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Friedrich Dürrenmatt: Die Panne, Diogenes, Zürich, 1998 |
Traps erfährt, dass die vier Rentner sich regelmäßig zu dem Zweck treffen, um ein Spiel zu spielen, in dessen Rahmen sie ihre alten Berufe ausüben und einen Gerichtsprozess nachahmen. Dabei spielen Wucht den Richter, Kummer den Verteidiger, Zorn den Staatsanwalt und Pilet den Henker, was ihren früheren Berufen entspricht. Traps wird dazu eingeladen, mitzuspielen. Widerwillig nimmt er die vakante Rolle des Angeklagten ein. Er fühlt sich keines Verbrechens schuldig. Er plaudert frei über sein privates Leben als Familienvater von vier Jungen, über seine Seitensprünge und seine brillante Karriere vom Hausierer zum Generalvertreter seiner Textilfirma. Sein Verteidiger Kummer rät ihm, keine unvorsichtigen Aussagen zu tätigen. Traps bemerkt nicht, dass er sich bereits mitten in der Vernehmung befindet.
Im Laufe des mehrgängigen Mahls, bei dem der Wein in Strömen fliesst, gibt der seit elf Jahren verheiratete Traps auch kleinere Verfehlungen im Beruf zu. Er berichtet davon, dass sein ehemaliger Chef, Herr Gygax, dessen Posten er nun innehat, an Herzversagen gestorben ist. Auch seine Affäre mit Gygax’ Frau verschweigt er nicht. Die vier Pensionisten horchen auf. Im Rahmen einer weiteren Beratung mahnt Kummer den Angeklagten zur Vorsicht. Der Staatsanwalt Zorn bezichtigt Traps plötzlich des Mordes an Gygax. Durch Intrigen und den stressbedingten Herzinfarkt des Chefs habe Traps dessen Posten an sich gerissen. Nach und nach legt Zorn die Motive frei und rekonstruiert die Tat.
Traps ist zunächst verwirrt. Doch je mehr er sich dem Alkohol hingibt, desto lockerer wird seine Zunge. Er verbrüdert sich mit dem Staatsanwalt und gibt schliesslich zu, dass er Gygax’ Frau dazu benutzt habe, seinem Chef eins auszuwischen. Aufgrund des Schocks über die Untreue seiner Frau habe dieser schliesslich einen Herzinfarkt erlitten. Je mehr der Staatsanwalt die Genialität dieses perfekten Mordes lobt, umso mehr lässt sich Traps dafür feiern.
Als die Anwälte ihre Plädoyers halten, fordert der Staatsanwalt Zorn die Todesstrafe. Der Verteidiger Kummer versucht, Traps hingegen als Opfer dazustellen, und verlangt dessen Freispruch. Doch der Angeklagte ist nun stolz auf seine Tat und gibt dem Staatsanwalt in allen Punkten Recht. So kommt es schliesslich zur Verurteilung durch den Richter Wucht, der die Todesstrafe ausspricht. Traps begibt sich nach diesem Abend, den er als überaus gelungen wahrnimmt, auf sein Zimmer. Wenig später wird er dort von dem besoffenen Richter, vom Staatsanwalt und dem Verteidiger, die ihm eine Urteilsurkunde aushändigen wollen, im Fensterrahmen erhängt aufgefunden. (Lektürehilfe)
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