieber wäre, jener Fabio bliebe ausgelöscht. (Klappentext)

ZH: Stadt Zürich

11. September 2015

Das frühe Einnachten

Vorgestern Abend werkelte ich weiter an der Begehung sämtlicher Strassen, Wege und Pfade der Gemeinde Thun. Vom Allmendinger Industriequartier zog ich durch das bewaldete Gebiet des Glütschbachtals in die Industriezone des Gwatt. Hinzu kamen vier neue Strassenschilder: Rüttiweg, Moosweg, Steinhaufenweg und Rösslimatte. Mein Ziel ist es, am Ende des Projektes von jeder Strasse Thuns das entsprechende Schild als Foto vorliegen zu haben. Das klingt etwas verrückt, ist in der Tat jedoch ein spannendes Unterfangen, dem ich eine genaue Analyse werde folgen lassen. Bedauerlich ist bloss das mittlerweile frühe Einnachten. Es zwingt den Strassensammler zu noch akribischer Planung, was den Zeitpunkt des Erreichens fehlender Schilder anbelangt.

Akribisch genau. Vom Moos ist in der Industriezone im Gwatt nicht mehr viel übrig geblieben.

Mogelpackung: Pferdchen, das war einmal. Heute stehen unzählige Lastwagen in der Rösslimatte.

Weit und breit keine Steinhaufen, dafür Haufen von Industrie am Steinhaufenweg im Gwatt.

10. September 2015

Sie irren, Herr Staatsanwalt

John Frédéric Vuilleumier: Sie irren, Herr
Staatsanwalt, Schweizer Verlagshaus,
Zürich, 1962, vergriffen
In diesem grossangelegten Roman packt der erfolgreiche Schweizer Schriftsteller J.F. Vuilleumier unerschrocken «heisses Eisen» an: das Problem des Justizirrtums und des unschuldig Verurteilten.

In einem kleinen Juradorf wurde der alte Kräutergrahm in seiner einsamen Waldhütte ermordet aufgefunden. Hinter verschlossenen Türen vorerst, dann immer lauter bezichtigen die Dorfbewohner ihren jungen Schulmeister Heinz Gotting der verbrecherischen Tat, nur weil er ein Rauhbein und ein Zugewanderter ist. Als fragwürdige Zeugen belasten sie den Lehrer vor den Schranken des Gerichtes schwer. Selbst seine heimliche Geliebte, das triebhafte Eheweib des Sonnenwirtes, klagt ihn an. Der berühmte Staatsanwalt Hirt, ein Paragraphenmensch, dessen Privatleben keineswegs makellos ist, überzeugt das Gericht von Gottings Schuld mit allem Raffinement des gewiegten Juristen. Zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, erleidet Gotting in seiner Zelle alle Qualen des unschuldig Verurteilten. Als man den wirklichen Mörder entdeckt, wird der Schulmeister endlich frei. Frei? – Nur im Sinne der Justiz, die Erinnerungen geben ihn aber ebenso wenig frei wie der Makel, der an ihm haftet; wie Eumeniden verfolgen sie ihn und brechen seine letzte Lebenskraft. (Klappentext)

BE: Orvin, Biel BS: Stadt Basel

6. September 2015

Suomi im Doppelpack

Bernd Gieseking: Das kuriose Finnland-Buch,
S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2014
Bernd Gieseking ist ein interessanter Zeitgenosse. Der gelernte Zimmermann absolvierte ein Kunst- und Theologiestudium und ist danach zum Kinder- und Reisebuchautor mutiert, aber auch und vor allem zum Kabarettisten. Reisetechnisch ist der Norden Giesekings Spezialgebiet, insbesondere Finnland, wo Axel, sein Bruder, mit einer Finnin lebt.

Auf Bernd Gieseking bin ich über die Taschenbibliothek des deutschen Fischer-Verlags gestossen. Das kuriose Finnland-Buch berichtet über all die finnischen Klischees und darüber hinaus. Gleichzeitig ist es für mich das mit Abstand beste Buch aus der Reihe Was Reiseführer verschweigen. Gieseking präsentiert seinen Lesern nicht einfach unzählige mehr oder weniger sinnvolle Statistiken, wie es die anderen Autoren dieser Reihe tun, Gieseking erzählt. Er macht dies derart unterhaltsam, dass ich mir im Nachgang sein Finne dich selbst! zulegte. Allein der Untertitel Mit den Eltern auf dem Rücksitz ins Land der Rentiere weckte meine Neugierde. Der Autor aus Ostwestfalen erlebt hierbei so einiges und gibt witzige Einblicke in das Familienleben der Giesekings mitsamt unzähligen Müsterchen in Plattdeutsch. So gesehen ist Finne dich selbst! nicht nur eine Reisebuch über das wohl exotischste der skandinavischen Länder, es stellt auch eine Verbindung zur ostwestfälischen Kultur her.

Bernd Gieseking: Finne dich selbst,
S. Fischer Verlag, Frankfurt, 2012
Welche Sitten und Gebräuche auf Finnlands Strassen herrschen, sei an dieser Stelle im original Gieseking-Duktus wiedergegeben: Wenn der Finne zu Fuss unterwegs ist, bleibt er tatsächlich an Fussgängerampeln stehen, sobald sie Rot zeigen. Die ganze Strasse kann frei sein, es kann tiefste Nacht sein, nirgends ein Kind zu sehen, das man verderblich beeinflussen könnte, der Finne bleibt bei Rot stehen. Wenn er sehr betrunken ist, bleibt er sogar stehen, wenn die Ampel Grün zeigt. Das kann Stunden dauern, ich habe das selber gesehen.
Wenn der Finne mit dem Auto unterwegs ist, verhält es sich umgekehrt. Nie bremst er an Zebrastreifen. Da können noch so viele Fussgänger stehen, der Finne fährt durch. Vielleicht ist das der Grund, dass er zu Fuss auch nachts an roten Fussgängerampeln stehen bleibt. Wahrscheinlich ist es reiner Überlebenswille!

3. September 2015

Fadengrad hindurch

Markus Liechti u.a.: Direttissima Schweiz, Edition Erpf, Bern, 1983,
vergriffen
Im Sommer 1983 wurde ein einmaliges, abenteuerliches Unternehmen erfolgreich durchgeführt: Ein Bergsteiger-Team durchquerte während 24 Tagen die Schweiz auf der längsten geraden Linie, dem Kilometer 160 des Koordinaten-Netzes. Live dabei war Radio DRS (heute SRF, Anm. des Bloggers), das in über achtzig Sendungen von dieser «Expedition im eigenen Lande» berichtete. In dem nun vorliegenden, prächtigen und reich bebilderten Buch, erzählen die «Direttissima»-Teilnehmer spannend und anschaulich von ihren vielfältigen Erlebnissen. Entstanden ist ein faszinierender Querschnitt durch eine Schweiz, wie sie bisher noch nie gezeigt wurde. (Klappentext)

Einige Jahre nach dem Unternehmen «Direttissima Schweiz» lernte ich den Initianten, Expeditionsleiter und begnadeten Fotografen, Markus Liechti, kennen; ebenso Kurt Saurer, der auf dem Kilometer 160 mit von der Partie war. Liechti verstarb 1993 im Alter von 46 Jahren viel zu jung und Kurt Saurer, mit dem ich ein paar wenige Jahre beruflich zu tun hatte, schied 2011 aus dem Leben, wie meine erschreckende Recherche zu diesem Beitrag soeben ergeben hat.

Radio SRF blickte aus Anlass des 30-Jahr-Jubiläums von «Direttisima Schweiz» auf den denkwürdigen Jahrhundertsommer 1983 und die äusserst erfolgreiche Radio-Serie zurück. Das Buch ist indes längst vergriffen, in Antiquariaten ist es aber noch vorrätig. Wem es begegnet, der erstehe es! In Zeiten des medialen Fun-Wanderns eine bereits historisch wohltuende Alternative.