23. September 2015

Kilchenstock

Emil Zopfi: Kilchenstock, Limmat Verlag,
Zürich, 1996
«Eine fürchterliche Katastrophe ist so wahrscheinlich, dass Schweigen meinerseits mir als Verbrechen erschiene», schrieb der Geologe Albert Heim im November 1928 an den Landamtmann des Kantons Glarus. Am Kilchenstock über Linthal droht nach dem Urteil der Wissenschaftler ein Bergsturz. Und auch die Wirtschaftskrise zeigt Wirkung im Dorf: Fabriken entlassen Arbeiter, verarmte Bauern suchen ihr Heil in nationalen Bewegungen.

Der Dorfpfarrer Friedrich Frey ist einer der wenigen, der in dieser Zeit der Verunsicherung einen klaren Kopf behält. Er leitet eine große Hilfsaktion, kämpft gegen soziales Elend, politische Hetze und den Zerfall der Solidarität. Und immer wieder steigt er auf den Berg und registriert mit wissenschaftlicher Akribie die unaufhaltsame Bewegung der Felsmassen.

Emil Zopfi erzählt die Geschichte des Kilchenstocks aus der Sicht der bedrohten Dorfbewohner, welche auf die Umweltkatastrophe ganz unterschiedlich reagieren. Wem soll man glauben? ist die Frage, die alle bewegt. Den Wissenschaftlern? Den Politikern? Dem Pfarrer? Der Wahrsagerin? Dem eigenen Gefühl? (Klappentext)

GL: Linthal und Umgebung

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