12. Juni 2020

Honolulu

Alexander Heimann: Honolulu, Cosmos,
Muri b. Bern, 1990
Fritz Prisi sitzt friedlich im Bus, den Walkman über den Ohren. Draussen ist es noch dunkel, die schlafzimmerbleichen Fahrgäste starren in sich hinein oder in die Zeitung. Da hält der Bus mitten auf der Strecke, und zwei lederbemantelte Männer steigen ein. Fahrausweiskontrolle. Fritz Prisi lehnt sich im Sitz zurück, verschränkt die Arme über seiner Jeansjacke und bereitet sich moralisch auf das Tête-à-tête mit den beiden Kontrolleuren vor. Buchseiten später steht Fritz Prisi, Einwohner von Bern-Bümpliz, auf der Strasse, noch bevor der Tag richtig begonnen hat, wieder einmal zur Sau gemacht. Und den halben Walkman hat er auch verloren. Grimmig blickt er gegen die Beamtenstadt Bern, knirscht mit den Zähnen und schüttelt die erhobene Faust.

Wie Fritz Prisi es der Beamtenwelt in diesem Land, «in dem man nicht einmal mehr davonrennen konnte», heimzahlt, ist eine äusserst vergnügliche und zugleich spannende Sache. In weiteren Hauptrollen: Murr, der eigentlich Maximilian von Raffenweid heisst, ein Salonaussteiger ist, der bis zum Tag, an dem er Prisi aufgegabelt hat, keine grösseren Sorgen kannte, als seinen Anteil der von Raffenweidschen Millionen irgendwie durchzubringen; Omar Rüdisühli, früher Arbeiter in der Batteriefabrik in Schattenhalb, jetzt sozialdemokratischer Bundesrat und Vorsteher des Militärdepartements; eine Läuferin des Grand Prix von Bern mit der Startnummer 768.
(Klappentext)

BE: Stadt Bern, Guggershörnli, Guggisberg

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