29. Juli 2020

Die Fertigmacher

Arthur Honegger: Die Fertigmacher,
Ex Libris, Zürich, 1977
Dieser Roman ist ein verschlüsselter authentischer Lebensbericht Arthur Honeggers, der in der Krise der dreissiger Jahre als Pflegekind von fremden Menschen aufgenommen und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in die Freiheit entlassen wurde. Es ist Berni Oberholzer, der das erlebt, was der Autor als Pflegesohn, Schuler, Anstaltszögling und Bauernknecht durchgemacht hat. Ein unfähiger Vormund, eine bigotte Pflegemutter, der Direktor einer Erziehungsanstalt, für den die Zöglinge die Feinde sind: Ihnen ist dieser junge Mensch anvertraut, sie sind seine « Fertigmacher».

Seine Schuld: Er ist ein uneheliches Kind; für die Pflegemutter ist darum der Knabe das Böse schlechthin. Bubenstreiche genügen, dass der Vormund sagt: «Wenn du so weitermachst, kommst du ins Zuchthaus.» Er wird ins Erziehungsheim abgeschoben, und es beginnt das Martyrium in verschiedenen Anstalten, in einer Atmosphäre der Bespitzelung, der Drohungen und Prügel. Berni arbeitet hart, aber er lernt nichts. Als der Neunzehnjährige aus der Anstalt entlassen wird, hat er keine Schulung, keine Lehre hinter sich. Bauern werden ihn anstellen, wieder arbeitet er um der Arbeit willen. Aber er wird zumindest am Tisch essen, «und Schläge werde ich auch nicht bekommen, das ist schon viel». – Seine Erlebnisse reduziert Honegger auf das Wesentliche, er gibt typische Szenen gerafft wieder. Vor allem gelingt es ihm, die Gewissensqualen, die Ängste, die trostlose Einsamkeit eines Verstossenen und Misshandelten erlebbar zu machen.
(Klappentext

Dieses Buch ist im Buchantiquariat von Wanderwerk erhältlich (Rubrik «Belletristik»).  

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