7. Juni 2020

Weil das Gute so nahe liegt

Das Privileg, direkt nach der Arbeit in einer halben Stunde mit dem Bus an den Fuss der Stockhornkette zu fahren, daselbst vorerst sanft und hernach zunehmend steiler in den Mikrokosmos Gantrisch aufzusteigen, an einem schönen Fleck auf 1550 Meter über Meer mit Blick auf das Thuner Westamt, inklusive Stadt und See, das Zelt aufzustellen. Im Windschatten einer kräftigen Bise ein Nudelsüppchen kochen, Katzenwäsche und dabei die Abendstimmung in sich aufsaugen, ehe es ins Minizelt und somit zum hoch willkommenen Aufwärmen geht.

Blumenstein–Schwefelbergbad: Auch als Tageswanderung gut machbar.


Anderntags bei beinaher Windstille und erhoffter Sonne den Tag begrüssen, beglückenden Tee trinken und alles zusammenräumen. Im Morgenlicht das Panorama bestaunen, vorbei an schmatzenden, glotzenden, bimmelnden Kühen, die erst wenige Tage hier oben sind. Nach wenigen Wanderminuten als erster Gast in der Alpwirtschaft einen Kaffee schlürfen und derweil dem Bläss das Fell kraulen. Mit der Bäuerin reden und gemeinsame Bekannte ausfindig machen. Gestärkt, mit der Sonne im Rücken und gemütlichen Schrittes, sich dem Trubel der Wasserscheide nähern. Autos, Töffs, Velofahrer, Spaziergänger, Wanderer, Quengelkinder, Jubel, Trubel, Zigarettenrauch.

Am Gantrischseeli pausieren und den gemeinen Touristen studieren. Sich ärgern über Leute, die im Naturschutzgebiet haufenweise Blumen pflücken. Sich auf der Alp Bireberg an den Kühen und Ziegen erfreuen. Gemächlich den Abstieg zum Schwefelbergbad unter die Füsse nehmen, den Ausflugszirkus hinter sich lassend, mit Mühe nur das Dröhnen der Motorräder ignorierend. Am Ziel feststellen, dass das Schwefelbergbad seit 2014 geschlossen ist und die Natur langsam die Oberhand über den Umschwung der beachtlichen Hotelanlage gewinnt. Um 13.30 Uhr ins leicht verspätete Postauto nach Schwarzenburg steigen und durch eine wunderschön-vorsommerliche Landschaft kurven.

Fotos zu all dem gibt es hier für den ersten und hier für den zweiten Tag.

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