14. September 2020

Da war es nur noch eine

Als ich vor acht Jahren mein Gemeindebegehungsprojekt konkretisierte, gab es in der Schweiz noch 2395 politische Gemeinden. Dazu gehörten damals auch die Winzlinge St. Martin bei Vals und Marmorera im Oberhalbstein. St. Martin (35 Einwohner per 31.12.2013) fusionierte auf den 1. Januar 2015 mit Vals, Marmorera (31 Einwohner per 31.12.2014) liess sich am 1. Januar 2016 mit den Gemeinden Bivio, Cunter, Mulegns, Riom-Parsonz, Salouf, Savognin, Sur und Tinizong-Rona in die neue Gemeinde Surses einverleiben. 

Und nun stand vor ein paar Tagen der fussgängerische Besuch dieser ehemaligen Gemeinden an, zu der sich am Ende auch noch Celerina/Schlarigna bei St. Moritz gesellen sollte. Ich hatte geplant, die relativ weit auseinanderliegenden Örtlichkeiten im Rahmen einer Mehrtageswanderung miteinander zu verbinden. Also startete ich in Lunschania, einem Weiler bei Vals, überquerte das Rinderpirglückli, um ins Safiental zu gelangen, von wo es auf steilem Weg zur Alperschlällilücke ging. Von da stieg ich nach Sufers ab, folgte vorerst der Via Spluga talabwärts, um oberhalb der Roflaschlucht ins Val Ferrera einzubiegen. Ein langer Aufstieg führte mich im Nebel auf die Alp Mos, wo ich in einem Stallgebäude Unterschlupf fand.

Lunschania – Celerina: die Route.
Anderntags setzte ich zu einer grandiosen Vierpässewanderung an: Pass da Schmorras, Fuorcla Saletscha, Fuorcla Starlera und Fuorcla Curtegns – alle über 2500 Meter hoch – standen auf dem Programm, ehe ich im unteren Teil der Val Gronda mein Zelt aufschlug. Die letzten zwei Etappen zumEndziel Celerina waren mit je rund 19 Kilometern recht lang. Hierbei stieg ich ab nach Mulegns an der Julierpassstrasse, wechselte die Talseite und stieg über Sur und Marmorera nach Bivio hoch, von wo ich weiter in Richtung Julierpass zog. Nach einer weiteren Zeltnacht schaffte ich es schliesslich in 5½ Stunden ins Oberengadin nach Celerina, wo mich die Rhätische Bahn in gemütlicher Fahrt nach Chur brachte.

Alles in allem ein achttägiges Unterfangen, das mich durch wunderbare Täler und über meist wenig begangene Pässe führte. Mit Celerina/Schlarigna habe ich die 2394. Gemeinde meines Projektes begangen. Es fehlt mir nun nur noch das im untersten Zipfel des Puschlavs gelegene Brusio, das ich in einer ebenfalls mehrtägigen Zelttour von Celerina aus zu besuchen gedenke.

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