30. März 2021

Die Spirale – Etappe 6

Zollikofen – Boll: In 4½ Stunden über das Grauholz und den Bantiger.

Die Strecke von Zollikofen nach Boll war die erste veritable Bergetappe seit Beginn des Projektes am 1.1.2021. Sie führte zu Beginn durch den märchenhaft anmutenden Wiliwald, unterquerte die Autobahn A1 und widmete sich dann dem Grauholz. Den bewaldeten Hügel im Nordosten Berns überschritt ich auf knapp 750 Meter über Meer, ehe es hinunter nach Lutzeren, einem sanften Übergang vom Worblen- ins Krauchthal, ging. Der Gegenanstieg auf den Bantiger (947 m) wartete zuerst mit der überraschend grossen Burganlage von Geristein auf – eine auf Sandstein gebaute Ruine, mit Betonverstärkungen vor dem Zerfall bewahrt.

Kurz unterhalb des Gipfelplateaus des Bantiger letzte Schneehäufchen. Eine schwedisch-schweizerische Wanderfamilie kam mir auf dem obersten Treppenabschnitt kurz unterhalb des Triangulationspunktes mit Kuschelhund Mango entgegen. Und wenn schon auf dem Bantiger, dann auch noch die 33,7 m über Grund gelegene Aussichtsplattform des Swisscom-Sendeturms bestiegen! Die mehr windige als luftige Angelegenheit lohnte indes die zusätzlichen Mühen. Dem 360°-Rundumblick stand buchstäblich nichts im Wege.

Die aus Stockholm stammende Lustighündin hört auf den schicken Namen Mango.

Der sanft geneigte Abstieg endete schliesslich an der komplett neu konzipierten und erfreulicherweise mitunter auch in Holz gebauten S-Bahnhaltestelle des Regionalverkehrs Bern-Solothurn. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle das Schlössli in Sinneringen kurz vor Boll. Dieses wurde 1729 für Hans Rudolf von Diesbach (1688–1750), Oberst in sardinischen Diensten und Landvogt zu Romainmôtier, erbaut. Von Diesbach verkaufte die Campagne 1748 an seinen Neffen Niklaus von Diesbach (1722–1782); dieser wiederum verkaufte Sinneringen 1775 an seinen Sohn Niklaus von Diesbach (1747–1831). Bei seinem Konkurs 1800 ging die Besitzung an Johann Karl von Bonstetten (1761–1838). Der Offizier und Maler August von Bonstetten vererbte seinen Anteil an Sinneringen an seinen Neffen und seine Nichte, die das Gut 1889 verkauften. Der Diplomat Ulrich Walther Maximilian von Bonstetten erwarb Sinneringen 1922 und veräusserte es 1925 an eine Familie Lüthi.

Der Sendeturm auf dem Bantiger hat eine Höhe von gut 181 m und ist daher von weit her gut zu erkennen.


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