9. November 2022

Heggidorn – Laupen

Ländlichkeit pur: Rüplisried, genau 15,3 km (Luftlinie) WSW des Bundeshauses.

Der Westen Berns ist geprägt von einem grossen Waldstück, dem Forst. Zwischen diesem Forst und der Saane erstreckt sich ein wenig bekannter Landstrich mit dem Städtchen Laupen als südwestlicher Eckpfeiler. Die zahlreichen, in der sanft gewellten Topografie verstreut liegenden Weiler und Höfe tragen urige Namen wie: Rosshäusern, Juchlishaus, Rüplisried, Spengelried, Bärfischenhaus, Süri, Löhli, Däntsch. So weit ab vom Schuss dies alles klingt, so nahe lag der Landstrich einst am internationalen Geschehen. Im Norden der Ecke liegt die Bahnlinie Bern–Neuenburg, auf der bis vor einiger Zeit direkte TGV-Züge von Bern nach Paris verkehrten. Dass die beiden Landeshauptstädte nicht mehr direkt per Bahnverbindung miteinander verbunden sind, ist in der heutigen Zeit unverständlich, zumal der alte Tunnel von Rosshäusern durch einen neuen ersetzt und der wunderbare Saaneviadukt kürzlich auf Doppelspur erweitert worden ist.

Nun, lassen wir Unverständlichkeiten Unverständlichkeiten sein und widmen wir uns dem Gang von Heggidorn, das mit dem Postauto von Bern-Brünnen Westside erreicht wird, nach Laupen. Hiebei streifen wir durch besagten Landstrich und gelangen an etlichen der oben erwähnten Örtlichkeiten vorbei. Wir ergötzen uns an der wunderbaren Sicht auf die Berner und Freiburger Alpen, ehe wir hin und wieder in kleinen Waldpartien die bunte Farbenpracht der Laubbäume in uns aufnehmen. Die Strecke ist mit 12 Kilometern eher kurz und führt ausnahmslos über gut ausgeschilderte Pfade, Strässchen und Wege.

In Laupen bietet sich ein kurzer Abstecher in die kleine Altstadt an. Wer indes schon einmal in Laupen war, wird sich wundern, dass sich der Bahnhof nicht mehr an seinem altbekannten Standort befindet. Und ja, auch hier gibt es wieder eine Kalberei zu beklagen, denn die Haltestelle – von Bahnhof kann bei einem Gleis mit Prellbock keine Rede mehr sein – ist im Rahmen der Gesamterneuerung der Bahnstrecke Flamatt–Laupen vom Ortszentrum an dessen Eingang verlegt worden. Einmal mehr hat man sich dem Strassenverkehr gebeugt, denn durch diese Verlegung konnte ein Bahnübergang eliminiert werden, was für den öV-Benutzer nun einen längeren Weg zur Haltestelle bedeutet. Zynisch betrachtet könnte man aktuell auch so argumentieren, dass die Bahn nun etwas weniger Strom benötigt, da sie nicht mehr so weit fahren muss. Fotos

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