24. März 2026

Mys Worbletal

Karl Uetz: Mys Worbletal, Verlag Hans Scheibli,
Herzogenbuchsee, 1962
Vor einiger Zeit ist von Karl Uetz ein Bändchen «Ein Jahr im Melchenbühl» erschienen, worin von der ersten bis zur letzten Zeile in ergreifender Weise zum Ausdruck kommt, wie er, von einem Hirnschlag getroffen, um die Wiedererlangung seines Sprachvermögens gerungen hat. Wenn nun Elisabeth Müller im Vorwort zu diesem neuen Buch von Karl Uetz von einer Tatsache schreibt, «die an ein Wunder grenzt», so ist das nicht im Geringsten zu hoch gegriffen: Der Dichter Karl Uetz hat seine Sprache wiedergefunden!

Karl Uetz ist ja längst als einer der kurzweiligsten Erzähler in unserer Mundart bekannt, trefflich beobachtend, herzlich einfühlend und träf, oft mit viel menschenfreundlichem Witz und Humor berichtend.

Wenn er nun allerlei Erlebtes und Erfahrenes, Erlauschtes und Erfragtes aus dem Tal seiner Jugendzeit zu einem Buch zusammengefügt hat, so wird sich daran männiglich ergötzen und erfreuen, der das Gemütvolle und wahrhaft Herzlich-Herzhafte in kräftiger und unverfälschter Mundart zu schätzen weiss. «Mys Worbletal» erhält auch die Erinnerung an einige jener Sonderlinge etwa den «StettIen-Zwerg» und an allerlei Brauchtum und fröhlichen Dorf-Schabernack, für die in unserer gehetzten Welt und Zeit kaum mehr Platz ist. Ganz besonders erfreulich, weil so selten geworden, ist des Autors echte und unsentimentale Freude an all jenem Unscheinbaren, an dem heute so viele achtlos vorübergehen, obgleich es zur Quelle stiller Glückseligkeiten werden könnte.

Das Buch wird nicht bloss alle jene erfreuen, denen das Worblental Heimat oder als oft durchwandertes Vorstadtgebiet lieb geworden ist, es wird jedem zum erfreulichen Gewinn werden, der in stillen Lese-Augenblicken geruhsame Erholung von der Hast des heutigen Lebens sucht
. (Klappentext)

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